Karriere-Einsichten | Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de Das Magazin. Werteorientiert. Meinungsstark. Thu, 30 Oct 2014 08:05:11 +0000 de-DE hourly 1 Versöhnung: Frieden statt neuer Enthüllungsroman zu Helmut Kohl http://www.karriere-einsichten.de/2014/10/e-seminar-5-schritte-zum-inneren-frieden-walter-kohl/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/10/e-seminar-5-schritte-zum-inneren-frieden-walter-kohl/#comments Wed, 29 Oct 2014 22:32:30 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6721 Helmut Kohl. Kürzlich kam das neuste Enthüllungsbuch, die nächste unautorisierte Biografie heraus. Sein Sohn Walther startet dagegen einen Versöhnungskurs.  Ein übermächtiger Vater, Helmut Kohl und der Selbstmord ... neue Einsichten gefällig?

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Helmut Kohl. Kürzlich kam das neuste Enthüllungsbuch, die nächste unautorisierte Biografie heraus. Sein Sohn Walther startet dagegen einen Versöhnungskurs.  Ein übermächtiger Vater, Helmut Kohl und der Selbstmord seiner Mutter Hannelore – das war alles andere als einfach. Heute weiss der Coach: Lebenfreude entsteht  wenn du innerlich wie äusserlich Frieden mit deiner Vergangenheit schliesst – kurz: Versöhnung. Und Lebensziele für deine Zukunft hast…

In seinem E-Learning-Seminar „5 Schritte zum inneren Frieden“ zeigt Ihnen Walter Kohl, wie Sie die persönlichen Blockaden in Ihrem Leben erkennen, bearbeiten und so weit klären, dass neue Tatkraft entsteht. Mit 11 Videos und umfangreichem Arbeitsmaterial! Lebensfreude in der Gegenwart kann nur entstehen, wenn wir Frieden mit unserer Vergangenheit geschlossen haben und einen Lebenssinn sowie Lebensziele für die Zukunft sehen. Erst dann entstehen Kraft, Freude und Entschiedenheit im Hier und Jetzt – in unserer Gegenwart.

Durch den Weg der Versöhnung mit seinen 5 konkreten Schritten können wir vergangene, schmerzhafte Erfahrungen und Erlebnisse innerlich heilen und in inneren Frieden und somit in neue Kraft wandeln. Aus alten “Kraftfressern” werden neue “Kraftquellen” und somit entsteht neue Lebensfreude.

Auf dem Weg der Versöhnung möchte Walter Kohl Sie mit seinem E-Learning Seminar „5 Schritte zum inneren Frieden“ begleiten: Jede Lektion besteht aus bis zu drei Videosequenzen, die während eines Live-Seminars aufgenommen wurden. Parallel erhalten Sie umfangreiche Arbeits- und Übungsmaterialien als PDF-Datei.

Um was gehts? These: Lebe dein Leben, anstatt gelebt zu werden!

Er lädt  zu neuen Denkansätzen und Umgangsformern mit sich selbst und anderen ein. Dabei sieht er sich als Anreger, als Inspirator, als jemand, der seine Erfahrungen und Gedanken mit anderen Menschen teilen möchte. Er möchte Mut machen, zum Nachdenken anregen und wenn nötig auch ein wenig provozieren.

  • Nutzen Sie Ihre persönliche Freiheit, um neue, eigene Antworten auf Ihre Lebensfragen zu finden.
  • Nutzen Sie Ihre Vergangenheit als Kraftquelle.
  • Nutzen Sie die Kraft der Versöhnung und des Sinns.
  • Gestalten Sie Ihr Leben selbst, anstatt gelebt zu werden.
  • Und trauen Sie sich Veränderungen zu.

Wenn wir unser Leben aktiv in die Hand nehmen, mit innerer Freiheit und in Verantwortung, dann werden wir weniger gelebt und können mehr leben. Der Weg der Versöhnung ist ein Plädoyer für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung und ein gestärktes Selbst-Bewusst-Sein.

Wer spricht? Walther Kohl

Walther, Sohn von Helmut Kohl

Walther, Sohn von Helmut Kohl

Walter Kohl, geboren 1963, ist Volkswirt und Historiker. Er arbeitete als Investmentbanker und leitender Angestellter. Heute führt er ein Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie. In einer existenziellen Lebenskrise entdeckte er für sich die Kraft der Versöhnung. Auch andere Menschen auf diesem Weg zu begleiten ist sein Herzensanliegen geworden. Mehr Informationen unter www.walterkohl.de/ und  www.gluecklich-leben-akademie.de/seminarleiter/walter-kohl

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Aufs Eliterinternat: Hochbegabt, das wär’ so schön!? http://www.karriere-einsichten.de/2014/09/aufs-eliterinternat-hochbegabt-das-waer-so-schoen/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/09/aufs-eliterinternat-hochbegabt-das-waer-so-schoen/#comments Sun, 21 Sep 2014 18:22:36 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6666 Hochbegabt. Die einen sind es, die anderen nicht – sie wären es aber manchmal schrecklich gerne. Mit einer Bewerbung auf dem Eliteinternat Schloss Hansenberg trennt sich die ... neue Einsichten gefällig?

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Hochbegabt. Die einen sind es, die anderen nicht – sie wären es aber manchmal schrecklich gerne. Mit einer Bewerbung auf dem Eliteinternat Schloss Hansenberg trennt sich die Spreu vom Weizen. Julia Bergner hat drei Anwärterinnen kennengelernt…

Elisabeth ist klein, extrem dünn und unscheinbar. Wer sie sieht, schätzt sie auf höchstens 13 Jahre. Elisabeth ist 16 und seit einigen Wochen hat sie es schwarz auf weiß: Sie ist überdurchschnittlich begabt und darf die Internatsschule Schloss Hansenberg im Rheingau besuchen, um dort mit den Besten der Besten zu lernen.

Für Elisabeth nicht erstaunlich. Sie weiß sehr genau, was sie kann. In der Schule habe sie schon seit Jahren die Klasse angeführt. Besonders leicht fallen ihr die Naturwissenschaften und Mathematik. Deswegen muss sie jetzt raus aus der „normalen Schule“, wie sie sagt.

 Elisabeth: „Ich muss raus aus der ‚normalen Schule‘!“

Und rein ins Internat auf einem Hügel inmitten von Weinbergen, im Rheingau nahe der Kaderschmiede European Business School (EBS), gemeinsam mit rund 200 Schülern, die alle so schlau sind wie sie. Jeder, der hier ist, hat mindestens einen IQ von 130. Das wurde in einem Test ermittelt, der ganz am Anfang der Bewerbung stand. Natürlich wird hier der Konkurrenzdruck ungleich größer sein als auf ihrem Gymnasium zu Hause, formuliert Elisabeth gewählt. „Aber das macht mir nichts. Das ist nur positiv für mich. Die anderen werden einen guten Einfluss auf mich haben und mich zu weiteren Leistungen antreiben.“

“Raus – das bedeutet für Elisabeth auch raus aus ihrem sozialen Umfeld.”Raus – das bedeutet für Elisabeth auch raus aus ihrem sozialen Umfeld. Bis zu ihrer Bewerbung war sie zwei Jahre lang engagiert in der Jugendarbeit ihrer Kirchengemeinde. Ob ihr wenigstens der Abschied von der ehrenamtlichen Arbeit und den Kindern schwer falle? „Nein“, sagt Elisabeth, „mich erwarten ja ganz viele neue Herausforderungen.“

Das Engagement habe ihre Spaß gemacht und ihr vor allem etwas gebracht für das Leben. Immerhin habe ihre Leitertätigkeit ihr unter anderem zu dem Platz auf Hansenberg verholfen. Zwei Jahre Mitarbeit. Hochbegabt. Weg. Andere machen das jahrelang. Nein, das braucht sie jetzt nicht mehr. Es habe gereicht. Vielleicht schaut sie in den Ferien ab und zu mal vorbei. Aber das weiß sie noch nicht so genau. Sie muss schließlich viel leisten jetzt, erklärt Elisabeth.

Marie: „Meine Eltern sind auch enttäuscht!“

Marie hat es nicht geschafft. Sie ist vor drei Jahren beim IQ-Test auf Schloss Hansenberg durchgefallen. Sie wurde von ihrer Direktorin in Absprache mit dem Klassenlehrer nach der 9. Klasse für die Internatsschule vorgeschlagen. Begeistert sei sie damals gewesen. Man sieht der heute 19-Jährigen an, wie stolz sie war, als hochbegabt eingestuft worden zu sein.

Die Internatsschule habe beim „Tag der offenen Tür“ einen tollen Eindruck auf sie gemacht. Freunde und Jugendgruppenleiter hätten ihren Enthusiasmus eher skeptisch gesehen. „Aber die haben sich das ja auch nicht selber angeschaut!“ Dass es dann doch nicht geklappt hat, bedauert sie immer noch ein wenig. Und ihre Eltern täten das auch. Mit dem Abschluss von Hansenberg hätte sie viel bessere Chancen im Leben gehabt, als mit dem „normalen Abitur“, sagt Marie.

Marie ist früh gefördert worden. Alles, was sie während der Schulzeit und nach dem Abitur in ihrem sogenannten „Gap Year“ in Südamerika gemacht hat, war wohl durchdacht. „Wenn es schon nicht mit Hansenberg geklappt hat, dann muss ich mich ja irgendwie anders abheben“, erklärt sie.

Auch ihre Studienwahl ist exklusiv: Die Universität Freiburg hat einen neuen Studiengang eingeführt: „Liberal Arts and Science“. Marie hat sich beworben und ist unter mehreren hundert Bewerbern als eine von 80 ausgewählt worden. Endlich hat es geklappt! „Ich bin stolz zu einem kleinen Kreis zu gehören, der ein ganz besonders Studium genießen darf!“

Hanna: „Das ist nichts für mich!“

Hanna ist nicht traurig. Auch sie wurde vorgeschlagen, hat sich das Internat Hansenberg angeschaut und schon vor dem IQ-Test beschlossen: Das ist nichts für mich. „Die Schule ist komplett auf Naturwissenschaften ausgerichtet. Ich wollte dort gerne eine dritte Fremdsprache machen. Man hat mir gesagt, das ginge nicht.“ Das habe sie enttäuscht. Hochbegabt nur, wenn man Chemie, Bio und Physik kann? Dann sei sie doch lieber „normal begabt“, erklärt Hanna. Mittlerweile ist die 19-Jährige zufriedene Besitzerin des Abiturzeugnisses einer staatlichen Schule.

Neben dem Unterricht konnte sie sich in ihrem Stadtteil engagieren, hat sich mit Orgelspielen Geld dazu verdient und die meiste Zeit mit ihrem großen Hobby, dem Singen, verbracht. Der große Erfolg: Ab Oktober wird Hanna Gesang studieren. Da hat sie es ganz alleine hingeschafft. Mit Fleiß und Beharrlichkeit.

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Büroaffären: Aufregend, aber heikel http://www.karriere-einsichten.de/2014/09/bueroaffaeren-aufregend-aber-heikel/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/09/bueroaffaeren-aufregend-aber-heikel/#comments Sun, 14 Sep 2014 18:27:39 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6668 Jede dritte Affäre in Deutschland beginnt am Arbeitsplatz, so eine aktuelle Umfrage. Stimmt sie, finden viele heimliche Liebschaften zwischen Schreibtisch und Kopierer statt. Von wegen: Never fuck ... neue Einsichten gefällig?

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Jede dritte Affäre in Deutschland beginnt am Arbeitsplatz, so eine aktuelle Umfrage. Stimmt sie, finden viele heimliche Liebschaften zwischen Schreibtisch und Kopierer statt. Von wegen: Never fuck the factory…

34Prozent aller Seitensprünge bahnen sich während der Arbeitszeit an, das ist das Ergebnis einer Umfrage der Seitensprung-Fibel.de unter 1.224 Websitebesuchern. Das Büro ist demnach einer der Hotspots für amouröse Intermezzi. Jeder fünfte Seitenspringer geht laut Umfrage zwar mittlerweile online auf die Suche, aber dennoch gehört der Arbeitsplatz zu den wichtigsten Orten, um mögliche Affärenpartner kennenlernen.

Jeder Fünfte hat sich schon mal im Büro verliebt

So belegt auch eine Forsa-Studie im Auftrag des Online-Netzwerkes XING: Jeder fünfte deutsche Arbeitnehmer hat sich im Büro schon einmal verliebt.14 Prozent der Berufstätigen hatten schon mal eine Affäre im Büro, 28 Prozent der Männer und 12 Prozent der Frauen sind offen dafür.

Ein Viertel der Affären haben Weihnachtsfeiern oder Sommerfeste als Ausgangspunkt, jeweils 10 Prozent der Befragten gaben an, ihr erotisches Abenteuer habe in der Mittagspause oder an einem langen Büroabend begonnen. Das Büro als Liebesnest nutzen immerhin acht Prozent der Arbeitnehmer – sie hatten schon einmal Sex am Arbeitsplatz.

Liebe on the job

Der Beruf ist neben dem Freundes- und Bekanntenkreis der zweitwichtigste Ort des Kennenlernens für Liebesverhältnisse, sagt Wolfgang Krüger. »Zwangsläufig beginnen hier auch viele Seitensprünge«, erklärt der Berliner Psychotherapeut und Autor. Neu ist das Phänomen ihm zufolge keineswegs. »Das gab es schon immer, der Einzugsbereich der Liebe war früher sogar geringer als heute – heutzutage sind wir durch das Internet und die größere Mobilität flexibler.«

Das Büro funktioniert als Kontaktbörse – schließlich verbringen wir einen Großteil unserer Zeit bei der Arbeit. Soziologen beobachten zudem, dass der Job eine immer wichtigere Rolle spielt: Für viele Berufstätige ist er sozialer Lebensmittelpunkt, ihr Freundeskreis setzt sich ausschließlich aus Kollegen zusammen. Kein Wunder, dass sich darunter auch der ein oder andere potenzielle Affärenpartner findet.

Der Chef als Amor

Was in der Freizeit mitunter Seitensprünge verhindert, ist im Job kein Problem: der Zeitfaktor. Wer neben Beziehung, Familie und Arbeit ein amouröses Abenteuer pflegt, muss sich erstmal Zeit im Terminkalender freischaufeln.

Im Büro geht die Kontaktanbahnung automatisch, mitunter vom Chef angeordnet. Enge Zusammenarbeit, gemeinsame Mittagspausen oder ein gepflegtes Feierabendbier sind erwünscht zur Förderung eines guten Arbeitsklimas, Betriebsausflüge und Firmenfeste oft Pflichtveranstaltungen für Mitarbeiter – und günstige Gelegenheiten, um mit Kollegen auf Tuchfühlung zu gehen.

Stress und workflow fördern Liebe

Besonders kleine Arbeitsgruppen sorgen für Intimität und begünstigen Büroromanzen. Jobstress schweißt sogar zusammen: Wer etwa ein kniffliges Projekt unter großem Druck abwickelt, entwickelt manchmal euphorische Gefühle auch für beteiligte Kollegen. Hinzu kommt, dass man sich regelmäßig sieht und neben demselben Arbeitgeber auch andere Gemeinsamkeiten hat.

»Zum einen verbringt man im Büro viel Zeit miteinander, und teilt oft gemeinsame Interessen. Wenn wir zusammen um Projekte ringen, wenn uns ähnliche Themen interessieren, entsteht häufig eine vertraute Nähe«, sagt Krüger. Dann kann es auch brenzlig werden.

Was Affären im Büro gefährlich macht

Ein Flirt unter Kollegen erhöht vielleicht die Arbeitsmotivation. Zuviel allerdings kann dem Betriebsklima schaden und sich negativ auf die Arbeitsleistung auswirken. Das Begrüßungsküsschen an der Kaffeemaschine ist legitim, Sex im Konferenzraum aber tabu.

Wer allzu offen herumpoussiert, kann seine Liebschaft kaum geheim halten und muss Teamtratsch in Kauf nehmen. Überhaupt ist es schwer, eine Affäre wirklich vor Kollegen verborgen zu halten. Neid und Häme, neugierige Blicke und süffisante Bemerkungen sind da vorprogrammiert. Vor allem, wenn das ganze Team die Ehefrau kennt.

Nicht nur Moralwächter stört Liebesgeplänkel beim Arbeiten, auch verständnisvolle Kollegen können sich durch zügelloses Flirten irritiert fühlen – was für Unmut unter der Belegschaft sorgen und sogar arbeitsrechtliche Folgen haben kann.

Kündigung nach Kuscheln – darf der Chef Büroromanzen untersagen?

Ein Vorgesetzter darf sich in Beziehungen am Arbeitsplatz nicht grundsätzlich einmischen. Arbeitsrechtlich verboten sind Jobflirts und Büroromanzen nicht. Anti-Flirt-Klauseln im Arbeitsvertrag etwa verstoßen gegen das Allgemeine Persönlichkeitsrecht.

Wenn allerdings die Arbeitsleistung unter der Affäre leidet, kann der Chef eingreifen und sogar eine Abmahnung erteilen. Diese muss aber jobrelevante Argumente anführen, eine Affäre an sich reicht als Abmahngrund nicht.

Kommt es wegen einer Büroliebelei zu Komplikationen am Arbeitsplatz, kann der Arbeitgeber auch eine Veränderung des Arbeitsortes veranlassen. Das muss aber sinnvoll sein, die Zuweisung von Mehrarbeit oder die Versetzung in ein abgelegenes Büro, um das Liebesverhältnis zu unterbinden, sind nicht rechtens.

Heikel wird es bei Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen. Hier gilt das gesetzlich verankerte Gleichheitsgebot: Ein Vorgesetzter muss alle Angestellten gleich behandeln, bevorzugt er seine Geliebte, kann das arbeitsrechtliche Folgen haben. In welcher Form ist allerdings vom Einzelfall abhängig.

Guter Rat: Never fuck in the factory

79 Prozent aller deutschen Unternehmen tolerieren laut Umfrage des Magazins »Junge Karriere« Büroromanzen. Nur 21 Prozent befürchten, Leistung und Betriebsklima könnten darunter leiden. Aber zwei Drittel der Firmenchefs befürworten die Versetzung eines Partners, wenn durch eine Büroliebelei der Teamfrieden gestört wird.

Auswirkungen kann eine Jobaffäre immer haben, darum gilt etwa im prüden Amerika »no hanky-pank with the payroll« – kein Fummeln mit untergebenen Angestellten. Mehr als zehn Prozent aller Arbeitgeber untersagen laut »Wall Street Journal« im Anstellungsvertrag grundsätzlich eine »romance on the job«.

Auch wenn das in Deutschland nicht möglich ist, sollten sich verliebte Arbeitnehmer an gewisse Regeln halten. Das amerikanische Sprichwort »Never fuck in the factory« hat auch hierzulande Gültigkeit. Eine Liebesaffäre ist Privatsache – und sollte auch als solche behandelt werden.

Man solle unbedingt mögliche Folgen bedenken, rät Krüger. »Was mache ich, wenn es bei einer Affäre bleibt und es dann stressig wird, wenn ich mich trennen will? Kann ich dann der Kollegin aus dem Weg gehen oder muss ich mit ihr zusammenarbeiten? Wäre ich notfalls bereit, mich versetzen zu lassen oder zu kündigen? Ich muss mich also fragen: Was ist mir wichtiger – der Arbeitsplatz oder die Liebe?«

»So schön ein Techtelmechtel am Arbeitsplatz auch sein mag, oft wird es irgendwann kompliziert – etwa, wenn sich einer doch verliebt und entweder auf eine Partnerschaft hofft oder den Seitensprung beenden will«, erläutert Krüger. »Kränkungen und Enttäuschungen sind dann vorprogrammiert. Und das ist immer dann schwierig, wenn man sich weiterhin sieht und zusammenarbeiten muss.«

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Umfrage: Jobs für bessere Welt gesucht http://www.karriere-einsichten.de/2014/09/umfrage-jobs-fuer-bessere-welt-gesucht/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/09/umfrage-jobs-fuer-bessere-welt-gesucht/#comments Fri, 12 Sep 2014 18:43:57 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6674 Arbeitnehmer möchten in Unternehmen arbeiten, die ökologisch produzieren als auch sozial verantwortlich handeln. Karriere um jeden Preis? Nur jeder dritte denkt noch darüber nach, der Rest sucht ... neue Einsichten gefällig?

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Arbeitnehmer möchten in Unternehmen arbeiten, die ökologisch produzieren als auch sozial verantwortlich handeln. Karriere um jeden Preis? Nur jeder dritte denkt noch darüber nach, der Rest sucht Jobs welche die Welt verändern – und zwar zum Guten…

68Prozent stimmten der Aussage „mir ist es elementar wichtig, dass die Produkte meines Arbeitgebers nachhaltig produziert werden und mein Unternehmen konsequent nachhaltig wirtschaftet“ zu. Wenn sie sich sozial einsetzen können, schauen zudem 47 Prozent nicht oder kaum auf die Uhr. Der Wunsch der Arbeitnehmer steht im starken Gegensatz zum Verhalten der Arbeitgeber und zur Realität in der Arbeitswelt.

Robert Haßler, CEO der oekom Research AG, schreibt im Vorwort des oekom Corporate Responsibility Reports 2014: „Auch wenn der 300. Geburtstag der Nachhaltigkeit – 1713 hatte Hans Carl von Carlowitz den Gedanken der Nachhaltigkeit erstmals für die Forstwirtschaft formuliert – publizistisch umfassend begleitet wurde, blieb das Thema im vergangenen Jahr auf der politischen und wirtschaftlichen Ebene eher wenig beachtet.“

Der Anteil verantwortlich handelnder Unternehmen sei mit 0,1 Prozent kaum gestiegen, schreibt oekom. „Gestiegen ist allerdings auch der Anteil der Unternehmen, die eine schlechte Nachhaltigkeitsleistung zeigen. Er liegt aktuell bei 53,1% nach 52,3% im Jahr 2012.“

Soziales Engagement für Arbeitgber (noch) keine Prio A

Warum klaffen Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinander? „Das gesellschaftliche Klima unterscheidet sich von den gesellschaftlichen Gegebenheiten und der Arbeitswirklichkeit“, interpretiert die Karriereberaterin Svenja Hofert. „Während Arbeitnehmer soziales und nachhaltiges Engagement zunehmend positiv bewerten, hat dieses für Arbeitgeber kaum eine Priorität.“

Es sei deutlich spürbar, dass Menschen immer stärker nach einer Arbeit suchen, die sinnvoll ist. Viele wollten bei Unternehmen arbeiten, die die Welt besser machen, etwa in einem Social Startup oder einem NGO. „Zunehmend höre ich den Namen Ashoka, wenn von Traumarbeitgebern die Rede ist“, sagt Hofert. Dieser Trend sei in der jüngeren Generation, der so genannten Generation Y, wesentlich stärker als in der älteren.

Die Karriere um jeden Preis gebe es zwar immer noch, doch gebe es mehr und mehr Aussteiger. Eine Ursache dafür sieht Hofert darin, dass die Ungleichverteilung in der Welt immer deutlicher werde und der eigene bevorzugte Status, in einem reichen Land zu leben, damit bewusster.

Ein weiterer Grund liege in der Tatsache, dass Menschen eine sinnvolle Arbeit suchten und nicht mehr nur am reinen Broterwerb interessiert seien. Die Umfrage führte das Internetportal Worklifestyle.net durch.

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Vertrauensarbeitsplatz: Home Office für alle! http://www.karriere-einsichten.de/2014/09/vertrauensarbeitsplatz-home-office-fuer-alle/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/09/vertrauensarbeitsplatz-home-office-fuer-alle/#comments Tue, 02 Sep 2014 20:47:53 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6689 Microsoft ist nicht das erste Unternehmen, dass sich in Deutschland für eine flexible Arbeitsplatzentscheidung seiner Mitarbeiter einsetzt, aber eines der ersten Konzerne. Eine neue Betriebsvereinbarung ergänzt das Prinzip der ... neue Einsichten gefällig?

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Microsoft ist nicht das erste Unternehmen, dass sich in Deutschland für eine flexible Arbeitsplatzentscheidung seiner Mitarbeiter einsetzt, aber eines der ersten Konzerne. Eine neue Betriebsvereinbarung ergänzt das Prinzip der „Vertrauensarbeitszeit“. Das Management will so Innovation fördern und (endlich) auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Mitarbeiter reagieren…

Egal ob im Büro, beim Kunden, im Home Office oder im Café – Microsoft Deutschland legt die Entscheidung über den Arbeitsort in die Hände seiner Mitarbeiter. Mit der „Gesamtbetriebsvereinbarung zum Arbeitsort“ kann jeder Mitarbeiter frei entscheiden an welchem Ort er arbeitet. Mit dieser Betriebsvereinbarung und dem ‚Vertrauensarbeitsort‘ schafft die Firma einen verbindlichen Rahmen, den eigenen Arbeitsplatz zu definieren. Das schaffe Klarheit für alle Mitarbeiter und Führungskräfte, erklärt Andreas Pagel, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Microsoft Deutschland.

„Anwesenheit sagt nichts über die Qualität der Leistung von Mitarbeitern aus, sondern liefert häufig sogar ein falsches Bild“, ergänzt Dr. Elke Frank, Senior Director Human Resources und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland. „Der ‚Vertrauensarbeitsort‘ ergänzt die seit 1998 bestehende Betriebsvereinbarung zur ‚Vertrauensarbeitszeit‘ und bietet unseren Mitarbeitern nicht nur den größtmöglichen Freiraum für die persönliche Arbeitsplatz-Gestaltung, sondern liefert nun auch den rechtlichen Rahmen.”

Eigentlich selbstverständlich: Mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur

Flexibles Arbeiten gehört bei Microsoft längst zum Alltag und wird von rund 90 Prozent der Mitarbeiter genutzt. Dabei sind die Modelle durchaus unterschiedlich, denn jeder Mitarbeiter entscheidet selbst wo und wann er arbeitet. Moderne Technologien wie Cloud Services, Unified Communications Software und Social Business Tools ermöglichen dabei nicht nur den Zugriff auf alle Unterlagen, sondern erleichtern auch die Kommunikation mit den Kollegen. Eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. „Das Vertrauen in unsere Mitarbeiter steht über allem“, so Elke Frank.

“Damit das persönliche Miteinander nicht zu kurz kommt, gibt es dennoch klare Regeln für die Präsenzpflicht.”Damit das persönliche Miteinander nicht zu kurz kommt, gibt es dennoch klare Regeln für die Präsenzpflicht bei Teammeetings und Mitarbeitergesprächen. Coachings von Führungskräften und Mitarbeitern helfen beim Übergang und klären offene Fragen: Wie kommuniziere ich aus dem Home Office heraus mit meinen Kollegen? Was muss ich als Führungskraft beachten? Wie wird meine Leistung wahrgenommen?

Gen Y konform: mehr Freiheiten, zufriedene(re) Mitarbeiter

Profitieren tun dabei beide Seiten. Nach einer Umfrage des Bürodienstleisters Regus sind drei Viertel der deutschen Firmen (76 Prozent) davon überzeugt, dass flexibles Arbeiten die Produktivität der Mitarbeiter steigert. In die gleiche Richtung gehen auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Demnach bringen Unternehmen, die auf flexible Arbeitsbedingungen setzen, im Schnitt 11 bis 14 Prozent mehr neue oder verbesserte Produkte auf den Markt als Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit einem starren Arbeitsplatzkonzept an der kurzen Leine halten.

Darüber hinaus besteht in Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel längst eine wirtschaftliche Notwendigkeit zum Umdenken von Unternehmen. Denn der ausgeprägte Wunsch nach mehr Flexibilität wird vor allem von den Mitarbeitern selbst ins Unternehmen getragen – nicht zuletzt durch die in den Arbeitsmarkt drängende Generation Y mit ihrem Streben nach mehr Freiheit und Selbstbestimmung.

So arbeiten laut einer Studie des Centre of Human Resources Information Systems bereits heute fast 86 Prozent aller Arbeitnehmer am liebsten in einem Unternehmen, das auf flexible Arbeitsmodelle setzt. Sie sehen darin vor allem eine Möglichkeit ihre persönlichen Interessen besser zu integrieren.

Microsoft setzt auf Grundlage seiner offenen Unternehmenskultur und flacher Hierarchien konsequent auf den Ausbau flexibler Arbeitsmodelle. Dafür wurde das Unternehmen 2014 bereits zum fünften Mal mit dem Titel „Deutschlands Beste(r) Arbeitgeber“ des Great Place zu Work Institute ausgezeichnet, das dafür die Mitarbeiter in den Unternehmen befragt. Hier eine Infografik:

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Fernstudium: Frustfrei durchs Kursprogramm http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/fernstudium-frustfrei-durchs-kursprogramm/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/fernstudium-frustfrei-durchs-kursprogramm/#comments Fri, 29 Aug 2014 18:37:03 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6671 In vielen Branchen gehört das Studium zu den wichtigesten Schritten auf deiner Karriereleiter, ob online oder klassisch im Hörsaal, via Apps oder Aktenordner. Dazu brauchst du ein gutes Zeitmanagement, Motivation und ... neue Einsichten gefällig?

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In vielen Branchen gehört das Studium zu den wichtigesten Schritten auf deiner Karriereleiter, ob online oder klassisch im Hörsaal, via Apps oder Aktenordner. Dazu brauchst du ein gutes Zeitmanagement, Motivation und vieles mehr. Fünf Tipps die dich weiterbringen…

Mittlerweile lässt sich das Pauken an der Uni mit mehr unterschiedlichen Lebenssituationen vereinbaren, als das früher der Fall war. Die Technik macht’s möglich. Daher sehen sich immer mehr Menschen nach der Möglichkeit eines Fernstudiums um. Die aktuellen Zahlen des Fachverbands Forum DistancE-Learning belegen den Trend.

Die Fernunterrichtsstatistik für das Jahr 2012 verbucht über 411.000 Fernlerner, das entspricht einer Zunahme von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Knapp 150.000 Fernschüler absolvieren ein Fernstudium, der Rest bildet sich im sub-akademischen Bereich weiter.

Vor allem die Themensegmente Wirtschaft sowie kaufmännische Praxis rangieren mit gut 28 Prozent ganz oben auf der Beleibtheitsskala der Fernlerner. Außerdem populär zeigten sich schulische Fernlehrgänge, die 16 Prozent der Fernschüler belegten. Weitere 14 Prozent der Distance-Lernenden entfallen auf technische und betriebswirtschaftliche Fernstudiengänge sowie auf die Qualifizierung zum Übersetzer.

Zwar gibt es Unterschiede bei den Präferenzen zwischen Frauen und Männern, über alle Fächer hinweg ist das Verhältnis doch recht ausgeglichen. Im akademischen Fernstudium finden sich 45 Prozent Studentinnen, entsprechend sind 55 Prozent männliche Fernlerner.

Neuauflage vom “fliegenden Klassenzimmer”

Die steigende Beliebtheit des Fernstudiums ist nicht zuletzt einem bundesweiten Aktionstag geschuldet, dem Fernstudientag. 2015 findet der Aktionstag bereits zum zehnten Mal in Deutschland statt. Dabei bieten viele Universitäten, Institute und Fernhochschulen spannende und informative Einblicke in den Alltag des Distance-Learnings.

Dank des Online-Angebots aus virtuellen Klassenzimmern, Chats, Aktionen auf Lernplattformen und in Online-Konferenzen lassen sich ganz einfach und unverbindlich viele handfeste Informationen rund um das flexible Lernen von zu Hause aus erfahren. Der Aktionstag versucht bewusst ein breites Publikum anzusprechen. Denn nicht nur frische Schulabgänger sind unter den Fernlernern, die Unter-26-Jährigen machen nur rund 22 Prozent aus. Die große Mehrheit ist zwischen 26 und 40 Jahre alt. Weitere 25 Prozent aller Fernlerner sind über 40 Jahre alt.

Damit liegt der Altersdurchschnitt beim Fernstudium höher als an traditionellen Hochschulen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil viele Berufstätige, die sich neben dem Job weiter qualifizieren möchten, die bequeme Möglichkeit des Fernstudiums nutzen. Das Fernstudium scheint einfach perfekt in die heutige Zeit zu passen.

Flexibel, zu jeder Tages- und Nachtzeit lassen sich die Lektionen bequem online abrufen und in den heimischen vier Wänden im eigenen Tempo durchgehen. Schließlich wissen Pädagogen schon lange, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt, die nicht alle im rigiden Unisystem gleich gut klar kommen.

Soft-Skill-Setup: Selbstdisziplin & Co

Wer ein Fernstudium schafft, der beweist durchaus schätzenswerte Qualitäten. Personaler loben die Selbstdisziplin, die ein erfolgreicher Fernlerner ohne Zweifel mitbringen muss. Weitere große Pluspunkte beim Einstellungsgespräche sind die Erfahrung bezüglich des eigenen Zeitmanagements und die Fähigkeit zur Eigenmotivation, die Studenten im Fernstudium erlernt haben sollten. Wer dem Chef zeigt, dass der Abschluss in Eigenregie gut von der Hand ging, ist dem Job, oder der Beförderung, ein gutes Stück näher gekommen.

Keine Frage, so ein Uniabschluss kann die Karriere auf ein ganz anderes Level hoch katapultieren. Doch das Lernen im Fernstudium läuft anders als an einer Präsenzhochschule. Dabei sind folgende Dinge entscheidend.

Zeitmanagement – Wer auf das Fernstudium setzt hat häufig noch andere Verpflichtungen. Vollzeitjob, Familie, Kinder oder zeitraubendes Hobby – Das Fernstudium ganz nebenbei zu absolvieren ist gar nicht so leicht. Viele unterschätzen den zeitlichen Lernaufwand, denn neben den Hausaufgaben gibt es jede Menge Lesestoff. Effektives Zeitmanagement von Anfang an wird zur Notwendigkeit, um nicht schon anfangs in Hinken zu kommen und allen Verpflichtungen fair gerecht zu werden. Fernlerner sollten sich bewusst das erste Semester als Lektion in Sachen Zeitmanagement vornehmen und ihre eignen Zeitmanagementfähigkeiten analysieren.

Sollte in den ersten sechs Monaten klar werden, dass Prokrastination kein Problem ist, umso besser. Falls die “Aufschieberitis” aber zum dauerhaften Phänomen wird, gibt es Handlungsbedarf. Im ersten Semester ist genau der richtige Zeitpunkt dafür, damit der Rest des Studiums nach Plan verläuft. Dazu gehört es auch einen realistischen Plan aufzustellen. Vor allem Berufstätige neigen dazu den Stundenplan zu voll zu stopfen und unterschätzen wie anstrengend das Lernen nach Feierabend tatsächlich ist.“Berufstätige neigen dazu den Stundenplan zu voll zu stopfen und unterschätzen wie anstrengend das Lernen nach Feierabend tatsächlich ist.”

Motivation – Am Anfang ist die Motivation selten ein Problem. Je länger das Studium jedoch dauert, desto häufiger schleichen sich die quälenden Fragen nach dem “Warum” ein. Von solchen Momenten der Schwäche sollte man sich jedoch nicht runterkriegen lassen. Selbst die stärkten Athleten müssen den eigenen Schweinehund immer wieder überwinden, um siegreich aus dem Wettkampf zu gehen.

Für Fernlerner gilt deshalb: Immer das Ziel im Auge behalten! Der Preis ist der Universitätsabschluss, der viele weitere Türen im Leben öffnen wird können. Pausen und Belohnungen machen den Weg dorthin einfacher. Das können genauso kleine wie große Genüsse sein, diese sollten aber bewusst genossen werden. So tankt man Kraft und Energie für die nächste Lerneinheit.

Videokonferenzen: Emotion trifft Information

Isolation – Die eigenen vier Wände sind zwar gemütlich, beim Lernen ist der aktive Austausch aber durchaus wichtig. Viele Fernhochschulen fördern deshalb den direkten Austausch zwischen den Kommilitonen, zum Beispiel via Skype. So können Hausaufgaben gemeinsam gelöst, schwierige Aufgaben nochmal durchgesprochen oder kontroverse Themen kräftig diskutiert werden. Wer wenig Kontakt zu den weit verstreuten Kommilitonen hat, weil er zum Beispiel aus dem Ausland am Fernstudium teilnimmt, sucht sich lokal Gleichgesinnte und bildet eine Lerngruppe.

Gemeinsames Lernen in der Bibliothek oder im Café kann sehr produktiv sein. Selbst wenn die anderen in der Lerngruppe nicht im gleichen Studiengang sind, so können sie doch die Situation nachvollziehen und gegeben falls Feedback und Support geben. In der Gruppe fällt das Lernen vielen Menschen leichter, selbst wenn jeder still für sich lernt. Die Anwesenheit der anderen Gruppenmitglieder ist eine Art von Motivation.

Finde deine Lernoase!

Ablenkungen und Zeiträuber – Zuhause gibt es immer was zu tun. Sei es der Abwasch, der sich im Spülbecken türmt, die E-Mails oder das Fernsehprogramm. Studenten an Präsenzhochschulen genießen den Frontalunterricht, Fernlerner haben dagegen mit jeder Menge Ablenkungen zu kämpfen. Deshalb ist es wichtig bewusst alle Ablenkungen auszuschalten.

Eine angenehme Lernumgebung ist wichtig, dazu kann auch für den einen oder anderen Fernlerner leise Musik gehören. Der Fernseher sollte aber aus bleiben, denn die schnellen Bewegungen lenken zu stark vom Lernstoff ab. Am besten wird auch das Mobiltelefon für die Lerneinheit auf stumm gestellt. Konzentriertes Lernen klappt so einfacher.

Ortswechsel – Auf der Couch ist es zwar bequem, aber das aufrechte Sitzen ist für die Gedächtnisleistung viel förderlicher. Zu Hause neigen wir dazu uns ein wenig gehen zu lassen und das ist gar nicht gut für die Noten. Ortswechsel können wahrlich Wunder bewirken. Ein Café, die Bibliothek oder ein anderer öffentlicher Ort könnte zum optimalen Lernort werden.

Anmerkung der Redaktion: Ab und zu veröffentlichen wir in unserem Magazin sogenannte “Sponsored Posts“, so auch diesen Beitrag. Als solche entsprechend gekennzeichnet, bekommen wir dafür eine Aufwandspauschale. Statt weitere Displaywerbung zu schalten, refinanzieren wir unsere Server und Seiten lieber über Newsinhalte, die Werbekunden wie Lesern etwas “bringen”. Mehr dazu in unseren Mediadaten

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Jugendarbeitslosigkeit: Wirtschaftsboom, was? http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/httpwww-karriere-einsichten-de201408jugendarbeitslosigkeit-wirtschaftsboom-was/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/httpwww-karriere-einsichten-de201408jugendarbeitslosigkeit-wirtschaftsboom-was/#comments Mon, 25 Aug 2014 18:48:58 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6676 Die Wirtschaft brummt, fast jeder in Deutschland hat einen (mehr oder weniger gut bezahlten) Job. Wirtschaftsboom und Vollbeschäftigung in Deutschland findet eine Reihe von Jugendlichen weder Arbeit ... neue Einsichten gefällig?

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Die Wirtschaft brummt, fast jeder in Deutschland hat einen (mehr oder weniger gut bezahlten) Job. Wirtschaftsboom und Vollbeschäftigung in Deutschland findet eine Reihe von Jugendlichen weder Arbeit noch Ausbildung. Michael Jungblut nimmt diesen Widerspruch unter die Lupe…

Hunderttausend junge Menschen verlassen jedes Jahr die Schule, deren Chance gering ist, sich einen besseren Platz im Leben zu erarbeiten als ihre Eltern. „Eine Aufsteigergesellschaft sieht anders aus“, so Jungblut. „Das deutsche Schul- und Bildungssystem produziert zu viele Versager“, ist eine von Jungbluts Kernthesen. Obwohl schon jetzt der Mangel an Fachkräften in vielen Branchen spürbar ist, so der Autor, verlassen immer noch sechs Prozent der Hauptschüler die Schule ohne Abschluss.

Dies bedeute, dass jedes Jahr die Schulzeit für 50.000 Jungen und Mädchen mit einer Niederlage ende. Dies setze sich im Berufsleben fort. Aktuell sind im Jahr 2014 laut des Sozialministeriums in Deutschland etwa 200.000 Jugendliche ohne Job. Wie kleine Firmen gemeinsam 500 Ausbildungsplätze in Deutschland schaffen Jungblut will aber nicht bei der Kritik stehen bleiben, sondern Lösungswege zeigen.

Dabei stützt er sich auf die Erfahrung, die er mit einer Vielzahl von sehr unterschiedlichen Projekten sammeln konnte. Er ist seit zehn Jahren Jury-Mitglied beim Deichmann-Förderpreis für Integration. Der mit 100.000 € dotierte Preis zeichnet herausragende Projekte aus, die sich für benachteiligte Jugendliche engagieren. In seinem Buch beschreibt Jungblut viele der Preisträger-Konzepte.

Zu wenig (qualifizierte) Auszubildende

Einige stellt er als Leuchtturmprojekte vor und blickt dort intensiver hinter die Kulissen und beschreibt, wie durch stärkere Kooperation zwischen Wirtschaft, Schule und öffentlichen Einrichtungen auch scheinbar hoffnungslose Fälle den Sprung ins Berufsleben schaffen.

Nicht die Lösung aller Probleme, aber kompakt zusammengefasst...

Nicht die Lösung aller Probleme, aber kompakt zusammengefasst…

Ein solches Beispiel ist der Ausbildungsring Ausländischer Unternehmer (AAU) in Nürnberg mit seinem Geschäftsführer Rainer Aliochin. Die Organisation koordiniert und unterstützt die Ausbildung in vielen kleinen Betrieben, bei denen die Inhaber selbst einen Migrationshintergrund haben und aufgrund ihrer Betriebsgröße keine komplette Ausbildung von Jugendlichen übernehmen können.

Durch eine Verbundlösung werden hier Ausbildungsplätze geschaffen, die es sonst nicht gäbe. Der AAU koordiniert alle überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen, bietet Nachhilfe an, wenn bei den Jugendlichen Defizite festgestellt werden und hilft bei der Vorbereitung auf die Prüfungen der Auszubildenden. Der AAU bietet inzwischen 31 Lehrberufe und arbeitet mit 130 Unternehmen aus der Region zusammen. Bis Mitte 2014 haben bereits über 500 Jugendliche aus vierzig Nationen ihre Berufsausbildung beim AAU begonnen und auch erfolgreich abgeschlossen.

Ein Beispiel für Jugendarbeitslosigkeit von vielen ist die Erfahrung einer jungen Spanierin, die aufgrund der Wirtschaftskrise in ihrem Land eine Perspektive in Deutschland suchte. Sie absolviert direkt beim AAU eine kaufmännische Ausbildung und lernte die deutsche Sprache innerhalb eines halben Jahres. Inzwischen fühlt sie sich sehr wohl in Deutschland und engagiert sich in ihrem neuen Beruf. „Nur das Wetter könnte besser sein“, sagt sie lächelnd.

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Generation Y: Zeit zum Leben, unser neues Statussymbol http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/generation-y-zeit-zum-leben-unser-neues-statussymbol/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/generation-y-zeit-zum-leben-unser-neues-statussymbol/#comments Wed, 20 Aug 2014 19:07:58 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6682 Wir sind fleissig, wollen aber auch nicht leben, um “nur” zu arbeiten. Wir wollen arbeiten UND leben, so die zentrale Forderung der Gen Y, nach 1980 geboren, mit ... neue Einsichten gefällig?

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Wir sind fleissig, wollen aber auch nicht leben, um “nur” zu arbeiten. Wir wollen arbeiten UND leben, so die zentrale Forderung der Gen Y, nach 1980 geboren, mit Social Media aufgewachsen, vernetzt, bestens gebildet, meist mit Abitur. Kerstin Bund, Anfang 30 hat ein Y-Generationen-Buch geschrieben…

Meine Generation hat gesehen, was herauskommt, wenn der Beruf das Privatleben dominiert: abwesende Väter, Scheidungen, ein Herzinfarkt mit 50. Das hat uns abgeschreckt. Wir leiden an einem »Hilfe, mein Vater ist Workaholic«-Syndrom. Wir sind überzeugt davon, dass sich Arbeit, Familie und Freizeit auch anders organisieren lassen, als es unsere Eltern getan haben. Wir wollen nicht leben, um zu arbeiten, wir wollen arbeiten und leben. Wir sind Vereinbarer, die alles möchten, und am liebsten alles auf einmal: Beruf plus Freude plus Sinn.

Karriere und Familie – und zwar für beide Partner. Eines steht für meine Generation fest: Auf Familie wollen wir wegen des Jobs nicht verzichten. In der letzten Shell-Jugendstudie gaben 76 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, dass man eine Familie braucht, um wirklich glücklich zu leben. Ein Wert, der in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. 69 Prozent möchten selbst einmal eine Familie gründen.

Und bei der Frage, was sie unter Wohlstand verstehen, denken mehr junge Menschen in Deutschland an »Familie haben« als an »Geld für einen längeren Urlaub«. In einer Welt, die von Unsicherheit geprägt ist, wird die Familie ein Ort der Sicherheit. Sie bietet Beständigkeit in einer sich schnell wandelnden Welt. Wenn es um Familie geht, sind wir Traditionalisten, konservativer noch als unsere Eltern.

“Sanfte Karriere” wegen verlängerter Lebensarbeitszeit

Meine Generation will Familie, Beruf und Freizeit besser vereinbaren als unsere Eltern. Das führt dazu, dass wir dem Job nicht mehr alles unterordnen. Wir wollen nicht arbeiten, bis wir umfallen. Wir haushalten mit unseren Kräften. Denn wir wissen, dass wir in der Arbeitswelt noch sehr lange durchhalten müssen.

Die Regierung hat alles getan, um unsere Lebensarbeitszeit zu verlängern. Unsere Schulzeit wurde um ein Jahr verkürzt, unsere Studiengänge wurden gestrafft, Wehr- und Zivildienst gestrichen, das Rentenalter wurde um zwei Jahre angehoben – alles, um dafür zu sorgen, dass wir schneller auf den Arbeitsmarkt kommen und länger in die Steuer- und Sozialkassen einzahlen.

Meine Generation weiß, dass sie noch 40 Jahre oder länger im Job überstehen muss. Deshalb streben wir nach »sanften Karrieren«. Wir wollen nicht 40 Jahre lang am Anschlag arbeiten und dann ausgebrannt in Kur fahren müssen. Gewiss, wir stellen dem Job auch mal ein paar Jahre alles hintan, aber dann muss es auch wieder Zeiten geben, in denen wir uns mehr aufs Private konzentrieren – wenn wir eine Familie gründen oder uns um einen kranken Angehörigen kümmern.

Unsere Karrieren gleiten in Wellen dahin: Auf Phasen, in denen wir uns voll auf den Beruf konzentrieren, folgen Phasen, in denen wir andere Schwerpunkte setzen. Manchmal fahren wir auch weg, sehr weit weg. Auf meinen Reisen durch Zentralamerika und Asien habe ich viele junge Leute getroffen, die gerade eine Auszeit nahmen.

Es waren keine Aussteiger, die arbeitsflüchtig durch die Länder dieser Welt streiften. Im Gegenteil: Es waren Menschen, die zu Hause anspruchsvolle Jobs hatten und beruflich erfolgreich waren. Da war der belesene US-Marineoffizier, der sechs Monate mit einem kleinen Rucksack um die Welt reiste, bevor er sein MBA-Studium an der noblen Harvard Business School aufnehmen wollte.

Die angehende Ärztin aus Schweden, die in einem guatemaltekischen Kinderkrankenhaus voluntierte, bevor sie zu Hause ihre Facharztprüfung ablegen würde. Der englische Programmierer, der in einem buddhistischen Kloster in Kambodscha Englisch unterrichtete, bevor er als Projektmanager zu einem IT-Konzern wechselte. Oder die Grafikerin aus München, die ihren Job gekündigt hatte und ein paar Wochen in einem Aschram meditierte, um herauszufinden, wie es beruflich für sie weitergehen sollte.

Mehr Auszeiten, neue Kraft und Orientierung

Meine Generation nutzt Auszeiten, um Kraft zu tanken und sich neu zu orientieren. Viele von uns folgen keinem Karriere-Masterplan. Wir möchten nicht erst am Ziel, sondern schon auf dem Weg dorthin glücklich sein. Viele unserer Väter wollten auf dem schnellsten Weg nach oben kommen. Am Gipfel waren sie dann häufig so erschöpft, dass sie die Aussicht nicht mehr genießen konnten. Das leuchtet meiner Generation nicht ein. Wir legen lieber unterwegs mal eine Verschnaufpause ein und genießen die Aussicht nicht erst am Gipfel. Vielleicht kommen wir später ans Ziel, aber wir fallen oben nicht um. Wir sind nicht bereit, jahrzehntelang zu buckeln, um dann festzustellen, dass wir all die Jahre nicht gelebt oder drei Burnouts hinter uns haben.

Wir wollen gesund bleiben. Wahr ist aber auch: Viele von uns wollen überhaupt nicht mehr ganz nach oben. Das spürt man vor allem dort, wo Hierarchien noch eine große Rolle spielen, zum Beispiel in den Anwaltsbüros. Früher fingen die besten Junganwälte in einer Großkanzlei an und arbeiteten auf den Partnerstatus hin – zehn, 15 Jahre lang. Dazu gehörte die Bereitschaft, sich aufzuopfern. Heute will längst nicht mehr jeder Einsteiger Partner werden. Man merkt es auch in den Krankenhäusern, wo viele junge Ärzte den Chefarztposten gar nicht erst anstreben; ja selbst an Schulen, wo es zunehmend schwierig wird, die Stelle des Rektors zu besetzen.

Neue Karriereziele: lieber Experte als Chef sein

Nein, wir müssen nicht unbedingt Chef werden. Viele von uns wollen es gar nicht, wie Studien belegen: Die Personalberatung Odgers Berndtson etwa hat herausgefunden, dass Manager, die 32 Jahre oder jünger sind, deutlich weniger gerne führen als ältere Managergenerationen. Und wenn sie führen, dann nicht um des Führens willen. Wichtiger sind ihnen die Arbeitsinhalte und die Möglichkeit, ihre persönlichen Stärken zu entfalten.

Ein Buch von/für die Gen Y: "Glück schlägt Geld"

Ein Buch von/für die Gen Y: “Glück schlägt Geld”

Woran das liegt? Ich glaube, dass es mehrere Gründe sind. Zum einen fragen wir – also die Gen Y – uns, warum wir für die vage Aussicht, in zehn Jahren vielleicht einmal Chef zu werden, jahrelang alles ertragen sollen? Dafür ist uns unser Leben zu schade. Außerdem haben viele von uns keine Lust auf die politischen Spielchen und taktischen Manöver, die in Führungsetagen häufig nötig sind, um nach oben zu kommen und sich an der Spitze zu halten. Wir wollen der Sache dienen, nicht der Macht.

Und schließlich ist man als Manager mit allem Möglichen beschäftigt, nur nicht mehr mit seinen ursprünglichen Aufgaben. Statt Fachdiskussionen führt man nun Gehaltsgespräche. Statt sich in eine Materie zu vertiefen, sitzt man in Meetings herum. Das sagt vielen in meiner Generation nicht zu. Je mehr sie sich reinhängen, je höher sie in der Hierarchie steigen, desto größer werden auch ihre Verantwortung, der Druck und der Preis, den sie für den Erfolg bezahlen.

Das ist wie bei einem Würstchen-Wettessen, bei dem der Preis, den es zu gewinnen gibt, noch mehr Würstchen sind. Deshalb streben viele junge Beschäftigte heute eine Fachlaufbahn an. Untergebene? Brauchen sie nicht. Sie wollen lieber selbstbestimmt arbeiten, an der Sache und am Ergebnis orientiert.

Freude und Sinn statt Macht und Status

Einige Unternehmen haben darauf bereits reagiert. Der Automobilzulieferer Bosch etwa bietet seit vielen Jahren eine Fachkarriere an – mit der gleichen inhaltlichen Weiterentwicklung und den gleiche Gehaltsstufen wie bei der Führungslaufbahn. Die Fachleute haben bei wichtigen Entscheidungen sogar ein Vetorecht. Auch bei Audi können Experten eine Topposition erreichen, ohne Führungsverantwortung zu übernehmen. Das Unternehmen hat dazu sogar eine umfassende Befragung gemacht.

Das Ergebnis: Nur 42 Prozent der Audi-Mitarbeiter, die 1980 oder später geboren sind, streben überhaupt noch eine Führungslaufbahn an, ebenfalls 42 Prozent wollen lieber eine Fachlaufbahn einschlagen, und 16 Prozent sehen sich später als Projektleiter. Meine Generation ist bereit, viel zu leisten, aber wir müssen nicht mehr die klassische Konzernkarriere machen. Sie erscheint uns zu starr, zu hierarchisch, zu sehr abhängig von interner Politik. Ein anerkannter Experte auf einem Gebiet zu sein ist vielen wichtiger, als ein Team von 50 Mitarbeitern zu führen.

Wir sind anders motiviert als unsere Eltern. Harte Prinzipien wie Gehalt, Macht und Status treiben uns viel weniger an als die Aussicht auf eine Arbeit, die Freude macht und einen Sinn stiftet. Der Job ist für uns mehr als ein Job, er ist Ausdruck der eigenen Identität, eine Form von Selbstverwirklichung. Geld ist uns wichtig, aber Geld ist nicht alles. Wenn man meine Generation fragt, ob wir mehr Geld oder mehr Zeit wollen, sagen wir meistens: mehr Zeit. Herr über seine Zeit zu sein – das ist unser Statussymbol.

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Arbeitszufriedenheit: Jeder Dritte “richtig glücklich” http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/arbeitszufriedenheit-jeder-dritte-richtig-gluecklich/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/arbeitszufriedenheit-jeder-dritte-richtig-gluecklich/#comments Wed, 20 Aug 2014 18:57:18 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6680 Glaubt man einer einer aktuellen Umfrage mögen drei Viertel der Deutschen ihren Job. Nur sieben Prozent haben überhaupt keinen Spaß daran. Stärkster Motor für die Motivation: Berufliche Herausforderungen, aber – ... neue Einsichten gefällig?

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Glaubt man einer einer aktuellen Umfrage mögen drei Viertel der Deutschen ihren Job. Nur sieben Prozent haben überhaupt keinen Spaß daran. Stärkster Motor für die Motivation: Berufliche Herausforderungen, aber – natürlich – auch die vielen Kontakte am Arbeitsplatz, die wir in dieser Form zu Hause oder im Verein nicht jeden Tag haben. Die Details…

75 Prozent der deutschen Arbeitnehmer macht der aktuelle Job Spaß. Jeder Dritte ist sogar richtig glücklich damit. Was die Berufstätigen am meisten motiviert? Vor allem lieben sie es, Herausforderungen zu meistern, um auf ihr Arbeitsergebnis stolz sein zu können. Das gilt besonders für Arbeitnehmer ab 55 Jahren. Zudem fördern ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag, die Aussicht auf Gehaltssteigerung und eine gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeit das Wohlbefinden. Frauen genießen öfter als Männer den Kontakt und Austausch mit Kollegen und Kunden. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Umfrage “Beruf und Karriere 2014″ der CreditPlus Bank AG.

Mit dem Job ist es scheinbar so wie mit dem Wetter: Alle beschweren sich darüber, aber im Grunde sind sie zufrieden. Der großen Mehrheit (75 Prozent) macht ihre Arbeit täglich Freude – bei weiteren 18 ist es tagesformabhängig, fünf Prozent sind eher unzufrieden und nur zwei Prozent haben gar kein Vergnügen. Am motiviertesten sind die Berufseinsteiger: 37 Prozent der 25 bis 34-Jährigen geben an, uneingeschränkt großen Spaß im Job zu haben – im Vergleich zu einem
Drittel über alle Altersgruppen. Mit Beginn der Familienphase rücken offenbar wieder andere Dinge in den Vordergrund als der Traumjob, denn bei den 35- bis 44-Jährigen liegt der Anteil der “Jobliebhaber” nur noch bei einem Viertel.

Herausforderung: mehr als nur ein Karriere-Kick

Für 92 Prozent der Berufstätigen ist der Job mehr als nur reiner Gelderwerb. Um tagtäglich motiviert an die Arbeit zu gehen, brauchen sie keine stressfreie Tätigkeit, sondern suchen Herausforderungen: 27 Prozent der Bundesbürger macht es stolz, Ergebnisse zu produzieren und Schwierigkeiten zu meistern. Damit ist Zufriedenheit über die eigene Leistung das am häufigsten genannte Motiv für hohen Arbeitseinsatz. Auf Platz zwei landet die Abwechslung im Joballtag:
18 Prozent möchten im Beruf etwas erleben – neue Situationen und Menschen kennenlernen. 15 Prozent spornt der Gedanke an, mit Ehrgeiz im Job auch das Gehalt steigern zu können, und so einen höheren Lebensstandard zu genießen. 14 Prozent der Befragten wollen eine Tätigkeit ausüben, die sinnvoll für die Gesellschaft ist.

Frauen schätzen Teamarbeit

Ebenfalls unter den Top fünf der Anreize landet der soziale Kontakt zu den Arbeitskollegen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während für 14 Prozent der Frauen Teamarbeit und der Austausch mit Kollegen Motivationsgrund Nr. 1 sind, sind es bei den Männern nur 10 Prozent. Als reines Mittel zum Zweck des Gelderwerbs sehen jedoch weder Männer noch Frauen ihren Beruf: Gerade einmal acht Prozent sind dieser Meinung. Die überwältigende Mehrheit strebt nach einem Job, der sie glücklich macht.

Für vier von zehn Arbeitnehmern kommt ein “Karriere-Kredit” in Frage 42 Prozent der deutschen Arbeitnehmer würden zum Wohl der Karriere einen Kredit aufnehmen, vier Prozent weniger als im letzten Jahr. Am ehesten sind die Deutschen bereit, für die Gründung eines eigenen Unternehmens ein Darlehen in Anspruch zu nehmen.

Jeder Sechste kann sich das vorstellen – im Vorjahr waren es noch etwas mehr (18 Prozent). Dafür rückt die Finanzierung eines Auslandsjobs mehr in den Vordergrund: Einer von zehn Deutschen würde mit einem “Karriere-Kredit” die Kosten zum Leben und Arbeiten im Ausland decken, 2013 waren es nur acht Prozent. Ebenfalls zehn Prozent würden damit eine spezielle Aus- oder Weiterbildung finanzieren – dieser Wert ist fast gleich geblieben (2013: 11 Prozent).

Hintergrund:

An der repräsentativen Studie “Beruf und Karriere 2014″ der
CreditPlus Bank AG haben sich 1.006 Bundesbürger beteiligt. Die
Befragungen wurden im Juni 2014 durch das Marktforschungsinstitut
YouGov online durchgeführt.

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Arbeitsfetisch: Bist du (auch) nützlich? http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/arbeitsfetisch-bist-du-auch-nuetzlich/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/arbeitsfetisch-bist-du-auch-nuetzlich/#comments Sat, 16 Aug 2014 19:19:35 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6684 Keine Party ohne die bohrende Frage »Und, was machst du so?« Arbeit bestimmt unseren sozialen Stellenwert, so viel wie nie: Sag mir, was du arbeitest – und ich ... neue Einsichten gefällig?

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Keine Party ohne die bohrende Frage »Und, was machst du so?« Arbeit bestimmt unseren sozialen Stellenwert, so viel wie nie: Sag mir, was du arbeitest – und ich sag dir, wer du bist. So schaut’s aus in unserer Leistungsgesellschaft. Patrick Spät rechnet in seiner Streitschrift mit Marktgläubigen ab. Ein Auszug…

In der schönen neuen Arbeitswelt speist sich auch unser individuelles Selbstwertgefühl unmittelbar aus unserem Job, wir definieren uns zu einem ziemlich großen Teil über die Art und Weise, wie wir unsere Brötchen verdienen. Und weil dieses Schubladendenken auch im Umgang mit unseren Mitmenschen allzu praktisch ist, fragen wir sie immer gleich nach ihrer Arbeit.

Auf einer ebensolchen Party erzählte mir mal ein Syrer, der wegen des dortigen Bürgerkriegs als Flüchtling in Deutschland gestrandet war: »Es gibt kein Wort, das ich bei den Deutschen öfter höre als das Wort machen. Ihr macht ständig irgendwas … ihr macht belegte Brote, ihr macht eine Party, ihr macht Musik, ihr macht sogar eine Pause und Urlaub! Ruht ihr euch eigentlich auch mal wirklich aus?« Der Syrer lächelte verschmitzt. Er hatte natürlich recht: Machen, machen, machen. Wir sind pausenlos auf Draht und – machen irgendwas.

Lohnarbeit, Gartenarbeit, Beziehungsarbeit, Blowjob – alles ist zur Arbeit geworden. Wir arbeiten an unserem Körper, an unserer Lebensweise und an unserem Liebesglück. Die Arbeit ist das Lebenselixier des modernen Menschen, ein Fetisch, mit dem wir uns lustvoll selbst geißeln. Von Kindesbeinen an wachsen wir mit dem Imperativ auf, »etwas aus uns zu machen«. Dieser Befehl dröhnt ständig in unseren Ohren, mit jedem Vorhaben, das wir aushecken. Und erst recht mit jedem Vorhaben, das wir ausschlagen.

Wir sollen also »etwas aus uns machen«. Ja, sind wir denn nicht schon etwas? Menschen zum Beispiel? Die Arbeit ist heute der unangefochtene Maßstab, mit dem wir unser Gegenüber bewerten. »Martha Musterfrau, 38, Rechtsanwältin«, »Max Mustermann, 56, Lagerist« – keine Talkshow, keine TV-Doku, bei der hinter dem Namen einer Person nicht direkt auch ihr Beruf erwähnt wird. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Apropos: Sogar auf den Grabsteinen eines Wiener Friedhofs las ich Sätze wie »Hier ruht Maximilian Bradow, Schlossermeister«. Herr, erlöse uns von der Arbeit!

Diese Wehklage zu äußern, ist riskant, denn eine Kritik an der Arbeit ist ein gesellschaftliches Tabu: Es gilt als anrüchig, den Sinn von offensichtlich sinnfreien Jobs infrage zu stellen, über gesundheitsschädliche Arbeit zu motzen oder ganz einfach die Faulheit zu glorifizieren. Wer offen sagt, dass er keinen Bock hat zu arbeiten und dass mitnichten jede Arbeit besser ist als keine Arbeit, der steht im Generalverdacht, zu verlottern und andere dazu anzustiften, es gleichzutun – mit dem Endergebnis, dass die ganze fleißige Gesellschaft in den Abgrund stürzt.

Mantra unserer Zeit: Ich arbeite, also bin ich

Wie konnte es dazu kommen? Wie steht es tatsächlich um unsere Arbeitsgesellschaft? Was macht der Arbeitswahn mit uns? Und wie können wir uns von ihm befreien? Fragen über Fragen, deren Beantwortung dem Schreiber etwas – da haben wir sie wieder – Arbeit bereiten wird. Aber am Ende steht die Hoffnung, dass wir uns vom Arbeitsfetisch lösen. Dass wir endlich wie- der leben.

Wer kennt das nicht: Man sitzt mit Freunden bei einem Bier und plötzlich schießt einem durch den Kopf, was man arbeitsmäßig noch alles erledigen muss – hier eine E-Mail, da ein Auftrag oder Projektbericht, dort ein zu reparierendes Auto. Die Laune ist getrübt. Kaum bei der Arbeit angekommen, sehnt man sich nach dem Feierabend. Oder träumt von Ferien, Ruhe, vielleicht auch von weißen Sandstränden. Und was, wenn die Träume in Erfüllung gingen? Die Gedanken wären sicherlich schon bald wieder bei der Arbeit. Ein verfluchter Teufelskreis.

Der Arbeitswahn hat sich, bewusst oder unbewusst, tief in unsere Köpfe eingenistet – und verfolgt uns noch im Schlaf: Das häufigste Thema in den Träumen der Deutschen ist ihre Arbeit (34 Prozent), es folgen Reisen (27 Prozent) und Verstorbene (22 Prozent). Und auf die hypothetische Frage, was man nach einer Entlassung samt Abfindung für ein halbes Jahr machen würde, antworten lediglich 8 Prozent: meinen Traum verfolgen, und 13 Prozent: Urlaub machen, aber 72 Prozent: mich gleich um eine neue Arbeitsstelle bewerben.

Friedrich Nietzsche beschrieb in seiner Fröhlichen Wissenschaft (1882) mit treffenden Worten, wie der Arbeitswahn des modernen Menschen die Muße zerstört: »Die atemlose Hast der Arbeit – das eigentliche Laster der neuen Welt – beginnt bereits durch Ansteckung das alte Europa wild zu machen und eine ganz wunderliche Geistlosigkeit darüber zu breiten. Man schämt sich jetzt schon der Ruhe; das lange Nachsinnen macht beinahe Gewissensbisse. Man denkt mit der Uhr in der Hand, wie man zu Mittag isst, das Auge auf das Börsenblatt gerichtet, – man lebt, wie einer, der fortwährend etwas ›versäumen könnte‹. […]

Erste-Welt-Probleme und das schlechte Gewissen

Die Arbeit bekommt immer mehr alles gute Gewissen auf ihre Seite: der Hang zur Freude nennt sich bereits ›Bedürfnis der Erholung‹ und fängt an, sich vor sich selber zu schämen. ›Man ist es seiner Gesundheit schuldig‹ – so redet man, wenn man auf einer Landpartie ertappt wird. Ja, es könnte bald so weit kommen, dass man einem Hange zur vita contemplativa (das heißt zum Spazierengehen mit Ge- danken und Freunden) nicht ohne Selbstverachtung und schlechtes Gewissen nachgäbe. – Nun! Ehedem war es umgekehrt: die Arbeit hatte das schlechte Gewissen auf sich. […] das ›Tun‹ selber war etwas Verächtliches.«3 Die Zeichen mehren sich.

Im September 2012 schaffte die spanische Regierung eine uralte Tradition des Nichtstuns ab: die Siesta zwischen 14 und 16 Uhr. Man darf heute kaum noch sagen, dass man auf der faulen Haut gelegen hat, dass man dem permanenten Druck entflohen ist und sich ent-spannt hat. Der Kommentar unserer ach so fleißigen Mitmenschen ist vorprogrammiert: »Na, du hast es ja gut, dir heute einen Lauen zu machen.« Hinter solch simplen Kommentaren verbirgt sich nichts anderes als die moralische Keule der Arbeitsideologie: Deshalb schämen sich viele fürs Nichtstun, und hetzen sich weit über das (überlebens)notwendige Maß. Das schlechte Gewissen nagt unerbittlich an denen, die über die Stränge schlagen und auch nur einen Hauch zu viel faulenzen.

Von Frankreich sagen die Deutschen gerne: Dort arbeite man, um zu leben – in Deutschland aber lebe man, um zu arbeiten. Auch wenn der Arbeitswahn die fran- zösischen Gemüter ebenso befallen hat wie die deutschen, steckt in dem Spruch doch ein Funken Wahrheit: Wenn ein Franzose mitteilt, er müsse nun zur Arbeit, erhält er als Antwort ein »Bon courage!«, was so viel heißt wie »Kopf hoch!« oder »Nur Mut!«. In Deutschland jedoch wünscht man »Frohes Schaffen!«, und wenn hierin eine Prise Ironie liegen sollte, muss man sie mit der Lupe suchen.

Patrick Spät nimmt unseren Arbeitsfetisch auf die Schippe…

Patrick Spät nimmt unseren Arbeitsfetisch auf die Schippe…

Die Arbeit steht im Zentrum unseres Lebens, es gibt kein Außerhalb der Arbeit, sie erfasst unseren Alltag, unser Leben. Unser Ich geht arbeiten, es ist zur »Ich-AG« mutiert. Wie wäre es mal mit dem Wagnis einer Ohne-mich-AG? Kaum auszudenken. Denn »wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen«, wie es bereits in der Bibel beim Apostel Paulus heißt (2 Thess 3,10).

Es gibt unzählige Regalmeter von Büchern, die den Zusammenhang zwischen den Ideologien der Arbeit und des Christentums untersuchen. Die Kurzfassung lautet: »Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen« (Gen 3,19). Mit diesen Worten werden im Alten Testament Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben. Arbeit ist zwar auch in der Antike und im Mittelalter mit Mühsal und Plage verbunden, aber sie ist schlichtweg eine menschliche Notwendigkeit und kollektive Bußtätigkeit:

Der Sündenfall brachte die Vertreibung aus dem Garten Eden und Verurteilung der Menschen zum Arbeitsdienst auf Erden. Die Zeit der mühelosen Labsal und Wonne war definitiv vorbei. Was vormals eine Buße der Menschheit gewesen war, wurde aber bald zu einem Gottesdienst des Individuums: Seit der Reformation – als Martin Luther 1517 seine Thesen ans Tor der Schlosskirche zu Wittenberg hämmerte – ging die Zahl der arbeitsfreien Feiertage von 156 auf 2 zurück. Während die Menschen im vermeintlich düsteren Mittelalter die Hälfte des Jahres die Füße hochlegten, gab es seit der Reformation nur noch den Sonntag sowie Ostern und Weihnachten als arbeitsfreie Tage, den Rest der Zeit wurde geschuftet.

Arbeit war schon in der Bibel ein heiliges Gut, seit Luther aber wurde sie zum gnadenlosen Gottesdienst. Vormals glaubten die Menschen, dass man mit jedem Beruf in der Ständegesellschaft selig werden könne. Es war schlichtweg sinnlos, sich übermäßig abzurackern, solange man seine Arbeit einigermaßen meisterte. Seit der Reformation aber galt: Gottes Wohlwollen will verdient sein. Weltlicher Erfolg galt fortan als untrügliches Zeichen dafür, dass man von Gott auserwählt war – und nicht in der Hölle, sondern im Himmel landete.

Arbeitswille, Erbe der Reformation

»Wenn wir nur unserem Beruf gehorchen, so wird kein Werk so unansehnlich und gering sein, dass es nicht vor Gott bestehen und für sehr köstlich gehalten würde. Unsere Arbeit, unser Broterwerb ist Gottes- dienst und heilig. Müßiggang und Prasserei sind es, die die Menschen verderben. Darum arbeitet fleißig und lebt bescheiden, meidet Rausch, Tanz und Spiel. Das sind die Versuchungen des Teufels.« Diese Worte stammen aus der Feder eines weiteren Arbeitsfanatikers: Johannes Calvin, der die Gedanken Luthers verbreitete und dabei stark zuspitzte.

