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    Nachhaltigkeit: Impulse für Mitarbeiter und Manager

    11
    • von Karriere-Einsichten
    • in Berichte · Einsichten
    • — 27 Feb, 2012

    Marlehn Thieme, amtierende Vorsitzende des Nachhaltigkeitsrates, lobt Unternehmen, die 2011 den Stoff für tolle Nachhaltigkeitsberichte lieferten…

    „Der Nachhaltigkeitsrat würdigt solche Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsleistungen in vorbildlicher Weise sichtbar machen und für die öffentliche Diskussion aufbereiten.

    Wir unterstützen diese Bereitschaft zur Transparenz gemeinsam mit der Bundesregierung, weil wir glauben, dass Nachhaltigkeit in den Unternehmen weitere Impulse braucht, um zum Normalfall zu werden.“

    In der Wettbewerbskategorie Großunternehmen landete BMW auf dem ersten Platz, gefolgt von Siemens und BASF. Bei den kleinen und mittleren Unternehmen gewann die Öko-Brauerei Neumarkter Lammsbräu, auf den Plätzen zwei und drei folgen der Spezialhändler für umweltfreundlichen Bürobedarf memo sowie die Bremer Straßenbahn AG.

    Nachhaltiges Wirtschaften, mehr Wettbewerbsfähigkeit?

    „Die ausgezeichneten Unternehmen können den Beweis antreten, dass nachhaltiges Wirtschaften auf die Wettbewerbsfähigkeit einzahlt“, so Thieme.

    Besonders im Jahr des Weltgipfels von Rio, auf dem über Wege in eine Green Economy verhandelt wird, biete sich die große Chance, den Ordnungsrahmen auf globaler Ebene zu modernisieren, damit Märkte nachhaltiges Wirtschaften honorieren und nachhaltiges Wirtschaften zum Normalfall wird.

    Insbesondere bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sei ein Trend zu mehr Transparenz erkennbar, so Jana Gebauer, Expertin für nachhaltige Unternehmensführung am IÖW.

    „Nachdem für das letzte Ranking 2009 insgesamt 46 KMU-Berichte eingereicht und unseres Wissens nur eine geringe Zahl weiterer Berichte veröffentlicht wurde, konnten wir 2011 einen deutlichen Anstieg der Berichtsaktivitäten von KMU beobachten. Für das Ranking 2011 wurden bis zum Abgabetermin 55 Berichte eingereicht. Unsere Recherchen ergaben, dass zirka 80 weitere KMU eigenständige Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen.“

    Deutscher Nachhaltigkeitskodex

    Angesichts der Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen in Deutschland und eines 25%-Anteils der Nicht-Berichterstatter bei den 150 größten Unternehmen wird aber ebenfalls deutlich, dass der Weg noch weit ist, bis Nachhaltigkeit allgemein akzeptierte Grundlage für die Analyse wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ist.

    Der Umkehrschluss, dass deutsche Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit nichts zu berichten hätten, sei indes falsch. „Deutsche Unternehmen haben aufgrund der gesetzlichen Regelungen im globalen Wettbewerb Wettbewerbsvorteile, die sie jedoch nicht ausreichend strategisch einsetzen“, so Marlehn Thieme.

    Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex erleichtere den Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung.
    Dieser vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) verabschiedete Kodex ist ein Transparenzstandard, der in zwanzig Kriterien den Kern unternehmerischer Nachhaltigkeit beschreibt. Er zielt darauf ab, die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen sichtbar und vergleichbar zu machen und wird Unternehmen jeder Größe und Rechtsform zur freiwilligen Anwendung empfohlen.

    Ratschläge und viel Publicity

    Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an, die von der Bundeskanzlerin für eine Mandatszeit von drei Jahren berufen werden.

    Zu den Aufgaben des Rates gehören die Entwicklung von Beiträgen zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Beiträge, um Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen.

    In der Wahl seiner Themen und Aktionsformen ist der Rat unabhängig.

    Hier die “Keynote” von Marlehn Thieme: “Wir nehmen heute eine Würdigung von Exzellenz vor – der Unternehmen, die in vorbildlicher Weise umfassend und im Wettbewerb miteinander stehend ihre Nachhaltigkeitsleistungen transparent machen und für die öffentliche Diskussion aufbereiten.

