Wer das Abi bereits nach 12 Jahren macht sollte dementsprechend ein Jahr früher, also mit Beginn der 11 zwei loslegen. So vermeidet man nicht nur Stress, sondern kann sich zudem besser auf Aufnahmeprüfungen, wie sie besonders bei musischen oder künstlerischen Fächern üblich sind, vorbereiten. „Möchte jemand beispielsweise gerne Sport studieren und das am liebsten in Köln, dann muss er sich im Dezember für die sportliche Eignungsprüfung im Mai anmelden.
Sich unter Umständen auch intensiv darauf vorbereiten. Bei Medizin verhält es sich ähnlich. Strebt man ein Duales Studium an, empfiehlt es sich, die Bewerbungsunterlagen bereits ein Jahr im Voraus an die Unternehmen zu schicken“, lautet der Ratschlag von Ragnhild Struss, die Schüler und Studenten bei der Entscheidung für ein Studienfach berät.
Wie gehe ich bei der Auswahl vor?
Zunächst sollte man sich über die eigenen Interessen und Begabungen klar werden. „Ein guter Hinweis sind Schulleistungen“, sagt Malte Eilenstein. Der Berliner hilft Schülern, das passende Studienfach zu finden. Wenn ein Fach spaß macht, dann könnte es ein Hinweis sein. Aber auch Hobbys können Aufschluss über Interessen geben.
„Es nützt nichts, wenn man allein Interesse an einem bestimmten Bereich hat“, gibt Angela Verse-Herrmann zu bedenken, „auch die notwendige Begabung für einen Studien- und Berufsbereich muss vorhanden sein.” Wer begabt ist, hat Chancen in Communities wie e-fellows.net aufgenommen zu werden, einem Online-Stipendium und Karrierenetzwerk. Zudem gibt es viele Magazine für Abiturienten, z.B. abiq.de, yaez.de oder 5vor12.tv. Ebenso Karriere-Messen werden angeboten, stuzubi.de ist eine von ihnen.
Analysten und Tests für Begabungen
Beispiel: jemand arbeitet gerne mit Tieren und kommt zu dem Schluss, dass er Tiermedizin studieren möchte. Andererseits tut er sich aber mit den Naturwissenschaftlichen Fächern schwer. „Dann ist der Studienabbruch vorprogrammiert“, so die Beraterin. Wer sich seiner Interessen und Begabungen bewusst ist kann darauf aufbauend zunächst Fächergruppen und dann einzelne Studienfächer finden, die dazu passen.
Entsprechende Tests machen das relativ leicht. So nähert man sich seinem Fach immer weiter an. „Man sollte sich einen Ordner anlegen, in dem alle relevanten Informationen für die Studienentscheidung gesammelt werden – auf den Überblick an der Uni kommt es an“, rät Diplomkauffrau Ragnhild Struss. Dann sind auch die rund 9.000 Studiengänge nicht mehr so dramatisch.
Viele von Ihnen kann man leicht zusammenfassen. Und wenn man beispielsweise nichts mit Mathe machen will, oder kann, dann kann man vieles ausschließen. „Wenn man ein paar Studiengänge in die engere Auswahl einbezogen hat, dann die Studienpläne ansehen“, rät die Autorin Verse-Herrmann. Und auch Berater Malte Eilenstein rät zu einer Fleißarbeit, die lautet: Prüfungsordnungen lesen. So bekommt man einen guten Eindruck, welche Inhalte das Studium umfasst und was an Leistungen gefordert wird.
Recherchen im Netz beugen späterem Ärger vor
All das findet man im Internet. Hier lohnt die Recherche aber erst, wenn man vorher das Fachgebiet ermittelt hat. Sonst wird man von unzähligen Seiten schier erschlagen. Vom allgemeinen nähert man sich so dem speziellen Studienfach an…
Ein weiterer Grund, warum die Entscheidung für Studienfach und Ort so gut geplant werden sollte: Die Entscheidung für ein Studienfach betrifft nicht nur die Zeit des Studiums, also in der Regel etwa vier Jahre. „Da stehen 40 Jahre Berufsleben hinter“, gibt Malte Eilenstein zu bedenken. Wer die Entscheidung nicht alleine Treffen will kann auch Berufsberater in die Entscheidung einbeziehen. Diese ermitteln mit Testverfahren Eigenschaften, Begabungen und Motivation.
Mit den Ergebnissen machen sie sich auf die Suche nach geeigneten Studiengängen. So ein Service hat natürlich seinen Preis, mehrere hundert Euro müssen dafür ausgegeben werden. Egal wie man letztendlich zu einer Entscheidung kommt.
Je besser man sich auf das Studium vorbereitet, um so besser man schon vor Studienbeginn weiß, was einen im Studium erwartet, um so höher ist auch die Chance, am Ende nicht zu den 30 Prozent zu gehören, die das Studium nach zwei oder drei Semestern abbrechen.
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