Vier Jahrhunderte später zeigte der Soziologe Max Weber in seinem Klassiker Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (1904), wie sehr die Lehren der Reformation auf die Denk- und Handlungsweise des Kapitalismus Einfluss genommen hatten: Gottes Wege sind unergründlich. Wer wird erlöst und wer nicht? Diese offene Frage empfanden viele als quälend – und sie folgten der »Lösung« Calvins, sich durch harte Arbeit zu empfehlen. Wirtschaftlicher Erfolg, disziplinierter Fleiß und rastlose Arbeit im Diesseits waren von nun an die einzigen Indikatoren für eine Erlösung im Jenseits.

Damit waren Luther und Calvin die Ersten, die den Be- griff der Arbeit durchweg positiv besetzten. Natürlich predigten sie nicht, dass Arbeit Spaß macht. Vielmehr sollten die Menschen Freude am Leid der Arbeit empfinden angesichts der paradiesischen Aussichten, die ihnen verheißen waren, nachdem sie sich zu Tode ge- schuftet hatten. Während Jesus noch ein glücklicher Arbeitsloser war, wurden Faulheit und Zeitvergeudung spätestens jetzt zur buchstäblichen Todsünde.

Der kollektive Sündenfall und die individuelle Tod- sünde der Faulheit verfolgen uns bis heute. Nicht zufällig drohte 2006 der damalige SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering mit den Worten Paulus’: »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!« Der eigentliche Sündenfall aber ist die Arbeit selbst! Dabei ersetzen die säkularen My- then einfach die vormals religiösen, es gibt ein Recycling des Glaubens: In Zeiten, wo die Menschen immer weniger an Gott und erst recht an die Kirche glauben, ist die Arbeit zur neuen Religion emporgestiegen. Und sie weist alle Merkmale einer Religion auf: unhinterfragte Vergötterung ihres Sinnstifters, Inkaufnahme schmerzhafter Entbehrungen, übersteigerte Symbole und Riten sowie eine rigorose Bestrafung all jener, die partout nicht
»glauben« wollen. Wer nicht arbeiten will, muss fühlen.

Der Beitrag Arbeitsfetisch: Bist du (auch) nützlich? erschien zuerst auf Karriere-Einsichten.

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Orientierungshilfe für Schüler: Beruf der zu dir passt! http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/orientierungshilfe-fuer-schueler-beruf-der-zu-dir-passt/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/orientierungshilfe-fuer-schueler-beruf-der-zu-dir-passt/#comments Tue, 12 Aug 2014 19:36:02 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6687 Und was machst du so? Kaum eine Party, bei der diese Frage nicht innerhalb der ersten Minuten eines Smalltalks gestellt wird. Wir ziehen einen Grossteil unseres Selbstwertgefühls ... neue Einsichten gefällig?

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Und was machst du so? Kaum eine Party, bei der diese Frage nicht innerhalb der ersten Minuten eines Smalltalks gestellt wird. Wir ziehen einen Grossteil unseres Selbstwertgefühls aus unserer Arbeit, um so wichtiger ist die Ausbildung um später in einem guten Job arbeiten zu können. Schüler können mit dem Berufswahlpass herausfinden, wo ihre Stärken und Interessen liegen und sich auf entsprechende Ausbildungsstellen bewerben…

Der Berufswahlpass ist seit Juli 2014 offizieller Partner der Initiative Bildungsketten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das BMBF unterstützt damit noch mehr junge Menschen auf ihrem Weg, sich für einen geeigneten Beruf zu entscheiden. Aktuell werden jährlich über 130.000 Berufswahlpässe durch die Schulen den Jugendlichen an die Hand gegeben. Er ist das meist eingesetzte Medium für die berufliche Orientierung.

„Von der Einbindung des Berufswahlpasses in die Initiative Bildungsketten profitieren die jungen Menschen, weil mit dem Berufswahlpass die verschiedenen Maßnahmen zur Berufsorientierung abgestimmt und aufeinander bezogen werden. Der Berufswahlpass ist ein zentraler Begleiter auf dem Weg in den Beruf“, sagt Anne Roth, Koordinatorin der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass in der Servicestelle Bildungsketten.

Meist eingesetzte Medium für Berufsorientierung

Der Pass begleitet die Jugendlichen u.a. dabei, Betriebspraktika auszuwerten oder den Bewerbungsprozess zu gestalten, Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz zu schreiben oder den nächsten Lernabschnitt zu organisieren. Herausgegeben wird der Berufswahlpass von der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass, der 13 Bundesländer, das BMBF und die Bundesagentur für Arbeit angehören.

„Die Koordination der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass durch die Servicestelle Bildungsketten stellt sicher, dass der Berufswahlpass im Schulterschluss mit den Ländern weiterentwickelt und verbindlich eingesetzt wird“, erklärt der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass, Dr. Alfred Lumpe, aus Hamburg.

Als Teil der Initiative Bildungsketten kann der Berufswahlpass von weiteren Akteurinnen und Akteuren aktiv in den Berufswahlprozess eingebunden werden. So können etwa Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter den Berufswahlpass nutzen, um die nächsten Schritte mit den jungen Menschen zu planen oder Ergebnisse aus den Gesprächen über die berufliche Selbsterkundung und berufliche Perspektiven darin zu dokumentieren. Die verschiedenen Stationen des Berufswahlprozesses lassen sich systematisch planen und miteinander verknüpfen.

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Arbeitgeberwahl: Marke(ting) und Moneten für Consulting-Affine http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/arbeitgeberwahl-marketing-und-moneten-fuer-consulting-affine/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/arbeitgeberwahl-marketing-und-moneten-fuer-consulting-affine/#comments Tue, 05 Aug 2014 18:30:16 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6627 Unternehmensberatungen rangieren mit Investment-Banken und Dax30-Konzern unter den Top10 der beliebtesten Arbeitgeber für Absolventen. Wie wichtig ist Ihnen eine bekannte Marke auf dem Lebenslauf, welche Rolle spielen die ... neue Einsichten gefällig?

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Unternehmensberatungen rangieren mit Investment-Banken und Dax30-Konzern unter den Top10 der beliebtesten Arbeitgeber für Absolventen. Wie wichtig ist Ihnen eine bekannte Marke auf dem Lebenslauf, welche Rolle spielen die Moneten? Die Kollegen von sqeaker.net haben den Beraternachwuchs gefragt. Wir stellen einige Statements vor…

Zu Beginn ein kleiner Realitätscheck aus dem Brennglas der Generation Y: Zwei Drittel der Consulting-Interessierten erwarten ein Angebot für eine Festanstellung im Anschluss an das Praktikum, ohne erneute Bewerbungsrunden bestehen zu müssen; ein Drittel erhielt diese Karriereoption wirklich. Beim Gehalt siehts ähnlich anders aus: Die Erwartungen an das Gehalt von Consulting-Praktikanten liegen im Schnitt höher als das tatsächlich gezahlte Durchschnittsgehalt.

Bei den Aufgaben muss zwar kaum einer Kaffee kochen, aber das Erstellen von Präsentationen hat den höchsten Praktikumsanteil. Weniger intensiv als erwartet sind der Kundenkontakt sowie das Maß an Eigenverantwortung. Von A nach Z auch noch ein paar Worte zur gedachten Exit-Option: Fast zwei Drittel der Teilnehmer halten eine Tätigkeit bei einem ehemaligen Kunden für die optimale Exit Option. Überrascht?

Fakt ist: Kampf um Top-Talente wird immer wichtiger, auch und gerade bei Consultingfirmen die wie McKinsey damit werben, die Besten (Kunden durch ihre Berater) noch besser zu machen. Die Ergebnisse der squeaker.net-Studie sind auch außerhalb der Consulting-Branche für Employer Branding- und Recruiting-Verantwortliche interessant. Denn: die Bewerberzielgruppe der „Consulting-Affinen“ – gute Noten, gepflegte Umgangsformen, zwei Fremdsprachen, zweiter Hochschulabschluss, Auslandsaufenthalte, “Drive” – wollen eigentlich alle größeren Unternehmen einstellen.

“ Was ich schon immer zum Thema Arbeitgeberwahl sagen wollte“

  • Die eigene Darstellung und die Darstellung des Unternehmens sollten passen. In einem Auswahlprozess wirst nicht nur du geprüft, sondern du prüfst auch das Unternehmen.
  • Als Absolvent ist es schwierig sich einen richtigen Einblick in dieses riesige Feld zu verschaffen. Die Masse an Möglichkeiten überfordert einen manchmal.
  • Am wichtigsten finde ich persönlich, dass einem die Arbeit Spaß machen sollte (insbesondere auch das Umfeld mit den Kollegen) und man nicht ausschließlich für die Arbeit lebt.
  • Arbeit ist richtig rockig und sexy!
  • Auch das Bauchgefühl zählt!
  • Bei der Wahl der Arbeitgeber ist der persönliche Kontakt eines der wichtigsten und zugleich rarsten Güter.
  • Bei der Wahl eines Arbeitgebers ist mir enorm wichtig, dass das Unternehmen ganzheitlich zu mir als Arbeitnehmer passt.
  • Company Benefits, sowie eine gute Atmosphäre sind mir sehr wichtig, dann arbeite ich auch gern und automatisch länger.
  • Das Gesamtpaket aus Arbeitsklima, Unternehmenskultur, Gehalt und zukunftsorientierten/internationalen Aktivitäten sollte stimmen.
  • Das Image eines Arbeitgebers fällt sehr ins Gewicht bei der Auswahl der passenden Stellen.
  • Der Arbeitgeberwahlprozess verändert sich dramatisch. Die Studenten sind wohlbehütet aufgewachsen und es fehlte ihnen an nichts. Das Thema Selbstverwirklichung und Work-Life Balance ist daher weit bedeutender als z.B. das Thema Arbeitsplatzsicherheit.
  • Der Mittelstand wird immer attraktiver. Bei großen Unternehmen und Beratungen besteht kaum die Möglichkeit noch große Veränderungen/Innovationen zu begründen.
  • Die Karriereoptionen, die den Absolventen heutzutage zur Verfügung stehen sind überragend. Arbeitgeber sollten authentisch sein und eine Wertekultur leben, um attraktiv zu sein.
  • Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.

“Geld ist nicht alles”, eine der Karriere-Einsichten der Consulting-Excellence-Studie…

  • Eine gelungene Recruiting-Veranstaltung kann mich als Absolvent deutlich in meiner Arbeitgeberwahl beeinflussen.
  • Für mich persönlich bilden Effizienz, flache Strukturen, Kontinuität und sehr gute Teamarbeit die wichtigsten Punkte. Sollten dann noch die zu mir passenden Werte vertreten werden, ist es ein für mich in Frage kommender Arbeitgeber.
  • Gehalt wird überbewertet – denn nichts ist wichtiger als eine Unternehmensstruktur in der sich gegenseitig geholfen wird und wo es in 90% der Fälle Spaß macht morgens ins Büro zu kommen.
  • Ich empfehle den Einstieg bei Hidden Champion Beratungen. Der Beratungsmarkt in Deutschland verändert sich extrem, und außer den Top Beratungen (Bain & Company, McKinsey, Boston Consulting Group) werden sich nicht mehr viele mit ausschließlicher Strategieberatung über Wasser halten können. Die persönlichen Entwicklungschancen sind bei den Hidden Champions wesentlich höher (siehe z.B. OC&C, h&z Unternehmensberatung, Barkawi).

Ich liebe neue Challenges!

  • Ich liebe Recruiting-Events! Aber bitte nicht immerzu diese wahnsinnig umfangreichen Bewerbungen dafür, dass schafft man neben dem Studium einfach nicht. Ich würde gerne öfter teilnehmen, aber mit dem Bewerbungsaufwand geht das nicht!
  • Ich stelle mir drei Fragen: 1. Passe ich zu dem Unternehmen/der Unternehmenskultur? 2. Wie schnell kann ich mich entwickeln und Verantwortung übernehmen? 3. Welche Möglichkeiten gibt es, international tätig zu sein?
  • Ich verbringe viel Zeit im Büro, deswegen nehme ich mir auch ausreichend Zeit meinen künftigen Arbeitsplatz auszuwählen.
  • Macht euch den Bewerbern sympathisch!
  • Man sollte nicht zu sehr auf den jeweiligen Universitätsschnitt schauen und lieber auf Einstellungstests und Assessment Center zurückgreifen, da einem sonst viele mögliche Talente entgehen.
  • Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet denn dort findet man ‘Insider Wissen’ direkt von den Usern.
  • Meine Generation der Absolventen sehnt sich nicht nach Jobs bei denen man 65 Stunden die Woche arbeiten muss, sondern nach Jobs wo man eine gute Work-Life Balance haben kann sodass man auch Zeit hat anderen schönen Dingen im Leben nachzugehen. Generell würde ich sagen das den meisten 4 Punkte besonders wichtig sind: Balance, Gehalt, Karriere Progression, Arbeitsklima. Andere Faktoren wie Internationalität oder Engagement für soziale Projekte sind sehr individuelle Faktoren, aber diese 4 sind sehr wichtig.
  • Mir ist es wichtig morgens aufzustehen.
  • Money doesn’t take it all.“Money doesn’t take it all.”
  • Persönlicher Kontakt zu Beratern ist beim Einstieg Gold wert.
  • Sehr komplizierte und aufwändige Online-Bewerbungstools führen manchmal dazu, sich gar nicht mehr zu bewerben.
  • squeaker.net erleichtert mir die Arbeitgeberwahl deutlich
  • Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.
  • Unternehmenskultur und gehaltvolle Arbeit sind wichtiger als Gehalt oder Work/Life-Balance.
  • Verantwortung übernehmen zu dürfen ist deutlich wichtiger als Geld.
  • Wichtig ist, dass man eine Stelle in einem Unternehmen findet in welchem Leute arbeiten mit denen man 8-16 Stunden pro Tag zusammenarbeiten möchte.
  • Wichtig ist ein kollegiales, aber auch professionelles Umfeld, welches einen unterstützt und weiterbringt.
  • Wichtig sind vor allem Empfehlungen von Freunden und eigene Erfahrungen!

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Talentauswahl: Perlen finden statt Klone casten http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/talentauswahl-perlen-finden-statt-klone-casten/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/08/talentauswahl-perlen-finden-statt-klone-casten/#comments Fri, 01 Aug 2014 09:37:09 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6636 Wie können Unternehmen nicht nur anders, sondern besser und erfolgreicher sein? Sabine Hübner und Carsten Rath beschäftigen sich in ihrem Buch „Das beste Anderssein ist Bessersein“ unter anderem mit ... neue Einsichten gefällig?

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Wie können Unternehmen nicht nur anders, sondern besser und erfolgreicher sein? Sabine Hübner und Carsten Rath beschäftigen sich in ihrem Buch „Das beste Anderssein ist Bessersein“ unter anderem mit Talentauswahl und der Frage, ob Fachkräftemangel auch Talentemangel impliziert. Ein Auszug…

Nun: Wir könnten jetzt einstimmen in das große Gejammer namens „Fachkräftemangel“ und Ihnen versichern, dass Sie nur deshalb noch keinen exzellenten Service bieten, weil es sie in unserer mindestens vom Aussterben bedrohten Bevölkerung gar nicht gibt, die exzellenten Fachkräfte. Dass Sie gar nichts dafür können, wenn Ihr Unternehmen noch meilenweit weg ist von Service-Excellence. Dass die Lage also aussichtslos ist. Das tun wir aber nicht.
Sag mir, wo die Fachkräfte sind

Denn zum Glück wissen wir genau wie Sie, dass das Unsinn ist. Fachkräftemangel gibt es zwar tatsächlich. Aber nur in wenigen Branchen und Regionen, ansonsten handelt es sich um Medienrummel und um ein wunderbares PR-Argument für alle, die ihre Brötchen mit Personalfragen und Demografieprognosen verdienen – und das sind viele.

Fakt ist: Exzellente Fachkräfte sind da

Sie schauen nur manchmal ein wenig anders aus als die Klischeevorstellung einiger Personaler. Wir hatten zum Beispiel einmal einen Bewerber aus China, der kaum ein Wort Deutsch sprach. Alles, was er konnte, hatte er sich selbständig mit Online-Programmen beigebracht. Doch er war wild entschlossen, in Deutschland eine Ausbildung und dann Karriere in der Hotelbranche zu machen. Er überzeugte uns.

Und nach der Ausbildung zeigte sich: Er war nicht nur in Sachen Service sehr viel besser als seine einheimischen Kolleginnen und Kollegen, sondern übertrumpfte sie außerdem im Fach Rechtschreibung – und schloss seine Prüfungen als bester Absolvent des gesamten Bundeslandes ab. Zugegeben: Hier waren wir ein Risiko eingegangen – und es hat sich gelohnt. Wir haben gewagt und gewonnen. Und einmal mehr gesehen: Leidenschaft und Passion sind ein enorm starker Motor. Alles lässt sich trainieren, aber nicht diese Haltung. Der junge Kandidat hat übrigens wirklich Karriere in der Hotelbranche gemacht.

“Gewöhnliche Methoden spülen gewöhnlich geföhnte Bubis und Barbie-Puppen im Business-Look ins Unternehmen. Durchschnitt statt Excellence.”Um es einmal zuzuspitzen: Die Zahl der rasend gut aussehenden, blutjungen, top ausgebildeten Bewerber aus gutem Hause mit reichlich Auslandserfahrung, vier verhandlungssicheren Sprachen und Doppelstudium ist begrenzt. Und: Außergewöhnliche Bewerber lassen sich nicht mit gewöhnlichen Recruitingmethoden finden. Denn gewöhnliche Methoden spülen gewöhnlich „geföhnte Bubis und Barbie-Puppen im Business-Look“ ins Unternehmen. Durchschnitt statt Excellence.

Auswahlkriterien nach Unternehmensrelevanz

Nun gibt es Unternehmer, die denken sich: „Okay, dann wähle ich Kandidaten möglichst quer gedacht aus, vielleicht bei einer Wanderung in den Alpen, auf einer Lego-Baustelle oder in einem Internet-Ballerspiel!“ Alle diese Fälle gibt es tatsächlich! Nur fürchten wir, dass Unternehmen auch damit nicht wirklich weiter kommen. Denn quer gedacht ist noch lange nicht richtig gedacht. Kreativ gedacht ist nicht zwingend relevant gedacht. Und anders denken heißt noch lange nicht, den Nagel auf den Kopf treffen. Anders ist nicht gleich relevant. Denn was sagt ein Gipfelsturm, eine Legomonumentalbauplanung oder der Sieg über den endboss über Excellence im Job aus? Nichts. Gar nichts.

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Wer will das nicht: gut aussehende, überaus motivierte Strahlemänner (und -frauen) im Büro. Was man dafür unternehmen bzw. unterlassen muss…

Besser erscheinen uns da die Strategien, die anders mit relevant verbinden: So sucht das Softwareunternehmen SAP aktuell gezielt nach begabten Autisten für spezielle Programmierarbeiten. Und das Projekt “discovering hands“® setzt den überlegenen Tastsinn blinder und sehbehinderter Frauen im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung ein.

Das Problem: In vielen Unternehmen wurden weder relevante Kriterien noch strategische Konzepte rund um das Thema Talentauswahl festgelegt. Vor lauter Ratlosigkeit werden dann Bewerber eingestellt, die gute Noten mitbringen. Nach dem Motto: Ein gutes Testsiegel ist ein guter Anfang. Aber heißt eine volle Punktzahl in Altgriechisch, dass der Kandidat Sinn für Service-Excellence mitbringt? Natürlich nicht.

Immer wieder werden auch Bewerber eingestellt, die so sind wie alle anderen Mitarbeiter. Insbesondere so, wie der auswählende Interviewer. Oder wie der Chef. Stellen Sie sich das mal auf dem Fußballfeld vor: Elf Stürmer, oder noch schlimmer, elf Torwarte. Der Moment des Wiedererkennens eines alten Musters löst ein angenehmes Gefühl im Personalerbauch aus – dem ein oder anderen reicht das schon als Indiz.

Gleich und Gleich gesellt sich (nicht) immer gern

So kommt es, dass in einer Firma lauter erbsenzählende Biedermänner unterwegs sind und in der nächsten Firma lauter innovative Chaoten – und sich die Ersten über ihre geringe Innovationskraft beklagen, während sich die Zweiten wundern, warum sie die Finanzen nicht in den Griff bekommen. Das ist auch der Grund dafür, dass in vielen Unternehmen alle Mitarbeiter aus der gleichen sozialen Schicht stammen. Sie bekommen auch mit schlechteren Qualifikationen die Jobs, „weil sie den richtigen Anzug getragen und gewusst haben, auf welche Art von Small Talk der Personalchef anspringt“.42

Fakt ist: Mit dem Prinzip „Musterschüler“ und mit der Methode „Gleich und gleich gesellt sich gern“ – manche sprechen auch von „ähnlichem Stallgeruch“ – finden Unternehmen gerade nicht solche Kandidaten, mit denen sich Service-Excellence leben lässt. Nur mehr vom Gleichen.

“Talentmanagement kann als Reaktion auf veränderte Bedingungen in den globalen Märkten verstanden werden, die insgesamt zu einem schärfer werdenden Wettbewerb um qualifizierte und talentierte Mitarbeiter beitragen:

  • Der demografische Wandel führt zunehmend zu einem Mangel an Fach- und Führungskräften vorwiegend in den westlichen Industrieländern.
  • Der Wandel hin zur Wissensgesellschaft weckt einen gesteigerten Bedarf an qualifizierten und kreativen Mitarbeitern
  • Innovation und Innovationsfähigkeit entwickelte sich in den westlichen Industrieländern zum entscheidenden Faktor für Wettbewerbsfähigkeit. Damit einher geht ein besonderer Bedarf an innovationsfähigem Personal”
Sabine Hübner und Carsten K. Rath sind das Gründerduo von RichtigRichtig.com – einer Management- und Unternehmensberatung mit Fokus auf Leadership- und Service-Excellence. Als Impulsgeber steht RichtigRichtig.com Unternehmen von der Beratung über die Strategieentwicklung bis hin zur Umsetzung und Qualitätsmessung zur Seite…

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Arbeitsplatz: Chef, so sieht mein Traum-Office aus! http://www.karriere-einsichten.de/2014/07/arbeitsplatz-chef-so-sieht-mein-traum-office-aus/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/07/arbeitsplatz-chef-so-sieht-mein-traum-office-aus/#comments Thu, 24 Jul 2014 09:00:45 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6620 Wer sich im Job wohlfühlt, bringt bessere Leistungen. Wir haben Fakten gesammelt, worauf Arbeitnehmer Wert legen, was ihnen im Job fehlt und wo sie bei der Bürogestaltung ... neue Einsichten gefällig?

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Wer sich im Job wohlfühlt, bringt bessere Leistungen. Wir haben Fakten gesammelt, worauf Arbeitnehmer Wert legen, was ihnen im Job fehlt und wo sie bei der Bürogestaltung Luft nach oben sehen. Christoph Weissenböck berichtet…

Machen Sie kurz den Selbstcheck: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem aktuellen Arbeitsplatz? Fehlt es Ihnen manchmal an der nötigen Ruhe? Haben Sie genug Licht? Fühlen Sie sich wohl? Fragen, die man vom eigenen Vorgesetzten eher selten gestellt bekommt – die aber von Zeit zu Zeit aufs Tapet kommen sollten.

Optimum: Ein Büro wie zuhause

Eine aktuelle karriere.at-Studie, durchgeführt von marketagent.com, hat die Stimmung der Österreicher hinsichtlich ihrer Bürosituation erhoben und sie gefragt, was sie sich von ihrem absoluten Traum-Office erwarten. Die Antworten zeigen, dass es Grundbedürfnisse sind, die das Ranking der Wünsche anführen.

Anders gesagt: Das, was im Eigenheim meist wichtig ist, sollte auch ein Büro haben. 23 Prozent nennen helle Räume, 15,5 Prozent größtmögliche Ruhe und 14,9 Prozent viel Platz als wichtigste Kriterien eines perfekten Arbeitsplatzes. Ebenfalls unter den Top-Five sind ein gutes Raumklima (10,8 Prozent) und Zimmerpflanzen (9,6 Prozent).

Grundsätzlich glücklich, aber…

Das Studienergebnis, für das 509 in Büro arbeitende Österreicher zwischen 20 und 65 Jahren befragt wurden, dürfte die Arbeitgeberseite in erster Linie freuen, denn ganz grundsätzlich fühlt sich die heimische Workforce wohl am Arbeitsplatz: Drei von vier sehen ihr Office positiv (36,5 Prozent sogar „sehr“), nur ein knappes Fünftel ist hier ambivalent und überhaupt nur 3,5 Prozent sagen, dass sie mit ihrer Arbeitsumgebung überhaupt nicht zufrieden sind.

Junge und Manager fühlen sich am wohlsten

Was hier besonders ins Auge sticht, ist, dass sich junge Arbeitnehmer, genauer gesagt die Gruppe der 20- bis 29-Jährigen an ihren Arbeitsplätzen überdurchschnittlich wohl fühlen – bei den Kollegen über 50 fällt dieser Wert hingegen massiv. Ebenfalls spannend: Führungskräfte fühlen sich zu 42,9 Prozent sehr wohl, bei ihren Untergebenen liegt dieser Wert jedoch lediglich bei 34,3 Prozent.

Woran es hapert …

Dass nicht alles eitel Wonne ist, erklärt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von marketagent.com: „Der Detailblick auf den Arbeitsplatz und dessen Ausstattung zeigt, dass durchaus noch in einigen Bereichen Potenzial besteht. So werden beispielsweise Konzentrationsfähigkeit am Arbeitsplatz, ausreichende Beleuchtung und ein optimaler Schreibtischsessel von jeweils über 65 Prozent der Befragten als sehr wichtig erachtet.

Im Vergleich dazu gibt nicht einmal jeder Zweite an, dass diese Aspekte auch in zufriedenstellendem Ausmaß auf den derzeitigen Arbeitsplatz zutreffen. Es können beispielsweise lediglich 29,3 Prozent voll und ganz bestätigen, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz gut konzentrieren können.“

“Der Arbeitsplatz ist jene Stelle im Betrieb, einer Verwaltung oder einer Organisation, an welcher ein abhängig Beschäftigter seine im Rahmen des Arbeitsverhältnisses geschuldete Tätigkeit erbringt. Der zu Grunde liegende Arbeitsvertrag kann ferner die Vereinbarung eines bestimmten Arbeitsortes (das sind beispielsweise eine Gemeinde, eine Stadt, ein Einödhof usw.) enthalten. Als Arbeitsplatz wird umgangssprachlich der Ort, das Unternehmen oder die Position bezeichnet, an dem ein Arbeitnehmer in einer sozialversicherungspflichtigen (auch geringfügig beschäftigten oder als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme finanzierten) Tätigkeit beschäftigt ist. Die selbstständige Beschäftigung wird landläufig nicht als „Arbeitsplatz“ bezeichnet.”

 Christoph Weissenböck ist bei karriere.at, Österreichs größtem Jobportal, für Unternehmenskommunikation zuständig. Unter anderem schreibt er auch für das karriere.blog über Themen aus der HR- und Karrierewelt…

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Pflegebranche: Pro & Contra der Berufsausbildung http://www.karriere-einsichten.de/2014/07/pflegebranche-pro-contra-der-berufsausbildung/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/07/pflegebranche-pro-contra-der-berufsausbildung/#comments Wed, 23 Jul 2014 11:23:33 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6623 Mit jedem Jahr mehr Pflegebedürftige in unserem Land. Die veraltete deutsche Gesellschaft braucht dringend mehr und vor allem professionelles Pflegepersonal, hat sie aber (noch) nicht. Grund: Die junge Generation hat ... neue Einsichten gefällig?

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Mit jedem Jahr mehr Pflegebedürftige in unserem Land. Die veraltete deutsche Gesellschaft braucht dringend mehr und vor allem professionelles Pflegepersonal, hat sie aber (noch) nicht. Grund: Die junge Generation hat keine Lust mehr, eine Ausbildung im Pflegebereich zu beginnen. Wir haben die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammengefasst, es doch zu wagen…

Viele junge Leute assoziieren eine Arbeit als Pfleger/in mit viel anstrengender und harter Arbeit und niedriger Vergütung. Früher sagte man, dass die Arbeit von Pflegearbeitskräften auf das Folgen von Anweisungen des Ärzten, Leeren von Nachttöpfen und Kümmern von Senioren konzentriert war.

Die falschen Vorstellungen von einem Job im Pflegebereich

Viele dachten auch daran, dass ein Job im Pflegebereich nur für diejenigen, die Pech beim Studium gehabt und schlechte Kenntnisse im Bereich der Medizin bekommen haben, ist.

Dazu verstehen viele junge Leute, dass dieser Beruf in der Pflege nicht sehr populär ist. Aber die Bundesregierung bemüht sich, diese Situation zu verbessern und mehr Vergünstigungen bei der Ausbildung der jungen Generation anbietet.

Wie Pflegebranche attraktiver machen?

Man erlebt einen Mangel von jungen Leuten bei der Ausbildung im Pflegebereich. Die Bundesregierung hat sich beschlossen, eine Reform der Pflegebranche umzusetzen. Auf solche Weise hofft man mehr junge Menschen anzuziehen.

Die Reform besteht aus solchen Punkten: der kostenfreien Ausbildung im Pflegebereich, Kombination von Allgemeinwissen mit anderen Spezialfächern und einer Wechsel zwischen verschiedenen Pflegebereichen.

Optionen zur Ausbildung im Pflegebereich?

​Es gibt fünf Ausbildungsarten im Pflegebereich, darunter Heilerziehungspflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Auf solche Weise bietet Deutschland mehr Möglichkeiten bei der Pflegeausbildung im Vergleich mit anderen europäischen Ländern.

“Optional studiert man Pflegemanagement, Pflegewissenschaft und Pflegepädagogik.“Pflege als Studienfach wurde an vielen Fachhochschulen und einigen Universitäten eingeführt. Optional studiert man Pflegemanagement, Pflegewissenschaft und Pflegepädagogik. Die Anforderungen an medizinische Fachkräfte sind hoch. Man arbeitet im Team – der Pfleger mit dem Arzt.

​Was sollen Pfleger beruflich machen?

In der Regel setzt ein Studium für das Pflegepersonal drei Jahre voraus. Es besteht aus zwei Teilen: ein schulischer (das Studium an Berufsfachschulen) und praktischer (Krankenhäuser). Beim Studium im Pflegebereich verdient ein Auszubildender bereits Geld. Jobs finden sich bei Portalen wie Jobtonic, hier eine Auswahl für Berlin und anderen Webseiten.

Klar, dass die Pflegeausbildung gute und schlechte Seiten hat:

Vorteile der Pflegeausbildung

Der Hauptvorteil der Pflegeausbildung ist ein Umgang mit Menschen. Von der sozialen Seite ist dieser Job sehr menschlich. Man kümmert sich um die kranken und alten Leute, die hilflos sind und auf die Hilfe und das Verständnis von anderen hoffen.

Der andere Vorteil liegt an der Vielseitigkeit dieses Berufes. Der Pflege soll immer viel zu tun. Die Aufgaben sind mannigfaltig. Zusätzlich kann ein Aufgabengebiet unterschiedlich sein. Es hängt von der Spezifika des Pflegebereiches ab. Der Gesundheits- und Krankenpfleger soll den Patienten medizinische Versorgung leisten, beim Altenpflegen soll man sich um den Alltag von Patienten kümmern.

Nachteile der Pflegeausbildung

Als Hauptnachteil steht auf dem ersten Platz die schlechte Bezahlung. Das Pflegepersonal ist (fast) immer unterbezahlt.

Diese Arbeit ist psychisch und körperlich anstrengend. Als Pfleger soll man physische Kräfte haben, um der kranken oder alten Person mit der Bewegung zu helfen. Was die psychische Anstrengung angeht, bleibt man immer sehr nah mit dem menschlichen Kummer und Tod.

Die Arbeit vom Pfleger in drei Wechselschichten bringt mehr Stress. Die Arbeit in den Nächten ist sehr schädlich für den menschlichen Körper.

Leider kann man bei dieser Arbeitsstelle die medizinische Bürokratie nicht vermeiden. Man soll immer alle medizinische Unterlagen mit Vorschriften des Arztes ausfüllen. Diese Prozedur nimmt mehr Zeit und bringt Stress.

Immer mehr Zeit in der Pflege fließt in die bürokratische Erfassung der Arbeit. Es wird ganz genau festgehalten, wie es dem Patienten geht, welche Medikamente er erhält und was bei der Pflege festgestellt wurde. Mit dieser Aufgabe ist ein Pflegender mehrere Stunden am Tag beschäftigt. Das ist Zeit, die im Umgang mit dem Menschen später fehlt.

“Für die Pflegebranche können durch eine Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nach § 11 AEntG verbindliche Mindestarbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dieser Branche, insbesondere ein Mindestlohn, festgelegt werden. Der Inhalt der Mindestarbeitsbedingungen wird dabei abweichend von anderen Branchen nicht in einem Mindestlohntarifvertrag festgelegt, sondern von einer Kommission vorgeschlagen, der Gewerkschaften und nicht kirchliche Pflege-Arbeitgeber sowie Dienstgeber und Dienstnehmer der Kirchen angehören. Bisher wurden allerdings noch keine Mindestarbeitsbedingungen für die Branche festgelegt.”

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WhatsApp: Chatten mit dem Chef http://www.karriere-einsichten.de/2014/06/whatsapp-chatten-mit-dem-chef/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/06/whatsapp-chatten-mit-dem-chef/#comments Fri, 06 Jun 2014 06:58:45 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6613 Jogi Löw fand das Spiel gegen Polen verbesserungswürdig. Und schickt das “seinen Jungs” mal eben via WhatsApp rüber. Die deutsche Nationalmannschaft kommuniziert mittlerweile mit ihrem Chef über ... neue Einsichten gefällig?

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Jogi Löw fand das Spiel gegen Polen verbesserungswürdig. Und schickt das “seinen Jungs” mal eben via WhatsApp rüber. Die deutsche Nationalmannschaft kommuniziert mittlerweile mit ihrem Chef über den Nachrichtendienst. Viele andere schicken ebenso Kurznachrichten hin und her, arbeitsbedingt. Aber aufgepasst: Es gibt Spielregeln. Julia Bergner hat die wichtigsten zusammengefasst…

WhatsApp ist als Kurzmitteilungsdienstleister mittlerweile fest etabliert in der Arbeitswelt. Der Gebrauch des Instant-Messaging-Service hat durchaus Vorteile: Die Idee, die einem beim Sonntagsspaziergang kommt, ist via WhatsApp schnell versendet und geht nicht beim anschließenden Grillen im heimischen Garten zwischen Steaks und Bratwürsten wieder verloren. Der kranke Kollege kann sich durch die Fotos von der verpassten Präsentation, die wir über den Dienst verschicken, auf dem Laufenden halten.

Aber man kann auch in eine ganze Reihe Fallen tappen. Deshalb hier eine kleine Gebrauchsanweisung, damit die Kommunikation mit den Vorgesetzten und Mitarbeitern fachlich sauber und professionell bleibt:

Hauptsache professionell

1. Bei Facebook sind wir inzwischen fast alle mit unseren Kollegen, dem unmittelbaren Vorgesetzten oder sogar dem obersten Boss befreundet. Wir wissen, wie wir sie in Gruppen schieben, denen gewisse Partyfotos oder Posts verborgen bleiben. Auch bei WhatsApp kann man (bei Apple relativ einfach, bei Android mit einem gewissen Aufwand) die Funktion „war zuletzt online um …“ ausschalten. Schließlich braucht unser Chef nicht unbedingt zu wissen, dass wir die letzte Nacht bis halb zwei mit unserer besten Freundin gechattet haben.

2. Die gleiche Funktion ist auch dienlich bei der Frage: Bis wann muss ich die Anfragen meiner Vorgesetzten beantworten? Grundsätzlich haben wir natürlich eine vorgegebene Arbeitszeit. Sollte sich der Boss danach noch melden, liegt es im eigenen Ermessen, ob die Beantwortung der Nachricht noch dringlich ist. Entscheidest Du dich für „Nein“ und der Boss hat aber den zweiten Haken hinter seinem Satz gesehen, könnte das unter Umständen kein gutes Licht auf Dich werfen.

3. Die automatische Worterkennung ist eine tolle Erfindung. Leider errät sie nicht immer sofort den Begriff, den wir meinen. Auch die Groß- und Kleinschreibung will überprüft werden. Auf die Schnelle vergessen wir oft, dass man Nomen groß schreibt. Deshalb (auch wenn’s billig klingt): Vor dem Abschicken immer die Rechtschreibung checken!

4. Unser Chef ist nicht unser Freund. Auch wenn wir mit ihm vertraut sind, uns eventuell sogar duzen: Die meisten Leitungspersönlichkeiten in deutschen Firmen legen laut Umfragen Wert auf Etikette. “Eine Nachricht an den Boss via WhatsApp beginnt mit korrekter Anrede und schliesst mit einer Abschlussformel, wie die Email im Büro.”Eine Nachricht an den Boss via WhatsApp beginnt mit korrekter Anrede und schliesst mit einer Abschlussformel, wie die Email im Büro.

5. WhatsApp kennt über 350 verschiedene Smileys – auch Emoticons genannt. Du kennst bestimmt auch die Nutzer, die mit den kleinen Gesichtern nur so um sich schmeißen – oder Du bist selber einer von ihnen. In der Kommunikation mit Arbeitskollegen und Chefs empfiehlt es sich allerdings, die Finger von heulenden, lachenden oder Beifall klatschenden Fratzen zu lassen.

Missverständnisse meiden

6. Aus unserer privaten Nachrichtenversendung kennen wir das Gefühl: Er hat uns total missverstanden! Das haben wir um Himmels Willen doch gar nicht so gemeint! Deshalb solltest Du bei der Business-Verwendung von WhatsApp daran denken: Formuliere immer kurz, prägnant und absolut unmissverständlich. Nur reine Fakten transportieren. Dann kann am wenigsten schief gehen. So braucht man übrigens auch keine Smileys.

7. Der große Vorteil von WhatsApp: Man kann Fotos verschicken. Das große Problem: Nicht alles ist sinnvoll. Ein Foto von einer Präsentation für den kränkelnden Kollegen oder als Gedächtnisstütze – na klar. Ein Bild vom blühenden Rapsfeld, nachdem man die Eine-Million-Euro-Idee mitgeteilt hat – vielleicht dann eher doch nicht. Deshalb in aller Regel: Keine Schnapp-Schüsse versenden.

“Mittlerweile (Stand: März 2013) werden über Whatsapp täglich mehr als siebzehn Milliarden Nachrichten verschickt.Damit konnte die Zahl der täglichen Nachrichten binnen zehn Monaten (Oktober 2011 bis August 2012) mehr als verzehnfacht werden. Laut App Monitor Deutschland des Magazins Focus nutzten im September 2012 rund 42,9 Prozent der befragten Android-Smartphone-Nutzer den WhatsApp-Messenger. Whatsapp hat in Deutschland nach eigenen Angaben vom 16. Januar 2014 mehr als 30 Millionen aktive Nutzer.”

Julia Bergner machte ihr “Volo” bei der Nachrichtenagentur idea spektrum. Sie hat zu diesem Thema mit einigen Leuten gesprochen. Und anschliessend Vorteile, Nachteile und eine Art Verhaltenskodex zusammengefasst…

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Karriere über Leichen: Jenseits von Böse http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/karriere-ueber-leichen-jenseits-von-boese/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/karriere-ueber-leichen-jenseits-von-boese/#comments Fri, 30 May 2014 16:06:25 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6476 Karriere über Leichen? Mehr als ein Sprichwort: Nichts schockiert so sehr wie die Abgründe menschlicher Realität. Uta Eisenhardt hat als Gerichtsreporterin viele verrückte Geschichten mitbekommen und auf 300 ... neue Einsichten gefällig?

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Karriere über Leichen? Mehr als ein Sprichwort: Nichts schockiert so sehr wie die Abgründe menschlicher Realität. Uta Eisenhardt hat als Gerichtsreporterin viele verrückte Geschichten mitbekommen und auf 300 Seiten in einem Buch zusammengefasst. Hier ein Auszug des Realitätskrimis…

So viel noch vorab: Uta Eisenhardt wirft einen Blick hinter sonst verschlossene Türen, in den Maßregelvollzug, wo psychisch kranke Verbrecher oft für immer weggesperrt werden. Sie spricht mit Tätern, Richtern und Gutachtern über unfassbare Verbrechen, bei denen Vorstellungskraft und Recht an ihre Grenzen stoßen.

Christian hegte große Hoffnungen, sich wieder einmal verlieben zu können. In die junge, hübsche Franziska aus dem Internet-Forum, die davon träumte, entführt, gewürgt und vergewaltigt zu werden. Er war fast doppelt so alt wie sie, ein promovierter Wissenschaftler. Franziska genoss seine Aufmerksamkeit. Sie lenkte sie ab von ihren Problemen am Arbeitsplatz, einer kürzlich beendeten Beziehung und von den Eltern, die sie nicht zu verstehen schienen.

Vier Monate lang chatteten die beiden intensiv, dann verabredeten sie sich. Sie wollten gemeinsam ihre Fantasien ausleben. Franziska ahnte nicht, dass Christian nicht nur ein Anhänger von mehr oder weniger gewöhnlichen Sadomaso-Spielen war. Seit Jahren erwarb er regelmäßig nekrophile Pornos, die zeigten, wie Männer ihre Sexualpartnerinnen auf grausame Art töteten und sich dann an ihnen vergingen.

Als das Paar sich schließlich traf, bat Franziska ihn, sie zu „überfallen“, Christian sollte sie etwa dreißig Sekunden lang würgen und anschließend „vergewaltigen“. Aus dem inszenierten Spiel wurde tödlicher Ernst. Christian verlor jede Kontrolle über sein Handeln. Das, was er seit Jahren fantasiert hatte, wurde Wirklichkeit. Als er wieder klar denken konnte, war es zu spät. Er konnte nicht begreifen, was er getan hatte. Am liebtsten wollte er sterben. Sein Leben erschien ihm sinnlos.

Der psychiatrische Gutachter sagte, der hoch intelligente Wissenschaftler sei ein Sadist und zwar ein krankhafter, weil er nicht in der Lage war, im Einvernehmen mit seiner Sexualpartnerin zu handeln. Er empfahl dem Gericht, den Täter nicht ins Gefängnis, sondern in den „Maßregelvollzug“ zu schicken.
So werden die forensisch-psychiatrischen Krankenhäuser bezeichnet, für die ich mich in diesem Zusammenhang zum ersten Mal näher interessiert habe. Maßregelpatienten sind vermindert schuldfähige oder gar schuldunfähige Straftäter: Sie konnten nicht erkennen, dass sie etwas Unrechtes tun.

Falls doch, konnten sie sich nicht entsprechend verhalten – weil sie zur Tatzeit entweder schwachsinnig oder psychisch krank waren, an einer schweren Persönlichkeitsstörung litten beziehungsweise unter einer sexuellen Abweichung. Wenn solche Menschen dauerhaft krank sind und weiterhin eine Gefährdung von ihnen zu befürchten ist, werden sie im Maßregelvollzug untergebracht. Der Begriff für dieses Spezialgefängnis im Gewand einer Klinik existiert seit 1933, als in Deutschland die bereits seit der Jahrhundertwende diskutierte sogenannte „Zweispurigkeit des Strafrechts“ installiert wurde. Seither wird unterschieden zwischen „Strafen“ und „Maßregeln“.

8.000 Patienten

Etwa achttausend Patienten – ungefähr zehn Prozent von ihnen sind Frauen – leben deutschlandweit in rund siebzig solchen Einrichtungen. Sie müssen dort so lange bleiben, bis sie entweder nicht mehr krank oder nicht mehr gefährlich sind. Im Durchschnitt vergehen bis zur Entlassung auf Bewährung sechs bis acht Jahre, bei einem Viertel der Betroffenen sind es mehr als zehn Jahre. Von diesen verlassen etliche die Anstalt nur in Richtung Pflegeheim oder im Sarg.
Die Geschichte von Christian und Franziska habe ich ausführlich in meinem letzten Buch Am Dienstag habe ich meinen Vater zersägt – Die härtesten Fälle einer Gerichtsreporterin geschildert. Auch darüber hinaus beschäftigte mich das Schicksal dieses vielseitig interessierten Mannes, der sein halbes Leben noch vor sich hatte. Wie mochte er seine Zeit hinter den Mauern einer forensischen Klinik verbringen?

Wie leben die Insassen dort miteinander, die übrigens nicht immer nach Geschlechtern getrennt sind? Mit welchen psychischen Krankheiten haben es die Ärzte im Maßregelvollzug zu tun? Welche sind heilbar, welche nicht? Wie kommt es zu Irrtümern bei psychiatrischen Gutachten? Wie manipulierbar sind die Ärzte und Therapeuten bei ihrer Entscheidung, wenn es um Vollzugslockerungen geht? Wie leben Richter und forensisch-psychiatrische Gutachter mit der Verantwortung, einen einst gefährlichen Täter in die Freiheit zu entlassen? Oder andersherum, wie mit der Schuld, einen womöglich harmlosen Bürger lebenslang der Freiheit beraubt zu haben?

Auf der Suche nach Antworten trug ich nicht nur die hier vorliegenden bizarren Kriminalfälle zusammen, die sich mit psychisch kranken Tätern beschäftigen. Ich besuchte auch einige Kliniken und sprach mit Menschen, die den Maßregelvollzug kennen, mit Ärzten, Pflegern, Therapeuten, mit Richtern und Rechtsanwälten und natürlich mit Patienten.

Bei meiner Recherche erfuhr ich, dass sich der Maßregelvollzug seit Anfang der neunziger Jahre stark verändert hat. Die Zahl der Patienten stieg auf das Dreifache. Das hat mehrere Gründe. Zum einen werden immer mehr Straftäter psychiatrisch begutachtet. Heute beginnt kaum ein Schwurgerichtsprozess, ohne dass der Angeklagte vorher von einem auf Forensik spezialisierten Psychiater untersucht wurde.

Auf diese Weise kann bei viel mehr Menschen eine Erkrankung festgestellt werden, die eine Einweisung in die Anstalt rechtfertigt. Zum andern leidet die „zivile“ Psychiatrie unter den Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Menschen mit chronischen Psychosen werden nicht mehr so lange behandelt, wie es nötig wäre. Dadurch verschlechtert sich ihre Krankheit, es steigt die Chance, dass sie straffällig werden und in den Maßregelvollzug müssen.

Außerdem folgte die Politik dem öffentlichen Druck und erhöhte die Hürden für eine Entlassung. Heute reicht es nicht mehr, dass Richter und Psychiater eine solche erproben wollen. Nein, sie dürfen keinen Zweifel mehr daran hegen, dass der Untergebrachte sein Leben künftig straffrei meistern wird. Man ist vorsichtiger geworden. So vergeht inzwischen vom Unterbringungsbeschluss bis zur Entlassung auf Bewährung doppelt so viel Zeit wie vor dieser Entwicklung. Zaghaft und bedingt durch Justizirrtümer zeichnet sich gegenwärtig ein gegenläufiger Trend zur Liberalisierung ab.

Der Maßregelvollzug ist kostspielig, aber erfolgreich. Im Vergleich zu Gefängnisinsassen werden Insassen von forensischen Kliniken nur halb so oft rückfällig, obwohl sie meist mit einer deutlich schlechteren Prognose dorthin gekommen waren.

Selbstverständlich haben nicht alle Maßregelpatienten so ungeheuerliche Taten begangen wie die für dieses Buch ausgewählten. Etliche von ihnen legten Brände, andere begingen Diebstähle oder schlugen scheinbar grundlos ihre Mitmenschen, manche Taten blieben im Versuchsstadium stecken. Da man aber davon ausgehen muss, dass diese Menschen untherapiert mit großer Wahrscheinlichkeit wieder straffällig werden, kann man sie nur über Jahre wegschließen und behandeln, in der Hoffnung, dass sie eines Tages für ihre Mitmenschen nicht mehr gefährlich sind.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie beim Lesen ebenso gut unterhalten wie informiert werden – über eine Welt, die der Öffentlichkeit sonst verborgen bleibt.

Erkundungstour im Maßregelvollzug

Eine Journalistin, die hinter die Kulissen forensischer Kliniken schauen will, rennt nicht gerade offene Türen ein. Versperrt werden sie von Sicherheitsbedenken und ärztlicher Schweigepflicht, ein wenig aufgezogen werden sie von der Erkenntnis, dass Transparenz hilft, Ängste, Bedenken und Vorurteile abzubauen. Der erste, der mir erlaubt, seine Einrichtung von innen anzuschauen, ist der Chef der Klinik für Forensische Psychiatrie am Bezirksklinikum Ansbach. Er gilt als ein rastloser Forscher, der neueste methodische Ansätze verfolgt und wissenschaftliche Projekte an seine kleine Klinik holt. Zudem legt er Wert darauf, dass seine Mitarbeiter sich regelmäßig bei Koryphäen der Kriminologie und Forensik fortbilden.

Ich verabrede mich mit seiner Mitarbeiterin, Oberärztin Dr. Gabriele Grupp.* Sie bietet mir an, mich einen Tag lang herumzuführen, und will versuchen, ob sie mich in eine „Lockerungskonferenz“ mitnehmen kann. Ich freue mich, könnte ich doch in solch einer Konferenz hautnah miterleben, wie ein multiprofessionelles Team aus Psychiatern, Psychologen, Ergotherapeuten, Sozialarbeitern und Pflegern über mögliche Lockerungen der therapeutischen Maßnahmen für eine Handvoll Patienten diskutiert, vielleicht sogar über den ersten Alleinausgang für einen Sexualmörder? Doch ich habe mich zu früh gefreut. Eine Lockerungskonferenz sei nicht öffentlich, befindet der Chefarzt.

Dann vielleicht eine Fallkonferenz? Zweimal im Jahr wird eine solche für jeden Patienten anberaumt. Das Ergebnis fließt in die Stellungnahme ein, die die Klinik vor der jährlichen gerichtlichen Anhörung an die Strafvollstreckungskammer schickt. Außerdem basieren darauf die Lockerungsentscheidungen, jedenfalls bei härteren Fällen. Eine Fallkonferenz ist also ziemlich wichtig. Sie wird von dem Therapeuten vorbereitet, der mit dem betreffenden Patienten arbeitet. Er muss im Vorfeld die kriminelle Vergangenheit des Patienten sowie dessen Verhalten in der Klinik beurteilen und eine Prognose abgeben über dessen Zukunftsperspektiven. Dies geschieht in Form eines standardisierten Bewertungsbogens mit dem Namen „Historical, Clinical, Risk“, auch bekannt als HCR-20. „Forensische Psychiatrie ist sehr genau“, erklärt Gabriele Grupp. „Da hat sich in den letzten fünfundzwanzig Jahren viel getan.

Früher waren die Bewertungen klinisch-intuitiv, heute gibt es Prognose-Instrumentarien wie eben den HCR-20.“ Mit diesem betrachtet man das Rückfallrisiko unter den drei genannten Aspekten: Es gibt zehn „historische“ Variablen, darunter „geringes Alter bei der ersten Gewalttat“ sowie „instabile Beziehungen und Sexualität“, außerdem fünf „klinische“, wie „fehlender Behandlungserfolg“ und „Mangel an Einsicht“, und schließlich noch fünf „Risikomanagement“-Variablen, etwa das „Fehlen realisierbarer Pläne“ und „mangelnde Unterstützung“. Jeder der insgesamt zwanzig Variablen wird nach einem Drei-Punkte-System bewertet (0 = nein, 1 = möglich, 2 = ja) – je geringer die Gesamtpunktzahl, desto geringer das Risiko.

Natürlich gibt es noch andere Prognose-Instrumente, sie tragen Namen wie VRAG (Leitfaden zur Abschätzung des Gewaltrisikos), ILRV (Integrierte Liste mit Risiko-Variablen), PCL (Psychopathie-Checkliste), SVR (Risikoschema für sexuelle Gewalt) oder SORAG (Risikobeurteilungs-Leitfaden für Sexualstraftäter). Je gefährlicher ein Patient ist, umso mehr Methoden wendet der Therapeut für die Risiko-Abschätzung an. Anhand dieser diskutieren die Teilnehmer der Fallkonferenz miteinander. Bei einem komplizierten Fall kann das bis zu drei Stunden dauern, erzählt mir Gabriele Grupp.

Doch auch die Fallbesprechung bleibt bloße Theorie für mich. Die beiden Patienten, über die demnächst gesprochen werden soll, sind mit meiner Anwesenheit nicht einverstanden. Der Chefarzt bietet mir statt dessen die Hospitanz bei einer Visite an, außerdem eine Hausführung sowie Gespräche mit Patienten. Gespannt begebe ich mich auf den Weg nach Mittelfranken.

Es ist kurz vor neun Uhr morgens, und vor dem Bezirksklinikum Ansbach gibt es bereits keinen freien Parkplatz mehr. Kurz entschlossen stellt Gabriele Grupp ihren Wagen, mit dem sich mich vom Bahnhof abgeholt hat, in eine Halteverbotszone. Wenn der Sicherheitsdienst sie erwischt, darf sie einen Monat lang nicht mehr mit dem Auto auf das Gelände fahren, auf dem sich die Klinik für Forensische Psychiatrie befindet. Hier wo etwa 180 psychisch kranke Straftäter jahrelang therapiert werden, müssen auch die 223 Angestellten mit Sanktionen rechnen, falls sie gegen die Hausordnung verstoßen.

Die Oberärztin weiß um dieses Risiko, das sie nicht betrifft, denn gewöhnlich fährt sie mit dem Fahrrad zu ihrem Arbeitsplatz. Jahrelang war sie in der Psychiatrischen Institutsambulanz des Bezirksklinikums angestellt gewesen, vor zwei Jahren wechselte die damals Achtundvierzigjährige von der Allgemeinen zur Forensischen Psychiatrie. Sie hatte Lust auf etwas Neues und Interesse an der Arbeit mit schwerstkranken Patienten.

Die Klinik für Forensische Psychiatrie befindet sich in einer Parkanlage, die locker mit zwei- und dreistöckigen Gebäuden bebaut ist, der größte Teil davon ist über hundert Jahre alt. Inmitten dieser hübschen, pastellfarbenen Pavillons steht ein etwa sechs Meter hoher Stahlzaun mit Stacheldrahtkrone und Videokameras. Er umschließt einen hellgetünchten Neubau mit linearen Konturen und großen Glasflächen. Von dem Zaun abgesehen, könnte es sich um eine moderne Ferienanlage handeln. Hier sind die gefährlichsten Patienten des Maßregelvollzuges untergebracht, die Neuankömmlinge und die Sexualstraftäter.
Die benachbarten Altbauten kommen mit elektronisch versperrten Türen und Fenstergittern aus.

Hier leben diejenigen, die sich im Laufe der Jahre so weit gebessert haben, dass man ihnen Lockerungen zugestehen konnte, diejenigen, die vor allem mit Suchtproblemen kämpfen, und die überwiegend psychotischen Patienten, deren Krankheit so unbefriedigend verläuft, dass man sie wohl in Heimen unterbringen muss, in denen sie dann bis an ihr Lebensende bleiben.

Das neueste Projekt der forensischen Klinik ist eine Präventionsambulanz: Psychisch Kranke, die noch nicht straffällig geworden sind, aber ein entsprechendes

„Risikoprofil“ aufweisen, sollen die Therapie erhalten, die bislang nur für Straftäter vorgesehen war. Von behandelnden Psychiatern oder Bewährungshelfern werden sie hierhergeschickt, wo sie freiwillig trainieren können, wie sie mit ihrem Leben, ihrer Krankheit, mit ihren Gefühlen und den Gefühlen anderer besser klarkommen. „Compliance fördern“ ist ein Schlagwort, das ich an diesem Tag mehrfach höre.

Es steht für den Wunsch der Forensiker nach Ausbildung von kooperativen Patienten, die ihre Krankheit verstehen, ihre Medikamente nehmen und sich auch sonst an die Ratschläge der Mediziner und Psychologen halten – eine Ausbildung, die in der Allgemeinen Psychiatrie nicht möglich, aber langfristig sinnvoll ist, auch um potenzielle Opfer zu schützen und um den Bedarf an personalintensiven forensischen Kliniken zu senken.

Dies erfahre ich von der Oberärztin auf unserem Gang über das weitläufige Klinikgelände, das sie mit wehender Daunenjacke durchschreitet. An ihrer rechten Jackentasche hat sie eine Art Walkie-Talkie befestigt. Damit kann man telefonieren, und wenn man zweimal auf einen Knopf drückt oder das Gerät für wenige Sekunden auf dem Rücken liegen lässt, auch Alarm auslösen. Zur Arbeitsausrüstung gehört noch ein Chip, ein universeller Türöffner für die gesicherten Gebäude. Wir befinden uns auf dem Weg zum umzäunten Neubau. In der Aufnahmestation wird Gabriele Grupp den im Urlaub befindlichen Stationsarzt bei der Patientenvisite vertreten.

Im Eingangsbereich hängt das Leitbild der Klinik. Es umfasst acht Kernsätze, in denen der Wunsch nach „qualitativ hochwertigen Leistungen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte“ und nach einem „offenen, respektvollen und unterstützenden Umgang der Mitarbeiter, die sich als Teil eines gemeinsamen Unternehmens sehen“ formuliert wird. Auf den Fluren könnte man Fußball spielen, an den Wänden sorgen Miró-Grafiken für kräftige Farbtupfer und beschwingte Linien. Der Chefarzt, höre ich, ist ein großer Miró-Bewunderer.

Er will später noch zur Visite kommen, um sich dort einen Patienten anzuschauen, der jahrelang in einer benachbarten forensischen Klinik untergebracht war und dann zur Bewährung in eine Einrichtung entlassen wurde, in der es Schwierigkeiten gab. Nun ist er hierhergekommen, zur „Krisenintervention“ – so bezeichnet man die auf maximal drei Monate befristete Aufnahme von bereits entlassenen Patienten, deren Zustand sich akut verschlechtert hat. Allerdings glauben die Ansbacher Psychiater nicht daran, dass es lediglich einer Krisenintervention bedarf, um diesen Patienten erneut entlassen zu können. Wohl eher werden die Richter dessen Bewährung widerrufen müssen.

In dem Raum, in dem die Visite stattfindet, kämpft die Oberärztin zunächst damit, den Computer zu starten, um die elektronischen Patientenakten einsehen zu können. Mutig klickt sie auf „Kennwort zurücksetzen“ und erschreckt damit die Stationspsychologin. Mit einem beherzten Neustart siegt schließlich die Sozialarbeiterin gegen die Technik. Heute haben sich sieben Patienten angemeldet, die hier in Gegenwart von einem halben Dutzend Leuten ihre Probleme ausbreiten müssen, einem Tribunal aus Pflegern, Therapeuten, Ärzten und Praktikanten.

Bevor ein Patient eintritt, wird er der Oberärztin stichpunktartig vorgestellt. Sie erfährt das Delikt und besondere Vorkommnisse, auch Diagnosen werden ihr genannt. Selten sind es sortenreine Psychosen oder Persönlichkeitsstörungen, oft ist es ein Gemisch aus beidem mit einem Schuss ADHS oder gestörter Impulskontrolle.

Die Anliegen der Patienten sind unterschiedlich. Oft wünschen sie eine Änderung der Medikation, die sich bei den meisten noch im Probierstadium befindet. Es scheint nicht leicht zu sein, die richtigen Präparate zu finden beziehungsweise die ideale Kombinationen und Dosierungen, die Ärzte und Patienten gleichermaßen glücklich machen. Die Ärzte stehen in der Fürsorgepflicht, die Patienten scheuen die Nebenwirkungen oder bestreiten gar, an einer bestimmten Krankheit zu leiden. Beständig argumentiert und verhandelt Gabriele Grupp über Blutentnahmen, über einen Besuch beim Gynäkologen, ja sogar über eine dauerhafte Fixierung, also die Fesselung ans Bett, die sich einer ihrer Patienten anstelle von Medikamenten wünscht.

“Das gibt mir Halt und das Gefühl, dass ich zur Ruhe kommen kann”„Das gibt mir Halt und das Gefühl, dass ich zur Ruhe kommen kann“, sagt der Mann. In diversen Pflegefachbüchern hat er Argumente für sein Anliegen gesammelt. So dürfe ein Patient mit seinem Einverständnis durchaus fixiert werden, außerdem würde ein Gurt mit Klettverschluss nicht als Fixierung gelten. So harmlos sein Wunsch klingt: Die Ärztin darf ihn nicht unbeobachtet in einer Lage belassen, aus der er sich im Notfall nicht selbst befreien kann. Er müsste dauerhaft im monitorüberwachten „Kriseninterventionszimmer“ – früher „Gummizelle“ genannt – untergebracht werden. Im Hinblick auf seine Entlassung stellt dies eine Sackgasse dar. Aber die Therapeuten können gelassen bleiben. Die größte Ressource des Maßregelvollzuges besteht aus der Zeit, in der man auf die Einsicht der Patienten warten kann. Zeit, in der sie vieles ausprobieren können, um zu lernen, wie man „ins Leben zurückschwimmt“, wie es Gabriele Grupp formuliert.

Jedem hilft etwas anderes, darum ist die Palette der Therapieansätze breit gefächert. Neben der klassischen Psychotherapie können die Patienten Sport treiben oder Musik machen, sich künstlerisch oder handwerklich ausprobieren.

Nach der Visite zeigt mir die Oberärztin die Werkstätten, in denen professionell gearbeitet oder einfach nur gebastelt wird, denn auch im Umgang mit Laubsäge und Klebstoff können die Patienten erfahren, wie viel sie erreichen, wenn sie geduldig ein Projekt vorantreiben, es am besten mit einem Plan beginnen. Auf einen solchen würden seine Schützlinge gern verzichten, berichtet ein Ergotherapeut. „Manchmal lasse ich sie ins offene Messer laufen. Sie merken dann schon, warum es besser ist, zuerst eine Zeichnung anzufertigen.“ Spätestens im zweiten Anlauf gelängen dann solche Projekte wie der Bau eines Vogelhäuschens oder einer kleinen Truhe. „Notfall“ ist liebevoll auf einer Seite eingebrannt. Wenn sie fertig ist, soll sich darin alles versammeln, was ihren Besitzer in Stresssituationen beruhigt.

In der Beschäftigungstherapie werden auch sogenannte „Token-Pläne“ – Bretter mit Stiftreihen – verziert. Wenn diese in den karg möblierten Zimmern aufgehängt worden sind, bekommen die Patienten jeden Tag eine bunte Scheibe, eine Farbe für die Tage, an denen sich der Patient gut geführt hat, eine andere für die, die weniger optimal verliefen. So kann man Verhalten visualisieren und den Patienten motivieren. Wie auch immer die Klinikmitarbeiter es schaffen: Ihre Schützlinge müssen mitarbeiten, müssen sich ändern, nur so können sie es schaffen, irgendwann für ihre Mitmenschen nicht mehr gefährlich zu sein.
Der größte Anreiz sind die bereits erwähnten „Lockerungen“, als da wären: Ausgang mit Bediensteten – unbegleiteter Ausgang – Urlaub tagsüber – Urlaub mit Übernachtung. Es gibt noch weitere Abstufungen, sodass man am Ende auf zwölf Möglichkeiten der Lockerung kommt. Die größte Diskussion verursacht der Übergang vom begleiteten zum unbegleiteten Ausgang – vor allem bei Gewalt- und Sexualstraftätern, erzählt mir Gabriele Grupp.

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“Jenseits von Böse” – Realitätskrimi statt Sonntagabend-Tatort…

Da kann es schon mal eine Dreiviertelstunde dauern, bis etwa dreißig, vierzig Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter und leitende Mitarbeiter der Pflege sich einigen, ob man einen Patienten bei der Staatsanwaltschaft für eine Lockerung vorschlägt. Andernfalls lautet die Empfehlung, der Patient müsse noch die Suchtgruppe oder die Gruppe für Sexualstraftäter besuchen oder sein Delikt gemeinsam mit seinem Psychotherapeuten noch gründlicher ins Verhältnis zu seiner Biografie setzen.

Umgekehrt geht es schneller: Genehmigte Lockerungen können jederzeit gesperrt oder ganz zurückgenommen werden, je nachdem, wie gravierend der Patient gegen seine Auflagen verstoßen hat. Bei den meisten Rückfällen handelt es sich in den Augen von Außenstehenden um Lappalien nach dem Motto: „Hat er halt ein Bier getrunken!“, oder: „War doch nur eine kleine Verspätung!“ Fachleute bewerten das strenger. Für sie gilt ein solches Verhalten als Mangel an Zuverlässigkeit, Kooperation und Einsicht in die Notwendigkeit. Mindestens ein halbes Jahr tadelloser Führung muss vergehen, ehe so ein Fehltritt verziehen ist. Dann erhält der Patient eine neue Chance. Er darf wieder eine Sprosse auf der Lockerungsleiter emporsteigen, die ihn irgendwann einmal – vielleicht – in die Freiheit führt.

Das Geburtstagsgeschenk

Dreiundzwanzig wird er in wenigen Wochen. Dreiundzwanzig. Was für eine Zahl! So mystisch, so unheimlich, so verheißungsvoll! Doch was würde schon auf ihn warten? Auf ihn, Niklas N., den Loser der Nation, schmächtig, schüchtern, stotternd? Nichts hatte er bislang hinbekommen, rein gar nichts. Damals in der Schule, als seine Großmutter ihm Briefe schickte, die „An den Gymnasiasten Niklas N.“ adressiert waren, da galt er in der Familie noch als die große Hoffnung, der erste in der Schar seiner Cousins und Cousinen, der das Abitur schaffen, der erste, der aufsteigen würde. Was für ein Erwartungsdruck! Natürlich hatte er wieder einmal versagt, er hatte zu wenig gelernt. In der zwölften Klasse brach er die Schule ab. Seine Eltern waren tief enttäuscht. Bei seiner Mutter war ihm das egal, bei seinem Vater weniger. Der wollte nun, dass er Bäcker wurde, und organisierte ihm einen Ausbildungsplatz. Nach anderthalb Jahren warf er auch dort das Handtuch. Seine Eltern schmissen ihn zu Hause raus, er flüchtete zu einem Bekannten. Ein paar Monate später bewarb sich Niklas N. dann um die nächste Ausbildung, in einer Stadt, hundertdreißig Kilometer von seinem Geburtsort entfernt.

Seit zwei Jahren besucht er dort nun eine Schule für Physiotherapie. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben: Er stottert noch immer, ist noch immer der Außenseiter, hat noch immer keine Freundin und in seinem Leben nichts Vorzeigbares zustande gebracht. Nicht nur er sieht das so. Erst neulich, bei einem Besuch zu Hause, hat ihm sein Vater eine Liste überreicht, auf der alle Kosten aufgeführt waren, die er, das einzige Kind, seit seiner Geburt verursacht hat. Wo die Gegenleistung bliebe, erkundigte sich der Vater. Was soll man dazu sagen?

Niklas N. war wütend abgereist.Er weiß nur eins: Er muss an seinem Plan festhalten. Ja, er wird ihn umsetzen müssen. Er würde einen Menschen töten, am besten einen Schwulen. Er wird ihn in seine Wohnung locken und dort erstechen. Es muss jemand sterben – um seinetwillen. Nur so kann er aus seinem traurigen Dasein herausfinden. Er wird sich beweisen, dass er ein Verbrechen begehen kann, das sich kaum einer traut. Keine Scheußlichkeit wird er dabei auslassen. Niemand wird davon erfahren, nur er allein wird das Versteck der Leiche kennen. Er wird sich in Acht nehmen, er hat genügend Bücher und Filme gesehen, um zu wissen, wie man es richtig anstellt. Wenn ihm dann noch einmal jemand dumm kommt, wird er an sein finsteres Geheimnis denken und daran, dass sein Gegner nicht weiß, wie gefährlich er ist. Er würde sich mächtig vorkommen, männlich und charismatisch. Ein großartiges Gefühl! So würde er sich in einen neuen Niklas N. verwandeln. Dann hätte sein Leben einen Sinn, es könnte endlich beginnen.

Monate später entdeckt ein Mann, der mit Frau und Kindern Schwäne füttert, einen sonderbaren Gegenstand im Wasser. Vielleicht ein toter Fisch? Als er mit einem Ast danach stochert, erkennt er einen menschlichen Arm. In den nächsten Tagen tauchen weitere Körperteile einer männlichen Leiche auf: der andere Arm, eine obere und eine untere Torsohälfte, die Oberschenkel. Wer ist dieser unbekannte Tote, dessen Kopf und Finger verschwunden sind und an dessen Körper einige seiner abgeschnittenen Haare kleben? Die Kriminalpolizei überprüft sämtliche Vermisstenfälle, auch den Hinweis einer jungen Frau, die einen guten Bekannten, vermisst, Florian F., einen Dreiundzwanzigjährigen mit halblangen schwarzen Haaren. Sie wollten zusammen zu einem Treffen der Manga-Szene fahren. „Flo“ war dieses Treffen wichtig gewesen, und seine Bekannte wunderte sich, dass er nicht gekommen war, er hatte schon die Teilnahmegebühr bezahlt, obwohl er wenig Geld hatte. Eine Zahnbürste, ein T-Shirt und asiatische Essstäbchen, die die Beamten aus der Wohnung des

Vermissten besorgen, bringen Gewissheit: Der zerstückelte Tote ist Florian F. Die Polizisten durchsuchen die verwahrloste Wohnung. Sie finden einen am Computer geschriebenen, ausgedruckten Brief: „Ich wollte eigentlich eine Rundmail an alle schicken, aber so habt ihr was in der Hand, und es kriegen nur die mit, die es was angeht. Als ich mich auf den Weg machen wollte, um gemeinsam mit Freunden meine Bewerbungen zu schreiben, kam mir schlagartig etwas in den Sinn. Worum will ich mich da eigentlich bewerben? Um eine zukünftige geregelte Arbeit, mit Steuern und anderen Abzügen? Um einen Acht-Stunden-Tag und wenig Freizeit? Und dafür soll ich eine dreijährige Ausbildung machen? Wozu? Ich kann, was ich kann und fertig. Ich will keine Zeit mit einer Ausbildung verschwenden. Das gefällt mir nicht.