    Und wir sind inmitten einer sehr spannenden Diskussion – ganz besonders im Jahr des Weltgipfels von Rio, der Green Economy zum Schwerpunkt macht und auf besondere Weise die Wirtschaft und Unternehmen in die Pflicht nehmen wird. Diese Themensetzung ist eine Chance, die grundlegende Orientierung unserer Wirtschaftsweise zu diskutieren:

    Wirtschaft dient dem Menschen

    Ist das Wohl der Menschen Ziel und Zweck unternehmerischer Anstrengungen oder das Kapital? Was können wirksame Instrumente sein, um präventiv gegen Wirtschafts- und Finanzkrisen vorzubeugen? Wen müssen wir in Bewegung setzen, um die Wirtschaft umzubauen, damit sie nachhaltig und zukunftsfähig wird?

    Als Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland haben Sie sicher Verständnis dafür, dass ich für die Dienstfunktion der Wirtschaft für die Menschen eintrete. Ich bin überzeugt vom Konzept der sozialen Marktwirtschaft, in der die unsichtbare Hand des Marktes von der sichtbaren Hand des Staates gelenkt wird. Angezeigt ist nicht mehr, sondern eine bessere Regulierung.

    Ziel muss ein moderner Ordnungsrahmen sein, der den Herausforderungen des globalen und schon deshalb zunehmend volatilen Marktes gewachsen ist. Die Modernisierung des Ordnungsrahmens hält nicht mehr Schritt mit der Entwicklung des globalen Marktes und weltweit ausdifferenzierten Wertschöpfungsketten über die ganze Welt.

    Diffuses Verantwortungsgefühl

    Die politischen Rahmenbedingungen sind ebenso diffus wie die unternehmerische Verantwortung. Diese Unklarheiten müssen auf nationaler und supranationaler Ebene geklärt werden, damit vorbildliches unternehmerisches Handeln durch die Mechanismen des Marktes honoriert werden kann. Es geht dabei nicht allein um die Entwicklung neuer Gesetze, sondern bereits bestehende Gesetzen um die Komponente nachhaltigen Wirtschaftens
    modernisiert werden.

    Es gibt Unternehmerinnen und Unternehmer die nachhaltiges Wirtschaften im umfassenden Sinne im Blick haben: eine langfristig gesunde Entwicklung des eigenen Unternehmens in einer tragfähigen Gesellschaft und Umwelt. Es geht jetzt darum, mit diesem Konzept Überzeugungsarbeit zu leisten, noch mehr Unternehmer und Unternehmerinnen zu gewinnen, damit nachhaltiges Wirtschaften zum Normalfall wird.

    Nachhaltigkeit und der Wettbewerb

    Und den Beweis anzutreten, dass nachhaltiges Wirtschaften auf Wettbewerbsfähigkeit einzahlt. Und das tut es – das Deutsche Aktieninstitut hat darauf hingewiesen, dass lediglich 20% des Vermögenswertes in den finanziellen Leistungsparametern zu finden sind. Satte 80% machen die nicht-finanziellen Leistungsindikatoren aus, die so genannten intangible assets. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung möchte u.a. mit dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex den Kapitalmarkt in die Lage versetzen, die unkalkulierbaren Vermögenswerte sichtbar und kalkulierbar zu machen.

    Wer auf Wettbewerb setzt, setzt auf die praktische Wirksamkeit unternehmerischer Lösungen. Das bedeutet nicht, dass man den Wettbewerb sich selbst überlassen darf, dass der Wettbewerb Gemeinwohlverträglichkeit von alleine entwickelt. Deutliche Signale sind sinnvoll. Unserer Überzeugung nach ist der Kapitalmarkt ein wichtiger Treiber.

    Die Debatte auf internationalem Parkett um Transparenzpflichten, Berichtsstandards und Environmental, Social und Governance-Faktoren bei Investmententscheidungen lässt hoffen, dass auf dem Kapitalmarkt von morgen nicht nur Finanzkennzahlen, sondern auch nachhaltige Leistungsindikatoren an Bedeutung in der Bewertung des Shareholder-Value und der Kreditwürdigkeit gewinnen werden.