Bevor ich soweit bin, stehen mir jede Menge Probleme bevor. Schulden bei der Bank und ein Schufa-Eintrag sind das Letzte, was ein junger Mensch heutzutage braucht. Ich werde nicht daran vorbeikommen, beides zu haben. Dazu kommt noch das Jobcenter, das mir im Nacken sitzt, was mir ein bisschen Angst macht. Man könnte echt depressiv werden. Ich habe keine Lust, Teil dieses Systems zu werden. Deshalb habe ich mich mit einem Freund von außerhalb getroffen, bei dem ich vorläufig unterkomme. Er ist Mitglied in einer Gruppe mit sympathischen Ansichten und hat mit mir ein paar Ideen besprochen. Er kann mir da raushelfen. Seine Freunde können meine Fähigkeiten gebrauchen, anders als die Arbeitgeber, die ich so kennengelernt habe. Dort kann ich jede Menge lernen und mir sogar aussuchen was. Dafür muss ich allerdings sofort mit ihm los. Ich habe ein paar Klamotten mitgenommen, etwas zu essen und alles, was man so braucht. Ich komme wieder, sobald es geht, und hole den Rest ab. Dabei könnte ich wohl eure Hilfe gebrauchen. Aber das klären wir, wenn ich wieder da bin. Bis später.“

Die Beamten überprüfen den Freundeskreis des Opfers. „Ein Riesenumfeld“, wie die Ermittlungsführerin vor Gericht sagt. Auch der Name „Niklas N.“ taucht auf. Der junge Mann wird zur Zeugenvernehmung geladen, erscheint aber nicht. Per E-Mail entschuldigt er sich für sein Fernbleiben, er habe einen engen Freund verloren und darum die Stadt verlassen. Er schildert seine Beziehung zu Florian F., der mehrmals in der Woche zu ihm gekommen sei, zum Videospielen, Reden und Kochen. Florian habe keine Feinde gehabt, lediglich Selbstfindungs- und Finanzprobleme. Er wisse nicht, was der Freund getan habe, um an Geld heranzukommen. Vielleicht sei „da etwas schiefgelaufen“. Die Ermittler lassen nicht locker. Er müsse persönlich zur Vernehmung kommen, antworten sie. Niklas N. lässt auch den nächsten Termin verstreichen.

Bis zur Identifizierung seines Opfers hat er noch die Berufsschule besucht, doch damit ist jetzt Schluss. Nach und nach bricht er alle Kontakte ab, auch zu den Eltern. Er verkriecht sich bei einem Bekannten, den er in einem Chat-Forum kennengelernt und mit dem er von seinem Festnetzanschluss telefoniert hat.
Die Kriminalisten entdecken die Verbindung zwischen den beiden Männern. Während der Bekannte in seiner Vernehmung bestreitet, den Gesuchten zu beherbergen, versteckt sich Niklas N. in einem nahegelegenen Wald. Es ist Winter, er hat einen Schlafsack, ein Buch und Weißbrot bei sich, er wartet und friert – und ist weit weg von Macht und Männlichkeit. Nach drei Wochen wagt er sich wieder in seine Zufluchtswohnung. Mittlerweile hat eine Sachverständige den angeblichen Abschiedsbrief von Florian F. untersucht und darauf eine DNA-Spur sowie „einen sehr schönen Daumenabdruck“ von Niklas N. gefunden. Die Beamten begeben sich zur Wohnung, in der sie den Verdächtigen vermuten. Sie verpassen ihn. Sechs Wochen lang hören sie das Telefon des Bekannten ab, bis sie endlich die Stimme von Niklas N. vernehmen. Als sie den blassen, eingeschüchterten Mörder verhaften, sagt der: „Es tut mir unendlich leid. Sie wissen schon … was ich getan habe.“

Im Rucksack von Niklas N. finden die Beamten ein Diktiergerät, mit dem er aufgezeichnet hat, was ihn in den letzten Monaten bewegt hat. Es sind wirr anmutende Gedankensplitter. Es wirkt befremdlich, wenn jemand einen Mord plant wie andere ihre Hochzeitsfeier. „Ich werde ihn hier zu mir einladen, wir werden Sex haben. Ich gehe mit ihm ins Bad und werde ihn dort töten. Dann werde ich die Leiche zerteilen … Ich gehe nachts raus, um sie zu beseitigen, nehme aber noch ein bisschen von der Wade mit … ein bisschen Fleisch zum Braten. Ich sollte die Fingerspitzen und den Kopf irgendwie entsorgen … Ich muss ihn zertrümmern und im Wald vergraben …“ Selbst eine Art Einkaufsliste stellte Niklas N. zusammen: Chlor, Handschuhe, Kondome, Folien, Müllbeutel wollte er nicht vergessen.

Die Anklage wegen Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung, Mord und Störung der Totenruhe stützt sich auch auf diese Tonaufnahmen. Florian F. starb genau am dreiundzwanzigsten Geburtstag des Angeklagten. Die Staatsanwältin geht davon aus, dass er sich den Mord zum Geburtstag schenkte: „Es kam ihm darauf an, einen Menschen sterben zu sehen.“ Er habe zunächst einen passiven Homosexuellen in seine Wohnung locken wollen. Da es dem kontaktscheuen Mann nicht gelang, einen Fremden für sich zu interessieren, musste ein Freund dran glauben. Er ließ Florian F. in seine Wohnung und schlug ihn dort nieder, so die Anklägerin. Florian F. lebte noch, als Niklas N. ihm die Geschlechtsteile abschnitt und ihn anschließend mit mindestens zweiundzwanzig Stichen in den Rücken tötete. In der Badewanne schnitt er dem Toten mit einer Gartenschere die Fingerkuppen ab, öffnete den Leichnam und zerteilte ihn. Nachts steckte er Leichenteile in seinen Rucksack und lief mehrmals gut zwei Kilometer zu einem Fluss, wo er seine Fracht entsorgte.

Niklas N. sitzt mit hängendem Kopf und gequälter Miene zwischen seinen beiden Anwälten. Zuweilen überwältigt ihn seine Anspannung, dann wippt er unruhig auf seinem Stuhl oder reibt sich intensiv die Stirn. Zu den Vorwürfen äußert er sich per Video, das seine Anwälte in der Haftanstalt aufgenommen haben. Auf diese Weise wollen sie dem Gericht und vor allem dem psychiatrischen Gutachter zeigen, dass die Persönlichkeit ihres Mandanten hochgradig gestört ist. Die Vorführung des Videos findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, auch die Erstattung des psychiatrischen Gutachtens. So bleibt für Prozessbeobachter das Motiv des Angeklagten lange rätselhaft.

Erst als der Vorsitzende Richter in der Begründung seines Urteils den Inhalt der Beweisaufnahme zusammenfasst, lüftet sich das Geheimnis. Florian F. wurde das Opfer eines Menschen, der in scheinbar geordneten Verhältnissen aufwuchs, jedoch emotional so vernachlässigt wurde, dass er immer depressiver wurde und jegliches Selbstvertrauen verlor. Ein unbändiger Hass staute sich in ihm an, den er aber nie zu zeigen gewagt hätte. Niemand ahnte daher, wie es in Niklas N. brodelte.

Auf der Physiotherapieschule begegnete er Paul P. „Freundschaft“ ist wahrscheinlich nicht das richtige Wort für das, was Niklas N. für ihn empfand. In der Videoaussage erklärte der Angeklagte, seine Mitmenschen seien in seinem Leben nur Touristen. Paul P. wohnte schräg gegenüber, so verbrachten die beiden viel Zeit miteinander. „Er hat nur wenig von seinen Gefühlen preisgegeben“, sagt der ehemalige Mitschüler, aber Niklas N. habe einiges von seinem Elternhaus erzählt, auch von den wenigen, eher frustrierenden sexuellen Erfahrungen, die er mit ein, zwei Frauen gemacht habe und von seinen Depressionen. „In der Schule wurde er oft gemobbt.“

Die Mitschüler schubsten den schüchternen Stotterer herum und riefen: „Du stinkst“, und: „Du Nichtskönner!“ Ein älterer Mitschüler soll ihn sogar zum Oralverkehr gezwungen haben. Die Lehrer seien nicht eingeschritten, er selbst habe sich nicht gewehrt, sondern sich verängstigt zurückgezogen. Einem Mitschüler berichtete er von einem Tagebuch, in dem er sich ausmalte, wie er Rache an seinen Peinigern nimmt. In solchen Momenten wünschte er sich, wie sein Vater zu sein, ein Machertyp, intelligent und durchsetzungsfähig, das Gegenteil von seiner schwachen Ja-Sager-Mutter, einer einfachen Frau, die in seiner Kindheit so selten zu Hause war, dass er sie als „Tante“ angesprochen hatte.

„Sein Vater war kaltherzig“, sagt Paul P. „Der hat ihn niemals in den Arm genommen. Wenn Niklas weinte, hat er ihn ignoriert. Niklas hat es als Erziehungsmethode akzeptiert. Sein Vater war ein Rechthaber, wusste immer alles besser, musste immer gewinnen. Das hat ihm Spaß gemacht. Niklas hielt seinen Vater für einen Psychopathen, für einen, der sein Ding macht, sich auf sich selbst konzentriert und frei von Gefühlen lebt. Das hat Niklas fasziniert. Seine eigenen Emotionen haben ihn belastet, seine Wut und sein Hass, weil sie ihm selbst galten. Sich von allen Gefühlen zu lösen, ein charismatischer, manipulativer Psychopath werden, das war sein Traum.“

Niklas N. habe sich für Gewaltfilme interessiert und für Serienkiller, die er ebenso bewunderte wie seinen Vater. Pauls Freundin gegenüber erzählte er, „dass er auf Ballerspiele stehe“.

„Schießt man da auf Kreise?“, erkundigt sich der Vorsitzende Richter. „Nein, auf Menschen. Das machte ihm Spaß. Wir haben mal zusammen einen Film über einen Amoklauf geguckt. Der war einfach krank, Niklas fand die Darstellung cool.“

Im Krankenhaus, in dem Niklas N. ein Praktikum absolvieren musste, entsetzte er eine Ausbilderin mit seiner Faszination für sterbende Menschen. Sehnlichst wünschte er sich, bei einer Herzoperation hospitieren zu dürfen, sie lehnte das wegen der zweifelhaften Motive ab. Auf seinem Zeugnis notierte sie „mangelnde Empathiefähigkeit“, das habe sie noch keinem Praktikanten bescheinigt.

„Niklas beschäftigte sich vor allem mit sich selbst, nicht mit der Gefühlswelt anderer“, bestätigt Paul P. Der Freund habe über die Veränderung seines Äußeren, über Krafttraining und Protein-Shakes sinniert. „Er wollte so breite Schultern haben, dass er nicht mehr durch die Tür passt.“ Dennoch hätten sie „sehr tiefgründige, intellektuelle Gespräche“ geführt, auch zu dritt mit Florian F., einem Einzelgänger wie sie. „Niklas und Florian hatten die Angewohnheit, gerne zu reden und alles breitzutreten.“ Dennoch seien beide völlig unterschiedlich gewesen: Florian F. war der stets grinsende, hilfsbereite, euphorische Optimist und Niklas N. der schüchterne, egozentrische Pessimist.

Auf der Suche nach dem Sinn in seinem Leben habe der Angeklagte von einer politischen Bewegung geträumt. Mit einem Bekannten wollte er eine geheime Bruderschaft gründen, sie wollten Wissen darüber sammeln, was in dieser Gesellschaft falsch laufe, und ihre Erkenntnis mit aufrüttelnden „Briefen ans Volk“ propagieren. Sich und ihrer Organisation gaben sie lateinische Namen, das Erkennungszeichen sollte ein Pentagramm ein, das sich Niklas N. sogar mit einem Teppichmesser in den Unterarm ritzen ließ.

Paul P. lacht auf, als er zu diesen politischen Aktivitäten gefragt wird. „Man wollte halt irgendwas machen, irgendwann, irgendwie. Ich habe gesagt: Na, dann legt mal los!“ Niklas N. habe auf die Zeit nach der Ausbildung verwiesen und von einem Fantasy-Roman erzählt, den er bis dahin schreiben wollte, um die „Bruderschaft“ zu finanzieren. Überhaupt habe sich der Angeklagte gern in Parallelwelten geflüchtet, in die Weiten des Internets, in dem er Final Fantasy gespielt und gechattet habe – in der Rolle eines Menschen, den er für mutig, selbstbewusst und charismatisch hielt.

Florian F. habe ebenfalls viel vor dem Computer gehangen, den er virtuos beherrschte. Bereitwillig half er vielen Bekannten bei Computerproblemen, auch Paul P. Der beschreibt den Verstorbenen als „schusselige, freundliche Begeisterungsmaschine“, der aber „keine Ahnung vom Zwischenmenschlichen hatte“, der beispielsweise nicht wusste, dass man einen Arbeitgeber nur sehr vorsichtig kritisieren darf. Offen und naiv sei der Freund gewesen, auf jeden sei er gleich zugekommen, auch auf Pauls Freundin, die ihm in einer depressiven Phase von ihrer „schlechten Kindheit“ erzählte. Er habe ihr geraten: „Schreib einfach ein Buch! Fang einfach an. Das hilft, und dir ist nie langweilig!“

Paul P. hielt den Verstorbenen für hoch intelligent: „Er hat sich für alles interessiert und alles konsumiert, was er in seinen Kopf stopfen konnte. Seine Welt war bestimmt doppelt so bunt wie unsere, er wirkte, als ob er auf Droge wäre.“ Ordnung und Struktur seien weniger sein Ding gewesen. „Er hat gemacht, wozu er Lust hatte.“ Seine alleinerziehende Mutter war mit dem hochbegabten Autisten nicht zurecht gekommen, seine Pflegemutter hatte ihn auf ein Internat geschickt, wo er das Abitur gemacht hatte. Danach kämpfte er mit den Anforderungen des täglichen Lebens. Wenn er einen Job hatte, schaffte er es nicht, die Arbeitszeiten einzuhalten.

Er kam auch nicht den Auflagen des Jobcenters nach. Die Körperpflege überforderte ihn. Seine Wohnung glich einem Müllhaufen, Zeitschriften dienten ihm als Teppich, sein Bett bestand aus zwei Regalen, über die er eine Matratze gelegt hatte. Oft übernachtete er bei einem seiner vielen Bekannten, wo er duschte und seine Wäsche wusch. Die Wohngemeinschaft, in der Niklas N. gemeinsam mit einer Mitschülerin lebte, gehörte zu seinen Anlaufstellen. Auch an seinem Todestag begab er sich dorthin. Er wollte dem Geburtstagskind ein Essen kochen.

Es war ein Mittwoch. Bis Sonntag würde die Mitbewohnerin von Niklas N. noch bei ihren Eltern sein, diesen Umstand hatte der Mörder bereits bei der Entwicklung seines Plans bedacht. Nun war Florian F. bei ihm eingetroffen. Spätestens jetzt musste er beschlossen haben, seine monatelang gehegten Fantasien an diesem Opfer zu verwirklichen.

Mit einem Streitgespräch versetzte er sich nach eigenen Angaben in die nötige aggressive Stimmung, dann schlug er zu. Sein Opfer war noch nicht tot, als er es ins Bad schleppte. Mit einem Dolch versetzte er Florian F. dann die Stiche in den Hals und in den Rücken. Der Angeklagte habe seinen Plan ziemlich genau abgearbeitet, so der Richter, allerdings habe er den Sterbenden weder gefesselt noch vergewaltigt, wie es die Staatsanwältin aufgrund des diktierten Tatplans vermutet hatte. „Er war beim Anblick der leblosen Gestalt, die durch Blut und andere Flüssigkeiten alles andere als gut ausgesehen haben muss, nicht dazu in der Lage gewesen“, meint der Richter. Das Gegenteil lässt sich nicht beweisen, selbst wenn der Rechtsmediziner im After des Verstorbenen ein prostataspezifisches Antigen fand, also einen unspezifischen Beweis für Sperma. Dieses könne auch vom Opfer stammen. Der Rechtsmediziner bemerkte noch den auffallend sauberen Darm: „Doch man kann aus dem Fehlen von Kot kein Sexualdelikt ableiten.“ Dies könne andere Ursachen haben, zumal sich der Torso des Toten mit dem zu beiden Seiten offenen Darm fast vier Wochen lang im Wasser befunden hatte.

Während Florian F. noch bewusstlos im Bad gelegen hatte, schnitt ihm sein Mörder Penis und Hodensack ab, dann die Finger. Danach zerlegte er den übrigen Körper. Dabei sei es ihm „nicht nur um die Erleichterung des Transports“ gegangen, so der Richter, „sondern in erster Linie um den Bruch von Tabus“. Deshalb habe er dem Toten die Haare abgeschnitten, deshalb seinem noch warmen Körper die Organe entnommen.

Die Leichenteile verstaute er in Müllsäcken und legte sie in den Kühlschrank. Dort sammelte sich das Blut seines Opfers zunächst in einer Auffangschale, die dann überlief und ihren verräterischen Inhalt auf den Boden ergoss.

Am späten Nachmittag kam ein Bekannter, Richard R., zu Besuch, den hatte Niklas N. vor einigen Monaten beim Wave-Gothic-Treffen kennengelernt. Sie saßen in der Küche, spielten Computer und aßen Pizza. Der Hausherr sei ständig „rumgewuselt“, erinnert sich Richard R. Er habe „hastig“ Tee gekocht, dann seien sie gemeinsam „schnell zu Paul rübergegangen“. In dessen geräumiger Wohnung wollte Niklas N. seinen Geburtstag feiern, wenn man das so bezeichnen möchte. Niklas N. war zu diesem Termin eigentlich nie nach Feiern zumute gewesen. Aber er wollte bei Paul P. Blutspuren und Haare seines Opfers hinterlegen. Falls etwas schief ginge, könnte er ihm den Mord in die Schuhe schieben. Zu dritt spielten sie ein Videospiel und tranken den von Richard mitgebrachten Glühwein, Pauls Freundin saß gelangweilt daneben.

„Möglicherweise“, so der Vorsitzende Richter, „erschien der Angeklagte auch auf der Geburtstagsfeier, um sich zu beweisen, dass niemand merkt, was er gerade getan hat.“ Mit Erfolg.

„Er sah aus wie immer, ein bisschen geistesabwesend wirkte er“, erinnert sich Richard R. „Aber er hatte immer diese neutrale Fassade, man konnte nie wissen, was er fühlt und denkt.“

Paul P. fand es merkwürdig, dass Florian F. nicht erschien: „Aber wir kannten das schon von ihm.“ Der Gastgeber schrieb eine SMS, wie schön es wäre, wenn Florian noch kommen würde. Keiner sorgte sich ernsthaft.

Vier Stunden später kehrte Niklas N. dann in seine Wohnung zurück. Die Putzaktion, die er jetzt startete, hätte er sich sparen können. Zwar gelang es ihm mit Hilfe eines Chlorreinigers, die Blutspuren in seinem Zimmer und im Bad erstaunlich gründlich zu beseitigen, aber die Blutlache unter dem Kühlschrank bemerkte er nicht – im Gegensatz zu den Kriminalbeamten, für die nach einer Hausdurchsuchung kaum noch ein Zweifel daran bestand, wer der Mörder von Florian F. war.

Am Ende der Beweisaufnahme bestätigt der psychiatrische Sachverständige die Auffassung der Verteidiger, der Angeklagte sei psychisch krank. Der Gutachter spricht von einer Persönlichkeitsstörung, also von Persönlichkeitszügen, die sich in ihrem Ausprägungsgrad so weit von der Norm abheben, dass der Betreffende durch sie in vielen Bereichen seines Lebens fortwährend scheitert. Bei Niklas N. handelt es sich um die selten auftretende Form der schizoiden Persönlichkeitsstörung, die sich durch eine tiefgreifende Bindungsstörung sowie Schwierigkeiten mit dem Wahrnehmen und Ausdrücken von Gefühlen auszeichnet.

Die Betroffenen sind introvertierte Einzelgänger, die nur an wenigen Tätigkeiten Freude empfinden und kein Interesse an zwischenmenschlichen Beziehungen haben. Sie wurden von kleinauf emotional vernachlässigt und mussten lernen, auf Gefühle zu verzichten. Darum können sie solche bei anderen nur schwer wahrnehmen und selbst ausdrücken. Sie wirken kühl und distanziert. Gerne flüchten sie sich in Fantasiewelten. Beim Angeklagten sei die Persönlichkeitsstörung zudem von einem massiven neurotischen Vaterkonflikt überlagert worden.

Diese Einschätzung reicht für eine verminderte Schuldfähigkeit. Mindestens vierzehn Jahre soll dem Mörder von Florian F. die Freiheit entzogen werden, er wird in einer forensischen Klinik untergebracht. „Es wird sich zeigen, ob Sie mit dieser Persönlichkeitsstörung umzugehen lernen“, sagt der Vorsitzende Richter in Richtung des Angeklagten. „Das wird sicherlich ein langer Weg werden. Ob Sie ihn meistern, ist alles andere als sicher, angesichts der Abgründe, die Sie uns hier gezeigt haben.“

Die Verteidiger sind zufrieden, im Maßregelvollzug sei ihr Mandant besser aufgehoben als im Gefängnis, wo er erneut in die Opferrolle gleiten würde und ohne intensive Therapie wohl kaum von seinen Gewaltfantasien loskommen würde. Zudem sei es für Niklas N. von Vorteil, nicht in die Kategorie „Sexualmörder“ zu fallen, so habe er eine größere Chance, irgendwann einmal wieder in die Freiheit entlassen zu werden.
Mit der Verurteilung des ehemaligen Freundes endet auch für Paul P. ein bewegendes Kapitel seines Lebens. Was hatte er für Ängste ausgestanden, als zunächst Florian nicht mehr aufgetaucht war und dann auch noch Niklas spurlos verschwand. Ihm schwante, dass ihnen etwas zugestoßen sein musste. Er befürchtete schon, das nächste Opfer zu sein!

So falsch lag er mit dieser Vermutung nicht. „Der Angeklagte hat keineswegs Abstand von seinen Tötungsfantasien genommen“, erklärt der Richter in seiner Urteilsbegründung. „Auch nach der Tat beschäftigte er sich mit solchen Gedanken.“ Es gab sogar eine Todesliste mit weiteren möglichen Kandidaten. Paul P. stand ebenfalls darauf.

“Im engeren Sinn befasst sich die Forensische Psychiatrie mit den Fragen, die von Gerichten und Behörden im Gebiet der Psychiatrie gestellt werden. Aus diesem Grund hat die Begutachtungskunde in der Forensischen Psychiatrie eine wesentlich größere Bedeutung als in anderen medizinischen Fachgebieten. Die gutachterliche Beurteilung umfasst z. B. die Beurteilung der Schuldfähigkeit von Straftätern.”

Uta Eisenhardt, geboren 1968, studierte Soziologie und arbeitet als Gerichtsreporterin. 2011 erschien „Es juckt so fürchterlich, Herr Richter!“, ein Best-of ihrer stern.de-Gerichtskolumne. 2012 folgte „Am Dienstag habe ich meinen Vater zersägt“…

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Integritiät vs. Compliance: Kontrolle ist gut, Vertrauen besser http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/integritiaet-vs-compliance-kontrolle-ist-gut-vertrauen-besser/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/integritiaet-vs-compliance-kontrolle-ist-gut-vertrauen-besser/#comments Tue, 27 May 2014 06:09:33 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6538 Wir haben mit dem Wirtschaftsethiker Stephan Grüninger, Professor an der Konstanzer Fachhochschule für Wirtschaft, Technik und Gestaltung über den Wert von Vertrauen gesprochen. Und den Begriff “Integrity ... neue Einsichten gefällig?

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Wir haben mit dem Wirtschaftsethiker Stephan Grüninger, Professor an der Konstanzer Fachhochschule für Wirtschaft, Technik und Gestaltung über den Wert von Vertrauen gesprochen. Und den Begriff “Integrity Compliance”…

Worin geht Integrity Compliance über Compliance hinaus und wie knüpft sie an diese an? In welchen Branchen ist Integrity Compliance etabliert? Welche Tools und Literatur gibt es dazu? Über diese und andere Fragen haben wir uns mit Professor Stephan Grüninger unterhalten.

Karriere-Einsichten: Warum reden Manager überhaupt über Compliance, das Thema ist ja nicht besonders sexy…

Stephan Grüninger: Das würde ich so nicht sagen. Schließlich geht es nicht selten um Fälle von Wirtschaftskriminalität größeren Ausmaßes. In Deutschland ist das Genre „Krimi“ doch sehr beliebt. Aber im Ernst, hätten wir in der Vergangenheit nicht zahlreiche Fälle von Bilanzmanipulationen, Korruptionsstraftaten, Preiskartelle und so weiter gehabt, wäre das Thema sicherlich nicht so zügig zu einem Managementstandard geworden.

Karriere-Einsichten: „Integrity“ und „Compliance“. Was ist der Unterschied?

Stephan Grüninger: Bei Compliance geht es um die Einhaltung von Regeln, vor allem die Beachtung von für ein Unternehmen relevanten Gesetzen. Und dabei natürlich vor allem um solche Gesetze, deren Missachtung aus dem Geschäftsmodell heraus nicht gänzlich unwahrscheinlich ist und für das Unternehmen besonders schwerwiegende Folgen haben kann. Im Geschäftsalltag kommt es vor allem darauf an, die gesetzlichen Grundlagen – sagen wir etwa des internationalen Korruptionsstrafrechts – so zu übersetzen, dass jeder Mitarbeiter etwas damit anfangen kann.

„Integrity“ bedeutet insofern nichts gänzlich anderes, als es auch hier am Ende des Tages vornehmlich darum geht, gesetzliche Standards einzuhalten. Darüber hinaus geht es aber auch um Fairness im Umgang mit Kunden, Lieferanten und anderen relevanten Stakeholdern des Unternehmens.

Karriere-Einsichten: Geben Sie mal ein Beispiel aus der Praxis, aus der Finanzbranche.

Stephan Grüninger: Denken Sie an die Anlageberatung von Banken und Versicherungen. Die Abgrenzung eines aus moralischer Sicht lediglich unfairen Geschäfts vom klaren Anlagebetrug kann letztlich nur gerichtlich festgestellt werden. Bei „Integrity“ handelt es sich aber gleichzeitig um einen Ansatz der versucht, das Verhalten von Menschen in Organisationen zu steuern. Er orientiert sich an allgemein gültigen und gesellschaftlich akzeptierten Grundwerten.

Karriere-Einsichten: Aus juristischer Sicht braucht man keine ethischen Werte, um Gesetze einzuhalten.

Stephan Grüninger: So kann man das natürlich sehen und so wird das in der Tat auch häufig gesehen. Ich sage aber, Manager müssen die Köpfe und Herzen der Mitarbeiter erreichen, um eine Unternehmensethik wirksam und nachhaltig zu etablieren. Man muss den Leuten doch erklären, warum Bestechungshandlungen, Kartellvergehen oder Kinderarbeit in der Wertschöpfungskette schädlich sind. “Aufzeigen welche persönliche Konsequenzen Manager für ihre Entscheidungen zu tragen haben. “Man muss aufzeigen welche persönliche Konsequenzen Manager für ihre Entscheidungen zu tragen haben. Vor allem aber, mit welchen Strategien und Handlungsweisen sie integer Geschäfte machen können.

Karriere-Einsichten: Ist der Integrity-Ansatz wirksamer da er mehr an die Verantwortung des Einzelnen appelliert?

Stephan Grüninger: Man kann heute sehr leicht ein Compliance-Management-System mit allen formalen Anforderungen aufbauen. Die Differenz zwischen einem „Paper Approach“ der ausschließlich und oberflächlich auf die Möglichkeit der Enthaftung für Organe und Unternehmen zielt und einem wirksamen System, das die Prävention von Fehlverhalten im Vordergrund sieht, ist entscheidend.

Karriere-Einsichten: Wie können es Manager in ihrem Unternehmen besser machen?

Stephan Grüninger: Bessere Unternehmen schulen inhaltlich ihre Führungskräfte, die dann selbst die Mitarbeiterschulung übernehmen. So wird ein kritischer Austausch angestoßen, den man durchaus als eine Art „Selbsterzwingungsmechanismus zu besserem Handeln“ beschreiben kann und der die Glaubwürdigkeit von Compliance massiv erhöht! In die Reihe dieser Maßnahmen gehören auch die Einführung von Hinweisgebersystemen, von externen Überprüfungen und anonymen Mitarbeiterbefragungen zum ethischen Klima.

Karriere-Einsichten: Um es an einem Beispiel klarzumachen, kann ein Unternehmen…

Stephan Grüninger: … Compliance Trainings formal so durchführen, dass sich keine einzige Führungskraft wirklich der direkten Auseinandersetzung und damit kritischen Fragen der Mitarbeiter stellen muss. Etwa indem ausschließlich elektronische Schulungsprogramme genutzt oder nur externe Fachreferenten das Training bestreiten.

Karriere-Einsichten: Mitarbeiter mit einem Leitzordner voller Detailregelungen zu überzeugen ist damit sicherlich nicht gemeint. Was müssen Manager als Erstes tun?

Stephan Grüninger: Werte wie Gerechtigkeit, Fairness und Anstand vorleben, um nachhaltig auf dem Felde der Corporate Compliance erfolgreich zu sein.

Karriere-Einsichten: Wie hat sich der Integrity-Ansatz die letzten Jahre in der Praxis entwickelt?

Nach den großen Korruptionsfällen der letzten Jahre in einigen DAX30-Unternehmen hat zunächst eindeutig der legalistische Ansatz dominiert, doch Unternehmen denken mittlerweile um. Man fragt weniger die Rechtsabteilung, „Was ist gerade noch erlaubt?“. Sondern vielmehr das obere Management: „Wie wollen wir nachhaltig gute Geschäfte machen, welche Opportunitäten suchen wir aktiv“?

Hinweis der Redaktion: Beitrag erschien zuerst im CSR-Magazin 1/2013.

“Persönliche Integrität ist die fortwährend aufrechterhaltene Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln. Grundlage des Wertesystems ist eine religiös, politisch oder humanistisch begründete Ethik. Ein integrer Mensch lebt in dem Bewusstsein, dass sich seine persönlichen Überzeugungen, Maßstäbe und Wertvorstellungen in seinem Verhalten ausdrücken.”

 Stephan Grüninger, Professor für Wirtschaftsethik an der Fachhochschule Konstanz, hat selbst Compliance-Management-Systeme entworfen und befürwortet diese grundsätzlich.

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Weicheier: Warum Ja-Sager Karriere machen http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/weicheier-warum-ja-sager-karriere-machen/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/weicheier-warum-ja-sager-karriere-machen/#comments Fri, 23 May 2014 11:00:17 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6552 Am Ende machen immer die Falschen Karriere. Die Braven, die Ja-Sager, die Systemtrottel – die Weicheier. Die Leistungsträger bleiben übrig. Ausgerechnet sie, die eigentlich die ganze Arbeit ... neue Einsichten gefällig?

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Am Ende machen immer die Falschen Karriere. Die Braven, die Ja-Sager, die Systemtrottel – die Weicheier. Die Leistungsträger bleiben übrig. Ausgerechnet sie, die eigentlich die ganze Arbeit machen. Ein Gefühl, das viele Menschen von ihrem Arbeitsplatz kennen aber wenige ansprechen. Gerald Hörhan berichtet…

Es stimmt. Immer öfter machen Weicheier statt Leistungsträgern Karriere, und das hat einen Grund. Das leistungs- und erfolgsorientierte Klima, das noch in den Achtziger- und Neunzigerjahren in der Wirtschaft herrschte, von der Politik durch Liberalisierungen genährt, ist gekippt. Seit 9/11 dominiert die Angst. Ausgehend vom Amerika unter George W. Bush entstand ein Klima der Verunsicherung, und daraus folgend der Regulierungen und der Kontrollen.

Die westlichen Staaten verwandelten sich mit ihren wuchernden Gesetzen in Kontrollstaaten, und aus den großen Konzernen wurden Kontrollkonzerne mit Wälzern voller Compliance-Regeln. Es entstand ein System, in dem nicht Mitarbeiter gut sind, die Leistung und Erfolge bringen, sondern jene, die brav all diese Regeln einhalten. Die Weicheier steigen auf, die Leistungsträger werden, wenn sie Pech haben, sogar gemobbt.

Ich kennen einen hervorragenden Verkäufer, der seinen Job verlor, weil er Kunden auf seinen Landsitz zum Squadfahren einlud. Die Compliance-Abteilung der Firma verfasste einen 110 Seiten langen Bericht darüber, dass das Gelände fürs Squad-Fahren eigentlich zu steil war, und dass die Party am Abend ziemlich wild war. Dass es ein tolles Wochenende für alle war, und dass sich in der Folge Geschäftsabschlüsse ergaben, kam in dem Bericht nicht vor. Am Ende hatten ein paar Systemtrottel Papier produziert und ihr Gehalt gerechtfertigt, und die Firma hatte einen Umsatzbringer weniger.

“Die Charakteristik des Weicheis ist schnell erklärt: Das Weichei ist froh darüber, dass es Regeln gibt.”Die Charakteristik des Weicheis ist schnell erklärt: Das Weichei ist froh darüber, dass es Regeln gibt. So braucht es nicht selbst zu denken und sich nicht mit Selbstreflexion aufzuhalten. Es hält sich an den Dresscode und an die Meetingkultur und trifft Entscheidungen wenn schon, dann nur möglichst anonym im Komitee. Es ist am liebsten einer Meinung, egal mit wem. Es plappert nach, was es hört, und begnügt sich mit der Reflexion, die ihm das System bietet, indem es ihm bei Regelverstößen auf die Finger klopft.

Der Kreativkiller: Regelkonformismus

Wenn das Weichei vor einem Problem steht, überlegt es nicht, wie es zu lösen wäre, sondern es schlägt nach, was die Regeln dazu sagen. Es hält sich an das System. Ich habe einmal einen Kreditverantwortlichen einer Bank darauf aufmerksam gemacht, dass sein Rechenprogramm für Firmenbewertung einen Fehler hatte. Der Fehler war leicht zu erkennen. In einer Excel-Tabelle waren Vorzeichen vertauscht. Doch er zuckte mit den Schultern. „Ich halte mich ans System“, sagte er. Das schadet der Wirtschaft, weil dann eben eine gesunde Firma einen wichtigen Kredit nicht bekommt und die Bank keine Zinsen kassiert, aber es reicht für die Karriere in einem System, das auf Regeln und Kontrolle aufbaut.

Was in einem Unternehmen passiert, in dem ein Weichei Führungsverantwortung hat, ist klar. Das Weichei vermehrt sich unnatürlich rasch. Denn es befördert immer nur andere Weicheier. Dieser Mechanismus ist nicht nur ärgerlich für Menschen, die gerne etwas bewegen würden. Für die Unternehmen bedeutet das einen handfesten wirtschaftlichen Schaden, auch wenn das den meisten Unternehmern vielleicht gar nicht bewusst ist. Denn ein Unternehmen, das einen Mitarbeiter einstellt, sichert sich damit vertraglich dessen Arbeitskraft. Das ist die Idee. Es sichert sich nicht ein bisschen seiner Arbeitskraft, sondern seine ganze. Zumindest glaubt es das.

null_bock_komplott

Abrechnung mit Ja-Sagern die sich nach oben schleimen statt etwas zu leisten und damit auch gegen Widerstände zu arbeiten…

In der Realität bekommen Unternehmen, die ein Weichei einstellen, aber nur einen Teil der Leistung, für die sie bezahlen. Sie bekommen nur den verwaltenden, duckmäuserischen und bequemen Teil. Sie hätten aber auch Anspruch auf die Ideen dieses Mitarbeiters, auf seine kreativen Konzepte, und auf seinen Widerstand gegen unsinnige Mechanismen, die es in dem Unternehmen vielleicht gibt.

Das sind nun einmal die Dinge, die langfristig Gewinne sichern und ausbauen können. Das sind die Dinge, die verhindern, dass ein Unternehmen einen wichtigen Trend verschläft. Doch diese Leistung erbringen in einem Unternehmen nur die Freigeister, nicht die Weicheier.

Weichei-Kulturen erfordern Anpassung

Das Problem hat die Tendenz, zu wachsen. Denn je ausgeprägter die Weichei-Kultur eines Unternehmens ist und je weniger Chancen die Freigeister haben, desto eher orientieren sie sich anders. Sie gehen zur Konkurrenz oder gründen eine eigene Firma. Weicheier erweisen sich damit als echte Risikofaktoren für die Wirtschaft.

Der kollektive Systemkonformismus ist mit schuld an der europäischen Wirtschaftskrise. Denn sind in Unternehmen die am stärksten wachsenden Abteilungen die Complience-Abteilungen, erlahmen sie allmählich. Schließlich kosten die Leute dort nicht nur ihr eigenes Gehalt und ihren eigenen Arbeitsplatz, sondern auch die Zeit produktiver Mitarbeiter, die sie quälen.

„Die Produktivität in Europa ist seit 2007 gefallen … und die europäischen Firmen konzentrieren sich mehr auf Nachahmungen statt auf Innovationen“, heißt es in einer Studie der Brüsseler Denkfabrik Bruegel. „Dieses düstere Bild ruft nach mutigen Schritten der Politik, die signifikant über das hinausgehen, was derzeit unternommen wird.“

Die 27 EU-Finanzminister haben diese Studie sogar bei einem Treffen im April 2013 in Dublin diskutiert, die erforderlichen mutigen Schritte gegen den Kontrollstaat und damit für die Eindämmung der Weicheikultur haben sie trotzdem keine gesetzt. Denn auch in der Politik machen zunehmend eher die Weicheier Karriere. Den besten Beweis dafür lieferte das Interview mit dem Ministerpräsidenten eines deutschen Bundeslandes, das ich im ZDF-Morgenmagazin gesehen habe.

Frage an den Ministerpräsidenten: Was soll eines Tages von Ihnen bleiben?
Antwort: Dass ich einer war, der sich bemüht hat.

Der Ministerpräsident zeigte sich damit als Weichei der Staatsgewalt, dessen Vision darin bestand, artig zu sein.

Frage: Was macht Sie für Ihre Wähler spannend?
Antwort: Ich habe mit mehr als sechzig Jahren den Großteil meines Lebens hinter mir. Alles, was ich brauche, habe ich schon.

Womit er offenbar andeuten wollte, dass er schon zu alt zum Stehlen war. Klar, dass solche Politiker keine fundamentalen System- oder Verfassungsreformen durchziehen und die Bürokratie und Überregulierung nicht einfach mit einer gemeinsamen Willensanstrengung abschaffen, sondern lieber an den Problemen herumdoktern und sie mit neuen dummen Gesetzen und Regeln nur noch verschlimmern. Die Politik und die Wirtschaft Europas bilden damit gemeinsam ein Null Bock-Komplott, das alles erstickt.

Wer in einem Unternehmen mit ausgeprägter Weicheikultur arbeitet, hat nicht viele Möglichkeiten. Er kann den einfachsten Weg gehen und selbst ein Weichei werden. Er kann sich anpassen und sein Gehirn ausschalten und wird ein stressfreies und weitgehend bedeutungsloses Leben haben.

Er kann auch versuchen, mit der Weichei-Herrschaft umzugehen. In einem Konzern bedeutet das, die wenigen anderen Freigeister zu suchen und sich mit ihnen zu verbünden. Er muss den Weicheiern die Veränderungen dann immer so verkaufen, dass Protest dagegen für sie einen größeren Aufwand bedeuten würde als sich zu fügen. Oder er muss immer so tun, als wäre sein Vorschlag jetzt der Mainstream.

Oder er verändert eben sein Betätigungsfeld und geht. Kleinere Unternehmen gelten nicht umsonst als Rückgrat der Wirtschaft. Freigeister, die etwas gestalten und erreichen wollen, sind dort besser aufgehoben. Besonders dann, wenn sie das kleinere Unternehmen gleich selber neu gründen.

Freigeister können auch auf die Chance warten, die ihnen gewöhnlich Krisen bringen. Steht ein Unternehmen vor außerordentlichen Herausforderungen, sind Weicheier meistens abgemeldet. Dann ist mit Verwalten nichts mehr zu machen. Wenn es darum geht, den Karren aus dem Dreck zu fahren, ist es meistens egal, ob sich die, die das können, an den Dresscode und die Meeting-Kultur halten. Dann schlägt die Stunde der Freigeister.

“Softie (Weichei) ist eine häufig stereotype und abwertende Bezeichnung für einen Mann, der nicht einem klassischen Bild von Männlichkeit entspricht, sondern Eigenschaften oder Verhaltensweisen aufweist, die im traditionellen Rollenverständnis eher als Attribute von Weiblichkeit gelten. Softie gilt als Gegenbegriff zu Macho.”

Gerald Hörhan studierte in Harvard angewandte Mathematik und Betriebswirtschaft. Er arbeitete für McKinsey & Co und sammelte bei JP Morgan Wall-Street-Erfahrung. Er ist Eigentümer eines international tätigen Corporate-Finance-Unternehmens und Spezialist für Investmentbanking, Corporate Finance, Private Equity und Alternative Investments. In seinem soeben erschienenen Buch „Null Bock Komplott – Warum immer die Weicheier Karriere machen und wie ihr es trotzdem schafft“ (edition a-Verlag, Wien 2013) setzt er sich kritisch mit Unternehmenskulturen auseinander, die Systemerhalter und keine „Köpfe“ nach oben spülen…

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Detektivarbeit: (K)eine Konjunktur für Hochstapler http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/detektivarbeit-keine-konjunktur-fuer-hochstapler/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/detektivarbeit-keine-konjunktur-fuer-hochstapler/#comments Tue, 20 May 2014 04:24:51 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6556 Schillernde Prädikate, Karrierestationen im Ausland, das perfekt ausgeleuchtete Foto. Beim Bewerben um den Super-Duper-Job soll nichts schief gehen: Mögliche Brüche im Lebenslauf werden hier und da geschönt ... neue Einsichten gefällig?

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Schillernde Prädikate, Karrierestationen im Ausland, das perfekt ausgeleuchtete Foto. Beim Bewerben um den Super-Duper-Job soll nichts schief gehen: Mögliche Brüche im Lebenslauf werden hier und da geschönt oder mit gekonnten Formulierungen kaschiert. Wo die Grenzen zwischen Wahrheit und Werbung verschwimmen, berichtet Detektiv Marcus Lentz…

Vor allem, wenn es um die Besetzung gut dotierter und damit verantwortungsvoller Posten geht – ein Risiko, mit dem viele Personalchefs täglich umgehen müssen, weiß Marcus Lentz, Geschäftsführer der bundesweit agierenden Wirtschaftsdetektei Lentz. Manche Bewerber gehen noch einen Schritt weiter: Sie geben dem Drang zur überzeugenden Selbstdarstellung mit gefälschten Zeugnissen und erfundenen Titeln nach.

Solche riskanten Schwindeleien kommen heute weitaus häufiger vor, als viele Firmen vermuten. Vor allem, wenn es um die Besetzung gut dotierter und damit verantwortungsvoller Posten geht – ein Risiko, mit dem viele Personalchefs täglich umgehen müssen. „Aber Fehlbesetzungen sind für Arbeitgeber nicht nur mit hohen Kosten und Risiken verbunden. Wer in seiner Bewerbung lügt, trickst in der Regel auch in anderen Situationen“, warnt Marcus Lentz, Geschäftsführer der bundesweit agierenden Detektei Lentz. Und er erklärt, wie sich folgenschwere Irrtümer ausschließen lassen.

Der Bewerber ist schick gekleidet und punktet mit einem strahlenden Lächeln. Er weiß, was er will, was er kann und was er wert ist. So einer muss kompetent sein. Denkt der Personalleiter, der das Gespräch führt. Der hochdotierte Job ist ihm sicher. Dass der überzeugende Kandidat aber weder das passende Studium absolviert hat noch über die verbrieften Erfahrungen im Technikbereich verfügt, merkt zunächst niemand.

Denn seine Bewerbung liest sich einwandfrei. Die eigene Biographie zu schönen ist zwar heutzutage nahezu gängige Praxis. Immer häufiger aber werden nicht nur Details geglättet, sondern ganze Zeugnisse gefälscht, Nachweise manipuliert und Leitungspositionen angegeben, die es nie gegeben hat. Wo viele Bewerber um wenige begehrte Stellen konkurrieren und die Unternehmen ihre Erwartungen an die Bewerber immer höher schrauben, wächst die Verlockung. Daneben eröffnen die technischen Möglichkeiten von Scannern, Farbkopierern und Internet hervorragende Voraussetzungen für große und kleine Tricksereien.

Bedingungen für große und kleine Tricks

Studien belegen, dass jede dritte Bewerbungsmappe unwahre Angaben enthält. Marcus Lentz weiß aus seinem Ermittlungsalltag, wie breit das Spektrum der Schwindeleien ist: „Uns sind schon sehr dreiste Lügen untergekommen. In einem Fall hat ein Bewerber zum Geschäftsführer eine mehrmonatige Projektleitung in New York angegeben. Tatsächlich hatte er diese Zeit wegen Betrugs in einer Strafvollzugsanstalt verbracht.“

Doch wer im Lebenslauf flunkert, muss sich über die Risiken im Klaren sein. Denn für Arbeitgeber sind Lebenslauflügen kein Kavaliersdelikt und führen früher oder später meist zur Kündigung. Fliegt der Lügner auf, kann er auch noch nach der Probezeit fristlos entlassen werden. Doch zu diesem Zeitpunkt hat die Firma auf seine Einarbeitung bereits viel Zeit und Geld verschwendet. Die erneute Vakanz bremst die Entwicklung des Unternehmens, außerdem fallen Kosten für ein erneutes Bewerbungs-Verfahren an. Bei einer Besetzung auf Management-Ebene droht zusätzlich ein Image-Schaden. Und das ist noch längst nicht alles.

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…“

Mit seinen gefälschten Unterlagen hat der Bewerber seine Unehrlichkeit schon unter Beweis gestellt. Demnach ist davon auszugehen, dass er das Vertrauen seines Arbeitgebers auch als Angestellter missbrauchen würde. „Das Unternehmen holt sich quasi einen Kriminellen an Bord“, sagt der Chef-Ermittler der Detektei Lentz.

Das kann für einen Betrieb durchaus existenzbedrohende Folgen haben, wenn der neue Mitarbeiter Zugang zu sensiblen Daten hat – und beispielsweise von einem besonders dreisten Mitbewerber geschickt wurde. „Einen solchen Versuch haben wir sogar einmal im eigenen Haus aufgedeckt“, verrät Chefermittler Marcus Lentz. Seine Sorgfalt bei der Auswahl neuer Mitarbeiter hat sich gelohnt: So konnte die kompetente Bewerberin schon im Vorfeld als Freundin des Inhabers einer anderen Detektei enttarnt werden.

Der Fachmann rät daher: “Wer Fehlbesetzungen von vornherein vermeiden will, sollte im Auswahlverfahren schon auf kleinste Unstimmigkeiten achten.”Wer Fehlbesetzungen von vornherein vermeiden will, sollte im Auswahlverfahren schon auf kleinste Unstimmigkeiten achten. Hier eine Auswahl:

  • Hat der Bewerber bei manchen Positionen Monats- und Jahresdaten, bei anderen hingegen nur ungenaue Angaben aufgeführt? Dies kann ein Hinweis auf kaschierte Lücken in der Vita sein.
  • Sind Unterlagen unvollständig?
  • Gibt es in unterschiedlichen Referenzen sehr ähnliche Formulierungen?
  • Fehlen Wasserzeichen auf den Zeugnissen?
  • Kann das Datum stimmen?

Falls das Unternehmen Anlass zu Misstrauen, aber keine konkreten Beweise findet, sollten die Verantwortlichen bei einem spezialisierten Dienstleister Unterstützung suchen. Grundsätzlich gilt: Je verantwortungsvoller der Job, umso höher das Schadensrisiko. Bei der Besetzung von Leitungspositionen und Stellen mit Außenwirkung lohnt sich also ein kritischer Blick. Ebenso vorsichtig sollten Personaler sein, wenn der Bewerber als Mitarbeiter Zugang zu sensiblen Daten hätte.

Detektive als (neue) Headhunter

Viele Detekteien bieten nicht nur eine Prüfung der eingegangenen Lebensläufe, sondern umfassende Bewerberanalysen und Headhunting an. Die Vorteile für das Unternehmen liegen auf der Hand: In der Personalabteilung kommen so nur Bewerbungen an, die bereits auf Plausibilität geprüft sind. Die Ermittlungsprofis durchleuchten nicht nur den Wahrheitsgehalt der Vita, sondern nehmen auch Qualifikationen, Leumund, Lebenswandel und Bonität unter die Lupe. Zudem wird sichergestellt, dass der Kandidat keine Vorstrafen hat.

Manche Unternehmer legen inzwischen auch die gesamte Bewerber-Vorauswahl in die Hände einer Detektei: Der Dienstleister schaltet Stellenanzeigen und klopft Bewerber auf die gewünschten Kriterien hin ab. So erhält die Firma am Ende eine handverlesene Selektion potenzieller neuer Mitarbeiter, die garantiert alle nötigen Qualifikationen mitbringen.

„Ein Mitarbeiter muss nicht nur die Herausforderungen seines Berufs meistern, sondern auch menschlich ins Unternehmen passen“, weiß Marcus Lentz. „Daher sollte eine Firma nie die Katze im Sack kaufen.“ Arbeitgeber, die Lügen in der Bewerbung nachweisen können, haben das Recht übrigens voll auf ihrer Seite: Sie können vor Gericht gegebenenfalls Schadenersatzansprüche geltend machen und sogar einen Teil des gezahlten Gehalts zurückfordern.

“Unternehmen setzen Wirtschaftsdetekteien ein, die sich auf Ermittlungen, Recherchen und Observationen im gewerblichen Bereich spezialisiert haben. Dazu gehören Personal- und Wettbewerbsangelegenheiten sowie die Überprüfung von Schuldnern. Immer häufiger ermitteln Detekteien auch in Sachen Patentrechtsverletzung. Nicht zu vergessen sind forensische Untersuchungen in Bezug auf Computerkriminalität sowie Lauschabwehr als Gegenmaßnahme für Wirtschaftsspionage.

Marcus Lentz arbeitet seit rund 25 Jahren als Ermittler und Privatdetektiv, seit 1995 als Geschäftsführer der gleichnamigen Detektei. Ein Teil seines Wissens stellt er hier (und anderswo) ins Netz…

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Kleidung: Konservativ ins Vorstellungsgespräch http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/kleidung-konservativ-ins-vorstellungsgespraech/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/kleidung-konservativ-ins-vorstellungsgespraech/#comments Thu, 15 May 2014 20:42:07 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6594 Im Vorstellungsgespräch zeigen sich Bewerber von ihrer besten Seite. Klar ist: Zu souveränen Auftreten und schlagfertigen Antworten auf sämtliche Fragen gehört die passende Kleidung dazu. Fragt sich nur welche. ... neue Einsichten gefällig?

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Im Vorstellungsgespräch zeigen sich Bewerber von ihrer besten Seite. Klar ist: Zu souveränen Auftreten und schlagfertigen Antworten auf sämtliche Fragen gehört die passende Kleidung dazu. Fragt sich nur welche. Wir haben uns umgeschaut und festgestellt: (noch) keine Experimente…

Der deutsche Dichter Karl Simrock brachte die Tatsache, dass das erste Urteil über einen Menschen auch nach seiner Kleidung gefällt wird, auf den Punkt: “Man empfängt Menschen nach dem Kleide und entlässt sie nach dem Verstand. Schließlich geht es bei einem solchen Gespräch meist nicht darum, die fachliche Eignung des Bewerbers zu treffen – die kann auch den Bewerbungsunterlagen oder sonstigen Einstellungstests entnommen werden. Es geht ganz konkret um die Frage, ob die Person in das Unternehmen passt. Wer underdressed beim Vorstellungsgespräch erscheint, dem könnte auch in anderen Belangen ein etwas nachlässiger Charakter unterstellt werden.

Das soll allerdings im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass jedes Bewerbungsgespräch in einem Anzug stattfinden muss. Vielmehr sollte es der Branchen angemessen sein. Wer sich auf eine handwerkliche Stelle in einem mittelständischen Unternehmen bewirbt, der sollte durchaus auch in gepflegter Alltagskleidung erscheinen. Grundsätzlich sollte sich Kleidung nicht allzu deutlich von jener unterscheiden, die auch im Berufsalltag getragen wird.

Schutz- und spezielle Arbeitskleidung zählt allerdings nicht dazu. Bei einem Vorstellungsgespräch im Top-Management ist ein Anzug in gedeckten Farben allerdings unabdingbar. Auch bei der Krawatte sollte hier auf optische Experimente verzichtet werden. Wer bei der Auswahl nicht ganz stilsicher ist, kann bei einem Herrenausstatter vor Ort oder im Internet eine Beratung einholen – Zalando bietet hierzu zum Beispiel eine eigene Themenseite für Herrenausstatter.

Das geschulte Personal wird dabei gleich auch noch auf den richtigen Schnitt achten. Außerdem passt nicht jede Farbe zu jeder Persönlichkeit. Um die Ausstrahlung des Bewerbers zu erhöhen, kann ein auch farblich perfekt zur Person passender Anzug einen wichtigen Beitrag leisten. Zudem können Personalchefs, die die Verantwortung für ein Vorstellungsgespräch in der Führungsebene eines Unternehmens haben, den Unterschied zwischen günstigen und hochwertigen Anzügen durchaus erkennen.

Konservativ und zeitlos kleiden

Weil ein schlichter, konservativer Anzug zeitlos ist, kann er entsprechend auch über viele Jahre getragen werden. Schon der österreichische Dichter Ernst Ferstl philosophierte: “Immer mit der Mode gehen zu wollen, hat einen Nachteil: Man muss ihr immer nachlaufen.” – dem ist nichts hinzuzufügen. Der Mehrpreis, der beim Herrenausstatter gegenüber dem Kaufhaus einkalkuliert werden muss, zahlt sich durch ein positives Vorstellungsgespräch vielleicht aus. Weiter kommt hinzu, dass ein Anzug, der vor einigen Jahren gekauft wurde, häufig nicht mehr der aktuellen Statur entspricht und nicht selten etwas kneift.

Bei einem Gespräch auf dieser Ebene dürfen auch Details nicht übersehen werden. Kniestrümpfe verhindern, dass das beharrte Männerbein sichtbar wird, sobald man sich hinsetzt. Auch an anderer Stelle sollte keine Behaarung zu sehen sein. Ein Dreitagebart mag in vielen Kreisen zunehmend als modisch gelten. Bei Personalchefs dürfte er hingegen eher Befremden hervorrufen:

“Im Alltag mag es aus Bequemlichkeit in Ordnung sein, auf die morgendliche Rasur zu verzichten.”Im Alltag mag es aus Bequemlichkeit in Ordnung sein, auf die morgendliche Rasur zu verzichten; doch wer nicht rasiert zu einem Bewerbungsgespräch erscheint, dem wird leicht ganz allgemein ein laxer Umgang unterstellt. Während diese Nachlässigkeit im modernen Büroalltag noch akzeptiert sein mag, ist sie im Top-Management absolut tabu.

Frauen sollten auf klassischen Schnitt achten

Frauen sollten bei einem Vorstellungsgespräch, bei dem über einen Job im Top-Management verhandelt wird, ebenfalls auf ein konservatives Outfit setzen. Während bei Bewerbungen in niedrigeren Positionen im Sommer durchaus auf Socken verzichtet werden kann, sind diese bei Positionen mit Führungsanspruch Pflicht. Gleiches gilt für modische Kleidung: Ein Hosenanzug im modernen Schnitt ist natürlich akzeptabel, aber schon auf eine unkonventionelle Farbgebung sollte verzichtet werden.

Selbiges gilt auch für übermäßig viel Schmuck, wobei Ohrringe hierbei unproblematisch sind. Gelegenheiten, die weiblichen Reize einzusetzen gibt es genug – im Bewerbungsgespräch sollte eine zu knappe, freizügige Kleidung in jedem Fall vermieden werden. Grundsätzlich kann natürlich dadurch sonst der Verdacht bestehen, dass mit dieser “Waffe” versucht werden soll, sich gegenüber der Konkurrenz einen Vorteil zu verschaffen – anstatt einfach die Qualifikationen und die Persönlichkeit für sich sprechen zu lassen. Ein Minirock ist als unabhängig von der zu besetzenden Stelle die falsche Wahl. Vor allem bei einer Stelle im Management dürfen die Absätze zudem nicht zu hoch ausfallen.

Fazit: Zeitlos und stilvoll

  • bei Männern ist Anzug Pflicht
  • fachkundige Beratung bei Herrenausstattern zahlt sich aus
  • Tragen von Kniestrümpfen empfehlenswert
  • Frauen sollten zugunsten eines klassischen Zweiteilers auf modisches Outfit verzichten
  • Socken müssen auch bei sommerlichen Temperaturen getragen werden
  • Für beide Geschlechter: Kleidung in gedeckten Farben wählen

Es geht beim Bewerbungsgespräch nicht nur um die Erfassung fachlicher Qualifikationen, sondern auch um soziale Kompetenzen. Die Organisation will wissen, ob der Bewerber in das bestehende Team und zu den Anforderungen passt, und wie er auftritt. Hier ist besonders auch das äußere Erscheinungsbild des Bewerbers relevant.

Jan Thomas Otte hat mehrere Anzüge in seinem Schrank hängen, mag am liebsten aber die Kombination: Tweed-Sakko, weisses Hemd – 2. Knopf auf und Blue Jeans. Vielleicht nicht gerade im Vorstellungsgespräch, aber danach…

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Coaching-Muffel: Mein erstes Mal auf der Couch http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/coaching-muffel-mein-erstes-mal-auf-der-couch/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/coaching-muffel-mein-erstes-mal-auf-der-couch/#comments Sun, 11 May 2014 07:51:20 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6567 Coaching ist in aller Munde. Der bittere Beigeschmack weicht, dass eine Führungskraft versagt hat oder schwach ist, wenn sie einen Coach aufsucht. Versteht man Coaching als lösungs- ... neue Einsichten gefällig?

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Coaching ist in aller Munde. Der bittere Beigeschmack weicht, dass eine Führungskraft versagt hat oder schwach ist, wenn sie einen Coach aufsucht. Versteht man Coaching als lösungs- und ressourcenorientierten Ansatz, öffnen sich im beruflichen Kontext zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, wie Oliver Bartels berichtet…

Zu viele Anbieter – zu viele Ansätze. So ziemlich alles nennt sich heutzutage „Coaching“ und jeder, der etwas auf sich hält, ist mittlerweile ein „Coach“. Nehmen wir den Begriff genauer unter die Lupe, so könnte man vielleicht unter den vielen Betrachtungsweisen zwei hervorstechen sehen: Coaching als Beruf einerseits. Coaching als Methode und Ansatz andererseits. Lassen Sie uns gemeinsam betrachten, wo die Grenzen und Möglichkeiten des heutigen Coachings liegen und was Coaching alles „können kann“.

Coaching meidet Experten-Ratschläge

Worum geht es eigentlich im Coaching? Es geht darum, dass der Klient seine eigenen Lösungen für sein Problem findet. Der Coach hält sich mit Tipps, Ratschlägen, Vorschlägen und kreativen Ideen zur Problemlösung zurück. Die Idee dahinter: im Coaching gehen wir davon aus, dass jeder Mensch grundsätzlich über alle Kompetenzen und Ressourcen verfügt, seine Probleme inhaltlich selbstständig zu lösen.

Ein mögliches „Expertenwissen“ des Coaches ist deshalb nicht notwendig, sondern in den meisten Fällen nur hinderlich. Was der Coach zum Lösungsprozess beisteuert, sind Fragetechniken und Werkzeuge, die es dem Klienten ermöglichen, auf seine eigenen Ergebnisse und Lösungen zu kommen. Der Coach achtet darauf, dass der Coaching-Klient ein Ziel formuliert und dieses im Verlauf des Gesprächs nicht aus den Augen verliert.

Alles Coaching oder was?

Er sollte weiter in der Lage sein, die Fähigkeiten, Ressourcen und eigenen Erfahrungen des Klienten so mit Fragetechniken zu stimulieren, dass diese ihn bei der Zielerreichung unterstützen. Und der Coach kann seinen Coachingklienten spiegeln und ermutigen. In manchen Unternehmen werden Mitarbeiter „wieder auf Spur gebracht“, „motiviert“ oder mit „Vertriebscoaching“ zu besseren Verkäufern gemacht und auch das wird dann Coaching genannt. Leider handelt es sich genau DABEI nicht um Coaching, sondern in den allermeisten Fällen um „Nötigung“. Höre ich den Satz „den muss ich mal wieder coachen“, wird mir immer ganz bange.

Coaching in der Führung ist möglich

Auch wenn ein Coaching-Gespräch etwas gänzlich anderes ist als eine Anweisung im Führungskontext, so ist Coaching in der Führung möglich und auch nötig. Sicherlich hat eine Führungskraft erst einmal die Aufgabe, Rahmen und Orientierung, sowie Informationen zu liefern und mit klarer Kommunikation zu führen. Und sicherlich wird das auch weiterhin einen Hauptteil in der Führungsbeziehung zum Mitarbeiter ausmachen.

Es gibt aber eben auch all die Fälle in denen es darum geht, Mitarbeitende aktiv und bewusst in die Selbstverantwortung zu führen. Und hier ist Coaching erwünscht und notwendig. In Projekten und Aufgaben, in denen der Mitarbeiter selbstverantwortlich Entscheidungen fällen soll und muss. Und überall dort, wo die Führungskraft selbst nicht Experte ist und auf das eigenverantwortliche Handeln des Mitarbeiters angewiesen ist. Als ein plakatives Beispiel sei der tägliche Kundenkontakt genannt. Hier gibt es in jedem Unternehmen einen (mehr oder weniger klar kommunizierten) Rahmen zum Umgang mit Kunden. Dieser Rahmen ist vordefiniert.

"Mein erstes Mal..." - Buch kaufen!

“Mein erstes Mal…” – Buch kaufen!

Und doch: all das, was ein Mitarbeitender tagtäglich im Kontakt mit seinen Kunden tut oder nicht tut, entscheidet er in jeder Minute seines Arbeitstages selbst. Der Mitarbeiter entscheidet, wie weit er oder sie den Raum gestaltet und ausfüllt – oder eben auch nicht. Und genau hier ist Raum für Coaching in der Führung. Innerhalb des Rahmens kann die Führungskraft ihre Mitarbeitenden unterstützen, angemessene und passende Lösungen zum Umgang mit Kunden eigenverantwortlich zu entwickeln.

Coaching ist erlernbar

Beides, sowohl die Fragetechniken und Werkzeuge als auch die Fähigkeit, sich selbst inhaltlich aus dem Problem des Coachingklienten herauszuhalten, ist erlernbar. Denn betrachtet man Coaching auf diese Weise, dann handelt es sich in erster Linie um eine Haltung und eine Technik und weniger um einen Beruf oder eine Berufung. Es ist die Möglichkeit anderen zu helfen, ihre Lösungen selbst zu erarbeiten.

Bestimmt macht es einen Unterschied, ob der Coach viele Jahre Erfahrung im Coachen hat und seine eignen Techniken und Fähigkeiten verfeinert und reflektiert hat oder ob jemand gerade erst frisch mit dem Coaching begonnen hat. Und trotzdem bin ich fest davon überzeugt, dass jemand, der sein Coaching-Handwerkszeug beherrscht – auch als „Neuling“ – bei der Ziel- und Lösungsfindung eines Klienten helfen und einen Unterschied machen kann.

Coaching keine Therapie

Der Ausgangspunkt, Coaching als Methode zu beschrieben, die es demjenigen, der ein Problem hat, ermöglicht, dieses selbst und selbstverantwortlich zu lösen, beschreibt auch treffend und klar die Grenze und Abgrenzung von Coaching zu Therapieformen. Im Gegensatz zum Coachingklienten können Menschen in der Therapie (zunächst) nicht (mehr) ihre Probleme selbst und selbstverantwortlich lösen. Hier gibt dann ein Therapeut eine gänzlich andere Hilfestellung.

“Meine Lieblingsfrage: Angenommen mein Leben hätte etwas mit mir zu tun, was täte ich dann als nächstes?”Coachen sich Coaches eigentlich selbst? Das besondere am Coaching ist, dass man sich als Coachingklient ganz auf die inhaltliche Lösungsfindung konzentrieren kann. Dies kann auch einmal dadurch begünstigt werden, dass man abschweift, sich im Kreis dreht oder sich selbst bemitleidet. Es ist ebenso gestattet, dass man wütend ist, eigene Anteile am unerwünschten Ist-Zustand beharrlich verleugnet und mit sich und seiner Umwelt hadert. Man darf sich also ganz und gar fallen lassen und die Kontrolle für den Lösungsfindungsprozess (nicht für die Lösung!) aus der Hand geben.

Der Coach begleitet einem dabei und achtet darauf, dass wie zu Beginn des Coachingprozesses einvernehmlich vereinbart, sich das Ziel nicht gänzlich aus den Augen verliert und dass am Ende des Coachinggesprächs praktikable Lösungsschritte und Maßnahmen entstehen. Sich selbst zu coachen funktioniert in diesem Sinne also nicht. Einzelne Coachingfragen im Selbstcoaching funktionieren allerdings, sodass es einem im Alltag wieder gelingt das Ruder (zurück) in die Hand zu nehmen.

“Der Begriff Coaching stammt vom englischen „to coach“ (betreuen, trainieren) und bezeichnet eine Vielzahl von Trainings- und Beratungskonzepten zur Entwicklung und Umsetzung persönlicher oder beruflicher Ziele und der dazu notwendigen Kompetenzen. Beispiele sind Führungs-, Umsetzungs- und Selbstmanagementkompetenzen. Der Begriff Coach ist nicht geschützt. Es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung oder wissenschaftlich fundierte Qualitätsstandards für diese Tätigkeit. Die Qualität der Coaching-Angebote reicht von Scharlatanerie bis hin zu qualitativen Mindestanforderungen wie sie im Psychotherapeutengesetz festgelegt sind (und darüber hinaus).

Oliver Bartels arbeitet seit 2005 als Berater, Trainer und Führungskräftecoach. Die Beratungssegmente Führung, Strategieentwicklung, Veränderungsprozesse sowie Organisations- und Teamentwicklung sind seine Fachgebiete. Als Buchautor (u.a. „Leidensweg Beruf“ und „Was Coaching alles verändern kann“) und Verfasser zahlreicher Fachartikel schreibt er zu Themen, die er auch als Berater gestaltet…

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Inhouse Consulting: Karriere-Option im Beraterbusiness http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/inhouse-consulting-karriere-option-im-beraterbusiness/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/inhouse-consulting-karriere-option-im-beraterbusiness/#comments Sun, 04 May 2014 06:00:08 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6557 Consultant nach der Uni? Für viele Studis (immer noch) ein Traumjob. Verspricht das Berufsbild doch neben einem überdurchschnittlichen Verdienst  Abwechslung, die Möglichkeit zum schnelleren Auftstieg, auch “Verantwortung ... neue Einsichten gefällig?

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Consultant nach der Uni? Für viele Studis (immer noch) ein Traumjob. Verspricht das Berufsbild doch neben einem überdurchschnittlichen Verdienst  Abwechslung, die Möglichkeit zum schnelleren Auftstieg, auch “Verantwortung übernehmen” genannt. Neben den externen Beratungshäusern, in Deutschland sind alle Global Player vertreten, gibt es zunehmend auch das interne Consulting. Moritz von Franz berichtet…

Im Namen der Initiative „dichter dran“, einem Zusammenschluss von 16 internen Beratungseinheiten von Unternehmen in Deutschland erzählt Moritz von Franz bei BASF Management Consulting, der internen Managementberatung der BASF Gruppe. Er berichtet von seinem Alltag, den Unterschieden zwischen externem und internem Consulting und gibt einige Tipps und Tricks für Berufs- und Quereinsteiger.

Externes vs. internes Consulting: was ist was?

Auf den ersten Blick könnte das interne Consulting weniger spannend wirken, da es sich nur mit einem Unternehmen befasst und es nicht die Vielfalt an Kunden wie das externe Consulting bietet. Die Tatsache, dass man in ein und demselben Unternehmen arbeitet, hat jedoch noch lange nichts mit Eintönigkeit zu tun. Schließlich verfügen große Unternehmen über verschiedenste Bereiche, die wiederum unterschiedliche Märkte bearbeiten, anders aufgestellt und unterschiedlich regional vertreten sind. Interne Berater haben somit die Möglichkeit die verschiedensten Facetten innerhalb eines Unternehmens kennen zu lernen.

Es hat zudem viele Vorteile, „denselben Ausweis“ wie der Kunde zu tragen. Von Beginn an besteht eine Vertrauensbasis und auch nach Beendigung eines Projekts fühlt man sich weiterhin verantwortlich für die erarbeiteten Ergebnisse. Erfolgreiche Projekte sprechen sich zudem schnell herum, so dass einem die internen Kunden oftmals direkt ansprechen, um ein vergleichbares Projekt starten zu können.

Konzernpolitische Aspekte spielen ebenso eine wichtige Rolle. Es kann vorkommen, dass man sich in einer zwiespältigen Situation wiederfindet: denn einerseits arbeitet man im und andererseits für das Unternehmen. Ein herausfordernder und nicht zu vernachlässigender Aspekt im Alltag eines internen Consultants. Es ist somit wichtig, dass dem internen Consulting die volle unternehmerische Unabhängigkeit zugesichert ist. Nur so hat ein Berater die Möglichkeit seine neutrale und unabhängige Meinung in Projekten zu vertreten.

“Qualität und Professionalität sind das A und O, sowohl bei externen, als auch bei internen Beratungen.”Qualität und Professionalität sind das A und O, sowohl bei externen, als auch bei internen Beratungen. Es kommt auch durchaus vor, dass interne Beratungsabteilungen mit den externen konkurrieren, was abhängig vom Thema ist. Daher ist es keineswegs der Fall, dass interne Beratungseinheiten außer Konkurrenz sind.

Auch die Profile der Berater im internen und externen Consulting ähneln sich. Vom Direkteinsteiger nach der Uni,  über den Quereinsteiger aus externen Beratungshäusern oder Unternehmen oder aber Mitarbeiter aus dem eigenen Konzern ist alles dabei. Die Ansprüche an die Bewerber sind vergleichbar.

Einstieg ins Inhouse Consulting

Der Weg ins interne Consulting beginnt bei BASF Management Consulting mit einer Onlinebewerbung über das Karriereportal. Bewerber werden dann zu Gesprächen nach Ludwigshafen oder Hong Kong eingeladen. Bis zu acht Interviews mit zukünftigen Kollegen und Vorgesetzten werden geführt. Jedes Interview besteht üblicherweise aus dem gegenseitigen Kennenlernen und einer Fallstudie aus dem Berateralltag.

Neben den Soft- und Social Skills ist die Herangehensweise an die (jeweilige) Fallstudie entscheidend. So geben Fallstudien nicht nur Aufschluss darüber wie strukturiert und analytisch der Bewerber an eine Aufgabe herangeht, sondern zeigen auch, was für ein Verständnis der Bewerber für den Gesamtkontext hat und ob er fähig ist Lösungen außerhalb bekannter Pfade zu erarbeiten.

Wenn der Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen wurde, steht dem Vertrag nichts mehr im Wege.  Das erste Projekt im neuen Job unterstützt man normalerweise als Projektmitglied. Je nach vorheriger Erfahrung, entwickeln sich die Berater im Lauf der Zeit zum Teilprojektleiter bis hin zum Projektleiter.

Aufstieg im Inhouse Consulting

Weiterbildung spielt eine große Rolle in den internen Beratungen. Die Berater profitieren hier von einer Vielzahl an Seminaren die im Unternehmen angeboten werden, sowie von zusätzlichen Seminaren welche speziell auf die Anforderungen der Beratungseinheit zugeschnitten sind. Bei der BASF durchlaufen beispielsweise alle neueingestiegenen Berater eine einwöchige Veranstaltung in welcher sie die BASF kennen lernen,  als auch beratungsspezifische Seminare zu den Themen Präsentation und Kommunikation. Ein weiterer wichtiger Baustein der Personalentwicklung ist das Sammeln von Erfahrungen in den unterschiedlichsten Projekten.

Nachdem man in verschiedenen Rollen Projekte unterstützt bzw. geleitet hat, wechselt man bei der BASF nach ca. vier Jahren in eine Linienfunktion. Dies kann beispielsweise die Übernahme von Verantwortung im Bereich Marketing, Produktmanagement, Finanzen oder im Einkauf sein, oder auch die Übernahme von Projekten in einem spezifischen Unternehmensbereich.

Tipps und Tricks

Fallstudien spielen eine wichtige Rolle bei der Bewerberauswahl. Bei der Vorbereitung helfen Bücher wie „Ace your case!“, Newsletter, Blogbeiträge wie beispielsweise von Victor Cheng, aber auch Webseiten wie Squeaker.Net (Anm. d. Red. Karriere-Einsichten gibts natürlich auch). BASF Management Consulting veröffentlicht zudem mit weiteren internen Unternehmensberatungen Fälle aus vergangenen Projekten auf der Seite „Dichter Dran“.

Während des Interviews sollte man sich Stichpunkte notieren und strukturiert an Problemstellungen herangehen. Die Anwendung von Frameworks (wie beispielsweise Porter’s 5 Forces, SWOT Analyse etc.) kann helfen den roten Faden nicht zu verlieren und alle wichtigen Aspekte einer Problemstellung zu beleuchten.  Es ist wichtig, neutral und unvoreingenommen an alle Problemstellungen heran zu gehen und den Interviewpartnern mit offenem Visier zu begegnen. Das Stellen von Fragen sollte ebenso nicht unterschätzt werden. Der Bewerber signalisiert so Interesse und zeigt Engagement.

Wie bei jedem Bewerbungsgespräch, geht es auch im Inhouse Consulting darum, zu schauen, ob die Chemie stimmt. Daher sollte man sich nicht verstellen und nach dem Gespräch auch sein eigenes Bauchgefühl konsultieren – passt das oder passt es nicht?

“Kritiker des Inhouse Consultings werfen den internen Beratern häufig Betriebsblindheit vor. Aufgrund ihrer Unternehmenszugehörigkeit seien sie nicht in der Lage, ihre Auftraggeber neutral zu beraten und scheuten sich, unpopuläre Vorschläge zu machen. Dem halten Befürworter entgegen, dass Betriebsblindheit unter anderem durch eine gute Ausgestaltung interner Organisationsstrukturen und Arbeitsweisen, den Einsatz von Mitarbeitern mit externer Beratungserfahrung sowie die konsequente Aufnahme externer Impulse (z.B. in Form von Orientierung an Best Practices, Benchmarking, Kooperationen mit externen Beratungen oder Hochschulen) erfolgreich begegnet werden kann.

Moritz von Franz arbeitet seit über einem Jahr bei BASF Management Consulting und ist schwerpunktmäßig im Themenfeld „Industry Dynamics“ tätig. Davor war er in einer operativen Einheit des Geschäftsbereiches Pflanzenschutz der BASF sowie für eine namhaften externen Unternehmensberatung tätig…

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Chancen für Studienabbrecher: Ausbildung zum Hörakustiker – Teil 1 http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/chancen-fuer-studienabbrecher-ausbildung-zum-hoerakustiker-teil-1/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/05/chancen-fuer-studienabbrecher-ausbildung-zum-hoerakustiker-teil-1/#comments Thu, 01 May 2014 08:00:11 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6388 Fast jeder Dritte in Deutschland bricht sein Studium vorzeitig ab. Studis stellen spätestens an der Uni fest: Das Studium entspricht nicht ihren Vorstellungen, ist viel zu theoretisch. ... neue Einsichten gefällig?

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Fast jeder Dritte in Deutschland bricht sein Studium vorzeitig ab. Studis stellen spätestens an der Uni fest: Das Studium entspricht nicht ihren Vorstellungen, ist viel zu theoretisch. Der Blick auf den Arbeitsmarkt machts nicht besser: Ein Studium garantiert keinen guten Job, zumindest nicht mehr wie früher. Studienabbrecher suchen daher nach Alternativen – mit Anspruch und ähnlich guten Perspektiven, von der Realschule bis zur Promotion. Wir starten dazu am “Tag der Arbeit” eine Reihe mit ungewöhnlichen Jobprofilen nach dem Hörsaal. In diesem Teil stellen wir den Job des Hörakustikers vor…

Paradebeispiel dafür, dass Handwerkerberufe zunehmend höher qualifizierte junge Erwachse anziehen, ist der Beruf des Hörgeräteakustikers. Hier kann man es von der Realschule bis zur Promotion schaffen. Da das Gesundheitshandwerk sehr anspruchsvoll ist, ist es insbesondere bei Abiturienten beliebt. Seit 1999 verfügt es über einen eigenen Studiengang.

Die duale dreijährige Ausbildung zum Hörakustiker ist nicht nur abwechslungsreich und anspruchsvoll, sondern bietet auch hervorragende Aussichten. Es herrscht Vollbeschäftigung in der Branche. Anfang September beginnen bundesweit 700 junge Menschen ihre Ausbildung zum Hörakustiker. Das Akustiker-Handwerk bricht mit dieser Zahl erneut einen Rekord und gehört mit einer Ausbildungsquote von 20 Prozent zu den Top-Ausbildern im deutschen Handwerk. Nach Angaben der biha sind auch dieses Jahr wieder Studienabbrecher aus medizinischen oder naturwissenschaftlichen Studiengängen dabei. Über die Hälfte der Hörakustiker-Azubis haben mittlerweile Abitur.

Die Chancen

Die guten Perspektiven,  Fortbildungsmöglichkeiten sowie der tägliche Umgang mit Technologien und Menschen machen diesen Beruf attraktiv. Man muss aber nicht nur etwas im Kopf haben; auch handwerkliches Geschick und Sozialkompetenz sind gefragt. „Ich musste nicht lange überlegen“, erläutert der ehemalige Student der Medizintechnik Martin Psiuk seine Beweggründe, die Ausbildung zum Hörakustiker zu beginnen. „Das Gefühl, man hat etwas sinnvolles getan und jemandem geholfen, bestätigt mich.“

“Aufgrund der demographischen Entwicklung und der hohen Ausbildungsqualität haben Akustiker-Azubis hervorragende Berufsaussichten. Das ist einer der Gründe, warum sich immer mehr Studienabbrecher für unser Handwerk entscheiden”„Aufgrund der demographischen Entwicklung und der hohen Ausbildungsqualität haben Akustiker-Azubis hervorragende Berufsaussichten. Das ist einer der Gründe, warum sich immer mehr Studienabbrecher für unser Handwerk entscheiden“, erklärt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha). Als Präsidentin ist sie in bester Gesellschaft: Mit über 60 Prozent Frauen unter den Auszubildenden kann sich auch die Frauenquote sehen lassen.

Die Ausbildung

Während der dreijährigen Berufsausbildung werden medizinische, audiologische und handwerkliche Fähigkeiten vermittelt. Auszubildende lernen Untersuchungen, Beratungen und Versorgungen durchzuführen. Neben der individuellen Anpassung digitaler Hörsysteme steht auch das Fertigen von Ohrpassstücken auf dem Lehrplan. Nach der Ausbildung entscheiden sich viele für eine Meisterausbildung. Sie vertieft ihre Kenntnisse weiter und berechtigt einen eigenen Betrieb zu leiten. Denn im gefahrengeneigten Hörgeräteakustiker-Handwerk gilt die Meisterpflicht. Die vielfältigen Entwicklungs

Das Handwerk

Mit 5.000 Hörakustiker-Betrieben und ca. 12.000 Hörakustikern versorgt das Hörgeräteakustiker-Handwerk ca. 2,5 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, digitalen Hörsystemen. Darüber hinaus bieten Hörakustiker einen passgenauen Gehörschutz, sowie technische Hilfen für Gehörlose an. Hörakustiker werden im Rahmen der dualen Berufsausbildung im Ausbildungsbetrieb und am zentralen Ausbildungscampus in Lübeck, mit der Akademie für Hörgeräte-Akustik und der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker, ausgebildet.

Die Hauptaufgabe des Hörgeräteakustikers ist auf der Basis der ärztlichen Diagnose Art und Ausmaß der Hörbehinderung festzustellen, dem Bedarf des Schwerhörigen entsprechend geeignete Bestandteile für das Hörgerät auszusuchen und die Einzelteile zum fertigen Hörsystem zusammenzusetzen. Weiterhin gehören die Beratung über Gehörschutz und speziellem Zubehör für Schwerhörige zu den Aufgaben.

Jan Thomas Otte machte Abitur – weil er nicht seinen Wunsch-Ausbildungsplatz bekommen hat, das war Anfang der Nuller-Jahre die Ausbildung zum Mediengestalter für Digital und Printmedien…

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Führungsfragen: Eigene Prinzipien entwickeln http://www.karriere-einsichten.de/2014/04/fuehrungsfragen-eigene-prinzipien-entwickeln/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/04/fuehrungsfragen-eigene-prinzipien-entwickeln/#comments Mon, 28 Apr 2014 09:58:14 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6568 Sie kennen Ihre eigenen Werte, leben konsequent danach und entwickeln darauf aufbauend Ihre persönlichen Führungsprinzipien? Andreas Philipp will Werte und Führungsprinzipien herausarbeiten, um damit gut gerüstet Führungsverantwortliche ... neue Einsichten gefällig?

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Sie kennen Ihre eigenen Werte, leben konsequent danach und entwickeln darauf aufbauend Ihre persönlichen Führungsprinzipien? Andreas Philipp will Werte und Führungsprinzipien herausarbeiten, um damit gut gerüstet Führungsverantwortliche zu stärken. Sein Fragenkatalog an Manager und alle die das noch werden wollen…

Werte sind grundlegende Orientierungsmaßstäbe, an denen sich im Fall alternativer Handlungsmöglichkeiten das Handeln innerhalb einer Gemeinschaft orientieren soll. Welcher Art diese Werte sind, ob sie Gesetz und Ordnung beachten, den Prinzipien des Lebens dienen oder von Außenstehenden als gut oder schlecht bewertet werden, ist eine andere Sache.

Auch sind Werte einem Wandel unterworfen. Was für unsere Großeltern noch galt – z.B. die Eltern mit Sie anzureden – hat heute in unserem Kulturkreis keine Gültigkeit mehr, wird meist sogar belächelt. Werte sind höchst subjektiv und steuern unbewusst unser Denken, Sprechen und Handeln.

Das ist bei Prinzipien etwas anderes. Jenseits der umgangssprachlich verwendeten Bedeutung des Begriffs – hier wird er entweder sehr positiv „Der Mann hat noch Prinzipien“ oder sehr negativ „dieser Prinzipienreiter“ verwendet, aber in beiden Fällen geht es jedoch um die moralische Beurteilung eines Verhaltens, nicht um die Prinzipien an sich – können Prinzipien als nicht zu hinterfragende, universell geltende Grundsätze definiert werden. Sie sind, gleichsam Naturgesetzen, zeitlos gültig und bedürfen keiner weiteren Beweise.

Sie sind weder vom Kulturkreis noch von der Religionszugehörigkeit abhängig. Prinzipien passen sich nicht dem Zeitgeist an oder wechseln mit den Zyklen der Sozialgeschichte. Man kann nicht dafür oder dagegen sein. Prinzipien sind „Realitäten“, die seit der Geschichte der Erde „bewiesen“ haben, dass sie wirken.„Bewahren Sie zentrale Prinzipien als Kern und fördern Sie gleichzeitig Wandel, Verbesserung, Innovation und Erneuerung. Verändern Sie Ihre Strategien und Praktiken, halten Sie aber an Ihren zentralen Werten und Zielen fest.“ (Jim Collins)

Entwicklungsmöglichkeiten, Fairness, Fürsorge, Integrität, Leistungswille und Respekt sind solche Prinzipien. Sie stellen in allen Kulturen der Welt die Grundlage des Zusammenlebens dar. Selbstverständlich finden wir ganz unterschiedliche Interpretationen und Ausprägungen dieser Prinzipien. Jede Gemeinschaft findet ihre eigene Form, diese Prinzipien mit realem Leben zu füllen.

Auch wenn es leider zahllose Beispiele dafür gibt, wie gegen diese Prinzipien verstoßen wird (mit Folgen wie bspw. Kriege, Korruption, Umweltverschmutzung, usw.), ändert dies nichts an der fundamentalen Gültigkeit. Systeme, die weiterleben möchten, müssen diese Prinzipien beherzigen. Sie können als vom Grundsatz her nicht hinterfragbare „Naturgesetze“ von universeller Gültigkeit verstanden und deswegen als „Prinzipien des Lebens“ bezeichnet werden.

Prinzipien des Lebens

Diese gelten für jeden von uns. Hier geht es darum, das eigene Handeln an Hand dieser Prinzipien zu überprüfen und darauf aufbauend eigene, idealerweise die universellen Prinzipien beachtende Führung-Prinzipien zu entwickeln und daran das eigene Führungshandeln auszurichten. Auf dieser Grundlage können Sie sich in diesen Schritten – (1) meine besonderen Stärken, (2) wofür ich mich begeistere, (3) was das Unternehmen von mir erwartet, (4) welche Werte mich antreiben – Ihren Führungsbeitrag erarbeitet.

Was bedeuten diese allgemeinen Prinzipien des Lebens für Sie? Nehmen Sie sich bitte ausreichend Zeit und beantworten Sie nachfolgende Fragen für sich:

  • Wie sehen meine Lebensprinzipien aus? Habe ich welche? Beeinflussen sie mein Leben in einer eher positiven oder negativen Weise? Notieren Sie Ihre fünf wichtigsten Lebensprinzipien und beurteilen Sie selbst, ob diese Ihr Leben positiv bereichern oder eher negativ blockieren.
  • Welche der oben beschriebenen, allgemein gültigen Prinzipien des Lebens haben Bedeutung für mein Leben? In welcher Form drückt sich diese Bedeutung aus?
  • Wie stark lebe ich nach diesen Prinzipien? Wo sind meine größten Abweichungen?

Eigene Führungsprinzipien entwickeln

Machen Sie sich jetzt Gedanken zu Ihren aktuell vorhandenen Führungsprinzipien; d.h. zu den „Verträgen, die Sie mit sich selbst geschlossen haben respektive noch mit sich schließen wollen“. Das könnten z.B. sein:

  • Ich möchte immer eine offene Tür für Anliegen meiner Mitarbeiter haben.
  • Ich unterstütze meine Teamkollegen (inklusive Chef) ohne wenn und aber, wenn sie meine Unterstützung anfragen.
  • Oder auch: Auf meinem Schreibtisch liegt kein Vorgang, der älter als vier Wochen ist.

Und weiter:

  • Haben Sie solche Führungsprinzipien? Wie klar sind Ihnen diese? Haben Sie diese schriftlich festgehalten?
  • Wie sehr steuern diese Ihr tägliches Führungshandeln? Wie sieht Ihre Qualitätskontrolle aus?
  • Wie transparent sind meine Führungs-Prinzipien für meine Mitarbeiter?
  • Woran erkennen meine Mitarbeiter, dass ich nach diesen Prinzipien führe?
  • Woran möchten ich mich messen lassen?
  • Stehen meine Führungsprinzipien im Einklang mit den wichtigsten „Prinzipien des Lebens“?
  • Was möchte ich konkret verbessern? An was möchte ich arbeiten?
  • Welche Stichworte möchte ich dazu für mich festhalten?

Wenn Sie das Thema „Prinzipien – Führungs-Prinzipien – Führungs-Handeln“ nochmals auf sich wirken lassen, was kommt Ihnen in den Sinn? Was geht Ihnen durch den Kopf? Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Führungs-Prinzipien und die daraus abgeleiteten Grundsätze Ihres Führungshandelns. Ein Intervall von 9 bis 12 Monaten macht in der Praxis Sinn.

Die eigenen Führungsprinzipien zu kennen, sie schriftlich formuliert zu haben, wird Ihnen eine große Hilfe in Ihrem manchmal sicherlich sehr hektischen Berufsalltag sein. Zu einem ebenso treuen Wegbegleiter kann Ihr einzigartiger Führungsbeitrag werden. Im Folgenden möchte ich Ihnen die Möglichkeit geben, diesen in einem Fünf-Schritt-Verfahren – basierend auf Ihren individuellen Werten – herauszuarbeiten.

Schritt 1: Meine besonderen Fähigkeiten

Welche speziellen Talente habe ich? Nehmen Sie sich bitte ein Blatt Papier zur Hand und notieren Sie, ohne zu lange zu überlegen, alle Ihre besonderen Fähigkeiten untereinander auf diesem Blatt. Seien Sie bitte nicht zu zurückhaltend – 10 besondere Talente sollten es auf alle Fälle sein, 20 wären besser. Denken Sie nicht nur an Ihren beruflichen Alltag. Berücksichtigen Sie auch Fähigkeiten, die Ihnen im privaten Umfeld nützlich sind.

  • Wobei werden immer Sie angefragt?
  • Bei schwierigen Gesprächen zum Beispiel?
  • Oder wenn es etwas zu organisieren gibt?
  • Oder wenn schnell Ordnung aus einem Berg Steuerunterlagen geschaffen werden muss?
  • Oder vielleicht sind Sie ein toller Skifahrer, Märchenerzähler, Handwerker, Bastler, …?

Wenn Sie die Liste haben, bilden Sie bitte drei Untergruppen, indem Sie ähnliche Talente zusammenfassen und ggf. auf einen allgemeinen Begriff verdichten. Beispiel: Sie haben notiert „kann gut zuhören“, „halte immer Festtagsreden“, „unterstütze die Kinder bei Referaten“, „moderiere oft Sitzungen im Team“. Diese Punkte können Sie nun gruppieren und mit dem Oberbegriff „Kommunikation- und Moderationsfähigkeit“ versehen. Versuchen Sie bitte noch zwei weitere Oberbegriffe zu finden.

Schritt 2: Wofür ich mich wirklich begeistere

Machen Sie sich nun ein paar Gedanken darüber, was Sie im Innersten wirklich begeistert, wobei Sie Zeit und Raum vergessen können, wenn Sie sich damit beschäftigen. Nachfolgende Orientierungsfragen helfen Ihnen dabei:

  • Womit verbringe ich am liebsten meine Zeit?
  • Wofür investiere ich Zeit und Geld? Worüber rede ich gerne?
  • Stellen Sie sich vor, Sie würden mit einem Universalgelehrten nur über ein Thema sprechen dürfen – welches wäre es?
  • Wenn ich ein Fachbuch schreiben würde: Welches Fachthema wäre das?
  • Wenn ich in den Spiegel sehe: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Wer bin ich nicht?
  • Was treibt mich wirklich im tiefsten Inneren an? Was möchte ich auf dieser Welt bewegen?
  • Wie wichtig sind Ihnen Macht, Status und Geld?

Schritt 3: Was das Unternehmen von mir erwartet

In Schritt eins und zwei haben Sie sich mit Ihren Talenten und Wünschen befasst, eine Innensicht vorgenommen. Diese Sicht nach innen trifft natürlich auf eine Realität „da draußen“. Konkret gibt es Anforderungen und Erwartungen an Sie.

Nehmen Sie sich deshalb nun etwas Zeit und klären Sie mit Hilfe nachfolgender Fragen, was von Ihnen beruflich erwartet wird.

  • Welche grundsätzlichen Leistungsziele sind mir vorgegeben?
  • Welche quantitativen Ergebnisse (Gewinn, Umsatz, …) werden von mir erwartet?
  • Welche sonstigen qualitativen Ziele habe ich noch (vorgegeben)?
  • Welche Zielerwartung leitet sich aus dem Leitbild / der Strategie meines Unternehmens für mich ab?
  • Welche eigenen Zielsetzungen habe ich? Welche Erwartungen möchte ich erfüllen?
  • Gibt es noch weitere Erwartungen an mich?

Schritt 4: Welche Werte mich antreiben

Nehmen Sie sich jetzt bitte ausreichend Zeit, um sich mit Ihren ganz individuellen Werten zu befassen. Welche drei Werte sind Ihnen am wichtigsten?

Schritt 5: Mein Führungsbeitrag

Versuchen Sie, basierend auf Ihren Erkenntnissen der vorangegangenen Schritte, Ihren Führungsbeitrag zu formulieren.

  • Was macht mich einzigartig?
  • Was kann ich für mein (oder auch ein anderes) Unternehmen besonders gut leisten?
  • Auf Grund welcher Talente, Wünsche und Werte stifte ich Nutzen?
  • Wie sieht dieser Nutzen genau aus?

Ihr Führungsbeitrag sollte sich in maximal zwei bis drei Sätzen formulieren lassen. Vielleicht reichen Ihnen auch ein paar Stichworte. Jedenfalls sollten Sie Ihr Ergebnis schriftlich festhalten. Entscheidend ist, dass Sie aus tiefer innerer Überzeugung ja dazu sagen können und dass klar wird: Es ist Ihr einzigartiger Führungsbeitrag, den nur Sie leisten können.

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Kunst ganzheitlichen Führens – Buch kaufen…

Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen diesen Beitrag. Ein Intervall von 12 bis 18 Monaten macht in der Praxis Sinn. Prüfen Sie, wo Sie sich verändert haben. Prüfen Sie aber auch, ob Ihr Unternehmen noch Ihren Talenten, Wünschen und vor allem Werten entspricht. Haben Sie den Mut, im Falle größerer Abweichungen in die Veränderung zu gehen. Nicht überstürzt und nicht hektisch – aber doch konsequent und bewusst.

Nur Mut

Nehmen Sie sich die Zeit all die Fragen zu beantworten, denn mit Ihrem ausgearbeitet Führungsbeitrag verschaffen Sie sich Klarheit über Ihre USP, Ihre Einzigartigkeit, die Sie einem Unternehmen anbieten können. Und mit Ihren Führungs-Prinzipien legen Sie fest, was die großen Leitplanken sind, um Ihren Führungsalltag zu meistern. Sie erzeugen für sich Eigen-Stabilität und schaffen für Ihr Umfeld ein gutes Maß an Sicherheit. Beides sind Eigenschaften von kaum zu überschätzendem Wert.

“Ein Prinzip ist das, aus dem ein anderes seinen Ursprung hat.Es stellt eine gegebene Gesetzmäßigkeit dar, die anderen Gesetzmäßigkeiten übergeordnet ist. Im klassischen Sinne steht das Prinzip zwingend an oberster Stelle, im alltäglichen Sprachgebrauch wird dies aber weniger streng gehandhabt. Darüber hinaus gibt es einen Begriff von Prinzip, der eine Verkettung von Gesetzen (Regeln etc.) erlaubt (z. B. Prinzip der sozialen Marktwirtschaft). Die konkrete Bedeutung ist kontextabhängig.”

Dr. Andreas Philipp ist Gründer und Vorstand der Stiftung Drei-zum-Leben. Er gilt als interdisziplinär denkender Managementberater sowie Brückenbauer zwischen unterschiedlichen Sichtweisen im Unternehmen. Seine Kunden schätzen seinen ganzheitlichen Ansatz aus wissenschaftlicher Fundierung, hoher Praxisnähe und umfassender Vernetzungsfähigkeit…

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Sechs Lerntypen: Suche nach perfekter Passform http://www.karriere-einsichten.de/2014/04/sechs-lerntypen-suche-nach-perfekter-passform/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/04/sechs-lerntypen-suche-nach-perfekter-passform/#comments Sat, 26 Apr 2014 07:45:14 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6575 Gebüffelt, viel gelesen, Nächte am Schreibtisch gehockt. Und trotzdem hat es nicht für die Bestnote gereicht, um den Einstellungstest beim neuen Arbeitgeber zu bestehen? Wir haben unterschiedliche ... neue Einsichten gefällig?

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Gebüffelt, viel gelesen, Nächte am Schreibtisch gehockt. Und trotzdem hat es nicht für die Bestnote gereicht, um den Einstellungstest beim neuen Arbeitgeber zu bestehen? Wir haben unterschiedliche Lerntypen zusammengefasst und uns mit neuen Ansätzen für effektiveres Lernen beschäftigt…

Angefangen hat alles bei einer simplen Beobachtung in der Schule: Dem Nachbarn fällt das Lernen leichter als einem selbst, vorausgesetzt er hat nicht abgeschrieben und kein heimlicher Streber der noch nachts nach der Party für die anstehende Klassenarbeit büffelt. Immer mehr Pädagogen fordern, dass statt Frontalunterricht auf die unterschiedlichen Typen von Schülern eingegangen werden muss. Von “Blended Learning” und anderen Konzepten sprechen Bildungsexperten.

Klar ist: Nur begrenzt können wir die wesentlichen Merkmale aus der Informationsflut im Netz filtern und nachhaltig aufnehmen, um diese Ergebnisse zur gegebenen Zeit wieder parat zu haben. Hilfestellungen im Netz versprechen, das Lernen zu lernen. Jedoch lernt faktisch jeder Mensch anders. Weder ist ein Mensch wie der andere vom Typ, noch lernt ein Mensch wie der andere. Zu unterschiedlich sind die persönlichen Interessen, das Tempo und die Lernvoraussetzungen, um für alle Menschen eine maßgeschneiderte Lernmethode zu entwickeln.

Entsprechend dem jeweiligen Lerntyp wird ein bestimmter Lernstoff auf verschiedene Weisen gelernt, wobei allgemein folgende Typen bestimmt werden – nicht in Stein gemeißelt, aber als Orientierung gedacht:

  1. Auditiver Lerntyp: lernt hauptsächlich über das Hören und Sprechen, indem er beim Lernen den Lernstoff laut oder leise vor sich hersagt und diesen durch ausgedachte Gedichte und Melodien schnell einprägen kann.
  2. Visueller Lerntyp: nimmt Informationen besonders gerne durch Bilder, Notizen und Skizzen auf, welche er gründlich wiedergeben kann. Seine Sprache ist bilderreich, farbig und voller Details.
  3. Motorischer Lerntyp: packt an und denkt nicht lange nach. Spontan lässt er sich von seiner Intuition leiten, setzt theoretische Ideen in praktische Aktionen um und lässt beim Erzählen gerne seine Hände sprechen, Er kaut gerne Kaugummi und spielte in seiner Kindheit gerne mit Experimentierbaukästen.
  4. Kommunikativer Lerntyp: kann sowohl gut reden als auch zuhören. Er stellt durchdachte Fragen, hinterfragt Glaubensgrundsätze und wird gerne wegen seinem sympathischen Wesen von Kollegen um Rat gefragt. Der kommunikative Lerntyp lernt überwiegend im direkten Austausch mit anderen Menschen.
  5. Personenorientierter Lerntyp: braucht einen sympathischen Partner, der ihn spürbar anregt und konstant ermutigt. Sein Lernerfolg hängt entscheidend von dem persönlichen Verhältnis zum Dozenten ab. Ist die Beziehung gesund, so lernt er fast alles gut und gründlich – kommt es aber zu Spannungen, so neigt er zu Leistungsschwankungen und Selbstzweifeln.
  6. Medienorientierter Lerntyp: begreift die meisten Lehrinhalte allein durch virtuelle Dozenten, begeistert sich für technische Zusammenhänge und nutzt audiovisuelle Medien wie den eigenen Computer nicht nur als Spielzeug, sondern nutzt sie aktiv zum Lernen. Soweit die theoretische Vorstellung eines „Schubladendenkens“ von bestimmten Lerntypen.

Mehr-Kanal-Methode für müde Birnen

Die Lerntypen-Theorie geht seit dem Forscher Frederic Vester, durch sein Buch „Denken, Lernen, Vergessen“ bekannt geworden, allgemein von verschiedenen Wahrnehmungskanälen unserer Sinne aus, welche im Kopf zusammenlaufen.

Eine große Menge an Erfolg versprechenden Lerntheorien spiegelt sich in geistreichen Sprichwörtern, berühmten Zitaten, sowie neuen Methodenbüchern und beliebten Praxisratgebern wieder. Aber wie schaffen wir das in der Praxis, effektiv und nachhaltig zu lernen? Ist das Lernen mehr als nur reines Abspeichern und Reproduzieren?

Im Klartext: Können wir Wissensstoffe auf diese definierten Lernweisen in unser Gedächtnis einprägen? Vester argumentiert: „Je mehr Kanäle der Wahrnehmung benutzt werden, desto fester wird das Wissen gespeichert, desto vielfältiger wird es verankert und auch verstanden.“ Diese Theorie erscheint simpel, ihr Ansatz leicht nachvollziehbar. Dennoch wird sie in der neueren Forschung immer wieder auf ihre innere Logik hin überprüft und außerordentlich kontrovers kritisiert.

Im Unterschied zu den recht einfach dargestellten „Lerntypen“ handelt es sich hier um relativ komplexe Konstrukte des Lernprozesses. Höchstens von „Lernstilen“ ist die Rede, wenn wir in verschiedenen Situationen ähnliche Strategien anwenden, welche als aufrufbare Handlungspläne im Gedächtnissystem funktionieren. Beispielsweise ist das eine Kombination von einzelnen Maßnahmen, mit denen wir versuchen, ein bestimmtes Problem zu beheben.

Multikomplexe Lernprozesse

Isoliert betrachtet haben die erwähnten Sinne des Lernenden keine besondere Bedeutung auf den allgemeinen Lernprozess. Denn wenn der Schüler von seinem Lehrer gelernt hat, dass dreimal vier zwölf ergibt, ist das etwas, was rational greifbar ist. Erst der Lernende selbst verleiht seinen guten Sinnen ihre entscheidende Bedeutung, indem eigene Vorstelllungen und Interpretationen mit eingebracht werden.

Die Vestersche Lerntheorie bietet uns Hinweise, in welcher Weise die Köpfe der Studierenden beim Lernen strapaziert werden. Denn sie lernen meist fixiert für einzelne Prüfungen mit Hinblick auf eine einmalige und kurzfristige Belohnung, die erhoffte gute Note. Die Wissensvermittlung des Dozenten wird von Studi-Seite durch vielerlei Gründe nicht immer mit der notwendigen Kritik zur Kenntnis genommen, um die mehr oder weniger gelernten Substanzen auf ihre Plausibilität hin zu untersuchen.

Das Vokabel-Lernen verdeutlicht, dass die meisten Begriffe nur gepaukt und nicht systematisch durch irgendwelche neuen Modelle gelernt werden können. Begreifen und Behalten sind nicht dasselbe, gehören aber immanent zusammen.“Begreifen und Behalten sind nicht dasselbe, gehören aber immanent zusammen.” Diese Erkenntnis kommt Studierenden spätestens bei der ersten Klausur, wenn eine Formel nicht auswendig gelernt wurde, anstatt sie im Prinzip verstanden zu haben.

Die Hamburger Akademie für Fernstudien ist einer der Anbieter im Netz, die sich mit dem Konzept “Smart Learn” dem schnelleren Lernen verschrieben hat. Auf der Seite wird auch ein kurzer Test angeboten, um zu schauen welcher Lerntyp man ist.

In staatlichen Schulen mit einer Klassengröße von bis zu dreißig Schülern ist das leichter gesagt als getan. Bei der Hamburger Akademie sei das bereits selbstverständlich, sagen die dortigen Pädagogen: “Die Orientierung am individuellen Lerntyp ist wichtiger Bestandteil des Fernstudiums und damit ein spürbarer Vorteil auf dem Weg zum Abschluss”, sagt Kirsten Huter, die pädagogische Leiterin der Hamburger Akademie. Studierende werden mit Hilfsmitteln, Tipps und Hinweisen versorgt, zugeschnitten auf den jeweiligen Lerntyp im Lehrgang.

Teilnehmerin Margareta Weishaupt aus Stockach hat die smartLearn-Methode weitergeholfen: Motivation und hilfreiche Tipps zur Festigung der gelernten Inhalte führt sie als Plus an.

Mehr Struktur im Kopf

Ein tiefergehendes Detailwissen ist in vielen, meist mündlichen Prüfungen nicht gefragt. Die eigene Erfahrung lehrt, dass man vielmehr durch eine schnelle und sichere Reproduktion von faktischen Mustern erfolgreich sein kann, um eine gute Bewertung zu bekommen.

Nicht in jedem Fall wird also eine reflektierte Tiefenverarbeitung durch bessere Leistungen honoriert. Die Anforderung der Lernumgebung bestimmt also wesentlich auch die Lernorientierung. Je unterschiedlicher wir uns aber den Lernstoff aneignen, desto vielfältiger sind die Möglichkeiten des Erinnerns und Behaltens. Diverse Umfragen haben ergeben, dass nur 20 Prozent aller Befragten ausschließlich auditiv, rein visuell nur 30 Prozent lernen können.

Nur die Hälfte der Befragten merkt sich den Lernstoff durch eine Verbindung von Hören und Sehen. Den größten Anteil haben mit über 70 Prozent aber diejenigen, welche die geforderten Inhalte nicht nur sehen, hören und diskutieren – sondern auch versuchen, ihn in der Praxis deutlich zu machen.

Untersuchungen haben ergeben, dass wir den Lernstoff besser aufnehmen und länger behalten, wenn wir die Informationen durch mehrere Wahrnehmungskanäle aufnehmen. Wenn der Lehrer seinem Schüler etwas erzählt, hat dieser seine Worte nach kurzer Zeit zu etwa 80 Prozent wieder vergessen.

Wird ein Text gelesen oder ein Bild betrachtet, werden immer noch 70 Prozent vergessen. Daher ist ein Multikanalsystem zur effektiveren Wissensaufnahme unumgänglich, indem Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben kombiniert werden. In diesem Fall können 90 Prozent des Lernstoffes wieder abgerufen werden.

Wer seinen Lerntyp über den Daumen gepeilt einschätzen kann, beim Lernen kontinuierlich berücksichtigt und verschiedene Modelle ausprobiert, kann Informationen schneller und nachhaltiger aufnehmen. Die für das reine Lernen aufgewendete Zeit wird verkürzt und verbessert erheblich die Chancen, den Lernstoff im richtigen Moment wieder parat zu haben.

Durch gezieltes Beobachten und kreatives Ausprobieren verschiedener Lernstile werden neue Wege gefunden, um erforderliches Wissen effektiver aufzunehmen, zu speichern und mit bereits bekannten Lernstoffen zu verknüpfen.

Die Lerntypentests und die Einteilung in Lerntypen werden von einigen Pädagogen kritisch gesehen. Viel mehr sehen sie den Lernerfolg in der Art, wie „spannend“ Lerninhalte übermittelt werden und wie groß das Vorwissen ist. Die empirische Forschung konnte weder eine Verbesserung der Lernleistung bei der Berücksichtigung des jeweils präferierten Lerntyps nachweisen, noch konnten für einen Unterricht, welcher unterschiedliche Lerntypen berücksichtigt, positive Effekte gemessen werden. Aus Sicht der Kognitionswissenschaften werden Lerntypen heute daher als Mythos gesehen, wenngleich dies ihrer Popularität in der Pädagogik keinen Abbruch tat.

Jan Thomas Otte hat sich unter anderem mit “Brain Tuning” beschäftigt und findet, dass jeder seinen eigene Lernmethode findet – ohne Mittelchen, ohne grossartige Ratgeber. Bei Spiegel Online berichtete er über verschiedene Lernoasen. Fazit hier: “Beim Lernen kann ich meinen kreativen Gedanken freien Lauf lassen”…

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Studienabbrecher: “Die Uni und ich haben uns getrennt” http://www.karriere-einsichten.de/2014/04/studienabbrecher-die-uni-und-ich-haben-uns-getrennt/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/04/studienabbrecher-die-uni-und-ich-haben-uns-getrennt/#comments Wed, 23 Apr 2014 12:06:01 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6569 Nach dem Abitur kommt die universitäre Laufbahn. Natürlich! Aber dann: Abgebrochen, Uni verlassen. Vom Ende einer Beziehung, einem neuen Anfang und damit verbundenen Chancen berichtet Julia Bergner… ... neue Einsichten gefällig?

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Nach dem Abitur kommt die universitäre Laufbahn. Natürlich! Aber dann: Abgebrochen, Uni verlassen. Vom Ende einer Beziehung, einem neuen Anfang und damit verbundenen Chancen berichtet Julia Bergner…

Drei Jahre ist es her, da wollte Helen Gast nichts als weg. Weg aus dem südenglischen Ort Brighton, weg von der Universität, weg vom Tourismusstudium. Sie war genervt, enttäuscht und fertig mit der Welt. Das Studium, das sie sich zwei Jahre zuvor ausgesucht hatte, war nichts mehr für sie: „Den Studieninhalt fand ich zwar immer interessant, aber ich war mit der Qualität der Uni oft unzufrieden. Ich habe internationales Tourismusmanagement studiert, weil ich die Branche für vielseitig und zukunftsfähig hielt.

Aber das Studium war überhaupt nicht international ausgerichtet, ich konnte nicht einmal eine weitere Fremdsprache lernen.“ Außerdem machte ihr das akademische Arbeiten keinen Spaß. Teilweise, sagt sie, hasste sie es regelrecht. Das britische Dauernass verregnete ihr zusätzlich die Stimmung. Helen Gast packte ihre Koffer. Rein ins Flugzeug, zurück nach Deutschland. Abgebrochen.

Ein Viertel aller deutschen Studenten verlässt die Hochschule ohne Abschluss – Tendenz der Studienabbrecher steigend. Viele nach wenigen Monaten, einige erst nach mehreren Jahren. Für die meisten fühlt sich der Studienabbruch an wie das Scheitern einer Beziehung: Ich und mein Studium – wir haben es nicht geschafft, wir mussten uns trennen. Das tut weh.

Auch Uni? Was denn sonst!

Denn eigentlich hatte man ja Ansprüche gehabt: Die Partnerschaft sollte funktionieren, der Partner sollte perfekt sein. Weniger als ein Studium? Niemals! Man hatte ja schließlich 12 Jahre lang für eine Allgemeine Hochschulreife gepaukt. Auch Helen Gast wollte schon immer studieren.

Die akademische Laufbahn stand nie in Frage: „In den Berufsinformationswochen im Gymnasium wurden uns unzählige private Hochschulen, ausgefallene Fächer wie Pferdewissenschaften und duale Studiengänge vorgestellt. Ich hätte nie daran gedacht, nicht an die Uni zu gehen. In meinem Umfeld gab es auch niemanden, der einen anderen Weg eingeschlagen hatte.““Ich hätte nie daran gedacht, nicht an die Uni zu gehen. In meinem Umfeld gab es auch niemanden, der einen anderen Weg eingeschlagen hatte.“

Die eigenen Ansprüche revidieren: Doch jetzt – nach zwei Jahren – muss sie sich eingestehen, dass es mit ihr und der Uni in diesem Leben nichts mehr wird. Es ist keine leichte Aufgabe, die eigenen Ansprüche zu revidieren und neu zu ordnen. Schließlich ist sie überzeugt, dass eine Berufsausbildung der richtige Weg für sie ist.

Neue Partnersuche

Endlich kann es weitergehen. Ärzte, Krankenhäuser, Arztpraxen – das fand Helen Gast schon immer toll. Eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten erscheint ihr das Richtige. Sie kann die Ausbildung auf anderthalb Jahre verkürzen. Sie fühlt sich gut. Der schulische Teil fällt ihr sehr leicht und die Arbeit in einem ambulanten OP-Zentrum macht ihr Spaß. Dank Ausbildungsvergütung und Kindergeld kann sie sich selbst ernähren.

Nach Beendigung der Ausbildung arbeitet Helen Gast noch ein Jahr in ihrem Ausbildungsbetrieb. „Ich merkte aber bald, dass ich ein wenig unterfordert und definitiv unterbezahlt war.“ Statt es doch noch einmal an der Uni zu probieren, sieht sie die Vorteile im Arbeitsleben und bemüht sich lieber um eine zusätzliche Ausbildung am Universitätsklinikum Heidelberg zur operationstechnischen Assistentin. Nebenbei arbeitet sie als Arzthelferin. „Meine neue Ausbildung ist unglaublich interessant, abwechslungsreich und geistig sowie körperlich anspruchsvoll.“

“Willst Du (k)eine Karriere machen?”

Helen Gast hat mit ihrer universitären Karriere abgeschlossen und ist glücklich, gerade noch rechtzeitig die Notbremse gezogen zu haben – quasi als Karriereverweigerer: „Sonst würde ich mich jetzt vielleicht immer noch durch die akademische Welt quälen, für die einfach nicht jeder gemacht ist.“ Sie hat sich damit abgefunden, dass sie kein „Akademikergehalt“ verdienen wird. Für sie ist es viel wichtiger, Spaß an ihrer Arbeit zu haben, etwas zu tun, was ihren Mitmenschen nützt und Kollegen zu haben, mit denen sie sich auch privat befreundet ist.

Trotzdem verstehen viele Bekannte ihre Entscheidung bis heute nicht. „Ich werde immer wieder gefragt, warum ich das Studium nicht durchgezogen habe oder warum ich keine „Karriere“ machen will. Auf diese Fragen habe ich langsam keine Lust mehr. Oft verschweige ich deswegen Leuten, die ich neu kennenlerne, die Tatsache, dass ich mal ein Studium angefangen habe.“

“Studienabbruch bezeichnet die vorzeitige Beendigung eines Erststudiums, also vor Erlangen eines akademischen Grades, durch den Studenten.”

Julia Bergner macht gerade ihr “Volo” bei der Nachrichtenagentur idea spektrum. Die Nachwuchsjournalistin ist (fast) noch Teil der Generation X und hat in den letzten Jahren über ihre Zeit bei den Pfadfindern viel mit Jugendlichen über ihre beruflichen Wünsche gesprochen. Hier hat sie einige von ihnen vorgestellt…

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Mehrgenerationen: Warum wir Ted Mosby liebten http://www.karriere-einsichten.de/2014/03/mehrgenerationen-warum-wir-ted-mosby-liebten/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/03/mehrgenerationen-warum-wir-ted-mosby-liebten/#comments Mon, 31 Mar 2014 21:48:45 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6559 Heute Abend wurden in den USA die beiden letzten Folgen der beliebten Sitcom „How I Met Your Mother“ ausgestrahlt. Endlich können die Fans sehen, wie sich Hauptdarsteller ... neue Einsichten gefällig?

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Heute Abend wurden in den USA die beiden letzten Folgen der beliebten Sitcom „How I Met Your Mother“ ausgestrahlt. Endlich können die Fans sehen, wie sich Hauptdarsteller Ted Mosby und „die Mutter“ zum ersten Mal trafen. Das Porträt unserer Generation ist vollendet…

Seit fünfeinhalb Jahren verfolgen wir gebannt die Geschichte des jungen New Yorker Architekten Ted Mosby. In 200 Folgen hat er seinen Kindern und uns erzählt, wie er ihre Mutter kennenlernte. Im Laufe seiner Geschichte verstrickt sich Ted in kleinere Liaisons, verliebt sich heftig, wird vor dem Altar stehen gelassen, richtet sich wieder auf, lernt neue Frauen kennen – bis schließlich die Mutter seiner zukünftigen Kinder vor ihm steht. Begleitet wird er dabei von einem unerschütterlichen Freundeskreis bestehend aus der Kindergärtnerin Lily, dem Juristen Marshall, der Fernsehreporterin Robin und dem Frauenheld Barney.

Wir haben Ted Mosby richtig ins Herz geschlossen. Wir haben mit ihm gejubelt und mit ihm gelitten. Wir haben ihm jede Woche gewünscht, dass endlich die Richtige um die Ecke kommt. Und gleichzeitig über unser eigenes Leben nachgedacht und uns gefragt, ob der perfekte Partner vielleicht auch nur einen Steinwurf weit entfernt wartet.

Ein simpler Plan: zufrieden sein

Ted Mosby war einer von uns. Er hat uns vor Augen geführt, wie wir wirklich sind und all denen, die uns nicht verstehen, gezeigt, worum es im Leben eines Anhängers der Generation-Y geht. Wir brauchen keinen perfekten Lebenslauf. Wir wollen glücklich sein können mit dem, was wir tun. Wir nehmen Umwege in Kauf. Wir kommen damit klar, wenn mal nicht alles nach Plan verläuft. Aber unser Plan ist ganz simpel: Wir wollen zufrieden sein. Genau wie Ted, Robin, Barney, Lily und Marshall. Jede Woche sind wir deswegen alle ein wenig süchtiger geworden – nach einem tollen Freundeskreis, dem Spaß am Leben, der großen Liebe und der Nebensächlichkeit des Berufs.

Job & Karriere stehen an zweiter Stelle

Jeder weiß, dass das Business schnelllebig ist, dass wir früh die Karriereleiter hochklettern müssen, um nichts zu verpassen. Aber wir wollen mehr Ruhe. Wir wollen gar nicht ganz oben ankommen. Die Mitte reicht uns. Auch die Journalistin Robin findet sich irgendwann damit ab, keine berühmte Nachrichtensprecherin auf dem ersten Kanal zu werden.

Lily bringt Familie und Beruf nach einigen Anlaufschwierigkeiten unter einen Hut, wagt Neues und gewinnt Lebensqualität. Marshall steckt zugunsten seiner Frau zurück. Der Beruf des Anzugträgers Barney wird erst gegen Ende der neunten Staffel enthüllt. Und selbst danach bleiben einige Fragen offen. Ob Barney selber so genau weiß, was er tut? Wir wissen heute auch manchmal nicht, was wir da eigentlich tun, wenn wir in der Beraterbranche als 25-Jährige großen Firmen raten, hundert Angestellte zu feuern.

Der Freundeskreis unserer Träume

Statt dem Beruf die Priorität einzuräumen, geht es in der Serie zu allererst um den Wert der Freundschaft. Und Ted hatte die besten Freunde, die man sich wünschen kann: Sie unterstützen sich, sie streiten und vertragen sich, sie verkuppeln einander. Auch wir wollen uns gerne jeden Abend im MacLaren’s Pub mit unseren Freunden treffen und den neuesten Klatsch und Tratsch austauschen und darauf trinken, dass das Leben nun mal so ist wie es ist.

Zu guter Letzt kommt die große Liebe

Und wenn wir genug getratscht und getrunken haben, stellen wir fest, dass sich in diesem Leben eigentlich doch alles um eins dreht: die große Liebe. Wir wollen genau wie der notorische Fremdgänger Barney irgendwann einfach zur Ruhe kommen und eine Robin heiraten. Wir wünschen uns nichts sehnlicher als danach so zu werden wie Lily und Marshall, die schon seit dem College ein Paar waren. Als schließlich ihr langersehnte Sohn kam, waren wir alle hin und weg. Denn eins ist jedem wichtig – ob wir es nun zugeben oder nicht: Wir möchten eine eigene Familie gründen. Wir möchten Sinn in unser Leben bringen.

Die letzten Folgen – so viel darf man den deutschen Zuschauern verraten – werden romantisch, kitschig und rührselig. Und im Grunde genommen wollen wir ja genau das: Dass das Ende unserer wilden Zeiten so richtig schön rosarot wird. Und für alles, was danach kommt, wünschen wir uns einfach nur Ehrlichkeit – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Danke, Ted Mosby!

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Investment Punk: So wird die Mittelschicht (noch) abgezockt http://www.karriere-einsichten.de/2014/03/investment-punk-so-wird-die-mittelschicht-noch-abgezockt/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/03/investment-punk-so-wird-die-mittelschicht-noch-abgezockt/#comments Wed, 19 Mar 2014 20:37:58 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6478 Angestelltenjob, Eigenheim auf Pump, Leasingauto und ein bisschen Spekulieren an der Börse. Ein Hamsterrad, das ein Leben lang unfrei macht, findet Gerald Hörhan. Kurzweilig, provokant und schonungslos. ... neue Einsichten gefällig?

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Angestelltenjob, Eigenheim auf Pump, Leasingauto und ein bisschen Spekulieren an der Börse. Ein Hamsterrad, das ein Leben lang unfrei macht, findet Gerald Hörhan. Kurzweilig, provokant und schonungslos. Wie du bald zu den Gewinnern gehörst und die bisherige Ökonomie auf den Kopf stellst…

Wenn ich an der Wiener Wirtschaftsuniversität Vorträge halte, fällt mir immer wieder ein merkwürdiger Umstand auf: Die wenigstens Studenten dort wollen lernen, wie man Geld verdient, wie man damit umgeht und wie man auf diese Art wirtschaftlich unabhängig wird. Mein Eindruck ist viel eher, dass sie die ökonomischen Konventionen der Mittelschicht möglichst genau zu verstehen versuchen, damit sie es später im Berufsleben genauso wie alle anderen machen können.

Ich sage ihnen dann, dass sie auf diese Art in einem ökonomischen Hamsterrad aus Angestelltenjob, Eigenheim auf Pump, Leasingauto und ein bisschen an der Börse spekulieren landen. Ein Hamsterrad, das ein Leben lang unfrei macht und das ich zum Beispiel nicht ertragen würde. Oft genug habe ich den Eindruck, dass sie das nicht hören wollen. Nicht einmal in Zeiten wie diesen, in denen immer klarer wird, dass es am Ende immer die Mittelschicht ist, die abgezockt wird. Sie vor allem hat während der Finanzkrise geblutet und sie ist es auch, die jetzt für die Rettung des Euros zahlen muss.

Mittelschicht am Tropf der Banken

Auch ohne Finanz- und Eurokrise ist das Leben der Mittelschicht schon lange nicht mehr erstrebenswert. Meist auf Schulden aufgebaut führt es in die Abhängigkeit, auch wenn die Banken und unser ganzes ökonomisches System gerade der Mittelschicht das Schuldenmachen noch so sehr nahelegen.

Die Unfreiheit, die dabei entsteht, hat es im Prinzip immer gegeben. Am Anfang nannte man es Sklavendienst. Danach nannte man es Frondienst. Jetzt heißt es Schuldendienst. Sklavendienst funktioniert mit Ketten. Frondienst mit Abhängigkeit. Schuldendienst funktioniert vor allem durch mangelnde ökonomische Bildung. Der Schuldendienst zwingt die Menschen, zu bücken und zu dienen und den ganzen Tag bitte und danke Herr Chef zu sagen.

Wer dieses Leben führt, hat am Ende vielleicht sein Eigenheim abbezahlt, was ihm die ganze Zeit über als höchstes ökonomisches Ziel verkauft wurde, aber die Frage ist, wie viel es dann noch wert ist und ob er es überhaupt noch brauchen kann. Und jetzt wird es immer enger für die Mittelschicht. Die typischen Mittelschichtjobs werden immer weniger und als Folge davon werden dort der Druck und die Restriktionen immer größer, das Leben wird immer schlechter und die alten Sicherheiten sind weg.

Wegfall geglaubter Sicherheiten

Die Wahrheit ist: So wie bisher wird es nicht weitergehen. Das globale ökonomische Grundprinzip hat schon immer vorgesehen, dass es wenige gibt, die viel haben, und viele, die wenig haben. Eine breite Mittelschicht, wie wir sie kennen, ist ein historisch und geografisch begrenztes Phänomen, das durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und den Wiederaufbau entstanden ist und das ein klares Ablaufdatum hat. Mit jeder ökonomischen Erschütterung wird das alte Grundmuster ein bisschen mehr wieder hergestellt.

Die Mittelschicht reagiert völlig falsch darauf. Sie schafft sich Feindbilder, zum Beispiel Unternehmer oder Investmentbanker wie mich. Sie sieht mich an und denkt: Der fährt einen Audi mit 510 PS und dann noch einen Aston Martin, er geht auf angesagte Partys in London und New York, hat eine schöne Wohnung am Stephansplatz und kauft sich Immobilien wie andere Leute Bücher.

Investmentbanker, alles “Arschlöcher”?

Also ist er ein Arschloch, gierig und arrogant. Sie werden als Schuldige an der Finanzkrise hingestellt, obwohl in Wirklichkeit die Mittelschicht selbst daran schuld ist, zumindest die amerikanische Mittelschicht. Sie hat über Jahre hinweg gegen die wichtigste ökonomische Grundregeln verstoßen, indem sie mehr ausgegeben als eingenommen hat, was irgendwann eben nicht mehr funktioniert.

Buch "Investment Punk" kaufen...

Rat des Buchs: Wahre Aufsteiger müssen ökonomische Konventionen hinter sich lassen…

Paradox dabei ist, dass es durch die Möglichkeiten der Globalisierung und des Informationszeitalters nie leichter war als jetzt, von denen, die wenig haben, zu denen aufzusteigen, die viel haben. Mit diesen Möglichkeiten meine ich zum Beispiel, dass Anleger jetzt Zugänge zu Informationen haben, die vor ein paar Jahren nur Profis wie etwa Brokern zur Verfügung standen, und dass es noch nie so einfach war, ein Unternehmen zu gründen wie jetzt.

Bloß nützt die Mittelschicht diese Möglichkeiten nicht, weil es dafür eben nötig wäre, sich gegen ihre eigenen Konventionen zu stellen und im Kopf ein bisschen Punk zu sein. Es liegt in der Natur der Mittelschicht, dass alle lieber mit der Herde traben, selbst wenn die ins Feuer trabt. Wenn jemand etwas anders macht, gilt er als verrückt oder schräg und wird ausgegrenzt.

Durchbruch ökonomischer Logik

Die ökonomischen Konventionen, die sie immer ärmer machen, werden der Mittelschicht unaufhörlich vom Bildungswesen, den Finanzberatern, den Massenmedien und allen möglich anderen Quellen eingetrichtert. Nehmen wir die Börse. Als alle Aktien teuer waren, hieß es überall: Jetzt musst du kaufen. Als alle Aktien billig waren, hieß es: Jetzt musst du auf Sicherheit setzen. Dabei müsste doch eigentlich jedes Kind wissen, dass man verkaufen soll, wenn alles teuer ist, und kaufen, wenn alles billig ist.

Oder bleiben wir beim Beispiel mit dem Eigenheim. Ich zeige in meinem Buch Investment Punk – Warum ihr schuftet und wir reich werden“, wie man mit der gleichen Belastung, die für ein durchschnittliches Haus am Stadtrand anfällt, viel komfortabler zur Miete wohnen kann und dabei ein halbes Dutzend Wohnungen in guter Lage an– und von Mietern abzahlen lassen kann. Aber dieses Verhalten entspricht nicht den ökonomischen Konventionen der Mittelschicht. Man tut es nicht. Ich habe es schon getan. Ich wohne zur Miete und halte derzeit bei fast 70 Eigentumswohnungen, die meine Mieter für mich abbezahlen.

Statusymbole ohne Nutzen

Oder das simple Beispiel Auto: Ein neues Auto kaufen zu müssen, das beim Verlassen des Autohauses bereits dreißig Prozent seines Wertes verliert, ist lediglich ein Mittelstandsprestige, nichts anderes. Ich kenne selbst sehr vermögende Unternehmer, die niemals ein neues Auto kaufen würden, weil es gegenüber einem drei Jahre alten gebrauchten Auto nicht den geringsten Mehrwert an Lebensqualität bring und deshalb schlicht und einfach dumm ist. Mein Audi zum Beispiel wurde in einer limitierten Auflage von 999 Stück gebaut, lässt fast jeden Porsche stehen, er beinhaltet jeden erdenklichen Luxus, und er kostete mich trotzdem nicht mehr als ein neuer VW Passat.

Das Grundübel bei der systematischen Abzocke der Mittelschicht ist das Bildungswesen. Es wurde von einem ökonomischen System hervor gebracht, das natürlich kein Interesse daran hat, dass viele, die wenig haben, zu den wenigen aufsteigen, die nichts haben. Dort lernen schon die Kinder vor allem, was man anziehen und was man tun muss, um dazu zu gehören. Später werden ihre Köpfe mit obskuren Dingen wie Latein oder Darstellender Geometrie vollgestopft, aber sie lernen nicht, wie man wirtschaftlich unabhängig wird. “Später werden ihre Köpfe mit obskuren Dingen wie Latein oder Darstellender Geometrie vollgestopft, aber sie lernen nicht, wie man wirtschaftlich unabhängig wird.”

“Fuck the Establishment”

Mein Buch heißt nicht deshalb Investment Punk, weil ich gerne auf Punk-Festivals gehe, eine Vorliebe für Punk-Klamotten habe und auf Punkmusik stehe. Ich habe in der Schule irgendwann begriffen, dass der Aufstieg zu denen, die viel haben, etwas mit Rebellion gegen das System zu tun hat. Über die Konventionen der Mittelschicht hinweg vermögend zu werden, das war und ist meine Art von Fuck the Establishment.

Noch ein paar Infos zum Buch von Gerald Hörhan, „Investment Punk – Warum ihr schuftet und wir reich werden“. Ein sicherer Angestelltenjob, ein Eigenheim auf Pump, ein Leasingauto und ein bisschen an der Börse spekulieren: Wer in diesem Hamsterrad strampelt, wird immer nur abgezockt. Investmentbanker Gerald Hörhan zeigt den Weg in die wirtschaftliche Unabhängigkeit: Wahre Aufsteiger müssen bereit sein, die ökonomischen Konventionen der Mehrheit hinter sich zu lassen.

“Die Mittelschicht wird in Politik und Wirtschaft als tragende und stabilisierende gesellschaftliche Kraft angesehen. Keine Einigkeit herrscht darüber, inwieweit die Mittelschicht zunehmend ausdünnt wird durch eine mit der Globalisierung einhergehende Verstärkung der Einkommensschere, die zu wachsenden sozialen Ungleichheiten führt. In der heutigen Gesellschaft Deutschlands ist eine klare Trennung in drei „Lebenswelten“ besonders hinsichtlich der Sorge von Eltern um die Ausbildung ihrer Kinder zu betrachten: Unterschicht, Mittelschicht und Oberschicht.”

Gerald Hörhan holte als Jugendlicher bei der Mathematik-Olympiade eine Silbermedaille für Österreich. Später schloss er in Harvard Studien in angewandter Mathematik und Betriebswirtschaft magna cum laude ab, arbeitete für McKinsey & Co (Frankfurt) und sammelte bei JP Morgan (New York) Wallstreet-Erfahrung. Jetzt ist er Eigentümer und Vorstand eines international tätigen Corporate Finance Unternehmens und verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in Investment Banking, Corporate Finance, Private Equity und Alternative Investments….

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Nachhilfe: Welche Fächer muss der Chef beherrschen? http://www.karriere-einsichten.de/2014/03/nachhilfe-welche-faecher-muss-der-chef-beherrschen/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/03/nachhilfe-welche-faecher-muss-der-chef-beherrschen/#comments Fri, 14 Mar 2014 06:30:29 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6435 Zufrieden im Job: Was früher nur nachrangig wichtig war und lange Zeit als unmöglich galt, ist heute weitgehend Realität. Eine aktuelle Studie des IW Köln zeigt, dass ... neue Einsichten gefällig?

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Zufrieden im Job: Was früher nur nachrangig wichtig war und lange Zeit als unmöglich galt, ist heute weitgehend Realität. Eine aktuelle Studie des IW Köln zeigt, dass es neun von zehn Arbeitskräften im Job gut geht. Markus Hornung berichtet…

Es gibt eine alte Mär, die lautet: Der Chef ist dazu da, seine Mitarbeiter zu motivieren. Dabei besteht die Aufgabe eines Vorgesetzten nicht darin, von Büro zu Büro zu laufen und das Team zu Bestleistungen anzufeuern.

Denn Motivation ist keine dauerglimmende Glut, die man von außen anheizen kann. Sie ist ein bereits vorhandenes Gefühl, dass Teammitglieder antreibt, wenn ihre Person und ihre Leistungen aufrichtig geschätzt werden. Dann stellt sich bei den Mitarbeitenden von ganz allein eine motivierte Grundstimmung ein.

Von innen heraus motivieren

Damit Beschäftigte ihr Arbeitsumfeld als wertschätzend empfinden und ihre Aufgaben mit Freude angehen, brauchen sie einen Chef, der sich mit ihren Vorstellungen und Werten auseinandersetzt. Denn diese Werte wollen sie auch von ihrer Führungskraft erfüllt sehen.

Sagt der Vorgesetzte einem Mitarbeiter eine Weiterbildung zunächst zu und dann kurzfristig doch ab, spürt der Beschäftigte: „Ich kann mich nicht auf meinen Chef verlassen“. Ist dem Beschäftigten dieser Wert „Zuverlässigkeit“ wichtig, dann führt dessen Missachtung dazu, dass er am Arbeitsplatz weniger motiviert ist.

Soweit nachvollziehbar. Doch wie klappt es umgekehrt? Wie kann der Chef die Vorstellungen seiner Beschäftigten respektieren und so ein motivierendes Arbeitsumfeld schaffen?

Aus vier Zutaten wird der perfekte Chef

Eine Führungskraft muss glücklicherweise keine Liste im Kopf haben, die alle Wunschbilder ihres Teams abbildet. Vielmehr kann sie sich eine Grundhaltung aneignen, die verschiedenste Ideale achtet.

Anerkennung, ein respektvoller Umgang, Berechenbarkeit und Klarheit sind die Wünsche, die Mitarbeiter an ihre Vorgesetzten richten. Chefs haben also die Chance, mit diesen Erfolgsfaktoren ein positives Arbeitsumfeld für ihr gesamtes Team zu schaffen.

Der Unterschied zwischen Lob und Anerkennung

“Viele Führungskräfte würden sofort unterschreiben, dass Respekt und Anerkennung einen angenehmen beruflichen Umgang auszeichnen.“Viele Führungskräfte würden sofort unterschreiben, dass Respekt und Anerkennung einen angenehmen beruflichen Umgang auszeichnen. Doch gemeint ist damit nicht das schnell dahingesagte, sachliche Lob, wie „Schön, dass das geklappt hat“.

Solche Sätze beschreiben lediglich auf einer sachlichen Ebene das Verhalten – die Person, die gelobt wird, zieht daraus keine Motivation. Echte Anerkennung hingegen markiert emotional die Eigenschaften sowie das Verhalten eines Menschen: „Ich freue mich sehr über Ihre Hartnäckigkeit; nur dadurch ist es uns gelungen, das Projekt so zügig abzuschließen.“

Echte Anerkennung ist vor allem eines: sie ist emotional! Am besten verbunden mit der einzigen Emotion, die psychologisch gesehen ein gewünschtes Verhalten verstärkt, nämlich der reinen Freude. Eine Führungskraft muss also in der Lage sein, sich auf die vielfältigen Persönlichkeiten, aus denen ihr Team besteht, einzulassen und Freude zu zeigen.

Wertschätzung und ein respektvoller Umgang sind gute Investitionen, die sich auch über das Betriebsklima hinaus auszahlen, denn sie spornen Mitarbeiter zu Höchstleistungen an.

Ein guter Chef ist fast immer berechenbar

Einem motivierenden Arbeitsumfeld ist es ebenso zuträglich, wenn die Mitarbeiter sprichwörtlich wissen, woran sie bei ihrem Chef sind. Viele Führungskräfte haben gelernt, negative Emotionen besser herunterzuschlucken, als sie preiszugeben. Doch damit verschieben sie dieses Gefühl oft nur auf einen späteren Zeitpunkt.

Einem Chef, der Wert auf Pünktlichkeit legt, wird es auf Dauer nicht gelingen, seinen Ärger über unpünktliche Mitarbeiter zu unterdrücken. Vielleicht gelingt es ihm ein- oder zweimal, beim dritten Mal platzt ihm aber bestimmt der Kragen. Das fatale daran: Die Beschäftigten können ohne Vorwarnung nicht wissen, dass sie mit ihrem Zuspätkommen eine für den Vorgesetzten wichtige Grenze überschreiten.

Sie glauben nun, drastisch formuliert, einen unberechenbaren Tyrannen als Chef zu haben, dem man nichts recht machen kann. Vorgesetzte sollten deshalb ihr Verhalten auch dahingehend prüfen, ob es für andere nachvollziehbar ist. Das gelingt, wenn sie sich ihre eigenen Werte immer wieder bewusst machen und sich dafür auch Zeit nehmen. Außerdem eignet sich alles, was der inneren Ruhe und der Selbstreflektion dient, zum Beispiel Entspannungstechniken, Yoga oder Meditation.

Mitarbeiter schätzen klare Ansagen

Was im Verhalten die Berechenbarkeit, ist in der Kommunikation die Klarheit. Nur wenigen Führungskräften gelingt es, sich unmissverständlich auszudrücken. Dabei sind klare Worte der Schlüssel zu einem geordneten Arbeitsumfeld. Zuständigkeiten, Fristen und Aufgaben bleiben viel zu oft ungeklärt, weil Vorgesetzte im Konjunktiv Eventualitäten formulieren.

Doch mit vagen Aussagen treiben sie ihre Teams in den Wahnsinn. Statt: „Ich würde vorschlagen, wir nehmen das in Angriff“ wollen Mitarbeiter hören: „Wir starten das Projekt, sobald…“. Führungskräfte, die verständlich sagen, was sie erwarten, können auch mit dementsprechenden Ergebnissen rechnen.

Der Verzicht auf verbales Herumeiern entlastet also beide Seiten. Für Führungskräfte bedeutet das gezielte Selbstreflexion, um herauszufinden, ob sie ihre Kommunikation noch verbessern können oder es ihnen beispielsweise schwer fällt, Entscheidungen zu formulieren.

Im Zweifel hilft auch Vorgesetzten die Frage: Was würde ich in einer vergleichbaren Situation von meinem eigenen Chef erwarten?

Der Führungsstil kann einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg einer Organisation haben. Gut geführte Mitarbeiter sind in der Regel zufrieden, motiviert und engagiert. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Kundenzufriedenheit aus. Empirische Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit auch wirtschaftlich erfolgreicher sind.

Markus Hornung beschreibt Emotionen als Hebel, mit denen Energie freigesetzt werden kann, um Dinge voranzutreiben. Seit mehr als zehn Jahren deckt er als einer der drei Köpfe hinter EQ Dynamics in Unternehmen Motivations- und Demotivationsfaktoren auf und zeigt auch in Vorträgen, wie sich Emotionale Intelligenz geschäftlich nutzen lässt.

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E-Learning: Kombi-Pauken im Netz http://www.karriere-einsichten.de/2014/03/e-learning-lecturio-und-andere-lektionen-im-netz/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/03/e-learning-lecturio-und-andere-lektionen-im-netz/#comments Wed, 12 Mar 2014 06:56:55 +0000 http://karriere-einsichten.de/?p=1894 E-Learning erleichtert das Lernen, spart Papier in dicken Aktenordnern, optimiert die Zeit beim Pendeln zur Arbeit und schont darüber hinaus noch den eigenen Geldbeutel. Wir haben die ... neue Einsichten gefällig?

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E-Learning erleichtert das Lernen, spart Papier in dicken Aktenordnern, optimiert die Zeit beim Pendeln zur Arbeit und schont darüber hinaus noch den eigenen Geldbeutel. Wir haben die wichtigsten Vorteile für euch zusammengefasst und ein Lernportal genauer unter die Lupe genommen…

E-Learning ist aus dem Weiterbildungskatalog vieler Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Überall im Internet entstehen neue digitale Kursangebote mit teils abenteuerlichen Abkürzungen, hier drei davon:

  • CBT (Computer based Training)
  • WBT (Web based Training)
  • Teleteaching

Schaut man sich allein die Angebote von Firmen wie Fachhochschulen an, geht der Trend geht immer mehr zum digitalen Lernen. Durch neue digitale Formen der Aus- und Weiterbildung, kurz E-Learning genannt, wird Lernen sowohl für Arbeitnehmer als auch Unternehmen nicht nur einfacher, sondern auch deutlich zeit- und kostengünstiger machen. Davon profitieren private Wissensanbieter wie Lecturio und andere Anbieter die bereits deutlich länger und erfolgreich(er) auf dem Markt unterwegs sind.