    Transparenz im Einkauf

    Sie treffen eine Aussage darüber, ob ein Finanzunternehmen (oder auch ein Nationalstaat) solide wirtschaftet oder nicht.Es ist betriebswirtschaftlich sinnvoll, Ressourcen schonend zu produzieren, Materialeffizienz zu steigern und damit Kosten zu sparen. Doch was, wenn ein Unternehmen auch in sozialer Hinsicht oder bei der Prozessqualität nachlegt?

    Wenn in der globalen Lieferkette, im Kerngeschäft anständig gewirtschaftet wird, kurz: da, wo Geld ausgegeben wird? Hat ein Unternehmen einen strategischen Vorteil, etwa indem es einen Zuliefervertrag bekommt oder günstige Kredite? Ich hoffe es. Und ich glaube, dass wir auf dem Weg dahin sind. Jedem Akteur im Markt steht es frei, kurzfristige Gewinnmaximierung in den Blick zu nehmen – klüger und erfolgreicher jedoch sind die mit langfristigen wirtschaftlichen Zielen.

    Sie sind zugleich Partner für eine nachhaltige Entwicklung. Transparenz darüber, ob sich ein Akteur mit den Herausforderungen der Zukunft befasst und auf welche Weise, ist dafür unabdingbar. Diese Transparenz fordern Gesellschaft und Investoren zunehmend ein. Auf dem Markt der Zukunft wird nur bestehen, wer sich dieser Themen annimmt. Wer Technologie von gestern auf dem Markt anbietet, sollte völlig zu Recht mit mangelnder Nachfrage abgestraft werden.

    Exzellenz, Gutes zu tun

    Damit das geschieht, müssen die Rahmenbedingungen des Marktes so gesetzt werden, dass nachhaltiges Handeln belohnt und nicht nachhaltigesHandeln bestraft wird. Ihnen allen heute Abend einen herzlichen Dank, dass Sie die Exzellenz immer weiter vorantreiben. In diesem Wettbewerb hat das Nachsehen, wer nichts zu berichten hat.

    Alle Unternehmen mit Nachhaltigkeits- oder CSR-Bericht sind Vorbilder in Sachen Transparenz und nachhaltiges Wirtschaften. Sie sorgen mit Ihren Berichten dafür, Nachhaltigkeit zu erklären, zu definieren und mit Leben zu füllen. Sie sind Partner für eine nachhaltige Entwicklung – für die Politik, für die Gesellschaft und für die Umwelt – in Rio 2012 und in den darauf folgenden zwanzig Jahren.”

    Ergebnisse aus der laufenden Arbeit sind zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitskodex, der Zukunftsdialog_Vision2050, Stellungnahmen zur Rohstoffpolitik, zur fiskalischen Nachhaltigkeit, zum Ökolandbau, die Projekte der Werkstatt N, der Strategiedialog mit Oberbürgermeistern sowie Beiträge zur „Green Economy“ und zur Vorbereitung der Rio-Konferenz im Juni 2012.

    Sichtweise! Jan Thomas Otte hat mit Karriere-Einsichten schon mal beim Projekt “Werkstatt N” mitgemacht, gefördert vom Rat für nachhaltige Entwicklung. Fazit, vor allem für Journalisten und Menschen des öffentlichen Interesses: Vor allem machen, nicht nur reden…

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    Schlagworte: EthikManagementMoralNachhaltigkeit

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    11 Kommentare

    1. Berufsbild: Freiberufler vs. Festangestellter | Karriere-Einsichten sagt:
      5. Februar 2013 um 11:31

      [...] er seinen Job nicht verliert, vor allem heutzutage während der überall herrschenden finanziellen Krise und den ständig neuen Stellenkürzungen bei vielen Unternehmen. Das betrifft nicht nur die kleinen [...]

    2. Elite-Internat in der Schweiz: "Investment in die Zukunft" | Karriere-Einsichten sagt:
      23. April 2013 um 10:07

      [...] Ausbildung am Institut auf dem Rosenberg ist ein Investment in die Zukunft Ihrer Kinder. Im Laufe der jüngsten Finanzkrise haben viele Menschen ihre Häuser [...]

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