Nach seinem BWL-Studium hat Martin Schlichte die Leipziger Firma gegründet, die im Netz mit von Privatpersonen wie Institutionen eingestellten Vorlesungen Geld verdienen will. Investoren gehen davon aus, haben sie doch über drei Millionen Euro in das Projekt gesteckt.

Die Gründer bieten eine skalierbare Lösung, allerdings ist sie bereits mehrfach im Netz kopiert wie zum Beispiel im bereits vorhandenen Community-Ansatz von Sprachenlehrer bussuu.com.

Wettbewerb digitaler Wissensbibs

Im Wettbewerb um zahlende Wissbegierige, Exzellenz-Preise und Fördergelder wollen die deutschen Bildungsanbieter vorne sein. Lernende von heute haben die Wahl, ob sie ein festes Seminar besuchen – oder lieber ihre Zeit flexibler einteilen, den Prüfungsstoff online lernen.

Besonders für Berufstätige ist das eine große Erleichterung. Nicht nur Seminar-Folien, auch kleinere Text-Bibliotheken sind bereits online abrufbar.Das Skript trotz Schirm nicht vernachlässigenKontrollfragen und Musterklausuren für anstehende Prüfungen ebenso. Selbst Kritiker schätzen E-Learning bereits als sinnvolle Ergänzung zum Lehrplan.

Ob begleitend zum Ferienjob oder auf dem Sommerurlaub: Wer sich heutzutage weiterbilden möchte, muss nicht mehr reisen, andere Termine verpassen, um sich neues Wissen anzueignen. Er ist räumlich wie zeitlich unabhängig.

Die Effizienz der Lehre soll mit dem Internet verbessert werden. Das Internet schafft neue Lust auf Lernen. Besonders Menschen, die lieber am Computer sitzen und im Internet surfen statt dicke Bücher zu wälzen, finden diese Form der Wissensbildung meistens klasse.

Tuning im Lebenslauf

E-Learning erhöht die Flexibilität, spart Kosten und erfreut von daher auch die Arbeitgeber. Digitale Aus- und Weiterbildungsmedien sind in vielen Unternehmen mittlerweile Standard. „Webbasierte Abschlüsse zeigen ein hohes Maß an Selbstdisziplin und innovativem Wissens-Management“, erklärt ein Personaler – ein Plus auf dem studentischen Lebenslauf. Denn auch kleinere Firmen müssen Wissens-Bausteine im globalen Netz immer schneller, auch effizienter transportieren – ohne Zeitverlust.

Wegen der hohen Arbeitslosigkeit, dem rasanten technischen Fortschritt, sei das immer wichtiger. „Wirtschaftliche Umbrüche erfordern Flexibilität“, sagt Michael Vennemann von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht in Köln. Dort werden neue Fernstudiengänge geprüft und zugelasen. Vom nachgeholten Abitur bis zum anerkannten Betriebswirt werden in Deutschland mehr als 3.000 komplette Kurse und Studiengänge angeboten.

Außerhalb dem regulären Unibetrieb, bisher nur von Privatschulen. Berufstätige wollen hier auf der Karriereleiter ein Treppchen höher steigen, oder sich in einer neuen Branche durch eine Ausbildung ausprobieren. Die Preise dafür liegen monatlich zwischen 50 und 500 Euro, abhängig von der Intensivität der persönlichen Betreuung und Präsenz-Seminaren.

Auch wenn E-Learning, die digitalisierte Bildung, den klassischen Präsenzunterricht noch lange nicht ersetzt: Manche Dozenten befürchten, durch digitale Skripte, Audios und Videos, ihren Job zu verlieren.

Überwinden des ISH (Innerer Schweinehund)

Sie zeichnen ein düsteres Bild vom paukenden Kursteilnehmer, der sich zu sehr hinterm Schreibtisch zurückzieht, einsam durchs Web navigiert – statt soziale Kontakte zu suchen. Für Mediendidaktiker jedoch liegen die Vorteile auf der Hand: Auch abstrakte Inhalte können durch virtuelle Simulationen anschaulicher gemacht werden. Lernkontrollen sind viel individueller, Raum und Zeit für den Kurs spielen keine Rolle mehr.

Nur bei der Kontrolle der Qualität seitens der Pädagogen und Experten, einem Prüfsiegel das allgemein anerkannt ist, da tun sich die Anbieter noch schwer. Während sich die Kosten für ein Zertifikat in Elektronischer Buchhaltung noch im Rahmen halten, kostet ein international anerkannter Abschluss wie ein MBA, Master of Business Administration, schnell 60.000 Euro – trotz E-Learning. Transparenz sollte aber gerade im Internet in der Prioritätenliste ganz oben stehen, sagen die Verbraucherschützer. “Daher steht an allererster Stelle die Frage nach dem Sinn und Zweck, dann nach der Frage Wie”Daher steht an allererster Stelle die Frage nach dem Sinn und Zweck, dann nach der „Frage Wie“.

Blended Learning: Mix aus Mattscheibe und Notizbuch

Darauf kommt es beim E-Learning an. Denn ein Medienmix von Präsenz- und Internetseminaren – auch „Blended-Learning“ genannt – wird sich, so Experten, bald durchsetzen. „Wenn man den Dozenten nicht verstanden hat, kann der Student nicht einfach auf „Wiederholen“ drücken“, sagt Dr. Gabriele Schäfer, Unternehmensberaterin und Online-Tutorin eines BWL-Kurses für Geisteswissenschaftler in Augsburg.

Während Kursteilnehmer das breite Lernangebot mit Literatur und Übungen nutzen, werden auch Tele-Teachings live ins Internet übertragen. Sogar virtuelle Labore werden bereits getestet, damit auch Naturwissenschaftler von zu Hause aus forschen und lernen können, statt von morgens bis abends im Labor zu forschen.

Blended Learning oder Integriertes Lernen bezeichnet eine Lernform, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellen Präsenzveranstaltungen und modernen Formen von E-Learning anstrebt. Das Konzept verbindet die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen mit den sozialen Aspekten der Face-to-Face-Kommunikation sowie ggf. dem praktischen Lernen von Tätigkeiten. Bei dieser Lernform werden verschiedene Lernmethoden, Medien sowie lerntheoretische Ausrichtungen miteinander kombiniert.

Jan Thomas Otte schätzt die neuen Wissenbibs im Netz. Während seinem “Offline”-Studium in Heidelberg hat er selbst ein E-Learning gemacht, an der Universität Augsburg. Thema: BWL für Geisteswissenschaftler. Blended Learning pur!

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Soziale Vergleiche auf Facebook: So gehst du mit Neid & Frust um http://www.karriere-einsichten.de/2014/02/soziale-vergleiche-auf-facebook-so-gehst-du-mit-neid-frust-um/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/02/soziale-vergleiche-auf-facebook-so-gehst-du-mit-neid-frust-um/#comments Thu, 06 Feb 2014 06:30:25 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6464 Unzufriedenheit, Frust und Neid: Für all diese Negativemotionen soll Facebook verantwortlich sein. Eine Studie, die Mitglieder des Netzwerkes befragte ergab, dass über ein Drittel der Social Media ... neue Einsichten gefällig?

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Unzufriedenheit, Frust und Neid: Für all diese Negativemotionen soll Facebook verantwortlich sein. Eine Studie, die Mitglieder des Netzwerkes befragte ergab, dass über ein Drittel der Social Media User sich bei und nach der Nutzung von Facebook einsam, traurig und frustriert fühlen würden. Wie du mit solchen Gefühlen (auch) umgehen könntest…

Grund hierfür sind keine schockierenden Posts von Tierversuchen oder vom unappetitlichen Mittagessen des Kollegen, sondern eher das Gegenteil: Positive Nachrichten anderer User, die deren Glück und Freude darstellen, führen zu Neid, der wiederrum die Negativemotionen provoziert. Besonders betroffen sind dementsprechend sogenannte passive Nutzer, die Facebook weniger zur Selbstdarstellung als zur Verfolgung der Geschehnisse im „Freundeskreis“ nutzen.

Die zunehmende Bedeutung sozialer Netzwerke führt dazu, dass sie Mittelpunkt unseres Alltages werden und jegliche Ereignisse dargestellt werden. Gleichzeitig sind wir mit Menschen vernetzt, die wir kennen und die uns dementsprechend wenigstens teilweise ähnlich sind. Diese psychologische Nähe fördert den sozialen Vergleich und der wiederum die Entstehung von Neid.

Stellen wir unser Selbstbild dem, einer anderen Person gegenüber vergleichen wir nicht nur Aussehen, sondern auch Beliebtheit, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Eigenschaften. Facebook erleichtert diesen Vergleich durch die Darstellung all dieser Attribute einer Person auf ihrem Profil.

Doch wie gehen Sie mit dem Neid und Frust, der durch Facebook entsteht richtig um? Freunde löschen, abmelden? Es gibt einige Möglichkeiten, die nicht ganz so radikal sind und trotzdem helfen.

Mehr Gelassenheit, neues Selbstbewusstsein

Es klingt sicherlich einfacherer, als es ist, aber einen Versuch, ist es trotzdem wert: Zeigen Sie Gelassenheit und reiben Sie sich nicht an jedem Traumurlaub des fiesen Kollegen auf. Denken Sie außerdem daran: Wo Licht ist, ist auch Schatten: Der Chef postet seinen frühen Feierabend freudig auf Facebook?

Führen Sie sich vor Augen, wie oft er Überstunden machen muss, die er nicht mit all seinen Freunden teilt. Wenn Sie merken, dass Facebook Neid bei Ihnen aufkommen lässt, nehmen Sie sich außerdem die Zeit, Ihre Aktivitäten und die Ihrer Freunde zu reflektieren.

Ein Facebook-Phänomen beispielsweise: Nutzer, die viel auf Seiten ihrer Freunde „liken“ und kommentieren, bekommen als unterbewusste Gegenleistung häufig auch viele „Likes“ und Kommentare. Sind Sie also eher ein passiver User, der sich wenig in Diskussionen einmischt oder Kommentare zu neuen Profilbildern hinterlässt, ist die Folge häufig, dass auch Ihren eigenen Beiträgen weniger Beachtung geschenkt wird.

Abgesehen von diesem Aspekt ist dann natürlich die Frage: „Wie wichtig sind mir 50 Gefällt-mir-Angaben unter dem neusten Urlaubsfoto? Und warum ist mir die Bestätigung anderer so wichtig?“Wie wichtig sind mir 50 Gefällt-mir-Angaben unter dem neusten Urlaubsfoto? Und warum ist mir die Bestätigung anderer so wichtig? Versuchen Sie sich mehr auf sich und ihr eigenes Urteil zu verlassen und verfallen Sie nicht der Versuchung der hemmungslosen Selbstdarstellung auf Facebook.

Nutzung einschränken, “Nutzen” erhöhen

Wenn das nicht hilft: Schränken Sie Ihre Facebook-Nutzung ein. Loggen Sie sich nur noch ein, wenn Sie wirklich ein Ziel haben: Selber etwas posten oder Bilder hochladen, Freunde zur Geburtstagsfeier am Wochenende einladen, der Schwester eine Nachricht schicken. So vermeiden Sie es, Facebook aus Langweile zu nutzen und sich in den neusten Posts ihrer virtuellen Freunde zu verlieren.

Genug Alternativen gibt es außerdem. Statt Facebook beispielswiese eine Nachrichtenseite aufrufen: Die hier veröffentlichten Neuigkeiten sind unter Garantie weltbewegender und weniger neiderregend als die neusten Facebook-Post. Eine weitere Alternative: Online-Games. Gönnen Sie sich eine Auszeit mit einer Runde Sudoku oder Mahjong. Beste Lösung ist es natürlich die Auszeit von Facebook sofort mit einer Auszeit vom Monitor zu verbinden und stattdessen beispielsweise ein Buch zur Hand zu nehmen.

Drüber reden hilft (manchmal)

Bezieht sich Ihr Neid vor allem auf eine bestimmte Person oder Personengruppe und schaffen Sie es nicht, ihn mit den oben genannten Tipps zu bremsen, hilft es auch, über Ihr Neidgefühl zu sprechen. Häufig ist uns das Gefühl unangenehm, da Neid gesellschaftlich kritisiert wird. Dabei ist es wie jegliche andere Emotionen natürlich und tritt bei jedem Menschen auf.

Wenn Sie mit Dritten über Ihren Neid reden, versuchen Sie nicht in Lästereien abzudriften. Aber auch die Person selber anzusprechen kann hilfreich sein: Wenn man Menschen sagt, dass man sie um etwas beneidet, dann stellt man schnell fest, dass sie das Beneidete gar nicht so wertschätzen, wie man selber.

Letztendlich gilt es sich grundsätzlich bewusst zu machen, dass Facebook vor allem der Kommunikation mit Freunden und Bekannten rund um die Welt dient und dementsprechend für eine unglaubliche Chance der Vernetzung und nicht der Selbstdarstellung steht.

Unter Neid versteht man das moralisch vorwerfbare (emotionale) Empfinden, die Besserstellung anderer Personen oder Gruppen sei ungerechtfertigt. Ähnlich ist der Begriff der Missgunst. Fehlt es am ethischen Vorwurf des Verübelns, spricht man auch von Unbehagen gegenüber Vorteilen anderer (Besitz, Status, Privilegien), die man selbst nicht hat.

Mara Brinkmann studiert General Management mit den Studienschwerpunkten Wirtschaftspsychologie und Marketing Management. Sie arbeitet für das Portal karrierefaktor.de, welches über die Themen Bewerbung, Karriere, Weiterbildung und Social Media informiert. Mara schreibt einige Ratgeber zu diesen Themen.

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Millionen-Betrug: “Lessons Learned” vom Ex-Champagner-Müller http://www.karriere-einsichten.de/2014/01/millionen-betrug-lessons-learned-vom-ex-champagner-mueller/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/01/millionen-betrug-lessons-learned-vom-ex-champagner-mueller/#comments Mon, 13 Jan 2014 19:00:48 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6340 In der BILD-Zeitung und anderen Boulevards war er keine Unbekannte mehr: Josef Müller. Stets adrett gekleidet, mit Moshammer-Tolle und Schnauzbart, wahlweise an der Seite von prominenten Schauspielern, ... neue Einsichten gefällig?

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In der BILD-Zeitung und anderen Boulevards war er keine Unbekannte mehr: Josef Müller. Stets adrett gekleidet, mit Moshammer-Tolle und Schnauzbart, wahlweise an der Seite von prominenten Schauspielern, Politikern oder Sängern, immer im Rollstuhl. „Champagner Müller“ nannte ihn die Klatschpresse – finanziert durch Betrügereien im sechsstelligen Bereich. Die flogen nacheinander auf, er hat ausgepackt. Auszug aus Müllers Buch…

Müller ließ sich nicht lumpen: ein Maybach als Limousine, teure Wochenenden auf seiner Yacht. Hier mal einen Tausender für eine Flasche Dom Pérignon Schampus, da mal 10.000 Euro für neue Anzüge. „Wenn ich am Wochenende Party machte, nahm ich immer 20.000 Euro als Taschengeld mit“, sagt er. Die Sache hatte nur einen Haken: Meistens war es nicht sein Geld, das er da verjubelte. Für das Leben in Saus und Braus wurde Müller zum Millionen-Betrüger. Seine filmreife Geschichte hat der einstige Steuer- und Anlageberater der Münchner Schickeria aufgeschrieben. Wir haben ihn bereits interviewt, hier ein Buchauszug.

Der vitale «Dreadnought»

„A Hund is er scho“ – sagen die Bayern, wenn sie finden, dass jemand ganz besonders unangepasst, clever und stark ist. Ja, a Hund wollte er sein, der Josef Müller. Der vitale «Dreadnought», der Fürchtenichts und Kraftprotz im Rollstuhl, der es allen, allen, allen gezeigt hatte. Josef Müller, der clevere, unorthodoxe Geschäftsmann, der aus dem Nichts kam, aber einen untrüglichen Riecher für Geld und Erfolg besaß. Josef Müller, der Selfmademan, der ökonomisch durch jede Wand ging. Josef Müller, der Grandseigneur – Botschafter von Zentralafrika, Konsul von Panama, Mann von Welt –, der sich aus kleinen Verhältnissen in Fürstenfeldbruck bei München in den internationalen Jetset hochgebeamt hatte. Josef Müller, der Genussmensch und Frauenliebhaber …Es gab eine Zeit, da sah mein Selbstbild ungefähr so aus.

In meiner Jugend war der Märchenwald Grafrath in der Nähe vom Ammersee (und Chiemsee) für alle Familien im weiten Umkreis ein Begriff. Der kapitalfrohe Betreiber hatte eine Art Legoland im Kleinen geschaffen, ein Erholungsparadies für Kinder, vielmehr für Familien, die sich die horrenden Eintrittspreise und die kleinen Zusatzausgaben im Inneren des Paradieses leisten konnten. Leider war der Märchenwald nicht für alle Kleinen ein Paradies, denn ein paar Dutzend von ihnen, Kinder wie ich, unterhielten das Ganze in einem System von Kinderarbeit.

Heute würde ein solches Unternehmen innerhalb kürzester Zeit in die Luft fliegen. Im Alter von zwölf, dreizehn und fünfzehn Jahren schuftete ich einen Großteil meiner Freizeit im Märchenpark – für zwei Mark in der Stunde. Ich konnte mich allerdings nur schwer unterordnen. Irgendwie war ich schon immer gerne Chef. Ob im Märchenwald oder sonstwo: Ich dachte wie der Chef, rechnete wie der Chef, hielt Ausgaben gegen Einnahmen. Die anderen Kinder schauten auf mich: Was macht der Josef? Wie denkt der Josef?

Knallharter Verhandlungspartner

Josef dachte subversiv: Der Märchenwald-Betreiber sackt die Kohle ein ohne Ende. Und wir Kinder machen die Arbeit! Für zwei Mark pro Stunde. Das ging gar nicht. Also habe ich die anderen Kinder aufgewiegelt, hab mir Tricks ausgedacht, wie wir unser schmales Salär aufbessern konnten. Manchmal haben wir Billetts einfach zweimal verkauft. Aber das reichte mir nicht. „Der macht so a Rieseng’schäft an Ostern!“, hetzte ich gegen Mister Märchenwald, „jetzt mach ma a Rövolution!“

Am Ostersamstag baute ich mich vor unserem Herrn und Sklaventreiber auf und ließ ihn wissen: „Es gibt jetzt für alle Kinder einen Hunderter cash auf die Hand, oder Sie können Ihren Laden an Ostern alleine betreiben.“ „Es gibt jetzt für alle Kinder einen Hunderter cash auf die Hand, oder Sie können Ihren Laden an Ostern alleine betreiben.“ Der Märchenonkel riss die Augen auf, bevor er platzte: „Saubande, elendige! Ich entlasse euch alle!“ Dann eben nicht. Ich ging. Aber ich wartete mal vor seiner Türe noch ein Weilchen. Kaum waren zehn Minuten vergangen, stürzte er aus seinem Büro: „Okay, gut, ich mach das, ich zahl’s euch am Abend aus!“

Ja, es war Erpressung, aber meine Forderung war andererseits auch nicht ungerecht. Auf eine Auszahlung am Abend ließ ich mich natürlich nicht ein – ich kannte die Schliche des Märchenonkels und forderte die hundert Flocken sofort, cash und auf die Kralle für alle vierzig mitarbeitenden Kinder, sonst würden wir alle die Arbeit niederlegen. Tausende von Besuchern waren bereits auf der Anlage. Innerhalb von zwanzig Minuten gab es tatsächlich die vereinbarte Sonderzahlung von hundert Mark, aber auch einen Rausschmiss erster Klasse für alle Kinder noch am gleichen Abend.

Am nächsten Tag, einem herrlichen sonnigen Ostersonntag, kam ein ebenso reu- wie kleinmütiger Anruf, ob wir denn, hm, nun ja … unter gewissen Umständen nicht doch wieder … Okay, ließ ich den Märchenwaldboss wissen, aber nur für eine Wiedereinstiegsprämie von hundert Mark. Wir bekamen sie, traten bald in Tarifverhandlungen und einigten uns später auf eine faire Summe.

„Haste was, dann biste was“

Seit meiner Jugend war ich der Logik des Geldes gefolgt. Anfangs ging es mir dabei weniger um das Geld an sich. Geld kam mir nur als ein Nebeneffekt gelungener Geschäfte vor. Wo immer ich hinkam, checkte ich die Lage und die Läden, sah ihnen meist auf den ersten Blick Erfolg oder Misserfolg an. Einmal besuchte ich eine Disco, blieb aber an der Küche hängen. Wie kompliziert die da die Schnitzel zubereiteten! Das ist ja total irrational! Ich fragte mich nach dem Geschäftsführer durch und wies ihn auf die ineffizienten Arbeitsabläufe hin. Mann, so konnte man doch kein Geld verdienen!

Der Gute schaute mich an wie ein Auto. Vor allem aber interessierte mich die Anerkennung, die sich in der Währung Geld ausdrückte, und das Machtspiel. Josef Müller, der ohnmächtige Mann im Rollstuhl, konnte Millionen bewegen. Als Steuer- und Anlageberater belustigte mich heimlich die Gier, die meine Kunden hinter ihren Sonnenbrillen versteckten. Ich wusste, ich konnte sie befriedigen, konnte ihren Schotter vermehren, konnte sie reich machen. Das hatte einen satten Klang in meiner Seele. Der Spruch „Haste was, dann biste was“ wurde zu meinem Lebensmotto.

Buch "Ziemlich bester Schurke" kaufen...

Anlagerbetrüger für Anfänger? Keine Tipps zum Nachmachen, aber welche die (doch) funktionieren…

Und wo kam mein Reichtum her? Ich machte einfach dort weiter, wo ich in meiner Jugend begonnen hatte, getrieben vom Müller-Ehrgeiz, getrieben von der Lust, es meinem Vater zu zeigen – und allen anderen, die mich für einen lebensunfähigen Krüppel hielten. Mit zwanzig Jahren, 1975, besaß ich bereits genug Geld, um einen eigenen Schallplattenladen in Fürstenfeldbruck eröffnen zu können. Als die Firma wenig später richtig gut lief, stieß ich sie mit Gewinn wieder ab. So machte ich es häufig. Der erfolgreiche Betrieb des Unternehmens forderte inzwischen meinen ganzen persönlichen Einsatz. Aber ich hatte keine Lust, mich mit dem Klein-Klein, den Personalproblemen und Werbemaßnahmen, zu beschäftigen. Ich wollte mehr. Viel mehr. Diese Gier ließ mich zum Schurken werden…

Der Betrugstatbestand des Strafgesetzbuchs (§ 263 StGB) lautet in seinem Absatz 1: “Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.” Die Absätze 2 bis 7 regeln die Strafbarkeit des Versuchs, besonders schwere Fälle, Bandenbetrug, die Anordnung von Führungsaufsicht sowie entsprechend anwendbare Normen.

Der Münchner Finanzjongleur Josef Müller bewegte sich Jahrzehnte lang in den Kreisen der Superreichen. Er gründete mehrere Steuer- und Wirtschaftsprüfungskanzleien mit insgesamt fünfzig Mitarbeitern. In seinem Buch „Ziemlich bester Schurke“ erzählt der Autor wie er vom angesehenen Steuerberater zum Betrüger wurde – und wie ein Gefängnisaufenthalt sein Leben für immer veränderte…

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Corporate Kauderwelsch: Vom Follow-Up zum Added-Value http://www.karriere-einsichten.de/2014/01/corporate-kauderwelsch-vom-follow-up-zum-added-value/ http://www.karriere-einsichten.de/2014/01/corporate-kauderwelsch-vom-follow-up-zum-added-value/#comments Thu, 09 Jan 2014 21:36:03 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6419 Anglizismen, Denglish oder Genglish. Wir nutzen sie viel, sie klingen gut, besser, am besten. Aber: Do you also understand only train station, ja? Die “Business-Sprech”-Gruppe bei Facebook ... neue Einsichten gefällig?

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Anglizismen, Denglish oder Genglish. Wir nutzen sie viel, sie klingen gut, besser, am besten. Aber: Do you also understand only train station, ja? Die “Business-Sprech”-Gruppe bei Facebook listet immerhin rund 30.000 Fans, die sich hier mit den neusten Redewendungen beziehungsweise Slangs versorgt, austauscht und amüsiert. Klaus Werle geht dem nach. Sein vorläufiges Fazit: “Im doing ist halt noch ein gap”…

Back in den driver seat zu kommen, wird ein echter uphill fight. Wenn die manpower mal wieder nicht performt oder der headcount gefährlich oversized wirkt, dann sollte asap top- level involved werden, weil es ein paar toughe Entscheidungen zu taken gilt, um corners zu cutten. Aber hey, don’t worry, wenn Müller den lead hat, wird er eine fits-all-solution finden, immerhin hat er sich dazu clearly committed..

Noch vor einigen Jahren hätten das nur Unternehmensberater (und eventuell Außerirdische) verstanden. Doch Business-Sprech, diese bizarre Mixtur aus Angliszismen und verquastem Consulting-Deutsch, ist in den meisten Unternehmen längst mainstream, pardon, Allgemeingut geworden. Da wird gebrainstormed, recruited und gemilestoned, bis das Flipchart zusammenbricht.

Schließlich gilt es die korrekten figures zu forecasten, und das geht nur mit den richtigen skills, die man aber regelmäßig updaten sollte. Ein schwieriges Unterfangen, wenn vor lauter meet & greet kaum Zeit bleibt, sich zur inhouse benchmark zu entwickeln. Zwar liegen die geistigen Ursprünge des Corporate Kauderwelsch tatsächlich bei den schneidigen Damen und Herren von McKinsey, Bain, Roland Berger & Co. Doch inzwischen gilt auch für »normale« Firmen: Konzernsprache = schlechtes Englisch.

Konzernsprache = schlechtes Englisch

So unglaublich das klingt: Das hat sogar Vorteile. Business-Sprech ist ja nicht einfach nur eine Mischung aus Deutsch und Englisch (»Denglisch«), sondern integriert betriebswirtschaftliche Fachbegriffe (turnover, monitoring) und ist inspiriert von erzählerischen Kniffen, die sich vor allem im Amerikanischen finden.

Das ist toll, wenn man zum Beispiel Unangenehmes zu verkünden hat (cost cutting), was einfach weniger gefährlich klingt, wenn es technischer tönt. Das ist toll, wenn man zum Beispiel Unangenehmes zu verkünden hat (cost cutting), was einfach weniger gefährlich klingt, wenn es technischer tönt. Oder wenn man gerne im Ungefähren bleibt, dabei aber unbedingte Entschlossenheit ausstrahlen möchte. Dieses Kunststück gelingt mit Beratersprech erstaunlich gut, da sich viele englische Begriffe durch eine bemerkenswerte Kombination aus Griffigkeit und Vagheit auszeichnen.

Seine irritierende Faszination hat dem Business-Englisch einen Siegeszug ermöglicht, der längst über die Unternehmenspforten hinausgeht. Im Netz gibt es ironische Fanseiten, wie etwa die sehr gut gemachte Adresse beratersprech. de des Kollegen Tom Hillenbrand, wo sogar Merchandising- Artikel zu erwerben sind – etwa T-Shirts mit Aufdrucken wie »Was sagt Legal zu dem draft?«

Business-Sprech beeinflusst Privatleben

Heiteres und weitere Kuriositäten aus unserer Arbeitswelt. Mitarbeiter aus dem Grossraumbüro werden sich und ihre Chefs darin wiederfinden…

Doch der Business-Sprech hat längst auch unseren Alltag unterwandert. Wir voten bei Castingshows und ärgern uns über no-shows bei Partys, wir setzen Dinge »ganz oben auf die Agenda«, wir geben dem Hochzeitstag »Prio Eins« und machen calls, statt zu telefonieren. Zu schade, dass die Wirtschaft, wo alles anfing, schon wieder one up ist, also einen Schritt weiter.

Beratungen, aber auch Unternehmen versuchen, wieder mehr Deutsch zu sprechen. Zum einen, weil der Business-Sprech als cooles Unterscheidungsmerkmal nicht mehr performt; zum anderen, weil dann doch nicht jeder Kunde restlos begeistert ist – und der zahlt schließlich die Rechnung.

Der sprachliche Retro-Trend macht die Sache allerdings nicht unbedingt besser, weil nun allzu oft angelsächsische Business-Vokabeln einfach rückübersetzt werden, was zu neuerlichen Wortmutanten führt. Dann werden »Prozesse aufgesetzt« oder »Inhalte generiert«, damit »am Ende des Tages« mit dem Ergebnis alle »fein« sind.

Die Ergebnisse der Rückbesinnung lassen also noch zu wünschen übrig. Zwar ist der Geist willig, doch das Fleisch ist schwach (Matthäus 26, 41). Anders formuliert: Im doing ist halt noch ein gap.

„Denglisch“ – ein Kofferwort, das sich aus „Deutsch“ und „Englisch“ zusammensetzt – ist hingegen ein wertender Begriff aus der deutschen Sprachpflege. Was der Begriff genau umfasst, ist nicht nach wissenschaftlichen Kriterien bestimmbar, sondern folgt aus einer subjektiven Einschätzung dessen, der ein Sprachphänomen als „Denglisch“ bezeichnet.

Klaus Werle studierte Geschichte, Anglistik und Germanistik in Heidelberg. Klaus ist Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule. Seit 2004 ist er beim manager magazin Redakteur für die Ressorts Trends und Karriere. Neben “Die Perfektionierer” hat er auch das Buch “Ziemlich beste Feinde” geschrieben…

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Bewerber-ABC: Stellenanzeigen, Schall und Rauch http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/bewerber-abc-stellenanzeigen-schall-und-rauch/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/bewerber-abc-stellenanzeigen-schall-und-rauch/#comments Fri, 27 Dec 2013 08:41:57 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6411 Von der Stellenanzeige bis zum Anschreiben ist einiges Hirnschmalz nötig. Hier einige Starter-Vokabeln, die besonders oft im Stellenteil der Lokalzeitung und in allgemeinen Stellenportalen im Internet helfen. ... neue Einsichten gefällig?

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Von der Stellenanzeige bis zum Anschreiben ist einiges Hirnschmalz nötig. Hier einige Starter-Vokabeln, die besonders oft im Stellenteil der Lokalzeitung und in allgemeinen Stellenportalen im Internet helfen. Von Françoise Hauser…

Die erste Hürde bei der Lektüre von Stellenanzeigen ist die Stellenbezeichnung. Während klare Berufsbezeichnungen wie „Maurer“, „Arzt“ oder „Pfarrer“ auch im Bewerbischen bei gleicher Bedeutung verwendet werden, heißt es bei allen anderen aufhorchen. „Mitarbeiter“ stehen dabei ganz unten, die Betonung liegt hier nicht auf „Mit-“, sondern auf „-arbeiter“. Fachkräfte sind Menschen, die zwar kräftig schaffen dürfen, nicht aber nach dem Management schielen. Angestellte wiederum sollen sich mal nicht so anstellen. Bei den Überstunden, der Bezahlung und so weiter.

Vorsicht bei englischen Berufsbezeichnungen! Hier drohen Einbußen beim Einkommen. So entspricht ein Executive Assistant nicht unbedingt einem Führungsposten, sondern gerne auch mal dem Bürogehilfen. Auf Englisch klingt eben alles ein wenig wichtiger. Oder anders gesagt: Wären Sie lieber Facility Maintenance Manager oder Hausmeister? Bei englischen Berufsbezeichnungen heißt es daher oft: zwanzig Prozent Gehalt abziehen und die Arbeitsbelastung verdoppeln.Bei englischen Berufsbezeichnungen heißt es daher oft: zwanzig Prozent Gehalt abziehen und die Arbeitsbelastung verdoppeln.

Hier und da verschleiern sie auch unangenehme Tatsachen: Den Young Professional sollte man zum Beispiel nicht als Gegenstück zum Old Amateur sehen. Umgangssprachlich handelt es sich um den Streber, neben dem schon auf dem Gymnasium niemand sitzen wollte und der deshalb gerne auch im beruflichen Umfeld zum High End Performer wird: Mangels Sozialleben – auch Work-Life-Balance genannt, es will noch immer keiner neben ihm sitzen – bleibt er so lange im Büro und arbeitet so viel, dass sowieso alle im Vergleich zu ihm verblassen. Wenn ihm der Sinn nach Freizeit steht, dann geht er mit dem Chef golfen.

Tipps und Tricks

Da englische Berufs- und Job-Bezeichnungen hier und da schon ein wenig überstrapaziert wirken, weichen Könner aufs Französische aus, ein Trick, der sich in der Welt der Gastronomie seit Jahrzehnten bewährt hat: Der Commis de Rang klingt weitaus weniger nach Plattfüßen und heißem Fett als der Jungkellner.

Auch das Privatleben lässt sich mit diesem Trick sprachlich aufpeppen. „Femme au ménage“ klingt doch gleich viel weltgewandter als Hausfrau. Wer lieber verwirren will oder eine Pionierleistung anstrebt, sollte sich ein paar schöne spanische oder chinesische Titel aussuchen. Allerdings gibt es hier noch keine Erfahrungswerte.

Vokabelliste für ersten Schritte

Bewerbungswahnsinn? Buch heitert auf…

Selbstmotivation: Die Fähigkeit, sich auch nach drei Monaten mit 300 Überstunden daran zu erinnern, warum man den Job haben wollte. Alternativ sind auch hohe Schulden förderlich, die es völlig undenkbar machen, einfach den Bettel hinzuschmeißen.

Schlüsselkompetenzen: Sie haben nichts damit zu tun, ob man auch noch nach dem dritten Glas Wein zielsicher die Eingangstür öffnen kann. Der Begriff Schlüsselkompetenz umfasst also alles, was man für den Job braucht.

Kognitive Kompetenzen: Weniger ansteckend als gemeinhin angenommen. Dazu gehören Sehen, Hören, Fühlen. Falls Sie hier nun eine Diskriminierung blinder oder gehörloser Bewerber vermuten, liegen Sie jedoch nicht richtig. Auch die Fähigkeit komplett unsensibler Klotze, eine Chance zum Aufstieg zu wittern, gehört dazu.

Operativ: Es macht gar nichts, wenn Sie kein Blut sehen können. Das Wort operativ bedeutet nur … nun ja, in diesem Umfeld eigentlich gar nichts. Wer operativ tätig ist, macht etwas – und klingt dabei interessant. Ergo sind die meisten Stellen operativ – ein operativer Einkäufer beispielsweise ist einer, der das dann auch wirklich macht und nicht nur dumm rumsteht.

KLP: Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit. Diese völlig sinnfreien Vokabeln gehören eigentlich schon zum Fortgeschrittenen-Vokabular. Überlesen Sie sie einfach – sie dienen nur dazu, die Textfülle zu erhöhen.

Rekrutierungsprozess: Stillgestanden! Rühren! Setzen! Suchen Sie schon mal Ihre Kleidermaße heraus, dann fällt es leichter, Ihre Uniform, ähm, den Anzug zusammenzustellen. Personaler, die diesen Begriff verwenden, haben die präpubertäre „Panzer sind cool“-Phase noch nicht überwunden. Sollten Sie selbst Spaß am zackigen Umgang haben – prima!

Die Blindbewerbung wird nicht in der Blindenschrift Braille geschrieben, sondern ebenfalls auf Bewerbisch verfasst. Es handelt sich dabei um eine Bewerbung, die nicht auf eine Anzeige hin erfolgt, sondern auf gut Glück. Ihren Namen trägt diese Form der Bewerbung wahrscheinlich, weil der Verfasser mangels Informationen blind ins Verderben läuft. Ob und wie erfolgreich diese Bewerbungsform ist, da streiten sich die Experten. Befürworter verweisen gerne darauf, dass es 1994 in Norddeutschland einen Bewerber gegeben haben soll, der durch eine Blindbewerbung eine Arbeitsstelle fand.

Tipps für Bewerber ab 50

  • Kommen Sie nicht mit dem Rollator.
  • Machen Sie sich nichts vor: Auch mit verkehrt herum aufgesetzter Baseball-Kappe, herausblitzender Ritze unter Hängehose im Knaststil (was übrigens im Anzug nicht authentisch wirkt) und cooler Sprache wirken Sie nicht jünger.
  • Duzen Sie den Personalchef nicht, auch wenn er fünfundzwanzig Jahre jünger ist.
  • Geben Sie ihm keine Tipps fürs Leben im Stil von „Ach ja, als ich so jung war wie Sie, habe ich auch noch an meine Karriere geglaubt“ oder „Ist ja süß, Sie glauben diesen ganzen Management-Quatsch noch …“

Bewerbungen können sich auf konkrete Ausschreibungen beziehen oder als eine so genannte Initiativbewerbung gestaltet sein. Daneben gibt es die Variante der Kurzbewerbung. Das Bewerbungsschreiben soll Lebenslauf, Lichtbild, Zeugnisse und, soweit möglich, Referenzen enthalten. Ein Bewerber will mit seiner Bewerbung den Arbeitgeber überzeugen, dass er sich für eine bestimmte Arbeitsaufgabe eignet. Die Bewerbung selbst gilt als die erste Arbeitsprobe.

Françoise Hauser schreibt als freie Journalistin seit vielen Jahren regelmäßig für diverse Magazine und Zeitungen wie »Welt«, »Rheinpfalz«, »in Asien«, »Asia Bridge«, »Touristik Aktuell«, »Diners Club« u.a., zum anderen ist sie als Buchautorin tätig. Neben dem regionalen Asien-Schwerpunkt hat sie sich auch auf berufl iche Themen spezialisiert…

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Weltmeister: 1954 das Wunder in Bern, 2014 in Brasilien http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/weltmeister-1954-das-wunder-in-bern-2014-in-brasilien/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/weltmeister-1954-das-wunder-in-bern-2014-in-brasilien/#comments Mon, 09 Dec 2013 22:53:38 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6436 2014 ist das Jahr für alle, die mehr wollen. Mehr Weltmeistertitel zum Beispiel. Pelé, größter Fußballer aller Zeiten, macht sich Sorgen – über die überragenden Leistungen der ... neue Einsichten gefällig?

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2014 ist das Jahr für alle, die mehr wollen. Mehr Weltmeistertitel zum Beispiel. Pelé, größter Fußballer aller Zeiten, macht sich Sorgen – über die überragenden Leistungen der deutschen Mannschaft. Schnürt Pelé wieder die Fußballschuhe, um Brasilien zum Sieg zu führen?

Nach 1954, 1974 und 1990 würde der Weltmeister-Titel der deutschen Nationalmannschaft gut stehen. Jogis Jungs bereiten sich darauf vor, wollen nicht länger “nur” der Weltmeister der Herzen oder der ewige Dritte sein sondern den Sieg, ganz oben auf das Podium, an den goldenen Pokal. Doch einer könnte dem einen Strich durch die Rechnung machen. Von Experten und Kritikern wird Pelé gemeinhin als “bester Fußballspieler aller Zeiten” bezeichnet.

Pelé heisst eigentlich anders: Edson Arantes do Nascimento, wie es in seiner Geburtsurkunde des Ex-Fußballprofi und Sportministers aus Brasilien steht. Der Ausnahmespieler erhielt von der FIFA die Auszeichnung als Weltfußballer des 20. Jahrhunderts und wurde vom IOC zum Sportler des Jahrhunderts ernannt.

Mit insgesamt fünf Weltmeister-Titeln der Nationalmannschaft (1958, 1962, 1970, 1994 und 2002) ist Brasilien noch vor Deutschland mit seinen drei Titeln die erfolgreichste Fußballnation der Welt. Mit insgesamt fünf Weltmeister-Titeln der Nationalmannschaft (1958, 1962, 1970, 1994 und 2002) ist Brasilien noch vor Deutschland mit seinen drei Titeln die erfolgreichste Fußballnation der Welt. Neben Pelé förderte der brasilianische Fußball auch andere großen Stars – darunter Arthur Friedenreich, Garrincha, Zico, Sócrates, Romário, Rivaldo, Ronaldo, Ronaldinho und Kaká.

Pelé gewann für Brasilien gleich drei Mal den Cup, so oft wie in Deutschland gewonnen hat. 1958, 1962 und 1970. Was sind seine Vorzüge? Zunächst seine Technik, die Schnelligkeit und Beweglichkeit: “Er war mit beiden Füßen gleichermaßen technisch begabt und traf auch mit dem Kopf”, heisst es in einer ARD-Doku. Vor allem habe er sofort und intuitiv erkennen können, wie und in welche Richtung sich der Gegenspieler bewegt. Damit habe er ein Körpergefühl entwickelt wie nur noch wenige andere Sportler.

Experten im Stadion

Sie wollen ihrem Freundeskreis ein für alle Mal zu beweisen, dass Sie der wahre Fußballexperte sind? Mit GuessTheStadium können Sie das jetzt machen. Arbeiten Sie sich die Highscore-Liste nach oben und verweisen Sie Ihre Freunde auf die Plätze. Dabei sind wahre Szenekenntnisse erforderlich: Aus zehn zufällig ausgewählten Stadionbildern, bzw. Bildern der Anfahrtswege der Stadien muss der Spieler die richtige von je drei vorgegebenen Antwortmöglichkeiten erkennen. Wo befindet sich das abgebildete Lieblingsstadion?

Dank Social-Media-Anbindung ist es möglich, ihren Freundeskreis zum Wettkampf herauszufordern und im Wettbewerb gegen sie anzutreten. Der Spieler, der die meisten Stadien richtig erkannt, bzw. bei Gleichstand zudem die geringste Zeit zum Raten benötigt hat, gewinnt. GuessTheStadium bietet eine Vielzahl von Fußballarenen, vornehmlich aus dem europäischen Raum, zum Raten an. Auch zahlreiche Stadien aus dem fußballdeutschen Raum sind vertreten, jedoch bleibt es dem Zufall überlassen, ob diese sich unter den zehn ausgelosten Bildern wiederfinden.

In einer Proberunde gelangen uns auf Anhieb acht richtig erkannte Arenen, unter anderem wurden die Schmuckkästchen von Swansea und Southampton oder das Fußballstadion in Parma richtig zugeordnet. Aufgrund der großen Menge an Stadien bietet GuessTheStadium ein hohes Suchtpotential, zudem ist es auch für die größten Sachverständigen unter den 80 Millionen Hobbybundestrainern nicht so einfach ist, zehn von zehn Stadien richtig zu erraten und dabei noch möglichst flink unterwegs zu sein. Ermitteln auch Sie ein für alle Mal DEN Fußballexperten ihres Freundeskreises. Statten Sie GuessTheStadium einen Besuch ab und raten Sie drauf los.

Hier der Link zur offiziellen Seite mit weiteren Videos.

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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz (3/3): “Tag danach” – in der Personalabteilung http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/sexuelle-belaestigung-am-arbeitsplatz-33-tag-danach-in-der-personalabteilung/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/sexuelle-belaestigung-am-arbeitsplatz-33-tag-danach-in-der-personalabteilung/#comments Sat, 07 Dec 2013 07:00:49 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6413 Angefangen bei ungewollen Blumen über Machosprüche vom eigenen Chef bis zum Gespräch in der Personalabteilung. Sexuelle Belästigung hat viele Etappen. Stefanie Hirsbrunner berichtet in einem Buch darüber, ... neue Einsichten gefällig?

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Angefangen bei ungewollen Blumen über Machosprüche vom eigenen Chef bis zum Gespräch in der Personalabteilung. Sexuelle Belästigung hat viele Etappen. Stefanie Hirsbrunner berichtet in einem Buch darüber, hier im dritten und letzten Teil unserer Serie…

Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet fällt es mir schwer, die junge Praktikantin von damals und ihre Handlungen in dieser Situation nachzuvollziehen. Ich war naiv, gutgläubig und wohl angesichts dieses mir so immens und skandalös erscheinenden Vorwurfs der sexuellen Belästigung ziemlich überfordert.

Gleichzeitig gab ich sehr viel auf den Rat einer engen, aber nicht weniger unbeholfenen Freundin. Tatsache ist: Wir wussten es einfach nicht besser. Aber ich sollte meine Lektion lernen …

Wer belästigt wen? Wer beschuldigt wen?

Martin arbeitete für ein halbes Jahr studienbezogen im Hotel, um danach zurück an eine der Elite-Hotelfachschulen zu gehen. Auch Wiese hatte bei einer solchen studiert. Bei der nächst- besten Gelegenheit suchte ich ein Gespräch mit Martin und erzählte die Geschichte aus der Kantine. Ich war auch da immer noch fest davon überzeugt, das Richtige und Wiese im Grunde einen Gefallen zu tun.

Darüber, was genau Wiese eigentlich mit dieser doch recht spärlichen Information, die ich Martin nun an die Hand gab, anfangen sollte, hatte ich mir allerdings kaum wirklich Gedanken gemacht. Mir gab es einfach ein gutes Gefühl, meinem Kollegen und Vorgesetzten hier auf solche Weise den Rücken zu decken und diese in meinen Augen bodenlose Unverschämtheit, die da aus dem Restaurant zu uns ins Bankett herüberschwappte, direkt abzuwehren. Da er ja deutlich älter und deutlich erfahrener im Gastrobusiness war als ich, würde Wiese wohl schon wissen, was zu tun sei, dachte ich. Und das wusste er tatsächlich.

Wenige Tage nach meinem dezenten Hinweis an Martin sprang mir direkt bei Dienstbeginn Landecks – und meine ganz spezielle – Freundin Engels entgegen und rief in schrillem, ge- künstelt freundlichem Ton: »Frau Hiiiiirsbrunner! Sie melden sich bitte heute zu allererst im Personaaaaalbüro. Danach sind Sie im Gourmetrestaurant eingeteilt. Also husch, husch, mein Täubchen!«

Wenig später überquerte ich den Innenhof in Richtung des Personalbüros, klopfte und wurde kurz danach hereingerufen. Die strenge Personalleiterin mit dem Charme einer Tiefkühltruhe blickte nur kurz von ihren Akten hoch, als ich eintrat. »Sie wollten mich sprechen?«, fragte ich vorsichtig und schloss leise die Tür hinter mir.

Zitat in die Personalabteilung

»Ja, kommen Sie in mein Büro, bitte«, antwortete Frau Zerbel und bedeutete mir, ihr in das nicht gerade repräsentative Personalleiterbüro hinter dem Sekretariat zu folgen. Ich war noch nicht oft hier gewesen, aber jedes Mal fühlte ich mich unwohl. Die Enge dieses Raums gepaart mit den zahlreichen Personalakten und den wichtig aussehenden Korrespondenzen wirkte irgendwie beklemmend. Außerdem fiel in das Büro wegen der geschlossenen Rollos kaum Tageslicht, und das machte die Atmosphäre noch bedrückender. Ich nahm auf dem Stuhl, der mir angeboten wurde, Platz, und Frau Zerbel setzte sich mir gegenüber.

»Ihr Abteilungsleiter wird jeden Augenblick hier sein«, sagte sie mit ihrer gewohnt heiseren Stimme und fügte noch hinzu: »Meine Kollegin ruft ihn gerade an.« Ich faltete die Hände in meinem Schoß und versuchte mir meine Nervosität nicht anmerken zu lassen. Ich zwang mich, die Schultern wieder zu entspannen und innerlich ruhig zu bleiben. Was ging hier vor? So krampfhaft ich aber auch überlegte, während ich wartete, ich hatte keinen blassen Schimmer, weshalb ich gerade hier saß. “So krampfhaft ich aber auch überlegte, während ich wartete, ich hatte keinen blassen Schimmer, weshalb ich gerade hier saß.”

Ging es um den Diebstahlsvorwurf? Denn der kursierte ja auch noch, und ich hatte schon länger nichts mehr dazu gehört. Ging es um den Ausbildungsplatz? War ich hier, um mich in irgendeiner Sache zu rechtfertigen, oder war ich hier, um irgendeine meinen Job betreffende, offizielle Information zu erhalten? Aus der Miene des Personaldrachens konnte ich keine Rückschlüsse ziehen. Ihr Gesicht war wie immer versteinert.

Gerüchteküche und Flurfunk

Ich bekam Angst. Würde Landeck mich beim Personalbüro wegen des Wutanfalls im Gästebereich anschwärzen? Möglich war es, schließlich hatte ich gravierend gegen den Hotelstandard verstoßen. Viele unserer Gäste hatten sicherlich in diesem Moment gesehen, dass unsere vermeintlich heile Welt gar nicht immer perfekt war, und das war ja nun das Letzte, was die Hotelführung sich wünschte.

Ralf Landeck traf fünf Minuten später ein als ich. Es herrschte eine eisige Stimmung im Büro. Er zog sich einen Stuhl her- an und setzte sich, ohne eine Miene zu verziehen, neben mich. Frau Zerbel schloss die Tür und nahm wieder hinter ihrem Schreibtisch Platz. Sie ergriff als Erste das Wort: »Frau Hirsbrunner, haben Sie eine Vorstellung, weshalb wir Sie heute hergebeten haben?« »Nein«, antwortete ich wahrheitsgemäß. »Nun, um ehrlich zu sein, der Anlass ist auch nicht sehr erfreulich. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist ein sehr ernstes Thema«, fuhr Frau Zerbel fort.

Ich zog überrascht die Augenbrauen hoch. Was lief denn hier? Was sollte das Ganze? Als ich nicht antwortete, fügte die Personalleiterin hinzu: »Uns wurde gemeldet, Sie hätten derartige Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter erhoben, ist das richtig?« Ich sah Ralf Landeck an. Sein kurz flackernder Blick verriet, dass Landeck wusste, woran ich gerade dachte, und dass auch er die Situation im Ballsaalfoyer vor Augen hatte. Also wusste er doch, dass ich unter der Situation mit dem verliebten Supervisor litt, dachte ich. Er bezeichnete das Verhalten des Vorgesetzten also offenbar sogar als sexuelle Belästigung.

Im Stich gelassen

Ich war überrascht und auch irgendwie irritiert, schließlich hatte er meine Wünsche in dieser Sache bislang nur ignoriert oder belächelt. Konnte es sein, dass es Landeck im Nachhinein unangenehm war, mich so im Stich gelassen zu haben? Aber wieso schaltete er denn jetzt gleich die Personaltante ein? Das war ja wohl doch etwas übertrieben. »Nun ja, ich hatte ja damals auch hier kurz vorgesprochen, aber inzwischen hat sich die Situation entspannt, würde ich sagen«, antwortete ich zögerlich und bemüht darum, nicht zu viel Wirbel zu machen.

»Sie wissen, wovon wir sprechen?«, hakte Frau Zerbel nach und runzelte die Stirn. »Vielleicht auch nicht«, erklärte ich ausweichend, denn nun dämmerte mir langsam, dass ich vielleicht doch auf der falschen Fährte war. Ging es gar nicht um meinen Wunsch der Dienstplantrennung? »Nun, wie kommt es, dass Sie gegenüber einem dritten Mitarbeiter erwähnt haben, Herr Wiese hätte sich der sexuellen Belästigung schuldig gemacht?«, fragte Frau Zerbel und sah mich finster über den Rand ihrer Brille an.

Ich schluckte. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. »Ist das hier ein Verhör?«, fragte ich, denn genauso kam es mir ge- rade vor, und die Frage lenkte praktischerweise auch erst mal vom eigentlichen Thema ab. »Frau Hirsbrunner, Sie werden doch wohl verstehen, dass wir solchen Dingen nachgehen müssen«, antwortete Frau Zerbel spitz.

Petze oder Whistleblower?

»Ehrlich gesagt, nein, das verstehe ich nicht. Hat jemand einen Vorfall von sexueller Belästigung gemeldet?«, entgegnete ich.
»Nein, noch nicht«, Frau Zerbel wollte ausführlicher antworten, aber ich war schneller: »Aha. Dann untersuchen Sie also einen Fall, den es überhaupt nicht gibt?«

Es herrschte einen Moment Stille im Raum, und wie um das unangenehme Schweigen zu brechen, sagte ich: »Und da haben Sie mich vorsichtshalber schon einmal eingeladen, oder wie muss ich das verstehen?« Nun schaltete sich Landeck zum ersten Mal in das Gespräch ein. »Frau Hirsbrunner,« begann er, und ich bemerkte verwundert, dass er wieder zum förmlichen »Sie« übergegangen war.

»So kommen wir hier nicht weiter. Der Vorwurf der sexuellen Belästigung ist sehr ernst, und wir nehmen ihn ernst. Sie sollten uns daher behilflich sein aufzuklären, was genau vorgefallen ist. Es ist eine Bitte, kein Verhör.« »Ich habe einen solchen Vorwurf aber nicht erhoben, oder haben Sie etwas derartiges von mir vorliegen, Frau Zerbel?« »Nein, aber Herr Wiese hat ihren Namen erwähnt«, antwortete die Personalchefin.

»Herr Wiese und ich haben überhaupt nicht miteinander gesprochen«, sagte ich wahrheitsgemäß. »Das mag richtig sein, aber die Vorwürfe wurden über einen Dritten an ihn herangetragen. Was wissen Sie darüber?«, hakte sie nach.

Schuss in den Ofen, Öl ins Feuer

»Nichts«, entgegnete ich fast schon trotzig. Ich wollte dieses Gespräch hier so bald wie möglich beenden und hatte nicht vor, die Geschichte so zu erzählen, wie sie gewesen war. Ich war entsetzt, dass mein ursprünglich gut gemeinter Tipp an Wiese nun so gegen mich selbst verwendet wurde. In meinem Kopf raste es. Mir war nicht ganz klar, was passieren würde, wenn ich weiterhin so tat, als wisse ich von nichts, aber mir war klar, dass ich hier raus wollte, und zwar so schnell es ging.

Ein ungeschminkter Blick hinter die Fassaden eines Luxushotels. Weniger geeignet für Voyeure, sondern solche die investigative Aufklärung mögen…

»Herr Martin Seidel kann da, glaube ich, etwas anderes berichten«, sagte Frau Zerbel und sah mich triumphierend an. »Dann lassen Sie sich doch die Geschichte von Herrn Seidel erzählen«, entgegnete ich. »Frau Hirsbrunner, so kommen wir doch nicht weiter. Wir erheben hier doch keine Vorwürfe gegen Sie, wir möchten die Angelegenheit lediglich untersuchen und klären«, versuchte Landeck erneut zu beschwichtigen. Aber ich ließ ihn abblitzen.

»Es gibt nichts zu untersuchen und auch nichts zu klären, wofür Sie meine Hilfe benötigen würden. Und wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich deshalb jetzt gerne wieder an meine Arbeit gehen.« Meine Hände zitterten, und ich fragte mich, woher ich eigentlich das Selbstbewusstsein nahm, das ich hier gerade an den Tag legte. Es war Wut, die mich kleine Praktikantin so mit diesen beiden Mächtigen des Hauses sprechen ließ.

Lästiger Bumerang

Ja, es war dumm gewesen, mich überhaupt in diese ganze Geschichte einzumischen, das verstand ich nun. Aber dass sie wie ein Bumerang zu mir zurückfeuern würde, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich fühlte mich von Martin und Wiese gleichermaßen hintergangen. Landeck sah mich von der Seite an. Aus seinem Blick sprach eine Mischung aus Bewunderung und Neugierde. Aber ich wusste, dass mir das nicht half, und es war auch nichts besonderes. Es war nur Ralf Landecks Vorliebe für starke Frauen, die hier hervorblitzte.

Die Realität spiegelte sich in der unterkühlten Art und dem Blick von Frau Zerbel wider. Keinerlei Freundlichkeit sprach aus ihr und keinerlei Sympathie. Fast hätte man meinen können, sie habe ein persönliches Problem mit mir. In einem Ton, der Verachtung verriet, teilte sie mir mit, dass in meiner Personalakte ein Vermerk eingetragen würde. »Außerdem sehe ich mich gezwungen, dort festzuhalten, dass Sie an einem klärenden Gespräch nicht interessiert waren und sich stattdessen durchweg unkooperativ zeigten«, fügte sie noch hinzu. Dann stand sie auf und öffnete demonstrativ die Tür ihres kleinen Büros. »Guten Tag.«

Vorwurf statt Belästigung in Personalakte

Ich erhob mich und ging langsam hinaus. Diese Geschichte kam mir vor wie ein schlechter Witz. Gleichzeitig wunderte ich mich aber auch kaum noch über das gerade Geschehene. Irgendwie reihte es sich problemlos in die Erfahrungen der letzten Monate ein, die mir gezeigt hatten, was Macht und Ohnmacht im Angestelltendasein waren.

Nun war also tatsächlich ich diejenige, in deren Personalakte ein Eintrag wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung stand, ungeachtet der eigentlichen Tatsache, dass in diesem Haus täglich wohlhabende Männer oder jene in höheren Positionen Frauen in gewisser Weise sexuell ausnützten oder gar belästigten.

Während allerdings weder unsere Vorgesetzten noch unsere Gäste hier in die Verantwortung genommen wurden, hatte man das Exempel vielmehr an der naiven Praktikantin statuiert. Und diese Geschichte würde ganz von allein dafür sorgen, dass der Hotelstandard, die absolute Diskretion der Frauen und der bedingungslose Service am Gast, auch weiterhin Bestand haben würde.

Neugierig was zuvor geschah? Dann Teil 1 und Teil 2 lesen…

Gemäß einer im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten Studie sind etwa 40 bis 50 % der weiblichen und etwa 10 % der männlichen Arbeitnehmer schon einmal Ziel sexueller Belästigung gewesen. Frauen hätten häufig auch von belästigendem Verhalten von gemischten Gruppen (Männer und Frauen) und selten von belästigendem Verhalten von Frauen berichtet.

Männer gäben an, dass die belästigenden Situationen zu rund der Hälfte von Männern (einzeln oder in Gruppen) ausgingen, zu rund einem Viertel von Frauen und zu einem weiteren Viertel von gemischten Gruppen. In erster Linie seien es Arbeitskollegen, die sich belästigend verhielten. Vielfach sei es auch die Kundschaft. An dritter Stelle stünden die Vorgesetzten. Frauen berichteten viel häufiger als Männer von belästigendem Verhalten durch Vorgesetzte. Männer hingegen verwiesen öfter als Frauen auf belästigendes Verhalten durch Untergebene.

Stefanie Hilsbrunner ist gelernte Hotelfachfrau. Sie absolvierte ihre Berufsausbildung in einem deutschen 5-Sterne-Luxushotel und war anschließend mehrere Jahre im Hotelwesen beschäftigt. Nach einem längeren Aufenthalt in Westafrika schloss sie ein Studium der Politikwissenschaft an. Heute arbeitet sie in Berlin als Universitätsdozentin und freie Trainerin hauptsächlich zu Afrika und interkultureller Kompetenz…

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Psychopathen: Irre Chefs samt Gegengift zum Sprücheklopfen http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/psychopathen-irre-chefs-samt-gegengift-zum-spruecheklopfen/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/psychopathen-irre-chefs-samt-gegengift-zum-spruecheklopfen/#comments Thu, 05 Dec 2013 06:00:10 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6422 Vorgesetzte, da sind sich Angestellte auf der ganzen Welt einig, sind eine ganz besondere Spezies. Man sieht das an ihren Krawatten, an diesen »Ich chef das schon«-Auftritten ... neue Einsichten gefällig?

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Vorgesetzte, da sind sich Angestellte auf der ganzen Welt einig, sind eine ganz besondere Spezies. Man sieht das an ihren Krawatten, an diesen »Ich chef das schon«-Auftritten und natürlich an den Sprüchen, die ihre Untergebenen in einer Mischung aus Ohnmacht und Spott zitieren. Hier eine Auswahl von Klaus Werle…

Natürlich klingt das alles andere als freundlich – aber seien wir ehrlich: Wir wollen es ja nicht anders. Wir wollen, dass unsere Chefs auffallen, im Guten wie im Schlechten. Wir wollen, dass sie Marotten haben und Macken. So wie echte Stars eben – wie Christina Aguilera, die vertraglich festlegen lässt, dass ihr eine Polizeieskorte gestellt und im Catering keinesfalls umweltschädliches Styropor oder Plastik verwendet wird und sie Sojamilch mit Vanille-Geschmack bekommt.

Hingeraunzte Satzfetzen, die auf der Grenze zwischen Bonmot und Beleidigung balancieren, wie etwa diese:

  • »Solange Sie nicht tot sind, können Sie arbeiten!«
  • »Wer es bis zum Arzt schafft, schafft es auch ins Büro.«
  • »Grippe ist Charakterschwäche.«
  • »Seien Sie froh, dass Sie nicht soviel verdienen, dann 
zahlen Sie auch weniger Steuern.«
  • »Wenn ich Sie wäre, wäre ich lieber ich.«
  • »Ich bin nicht arrogant, das sieht nur von unten so aus.«

Weil aber im handelsüblichen deutschen Büro die Dichte an Showbiz-Stars eher überschaubar ist, brauchen wir Ersatz: Über wen sollen wir uns sonst in der Kantine das Maul zerreißen? Da sind wir nicht anders als die Äffchen, die in einem Experiment wählen konnten zwischen süßem Saft und Bildern von Affen, die in der Horden-Hierarchie über ihnen standen. War erstmal der Hunger gestillt, wählten die meisten die Bilder der Affen-Chefs.

Eine Prise Steve Jobs

Bei dieser Faszination stellt sich die Frage: Was macht eigentlich einen Chef aus? Wird man als Bestimmer geboren oder kann man das lernen? Reicht ein schicker Anzug, oder muss es etwas mehr sein? “Was macht eigentlich einen Chef aus? Wird man als Bestimmer geboren oder kann man das lernen? Reicht ein schicker Anzug, oder muss es etwas mehr sein?” Klar ist: Etwas Entscheidungsstärke, Durchsetzungskraft, Dynamik, ein Schuss Aggressivität und, das mag jetzt viele überraschen, auch eine Prise Intelligenz können nicht schaden.

Darüberhinaus aber ist auffällig, wie viele Chefs, die doch tagtäglich mit Hunderten Menschen umgehen müssen, in puncto Sozialkompetenz noch etwas, nun ja, Luft nach oben haben. Der verstorbene Apple- Lenker Steve Jobs etwa: Ein Genie, sicher, doch im Umgang mit Mitarbeitern als äußerst launenhaft und tyrannisch verschrien.

Heiteres und weitere Kuriositäten aus unserer Arbeitswelt. Mitarbeiter aus dem Grossraumbüro werden sich und ihre Chefs darin wiederfinden…

Der Psychiater Robert Hare vertritt sogar die These, dass in den Führungsetagen von Wirtschaft und Politik überdurchschnittlich viele Menschen mit schweren Persönlichkeitsstörungen arbeiten. Meist überdurchschnittlich intelligent, charmant und redegewandt, gepaart mit starker Risikobereit- schaft und einer gewissen Ruchlosigkeit – diese Kombination, die auch für Psychopathen charakteristisch ist, sei für den Aufstieg hilfreich gewesen.

Mein Chef, ein Irrer?

Welcher Angestellte würde nicht freudig der Behauptung zustimmen, sein Chef sei ein Irrer? Belegen lässt sich das nicht, sicher aber ist: Wer es bis ganz nach oben schaffen will, muss anders sein als alle anderen. Er muss herausragen aus der grauen Büromasse. Alleine gute Leistungen sind meist zu wenig – denn schlau, diszipliniert und effizient sind ab einer gewissen Ebene alle.

Eine Marotte, eine kleine soziale Auffälligkeit, die im Gedächtnis bleibt, ist da schon hilfreicher. Wie schwierig es ist, etwas Besonderes zu sein, damit kämpft Achtenmeyer wie Tausende mittlere Führungskräfte jeden Tag aufs Neue. Aber wer es schafft, an den wird man sich erinnern, wenn die nächste Beförderung ansteht.

Psychopathie bezeichnet eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen. Oft mangelt es Psychopathen an langfristigen Zielen, sie sind impulsiv und verantwortungslos.[1] Psychopathie geht mit antisozialen Verhaltensweisen einher, so dass oft die Diagnose einer dissozialen/antisozialen Persönlichkeitsstörung gestellt werden kann.

Klaus Werle studierte Geschichte, Anglistik und Germanistik in Heidelberg. Klaus ist Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule. Seit 2004 ist er beim manager magazin Redakteur für die Ressorts Trends und Karriere. Neben “Die Perfektionierer” hat er auch das Buch “Ziemlich beste Feinde” geschrieben…

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Sexuelle Belästigung (2/3): Macho-Sprüche vom eigenen Chef http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/sexuelle-belaestigung-23-macho-sprueche-vom-chef/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/sexuelle-belaestigung-23-macho-sprueche-vom-chef/#comments Tue, 03 Dec 2013 21:39:56 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6425 Ob heftiger Sex auf dem Kopierer oder das Grabschen an Brüste oder Hintern. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz läuft meist anders und viel weniger plakativ ab. Stefanie Hirsbrunner berichtet ... neue Einsichten gefällig?

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Ob heftiger Sex auf dem Kopierer oder das Grabschen an Brüste oder Hintern. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz läuft meist anders und viel weniger plakativ ab. Stefanie Hirsbrunner berichtet ihre Erlebnisse aus der Glanz- und Glamourwelt eines Fünf-Sterne-Hotels, hier im zweiten Teil…

Aber diese sexuelle Komponente, sozusagen das (niemals stattgefundener) Sex jetzt unser Arbeitsverhältnis beeinflusste, verursachte bei mir ein starkes unangenehmes Gefühl der Abwehr. Ich konnte es in der Magengegend spüren, und mein ganzer Körper wehrte sich dagegen, von ihm beobachtet zu werden. Ich fand es ekelhaft. Landecks Stellvertreter, den ich als nächstes ansprach, reagierte verkniffen, wie es so seine Art war, aber nicht unfreundlich.

Dennoch änderte sich in der folgenden Zeit nichts, und ich wiederholte meine Bitte daher wenig später erneut bei Landeck. Ob er das nun verstünde oder nicht, er möge bitte den Kollegen und mich in unterschiedlichen Schichten einteilen.

Und dann, eines Abends, eskalierte das Ganze. Ich kam zum Dienst und meldete mich wie immer am Flipchart auf der Personaletage, um zu erfahren, wo in der Abteilung ich eingeteilt war. Es stellte sich heraus, dass besagter Kollege und ich laut Plan zu zweit in der kompletten Frühstücksetage Tische für den nächsten Tag eindecken sollten, während die gesamte restliche Abteilung auf einer anderen Etage eine Großveranstaltung abwickeln würde.

Willkür und “Lärm um nichts”

Anscheinend hatte der Supervisor sich bei der Personalplanung einen Spaß aus meinen Bitten nach einer Trennung der Dienstpläne gemacht, denn diese Einteilung bedeutete in der Konsequenz für mich, einen ganzen Abend allein mit dem Kollegen zusammenarbeiten zu müssen. Diese Erkenntnis traf mich wie eine Keule. Bei mir brachen alle Dämme. Wut, Hass und Ohnmacht machten sich Luft, als ich im Erdgeschoss Landeck ausfindig machte.

Er stand im Ballsaalfoyer an der Bar, wo gerade Hunderte Gäste zum Cocktail eingetroffen waren. Mir war das in dem Moment völlig egal, ich schrie ihn an, heulte und tobte, sobald ich in Hörweite war. Ich war so unfassbar wütend. Ich hasste Ralf Landeck in dem Moment aus ganzem Herzen, und noch mehr hasste ich die Macht, die er und die anderen Supervisoren über mich hatten.

Ich war ihr Spielball und hatte keinerlei Möglichkeiten, gegen ihre Willkür vorzugehen. Was gab ihnen eigentlich das Recht dazu, so herablassend und herzlos zu sein? Machte es ihnen Spaß, andere Menschen zu quälen, weil sie es schlichtweg konnten, oder waren sie sich überhaupt nicht bewusst, wie gemein sich das anfühlte?

Letztendlich war es aber natürlich sinnlos, mir darüber überhaupt Gedanken zu machen, denn wie sollte es anders sein: Wenig später fand ich mich auf der Empore wieder, wo ich mit versteinerter Miene den gesamten Abend Frühstückstische eindeckte und nebenbei den verliebten Vorgesetzten und seine Avancen ignorierte. Es wurde einer der längsten Abende meines Praktikums voller übertriebener und nicht erwiderter Freundlichkeiten.

Versuch, Beschuldigten zu helfen

Ralf Landeck war über meinen öffentlichen Ausbruch im Ballsaalfoyer anschließend so erbost, dass er erst mehrere Wochen später wieder mit mir sprach, und zwar als wir beide im Personalbüro zum Gespräch vorgeladen wurden. Wieder ging es um sexuelle Belästigung, allerdings lag der Fall dieses Mal ganz anders.

Eines Tages hatte ich in der Kantine zu Mittag gegessen und dabei von einem geradezu skandalösen Gerücht erfahren. Eine Gruppe Praktikanten aus dem Restaurant, die nicht weit von mir entfernt saß, hatte mein Interesse geweckt. Ich kannte sie alle vom Sehen, wusste aber ihre Namen nicht. Im Hotel waren wir zu diesem Zeitpunkt an die dreihundert Mitarbeiter und durch das hohe Arbeitspensum kam nur selten ein Austausch mit anderen Abteilungen zustande.

Die Praktikanten steckten die Köpfe zusammen, und ich wurde neugierig. Worum es wohl ging? Unauffällig rückte ich meinen Stuhl ein wenig näher in ihre Richtung, um besser lauschen zu können. Ich hörte, wie ein blondes Mädchen mit einem auffälligen Muttermal im Gesicht gerade sagte: »Meinst du das im Ernst? Ich kann mir das bei ihm gar nicht vorstellen!«

Kein Petzen: Bericht an die Personalabteilung

Ihr Gegenüber, ein großer junger Mann mit braunen Locken, antwortete: »Doch. Er hat ihr immer wieder aufgelauert, sie in der Wäschekammer bedrängt, ihr SMS geschrieben oder sie zu Hause angerufen. Außerdem macht er das wohl auch nicht zum ersten Mal. »Was meinst du damit?«, fragte eine der anderen Praktikantinnen. »Wiese soll auch schon in anderen Hotels, wo er früher gearbeitet hat, Mädchen belästigt haben«, antwortete der Braunhaarige. Ich drehte erschrocken den Kopf weg und starrte auf den Kartoffelquatsch mit Ketchup auf meinem Teller.

Wiese war doch einer der Supervisoren und damit indirekt mein Vorgesetzter! Und der sollte Frauen bei der Arbeit belästigen? Ich konnte das kaum glauben und versuchte prompt, noch mehr aus dem Gespräch meiner Tischnachbarn herauszuhören. »Naja, dann muss sie auf jeden Fall darüber im Personalbüro Bericht erstatten«, sagte die Blonde mit dem Muttermal gerade.

Ihre Gesprächspartner nickten und stapelten ihre Teller übereinander. Sie waren gerade dabei zu gehen und erhoben sich von ihren Plätzen. Mist, dachte ich. Jetzt hatte ich nicht mitbekommen, um welche Kollegin es ging, die angeblich von Wiese belästigt wurde. Ich stand auf, holte mir eine Tasse Kaffee und grübelte. Seltsamerweise beschäftigte mich das eben Gehörte sehr. Wie ein großes Schild stand plötzlich der Vorwurf der sexuellen Belästigung im Raum, und ich empfand diesen gegenüber meinem Vorgesetzten Herrn Wiese als ungeheuerlich.

Machosprüche kontern, irgendwie

Ich fühlte Betroffenheit für ihn, denn ich nahm selbstverständlich an, dass, so wie ich ihn kannte, dieses Gerücht falsch sein müsse. Dass ich selbst jeden Tag und teilweise massiv am Arbeitsplatz sexuell belästigt wurde, ja sogar mehrmals guten Grund gehabt hätte, Anzeige zu erstatten, kam mir dabei gar nicht in den Sinn. Solche Taten wie die der sexuellen Belästigung passierten grundsätzlich anderen Frauen, oder sie wurden, wie in diesem vermeintlichen Fall, von Frauen vorgeschoben, um Männern zu schaden. So sah ich das. “Solche Taten wie die der sexuellen Belästigung passierten grundsätzlich anderen Frauen, oder sie wurden, wie in diesem vermeintlichen Fall, von Frauen vorgeschoben, um Männern zu schaden. So sah ich das.”

Wiese hatte einen unmöglichen Umgangston, war streng und prollig; ich mochte ihn nicht sonderlich. Seine Schuhputzaktion im Ballsaal neulich hatte mich ratlos gemacht, und er machte sich mit Machosprüchen über uns junge Frauen lustig. So richtig taute er eigentlich nur dann auf, wenn wir feiern gingen oder uns mit den »Resten« betranken. Dann war er auch manchmal lustig, tanzte sogar und verbrüderte sich mit ein paar männlichen Praktikanten.

Ich wusste auch, dass Wiese mit einer anderen Kollegin zusammen war, und in meiner naiven Vorstellung hatten Männer in festen Beziehungen es doch gar nicht nötig, junge Dinger zu belästigen, oder? Nein, ich glaubte die Geschichte keine Sekunde lang und schlug mich stattdessen auf seine Seite. Mein Gerechtigkeitssinn sagte mir, dass das gerade Gehörte für Wiese zu einer Gefahr werden könnte und man ihn warnen sollte vor dem, was sich da Karrierefeindliches zusammenbraute.

Von Klatsch und Tratsch zur Sache

»Du glaubst ja gar nicht, was ich eben gehört habe!«, begann ich daher wenig später meiner Kollegin und Freundin Frauke zu erzählen. Ich berichtete ihr, worüber sich die Praktikanten aus dem Restaurant unterhalten hatten. »Aber Wiese ist doch mit einer Kollegin zusammen, oder?«, glaubte auch sie zu wissen, ebenso romantisch veranlagt wie ich – und mit ebenso wenig Kenntnis von den Büroabteilungen des Hauses wie ich.

Ein ungeschminkter Blick hinter die Fassaden eines Luxushotels. Weniger geeignet für Voyeure, sondern solche die investigative Aufklärung mögen…

Beide glaubten wir fest an das Gute im Menschen und an die Liebe sowieso, kannten aber natürlich besagte Partnerin nicht einmal. Ich stimmte ihr also sofort zu, dass die Geschichte unsinnig sei, und wir berieten, was zu tun sei. Sollte der Vorgesetzte nicht erfahren, was über ihn getratscht wurde? Würde so eine Geschichte nicht den Ruf, wenn nicht gar die Karriere eines Mannes ruinieren können?

»Naja, falls das Mädchen echt mit der Geschichte zum Personalbüro geht, sieht es für Wiese sicherlich nicht so gut aus«, sagte Frauke, und ich nickte. Beide vergaßen wir in dieser Situation gleichermaßen, was das Personalbüro gerade unternommen hatte, als ich selbst wegen Zudringlichkeiten eines Vorgesetzten um Dienstplantrennung gebeten hatte: nämlich nichts.

Wir beschlossen letztendlich, Martin, dem Praktikanten im Management, der, soweit wir wussten, manchmal mit Wiese ein Bierchen trinken ging und ihn besser kannte als wir, von der Geschichte zu erzählen. Er sollte dann Wiese davon berichten.

Von einem männlichen Kollegen zu erfahren, dass der Vorwurf der sexuellen Belästigung im Raum stand, war doch sicher allemal besser, als von zwei Untergebenen der Abteilung, die man eigentlich gar nicht kannte, dachten wir. Wiese könne auf diese Weise dann darauf reagieren, wie er es für richtig hielt.

 Neugierig wie es weitergeht? Dann Teil 3 lesen. Oder hier noch den Teil 1

Gemäß einer im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten Studie sind etwa 40 bis 50 % der weiblichen und etwa 10 % der männlichen Arbeitnehmer schon einmal Ziel sexueller Belästigung gewesen. Frauen hätten häufig auch von belästigendem Verhalten von gemischten Gruppen (Männer und Frauen) und selten von belästigendem Verhalten von Frauen berichtet.

Männer gäben an, dass die belästigenden Situationen zu rund der Hälfte von Männern (einzeln oder in Gruppen) ausgingen, zu rund einem Viertel von Frauen und zu einem weiteren Viertel von gemischten Gruppen. In erster Linie seien es Arbeitskollegen, die sich belästigend verhielten. Vielfach sei es auch die Kundschaft. An dritter Stelle stünden die Vorgesetzten. Frauen berichteten viel häufiger als Männer von belästigendem Verhalten durch Vorgesetzte. Männer hingegen verwiesen öfter als Frauen auf belästigendes Verhalten durch Untergebene.

Stefanie Hilsbrunner ist gelernte Hotelfachfrau. Sie absolvierte ihre Berufsausbildung in einem deutschen 5-Sterne-Luxushotel und war anschließend mehrere Jahre im Hotelwesen beschäftigt. Nach einem längeren Aufenthalt in Westafrika schloss sie ein Studium der Politikwissenschaft an. Heute arbeitet sie in Berlin als Universitätsdozentin und freie Trainerin hauptsächlich zu Afrika und interkultureller Kompetenz…

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Sexuelle Belästigung (1/3): Ungewollte Blumen im Büro http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/sexuelle-belaestigung-am-arbeitsplatz-12/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/12/sexuelle-belaestigung-am-arbeitsplatz-12/#comments Sun, 01 Dec 2013 16:08:51 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6402 Im Berufsleben passiert es immer wieder, doch nur wenige reden drüber: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Doch es geht um mehr als Sex auf dem Kopierer, überfallartiges Grabschen ... neue Einsichten gefällig?

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Im Berufsleben passiert es immer wieder, doch nur wenige reden drüber: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Doch es geht um mehr als Sex auf dem Kopierer, überfallartiges Grabschen an Brüste oder Hintern. Meistens bleibt der Druck im Subtilen. Stefanie Hirsbrunner berichtet über ihre Erlebnisse aus der Glanz- und Glamourwelt eines Fünf-Sterne-Hotels…

Sexuelle Belästigung war für mich irgendwie immer die Vorstufe zur tatsächlichen Vergewaltigung und ein konfrontativer, sehr körperlicher Übergriff auf die Frau. Es war mir durchaus bewusst, dass Frauen in Deutschland das Recht haben, gegen sexuelle Belästigung bei der Arbeit vorzugehen und solche Vorfälle etwa anzuzeigen. Natürlich würden in solchen Fällen die Täter zur Rechenschaft gezogen werden, ja bei schweren Vergehen sogar ihren Job verlieren.

Davon war ich überzeugt, und das hielt ich in der heutigen Zeit auch für selbstverständlich. Dennoch war der Begriff der sexuellen Belästigung in meinem Kopf ein kriminologischer Tatbestand, den ich mit meinem eigenen Leben überhaupt nicht in Verbindung brachte. Schließlich sprang niemand wollüstig und urplötzlich aus einer Nische des Hotelflurs hervor, um über mich herzufallen. Und unseren Gästen zu Diensten zu sein, auch wenn sie mich mit Anzüglichkeiten oder tatsächlich körperlich belästigten, das erschien mir sehr bald völlig normal – es war gang und gäbe.

Mit ungewollten Rosen fing es an

Doch dann ereignete sich etwas Ungewöhnliches: Ich bekam Blumen nach Hause geschickt. Langstielig, rot, mit einer anonymen Karte und zum Strauß gebunden. Es war relativ schnell klar, dass einer meiner älteren Kollegen der Absender war. Dieser Mann war eigentlich ein netter Kerl, gutherzig, ansprechbar und humorvoll. Er sah ganz passabel und gepflegt aus und – so stellte sich heraus – hatte wohl ernsthaft sein Herz an mich verloren.

Ein ungeschminkter Blick hinter die Fassaden eines Luxushotels. Weniger geeignet für Voyeure, sondern solche die investigative Aufklärung mögen…

Man hätte also annehmen können, die Sache sei nicht so wild, und es hätte mich ja durchaus schlimmer treffen können. Womit ich allerdings überhaupt nicht zurechtkam, war die Tatsache, dass er fast dreißig Jahre älter war als ich. Er hatte vier Kinder, von denen zwei nur wenig jünger waren als ich, und die Art, wie er mich während der Arbeit ansah, fand ich widerlich. Nun, da er sich mit diesen Rosen offenbart hatte, gab er alles, um mich irgendwie für sich zu begeistern.

Ständig suchte er meine Nähe und teilte uns Praktikanten entsprechend ein. Er beteiligte sich plötzlich selbst an der tatsächlichen Vorbereitungsarbeit, was er sonst eher selten tat und daher ziemlich auffällig war. Meine Kollegen fingen an zu tuscheln und mich aufzuziehen. Sie lachten über die Situation und meine Ablehnung gegenüber seinen Annäherungsversuchen.

Es fiel mir immer schwerer, gegenüber diesem Kollegen freundlich zu sein, und es nervte mich wahnsinnig, wenn er so unbeholfen versuchte, mit mir zu flirten, wie es eben alte Männer tun. Wie sollte ich denn darauf auch reagieren? Ich wusste in der Hinsicht überhaupt keinen Rat, denn es war ja nicht so, dass er sich mir gegenüber mit deutlichen Worten oder einer Frage offenbart hatte.

Erster Gang zur Personalabteilung

Dann hätte ich einfach sagen können: »Nein danke, ist nett gemeint, aber ich bin nicht interessiert.« So aber schlich er, wann immer es möglich war, um mich herum und brachte mich in die unmögliche Situation, letztendlich als naiv und gegebenenfalls sogar unglaubwürdig dazustehen, würde ich das Ganze ansprechen. Er könnte ja dann einfach behaupten, ich kleines Mädchen bilde mir da gehörig was ein.

Auf der Karte, die mitsamt den Rosen angekommen war, hatte auch nur ein Valentinstagsgruß, nicht aber sein Name gestanden. Auch reagierte ja nun nicht jeder Mann verständnisvoll und freundlich auf eine Zurückweisung, weshalb ich fürchtete, dass dann mein Arbeitsalltag, der ja, wenn wir zusammen Dienst hatten, komplett in seinen Händen lag, zum Spießrutenlauf werden könnte.

“Dass so viele Kollegen jetzt schon über mich lachten, war mir unglaublich peinlich. Und so entschloss ich mich schließlich doch, im Personalbüro vorzusprechen und darum zu bitten, meinen Dienstplan von dem des Kollegen erst einmal zu trennen.”Dass so viele Kollegen jetzt schon über mich lachten, war mir unglaublich peinlich. Und so entschloss ich mich schließlich doch, im Personalbüro vorzusprechen und darum zu bitten, meinen Dienstplan von dem des Kollegen erst einmal zu trennen.  Ich erwähnte die Rosen und dass ich Anlass zu der Annahme hatte, sie kämen von ihm. Das sei mir sehr unangenehm.

Die Personaldame entließ mich jedoch relativ kurz angebunden mit dem Hinweis, ich solle diese Probleme doch bitte, solange ich keine Beweise hätte, intern in meiner Abteilung klären. Also suchte ich das Gespräch mit Landeck. Er lachte amüsiert, als ich ihm mein Problem vortrug. Er hatte wohl erkannt, dass ich ein wenig hysterisch reagierte und besagter Kollege keine akute Gefahr für meine körperliche Unversehrtheit darstellte.

Sein Lachen ließ mich dennoch rot anlaufen. War das jetzt total albern von mir, um diese Dienstplan-Trennung zu bitten? Ja klar, der Typ war eigentlich nett. Bisher hatte ich gern Dienst mit ihm gehabt und auch schon viel mit ihm gelacht. Er war Raucher wie ich und verschaffte mir so manches Mal eine zusätzliche Pause auf dem Innenhof, und wahrscheinlich wirkte meine Bitte deshalb einfach überzogen.

 Neugierig wie es weitergeht? Dann Teile 2 und 3 lesen…

Gemäß einer im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten Studie sind etwa 40 bis 50 % der weiblichen und etwa 10 % der männlichen Arbeitnehmer schon einmal Ziel sexueller Belästigung gewesen. Frauen hätten häufig auch von belästigendem Verhalten von gemischten Gruppen (Männer und Frauen) und selten von belästigendem Verhalten von Frauen berichtet.

Männer gäben an, dass die belästigenden Situationen zu rund der Hälfte von Männern (einzeln oder in Gruppen) ausgingen, zu rund einem Viertel von Frauen und zu einem weiteren Viertel von gemischten Gruppen. In erster Linie seien es Arbeitskollegen, die sich belästigend verhielten. Vielfach sei es auch die Kundschaft. An dritter Stelle stünden die Vorgesetzten. Frauen berichteten viel häufiger als Männer von belästigendem Verhalten durch Vorgesetzte. Männer hingegen verwiesen öfter als Frauen auf belästigendes Verhalten durch Untergebene.

Stefanie Hilsbrunner ist gelernte Hotelfachfrau. Sie absolvierte ihre Berufsausbildung in einem deutschen 5-Sterne-Luxushotel und war anschließend mehrere Jahre im Hotelwesen beschäftigt. Nach einem längeren Aufenthalt in Westafrika schloss sie ein Studium der Politikwissenschaft an. Heute arbeitet sie in Berlin als Universitätsdozentin und freie Trainerin hauptsächlich zu Afrika und interkultureller Kompetenz…

Der Beitrag Sexuelle Belästigung (1/3): Ungewollte Blumen im Büro erschien zuerst auf Karriere-Einsichten.

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Kreativität-Schnellkurs: Entdecke den (wahren) Künstler in dir! http://www.karriere-einsichten.de/2013/11/kreativitaet-schnellkurs-entdecke-den-wahren-kuenstler-in-dir/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/11/kreativitaet-schnellkurs-entdecke-den-wahren-kuenstler-in-dir/#comments Fri, 22 Nov 2013 07:00:01 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6327 Klingt nach Kuschelpädagogik? Nach hoffnungslos idealistischem Menschenbild? Lehnste diesen Satz innerlich ab? Gut. Dann hinterfragen wir das doch mal ein wenig. In jedem von uns steckt ein ... neue Einsichten gefällig?

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Klingt nach Kuschelpädagogik? Nach hoffnungslos idealistischem Menschenbild? Lehnste diesen Satz innerlich ab? Gut. Dann hinterfragen wir das doch mal ein wenig. In jedem von uns steckt ein Künstler, findet Anne Hartig…

Haben Sie schon einmal Kinder dabei beobachtet, wie sie malen? Haben Sie schon einmal darüber gestaunt, wie schnell sie Lieder mitsingen, sei es richtig oder falsch, auf jeden Fall aus vollem Herzen? Oder Geschichten erzählen… Was plappern die so vor sich hin. Was für wilde Geschichten erfinden sie – einfach so?

Wie oft höre ich andererseits von denen, die schon ein paar Jahrzehnte länger kreativ sein könnten: „Einen Song schreiben, das klingt ja mal hoch interessant. Für mich ist das aber nichts, ich bin nicht kreativ.“ Meistens verbunden mit: „…leider!“ Was können Kinder, was wir, Erwachsene, gebildete und erfahrene Persönlichkeiten, meist nicht können? Oder glauben wir vielleicht einfach nur, wir könnten das nicht?

Warum glauben wir, wir wären nicht kreativ? Und dann auch noch Künstler? Was hat ein Unternehmen von kreativen Künstlern als Mitarbeitern? Hier ein paar Antworten.

1. Was ist Kreativität?

Das lateinische Creare bedeutet erschaffen und hervorbringen, aber auch bewirken. Kreativität bewirkt etwas, in uns und um uns herum. Durch das Erschaffen von etwas Neuem fügen wir der Gesellschaft, der Kultur etwas hinzu, wir bereichern sie. Aber der kreative Prozess bewirkt auch etwas in uns. Das berühmte Flow Erleben. Wir vergessen die Zeit, wir konzentrieren uns mühelos, oft auch über viele Stunden hinweg, ohne jede Anstrengung.

Wir haben das Gefühl, immer so weiter machen zu können und vergessen alles um uns herum. Und wir fühlen uns in einer Art und Weise lebendig, die durch in unserer Gesellschaft so viel stärker geförderte Tätigkeiten, wie den Konsum materieller oder auch kultureller Güter, nicht ansatzweise erlebt werden kann.

2. Warum glauben wir, wir wären nicht kreativ?

Hier bietet sich in meinen Augen ein kleiner Abstecher in die Bildungsgeschichte an. Wir alle haben eine jahrzehntelange Karriere im Bildungssystem hinter uns, einige sind noch mitten drin, es werden immer mehr, denn lebenslanges Lernen ist State oft the Art. In was für einem System bewegen wir uns da eigentlich? Welche Ziele hat die (lebenslange) Bildung?

Wilhelm von Humboldt, als prominenter Vertreter vieler gelehrter, idealistischer Visionäre, der selbst übrigens keine öffentliche Schule besucht hatte und auch den Universitäten gegenüber eine kritische Distanz besaß, betonte, dass es bei Bildung nicht um empirisches Wissen gehen könne, da es doch hier um die Vervollkommnung der Persönlichkeit gehe.

Vervollkommnung der Persönlichkeit also… Oder doch eher Empirie? Und wie steht es um ökonomische Interessen? Werden wir in der Schule für das Leben in all seinen Facetten vorbereitet oder für den Einsatz im Beruf? Lernen wir bewussten Umgang mit anderen und mit uns selbst, mit unseren Emotionen, Motiven, mit unseren Gedanken? Oder lernen wir viel über Konformität, Wettkampf und Leistungsdruck?

Sind diese Lerninhalte förderlich für die persönliche Entwicklung, für die Entfaltung von ganz eigenen und für die Gesellschaft vielleicht auf den ersten Blick nutzlosen Fähigkeiten und Fertigkeiten?“Oder überwiegt in den Curricula (lat.: Rennbahnen) der Schulen und – der gerade reformierten und damit stark verschulten Universitäten – die passgenaue Einordnung in gegebene Strukturen?”

Wo ist hier der Platz für Kreativität? Haben wir sie also gepflegt in den letzten Jahren und Jahrzehnten unseres Lebens? Oder blieb das einigen wenigen Vorbehalten, denen in ihrer Umgebung eine Karriere in der Kunst zugebilligt wird? Und welchen Gesetzen unterliegen künstlerische Karrieren? Fragen über Fragen…

3. Und dann auch noch Künstler?

Wer ist ein Künstler? Wen betrachten wir warum als Künstler? Sind die quasi jederzeit fehlerfrei spielenden und die virtuos interpretierenden Instrumentalisten klassischer Werke Künstler? Oder sind sie zum größten Teil Kunsthandwerker? Oder war Beuys Künstler? Oder sind beide Künstler?

Und was ist mit meiner Oma? Die mit 60 Jahren ihre in Zeiten des Krieges an der Kunsthochschule an den Nagel gehängte Ausbildung wieder aufgenommen hat und dann 30 Jahre ganz für sich wunderschöne Gemälde auf die Leinwand brachte? Übrigens Kopien von Künstlern, die sie inspiriert haben…

Auch hier tun sich wie überall, betrachtet man eine Frage näher, Untiefen auf. Mitunter durch jahrhundertelange Tradition eingelebte und von uns zumeist hinterfragt übernommene Pauschalisierungen und Vorurteile. Woran messen wir denn nun einen Künstler? An der jahrzehntelangen harten Ausbildung an unseren Kunsthochschulen und bei etablierten privaten Dozenten?

An der Kreativität der Werke? An der Ästhetik der Werke? An den Fähigkeiten der Selbstvermarktung des Künstlers? Ist ein wahrer Künstler nur der, der von seinem Schaffen seinen Lebensunterhalt verdienen kann? Oder gar das Gegenteil? Muss wahre Kunst brotlos bleiben?

Braucht es ein besonderes Talent um Künstler zu werden? Sind diese besonderen Talente eine Seltenheit? Und warum? Ist das genetisch bedingt? Unterliegt auch dieses Geschenk des Lebens der in unserer Gesellschaft als selbstverständlich angesehenen sogenannten Knappheit der Güter?

Oder irren wir uns da? Warum stelle ich hier überhaupt all diese Fragen? Was hat das mit Personalpolitik zu tun? Beantworte ich heute überhaupt einmal irgend eine Frage? Nein. Denn Fragen schaffen Raum für neue Perspektiven. Antworten schließen Räume, da sie anderen möglichen Antworten den Platz nehmen.

4. Kreative Künstler als Mitarbeiter?

Nur mit einer Tendenz möchte ich diesen Beitrag schließen. Ich traue es Unternehmen durchaus zu, dass sie, wenn auch langsamer als sich das sicher viele Menschen wünschen würden, auf realer Ebene beginnen, ihren Faktor Humankapital als das zu betrachten, was er ist. Die Chance, in Zeiten des immer schneller werdenden Wandels, Gestalter zu bleiben anstatt in panischen Reaktionismus zu verfallen und damit den langfristigen Erfolg des Unternehmens Unternehmen zu gefährden.

Kreativität ist eine Eigenschaft lebender Systeme. Neurobiologisch findet sich von frühester Kindheit an eine Plastizität des Gehirns, das sich selbst organisierend in ständigem kreativen Austausch mit der Umwelt steht. Schon Säuglinge nehmen Reize aus der Innen- und Umwelt wahr und verarbeiten sie aktiv. Es ist keine Übertreibung festzustellen, dass schon sehr kleine Kinder ihre Welt unbewusst “komponieren”. Diese Fähigkeit bleibt bis ins hohe Erwachsenenalter erhalten. Kreativität findet immer in einem System von Individuum, Domäne und anerkennender Umwelt statt.

Anne Katrin Hartig arbeitet beim Label ADD Music. Ihr Credo? “Musik berührt. Gemeinsam erschaffene Musik macht Sie zu Verbündeten.”

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Junge Karriere: Zum Erfolg – ohne Umweg oder Rebellion http://www.karriere-einsichten.de/2013/11/junge-karriere-zum-erfolg-ohne-umweg-oder-rebellion/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/11/junge-karriere-zum-erfolg-ohne-umweg-oder-rebellion/#comments Sun, 17 Nov 2013 16:12:36 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6396 Wir hatten eine Menge Zeit, zu überlegen, was wir später mal machen wollen. Die Ballerina, sie stand am Anfang ganz oben auf dem Wunschzettel. Irgendwann wurde aus ... neue Einsichten gefällig?

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Wir hatten eine Menge Zeit, zu überlegen, was wir später mal machen wollen. Die Ballerina, sie stand am Anfang ganz oben auf dem Wunschzettel. Irgendwann wurde aus dem Spiel Ernst – zu viel Ernst. Mittlerweile marschieren sie zum Erfolg. Warum und wofür eigentlich…

Nach dem Abitur bin ich gescheitert. An meinem Studienwunsch. Jura hatte es sein sollen. Nach drei Wochen musste ich feststellen, dass das nichts für mich ist. Danach habe ich mir ein Jahr lang Zeit genommen, mir genau zu überlegen, was ich will und wohin ich will. In diesem Jahr habe ich gegammelt, mein Niederländisch aufpoliert, in einem Buchladen gejobbt, beim Cateringservice gearbeitet.

Das ist gerade mal acht Jahre her. Heute muss man aufpassen, wenn man diesen Lebenslauf der aktuellen Generation der Abiturienten vorlegt. In ihren Augen habe ich versagt. Ich hätte mich früher und zielgerichteter orientieren müssen. Ich hätte auf meine Eltern hören müssen, die es ja irgendwie gleich geahnt haben.

Angepasste Streber

Kinder der bürgerlichen Mittelschicht müssen heute Qualität bringen. Halbherzige Taten, abgebrochene Studien, zielloses Lernen – das ist nichts halbes und nichts ganzes. Stattdessen machen sie lieber einfach mit: immer geradeaus Richtung Erfolg. Zweifeln ist uncool. Es gilt: Nicht fragen, machen. Nur wer macht, gewinnt. Das fängt schon in der Schule an. Funktionieren ist das oberste Gebot. Ohne gute Noten, das kriegen die Jugendlichen früh beigebracht, läuft im Leben angeblich gar nichts.

“Früher war der Streber out. Manchmal musste er mit einer blutigen Nase nach Hause laufen, weil die anderen Kinder kein Erbarmen mit einem kannten, der ständig besser sein wollte als der Rest.” Heute sind alle strebsam. Und angepasst. Herausstechen will man höchstens mit qualitativ hochwertigen Erzeugnissen geistiger und materieller Art. Aber auf keinen Fall mit negativem Verhalten.

Eltern und Kinder ziehen an einem Strang

Auch die Eltern wollen keine Fehler sehen. Für sie ist das „Projekt Kind“ erst dann erfolgreich abgeschlossen, wenn es auf einem sicheren Arbeitsplatz sitzt, ein hübsches Häuschen bewohnt und dann irgendwann auch mal eine Familie gründet. Und weil die Jugendlichen so angepasst sind, machen sie auch hier mit.

Kein Widerspruch. Man weiß ja, dass alle nur das Beste für einen wollen. Also muss es richtig sein. Der Studienwunsch wird ausführlich zu Hause diskutiert. Sie sehen schnell ein, dass man mit einem Musikstudium nichts verdienen wird und dass Germanistik jeder kann.

Es gibt für alles einen Plan, wirklich alles?

Wenn es dann trotzdem Deutsch sein muss, muss es auch einen Plan dafür geben. Das Berufsziel muss klar definiert sein. Praktikumsplätze werden organisiert, man will ja genau wissen, worauf man sich da einlässt. Planlosigkeit können die Eltern und ihr Nachwuchs nicht leiden und sie möchten es sich auch nicht leisten. Andere könnten ja im Galopp vorbeipreschen, während die eigene Tochter sich noch in der Selbstfindung wähnt.

Wenn die Studienwahl dann doch nicht so schnell dingfest gemacht werden konnte, gibt es noch die Möglichkeit, ein Jahr lang ins Ausland zu gehen. Doch auch hier steckt ein Plan dahinter. Einfach mal wegkommen ist nicht. Alles dient der Bildung. Wer Ärztin werden will, der geht am besten zu „Ärzte ohne Grenzen“. Der Sprachenschatz soll erweitert werden. Und außerdem steht es ja auf dem Lebenslauf. Das ist gut für die Reputation. Daran muss man immer denken. Daran denken alle.

Selbstfindung gegen Geld

Klar strukturierte Selbstfindung gibt’s auch gegen viel Geld. Für 24.000 Euro zum Beispiel bietet das Eliteinternat Salem am Bodensee der bürgerlichen Mittelschicht mit viel Kleingeld in der Tasche an, die Zöglinge innerhalb eines Jahres zum gewünschten Ziel zu führen.

Nach dem „Studium generale“, das eigentlich keines ist, weiß dann spätestens jeder, was er will und wohin er will. Neben einigen Kursen an der Konstanzer Universität gehören achttägige Wanderungen durch die Berge dazu. Die Jugendlichen sollen ihre Position in der Gruppe entdecken, zum „leader“ werden und soziale Kompetenzen entwickeln. Hätten die Eltern das Kind mal im Sportverein zum Trainer ausbilden lassen, hätten sich diese Kompetenzen von selber gebildet. Aber dafür war keine Zeit, die Vier in Mathe musste vom Zeugnis verschwinden.

Wo ist der Rebell hin?

Mit diesem ganzen angepassten Theater und den Lebensläufe, die sich am Ende bis ins kleinste Detail ähneln, wollen sich die Jugendlichen von heute gut verkaufen. Dass sie so nicht herausstechen, merken sie nicht. Grenzen durchbrechen, rebellieren, anders sein, sich interessant machen – das alles muss man nicht übertreiben. Aber ein bisschen Verwirrtheit, ein wenig Orientierungslosigkeit und ein paar kleine Spielchen im Leben, so wie früher, sind nicht verkehrt. Auch aus ihren Eltern ist ja schließlich etwas geworden.

Was verbirgt sich hinter der Generation X? Douglas Coupland prägte in seinem Buch auch den Begriff McJob, im Roman definiert als „ein niedrig dotierter Job im Dienstleistungsbereich mit wenig Prestige, wenig Würde, wenig Nutzen und ohne Zukunft. Oftmals als befriedigende Karriere bezeichnet von Leuten, die niemals eine gemacht haben“. Coupland stellt dem eingeschliffenen Lebensstil aus gesellschaftlichen und ökonomischen Zwängen eine „Lessness“ genannte Philosophie gegenüber, die den Wert des Lebens nicht an der Anhäufung von Statussymbolen misst.

Julia Bergner macht gerade ihr “Volo” bei der Nachrichtenagentur idea spektrum. Die Nachwuchsjournalistin ist (fast) noch Teil der Generation X und hat in den letzten Jahren über ihre Zeit bei den Pfadfindern viel mit Jugendlichen über ihre beruflichen Wünsche gesprochen. Hier hat sie einige von ihnen vorgestellt…

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Zeitmanagement: Kirche ohne Papst http://www.karriere-einsichten.de/2013/11/zeitmanagement-kirche-ohne-papst/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/11/zeitmanagement-kirche-ohne-papst/#comments Thu, 14 Nov 2013 23:15:41 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6392 Warum hilft Zeitmanagement nicht wirklich weiter, wenn der Arbeitsdruck immer größer wird? Marin Wehrle geht diesem Phänomen in seinem neuem Buch auf die Spur: „Bin ich hier ... neue Einsichten gefällig?

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Warum hilft Zeitmanagement nicht wirklich weiter, wenn der Arbeitsdruck immer größer wird? Marin Wehrle geht diesem Phänomen in seinem neuem Buch auf die Spur: „Bin ich hier der Depp – Wie Sie dem Arbeitswahn nicht länger zur Verfügung stehen.” Ein exklusiver Auszug…

Als der Papst erklärte, er sei aus der Kirche ausgetreten, waren die Gläubigen geschockt – auch wenn es nicht der Papst in Rom war, sondern der deutsche Papst des Zeitmanagements: Lothar Seiwert. Über Jahrzehnte hatten die durchs Arbeitsleben gescheuchten Schäflein in ihm ihren Hirten gefunden.

Wer vor lauter Arbeit nicht mehr wusste, wo ihm der Kopf stand, den trösteten Lothar Seiwerts Zeitmanagement-Bibeln. In diesen Büchern erklärte er, wie sich heranrauschende Arbeitsfluten mit Techniken wie To-Do-Listen und Prioritäten-Management kanalisieren ließen. Seine Botschaft: Niemand muss in Arbeit ersaufen – mit Zeitmanagement schwimmt man immer obenauf.

Doch während der Papst predigte, sah er in der Arbeitswelt um sich herum eine nie gesehene Sintflut aufziehen: wie Firmen ihre Abteilungen mit immer mehr Arbeit fluteten, wie Menschen gleich Treibholz in den Burn-out drifteten und wie immer mehr Leser seiner Bücher vom Strudel der Arbeit verschlungen wurden.

Da fiel der Papst vom Glauben ab – und zog die radikalste aller Konsequenzen: Er rief seine Lehre zurück! In dem Buch „Ausgetickt“ verkündete er 2011 in bewegenden Worten das Ende des Zeitmanagements:

Eitelkeit und andere (unnötige) Stressoren

„In Anfällen von Eitelkeit frage ich mich dann: Ja, was haben meine Bemühungen denn genutzt? Fast dreißig Jahre lang toure ich durch die Lande und erzähle hunderttausenden von Menschen, wie sie mit Stress, Komplexität und den steigenden Anforderungen besser zurechtkommen. Millionen Menschen lesen meine Bücher und sehen mich im Fernsehen, und ich versuche, Stresskompetenz zu vermitteln, wo es nur geht. Und das Ergebnis? Immer mehr Stresskranke!“

Papst Seiwert holte zum Rundumschlag aus. Den Mitarbeitern rief er zu: „Wer von Stress geplagt und von Burn-out bedroht ist, braucht keine Techniken zur Selbstorganisation. Er muss seinen Blick für die Steuerung von außen sensibilisieren und schärfen.“ Und den Führungskräften schrieb er ins Stammbuch: „Erfolg auf Kosten der Gesundheit ist keine Heldentat.“

Ein verrückter Vorgang: Da bastelt einer jahrzehntelang an seinem Ruhm als Papst des Zeitmanagements – um seinen Thron dann selbst einzureißen. Noch dazu mit einer Titelzeile, die sicher nicht nur das Austicken der Uhren, sondern auch das Austicken, Ausrasten, Durchdrehen einer vor Stress vibrierenden Arbeitswelt meint.

Chef hat (n)immer Recht

Und recht hat er, der Mann! Immer wieder fällt mir auf, dass unfähige Firmen sich ins Zeitmanagement flüchten, statt die eigentlichen Probleme zu lösen. Wenn ein Mitarbeiter von allen Seiten mit Arbeit beschossen wird, wenn er wankt und taumelt, dann kommt niemand auf die Idee, diesen Beschuss zu reduzieren. Niemand stellt kritische Fragen zur Arbeitsmenge. Niemand zweifelt an der Kompetenz des Vorgesetzten.

Nein, dann wird ein Seminar in Zeit- oder Stressmanagement als Wundermedizin verschrieben. Damit wandert die Verantwortung vom Chef zum Mitarbeiter: Dein Problem – nicht meines! Als wäre es möglich, Mitarbeiter gegen Stress, Überforderung und Burn-out zu impfen. Als gingen Menschen ins Zeitmanagement-Seminar rein, und Übermenschen kämen raus.

Ein Chef, der solche Kurse verordnet, erinnert mich an einen Rettungsschwimmer, der die Schreie eines Ertrinkenden hört. Doch statt ihn aus dem Wasser zu ziehen, wirft er ihm einen Gutschein für einen Schwimmkurs zu – und schimpft dann, weil der Strampelnde dennoch versinkt.

“Arbeit in zu hohen Fluten kann Mitarbeiter ersäufen; gegen diese Bedrohung helfen keine Schwimmkurse und kein Zeitmanagement.” Es kommt darauf an, den Arbeitsplatz erst gar nicht zum tosenden Arbeitsmeer werden zu lassen.

Multitasking vs. Mailfluten

Mit Zeitmanagement- und Multitasking Kursen vermitteln Firmen die Botschaft: Der Stress kann nie zu groß sein – nur die Kompetenz des Mitarbeiters, ihn zu bewältigen, zu klein. Wer von seiner Arbeit geschafft wird, statt sie zu schaffen, hat seine Lektion in Zeitmanagement nicht ausreichend gelernt. Note sechs, setzen!

Die meisten Firmen täten gut daran, nicht ihren Mitarbeitern Kurse in Zeitmanagement zu verschreiben, sondern sich selbst Vernunft! Wenn die Mitarbeiter in ihrer Arbeit untergehen, gibt es nur zwei Rezepte: Weniger Arbeit – oder mehr Mitarbeiter. Alles andere ist Doktern an Symptomen.

Martin Wehrte zeichnet ein eher düsteres Bild unserer Arbeitswelt. Ob er Recht hat? Am besten selbst lesen…

Doch auf viele Unternehmen trifft eine Erkenntnis des britischen Philosophen Bertrand Russell zu: „Die moderne Menschheit hat zwei Arten von Moral: eine, die sie predigt, aber nicht anwendet, und eine andere, die sie anwendet, aber nicht predigt.“ Gerade bei Unternehmen, die auf Zeitmanagement schwören, beobachte ich:

Gleichzeitig sparen sie Stellen ein, setzen engere Termine, erhöhen den Druck – sie stoßen ihre Mitarbeiter in die Fluten. Und wenn die Mitarbeiter sinken, wenn ein Termin verpasst, ein Projekt gescheitert, ein schwerer Fehler passiert ist, dann liegt es am mangelnden Zeitmanagement der Mitarbeiter. Nicht daran, dass sie ins Wasser geschubst wurden.

Die Chefs sollten sich an die eigene Nase fassen, ihre Ansprüche, ihre Terminvorgaben und ihre Personalpolitik hinterfragen. Dann wäre das Problem zurück an den Absender geschickt: die Chefetage. Mit schönen Grüßen vom Papst!

Hamsterrad-Regel: Ärzte schicken Todkranke in ein Hospiz, wenn nichts mehr zu retten ist – Chefs ihre Mitarbeiter in ein Zeitmanagement-Seminar.

Multitasking bezeichnet die Fähigkeit eines Betriebssystems, mehrere Aufgaben (Tasks) (quasi-)nebenläufig auszuführen. Im Allgemeinen bietet der Prozessor hierzu auch unterstützende Hardware-Strukturen. Die verschiedenen Prozesse werden in so kurzen Abständen immer abwechselnd aktiviert, dass der Eindruck der Gleichzeitigkeit entsteht.

Martin Wehrle blickt seit Jahren hinter die Fassaden deutscher Firmen. In Gesprächen mit Angestellten bietet sich ihm ein Bild des Schreckens: Deutschlands Unternehmen werden vom Irrsinn regiert, so sein Fazit…

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Middle Ager: Kluge Wahl am „Nullpunkt“ Lebensmitte http://www.karriere-einsichten.de/2013/11/middle-ager-kluge-wahl-am-nullpunkt-lebensmitte/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/11/middle-ager-kluge-wahl-am-nullpunkt-lebensmitte/#comments Tue, 05 Nov 2013 22:57:58 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6378 Die Freiheit der Wahl, wohin die Karriere gehen soll. Gemeinhin wird das mit Jugend assoziiert. Bis Mitte, spätestens Ende 20 –  heißt es – stehen uns längst ... neue Einsichten gefällig?

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Die Freiheit der Wahl, wohin die Karriere gehen soll. Gemeinhin wird das mit Jugend assoziiert. Bis Mitte, spätestens Ende 20 –  heißt es – stehen uns längst nicht alle, aber viele Wege offen. Im Verlauf des Älterwerdens verengen sich  sukzessive unsere Perspektiven und Optionen. Doch: Ist das wirklich so? Hirnforscher beweisen das glatte Gegenteil…

Stimmt diese Interpretation der Lebensmitte zwischen 40 und 60 als des Anfangs vom Ende? Zunehmend aufbruchsfreudige, ja wagemutige Lebensentwürfe sogenannter Middle Ager sagen das Gegenteil. Und die Hirnforschung bestätigt sie darin.

Bereits im 14. Jahrhundert sprach der Mystiker Johannes Tauler von der „Radikalität des Nullpunkts“ in der Lebensmitte. Und er meinte damit mitnichten die Verleugnung dessen, was der Mensch bislang geleistet, gelebt, gedacht hat.

Alles eine Frage der Perspektive

Im Gegenteil: In der Lebensmitte blicken wir auf vielfältige Facetten unseres Lebens zurück, die uns eine größere Perspektivenvielfalt eröffnen als in unserer Jugend: Weiter so auf bekannten Pfaden?

Oder einen vollkommen anderen Weg einschlagen? Jetzt blicken wir uns um auf einem Fundament gelebten Lebens. Und haben die Freiheit, unsere Erinnerungen zu verknüpfen mit möglicherweise visionären Lebensentwürfen.

Ein kleines Beispiel: Kurz nach seiner Emeritierung fiel der Hirnforscher Ernst Pöppel in ein „schwarzes Loch“ – was nun? Und entsann sich im freien Gedankenflug seiner jugendlichen Leidenschaft fürs Zeichnen.

In einem gedanklichen Reifeprozess wuchs die Idee, die Erkenntnisse eines langen und erfüllten Wissenschaftlerlebens zu verknüpfen mit dieser verloren geglaubten Neigung. So entstand „Art & Science“, ein Forschungs- und Veranstaltungsformat, in dem neurologische Prozesse im künstlerischen Schaffen untersucht werden.

“Big Picture” erst im Alter

“Aktuelle Erkenntnisse aus der Hirnforschung belegen diese erst in der Lebensmitte entstehende Fähigkeit des Menschen zur profunden Verknüpfung von Eindrücken.”

Zwar nimmt das menschliche Gehirn vollkommen neue Informationen in etwas langsameren Takt auf als noch in der Jugend – der Neuropsychologe Pöppel spricht vom menschlichen Metronom – dafür gewinnen wir aber in der Zeitspanne zwischen den Taktschlägen zunehmend an Kombinationsvermögen. Unsere verbale Ausdrucksfähigkeit, unser argumentatives Geschick und unsere konzeptionelle Kompetenz erreichen Spitzenwerte.

Text

Alles eine Frage der Sicht? Das Buch “Sieg der Silberrücken” räumt mit einigen Klischees auf…

Warum aber gelingt es manchen Menschen, diese Potenziale, die ihnen in dieser Phase ihres Lebens erwachsen, auch zu nutzen, die Lebensmitte zu einer „Zeit des Umbruchs und des Aufbruchs“ (Titel des gleichnamigen Themenheftes von GEO Wissen) zu gestalten?

Während andere resignieren, in Bewegungslosigkeit verfallen?

Wie kann es gelingen, den ersten, noch zaghaften Wunsch einer Veränderung dann auch wirklich zu einem Vorhaben zu entwickeln und dieses schlussendlich umzusetzen?

Der Willensbildungsprozess ist eines der faszinierendsten Geschehnisse im menschlichen Gehirn. Und wesentlich mehr als bloße Durchsetzungsstärke, mehr auch als Beharrlichkeit, ein einmal gesetztes Ziel nun unnachgiebig zu verfolgen – es könnte auch das falsche sein.

Die Willensbildung ist vielmehr ein Reifeprozess, der auch unter dem Begriff Volition firmiert. Hier fasst der Mensch weder übereilte Entschlüsse noch verharrt er in endlosen Grübeleien auf der Stelle.

Er nimmt sich aber die Zeit für die zielführende Reflexion dessen, was war, was ist und was sein kann, Erfahrungswissen, Motive und Wünsche fließen als Aspekte unserer Persönlichkeit mit ein.

Für diese Form einer reifen Willensbildung sind wir in unserer Lebensmitte besser aufgestellt als in unserer Jugend.

Suche nach “Beweisen”

Im Buch „Sieg der Silberrücken“ spiegelt der SISCA-Leitfaden die verschiedenen Reifestadien der Volition. Vom ersten Bilanzieren ‚dessen, was ist‘ in der Phase SCAN, über die Reise in uns selbst in der INSIGHT-Phase, das Abwägen und Auswählen des Zieles in „SELECT“, das Gestalten unseres Zieles mit allen Variationen und Erfordernissen in „CREATE“ bis zum alles entscheidenden Handeln „ACT“.

Den Beweis für diese Kraft des Willens liefern zehn Menschen, die einen entscheidenden Richtungswechsel in ihrem Leben geschafft haben. In den Porträts wird deutlich, dass trotz vollkommen unterschiedlicher Lebensverläufe eines alle Neustarter eint: das Empfinden, das Richtige getan zu haben. „Ich spüre noch heute ein Glückskribbeln“ sagt eine Porträtierte, und ein anderer Gesprächspartner erinnert sich an den Moment der Erkenntnis, wohin sein Leben sich wenden soll: „Ich dachte, mir wachsen Flügel.“

Erwachsenenalter beschreibt in der Entwicklungspsychologie den Altersabschnitt ab dem 19. bis zum 80. Lebensjahr. Das Erwachsenenalter wird unterteilt in ein frühes (18–35), mittleres (35–65) und höheres (65–80) Erwachsenenalter. Die Zeit nach dem 80. Lebensjahr gilt als hohes Alter. Die Übergänge zwischen diesen Lebensphasen sind kontinuierlich, sie unterscheiden sich stark in ihren Anforderungen und Möglichkeiten.

Katharina Daniels arbeitet als Fachjournalistin und PR-Beraterin, Dabei begleitet sie Führungspersönlichkeiten in ihrer öffentlichkeitswirksamen Darstellung. Im Netz, in Imagebroschüren und in Publikationen. Hier die Seite zum neu erschienenen “Silberrücken”-Buch

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Bewerbungstipps: „Online-Ich“ hat’s vermasselt! http://www.karriere-einsichten.de/2013/11/bewerbungstipps-online-ich-hats-vermasselt/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/11/bewerbungstipps-online-ich-hats-vermasselt/#comments Fri, 01 Nov 2013 09:30:48 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6365 Wir haben es schon immer gewusst. Wir haben es nur nicht gerne gehört. Jetzt ist es amtlich: 39 Prozent der Personaler recherchieren im Internet, was dort über ... neue Einsichten gefällig?

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Wir haben es schon immer gewusst. Wir haben es nur nicht gerne gehört. Jetzt ist es amtlich: 39 Prozent der Personaler recherchieren im Internet, was dort über den Bewerber zu finden ist. Da kann es schnell passieren, dass Dir Dein „Online-Ich“ ein Bein stellt. Wie du das vermeiden kannst…

Wenn Du zu einem Bewerbungsgespräch gehst, ziehst Du einen schicken Anzug oder ein Kostüm an. Du sammelst Zeugnisse und Arbeitsproben in einer Mappe, Du überlegst Dir ganz genau, wie Du Dich darstellen möchtest. Im Gespräch kannst Du glänzen. Dein „Online-Ich“ auf Facebook, Xing und Co glänzt womöglich weniger als die Bewerbungsmappe und der neue Anzug. Aber der Personaler, dem Du Deine hervorragenden Fähigkeiten präsentierst, hat Dich schon gegoogelt. Hättest Du mal vorher dran gedacht!

Jeder dritte Personaler googelt Bewerber

Die Unternehmensberatung Kienbaum hat jetzt gemeinsam mit dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass viele Personalchefs die Möglichkeiten des World Wide Web nutzen. Sie wollen vor Ankunft des Bewerbers bereits ein umfassendes Bild von ihm bekommen. Jeder dritte googelt, 23 Prozent nutzen auch die sozialen Netzwerke.

Eigentlich sind dem Arbeitgeber enge Grenzen bei der Recherche gesetzt. Aber auch wenn es sich hier um die Privatsphäre des Bewerbers handelt, wird der Chef nicht vergessen, was er gesehen hat. Nach einer Schwangerschaft darf im Bewerbungsgespräch nicht gefragt werden. Findet der Personaler jedoch ein Ultraschallbild mit freudiger Ankündigung bei Facebook, wird er mit Sicherheit einen neuen Grund finden, die andere Kandidatin zu wählen. Dein „Online-Ich“ hat Dir die Anstellung damit vermasselt.

Nicht jedes Partyfoto gehört ins Netz

Wenn es nicht die Schwangerschaft war, dann war es womöglich unser ausschweifendes Nachtleben, was den Chef dazu veranlasst hat, uns als wenig zuverlässig einzustufen. Natürlich weißt Du, dass Du keine Bilder von Dir mit einem Bierglas in der Hand auf Deiner Facebook-Pinnwand posten solltest. Aber immer wieder stößt man beim Durchstöbern der Seiten von Freunden auf genau diese Bilder.

Oftmals ist es der Drang nach Anerkennung und Beweisen für das eigene aufregende Leben, was junge Menschen dazu bringt, jede Party, jeden Ausflug und jedes Essen in sozialen Netzwerken zu teilen. Doch nicht jede Party gehört ins Netz. Überlege genau, welche Bilder Du hochlädst. Genießen kann man auch ohne online zu teilen.

Privates muss (auch mal) privat bleiben

Man braucht aber nicht ganz auf private Fotos zu verzichten. Das wichtigste dabei ist, dass privates auch privat bleibt. Checke alle Deine Einstellungen in den Netzwerken. Wer kann sehen, was Du veröffentlichst? Überlege bei Verlinkungen mehrmals, ob das notwendig ist. Vielleicht arbeitet der Freund, der Dich verlinken möchte, in der Firma, in die Du gerne würdest? Vielleicht ist er über Umwege mit Deinem zukünftigen Chef befreundet? Dann landet das Bild vom Oktoberfest ganz schnell mal in ungebetenen Händen, denn die Einstellungen Deiner Freunde kannst Du nicht bestimmen.

Ähnlich verhält es sich mit einigen öffentlichen Facebook-Gruppen. Du kannst nicht bestimmen, dass man sie in Deinem Profil nicht findet. Eine Angehörigkeit bei den „Partypeoplez Berlin“ muss deswegen vielleicht nicht unbedingt sein.mWichtige News – wie zum Beispiel die Schwangerschaft – solltest Du mit den richtigen Freunden ganz altmodisch via Email teilen. Das ist immer noch die sicherste Methode.

Xing muss professionell sein

Ein Xing-Profil ist durchaus sinnvoll. Du solltest es aber professionell gestalten. Halbherziges Ausfüllen der Online-Mappe macht keinen Sinn. Das wirkt eher, als hättest Du mitten in der Arbeit das Interesse verloren. Veröffentliche ein ordentliches Foto und gib nur die Jobs an, die Du gut vertreten kannst.

„Ein öffentliches Hobby kann von Vorteil sein. Bevor Du Dich bewirbst, tu doch einfach das, was der Personaler auch tun wird. Google Dich mal.“ Du wirst mit Sicherheit die ein oder andere Seite finden, auf der Du erwähnt wirst. Wenn Dir eine Erwähnung hinderlich erschein, kannst Du versuchen, beim Betreiber zu bewirken, dass Dein Name herausgenommen wird.

Es wird aber auch vielleicht ein Zeitungsartikel zu finden sein, auf den Du durchaus stolz sein kannst. Wenn Du beim örtlichen Sportverein als zweiter Vorsitzender gelistet bist, sind das tolle Vorschusslorbeeren. Es gibt also durchaus auch positive Seiten deines „Online-Ichs“. Eine genaue Überprüfung vor einer Bewerbung ist aber in jedem Fall sinnvoll. Dann steht dem Traumjob nichts mehr im Weg.

Image im Sinne von Unternehmensimage repräsentiert den Gesamteindruck eines Unternehmens auf eine Person, welcher zumeist die Unternehmensidentität widerspiegelt. Vergleichbar einer Momentaufnahme ist Image ein kurzfristiges Phänomen und daher volatil. Es unterliegt permanenten Änderungen, die reflektieren, wie ein Unternehmen von seinen Zielgruppen betrachtet werden möchte. Um dies zu erreichen, kann Image mittels unidirektionaler Kommunikation (z. B. Kampagnen) schnell angepasst werden.

Julia Bergner macht gerade ihr “Volo” bei der Nachrichtenagentur idea spektrum. Sie ist Teil der Generation Y und hat sich das in ihrem Bekanntenkreis lange mit angesehen: alle Möglichkeiten heisst noch lange nicht überglücklich, will man doch die Erwartungen anderer erfüllen…

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Action required: Die kaputte Elite http://www.karriere-einsichten.de/2013/10/action-required-die-kaputte-elite/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/10/action-required-die-kaputte-elite/#comments Wed, 30 Oct 2013 06:00:45 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6363 Sie gaben alles für die besten Noten an den besten Unis, absolvierten begehrte Praktika und gründeten außeruniversitäre Initiativen. Nun sind sie als “High Potentials” dort, wo sie ... neue Einsichten gefällig?

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Sie gaben alles für die besten Noten an den besten Unis, absolvierten begehrte Praktika und gründeten außeruniversitäre Initiativen. Nun sind sie als “High Potentials” dort, wo sie immer hinwollten. Auch Benedikt Herles löste sein Ticket ins Top-Management. Jetzt räumt er mit seinem Buch “Die kaputte Elite” auf…

Montag, 6 Uhr 28, im ICE von München nach Stuttgart: Junge, müde Gesellen in blauen Ledersitzen klappen ihre Laptops auf und senken ihre frisierten Häupter den Bildschirmen entgegen. Sie sind die Sieger der Sieger, die »High Potentials«, die aussichtsreichsten Nachwuchsmanager weltumspannender Konzerne und elitärer Unternehmensberatungen.

Eine neue Woche hat begonnen. Die größten Talente der Wirtschaft schwärmen aus, um die Unternehmen der Republik zu optimieren. Sie arbeiten an Projekten mit so blendenden Namen wie »Organizational Streamlining«, »Full Potential Benchmarking« oder »Working Capital Optimization«.

Sie konstruieren komplizierte Excel-Modelle, entwickeln scheinbar revolutionäre Führungs-Techniken und entwerfen die schönsten PowerPoint-Folien. Ich bin einer von ihnen. Mit 28 Jahren bin ich promovierter Kapitalist, habe Business Schools und Firmenzentralen von innen gesehen. Ich schätze gute Anzüge und Business-Class-Flüge, glaube an das Streben nach Glück und halte individuellen Ehrgeiz für die wichtigste Triebkraft des Fortschritts.

Immer höhere Produktivität ist das Ziel, hat man mir beigebracht. Auf den Märkten weht ein rauer Wind. Deutsche Firmen müssen Antworten auf die Herausforderungen einer immer größer werdenden Konkurrenz finden. Chancen und Risiken haben sich potenziert. Das 21. Jahrhundert spricht die Sprache von Dollar und Cent. 115 Jahre nach Eröffnung der ersten Handelshochschule in Deutschland und 87 Jahre nach der Gründung von McKinsey & Company läuft die globale Gewinnmaximierung auf Hochtouren.

Ich arbeite in einem der angesehensten Strategieberatungsunternehmen. Auf unserer Kundenliste finden sich die größten Arbeitgeber weltweit. Zu unseren Ehemaligen zählen Konzernlenker und Politiker. Mit Begeisterung hatte ich mich in die Projekte gestürzt. Doch die Realität präsentierte sich anders als erwartet. Denn vieles liegt im Argen in der Welt der Vielflieger und nächtlichen Telefonkonferenzen. Heute ist mein letzter Montagmorgen im ICE. Ich habe gekündigt. Denn Zweifel plagen mich.

Fehler im System

Die Marktwirtschaft erlebt eine ihrer dunkelsten Stunden. Das neue Jahrtausend startete mit einer Dekade der Gier. Der so viel beschworene ehrbare Kaufmann scheint sich schon vor langer Zeit ins Exil verkrümelt zu haben. Nicht nur das Einkommen, auch das Glück der Menschen stagniert. Und niemand will es gewesen sein. Schuld an dem Dilemma tragen nicht nur entfesselte Märkte und die Raffsucht der Investmentbanker. Nicht nur gefährliche Finanzinstrumente und anonyme Spekulationen sind der Ausgangspunkt für die große Glaubwürdigkeit- und Stabilitätskrise der freien Ökonomie.

„Die Geschehnisse an den Kapitalmärkten sind nur das Symptom, nicht der Ursprung allen Übels. Die Wahrheit ist: Unsere wirtschaftlichen Eliten haben den falschen Weg eingeschlagen.“ In der Finanz- ebenso wie in der Realwirtschaft. Die Probleme reichen von den Seminarräumen der BWL-Fakultäten bis in die obersten Chefetagen. Alle reden von der großen Finanz- und Wirtschaftskrise, doch in Wahrheit erleben wir eine noch viel größere Krise des Managements.

Schon im Studium wurden meine Kommilitonen und ich auf jenen übertriebenen Marktglauben eingeschworen, der letztlich der Ausgangspunkt unseres gegenwärtigen Schlamassels ist. Die betriebswirtschaftliche Ausbildung gleicht einer Gehirnwäsche.

Sie bestärkt den Business-Nachwuchs in seiner Gier. »Eigennutz ist rational«, lautete das Credo meiner Lehrpläne. Psychologie, Soziologie und Philosophie hatten darin keinen Platz. Vorlesungen propagierten kurzfristige Profit-Maximierung durch Finanzmathematik, Anlage- und Unternehmensstrategien, lehrten aber wenig über gesellschaftliche Verantwortung.

“Homo oeconomicus”

Mit "Die kaputte Elite" berichtet ein Ex-Berater über unserer Top-Manager und die, die das noch werden wollen...

Ein Ex-Berater berichtet über unsere Top-Manager und die, die das noch werden wollen…

Der Homo oeconomicus hat die Unis erobert. Die BWL hat sich verirrt. Sie ist zum Fach der angewandten Mathematik geworden. Ökonomen streben nach naturwissenschaftlicher Exaktheit, feiern ihre anspruchsvollen Modelle und verfehlen die Realität.

Die Methodik bestimmt den Inhalt. Akademische Journale lesen sich wie Formelsammlungen. Politische und soziale Antworten sind hingegen aus den Elfenbeintürmen der Kaderschmieden kaum noch zu erwarten.

Angekommen auf der Karriere-Überholspur, galt der Spruch »Head down and deliver« – »Schnauze halten und abliefern, was verlangt wird«. Der Nachwuchs wird gefügig gemacht. Ich erlebte, wie jede Kreativität aus jungen Universitätsabsolventen herausgepresst wird. »Out of the Box Thinking«, das Verlassen gewohnter Denkmuster, wird zwar offiziell großgeschrieben, doch tatsächlich weder gelehrt noch gelebt.

Dieses System bringt Manager hervor, die so wenig Unternehmer sind wie Dieter Bohlen ein Diplomat. Statt von Mut und Ideen beflügelt, sind viele deutsche Führungskräfte vor allem durch eines getrieben: Angst. Ihre Entscheidungen zielen darauf ab, Fehler zu vermeiden, statt Neues zu wagen. Ihre wichtigste strategische Maxime lautet: »Cover your ass!«

Wir müssen umdenken

Während sich die halbe Welt Gedanken über die Zukunft der Marktwirtschaft macht, sorgen sich die meisten »Young Professionals« und Business-School-Absolventen mehr um ihren Lebenslauf als um globale Ungleichgewichte. Oft hörte ich in den letzten Monaten auch unter ihnen die Stimmen der Unzufriedenen. Laut zu widersprechen, wagten sie nicht.

Die Krise der Wirtschaftselite beginnt beim Nachwuchs. Nicht selten debattierte ich abends mit meinen Kollegen an der Hotelbar über die moralischen Dilemmata der Finanzmärkte, über gedankenlose Schuldenpolitik und über zu hohe Manager-Abfindungen. Tagsüber sagten wir zu allem Ja und Amen.

Wir sollten uns wichtige Fragen stellen: Was läuft schief in den Chefetagen? Was ist der Grund für den Erfolg der ängstlichen Technokraten? Die aktuelle Managementkrise ist die Folge eines oft beschriebenen ökonomischen Werteverfalls. Unser Wirtschaftssystem verliert seine Überzeugungskraft. Dadurch gewinnen politische Kräfte die intellektuelle Lufthoheit, die von Freiheit und Verantwortung des Einzelnen nichts halten.

Wem die soziale Marktwirtschaft lieb ist, der muss sich um den Zustand der Wirtschaftseliten mindestens so sorgen wie um die Wirtschaft generell. Auch Manager haben die Verantwortung, Vorbild zu sein. Sie sind Rollenmodelle für die Jugend. Eine kaputte Elite können wir uns nicht leisten.

Elite (urspr. vom lateinischen electus, „ausgelesen“) bezeichnet soziologisch eine Gruppierung (tatsächlich oder mutmaßlich) überdurchschnittlich qualifizierter Personen (Funktionseliten, Leistungseliten) oder die herrschenden bzw. einflussreichen Kreise (Machteliten, ökonomische Eliten) einer Gesellschaft. Konkret bezieht sich der Begriff meist auf näher definierte Personenkreise, wie z. B. die Positionselite oder die Bildungselite. Der Elite gegenüber stehen die „Masse“ oder der „Durchschnitt“ („Normalbürger“). Als Elitarismus bezeichnet man die Ideologie, die vom Bewusstsein getragen wird, einer Elite anzugehören.

Dr. Benedikt Herles studierte an Deutschlands bekanntesten Business-Schools, WHU und EBS. Nach seinem ersten Jahr in einer führenden Strategieberatung hatte er aber genug, schrieb dieses Buch. Jetzt arbeitet er als Associate für einen Risikokapitalgeber, der sich auf Startups spezialisiert hat…

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Millionen-Betrüger: „Ich bekam das Geld hinterher geworfen“ http://www.karriere-einsichten.de/2013/10/millionen-betrueger-ich-bekam-das-geld-hinterhergeworfen/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/10/millionen-betrueger-ich-bekam-das-geld-hinterhergeworfen/#comments Sat, 19 Oct 2013 12:56:10 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6337 Limousine, Drogen und leichte Mädchen finanzierte Josef Müller aus seinen Geschäften als Steuer- und Anlageberater. Doch er verspekulierte sich, wurde zum Betrüger,  landete im Gefängnis. Ex-Konsul, Steuerberater und ... neue Einsichten gefällig?

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Limousine, Drogen und leichte Mädchen finanzierte Josef Müller aus seinen Geschäften als Steuer- und Anlageberater. Doch er verspekulierte sich, wurde zum Betrüger,  landete im Gefängnis. Ex-Konsul, Steuerberater und Millionen-Betrüger Josef Müller spricht mit uns über Habgier, Reuegefühle und sein größtes Schurkenstück…

Josef Müller liebte den Luxus. „Champagner-Müller“ nannte ihn die Boulevardpresse. Bald handelte ihn die Münchner Schickeria als Geheimtipp für schnelle Geldvermehrung. Besonderen Charme strahlte er aus, weil er trotz Querschnittlähmung den Weg nach oben geschafft hatte. Im Rollstuhl auf der Überholspur, gelang ihm sogar der Aufstieg in Diplomatenkreise.

Karriere-Einsichten: Sie haben in Ihrem Leben schon viele krumme Dinger gedreht: Kreditbetrug, Steuerhinterziehung, Geldwäsche – was war Ihr größtes Schurkenstück?

Josef Müller: Ich denke, das war kein bestimmtes Ereignis, sondern die „Marke“ Josef Müller selbst. Mit Dreistheit und einem Schuss Rollstuhl-Feeling habe ich mir das Vertrauen vieler Leute erschlichen. Ich habe ihnen vor Augen gemalt, wie ein Leben in Saus und Braus aussieht: ein Maybach als Limousine, schnelle Yachten, große Villen, wilde Partys, Drogen und viel Sex. Dann machte ich mir ihre Habgier zu eigen und zeigte ihnen Wege, ihr Vermögen bei mir zu vermehren. Phasenweise bekam ich das Geld regelrecht hinterhergeworfen. Diese Form der Manipulation war im Rückblick wohl meine größte Schurkerei.

Karriere-Einsichten: Sie haben bereits als junger Mann verschiedene Firmen gegründet und hatten mit vielen auch Erfolg. Wie wurde aus dem bodenständigen Unternehmer und Steuerberater Josef Müller ein Betrüger?

Josef Müller: Das Ganze ging nicht von heute auf morgen. Ich war ein fleißiger, ehrgeiziger und ziemlich erfolgreicher Steuerberater. Bald bewegte ich mich im Milieu der Münchner Schickeria, wo man mit dem Geld nur so um sich warf. Bei den Reichen habe ich gesehen, dass sie – sagen wir mal salopp – ihre Yachten wechseln, wie die Unterwäsche.

„Mein Haus, mein Auto, meine Yacht“

In diesen Kreisen konnte man mit großen Autos, schnellen Booten, Klamotten, Schmuck und einem ausschweifenden Partyleben Eindruck schinden. Und das wollte ich. Mir ging es weniger um das Geld als um den Einfluss, den ich damit ausüben konnte. So wurde ich mit den Jahren zu einem echten Protz, der für die große Show nicht einmal mehr davor zurückschreckte, das Geld seiner Mandanten zu veruntreuen.

Karriere-Einsichten: Richtig viel Geld verdienten Sie später mit riskanten Finanzspekulationen an der Börse. Investoren aus ganz Europa setzten auf Ihr Anlagetalent und überwiesen Ihnen hohe Geldbeträge – auch ohne vertragliche Absicherung. Wie erklären Sie sich diese Dynamik?

Josef Müller: Meine Kunden waren – wie ich selbst – von einer unbändigen Gier getrieben. Ich merkte schnell: Wenn man den Leuten eine plausible Geschichte erzählen kann, investieren sie. Die hohen Renditen, die ich anpries, konnte ich anfangs ja tatsächlich erzielen. Dieser Teil war keine Show. Auf die Gier der Menschen konnte ich mich verlassen.

Risiko ausblenden, Gier ausleben

Sie brachte meine Investoren dazu, das Risiko auszublenden und stattdessen bereits zu träumen, welches Boot oder welche Nobelkarosse sie sich vom Gewinn als nächstes leisten würden. Man hat meine Telefonnummer damals am Golfplatz unter der Hand weitergegeben, mit dem Hinweis, dass man beim Steuerberater Müller Geld anlegen kann und er es wundersam vermehrt. Heute ist mir schon klar, dass das hoch riskant und spekulativ war.

Karriere-Einsichten: Moralisch mag das verwerflich sein, gegen das Recht verstießen solche Geschäfte allerdings nicht, oder?

Josef Müller: Das Problem war, dass ich für den Börsenhandel eine Genehmigung des Bundesaufsichtsamts für Finanzwesen benötigt hätte. Die hohen Auflagen sahen unter anderem ein Stammkapital von einer Million Euro vor. So viel besaß ich aber zu dieser Zeit nicht. Die Gelder der Investoren konnte ich auch nicht für diese Kapitaleinlage verwenden, das wäre zu riskant gewesen. Also half nur eine weitere Schurkerei: Ich handelte zunächst ohne Lizenz und wollte mir die Genehmigung später holen, wenn ich genügend Rücklagen hätte. So habe ich mich strafbar gemacht. Und dafür – und noch für einige weitere Delikte – wurde ich später rechtskräftig verurteilt.

Karriere-Einsichten: Damit waren Sie aus dem Spiel. Aber für Ihre Investoren hatte sich das Geschäft doch gelohnt.

„Über Jahre funktionierte das System richtig gut. Manche Anleger haben mir 100.000 Euro überwiesen und nach einem Jahr 220.000 Euro zurückbekommen. Die singen bis heute Loblieder auf mich“

Josef Müller: Nur für einen Teil. Wer sein Geld aber länger bei mir angelegt hat – und das waren nicht wenige –, hat alles verloren. Denn einer meiner besten Freunde hat mich zusammen mit zwei Komplizen übers Ohr gehauen und mein Anlagekonto mit den Fremdgeldern leer geräumt. Ich habe viel Dreck am Stecken, in diesem Fall war ich aber unschuldig. Das hat später auch ein Gericht festgestellt. Heute sind diese Leute alle verurteilt und sitzen immer noch im Gefängnis.

Karriere-Einsichten: Haben Sie nicht trotzdem Gewissensbisse, so leichtsinnig mit dem Geld anderer Leute umgegangen zu sein?

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Anlagerbetrüger für Anfänger? Keine Tipps zum Nachmachen, aber welche die (doch) funktionieren…

Josef Müller: Viele Menschen, die mir vertrauten, haben durch mich ihr Geld verloren. Das trifft mich immer noch sehr und ich habe Schuldgefühle, die ich auch nicht mit meinem Haftaufenthalt von fünf Jahren und vier Monaten wettmachen konnte. Der finanzielle Schaden bleibt ja. Ich bin pleite und habe zehn Millionen Euro Schulden!

Im Spiegel kann ich mich nur deshalb noch anschauen, weil ich im Gefängnis zum Glauben gefunden habe. Ich weiß, dass Gott mir meine Schurkenstücke vergeben hat. Meine Gläubiger können sich davon natürlich nichts kaufen. Sie können aber zu mir kommen, und ich entschuldige mich von Herzen bei ihnen. Eines meiner größten Anliegen ist es, persönlich reinen Tisch zu machen.

Gottesglaube, Geldgier und die Vertrauensfrage

Karriere-Einsichten: Gibt es Investoren, die nach Josef Müllers Pleite ebenfalls vor dem Ruin stehen?

Josef Müller: Bei mir haben in der Regel nur die angelegt, die genug Geld auf der hohen Kante hatten. Ich habe nach einer gewissen Zeit sehr genau darauf geachtet, dass nicht die arme Witwe ihre Miete für den nächsten Monat bei mir investiert. Deshalb forderte ich von meinen Kunden auch den Nachweis, dass sie das Fünffache der Investitionssumme in liquiden Mitteln besaßen. Von 400 Investoren hat nur ein einziger nahezu sein ganzes Vermögen durch mich verloren. Er hat seine komplette Erbschaft von 250.000 D-Mark in eines meiner Projekte gesteckt, das nie verwirklicht wurde.

Karriere-Einsichten: Immer noch Schuldgefühle?

Josef Müller: Ich sage mir immer noch: Hätte ich das Geld doch nie genommen! Diesem Mann möchte ich bis heute helfen. Wenn alles gut läuft, auch mit dem Erlös dieses Buches. Grundsätzlich würde ich gerne mit allen von mir Geschädigten einen Vergleich hinbekommen. Vielleicht gelingt mir das eines Tages ja, wenn ich etwas ehrlich verdientes Geld besitze.

Als Schneeballsystem oder Pyramidensystem werden Geschäftsmodelle bezeichnet, die zum Funktionieren eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern benötigen (Gewinne für Teilnehmer entstehen beinahe ausschließlich dadurch, dass neue Teilnehmer in den Systemen mitwirken und Geld investieren). Schneeballsysteme sind Spezialfälle von Systemen, welche auf unendliches Wachstum unter endlichen Rahmenbedingungen angewiesen sind und daher grundsätzlich instabil.
In den meisten Ländern sind diese Systeme mittlerweile (zumindest teilweise) verboten. Anders, aber oft fälschlicherweise als Schneeballsystem beschrieben, ist ein Ponzi-Schema, wobei die Zinsen, die Anleger für eine Investition erhalten, aus deren eigenen Einlagen entnommen werden.

Jan Thomas Otte erinnerte sich beim Gegenlesen dieses Textes an “Bernie” Madoff, der ähnlich wie Müller arbeitete. Da ging es dann allerdings nicht mehr um Millionen sondern gleich Milliarden an Dollar…

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Firmen-Philosophie: Konzerne, die neuen Kirchen http://www.karriere-einsichten.de/2013/09/firmenphilosophie-unternehmen-die-neuen-kirchen/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/09/firmenphilosophie-unternehmen-die-neuen-kirchen/#comments Sun, 22 Sep 2013 19:50:36 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6290 Firmen haben sich immer mehr auf die Schaffung von emotionalem Mehrwert spezialisiert. Den Kunden wird nicht mehr ein Produkt, sondern ein Glücks- und Heilsversprechen verkauft. Ulrich Renz ... neue Einsichten gefällig?

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Firmen haben sich immer mehr auf die Schaffung von emotionalem Mehrwert spezialisiert. Den Kunden wird nicht mehr ein Produkt, sondern ein Glücks- und Heilsversprechen verkauft. Ulrich Renz plädiert in einem Buch für mehr Nüchternheit…

Mitarbeiter werden jetzt „werteorientiert“ geführt, als Berater in Führungsfragen stehen Mönche und spirituelle Meister hoch im Kurs. Der Geschäftszweck der Firma ist längst zur „Mission“ verklärt, die mittelfristige Finanzplanung kommt als „Vision“ daher, die Mitarbeiter dürfen sich im „Team“ und als Mitglieder der Firmenfamilie im großen Ganzen aufgehoben wissen.

Das Bild von der Firma als „großer Familie“ verkennt, dass ein Unternehmen von seinem Wesen her das genaue Gegenteil einer Familie ist. Seine Fürsorglichkeit ist letztlich an die ökonomische Verwertbarkeit gekoppelt und damit das genaue Gegenteil dessen, was eine Familie auszeichnet: dass man nämlich, einfach nur so, zusammengehört – und zwar auch dann, wenn man krank, gebrechlich oder behindert ist, underperformer aus welchem Grund auch immer.

Für die Pseudofamilie Firma gilt das Familienprinzip nur in guten Zeiten; das gütige, motivationserzeugende Gesicht zeigt sich nur denjenigen, die etwas zur Bilanz beizutragen haben. Und solange andere „Familien“ nicht billiger produzieren. Und apropos Bilanz. Wem gehört der Betrag unterm Strich? Der „Familie“ etwa? Nein, und wenn sie noch so intakt wäre, der Chef noch so gütig; er gehört einem fremden Dritten, dem Shareholder, der die Firma in der Regel noch nie von innen gesehen hat.

Ob man das gut findet oder schlecht und ob es überhaupt eine andere Wahl gibt (ich fürchte, nein), ist an dieser Stelle gar nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die Anwesenheit eines Shareholders die Familie noch mehr in Anführungszeichen setzen muss. Denn solange sein Gesetz gilt, dass nämlich die „Familie“ jeden Tag, jedes Quartal, jahrein, jahraus das Erarbeitete abzuliefern hat, können die dort postulierten „Werte“ nur Nebelkerzen sein. Denn Werte, die einem Zweck dienen, sind keine Werte.

Moral hinter Werteorientierung

Der Punkt ist dabei nicht, dass es schlecht wäre, bei Mitarbeitern mehr Freude am Arbeitsplatz und Enthusiasmus für ihre Arbeit zu wecken. Arbeit interessanter und befriedigender zu gestalten, ist ein ehrenwertes Unterfangen, darüber ist gar nicht zu diskutieren.

Allerdings: Wenn die eigentliche Intention die ist, Arbeitnehmer durch Spaß und Sinnversprechen dazu zu bringen, einen Mehrwert zu schaffen, der ihnen nachher gar nicht zugutekommt, weil er zwischen Top-Management und Shareholder aufgeteilt wird, dann versteckt sich hinter der an sich noblen Absicht etwas zutiefst Unmoralisches, das die Frage aufwirft, die die Wirtschaftsethikerin Joanne Ciulla von der United Nations Leadership Academy bereits im Jahr 2000 gestellt hat.

Warum der Zauber wirkt

Ist es denn moralischer, die Zufriedenheit eines Menschen auszubeuten als dessen Elend? (Genauso einfach ist es inzwischen jedenfalls – dank der perfektionierten Techniken des emotionalen Managements.) Steht uns, so fragt sie, „der ultimative Triumph von hundert Jahren Managementtheorie bevor? Dass es die Unternehmen endlich geschafft haben, ihre Angestellten dahin zu bringen, dass sie mehr arbeiten wollen, für weniger Geld?“

Wenn der Wert der Arbeit trotz steigender Wirtschaftsleistung immer weiter verfällt – liegt der Grund dafür vielleicht auch darin, dass wir uns damit zufriedengeben, dass uns ein Teil des Gehalts als spiritueller Mehrwert ausbezahlt wird? “Würde der Apple-Store-Mitarbeiter akzeptieren, dass er unter Karstadt-Tarif bezahlt wird, wenn er sich nicht als „Specialist“ fühlen dürfte?”

Der Siegeszug des emotionalen Kapitalismus beruht auf seinem Heilsversprechen. Dem Mitarbeiter verheißt er Wertschätzung und Zugehörigkeit, dem Kunden Glückseligkeit durch das noch bessere Produkt.

"Tyrannei bei der Arbeit" kaufen...

Ist arbeiten alles, was wir mit unserem Leben anfangen wollen – oder mehr? Das Buch sucht Antworten…

Ein Versprechen, das er nicht halten kann – selbst wenn er es wollte. Denn Glück ist nicht käuflich; seine Erlangung durch ein Produkt ist ein Widerspruch in sich. Genauso Geborgenheit in einer Pseudofamilie, die in Wirklichkeit gar nicht sich selber gehört, sondern einem fremden Dritten, der auch den heiligsten Pakt zwischen den Familienmitgliedern mit einem Federstrich annullieren kann.

Jeder der Verheißungen des emotionalen Kapitalismus wohnt ein Verrat inne: Er appelliert an unsere tiefsten Gefühle und tritt sie gleichzeitig mit Füßen.
Warum wirken die Versprechungen trotzdem? Warum lassen wir uns an der Nase herumführen? Visionen, Missionen, heilige Werte – wurden wir denn einer Gehirnwäsche unterzogen, dass wir den ganzen Quatsch nicht nur mitmachen, sondern auch noch glauben? Haben wir unseren kritischen Verstand vollends über Bord geworfen?

Karriere, der neue Halbgott?

Nicht umsonst hat sich Arbeit gerade jetzt mit metaphysischem Sinn aufgeladen, wo wir jede Form von Transzendenz von uns weisen. Und je weiter wir fortschreiten auf unserem Weg der Individualisierung, umso mehr tragen wir an den Folgen dieses „Fortschritts“. Körper und Verstand jubilieren über die gewonnenen Freiheiten, aber die Seele ächzt unter der Vereinzelung. Zwischenmenschliche Beziehungen, ob in Familie oder Nachbarschaft, sind immer weniger verlässlich, Traditionen, Kirche und Religion geben keinen Halt mehr.

Der moderne Mensch ist nicht mehr selbstverständlich in einen größeren Zusammenhang eingebunden, er muss sich seine Zugehörigkeit buchstäblich verdienen. Er hat Haus und Hof verlassen und kämpft nun als „spirituell Obdachloser“ um einen Platz in der Welt, um die Achtung seiner Mitmenschen und um seine Selbstachtung. Dieser Kampf wird heute am Arbeitsplatz ausgetragen. In einer unverbindlich gewordenen Welt ist Arbeit der letzte Anker für das Individuum, für viele sogar der letzte Strohhalm. Von allen „Rollen“ und „Identitäten“ ist oft nur die des Berufsmenschen übriggeblieben.

Arbeit – unser letzter Anker

Familie? In den oberen Gesellschaftsschichten ist sie zum Karrierehindernis geworden, in den unteren zum Verarmungsrisiko. Wer sich als Mutter oder Vater nicht die aufreibende Doppelrolle als berufstätige Eltern ans Bein bindet, erntet anstelle von gesellschaftlicher Anerkennung den Vorwurf, dass sie oder er „seine Talente verschwendet“. Kein Wunder, dass Familie von einer Selbstverständlichkeit zu einem Projekt geworden ist, dem man sich mit der allergrößten Ambivalenz und Vorsicht nähert.

Natürlich gibt es Aufgaben, und zwar genug davon, in der Familie und außerhalb. Aber Anerkennung? Respekt gar? Kommt nur über den Job. Und je mehr sich die Gesellschaft um die Arbeit zentriert, desto blutleerer ist das Gemeinschaftsleben drum herum geworden. Die Positionen, die das Individuum in Privatleben und Gemeinschaft geräumt hat, sucht und findet es jetzt am Arbeitsplatz.

Die Unternehmensethik ist ein eigenständiger Bereich der Wirtschaftsethik, der sich mit der Frage, welchen moralischen Wertvorstellungen Unternehmen genügen sollten, befasst. Dabei gibt es zum einen die Perspektive der Beziehungen des Unternehmens zur Gesellschaft. Hier stehen Fragen nach dem Beitrag der Produkte zum Gemeinwohl (kritisch z.B. Kernenergie, Waffen, ökologisch bedenkliche Produkte), der Umweltbelastung durch die Produktion, der Fairness gegenüber den Sozialpartnern (Shareholder Value versus Stakeholder Value) oder die Rolle im Rahmen der Globalisierung im Vordergrund.

Ulrich Renz hat seine Verlagskarriere beendet und schreibt seitdem Bücher, viele Bücher: Die Kunst, weniger zu arbeiten (2001), Was ich mir wünsche, ist ein Clown (2003), Schönheit – Eine Wissenschaft für sich (2006), dann die Kinderkrimis der Reihe “Motte & Co” (Auf der Spur der Erpresser (2005), Auf der Jagd nach Giant Blue (2008) und Blutspur. 2013 erscheint “Die Tyrannei der Arbeit”…

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Hart, aber unfair im Job: Nicht von Kollegen ins Bockshorn jagen lassen http://www.karriere-einsichten.de/2013/09/hart-aber-unfair-im-job-nicht-ins-bockshorn-jagen-lassen/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/09/hart-aber-unfair-im-job-nicht-ins-bockshorn-jagen-lassen/#comments Tue, 10 Sep 2013 07:00:39 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6282 Nie wieder im Berufsleben den Kürzeren ziehen? Durchschauen Sie unfaire Kollegen und Chefs. Aktivieren Sie Ihren “Aggro-Faktor”, denn der gibt aufstrebenden Angestellten die Chance, sich in ihrem ... neue Einsichten gefällig?

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Nie wieder im Berufsleben den Kürzeren ziehen? Durchschauen Sie unfaire Kollegen und Chefs. Aktivieren Sie Ihren “Aggro-Faktor”, denn der gibt aufstrebenden Angestellten die Chance, sich in ihrem Arbeitsumfeld auch mal etwas bissiger zu positionieren – für eine gute Sache. Von Professor Jens Weidner…

Seien Sie also ruhig mal aggro im Job! Damit wird eine Lebenseinstellung beschrieben, die eines glasklar stellt: zum Ja-Sager und Schäfchen-Typ, mit dem man im Beruf alles machen kann, eigne ich mich nicht mehr!

Vielen Berufstätigen fällt diese Haltung allerdings nicht leicht. Sie arbeiten klag- und manchmal auch lustlos, lassen sich unterbuttern und übervorteilen, werden bei Beförderungen übergangen oder mit ihren Leistungen nicht anerkannt.

Hart, aber unfair will damit Schluss machen und hat deswegen 427 Frauen und Männer aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zu den Schattenseiten des Berufslebens befragt, die insgesamt 2135 gegeben haben, etwa zu der Frage, welche bissigen oder bösen Taten sie im Job erlebt oder begangen haben?

Nicht immer politisch korrekt sein

„Teamplaying ist, wenn fünf Füchse und ein Hase über das Abendessen abstimmen. Intelligenz ist, wenn der Hase bei der Abstimmung eine Schrotflinte in der Pfote hält“ Herausgekommen sind ehrliche, entwaffnende, nicht immer politisch korrekte Statements, die eines deutlich machen: es gibt noch zu viele Opfer mit zu wenig Biss im Berufsleben. Genau diese Arbeitnehmer sollen mit Lust unterstützt werden.

Ein ethikfreies Arbeiten soll hier natürlich nicht propagiert werden. Aber Sie sollen ermutigt werden, auch einmal nicht so nett zu agieren, wenn es beruflich angemessen erscheint. Simone Lerche, Teammitglied einer Elektrofirma bei Würzburg formuliert das so: „Mein Wunsch ist, meinen Standpunkt länger im Gespräch halten zu können, weniger kompromissbereit zu sein und vor allem keine Abschweifungen auf Nebenschauplätze zuzulassen.“

Und Christoph Sellner, stellvertretender Projektleiter eines norddeutschen Autozulieferers erkennt: „Mir fehlt es schlicht am ‚Standing‘, ich knicke einfach zu schnell ein.“ Beiden kann geholfen werden – wenn sie ein paar Spielregeln der Berufswelt beachten, wie zum Beispiel das Paradoxon der Macht:

Das beschreibt, einfach formuliert, dass Chefs jeder Couleur unter der Angst der Machtbeschneidung leiden. Für Berufstätige heißt das: wenn Sie Ihrem Chef oder Ihrer Chefin diese Beschneidungsangst nehmen, liegen diese Ihnen im besten Fall zu Füßen, im schlechtesten Fall werden Ihre Bahnen wenigstens nicht gestört.

Zwischen den Fronten

Wie das geht? Ganz einfach: stimmen Sie grundsätzlich all Ihr Handeln, das den Chef-Radius berühren könnte, vorab informell unter vier Augen kurz mit ihm oder ihr ab. Holen Sie sich einfach das ok und zwar genau so lange, bis sie zu hören bekommen: „Sie brauchen nicht immer vorher Bescheid sagen, Sie machen das schon…!“

Erst jetzt steht das Vertrauensverhältnis und erst jetzt geht die Beschneidungsangst des Chefs verloren. „Das ist ja anbiedernd“, entgegnete mir trotzig Peer Lahr, Berufsanfänger im niedersächsischen Handel.

Diese Entgegnung ist nachvollziehbar, ignoriert aber eine wichtige Vorgesetzten-Regel: je statushöher und machtvoller Ihre Vorgesetzten sind, desto überempfindlicher die Reaktion, wenn etwas nicht mit ihnen abgestimmt wird. Es wächst dann die Befürchtung beim Chef, die Kontrolle verlieren zu können und die steigert sich manchmal bis zur Panik, den Laden nicht mehr im Griff zu haben.

Für diese Panikattacken sollten Sie nicht verantwortlich sein. Peer Lahrs Vorgesetzten-Empathie-Mangel hatte übrigens Konsequenzen: eine nicht abgestimmte Kleinigkeit gegenüber einem Kunden brachte ihm riesigen Ärger mit dem Chef ein, sowie dessen Hinweis, dass die Verlängerung seines befristeten Vertrages kein Selbstgänger sei.

Peer Lahr verstand die Welt nicht: „Ich bin doch viel zu unwichtig, als dass mein Chef so reagieren müsste.“ Nein, Peer, umgekehrt wird in der Chef-Logik ein Schuh daraus: „Wenn schon der junge Herr Lahr sich nicht abstimmt, was werden sich dann wohl die anderen, wichtigeren Kollegen in Zukunft herausnehmen?“ Um dem vorzubeugen, gab es für Peer die Breitseite.

Hart aber herzlich bei der Sache

Hart aber unfair: Erklärung für einen ehrlicheren weil erfolgsversprechenderen Weg. Langfristig zumindest…

Ist das fair? Nein! Sollten Sie dieses Spiel frühzeitig durchschauen? Auf jeden Fall! Dabei kann eine Portion Humor nicht schaden, denn das Thema ist zu ernst, um es staubtrocken abzuhandeln. Es geht darum, lächelnd die Wahrheit zu sagen: ‚Ridendo dicere verum‘. Sie treten damit in Goethes Fußstapfen, dessen Mephisto – im Zwiegespräch mit Gott – feinsinnig über die menschlichen Schattenseiten philosophiert:

„Ein wenig besser würd‘ er leben
Hättst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;
Er nennts Vernunft und brauchts allein,
nur tierischer als jedes Tier zu sein.“

Diese dunkleren Seiten würde es nicht geben, wären alle immer teamfähig, nachhaltig, win-win-orientiert und von Kants Kategorischem Imperativ geprägt: „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne“.

Was Du nicht willst, dass man Dir tut, das füg‘ auch keinem Anderen zu‘, sagt der Volksmund. Aber es verhalten sich nicht alle so korrekt wie Beate Lippert, eine Versicherungsangestellte, die selbst für ihre Chefin einfach zu nett ist: „Ich weiß gar nicht, welche Aggressionsformen ich brauche.

Treiber statt Sand im Getriebe

Mir gibt es nur zu denken, dass mich meine Chefin gebeten hat, mich dem Thema stärker zu widmen, da sie möchte, dass ich ihr auch bei unangenehmen Aufgaben zukünftig stärker zur Seite stehe.“ Diese Initiative zeigt: die Chefin glaubt an die Ausbaufähigkeit von Beate Lipperts Potential! Aber worum geht es hier genau – und das nicht nur bei ihr:

  • Sie sollen nicht mehr auf die beliebtesten Gemeinheiten hereinfallen, wenn man Ihnen zum Beispiel die hoffnungslosesten Projekte als ‚innovative Chance‘ verkauft, obwohl alle schon vorher wissen, dass Sie nur verlieren können. Oder man Ihnen gerade den Kunden oder den Klienten zur Betreuung nahelegt, von dem alle (nur Sie nicht) wissen, dass der nicht zu betreuen ist, weil er zu den psychischen Grenzfällen zählt.
  • Sie sollen sich zukünftig mit einem Grundmisstrauen (die Wissenschaft spricht von pessimistischer Anthropologie) durch die Arbeitswelt bewegen. Bleiben Sie aber immer bereit, sich vom positiven Gegenteil überzeugen zu lassen. Sie sollen also in Zukunft Ihre Kolleginnen und Vorgesetzten nach ihrem Handeln und nicht ihrem – vielleicht auch schmeichelhaftem – Gerede beurteilen.
  • Und Sie sollen sozialethische Maßstäbe erfüllen, weil dieses ‚aggro‘-Denken Macht-Interaktionen und Herrschaftswissen transparent und letztlich damit überflüssig macht: Machtspiele machen halt wenig Sinn, wenn Sie die Spielregeln durchschauen.

Hier soll auch Beate Lippert unterstützt werden, um zukünftig fairer behandelt zu werden und nicht mehr beklagen zu müssen: „Ich verachte Zielvereinbarungen, die bei uns so ausgelegt sind, dass allen klar ist, dass das nie zu erreichen ist und man dadurch wie im Hamsterrad seine Kreise zieht, nicht vorankommt und man mit dem Hinweis schneller zu arbeiten provoziert wird.“

Das ist auch das Erste, was sie ihrer Chefin in einem Vier-Augen-Gespräch höflich, aber bestimmt, rückmelden müsste und nach eigenen Aussagen auch rückmelden will. Das macht doch Hoffnung, oder? Willkommen beim Aggro-Faktor, Frau Lippert!

Als Schlagfertigkeit bezeichnet man das schnelle sprachliche Reagieren auf unvorhergesehene Situationen. Das Wort ist aus dem Militär-Jargon entlehnt, wo die Schlagfertigkeit einer Armee ihre Bereitschaft zum sofortigen Einsatz bedeutet. Im 19. Jahrhundert nahm das Wort „schlagfertig“ dann die heutige Bedeutung „um keine Antwort verlegen, witzig“ an…

Professor Jens Weidner lehrt Erziehungswissenschaften und Kriminologie an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fakultät Wirtschaft und Soziales. Er hat unter anderem ein Buch über die “Peperoni-Strategie” geschrieben…

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Generation Y: Pfeifen auf die klassische Karriereleiter http://www.karriere-einsichten.de/2013/09/generation-y-pfeifen-auf-die-klassische-karriereleiter/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/09/generation-y-pfeifen-auf-die-klassische-karriereleiter/#comments Sun, 01 Sep 2013 10:00:15 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6276 Karriere war lange Zeit ganz klar definiert: vom Azubi zum Festangestellten zum Teamleiter zum Abteilungsleiter zum Chef. Das Problem: Young Professionals und Berufseinsteiger spielen da heute nicht ... neue Einsichten gefällig?

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Karriere war lange Zeit ganz klar definiert: vom Azubi zum Festangestellten zum Teamleiter zum Abteilungsleiter zum Chef. Das Problem: Young Professionals und Berufseinsteiger spielen da heute nicht mehr mit. Wolfgang Feige erklärt uns warum…

Zahlreiche Studien und Umfragen haben ergeben, dass die gut ausgebildeten, technikaffinen Mitglieder der sogenannten Generation Y mehr Wert legen auf Flexibilität, Abwechslung und Arbeit in virtuellen Teams. Das verträgt sich nicht mit dem klassischen hierarchischen Aufstieg. Zeit, dass die Personalverantwortlichen das beherzigen!

Im Mittelstand gibt es Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung. So kann ein Karriereweg horizontal verlaufen: Das passiert, wenn ein Mitarbeiter auf der gleichen Ranghöhe von einem Gebiet in ein anderes wechselt. Ein Beispiel dafür ist ein Mitarbeiter, der als Ingenieur zunächst zwei Jahre in der vorbereitenden Instandhaltung arbeitet, danach für ein oder zwei Jahre in den technischen Einkauf wechselt und dann wiederum eine andere Position ausfüllt.

Karriere hat eben gerade heute und bei der „Generation Y“ nicht nur eine formale, sondern auch eine inhaltliche Dimension. Sie umfasst etwa Wissens- und Horizonterweiterung. Leider fangen die Unternehmen erst damit an, auch solche Prozesse als Karriere anzubieten.

Diagonale Karriereschritte

Denkbar ist auch ein sogenannter diagonaler Karriereschritt. Hier wird zum Beispiel aus einem Mitarbeiter in der technischen Instandhaltung ein Gruppenleiter im technischen Einkauf. Ein diagonaler Karriereschritt umfasst also eine Wissenserweiterung (neues inhaltliches Feld), gepaart mit einem vertikalen Schritt (vom Mitarbeiter zum Gruppenleiter).

Diagonale Karriereschritte sind schon sehr anspruchsvolle Herausforderungen. Gerade hier kann sich ein Mitarbeiter beweisen und sein Potenzial zeigen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es natürlich auch eine fokale Karriere gibt. Diese Karriere wird auch Expertenkarriere genannt. Hier wird der Mitarbeiter immer mehr zu einem Spezialisten.

Eine weitere Möglichkeit: Projektlaufbahnen. Die gibt es gerade in technischen Unternehmen, die stark projektgetrieben sind, etwa im Anlagenbau oder in der IT. Die Laufbahn fängt hier zum Beispiel als Junior-Project-Manager an. Das bedeutet, dass jemand erst einmal nur in einem Projekt mitarbeitet. Danach wird er zum Projektleiter, der ein Projekt selbstständig führt. Die nächste Position ist dann der Senior-Projektleiter, der mehrere Projekte gleichzeitig koordiniert.

Gerade für die „Generation Y“ ist es sehr reizvoll, zwischen verschiedenen Karriereschritten zu wechseln. Sie kombinieren einen horizontalen Schritt mit einem vertikalen und dann vielleicht wieder mit einem horizontalen. Wichtig für die Akzeptanz solcher Karrieresysteme ist es daher, dass die verschiedenen Karrierestufen finanziell und statusmäßig ähnlich ausgestattet sind. Ansonsten wird die neue Position nicht als „Karriere“, sondern eher als „Abstellgleis“ interpretiert.

Augen auf bei der Jobwahl

Aktuell scheint das größte Problem darin zu bestehen, dass der Wertewandel hinsichtlich der Karrierevorstellungen der jungen Berufseinsteiger bei den Personalverantwortlichen der alten Garde des Mittelstands noch nicht angekommen ist. Für die „Generation Y“ bedeutet das: Augen auf bei der Wahl des richtigen Arbeitgebers. Und: Ruhig mal den Mund aufmachen. Persönliche Präferenzen und individuelle Karrieremöglichkeiten sollten bereits im Bewerbungsgespräch angesprochen werden.

Eine erste Orientierung bietet die Seite www.top-arbeitgeber.de: Hier werden Unternehmen aus dem Mittelstand gelistet, die erwiesenermaßen gute Arbeitgeber sind. Grundlage der Listung ist das erfolgreiche Abschneiden beim Arbeitgeberbenchmarking „Top Job“. Das heißt, diese Betriebe haben bewiesen, dass sie die Bedürfnisse verschiedener Mitarbeitergruppen verstanden haben und auch in der Lage sind, sie zu erfüllen.

Sie können beispielsweise eine gelungene Entwicklungs- und Weiterbildungspolitik vorweisen, die richtige Balance zwischen Familie und Karriere oder auch eine individuelle Führung der Mitarbeiter. Kurz: Werteorientierte Personalarbeit wird hier großgeschrieben. So kann der erste berufliche Anlaufpunkt auch zur beruflichen Heimat werden.

Persönliche Voraussetzungen

„Karriere – in welcher Form auch immer – passiert nicht von alleine. Man muss sie wollen, sich Ziele setzen.” Um zu wissen, welche Karriere einem am besten liegen könnte, ist es wichtig, seine Persönlichkeit zu kennen. Natürlich ist Fachwissen heute immer noch die Basis einer Karriere. Gerade zu Beginn definiert das fachliche Wissen und Können die Einsatzmöglichkeiten.

In späteren Karriereschritten geht es dann mehr und mehr um methodische Kenntnisse und Fähigkeiten. Und je weiter man aufsteigt, desto mehr ist Sozial- und Managementkompetenz gefragt. Wichtig ist und bleibt dabei Flexibilität. Gerade in der heutigen globalen Welt mit all ihren Verflechtungen ist unter Flexibilität auch Mobilität zu verstehen. Längere Einsatzphasen im Ausland sind rechtzeitig und gut mit Partner und Familie abzustimmen und vorzubereiten.

Flexibilität beinhaltet auch, bereit zu sein: Karrieren sind heute nicht mehr so planbar wie früher, da die Welt dynamischer geworden ist. Deshalb ist derjenige im Vorteil, der zufällig vorbeikommende Angebote auch annehmen kann. Das heißt, dass man breit ausgerichtet sein sollte. Je stärker man sich auf nur einen Weg fokussiert, desto mehr Chancen sieht man nicht. Aber gerade in dieser Beziehung freut sich die „Generation Y“ über die zunehmende Dynamik der Arbeitswelt und der Arbeitsmärkte.

Ein Hilfsmittel zur Vorbereitung auf solche Chancen und zur Aufrechterhaltung der Flexibilität ist zum Beispiel das Absolvieren eines Trainee-Programms. Die sind in der Regel sehr breit angelegt und bilden somit eine solide Basis dafür, mit Veränderungen leicht mitgehen zu können.

Eine weitere Möglichkeit ist es, sich einen Mentor zu suchen. So kann man sehr früh an Erfahrungen partizipieren, und ganz nebenbei können aus Beziehungen, die der Mentor hat, Karrierechancen entstehen. Kurze oder auch längere Auslandseinsätze oder auch Job-Rotation im Inland sind ebenfalls gute Hilfsmittel zur Vorbereitung auf die verschiedensten Karrieremöglichkeiten.

Young Professionals steht heute also die Welt offen. Insbesondere dann, wenn sie sich ständig weiterbilden. Weiterbildung heißt hier aber nicht nur, das fachliche Wissen kontinuierlich auf den neuesten Stand zu bringen, sondern vor allem auch, in diverse Fachgebiete reinzuschnuppern.

Die Generation Y gilt als vergleichsweise gut ausgebildet, oft mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss. Sie zeichnet sich durch eine technologieaffine Lebensweise aus, da es sich um die erste Generation handelt, die größtenteils in einem Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen ist. Sie arbeitet lieber in virtuellen Teams als in tiefen Hierarchien.

Dr. Wolfgang Feige ist Personalleiter und Managementberater bei der compamedia GmbH, der Organisatorin von „Top Job“. Seit 2002 bewertet „Top Job“ unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen (Prof. Dr. Heike Bruch) die Personalarbeit deutscher Mittelständler und unterstützt sie in der Auswertung und Umsetzung der Benchmarkingergebnisse. Seither wurden rund 2.000 mittelständische deutsche Unternehmen analysiert und verglichen…

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Leistungssport: Schwitzen für den Pokal – in Büro und Sporthalle http://www.karriere-einsichten.de/2013/08/leistungssport-schwitzen-fuer-den-pokal-in-buero-und-sporthalle/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/08/leistungssport-schwitzen-fuer-den-pokal-in-buero-und-sporthalle/#comments Sat, 24 Aug 2013 16:06:16 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5834 Sie geben im Wettkampf alles, auch abseits von Turnieren. Das bedeutet für Leistungssportler wenig Freizeit und viel Training. Die meisten Top-Athleten schwitzen bereits vor dem Sportplatz im ... neue Einsichten gefällig?

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Sie geben im Wettkampf alles, auch abseits von Turnieren. Das bedeutet für Leistungssportler wenig Freizeit und viel Training. Die meisten Top-Athleten schwitzen bereits vor dem Sportplatz im Büro. Und verdienen ihre Sponsorengelder selbst. So wie Christian Schneble..

Die Arme langgestreckt, krault Christian Schneble mit Startnummer 566 im Walchsee um die Führung. Zwei Kilometer sind es, bevor es für den 27jährigen aufs Rennrad geht, mit dem er im Durchschnittstempo von 36 Stundenkilometern strampelt, darunter Steigungen um die 12 Prozent. Sommersprossen im Gesicht, Mecki-Frisur unter der Kappe. 1,82 Meter gross, mit 70 Kilo Körpergewicht und Schuhgröße 43 rennt Christian ins Ziel der „Challenge“, einem internationalen Triathlon im Kaisergebirge Tirols.

Der Wirtschaftsinformatik-Student aus Gailingen am Hochrhein belegt diesmal den 255. Platz von insgesamt 1.000 gelisteten Triathleten, darunter Schüler bis zum Vollzeit-Profi. In seiner Altersklasse belegt Christian diesmal nur den 45. Platz. „Da wär noch mehr drin gewesen“, beurteilt er seine Leistung. Rund fünf Stunden brauchte er für Schwimmen, Radeln und Laufen, inklusive Aus- und Anziehen seiner Klamotten; eine Banane, zwei Energieriegel und drei Powerdrinks schob er sich unterwegs zwischen die Zähne.

Doppelbelastung: 60-80 Stunden pro Woche

Wie Christian gibt es immer mehr Menschen, die neben ihrem Bürojob die Herausforderung im sportlichen Wettkampf suchen. Viele empfinden das als willkommene Abwechslung zum tristen Alltag. Kritiker sehen darin eine unterschätzte Belastung. Die Deutsche Sporthilfe hat den Zusammenhang von Leistungssport und geregeltem Brot- und Butterjob untersucht. 36 Prozent der Spitzensportler sind voll berufstätig, 32 Prozent studieren, 30 Prozent gehen noch zur Schule. Nur zwei Prozent können vom Leistungssport in der Profiliga leben.

Unter der Woche sind die Sportler im Schnitt 60 Stunden beschäftigt. Über die Hälfte dieser Zeit geht für den Leistungssport drauf, so die Studie: Trainings, Wettkämpfe, Fahrten – oder die Physiotherapie. Bewegung ist gesund für den Körper, doch Leistungssport belastet. Das Risiko eines Herzstillstandes für Anfänger beim Triathlon ist doppelt so hoch wie beim Marathon, besagt eine Studie aus den USA. Kalte Wassertemperaturen und der Wettkampfstress würden vor allem untrainierten Triathleten zusetzen.

40 Wochenstunden im Büro, nutzt Christian daher auch seinen Arbeitsweg zum Training. Bei einem IT-Dienstleister in Radolfzell am Bodensee schreibt der Student seine Bachelorarbeit. Dort kann er auch duschen und sein Rad sicher unterstellen. Dann geht es für ihn wie alle anderen Kollegen an den Schreibtisch. Ab und zu geht er mit ihnen laufen, in der Mittagspause sei das ohne Probleme möglich. „Gerade in den Wintermonaten reduziert dies das leidige Laufen im Dunklen“, so Christian. Zeit für seine Hobbies hat er dabei kaum noch, als DJ Musik abmischen oder an seinem Blog weiterbasteln.

Ideelle Werte: 7,38 Euro Stundenlohn für Spitzensport

Die Deutsche Sporthilfe befragte Spitzensportler zu ihrem Verdienst. Rund 2.000 Euro brutto verdienen sie im Monat. Teilt man diesen Betrag durch die Anzahl aller geleisteten Sport- und Arbeitsstunden, käme Christian auf einen Stundenlohn von 7,38 Euro. Seine Ausrüstung kostet mehrere tausend Euro, ein Vielfaches vom monatlichen Bafög-Satz eines Studenten. Christian spezielles Rennrad kostet um die 3.000, sein Neopren 600 Euro. „Jegliche Erträge aus Nebentätigkeiten vom Studium fließen hinein“, erklärt Christian. Sein nächstes Startgeld kostet 500 Euro.

Die größte Unterstützung bekommt der Student von seiner Familie, Freunden und Freundin sowie dem Team „Erdinger Alkoholfrei“. Ohne die Unterstützung wären die vielen Trainingsstunden und die Teilnahme an einem Dutzend Wettkämpfe pro Jahr nicht möglich. „Die Freundin muss schon viel Verständnis haben“, sagt Christian. In den Trainingswochen könne er „keinen ruhigen Sonntag machen“. Er verkauft das gegenüber seiner Freundin gerne als Wochenendausflug, dabei ist es ein Wettkampf, kein Urlaub.

Ehrgeiz: Antriebsfeder und Stimmungsbarometer

„Unvergesslich“, beschreibt Christian seinen Einlauf ins Olympiastadion. Das weckte seinen Ehrgeiz, weiterzumachen. Vor einem Wettkampf beschreibt sich der Triathlet als „nicht immer gerade einfache Person“. Das könne schnell zu einer aufgeheizten Stimmung führen. „Ich habe Glück, eine Freundin zu haben die da zu 100 Prozent hinter mir steht“. Seit 2009 dabei, will er den Triathlon so schnell nicht aufgeben. Pokale stehen einige im Regal: Siege in seiner Altersklasse, darunter auch Podestplätze, zum Beispiel beim Marathon in Tuttlingen letztes Jahr.

Sein erster Start war ein Marathon in München. Kommendes Jahr will er für seine harten Trainings „den Lohn ernten“. Einmal beim „Ironman“ auf Hawaii mitmachen, das ist sein größter Traum. Ob er ihn auch packen wird, ist noch unklar.

Grösster Traum: „Ironman“ 2015

Über den Winter ist „Off-Season“, wie es der Gailinger nennt. Sein nächstes Ziel ist im kommenden Juli der „Ironman“ in Zürich. 2013 wäre für ihn der ideale Zeitpunkt, seinen Lebenstraum zu erfüllen. Falls das noch nicht klappt, plant er zusätzlich zwei bis drei Mitteldistanzen, die Hälfte vom grossen Wettkampf auf Haiwaii: 2 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 2 1 Kilometer Laufen. Der Start auf dem Walchsee steht schon fest in seinem Terminkalender.

Kaputte Knie wären eine große Krise für den 28jährigen: „Leben ohne Sport gestaltet sich schon nach kurzer Zeit schwierig für mich“. Nach einer Knochenmarkspende musste Christian zwei Wochen aussetzen, für den begeisterten Sportler eine echte Herausforderung. Sein Resümee: „An ein Leben ohne Sport lässt sich derzeit nicht denken“. Ausruhen könne er ja noch wenn er alt ist. Einen Plan B für das Leben ohne Sport hat er nicht.

Sportlich besonders aktive Menschen sind auch beruflich erfolgreich. So gibt es Studien zu Managergehältern, die belegen: Große, schlanke und gutaussehende Menschen verdienen mehr als andere, vergleichbare Personen. Professor Alexander Woll, Sportwissenschaftler an der Universität Konstanz kritisiert dies. „Wir leben in einer Mediengesellschaft, die ganz stark durch Optik gesteuert wird“, so Woll. Sportler hätten dadurch auch ein paar Vorteile, mehr aber auch nicht.

Merkmal des Triathlons ist das unmittelbare Aufeinanderfolgen der drei unterschiedlichen Disziplinen und der damit verbundenen Umstellung der Muskulatur auf die jeweilige Disziplin. Besonders der Lauf nach dem Radfahren wird dabei als der schwierigste Teil empfunden, da beim Laufen auf die durch das Radfahren bereits ermüdete Beinmuskulatur zurückgegriffen werden muss. Gute Triathleten zeichnen sich dadurch aus, die Übergänge zwischen den einzelnen Disziplinen so kurz wie möglich zu halten und so schnell wie möglich den Körper auf die neue Belastung einzustellen…

Jan Thomas Otte ist beeindruckt vom eisernen Willen Christian Schnebles. Dafür gibt er nicht einiges, nein: Alles! Jan Thomas selbst schwitzt auf seiner Hausstrecke schon genug: 50 Kilometer, 500 Höhenmeter, in 1:50 Stunden. Das reicht, findet der t3n-Redakteur und Gründer von “Karriere-Einsichten”…

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Karriere-ABC: Angebote im Netz unter die Lupe genommen (Teil 2) http://www.karriere-einsichten.de/2013/08/karriere-abc-angebote-im-netz-unter-die-lupe-genommen-teil-2/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/08/karriere-abc-angebote-im-netz-unter-die-lupe-genommen-teil-2/#comments Mon, 05 Aug 2013 17:37:16 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6247 Nach Abschluss des Studiums stehen viele Absolventen vor einem (vermeintlichen) Riesenproblem: Wo ist er denn, der perfekte Traumjob, vorausgesetzt es gibt ihn? Und wie soll dieser überhaupt ... neue Einsichten gefällig?

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Nach Abschluss des Studiums stehen viele Absolventen vor einem (vermeintlichen) Riesenproblem: Wo ist er denn, der perfekte Traumjob, vorausgesetzt es gibt ihn? Und wie soll dieser überhaupt konkret aussehen? Karriere ist kaum planbar, denn erstes kommt es anders, zweitens anders als man denkt. Drittens, was man dennoch tun kann…

Obwohl man sich während des Studiums bereits etliche Semester in einem bestimmten Themengebiet vertieft hat, fällt es vielen schwer, sich nachher für ein konkretes Berufsfeld zu entscheiden. Insgesamt haben 86 % aller Absolventen kein klares Karriereziel. Aus diesem Grund stürzen sich Studenten gerne in Praktika, um sich erst einmal ein Bild von den Berufsaussichten zu machen.

Natürlich zählt auch die Meinung der Freunde und Angehörigen, wenn es um den Traumberuf geht. “Die finanzielle Ausgangslage ist für junge Absolventen selten die beste, weshalb manchmal der erstbeste Job angenommen wird, um laufende Kosten decken zu können.”

Aus diesen Gründen bleibt das Potenzial junger Akademiker unausgeschöpft, da sie teils in Jobs hängen bleiben, die ihnen eigentlich nicht zusagen oder nicht ihren Qualifikationen entsprechen.

Eines ist jedoch sicher: Absolventen streben prinzipiell einen beständigen und sicheren Arbeitsplatz an, bei dem sie ihre eigenen Fähigkeiten einbringen können und zudem gerne arbeiten. Für 3 von 4 Studenten ist es außerdem sehr wichtig, eine ausgewogene Work-Life-Balance zu haben, um auch wirklich genug Zeit neben der Arbeit für Privates zu finden.

StartUp-Karriereportale

Mittlerweile gibt es jedoch erste Startups, die sich genau diesem Problem angenommen haben. Ausgangspunkt ist die Vielzahl an Personen mit enormen Potenzial, welche teilweise gar nicht oder nur mit erheblichem Aufwand gefunden werden. Vor allem für kleinere Unternehmen ist es schwierig, die bestqualifiziertesten Bewerber zu finden, weil diese im Normalfall aus keinem allzu breiten Bewerberpool schöpfen können. Ziel ist es, eben diese verborgenen Talente aufzuspüren und zielgerichtet zu unterstützen.

Zu diesen Startups zählen Online-Karriereportale, die innovative Wege gefunden haben, die Qualifikationen der Nutzer zu evaluieren und passende Karriereoptionen vorzuschlagen. Eines dieser Netzwerke ist MercuryPuzzle.com, welches eine Webapplikation entwickelt hat, die es Arbeitssuchenden anhand einer wissenschaftlichen Auswertung ihrer Talente ermöglicht, auf sie zugeschnittene Jobangebote zu finden.

Jobsuche per Autopilot

Der Unterschied zu bekannten Karriereplattformen wie XING oder LinkedIn ist der, dass nicht bloß der Lebenslauf für eine Beurteilung des Nutzers herangezogen wird, sondern zusätzlich kognitive Fähigkeiten, Persönlichkeitstest als auch Leistungsmotivatoren in den Beurteilungsprozess einfließen. Somit kann ein deutlich genaueres Matching zwischen den Talenten der Nutzer und den Anforderungen der Unternehmen erzielt werden.

Recruiter haben so auch die Möglichkeit, Nutzer der Plattform direkt zu kontaktieren, wenn diese eine hohe Übereinstimmung mit der gesuchten Stelle haben, ohne dafür überhaupt eine Bewerbung erhalten zu haben. Der neue Job kann einen ab sofort quasi von selbst finden.

Mit diesem Konzept kann sowohl für Arbeitssuchende als auch für zukünftige Arbeitgeber ein erheblicher Mehrwert geschaffen werden, da der Bewerber eine Stelle bekommt, die am besten zu seinem Berufsprofil passt. Das spiegelt sich dann natürlich auch in der allgemeinen Arbeitszufriedenheit wider, was einen positiven Effekt auf das Engagement der Mitarbeiter hat.

Somit kann jungen Menschen einerseits geholfen werden, erstmalig ins Arbeitsleben zu finden, andererseits sich beruflich neu zu orientieren. Durch die spezielle Auswertung der Qualifikationen steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, ein langfristig erfolgsversprechendes Arbeitsverhältnis zu finden und so dem Trend der ungenützten Talente entgegenzuwirken.

Die Vorstellungen darüber, welche Entwicklungsschritte und Zielsetzungen als Karriere anzustreben seien, sind kulturell und individuell verschieden und können sich von einer Generation zur nächsten ändern. Als Standardvorstellung von Karriere im Zusammenhang mit einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis (etwa dem sogenannten Normalarbeitsverhältnis) gilt insbesondere der Aufstieg.

Die Redaktion von Karriere-Einsichten beleuchtet verschiedenste Aspekte, Ansätze und Ideologien rund ums Thema Karriere. Mit ihren Reportagen, Berichten und Interviews, Ratgebern wie Buchauszügen: Werteorientiert. Meinungsstark. Crossmedial.

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Nordwand-Prinzip: Aufbruch ins Ungewisse http://www.karriere-einsichten.de/2013/07/nordwand-prinzip-aufbruch-ins-ungewisse/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/07/nordwand-prinzip-aufbruch-ins-ungewisse/#comments Mon, 08 Jul 2013 09:02:27 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5826 Die Weltwirtschaft steckt (noch immer) in der Krise. Einige Manager sehen mittlerweile ein, dass ihre bisherigen Planungsmethoden nicht mehr funktionieren. Neue Werkzeuge könnten helfen, die Rainer Petek ... neue Einsichten gefällig?

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Die Weltwirtschaft steckt (noch immer) in der Krise. Einige Manager sehen mittlerweile ein, dass ihre bisherigen Planungsmethoden nicht mehr funktionieren. Neue Werkzeuge könnten helfen, die Rainer Petek in seinem “Nordwand-Prinzip” vorstellt. Ob Matterhon, Eiger oder Grandes Jorasses. In der Wirtschaft gilt es die eine oder andere Klippe zu meistern. Der Extrembergsteiger berichtet – mit Beispielen aus der Beratungspraxis…

Rückblickend kann ich heute sagen, dass jedes konkrete Ziel, das ich mir gesetzt hätte, meilenweit hinter dem zurückgeblieben wäre, was in weiterer Folge tatsächlich für mich realisierbar wurde.

Als ich mich mit meinen Freunden im wahrsten Sinn des Wortes auf die Socken machte und auszog, um ein Kletterer zu werden, hatte ich nicht den blassesten Schimmer von den Möglichkeiten, die sich später beim Klettern für mich auftaten. Klettern, das ist mehr als ein reines Workout-Fitness-Programm.

Jetzt könnte man einwenden, dass man ein Ziel braucht, um die richtige Richtung einschlagen zu können. Nach dem Motto: „Wer seinen Hafen nicht kennt, für den ist jeder Wind der richtige.“ Ich glaube, dass die Gefahr, dass ich mich mit dem Normalweg zufrieden gegeben hätte, sehr groß gewesen wäre, hätte ich mir zu früh ein konkretes Ziel gesteckt.

Ich wusste aufgrund des Vergleichs mit den anderen von mir ausgeübten Sportarten, dass die Berge mein Spielfeld sind. Ich wusste es auch deshalb, weil ich in mich hineinhörte. Ich brach in diese Richtung auf, weil sich dieser Weg im Gehen für mich richtig anfühlte.

Mit den Bergen betrat ich ein Spielfeld, das mich faszinierte, das zugleich aber auch neu und unbekannt war und in dem es keine unterstützende Mannschaft und kein bereits aufgestelltes Tor gab. Ich wollte dieses neue Feld erkunden, und ich wollte dabei nicht dem Normalweg auf den Gipfel folgen. Denn der Normalweg hätte mich dorthin gebracht, wo die Massen waren. Ich wollte die faszinierende Bergwelt der einsamen Gipfel entdecken und erleben. Und ich wollte dorthin, wo die anderen nicht hingingen.

“Trau dich” – Neuland entdecken

Folgende Lektionen aus der Wand habe ich aus meinen Anfängen mitgenommen und später in andere Lebensbereiche übertragen. Sie können diese Gedanken als Impulse für das Beschreiten von Neuland nehmen:

Um Neuland zu entdecken, brauchen Sie zu Beginn nicht unbedingt konkrete Ziele und schon gar keinen detaillierten Plan. Worauf es ankommt, sind Begeisterung und Energie auf der Basis von Wachsamkeit und Besonnenheit. Fragen Sie sich: Welche Zukunftsgedanken energetisieren mich?
Wenn Sie ein neues Spielfeld für sich entdecken, ist die Richtung zu Beginn wesentlicher als ein konkretes Ziel. Der Weg muss sich im Gehen richtig anfühlen. Fragen Sie sich: Was könnte mein Spielfeld sein und in welche Richtung müsste ich auf brechen?

Konkrete Ziele, die Sie sich zu Beginn stecken, würden meilenweit hinter dem später Möglichen zurückbleiben. Viel wichtiger ist es, ins Handeln zu kommen. Überlegen Sie: Womit kann ich heute schon starten?

Kernfragen für den Einzelnen

In meiner Beratungstätigkeit beobachte ich bei Führungskräften, Managern und Unternehmern, dass manche schon in jungen Jahren ausgelaugt wirken, andere hingegen noch nach vielen Jahren in einem bestimmten Tätigkeitsfeld frisch und energetisiert sind. Ob einer energielos oder kraftvoll ist, scheint mir weniger mit der Fitness, der persönlichen Konstitution oder der durch- schnittlichen Wochenarbeitszeit in Stunden zu tun zu haben, sondern viel mehr mit der Frage, ob jemand ein Spielfeld für sich gefunden hat, das ihm mehr Energie gibt als raubt.

Ausgesessen!: Warum uns die Kultur des Nicht-Entscheidens unsere Zukunft kostet

Das Nordwand-Prinzip. Denkanstöße für ein zeitgemäßes Management von Ungewissheit…

Meiner Erfahrung nach sind Menschen, die auf einem Weg sind, der voll und ganz der ihre ist, mit großer Energie ausgestattet, obwohl sie mit den gleichen Schwierigkeiten und Herausforderungen konfrontiert sind wie ihre ausgelaugten Kollegen.

Der Weg versorgt sie im Gehen mit Energie, er bildet eine Kraftlinie.

Falls Sie gerade auf der Suche sind: Wie können Sie Ihr Spielfeld finden? Wie können Sie feststellen, ob Sie sich auf der Kraftlinie Ihres Weges befinden oder im kraftlosen Abseits?

Ich empfehle Ihnen dazu, sich zwei zentrale Fragen zu stellen. Diese Fragen wirken einfach, sind jedoch in der Regel schwierig zu beantworten:

  • Wer bin ich? Was ist mein größtes Potenzial?
  • Wozu bin ich hier? Was ist meine Aufgabe?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, reicht es nicht aus, nachzudenken. Es hilft auch kein einfaches Durchgehen einer strukturierten Fragenabfolge. Vermutlich bringt auch ein Visions-Crashkurs mit fünfzehn anderen Gestressten nicht die erwünschten Antworten. Um sich mit diesen Fragen tiefer gehend auseinander zu setzen, müssen Sie in sich hineinhören und die Antworten aus Ihrem Innern wahrnehmen.

Michael Ray, Professor für Kreativität und Innovation, geht von der Annahme aus, dass in jedem Menschen zwei Menschen stecken: Der Mensch, der einer geworden ist, und jener, der er in der Zukunft werden könnte. Was werden könnte aus einem Menschen, ist nicht als ein Ziel zu definieren, sondern als ein ihm innewohnendes, manchmal noch vages Potenzial.

Damit Sie dieses Potenzial wahrnehmen können, brauchen Sie Raum und Zeit, um in sich hineinzuhören. Solches Hören setzt Ruhe voraus, die Antworten dürfen weder im Außen noch im Innen von Lärm übertönt werden. Die Wahrnehmung des eigenen Potenzials setzt auch voraus, dass Sie nicht nur einmal, sondern öfter in sich hineinhören, am besten regelmäßig.

Welcher äußeren Struktur dieser innere Dialog folgt, dürfte von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Manche Menschen meditieren, weil sie so ihren Geist beruhigen und dadurch ihre innere Stimme besser wahrnehmen können. Für andere ist Schreiben das Mittel der Wahl: ohne Selbstzensur das zu Papier zu bringen, was als spontane Antwort auf obige Fragen kommt.

Überraschend ist auch, was aus Menschen heraussprudeln kann, wenn ein vertrauter Mensch wiederholt die Fragen „Wer bist du? Was ist dein größtes Potenzial? – Wozu bist du hier? Was ist deine Aufgabe?“ stellt, auf die Antworten hin nachhakt und dem anderen dabei hilft, seiner inneren Stimme Ausdruck zu verleihen. Für mich ist es beispielsweise besonders hilfreich, mich mit diesen Fragen beim Gehen, Wandern oder Sitzen in der Ruhe der Natur auseinander zu setzen.

Eine andere Möglichkeit wählte der Schokoladen-Neuerfinder Sepp Zotter: In einer schwierigen Neuorientierungsphase bestellte er alle Zeitungen ab, gab den Fernseher weg und nutzte die dadurch freigewordene Zeit, um sich mit den Fragen nach seinem optimalen Spielfeld intensiv auseinander zu setzen.

Heute exportiert er seine innovativen Schokoladen weltweit und seine Schoko-Manufaktur wird – obwohl in einer sehr ländlichen Region gelegen – jährlich von 80.000 Menschen besucht. Herauszufinden, was bei einem selbst funktioniert, ist ein ebenso elementarer Teil der Suche nach dem eigenen Spielfeld wie das kontinuierliche Arbeiten daran. Antworten auf diese Fragen sind keine Sache eines Wochenendes.

Kernfragen für Unternehmen

Auch Unternehmen müssen ihr Spielfeld finden und sich mit den Kernfragen:

  • Wer sind wir? Wer könnten wir werden?
  • Wozu sind wir hier? Was ist unsere Aufgabe?

auseinandersetzen.

Gerade zu Beginn unternehmerischer Aktivitäten ist es wichtig, sich von den Antworten auf diese zentralen Identitätsfragen in die Zukunft leiten zu las- sen. Wie der Einzelne kann auch ein Unternehmen in sich hineinhören: in Form von Workshops, durch Dialoge, durch strategische Time-outs.
Amar V. Bhidé hat Interviews mit Gründern von 100 Unternehmen aus der Liste der 500 am schnellsten wachsenden US-Unternehmen geführt und zutage gefördert, dass diese Unternehmer großteils „keinen Plan hatten“:

  • 41 % hatten überhaupt keinen Unternehmensplan,
  • 26 % hatten nur einen rudimentären, auf Zettel gekritzelten Unternehmensplan,
  • 5 % hatten Finanzprognosen für Investoren ausgearbeitet,
  • 28 % erstellten einen umfassenden Unternehmensplan.

Den Ruf der möglichen Zukunft wahrzunehmen und aufzubrechen, ist wahrscheinlich wichtiger, als schon am Anfang eine allzu konkrete Zielvorstellung zu haben. Manchmal ertönen die leisen Signale einer möglichen Zukunft an ganz unscheinbaren Plätzen. Es kann eine Begegnung mit anderen Menschen sein oder der Zufall, der einem bestimmte Ideen nahe bringt.

Gewinnen!

Wir verlosen bis zum 31.07.2013 insgesamt fünf Exemplare des Buches frei Haus. Was müsst ihr tun? Beantwortet uns in einem Kommentar auf dieser Seite oder unseren Social-Media-Kanälen folgende Frage: Was ist deine Nordwand… und wie hast du Sie gemeistert?

Die großen Nordwände der Alpen (auch “Letzte Probleme der Alpen”) sind eine Gruppe von drei oder sechs Nordwänden alpiner Berge, die sich durch ihre besondere Größe, Schwierigkeit oder Gefährlichkeit für Bergsteiger auszeichnen. Dabei handelt es sich um die Nordwände von Eiger, Grandes Jorasses und Matterhorn; in der erweiterten Gruppe der „sechs großen Nordwände der Alpen“ sind dies zusätzlich die Nordwände von Petit Dru, Piz Badile und der Großen Zinne…

Rainer Petek, Master of Science in Organizational Development, Management-Berater für Strategie, Führung und Kooperation. Der Autor hat als ehemaliger Extrembergsteiger mit Klienten schwierigste Alpenwände gemeistert und begleitet Organisationen in schwierigen strategischen Veränderungsprozessen. Der Autor ist Lehrbeauftragter an der Universität Klagenfurt und hält zum Nordwand-Prinzip® Vorträge bei Mitarbeiter- und Kundenveranstaltungen sowie bei Lehrgängen und Kamingesprächen.

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Karriere-ABC: Angebote im Netz unter die Lupe genommen (Teil 1) http://www.karriere-einsichten.de/2013/07/karriere-abc-angebote-im-netz-unter-die-lupe-genommen-teil-1/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/07/karriere-abc-angebote-im-netz-unter-die-lupe-genommen-teil-1/#comments Fri, 05 Jul 2013 06:18:23 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6241 Fast 100 Millionen Mal wird das Schlagwort Karriere mittlerweile in deutschen Suchmaschinen gelistet. Die Arbeitswelt ändert sich – und die Mitarbeiter, die in ihr arbeiten sowieso. Logisch ... neue Einsichten gefällig?

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Fast 100 Millionen Mal wird das Schlagwort Karriere mittlerweile in deutschen Suchmaschinen gelistet. Die Arbeitswelt ändert sich – und die Mitarbeiter, die in ihr arbeiten sowieso. Logisch also, dass immer mehr Medien auf der Suche nach neuen Lesern “Karriere” aufgreifen. Wir checken für euch die wichtigsten Angebote im Netz, angefangen von der Content-Agentur über das 1-Mann-Blog bis zum grossen Verlagshaus…

Darunter die etablierten Medien wie zum Beispiel der Spiegel, gerade erst den Karriere-Spiegel im Netz gestartet, jetzt auch das neue “JOB” im Print, in Bunt und in Farbe am Kiosk und die ZEIT, neben ihrem Hochglanz-Titel “Campus” auch mit der Rubrik Karriere in Wochenzeitung und Webseite vertreten.

Hinzu kommen reine Ratgeber-Blogs wie die Karriere-Bibel von Jochen Mai oder, etwas weiter gefasst, die Berufe-Bilder der Simone Janson. Diese und andere Blogs stellen einzelne Journalisten auf die Beine. Und dann wären da noch die Portale wie die Karriere-Experten, für Berufs- und Karriereberater wie Svenja Hofert. Wir wollen euch in der Rubrik Nachrichten in den kommenden Wochen einige dieser Angebote vorstellen. Wir starten heute mit den Portalen.

Von Agentur bis Verlag: Dran am Karriere-Thema

Eins davon ist die Webseite www.personal-erfolg.de. Mit Themen vom Gehalt über Arbeitsrecht, Bildung, Personal und Mitarbeiter bis zu Motivation scheint alles dabei zu sein, was man so für seine Karriere braucht. Hinter dem Angebot steckt der Praxiswissen Fachverlag. Es wird von Experten aus der Praxis geschrieben die selbst in ihrem Bereich Spezialisten sind und hier Know-how aus dem Arbeitsalltag weitergeben wollen.

Den Leser erwarten also keine komplexen, aufwändig recherchierten Reportagen. Vielmehr findet er kurzweilige Themen auf 300-Zeichen-Basis, angefangen vom Essen im Büro über die Telefonrechnung des Chefs bis hin zu den schlimmsten Büro-Krankheiten.

Praktische Infos findet man hier unter anderem zum Thema Arbeitsrecht. Zum Beispiel zu Fragen wie: Ich fühle mich wegen Elternzeit diskriminiert, was kann ich tun? Ich würde meinen Hund gerne mit ins Büro nehmen, ist das erlaubt?

Von Arbeitsrecht bis Zeitarbeit

Neben einigen Kuriositäten wird der Inhalts dabei durchaus ernst, was Sie Nutzwert erhöhen mag: Mobbing – Ich werde gemobbt, kann ich auf Schmerzensgeld verklagen? Auf was muss ich im Arbeitszeugnis achten, was sind mögliche Formfehler? Ich habe beziehungsweise mir wurde gekündigt, muss ich mein E-Mail-Konto sofort löschen? Ich habe Stress mit meinem Chef, was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden? Ich habe einen Mini-Job, muss mich der Arbeitgeber trotzdem versichern?

Ein kleines Beispiel zu der Sache mit dem Stress: es werden einige Gerichtsurteile sowie mögliche Schimpfwörter thematisiert. Wirklich interessante und inhaltlich spannende Ratgeber und Tipps bleiben aber noch etwas an der Oberfläche…

Karriere, die über viele Jahre in einem Unternehmen stattfindet, bezeichnet man als “Kaminkarriere”. Was früher üblich war und Stetigkeit ausgedrückt hat birgt heute Gefahren, da man bei einem Jobwechsel oft “Firmenblindheit” und mangelnde “Flexibilität” unterstellt, wenn man zu lange nur eine Unternehmenskultur erlebt hat. Viele Personaler empfinden das heute als nachteilig. Umgekehrt spricht man von einem „Karriereknick“, wenn sich der berufliche Aufstieg abrupt verlangsamt, und von einer „Karrierefalle“, wenn in einer beruflichen Situation wenig Aussicht auf Fortkommen besteht, etwa weil ein Arbeitsplatz wenig Entwicklungsmöglichkeit bietet…

Die Redaktion von Karriere-Einsichten beleuchtet verschiedenste Aspekte, Ansätze und Ideologien rund ums Thema Karriere. Mit ihren Reportagen, Berichten und Interviews, Ratgebern wie Buchauszügen: Werteorientiert. Meinungsstark. Crossmedial.

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Zermatt Summit: Weltverbesserer, NGOs und das Business http://www.karriere-einsichten.de/2013/06/zermatt-summit-ngos-und-das-business/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/06/zermatt-summit-ngos-und-das-business/#comments Wed, 12 Jun 2013 22:51:36 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6218 Eine Plattform soll es sein, für einen konstruktiven, “action-orientierten” Dialog zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Die Macher des Zermatt Summit wollen so Weltverbesser-Thesen fordern und fördern… n den ... neue Einsichten gefällig?

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Eine Plattform soll es sein, für einen konstruktiven, “action-orientierten” Dialog zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Die Macher des Zermatt Summit wollen so Weltverbesser-Thesen fordern und fördern…

In den letzten 20 Jahren gab es genug Veränderungen, vor allem durch die Globalisierung und den “Casino-Kapitalismus”. Damit einhergehende Veränderungen sind wiederum neue Herausforderungen:

Die Schere zwischen Arm und Reich, der Klimawandel und Nachhaltigkeit, die Sicherung der langfristigen Beschäftigungsfähigkeit angesichts des immer schnelleren technologischen Wandels und die zunehmende Volatilität in der globalen Wirtschaft.

Und dann wäre da noch die Gewährleistung des Verbraucherschutzes gegen oft undurchsichtige Lieferketten im Netz, die Schaffung der neuen rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, welche die neuen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten erfordern. Einige Unternehmen springen dabei ein, NGOs und Regierungen sowieso.

Themen: Neues Miteinander, alte Feindschaften

Themen, welche das Zermatt Summit seit einigen Jahren ansprechen will: Wie sind Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit im globalen wirtschaftlichen Kontext miteinander zu vereinen? Jeder hat dazu seine Meinung, vertritt seine Interessen. In dieser Kontroverse versuchen Teilnehmer und Podiumsgäste, Aufmerksamkeit zu bekommen. Zwar gebe es, so die Veranstalter um Christopher Wassermann, heute sehr lobenswerte Beispiele für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und NGOs zu verschiedenen Themen und in verschiedenen Ländern.

Doch es gibt ebenso ein Bedürfnis für eine breitere, mehr strategisch ausgerichtete, durchaus “produktivere” Diskussion. Das ist die Rolle, die der Zermatt Summit zu erfüllen versucht, als überparteiliche wie unabhängige Plattform. Die verschiedenen Akteure und Interessenten kommen in Zermatt dieses Jahr wieder am 20./21. Juni zusammen, um verschiedene Perspektiven und Ansätze zu “handlungsorientierten Ergebnissen” zu bringen.

Methode: Brainstorming, aber bitte strukturiert!

Jenseits der üblichen Business-Konferenzen biete das Zermatt Summit, so die Veranstalter, einen “ganzheitlichen Ansatz” für die diskutierten Themen.Schwerpunkt sind strukturierte Brainstorming-Sitzungen, echte Interaktion und die Vermeidung von formellen Reden – für den “Take-Home-Value” und “Impact” des Ganzen. Die Trends und Faktoren, die Entwicklung der Zivilgesellschaft, ihre Wahrnehmungen, Erwartungen und Wirkmechanismen. Die Praxis der Corporate Social Responsibility. Die Ethik, Regeln und Modi des Eingriffs zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Diese und andere Themen stehen auf der Tagesordnung des Zermatt Summit 2013:
  • PPPs (Public-Private-Partnership) als kooperativer Modus des 21. Jahrhunderts
  • Entwicklung der Zivilgesellschaft Ökosystem: Die Rolle von Social Media
  • Regierung / Geschäft / Civil Society: Erste Schritte auf zusammen, um Nachhaltigkeit zu erreichen
  • Vertrauensfrage:  Privatsektor und Zivilgesellschaft, wie schaffen wir Transparenz und Verantwortlichkeit auf beiden Seiten?
  • Corporate Social Responsibility als integrierter Bestandteil der Unternehmensstrategie auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
  • Soziales Unternehmertum und das Geschäft des positiven sozialen Wandels

Unternehmer, Führungskräfte (vormals Manager) aus den verschiedenen Teilen der Welt, Mitarbeiter und Persönlichkeiten aus NGOs und zivilgesellschaftlichen Gruppen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Medieleute und Vordenker – sie alle kommen nach Zermatt. Über 200 Teilnehmer aus über 18 Ländern werden erwartet, um ihre Ideen zu fördern und ihre Sichtweisen in einer strategisch ausgerichteten Diskussion zu “challengen”.

Karriere, die über viele Jahre in einem Unternehmen stattfindet, bezeichnet man als “Kaminkarriere”. Was früher üblich war und Stetigkeit ausgedrückt hat birgt heute Gefahren, da man bei einem Jobwechsel oft “Firmenblindheit” und mangelnde “Flexibilität” unterstellt, wenn man zu lange nur eine Unternehmenskultur erlebt hat. Viele Personaler empfinden das heute als nachteilig. Umgekehrt spricht man von einem „Karriereknick“, wenn sich der berufliche Aufstieg abrupt verlangsamt, und von einer „Karrierefalle“, wenn in einer beruflichen Situation wenig Aussicht auf Fortkommen besteht, etwa weil ein Arbeitsplatz wenig Entwicklungsmöglichkeit bietet…

Die Redaktion von Karriere-Einsichten beleuchtet verschiedenste Aspekte, Ansätze und Ideologien rund ums Thema Karriere. Mit ihren Reportagen, Berichten und Interviews, Ratgebern wie Buchauszügen: Werteorientiert. Meinungsstark. Crossmedial.

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Berufsunfähigkeit: Aus Schaden wirst du klug http://www.karriere-einsichten.de/2013/06/berufsunfahigkeit-aus-schaden-wirst-du-klug/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/06/berufsunfahigkeit-aus-schaden-wirst-du-klug/#comments Sat, 01 Jun 2013 14:35:14 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6206 Was ist deine Arbeitskraft wert? Viel, bedenkt man ihre Würde, die damit zusammenhängt. Das Finanzielle muss stimmen, macht aber (meistens) nicht glücklich wenn man es hat. Hat man ... neue Einsichten gefällig?

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Was ist deine Arbeitskraft wert? Viel, bedenkt man ihre Würde, die damit zusammenhängt. Das Finanzielle muss stimmen, macht aber (meistens) nicht glücklich wenn man es hat. Hat man es nicht, ist man aber doch auf dieses Geld angewiesen. Deshalb einige Fakten zu einem ungeliebten aber dennoch wichtigen Thema…

Berufsunfähigkeit, Versicherung, Krankenkasse, Krise, Depression, Burn-Out, Vorsorge. Da kommen Monat für Monat einige Euro bis zum Erreichen der Altersrente zusammen. Ein mehrjähriger Ausfall oder gar der Verlust der Arbeitskraft durch Krankheit oder Unfall würde oftmals ein existenzbedrohendes Risiko darstellen.

Denn seit der Abschaffung der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente in 2001 für alle nach dem 01.01.1961 Geborenen können Betroffene nur noch auf geringe staatliche Leistungen hoffen. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente wird nur noch unter bestimmten Voraussetzungen gezahlt und ist selbst dann noch finanziell unzureichend. Deshalb weisen Versicherungsgesellschaften und Verbraucherzentralen in seltener Eintracht auf die Wichtigkeit einer privaten Vorsorge hin.

“Richtigen Zeitpunkt” nicht verpassen

Es ist nur allzu menschlich, dass junge und gesunde Menschen nicht an Krankheiten oder Unfälle denken. Aber mit zunehmendem Alter stellen sich früher oder später doch die ersten gesundheitlichen Beschwerden (z.B. Rückenverspannungen, Allergien, Stressreaktionen) ein. Auch wenn diese zunächst nicht einmal zu einer Krankschreibung und schon gar nicht zu einer Berufsunfähigkeit führen – aber der Körper signalisiert erste Schwachstellen und diese werden von den behandelten Ärzten und Krankenkassen protokolliert. Und dann kann es für den Abschluss der optimalen Berufsunfähigkeitsversicherung schon zu spät sein.

Denn bei der Antragstellung werden Fragen zum Gesundheitszustand der zu versichernden Person gestellt. Diese sind zwar zeitlich meist auf die letzten 5 bzw. 10 Jahre vor der Antragstellung befristet, müssen aber unbedingt vollständig uns wahrheitsgemäß beantwortet werden. Schätzt die Versicherungsgesellschaft bei der Antragsprüfung ein, dass wegen der Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko vorliegt, wird die Gesellschaft den BU-Schutz nur mit einem Risikozuschlag oder mit einem Leistungsausschluss anbieten.

Anschluss an die Rente finden

In beiden Fällen wird man dann jedoch kaum noch von einer optimalen Berufsunfähigkeitsversicherung sprechen wollen. Bei bestimmten Vorerkrankungen kann der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auch gänzlich unmöglich werden. Deshalb sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abschließen. Außerdem sind bei einem niedrigerem Eintrittsalter auch die zu zahlenden Versicherungsbeiträge noch geringer.“In jungen Jahren hat man meist noch den besten Gesundheitszustand und niemand weiß, was morgen kommt.”

Natürlich müssen die versicherte BU-Rente sowie die Versicherungs- und Leistungsdauer auf den individuellen Bedarf abgestimmt sein. Eine zu niedrige BU-Rente kann im Versicherungsfall das entstandene finanzielle Loch nicht schließen. Eine zu hoch versicherte BU-Rente verursacht unnötige Beiträge.

Die Versicherungs- und Leistungsdauer sollte so gewählt werden, dass sich nach Ablauf der BU-Versicherung die Altersrente anschließen kann. Zwar steigt mit einer längeren Versicherungsdauer auch der zu zahlende Beitrag, aber eine Versicherungsdauer nur bis zum 60. Lebensjahr dürfte in den meisten Fällen zu kurz sein. Fehlende 1.000 € monatlich summieren sich innerhalb von 7 Jahren immerhin auf stattliche 84.000 €!

Außerdem sollten die BU-Versicherung einen möglichst umfassenden BU-Schutz bieten. Es nützt dem Versicherten nichts, bei den Beiträgen monatlich ein paar Euro eingespart zu haben, wenn die Versicherungsgesellschaft später die Leistungen wegen ungünstiger Versicherungsbedingungen verweigern kann. Daher ist es vorteilhaft, wenn die Versicherungsbedingungen folgende Punkte erfüllen:

  • Verzicht des Versicherers auf sein abstraktes Verweisungsrecht in Erst- und Nachprüfung
  • Verkürzung des Prognosezeitraums auf 6 Monate
  • Rückwirkende Leistungen nach 6-monatiger Berufsunfähigkeit
  • Rückwirkende Leistungen bei verspäteter Meldung
  • Verzicht auf Kündigung bzw. Vertragsanpassung bei unverschuldeter Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht
  • uneingeschränkter BU-Schutz bei vorübergehendem Ausscheiden aus dem Berufsleben (z.B. Elternzeit, Pflege von Angehörigen oder Arbeitslosigkeit)
  • weltweiter Versicherungsschutz
  • Verzicht auf konkrete Verweisung, wenn durch die neue Tätigkeit eine Minderung des jährlichen Bruttoeinkommen von mehr als 20 % verbunden ist
  • Nachversicherungsgarantie zu bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung

In bestimmten Fällen können auch weitere Leistungsverbesserungen wichtig sein; z.B. für Beschäftigte im Gesundheitswesen die Infektionsklausel, für Beamte eine Dienstunfähigkeitsklausel oder für Selbstständige günstige Regeln für die obligatorische Umorganisation des Arbeitsplatzes.

Und letztlich sollte natürlich auch der für den BU-Schutz zu zahlende Beitrag möglichst gering sein, um die Beiträge über die gesamte Dauer zahlen zu können. Es wäre fatal, wenn während eines finanziellen Engpasses der wichtige BU-Schutz gekündigt werden müsste. Aus diesem Grunde lehnen Verbraucherschutzverbände auch die Kombination von Altersvorsorgeprodukten mit einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung in einem Vertrag ab. Bei kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen ist die Abbruchquote sehr hoch und bei einer Kündigung der Hauptversicherung würde auch der BU-Schutz zwangsweise verloren gehen.

Die niedrigsten Beiträge ergeben sich bei einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) oder einer kleinen Risikolebensversicherung mit Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ).  Ergo: Vergleichen lohnt sich!

Karriere, die über viele Jahre in einem Unternehmen stattfindet, bezeichnet man als “Kaminkarriere”. Was früher üblich war und Stetigkeit ausgedrückt hat birgt heute Gefahren, da man bei einem Jobwechsel oft “Firmenblindheit” und mangelnde “Flexibilität” unterstellt, wenn man zu lange nur eine Unternehmenskultur erlebt hat. Viele Personaler empfinden das heute als nachteilig. Umgekehrt spricht man von einem „Karriereknick“, wenn sich der berufliche Aufstieg abrupt verlangsamt, und von einer „Karrierefalle“, wenn in einer beruflichen Situation wenig Aussicht auf Fortkommen besteht, etwa weil ein Arbeitsplatz wenig Entwicklungsmöglichkeit bietet…

Die Redaktion von Karriere-Einsichten beleuchtet verschiedenste Aspekte, Ansätze und Ideologien rund ums Thema Karriere. Mit ihren Reportagen, Berichten und Interviews, Ratgebern wie Buchauszügen: Werteorientiert. Meinungsstark. Crossmedial.

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Assessment Center: Ich und das Leben der Anderen http://www.karriere-einsichten.de/2013/05/assessment-center-ich-und-das-leben-der-anderen/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/05/assessment-center-ich-und-das-leben-der-anderen/#comments Thu, 30 May 2013 07:00:02 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5207 Bewerber müssen heute eine ganze Palette an Qualitäten beweisen. Allem vorran im Assessment Center, der praktisch jeder Konzernkarriere vorausgeht. Meistens gefordert: Gruppendiskussionen, Einzelinterviews und Analytiktests. Ob der Anruf ... neue Einsichten gefällig?

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Bewerber müssen heute eine ganze Palette an Qualitäten beweisen. Allem vorran im Assessment Center, der praktisch jeder Konzernkarriere vorausgeht. Meistens gefordert: Gruppendiskussionen, Einzelinterviews und Analytiktests. Ob der Anruf mit Jobangebot oder, ein paar Tage später, die Absage per Mail. Jan Thomas Otte und Sabrina Kurth haben mit Teilnehmern, Personalern und Experten gesprochen…

Freitagmorgen, 7:55 Uhr. In der Nähe von Frankfurt. Zwei Anzugträger sitzen mit mir im Taxi, stelle mich kurz vor, Hände schütteln, zum Firmensitz fahren, einem der größten Beratungsunternehmen Deutschlands. Heute ist „Office Day“, wie es bei Consultants heißt. Während mein Namensschildchen am Empfang gedruckt wird, überprüfe ich nochmal schnell meinen Krawattenknoten, begrüße danach die ersten Mitbewerber: „Auch einen Latte Macchiato, ja?“ Das Eis wird mit Kaffee und Plätzchen gebrochen.

Die offizielle Begrüßung folgt: „Gut hergefunden?“ Die Teilnehmer stellen sich in der Runde vor. Es folgt ein Mix von Gruppenarbeiten, Tests und Präsentationen, insgesamt acht Stunden lang. Dazwischen kurze Pausen: Häppchen, Snacks und Süßes. Die Atmosphäre scheint locker zu sein, zumindest wirken viele Mitbewerber so.

Auswahltagungen zu besuchen, das gehöre einfach mit dazu. Insgesamt fünf Assessement-Center hat Michael Messelis besucht. Die gewünschte Position: Eine der begehrten Trainee-Stellen im Marketing. In seinem BWL-Studium an der Universität Mannheim hat er sich auf Marketing und Controlling spezialisiert.

Vorbereitung möglich, aber nicht immer gewünscht

Das Procedere findet Michael berechtigt, begrenzt aber zugleich dessen Aussagekraft. Er sieht es pragmatisch: „Bevor man zu irgendwelchen netten ACs in tollen Hotels dieser Republik eingeladen wird, durchläuft man häufig Online-ACs. Im Anschluss Telefoninterviews“, berichtet Michael. Der Bewerber könne sich auf viele Aufgaben und Fragen bereits vorbereiten. Das findet er wenig valide.

„Die zur Verfügung stehende Literatur ermöglicht doch eine fast 100%ige Vorbereitung“, sagt der BWL-Student. Die Personaler in den Unternehmen könnten sich mehr Fragen einfallen lassen.“

„Sie nutzen meist die gleichen Aufgabentypen und Fragestellungen“, findet Michael. Zum Beispiel: Erklären Sie bitte Ihren Lebenslauf! Was hat Sie am meisten geprägt in Ihrem Leben? Warum gerade Sie als Bewerber? Warum ausgerechnet unser Unternehmen? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Ob es dabei um eine Trainee-Stelle geht, eine Beförderung „on the job“ oder ein Stipendium im Studium. Die Gespräche dauern meistens 45 Minuten. „Standard“, findet Michael.

„Die ACs sind meist sehr gut organisiert, liefern dem Unternehmen einen recht guten Eindruck über den Bewerber“, sagen Personaler an der anderen Seite vom Schreibtisch. Die machen sich Notizen zur Selbstpräsentation des Bewerbers, Agieren in einer Gruppe und Verhalten gegenüber zukünftigen Vorgesetzten.

Dazu ein paar Ergebnisse zu den Case-Studies und ihrer Präsentation. In den seltensten Fällen ging es in Michaels Auswahlverfahren um fachliches Wissen. Ob Mathe, Deutsch oder Englisch. Das würde in den Tests und den Zeugnisnoten abgeprüft, heißt es. Es wird mehr darauf geachtet, „ob der Kandidat ins Unternehmen passt“, wie er mit Stress umgeht. Auch in einer netten Umgebung.

Fallstudien im Auswahlverfahren

Mittwochnachmittag, 15:30 Uhr. Auf einem Weinberg irgendwo am Alpenrand, da stehe ich mit einer Gruppe von zwanzig Leuten, Interessierten und Firmenvertretern. Tipps zum richtigen Schnippeln der Reben bekommen wir nicht. Wir wollen die tägliche Arbeit einer Strategieberatung kennen lernen, die Anderen ihre potentiellen Mitarbeiter in möglichst entspannter Atmosphäre „casten“.

Anhand einer realen Fallstudie aus dem Weingeschäft. Wir gehören zu den Kandidaten, die zuvor den aufwendigen „Screening-Prozess“ bestanden haben. Wir sollen für den edlen Rebensaft Strategien entwickeln, damit seine Marke zum Premium wird, der Umsatz steigt. Im Wein liegt die Wahrheit, menscheln einige. „Performer“ wollen aber harte Fakten hören: Durch welche Vertriebsstrategien kann das Unternehmen weiter wachsen, den Gewinn steigern? Wo gibt es noch Verbesserungspotenziale? Müssen noch Kosten „geschrubbt“ werden?

Kompetitive Unternehmen wie McKinsey, BCG oder Roland Berger wetteifern nicht nur auf Campus-Karrieremessen und internen Auswahlverfahren um die besten Köpfe. Es geht um die nächste Generation der „Performer“. Wer beim Recruiting unter den besten Köpfen wählen will, muss sich im Hochschulmarketing etwas Besonderes einfallen lassen. Die Anforderungen an den Bewerber wachsen ebenso. Im Beraterjargon hat er zwei Möglichkeiten zu beschleunigen.

Entweder als Sprinter „top-down“ oder als Marathon-Läufer „bottom-up“. Der Weg durch das AC bleibt derselbe. Wer den Job bekommen möchte, muss sich darüber klar sein: Es durch das Nadelöhr der ersten, auch der zweiten Selektion zu schaffen, ist eine Sache. Sich auch auf Dauer unter den Auserwählten zu behaupten, eine andere. Beim Wein verhält sich das etwas anders. Er hat mehr Zeit zum Reifen.

Was ist ein Online-Assessment-Center? Es soll klassische Auswahlverfahren nicht ersetzen, aber ergänzen. Konzerne wie Procter & Gamble und andere nutzen automatisierte Instrumente, um mehr über den Bewerber herauszufinden – bevor man ihn einlädt. Der OPQ (Occupational Personality Questionnaire) ist eine weit verbreitete Potentialanalyse. Sie dient als Rückgrat zur Charakterisierung der Persönlichkeit vom Bewerber. Es wird versucht, menschliche Eigenschaften auch online abzubilden. Ein solcher Blick könne bei gleicher Qualifikation von Kandidaten die „Passung“ zwischen Person und Anforderungsprofil anzeigen. Und damit die Wahrscheinlichkeit des unternehmerischen Erfolgs erhöhen, hoffen die Personaler. Vorausgesetzt: Fehlbesetzungen und Kosten werden reduziert…

Sabrina Kurth und Jan Thomas Otte waren auf der Suche nach dem Geheimnis hinter dem Mythos Assessment Center. Und haben bei ihren Recherchen gewöhnliche Werkzeuge aus der “Personalbeschaffung” kennengelernt…

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Weiterbildung: Junge sind engagiert, ältere demotiviert http://www.karriere-einsichten.de/2013/05/weiterbildung-junge-sind-engagiert-altere-demotiviert/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/05/weiterbildung-junge-sind-engagiert-altere-demotiviert/#comments Mon, 27 May 2013 17:00:31 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6155 Drei Viertel der jungen Angestellten lernen gerne für den Beruf. Doch ab 46 Jahren sinkt deren Engagement rapide. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage, für die das ... neue Einsichten gefällig?

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Drei Viertel der jungen Angestellten lernen gerne für den Beruf. Doch ab 46 Jahren sinkt deren Engagement rapide. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Umfrage, für die das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.000 Angestellte befragt hat. Wir berichten…

Lebenslanges Lernen und das Teilen von Wissen sind mittlerweile im Privatleben, aber auch am Arbeitsplatz selbstverständlich geworden. Dass Weiterentwicklung nicht nur wichtig ist, um im Job voranzukommen, sondern auch Spaß macht, haben mittlerweile viele erkannt: Knapp zwei von drei Angestellten würden sich gern häufiger fortbilden, so ein Ergebnis der Umfrage. Sie sind auch bereit, dafür Freizeit zu opfern oder in die eigene Tasche zu greifen.

Keine Lust aufs Lernen?

Besonders der Wissens- und Erfahrungsschatz der älteren Mitarbeiter wird für die Unternehmen bald erfolgsentscheidend sein, nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels.

Die Lust aufs Lernen nimmt bei ihnen aber rapide ab: Während sich noch 72 Prozent der Arbeitnehmer unter 35 Jahren auf Weiterbildungen freuen, trifft dies nur noch auf 50 Prozent der Befragten ab 46 Jahren und auf 42 Prozent der Mitarbeiter ab 56 Jahren zu.

Anders als oft angenommen scheint dies nicht unbedingt an fehlenden oder schlechten Angeboten der Arbeitgeber zu liegen: Acht Prozent der 46- bis 55-Jährigen geben zu, einfach kein Interesse an Weiterbildung zu haben. Bei den Arbeitnehmern ab 56 Jahren sind es sogar neun Prozent.

Weiterbildung nach Lebensphasen

„Während die jungen Arbeitnehmer es gewohnt sind, sich ständig weiterzuentwickeln und dazu zu lernen, fällt es ihren erfahrenen Kollegen noch deutlich schwerer, den Wert von Weiterbildung zu erkennen“, sagt Torsten Bittlingmaier, Geschäftsführer von Haufe Akademie Inhouse-Training und Consulting. „Hier sind natürlich auch die Arbeitgeber gefordert, Überzeugungsarbeit zu leisten.“

Sie können zum Beispiel die Zusammenarbeit von jüngeren und erfahreneren Kollegen stärker unterstützen und für alle Lebensphasen passende Weiterbildungen anbieten. 30-Jährige benötigen andere Weiterbildungsangebote als ihre Kollegen 50+: Für die älteren Arbeitnehmer geht es in erster Linie darum, die Beschäftigungsfähigkeit weiterhin zu sichern, ihr Wissen weiterzugeben und auch am Arbeitsplatz gesund zu bleiben.“Jüngere Arbeitnehmer wollen vor allem neue Kompetenzen erwerben, Stärken betonen und sich gegebenenfalls als Führungskraft weiterentwickeln”

Viele Angestellte sind bereit, in der Freizeit zu lernen – auch wenn es der Arbeitgeber gar nicht explizit erwartet. Nur jeder Vierte (25 Prozent) sagt, der Arbeitgeber erwarte von ihm, dass er sich außerhalb der Arbeitszeit für den Job weiterbildet.

Dennoch würde fast jeder Zweite (45 Prozent) zumindest unter der Woche Freizeit für Weiterbildung opfern. Fast jeder Dritte (31 Prozent) zieht es sogar in Betracht, am Wochenende oder im Urlaub zu lernen. Auch hier liegen die jungen Arbeitnehmer vorne: Bei den Befragten bis 35 Jahre sind 42 Prozent dazu bereit; bei den Angestellten ab 56 Jahren sind es nur noch 24 Prozent. 21 Prozent möchten sich hingegen nur während der Arbeitszeit weiterbilden.

Hohe Erwartungen befeuern Lernfreude

Eine hohe Erwartungshaltung des Arbeitgebers hat keine negativen Auswirkungen auf das Lernengagement der Mitarbeiter: Bei Unternehmen, die erwarten, dass ihre Mitarbeiter sich auch außerhalb der Arbeitszeiten weiterbilden, ist die Investitionsbereitschaft der Mitarbeiter sogar deutlich höher als in weniger anspruchsvollen Unternehmen; mehr Mitarbeiter sind bereit, sich am Wochenende oder sogar im Urlaub weiterzubilden (44 Prozent gegenüber 26 Prozent in Unternehmen, die dies nicht erwarten).

Eine deutliche Mehrheit der deutschen Angestellten ist bereit, für berufliche Weiterbildung auch in die eigene Tasche zu greifen: 13 Prozent würden einen kleinen Betrag, nämlich bis zu hundert Euro im Jahr, beisteuern. Weitere 15 Prozent würden bis zu 200 Euro zahlen, 33 Prozent sogar bis zu 1.000 Euro. Gut jeder vierte Angestellte (28 Prozent) meint hingegen, die Finanzierung beruflicher Weiterbildung sei ausschließlich Sache des Arbeitgebers.

In der Umfrage ermittelte Forsa den Stellenwert beruflicher Weiterbildung beim aktuellen Arbeitgeber. Die meisten Unternehmen, nämlich 69 Prozent, schaffen Gelegenheiten für den Wissens- und Erfahrungsaustausch. Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) bekommt konkrete Weiterbildungsangebote. In einigen Unternehmen gehen die Führungskräfte mit gutem Beispiel voran: 55 Prozent der Angestellten vermuten, dass sich ihre Vorgesetzten selbst weiterbilden. „Führungskräfte haben beim Lernen eine Vorbildfunktion“, sagt Torsten Bittlingmaier. „Ihr eigenes Verhalten hat einen starken Einfluss auf die Bereitschaft ihrer Mitarbeiter, sich weiterzubilden.“

Die Umfrage zeigt auch, dass eine gute Lernkultur die Eigeninitiative der Mitarbeiter fördert: Können sie regelmäßig während der Arbeitszeit voneinander lernen, sind 33 Prozent der Befragten bereit, sich auch in der Freizeit neues Wissen anzueignen. Bei Arbeitgebern, die den Wissens- und Erfahrungsaustausch der Angestellten nicht fördern, sind Mitarbeiter deutlich weniger bereit, sich auch an Wochenenden oder im Urlaub weiterzubilden (25 Prozent im Vergleich zu 33 Prozent in lernfreundlichen Unternehmen). Das Ergebnis beruflicher Weiterbildung? Vielleicht ein besser bezahlter Job, der in zahlreichen Stellenanzeigen online zu finden ist, zum Beispiel im Bereich der IT und Entwicklung. Und sei es nur eine inhaltlich spannendere Aufgabe.

Für Weiterbildung, Weiterbildungsinnovationen und Weiterbildungsforschung gibt es an vielen Universitäten der Bundesrepublik eine eigenständige Professur. Erwachsenenbildung/ Weiterbildung kann an zahlreichen Universitäten als Studienrichtung der Erziehungswissenschaft im Rahmen eines Diplom- oder BA/MA Studiums studiert werden.

Die Erwachsenenbildung ist in der Regel in Lehrstühlen und Professuren realisiert, an wenigen Universitäten gibt es mehrere Professuren oder ganze Institute, so etwa in Duisburg-Essen. Darüber hinaus beschäftigt sich das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung mit der Entwicklung im Feld der Erwachsenen- und Weiterbildung.

Auch mit Bürgeruniversitäten und Seniorenakademien engagieren sich einzelne Universitäten und Volkshochschulen im Weiterbildungsbereich. Mit dem organisatorischen Teil der Erwachsenenbildung befasst sich das Bildungsmanagement.

Torsten Bittlingmaier ist Experte im Talentmanagement. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im Auftrag der Haufe Akademie im Februar 2013 bundesweit 1.000 Angestellte anhand computergestützter Telefoninterviews….

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Trainee-Programme: Stolpern zum Traumjob http://www.karriere-einsichten.de/2013/05/trainee-program-stolpern-zum-traumjob/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/05/trainee-program-stolpern-zum-traumjob/#comments Sun, 19 May 2013 19:00:12 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6180 Fettnäpfchen, Fallstricke und Flops gibt es nicht nur im privaten Leben, sondern auch im Berufsleben. Da ist ein Trainee-Programm keine Ausnahme. Wie man am besten reagiert und ... neue Einsichten gefällig?

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Fettnäpfchen, Fallstricke und Flops gibt es nicht nur im privaten Leben, sondern auch im Berufsleben. Da ist ein Trainee-Programm keine Ausnahme. Wie man am besten reagiert und diese sogar als Chance sieht, erklärt „Trainee-Knigge“ Stefan Rippler. Ein  Auszug…

Jeder macht Fehler. Ist ja eigentlich auch nicht der Rede wert, denn es war ja meist keine Absicht. Fehler können zwar unangenehm, peinlich, ärgerlich oder teuer sein – und die Konsequenzen erst recht. Aber jeden Fauxpas vermeiden zu wollen, ist erstens sehr anstrengend und wahrscheinlich erfolglos…

Gerade für Berufseinsteiger sind Fehler oft nicht sonderlich schlimm. Sie haben sogar viel Gutes, denn, sie tragen vor allem zum Lernprozess bei, aber das macht Fehler nicht zu Lappalien.

Wer fehlerhaft handelt, verärgert (und enttäuscht) andere oder zumindest sich selbst. Darum bemüht man sich in der Regel natürlich, möglichst wenig falsch zu machen. Nur wie schafft man das? Schon im Vorfeld nach potentiellen Fehlerquellen suchen und versuchen, sie so gut wie möglich unter Kontrolle zu bekommen. Erfahrenere Kollegen fragen.

Viele Fehler werden erst in dem Moment akut zum Problem, wenn sie von anderen erkannt werden. Es ist also zu empfehlen, möglichst frühzeitig zu überprüfen, ob man selbst Fehler gemacht hat. Dann kann man sie vielleicht noch ausbessern, bevor andere darauf stoßen.

Aber bei aller Achtsamkeit: “Angst vor Fehlern zu haben, ist auch nicht der richtige Weg. Denn dann macht man vor lauter Vorsicht erst recht welche.” Das ist ähnlich wie bei einem Elfmeterschützen beim Fußball: Wer Angst davor hat, ihn zu verschießen, verschießt viel eher als jemand, der mit Selbstvertrauen an die Sache herangeht und diese Sicherheit auch noch ausstrahlt.

Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und ein Fehler passiert, sollte man den Fehler sofort ansprechen. Eine Entschuldigung mit der Zusage, es beim nächsten Mal besser zu machen, ist in jedem Fall angebracht. Wichtig ist vor allem, dass man aus der Situation lernt und den Fehler kein zweites Mal macht.

Kuschen, Kopieren, Kaffeekochen

Kaffeekochen, Kopieren und Akten sortieren gehören sicherlich mal dazu, sollten allerdings nicht Haupttätigkeiten sein. Immer bei den Ansprechpartner auf der Matte zu stehen, wenn man gerade nichts zu tun hat – das sollte man als Trainee auf jeden Fall tun – auch und gerne penetrant.

Das Gefühl, dass man etwas lernen möchte, sollte beim Kollegen ankommen und was nutzt einem ein Trainee, in dem man nur Däumchen dreht? Aber Vorsicht: Traut man sich zu viel zu, kann es leicht mal passieren, dass der Schreibtisch zu voll wird – und eventuell gehäuft Fehler passieren.

Trainee-Knigge: Der Ratgeber für den erfolgreichen Karriere-Start

Als Trainee hängt man sich natürlich rein und versucht, den potenziell zukünftigen Arbeitgeber von sich zu überzeugen. Alles hat jedoch Grenzen. Das heißt nicht, dass man im Trainee um 18 Uhr seinen Stift fallen lassen sollte, aber regelmäßig drei Überstunden am Tag sind auch nicht okay.

Sollte es mal brennen, kann es schon sein, dass man länger bleibt, oder ggf. nach Aufgaben fragt, falls der eigene Schreibtisch leer ist und man sieht und merkt, dass die Kollegen alle noch rotieren. Man verabschiedet sich am besten, indem man fragt, ob es noch Aufgaben gibt und man ansonsten dann jetzt gehen würde.

Bleiben bis zum Umfallen: Keine Spielchen!

Politische Spielchen, in denen es um das Streben nach Macht geht, gibt es nicht nur im Bundestag. Auch im Karriere-Leben kann man sich schon mal so vorkommen, als wäre man im Haifischbecken. Alle wollen weiter kommen auf der Karriere-Leiter, sei es durch überzeugende Arbeitsleistung, besonderes Engagement – oder Tricks und Spielchen mit denen man Einfluss auf andere nimmt bzw. Einflussversuche anderer abwehrt und seinen eigenen Willen durchsetzt.

Dabei spielt es keine große Rolle, ob man selbst schon Führungskraft ist oder gerade am Beginn seiner Karriere steht – aber im Trainee-Programm gilt: Keine Spielchen. Das Beste am Trainee-Programm ist, dass man oftmals Machtspiele beobachten kann und dadurch für das spätere Berufsleben lernt, wie man mit solchen Situationen umgehen kann – dass man Opfer von Spielchen wird, ist eher unwahrscheinlich.

Ein Fall, der ab und an Grund für Spielchen liefert: Jemand in der Durchlaufstation hat Angst um seinen Job, weil man als Trainee besser qualifiziert ist oder der Trainee besonders in der Abteilung heraussticht, beispielsweise durch überdurchschnittliche Arbeitsergebnisse, Verbesserungsvorschläge oder ähnliches. Hier hilft nur das direkte Gespräch mit dem Gegenspieler. Man ist schließlich nicht nur in dieser einen Station und hat vielleicht sogar ganz andere Ziele als derjenige, der um seinen Job bangt.

Meetings: Das firmeninterne Vitamin B

Um ein unternehmensweites Netzwerk aufzubauen und erhalten zu können, sollte man am Ende des Durchlaufs in den einzelnen Stationen von seinen Betreuern eine ehrliche Einschätzung seiner Fähigkeiten erbitten. In vielen Firmen ist ein abschließendes Gespräch in der letzten Woche Bestandteil einer jeden Trainee-Station. Man kann so z.B. versuchen, sich eine Mentor-Mentee-Beziehung mit den ein oder anderen Kollegen aufzubauen und sich auch privat besser kennenzulernen, ja sich vielleicht sogar anzufreunden.

Jedes Meeting ist eine Chance, neues Wissen aufzusaugen sowie mehr über das Unternehmen und die Kollegen zu erfahren. Das weiß in der Regel auch der jeweilige Ansprechpartner des Trainees in der Fachabteilung und nimmt einen in wichtige Meetings mit – ob intern oder mit Kundenkontakt, manchmal verbunden mit der Aufgabe, Protokoll zu führen.

Anders als Praktikanten erfährt man in Meetings teilweise Dinge, die höchst vertraulich behandelt werden müssen – zum Beispiel, wenn es um Personalangelegenheiten geht. Als Trainee lernt man so nicht nur wichtige Entscheidungsträger kennen, sondern auch die Unternehmenskultur.

Ein Trainee ist ein Hochschulabsolvent, der in einem Unternehmen systematisch als vielfältig einsetzbare Nachwuchskraft aufgebaut wird, üblicherweise durch ein Traineeprogramm mit aufeinander abgestimmten Einsätzen in verschiedenen Abteilungen, Seminaren und Netzwerkveranstaltungen. Umgangssprachlich wird Trainee oft irrtümlich mit Traineeprogramm gleichgesetzt, was zu einigen Verwirrungen führen kann.

Trainees durchlaufen spezielle Förderprogramme mit einer Laufzeit im Regelfall zwischen 12 und 24 Monaten. Oftmals sind Trainees Kandidaten für zukünftige Führungskräfte oder künftige Spezialisten. In dieser Einführungsphase sollen sie wichtige Firmenbereiche und Personen in einem beschleunigten Zeitrahmen kennenlernen und selbst bekannt gemacht werden.

Stefan Rippler ist Redakteur bei der Computerbild und hat den Trainee-Knigge herausgegeben. Er selbst war Trainee bei der Bauer Media Group und ist heute Redaktionskoordinator bei Axel Springer. Branko Woischwill promoviert an der Freien Universität Berlin im Fach Soziologie. Lukas große Klönne ist Redaktionsleiter der Jobbörse Absolventa..

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Entscheidungsfindung: Leben ist Veränderung http://www.karriere-einsichten.de/2013/05/angst-vor-veranderung-was-kommt-nach-dem-aussitzen/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/05/angst-vor-veranderung-was-kommt-nach-dem-aussitzen/#comments Sat, 18 May 2013 11:00:47 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6185 Jobwechsel, Umzug, Trennungen – aus Angst vor Veränderungen halten viele Menschen an Gewohntem fest und sitzen Entscheidungen lieber aus. Doch Umbrüche im Leben, in der Gesellschaft und ... neue Einsichten gefällig?

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Jobwechsel, Umzug, Trennungen – aus Angst vor Veränderungen halten viele Menschen an Gewohntem fest und sitzen Entscheidungen lieber aus. Doch Umbrüche im Leben, in der Gesellschaft und der Arbeitswelt können bewusst gesteuert werden und sogar große Chancen bieten…

Umbrüche – das sind die Momente im Leben, in denen sich etwas grundlegend verändert. Manchmal stoßen wir selbst diese Veränderungen an, manchmal andere Menschen, oft sind es äußere Umstände.

Viele Menschen haben Angst vor solchen Übergängen – dabei sind es ganz normale Prozesse, die in jedem Leben vorkommen.

Ein ganz „normales“ Leben mit all seinen Umbrüchen ist auch das von Birgit, 42 Jahre alt, Mutter zweier Kinder und seit kurzem geschieden. Ihrem Psychotherapeuten gegenüber formuliert sie ihre Probleme:

Leistungsdruck und private Probleme

Ihr Mann hat sie verlassen, sie muss eine neue Wohnung suchen, die Kinder werden groß. „Alles geht zu Ende!“, so der spontane Ausdruck ihres Schmerzes. Sie fühlt sich als Opfer und fürchtet die Veränderungen, die von ihr, wie sie es ausdrückt, „abverlangt“ werden.

Ausgesessen!: Warum uns die Kultur des Nicht-Entscheidens unsere Zukunft kostet

Ausgesessen!: Warum uns die Kultur des Nicht-Entscheidens unsere Zukunft kostet

„Der Druck hat schon im Kindergarten angefangen. Dann die Einschulung, der Übergang ins Gymnasium, Studium und dann auch im Job. Kollegenwechsel, Umstrukturierungen der Abteilungen. Ich habe eigentlich immer Angst gehabt“, so Birgit. „ Ich habe in allen Umbrüchen das Ende meines gewohnten Lebens gesehen. Und es war jedes Mal ein Kampf um etwas Neues, Stabiles.

Mein Psychotherapeut hat mir klar gemacht, ich könne doch rückblickend stolz über meine eigene Leistung sein, dass jeder Neubeginn letztlich positiv verlaufen sei. Das habe ich selbst nie so gesehen. Erst nach und nach verstehe ich, dass ich die Zügel über mein Leben in der Hand habe. Und je mehr Erfahrungen ich mache, desto eher verstehe ich, dass nicht alles Neue automatisch schlecht sein muss.“

Steiniger Weg zur Selbstbestimmtheit

Vielen Menschen geht es ähnlich wie Birgit: Sie sind mit ihrer Situation unzufrieden, aber ihnen fehlt der Mut, etwas zu verändern. Allem Neuen begegnen sie mit Argwohn. Sie reagieren immer nur auf die Entscheidungen anderer, handeln gegen den eigenen Willen, nehmen eine Opferrolle ein und führen so schlimmstenfalls ein Leben, das sie gar nicht führen wollen. Dafür gibt es einen guten Grund.

 “Beginnt man erst einmal damit, sich kritisch mit sich selbst auseinander zu setzen, wirft das unbequeme Fragen auf”„Warum ändere ich nichts an meinem Leben?“ und – noch schwieriger: „Was will ich stattdessen?“ Auch der Aufwand, der mit einer möglichen Veränderung einhergeht, wird als Belastung empfunden.

Nicht ohne Grund. Denn Veränderungsprozesse durchlaufen sieben typische Phasen, die erst einmal bewältigt sein wollen. Ich will das am Beispiel Jobwechsel verdeutlichen:

  1. Überraschungsphase: Man ist überrascht, dass die Veränderung geschieht – auch wenn man sie selbst angestoßen hat: „Oh, ich habe tatsächlich gekündigt!“
  2. Verneinungsphase: Die Veränderung wird, obwohl selbst initiiert, auf einmal vehement abgelehnt. Der Abschied von den Kollegen erweist sich als schmerzhaft! War es wirklich richtig, sich für das Neue zu entscheiden?
  3. Das Jammertal: Der Verlust der alten Umgebung und anfängliche Schwierigkeiten im neuen Job führen zu regelrechter Trauer. War das Alte wirklich so schlecht?
  4. Akzeptanzphase: Hoppla, am neuen Arbeitsplatz funktioniert es auf einmal – der Blick wird wieder nach vorn gerichtet.
  5. Ausprobierphase: Neue Verhaltensweisen, interessantere Aufgaben, erste Kontakte zu Kollegen wirken beflügelnd.
  6. Erkenntnisphase: Die Bedeutung der Veränderung für die persönliche Entwicklung erschließt sich und bringt Stolz auf die Entscheidung.
  7. Integrationsphase: Das Neue ist Alltag geworden, die Gedanken an die frühere Stelle verblassen, der Veränderungsprozess ist erfolgreich abgeschlossen

Veränderung kostet Nerven

Veränderungen sind mit Mühe verbunden. Sie erfordern Zielklarheit, Ausdauer und Frustrationstoleranz. Aber wer die sieben Phasen der Veränderung erst einmal bewältigt hat, weiß, was er geleistet hat und erfährt in aller Regel, dass es sich gelohnt hat und dass das eigene Leben in die Hand genommen werden kann – in privaten, wie in beruflichen Belangen.

Wer sich dessen bewusst ist und bereit ist, die Umstände in Kauf zu nehmen, die mit Veränderungen verbunden sind, wird Umbrüche nicht mehr als Bedrohung empfinden sondern als Bereicherung. Und darum geht es – allen Ängsten, Mühen und Bedenken zum Trotz.

Eine Entscheidung ist eine Wahl zwischen Alternativen oder zwischen mehreren unterschiedlichen Varianten von einem oder mehreren Entscheidungsträgern. Eine Entscheidung kann spontan bzw. emotional, zufällig oder rational erfolgen. Eine rational begründete Entscheidung richtet sich nach bereits vorgängig abgesteckten Zielen oder vorhandenen Wertmaßstäben. Von der Entscheidungskompetenz eines Individuums hängt es ab, ob seine Pro- oder Contra-Entscheidungen richtig oder falsch ausfallen. Die Eigenschaft, ohne Verzögerung zu entscheiden und dabei zu bleiben, wird als Entschiedenheit bezeichnet (vgl. Führung).

Die Statistik und Ökonomie befasst sich in der Entscheidungstheorie mit der Frage nach der optimalen Entscheidung. Das Wort soll von ent-scheiden stammen, also z. B. das Schwert aus dessen Scheide ziehen, da man sich dann eben zwischen kämpfen bzw. nicht kämpfen entschieden hat. Die Entscheidung wird auch, oftmals im Sinne eines Ergebnisses, als der Entscheid bezeichnet.

Roland Jäger ist selbständiger Unternehmensberater und Coach mit den Schwerpunkten Führung, Change- und Selbstmanagement – entdeckte früh sein Talent, Probleme offensiv anzugehen. In seinem Buch „Ausgesessen – Warum uns die Kultur des Nichtentscheidens unsere Zukunft kostet“ appelliert er zu mehr Entscheidungsfreude in Wirtschaft, Gesellschaft und im privaten Kontext…

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Elite-Internate: “Investment in die Zukunft” http://www.karriere-einsichten.de/2013/03/elite-internat-in-der-schweiz-investment-in-die-zukunft/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/03/elite-internat-in-der-schweiz-investment-in-die-zukunft/#comments Sun, 10 Mar 2013 19:00:25 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6148 Vom Stress im Job über private Probleme bis hin zum Burn-Out Syndrom. Leistungsdruck gab es schon vor der Wirtschaftskrise, in der jungen Generation ist er besonders gross. ... neue Einsichten gefällig?

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Vom Stress im Job über private Probleme bis hin zum Burn-Out Syndrom. Leistungsdruck gab es schon vor der Wirtschaftskrise, in der jungen Generation ist er besonders gross. Eltern helfen der Karriere ihrer Sprösslinge gerne auf die Sprünge. Einige sind bereit, hohe Summen in ihre Ausbildung zu investieren. Interview mit Fabian Teichmann…

Worin unterscheidet sich das Institut auf dem Rosenberg von anderen Schulen? Auf der Homepage heisst es, als eine der ältesten Privatschulen wolle es ihre Schüler zu mehr Weltoffenheit erziehen.

Karriere-Einsichten: Wie sehen Sie das?

Fabian Teichmann: “Durch das Zusammenleben mit Mitschülern aus über 30 Ländern lernen unsere Schützlinge, mit Menschen verschiedenster Herkunft umzugehen. Kleine Klassen und fünf verschiedene Schulsystem ermöglichen es uns, auf die Bedürfnisse aller Schüler einzugehen. Dabei werden Sprachkenntnisse ebenso gefördert wie Sozialkompetenz und kulturelles Verständnis.”

Schwerpunkt auf Sprachförderung

Karriere-Einsichten: Wie darf man sich einen typischen Tag am Institut auf dem Rosenberg vorstellen?

Fabian Teichmann: “Unsere Schüler werden um 07.00 Uhr geweckt und müssen pünktlich um 07.30 Uhr in Anzug und Krawatte (Jungen) bzw. Rock oder Kleid (Mädchen) zum Frühstück erscheinen. Von 08.00-11.45 Uhr haben sie Unterricht, anschliessend ein zwanzigminütiges Mittagessen, und dann bis 15.10 oder 16.00 Uhr Nachmittagsunterricht. Von 19.00-21.00 haben sie Studienzeit, und um 21.45 beginnt die obligatorische Nachtruhe.”

Karriere-Einsichten: Was erhoffen Sie sich von so einem durchgetakteten Tagesablauf sowie einer derartig konservativen Kleiderordnung?

Fabian Teichmann: “Unsere Schüler müssen lernen, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Dazu gehören und anderem Selbstdisziplin sowie eine gewisse Kompatibilität mit den gängigen Normen der Geschäftswelt.”

Karriere-Einsichten: Was machen ihre Schüler in Ihrer Freizeit?

Fabian Teichmann: “Viele unserer Schüler widmen einen Grossteil ihrer Freizeit den Vorbereitungen für den Rosenbergball. Sie werden beispielsweise von September bis November jeden Abend von 18.00 bis 19.15 Uhr im Walzer tanzen unterrichtet. Mehrere Gruppen trainieren sie mit Zirkusartisten, um ihre Eltern mit einem Akrobatikprogramm beeindrucken zu können.

Viele Freizeitmöglichkeiten

Ausserdem bieten wir zahlreiche Sportprogramme und die Mitgliedschaft in einen der Clubs und Komitees an (Culture Club, Charity Comitee, Student Comitee) an. So helfen wir unseren Schülern, ein gesundes Gleichgewicht zu finden.“Im Laufe der jüngsten Finanzkrise haben viele Menschen ihre Häuser und Wertanlagen verloren, aber bisher ist mir niemand begegnet, dem seine Erziehung oder Ausbildung abhanden gekommen ist.“

Karriere-Einsichten: Welche Karriere-Perspektiven haben denn die Absolventen dieses Internats?

Fabian Teichmann: Viele unserer Schüler entscheiden sich für eine Karriere auf internationaler Ebene. Durch ihre Freunde aus aller Welt entwickeln sie bereits im Jugendalter ein großes Interesse an fremden Kulturen. Danach folgt meist ein Auslandsstudium, zum Beispiel in London oder den USA.

Unser College Counseling ist bei der Wahl einer passenden Universität behilflich. Durch ihre ausgeprägten Sprachkenntnisse sowie ihre überdurchschnittliche Sozialkompetenz sind unsere Absolventen bei potentiellen Arbeitgebern sehr beliebt. Viele von ihnen sind in der freien Wirtschaft erfolgreich, andere widmen ihr Leben der Wissenschaft oder kreativen Berufen.”

Karriere-Einsichten: Das hohe Schulgeld lohnt sich also?

Fabian Teichmann: Die Ausbildung am Institut auf dem Rosenberg ist ein Investment in die Zukunft Ihrer Kinder.

Immer wieder in der Geschichte greifen Reformbewegungen in schweren kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Krisen auf das Modell des Internats als “pädagogischer Insel” zurück, in deren Abgeschiedenheit eine Erneuerung der Erziehung und damit die Veränderung gesellschaftlicher Zustände durch neue Eliten stattfinden soll (Jesuitenkollegs, Philanthropine, Landerziehungsheime). Daneben entstehen Formen des Internats mit eher pragmatischer Zielsetzung (“Notenpressen” für Schulversager, private, kirchliche und staatliche Schülerwohnheime an Standorten öffentlicher Gymnasien für “auswärtige” Schüler, Pensionate zur Vorbereitung “höherer Töchter” auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter, “Vorbereitungsanstalten” in ländlichen Pfarrhäusern für Kinder, die außerhalb der allgemeinen Volksschulen auf die Aufnahmeprüfung an einem Gymnasium vorbereitet werden sollen, u. a. m.)

Fabian Teichmann war selbst Schüler am Institut auf dem Rosenberg in St. Gallen. Sein Lebenslauf gleicht einem Ranking von Top-Universitäten: Harvard University, London School of Economics and Political Science sowie die Università Commerciale Luigi Bocconi. Er spricht acht Sprachen, geht zweimal täglich joggen und arbeitet ca. 70 Stunden pro Woche – so Teichmann.

Zudem habe ihm ein Coach am Institut auf dem Rosenberg die Freude am Sport zurückgegeben: “Lehrer an staatlichen Schulen hatten da viel kaputt gemacht!” Früher drückte sich Teichmann um den Sportunterricht, heute unterrichtet er selbst Kampfsport…

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Selbstmarketing: Harte Sache, verbindliche Art http://www.karriere-einsichten.de/2013/02/selbstmarketing-hart-in-der-sache-verbindlich-in-der-art/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/02/selbstmarketing-hart-in-der-sache-verbindlich-in-der-art/#comments Wed, 13 Feb 2013 21:00:23 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6143 Ein erfolgreiches Verkaufsgespräch ist der Schlüssel zu hohen Absätzen, denkt man. Diese lassen sich in einem Satz zusammenfassen: Es geht in dem Gespräch nicht um den schnellen ... neue Einsichten gefällig?

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Ein erfolgreiches Verkaufsgespräch ist der Schlüssel zu hohen Absätzen, denkt man. Diese lassen sich in einem Satz zusammenfassen: Es geht in dem Gespräch nicht um den schnellen Umsatz, sondern um das Wohl des Kunden…

Das Gespräch bestimmt damit oft nicht nur über die Umsätze der Firma, sondern ist auch für den individuellen Verdienst maßgeblich. Möchte man ein effektives Verkaufsgespräch führen, kommt es deshalb darauf, bestimmte Tipps bzw. Schritte zu berücksichtigen.

Es gibt Menschen, die ein natürliches Talent als Verkäufer haben. Sie können auch Produkte oder Dienstleistungen in so schönen Worten als Bild malen, dass der Kunde kauft. Allerdings reicht ab einem gewissen Preis auch das größte Talent nicht mehr aus.

Zudem sollten Verkäufer selbst großen Wert darauf legen, dass der Kunde sich für das Produkt und nicht das Verkaufsgespräch entscheidet. Denn er hat nach dem Gespräch in einem ruhigen Moment noch immer die Möglichkeit, vom Kauf wieder zurückzutreten.

Richtige Vorbereitung unerlässlich

Je mehr sich der Kunde für das Produkt interessiert hat, desto kleiner wird diese Gefahr. Ein Verkäufer sollte sich deshalb gut vorbereiten: Dies meint, er wird selbst zum größten Experten seines Angebots. Er kennt alle Fakten und weiß um Schwachpunkte und Stärken. Für das eigentliche Verkaufsgespräch empfiehlt der bekannte Verkaufstrainer Thomas Oehl eine klare Strategie, die im Prinzip bei jedem Kunden wiederholt werden kann. Sobald ein festes Konzept verfolgt wird, erklärt der Experte, steigen die Umsätze sofort merkbar an.

Zuhören und nicht selbst zu viel reden

Der Ansatz, den Oehl für das Verkaufsgespräch empfiehlt, ist einfach: Ein Verkäufer, der davon überzeugt ist, dass er dem Kunden ein Produkt oder eine Dienstleistung anbietet, die diesem tatsächlich nutzt, wird immer höhere Absätze erzielen als der Kollege, dem es nur um den Umsatz geht. Dies hat zweierlei Konsequenzen: Zum einen muss man sich Zeit für das Verkaufsgespräch nehmen.

Und zum anderen muss man herausfinden, was der Kunde überhaupt benötigt. Dies geschieht über eine Phase des Zuhörens und des Fragestellens. Zugleich gewinnt man so ein Stück weit das Vertrauen des Kunden, denn man umgeht die Gefahr, dass dieser denken könnte, es gehe einem nur um den eigenen Absatz und nicht um seine Interessen.

Passende Fragen, die man beispielsweise stellen sollte, lauten: Wozu wird das Produkt benötigt? Was ist Ihnen als Kunden bei dem Angebot besonders wichtig? Was muss das Angebot auf jeden Fall leisten können? Gibt es Ausschlusskriterien, durch die Sie keinesfalls kaufen würden?

Eine gemeinsame Basis schaffen

Im zweiten Schritt überprüft ein guter Verkäufer, ob er den Kunden tatsächlich verstanden hat. Wenn das Verkaufsgespräch bis zu diesem Zeitpunkt dauert, bricht nun die wichtigste Phase an, denn es geht darum, das Vertrauen des Kunden in den Verkäufer zu stärken und eine gemeinsame Basis zu schaffen. Das erste Werkzeug hierzu ist es, die Wünsche, Erwartungen, Ziele und Vorstellungen des Kunden in eigenen Worten zu wiederholen, um so zu verdeutlichen, dass es tatsächlich um seine Interessen geht.

Hierbei sollte man auch auf emotionale Signale des Kunden reagieren. Oft wird dieser unsicher wirken. Dies kann angesprochen werden, verbunden mit der Frage, ob man diese Unsicherheit in irgendeiner Form reduzieren kann.

Beispiel IT-Branche: Das “Produkt” vorstellen

Erst im letzten Teil des Verkaufsgesprächs wird das eigentliche Angebot näher vorgestellt, um was geht es eigentlich was da dem Kunden verkauft werden soll? Idealerweise ist das etwas greifbares wie ein Staubsauger, eine Waschmaschine – oder eben etwas Abstraketeres.

Dazu ein Beispiel, was man nicht sehen kann, aber dennoch heute fast jeder im Unternehmen braucht: Webspace. Also Speicherplatz bei einem von verschiedenen Hostinganbietern. Ersteres ist ein Produkt, einen Staubsauger kann man schliesslich in der Hand halten. Zweiteres ist eine Dienstleistung, denn Webspace kann man schlecht in den Händen halten – brauchen tut man ihn trotzdem. Und mit letzterem erzielen die Deutschen rund 70 Prozent ihres Sozialprodukts.

Ab jetzt ist es möglich, dieses individuell und funktionell (bedarfsgerecht) zu präsentieren. Die beiden entscheidenden Worte, an denen man das Gespräch entlang führen sollte, sind “Nutzen” und “Werte”. Welchen Mehrwert bringt das Produkt und welche Garantien hat der Kunde, wirklich gute Ware zu kaufen?

„Hierfür gilt die Regel: Weniger ist mehr. Es geht um eine sachliche Präsentation, die den Kunden nicht mit technischen Details langweilt.“Oft genug wird der Kunde nach diesen von selbst fragen – nicht selten, um den Verkäufer zu testen. Die Fähigkeit, die bei Nachfragen am häufigsten gebraucht werden wird, ist die des Erklärens: Der Kunde wird bestimmte Elemente der Auflistung nicht verstehen.

Der Verkäufer muss in einer verständlichen Sprache erläutern, was diese bedeuten. Die gute Nachricht dabei: Wenn der Kunde dem Verkäufer soweit vertraut, dass er sich von diesem diese Erklärungen geben lässt, ist der Abschluss bereits ganz nah. Der Verkäufer sollte dabei in Bildern und Emotionen sprechen, denn diese verarbeitet das menschliche Gehirn viel einfacher als Zahlen und Fakten. Nach jedem Gespräch sollte dies analysiert und reflektiert werden, um Schwächen beim nächsten Mal auszumerzen.

Karriere, die über viele Jahre in einem Unternehmen stattfindet, bezeichnet man als “Kaminkarriere”. Was früher üblich war und Stetigkeit ausgedrückt hat birgt heute Gefahren, da man bei einem Jobwechsel oft “Firmenblindheit” und mangelnde “Flexibilität” unterstellt, wenn man zu lange nur eine Unternehmenskultur erlebt hat. Viele Personaler empfinden das heute als nachteilig. Umgekehrt spricht man von einem „Karriereknick“, wenn sich der berufliche Aufstieg abrupt verlangsamt, und von einer „Karrierefalle“, wenn in einer beruflichen Situation wenig Aussicht auf Fortkommen besteht, etwa weil ein Arbeitsplatz wenig Entwicklungsmöglichkeit bietet…

Die href=”mailto: redaktion@karriere-einsichten.de”>Redaktion von Karriere-Einsichten beleuchtet verschiedenste Aspekte, Ansätze und Ideologien rund ums Thema Karriere. Mit ihren Reportagen, Berichten und Interviews, Ratgebern wie Buchauszügen: Werteorientiert. Meinungsstark. Crossmedial.

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Multi-Option-Karrieren: Alles möglich, unglücklich http://www.karriere-einsichten.de/2013/02/multi-option-karrieren-alles-moglich-unglucklich/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/02/multi-option-karrieren-alles-moglich-unglucklich/#comments Sun, 10 Feb 2013 10:00:44 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6140 Vieles steht uns offen, wenn wir nur wollen. Am Besten jeden Beruf ergreifen, überall auf der Welt. Die Generation Y, welche heute die Universität verlässt, hat (fast) ... neue Einsichten gefällig?

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Vieles steht uns offen, wenn wir nur wollen. Am Besten jeden Beruf ergreifen, überall auf der Welt. Die Generation Y, welche heute die Universität verlässt, hat (fast) alle Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten. Doch dieses Privileg entpuppt sich zur Last. Ein Weckruf von Julia Bergner…

Nach dem Studium muss man sich entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Was kann man besonders gut? Welcher Beruf eignet sich? Soll es die universitäre Karriere werden oder doch lieber die Wirtschaft? Einige sind schnell bei der Entscheidung, haben schon während des Studiums nach links und rechts geschaut und Möglichkeiten ausgelotet.

Andere brauchen länger. Viele meiner Freunde haben die Master-Arbeit vor sich her geschoben, eine Weltreise eingeschoben oder einfach in Lethargie verharrt, um die Entscheidung hinauszuzögern. Die Vielfalt der Entscheidungsmöglichkeiten macht uns unruhig, unzufrieden und manchmal regelrecht panisch.

Meine Oma kann nicht verstehen, dass man sich so schwer tun kann. Sie sagt oft zu mir: „Du bist so privilegiert, du kannst alles tun. Wir hatten nicht so viele Möglichkeiten.“ Sie findet es reichlich übertrieben, dass unsere Generation in diesem Privileg ein Problem sieht – und sie hat ja eigentlich Recht.

Warum haben wir, als eine Generation, die fließend Englisch spricht, gepflegte Umgangsformen beherrscht und perfekte Computer-Kenntnisse aufweisen kann, solche Schwierigkeiten uns zu entscheiden, wenn es um unsere Zukunft geht?

Studiengänge für Generalisten

Früher studierte man Medizin und wurde Arzt. Heute studiert man Medizin und überlegt sich dann, ob man in die Forschung gehen soll, an der Uni bleibt oder doch lieber eine Ausbildung zum Fachjournalisten macht. Vor allem die neueren Studiengänge haben es in sich. Was sich hinter diffusen Titeln wie „Bildwissenschaften der Künste“ oder „European Management“ verbirgt, stellt sich zwar im Laufe des Studiums heraus, was man damit später einmal machen will, oft nicht.

Das Studium beantwortet längst nicht mehr die Frage nach dem späteren Beruf, auch wenn wir uns das oft wünschen. Es lässt in den allermeisten Fällen alle Türen offen. Wir sind zwar noch nicht so weit wie die Engländer, die Griechisch studieren und ins Bankgeschäft gehen, aber wir sind schon jetzt überfordert und ratlos. Auch die Fülle an Berufen macht uns zu schaffen. Den guten alten Lehrer-Beruf gibt es immer noch – zur Not. Aber eigentlich wollen wir Großes erreichen, die maßgeschneiderte Arbeitsstelle finden.

Höchstleistungen vs. Versagensängste

Und genau das ist das Problem. Die vielen Möglichkeiten bauen einen starken Druck auf. Jeder will das Richtige machen, sich auf keinen Fall falsch entscheiden. Eine Freundin erklärte mir kürzlich: „Ich suche den perfekten Job für mich. Irgendwo muss es ihn doch geben!“ Deswegen wartet sie. Nichts scheint ihr gut genug.

„Sie möchte sich selbst verwirklichen, gleich am Anfang ihres Berufslebens, und damit überfordert sie sich.“ Denn gleichzeitig befürchtet sie, versagt zu haben, wenn sie ihren Plan zur Selbstverwirklichung nicht erfüllen kann. Perfektion ist ein großes Thema.

Die Folgen dieses Anspruchs an uns und unseren Beruf sind in wissenschaftlichen Untersuchungen über unsere Generation schon vielfach genannt worden: Unverbindlichkeit, Schnelllebigkeit, Verantwortungslosigkeit. Das gilt sowohl für den beruflichen als auch für den privaten Bereich. Auch in Beziehungen möchten wir uns nicht so schnell entscheiden, probieren lieber viel aus. Zwar sehnt sich die Mehrheit der jungen Bundesbürger nach einer stabilen Partnerschaft, aber den Schritt in die Ehe wagen die meisten erst sehr spät und viele gar nicht.

Und immer noch… „Hotel Mama“

Als unsere Eltern und Großeltern vor ähnlichen Entscheidungen standen, waren Geldverdienen und Heiraten nach der Ausbildung oder dem Studium alleine schon deswegen nötig, weil es das Überleben sicherte.

Doch diesen Druck gibt es schon lange nicht mehr. Wenn man noch keinen Job hat, gibt man sich entweder wieder den Bequemlichkeiten von „Hotel Mama“ hin. Oder man hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, die einem Studenten gerade noch würdig sind, und Mami und Papi schießen noch ein wenig Geld zu. Eigentlich möchten wir gar nicht erwachsen werden.

Ich habe die Ansprüche, die Ängste, die Unverbindlichkeit und Ratlosigkeit in meinem Bekanntenkreis lange mit angesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass einfach nichts hilft: Wir müssen uns zusammenreißen! Und deswegen auch an euch, liebe Eltern: Irgendwann solltet ihr uns rausschmeißen. Denn wir sollten auf keinen Fall alles lassen, weil wir alles tun können. Los geht’s, die Welt wartet!

[snack "cf"]

Als Generation Y (kurz Gen Y) wird in der Soziologie diejenige Bevölkerungskohorte genannt, deren Mitglieder um das Jahr 2000 herum zu den Teenagern zählten. Je nach Quelle wird diese Generation auch als Millennials (zu deutsch etwa die Jahrtausender) oder Digital Natives[1] bezeichnet. Sie gilt damit als Nachfolgegeneration der Baby-Boomer und der Generation X.

Julia Bergner macht gerade ihr “Volo” bei der Nachrichtenagentur idea spektrum. Sie ist Teil der Generation Y und hat sich das in ihrem Bekanntenkreis lange mit angesehen: alle Möglichkeiten heisst noch lange nicht überglücklich, will man doch die Erwartungen anderer erfüllen…

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Berufsbild: Freiberufler vs. Festangestellter http://www.karriere-einsichten.de/2013/02/berufsbild-freiberufler-vs-festangestellter/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/02/berufsbild-freiberufler-vs-festangestellter/#comments Sat, 02 Feb 2013 11:00:03 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6137 Das Internet ist in den meisten Lebensbereiche kaum noch wegzudenken. Daher taucht immer wieder die Frage auf, welches Anstellungsverhältnis besser ist? Eine Festanstellung oder Freelancing? Von Wojciech ... neue Einsichten gefällig?

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Das Internet ist in den meisten Lebensbereiche kaum noch wegzudenken. Daher taucht immer wieder die Frage auf, welches Anstellungsverhältnis besser ist? Eine Festanstellung oder Freelancing? Von Wojciech Dziedzic…

Zwischen Befürwortern der beiden Gruppen gibt es eine ziemlich große Anzahl von Leuten, die sich nicht entscheiden können, welches Anstellungsverhältnis für sie besser ist.

Manche würden vielleicht in die eine oder andere Richtung wechseln, sind sich aber nicht sicher, ob solch eine Entscheidung richtig wäre. Im Folgenden werden einige Vor- und Nachteile sowohl der Festanstellung als auch der Freiberuflichkeit aufgelistet.

Bezahlter Urlaub

Deutsche Angestellte haben durchschnittlich Anspruch auf 29 Tage Urlaub im Jahr. Sie dürfen diese Tage meistens frei planen, jedoch kann es vorkommen, dass der Vorgesetzte den Urlaubsantrag ablehnt, wenn die freien Tage in einem für das Unternehmen wichtigen Moment (zum Beispiel Ende des Monats in einem Lohnbüro und die damit verbundenen Monatsabrechnungen) geplant wurden.

Ein Freiberufler entschiedet selbst, wie viele Urlaubstage er im Jahr hat und wann der Urlaub stattfinden sollte. Natürlich gibt es auch in diesem Fall keine komplette Freiheit, weil man zum Beispiel meistens bevor dem Abschluss eines Projekts für den Auftraggeber nicht wegfahren darf. Manchmal hat man auch insgesamt weniger als die 29 Tage Urlaub im Jahr, wenn man an einem größeren Projekt arbeitet. Das kann dann aber im nächsten Jahr ausgeglichen oder nachgeholt werden.

Rechner von der Firma

Ein Angestellter braucht sich eigentlich um die Büroeinrichtung nicht kümmern. Er bekommt meistens einen Computer (Büroarbeit ohne Rechner ist heute kaum vorstellbar) und die zur Arbeit benötigte Software, sowie einen Schreibtisch, Stuhl und alles was man noch braucht, zur Verfügung gestellt. Ein Freelancer dagegen muss alles selbst zu Hause einrichten oder eine Mitgliedschaft in einem der vielen Coworking-Spaces buchen.

Einen Rechner oder eine Software kann man dann als Gewerbekosten anrechnen lassen und die Rückgabe der Mehrwertsteuer beantragen, aber zuerst muss man das Bargeld auslegen.

Versicherung und Sonderleistungen

Freiberufler müssen selbst eine Versicherung abschließen. Sehr empfehlenswert ist auch eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung, die den Freelancer im Fall einer Krankheit oder anderen Bedingungen schützt, die das Ausüben des Berufs und damit den Verdienst des Lebensunterhalts unmöglich machen. “Ein Angestellter braucht sich eigentlich um keine Versicherungen kümmern, die mit seinem Beruf verbunden sind.”

Sicherheit trotz(t) Auftragsbuch

Viele sind der Meinung, dass das Leben des Freelancers eine ewige Suche nach Projekten ist. Das stimmt nicht ganz. Man muss sich schon um weitere Aufträge kümmern, aber seit einiger Zeit hat sich der Prozess sehr vereinfacht, indem viele Projektplattformen entstanden sind, die Experten wie Programmierern, Webdesignern, Übersetzern, IT- und SEO-Experten und vielen mehr eine innovative Lösung bieten.

Jeder registrierte Nutzer muss nicht mehr stundenlang das Internet durchsuchen, sondern bekommt Vorschläge von Projekten zugeschickt, die zu seinen Skills passen. Das bedeutet natürlich nicht, dass man die ganze Zeit neue Aufträge hat, verkürzt aber den Suchprozess wesentlich.

Ein Angestellter kann auch nicht immer sicher sein, dass er seinen Job nicht verliert, vor allem heutzutage während der überall herrschenden finanziellen Krise und den ständig neuen Stellenkürzungen bei vielen Unternehmen. Das betrifft nicht nur die kleinen Betriebe sondern auch große Unternehmen, wie man vor einiger Zeit am Beispiel von Schlecker gesehen hat.

Verhältnis zum Chef, nicht immer leicht

Angestgellte haben einen Vorgesetzten, der nicht immer die sympathischste Person der Welt ist. Trotzdem muss man den Anweisungen folgen, sich manchmal (in manchen Fällen sogar oft) bittere Kritik anhören und ab und zu Aufgaben erfüllen, deren Wichtigkeit bzw. Richtigkeit man bezweifelt.

Ein Freelancer dagegen ist sein eigener Chef. Natürlich hat er während des Projekts einen Auftraggeber, der auch gewisse Wünsche hat und seine Kritik äußern darf, jedoch kann man als Freelancer selbst wählen, mit wem man arbeitet und wessen Aufträge lieber nicht angenommen werden.

Der soziale Aspekt

Als Angestellter hat man in der Regel einige oder mehrere Kollegen im Büro, mit denen man sich kurz während der Arbeitszeit oder auch länger während einer Kaffe- oder Mittagspause unterhalten kann. Diese Möglichkeit hat ein Freelancer nicht, wenn er von zu Hause aus arbeitet.

Aber für die, die in Coworking-Spaces ihren Arbeitstag verbringen sieht es ähnlich wie für Angestellte aus. Sie können sich mit anderen Freelancern unterhalten, Erfahrungen austauschen und Neuigkeiten aus der Branche erfahren.

Fazit

Es ist schwer zu entscheiden, welche Anstellungsart besser ist. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, obwohl alle Marktforschungen einen wesentlichen Anstieg in der Gruppe der Freelancer aufweisen. Das ist natürlich teilweise mit der finanziellen Krise und den damit verbundenen Stellenkürzungen zu verbinden, jedoch gibt es auch viele, die mit einer 5-Tage-40-Stunden-Woche gelangweilt sind und sich weiter als Freelancer beweisen wollen.

Vor allem in Branchen wie Programmierung, Webdesign, Übersetzungen und in den sogenannten freien Berufen wie Schauspieler, Künstler und Journalisten ist die Anzahl der Freelancer wesentlich größer als in anderen Bereichen.

Gleichbedeutend mit dem „freien“ oder „freischaffenden“ Mitarbeiter wird auch der Begriff „Freelancer“ oder „Honorarkraft“ verwendet. Herkömmlich üblich ist er vor allem in den Berufsgruppen der Gastronomie, des Verkehrsgewerbes, der Werbung und Medien im weitesten Sinne, vor allem im künstlerischen und kulturellen Bereich, zunehmend aber auch in technischen Berufen.

Wojciech Dziedzic arbeitet als Projektmanager bei twago, einer Vermittlungsplattform zwischen Freelancern und Unternehmen.

Der Beitrag Berufsbild: Freiberufler vs. Festangestellter erschien zuerst auf Karriere-Einsichten.

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Macht des Geldes: “Man kann alles kaufen!” http://www.karriere-einsichten.de/2013/01/macht-des-geldes-man-kann-alles-kaufen/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/01/macht-des-geldes-man-kann-alles-kaufen/#comments Fri, 25 Jan 2013 22:00:15 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6133 Im Grunde kann das überall im westlichen, postindustriellen Europa sein. Die Stadt Güllen ist finanziell am Ende. Doch die Rettung naht: Die Milliardärin Claire Zachanassian bietet ihrer ... neue Einsichten gefällig?

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Im Grunde kann das überall im westlichen, postindustriellen Europa sein. Die Stadt Güllen ist finanziell am Ende. Doch die Rettung naht: Die Milliardärin Claire Zachanassian bietet ihrer Heimatstadt Geld. Empörung weicht die Einnsicht, wie schnell man das eigene Ich korrumpieren lässt…

Die Forderung kommt so prompt wie die Notbremse, welche die von Klunker behangene Claire zieht: »Ich gebe euch eine Milliarde und kaufe mir dafür die Gerechtigkeit. Eine Milliarde für Güllen, wenn jemand Alfred Ill tötet.«

Friedrich Dürrenmatt gelang mit »Der Besuch der alten Dame« 1956 der große literarische Durchbruch. Er selbst schrieb: »[Es ist] eine Geschichte, die sich irgendwo in Mitteleuropa in einer kleinen Stadt ereignet, geschrieben von einem, der sich von diesen Leuten durchaus nicht distanziert und der nicht so sicher ist, ob er anders handeln würde«.

Geld macht Geltung

Sein zum Klassiker gewordenes Stück über die Macht des Geldes ist heute noch immer erschreckend, entlarvend und – in Zeiten wirtschaftlicher und kultureller Krisen – höchst aktuell:  »Anständig ist nur, wer zahlt, und ich zahle«, sagt Claire Zachanassian. 

Heinz Ludwig Arnold sieht darin ein „Stück von der Korruption der Menschen und der Schuld eines einzelnen“, wobei es keine beliebig anwendbare Parabel sei, sondern ein unveränderliches Gleichnis: „das Abbild der Menschenwelt auf der Bühne“.

Für Friedrich Torberg ist es „die alte Dame Korruption, […] die alte Dame Versuchung, die alte Dame Spekulation auf menschliche Gier“, die die Stadt Güllen besucht. Die Reaktion der Güllener Bürger beweise „die menschliche Bereitschaft, sich auch an Unmenschliches und als unmenschlich Erkanntes zu gewöhnen.“ Spieltermine des Theater Konstanz.

Der Besuch der alten Dame ist eine Tragikomödie in drei Akten des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt. Die Uraufführung mit Therese Giehse in der weiblichen Hauptrolle fand am 29. Januar 1956 in Zürich statt. Das Stück wurde zu einem Welterfolg und brachte Dürrenmatt die finanzielle Unabhängigkeit.

Jan Thomas Otte liebt die präzisen, extrem knappen Bücher von Dürrenmatt. Darunter “Die Physiker” und “Der Richter und sein Henker” – sie alle sind düster wie heiter, blicken tief in die menschliche Seele.

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Privatschulen: „Ist mein Kind schlau genug?” http://www.karriere-einsichten.de/2013/01/privatschulen-ist-mein-kind-schlau-genug/ http://www.karriere-einsichten.de/2013/01/privatschulen-ist-mein-kind-schlau-genug/#comments Tue, 15 Jan 2013 12:00:23 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5103 Besseres Klima im Klassenraum, spannenderer Unterricht, zusätzliche Angebote. Dies erhoffen sich Eltern, wenn sie ihre Kinder auf eine Privatschule schicken. Mehr als 70 Prozent wünschen sich das, ... neue Einsichten gefällig?

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Besseres Klima im Klassenraum, spannenderer Unterricht, zusätzliche Angebote. Dies erhoffen sich Eltern, wenn sie ihre Kinder auf eine Privatschule schicken. Mehr als 70 Prozent wünschen sich das, nach den Schulferien. Einen Platz bekommt bisher nur jeder dritte Schüler. Wir haben uns umgehört…

Lockige Haare, ein Lächeln in den Augen, das Hemd sitzt perfekt in der Hose. Jonas Rosenbrück, 20 Jahre alt, ist weit gekommen, studiert im ersten Jahr an der Elite-Uni Yale im Nordosten der USA. „Ich bin unglaublich zufrieden, könnte mir nichts besseres wünschen“, sagt er. Zuvor besuchte er in Deutschland zwei Privatschulen.

Sein Abitur machte er am Internat Schloss Salem am Bodensee, bis zur 10. Klasse besuchte er eine kirchliche Schule. Die Matthias-Claudius-Schule in Bochum, eine evangelische Gesamtschule, habe sich vor allem durch die Integration behinderter Schülern einen Namen gemacht. „Hier habe ich gelernt, was Toleranz wirklich bedeutet und wie man sie im Alltag umsetzen kann“, sagt Jonas.

Was ihm von seiner Schulzeit in Bochum am meisten hängengeblieben ist? „Ein Ort, an dem ich mich wohlfühlen, in angenehmer Atmosphäre lernen konnte“„Ein Ort, an dem ich mich wohlfühlen, in angenehmer Atmosphäre lernen konnte“, sagt der junge Student. Etwas, das nicht jeder Schüler an einer staatlichen Schule so sagen kann. Erfolg: Forderung und Förderung der Schüler Jonas spricht von einer „Erziehung zur Verantwortung“, die in der Praxis zum Beispiel mit Diensten beim Roten Kreuz umgesetzt würde.

Inspiration zum Fördern und Fordern

Manche Freunden aus der Schulzeit fühlt er sich auch jetzt noch, über den „großen Teich“ verbunden. Das Schulmotto in Salem sei anders, aber ebenso spannend: „Plus est en vous“. Es stecke mehr in den Schülern, Lehrern und Erziehern, so die Hoffnung. Sie „inspirieren und fordern“, sagt Jonas. Viele Privatschulen werben mit einem „starken Wertesystem“, im Internet. Was sie gegenüber staatlichen Schulen so attraktiv macht? Es seien die „unglaublich vielen extracurriculären Aktivitäten“, sagt der Blondschopf.

Von der Musik über Theater bis hin zu Politik und Journalismus. Die Rektoren deutscher Privatschulen rechnen zum Beginn des neuen Schuljahres mit einem “Run” durch ihre Pforten. Sie sind das bereits gewohnt, nur jeder dritte Bewerber bekommt in Deutschland einen Platz. Wolfgang Mayer, Öffentlichkeitsreferent am katholischen Internat St. Blasien im Schwarzwald sieht das eher gelassen. Die hohe Nachfrage zeige, dass auf „eine breite, umfassende Bildung“ immer mehr Wert gelegt werde.

Investments für die (berufliche) Zukunft

Extras: Angebote und weitere Aktivitäten Die katholische Schule denke auch über zusätzliche, „sinnstiftende Angebote“ nach. Zum Beispiel ein erweitertes Sozialpraktikum oder Besinnungstage mit Exerzitien – für diejenigen Schüler, die einen Platz bekommen. In den letzten Jahren sei viel Geld in der Privatschule investiert worden: ein neues Musikhaus, eine größere Bibliothek, sogar ein eigenes Schwimmbad hat man gebaut.

Mehr Lehrer für mehr Schüler werden jedoch nicht eingestellt. Man spricht von Strukturproblemen, will nicht unbedingt besser als die anderen, staatlichen Schulen sein. Den Verantwortlichen von „Schulen in freier Trägerschaft“ gehe es vielmehr um „eine andere, effiziente Schulatmosphäre“, so Mayer. Es gehe darum, die Schüler bestmöglich „beim Erreichen ihrer Ziele“ zu unterstützen. Gemeint ist mehr als der Schulabschluss. Motiviert sei dieses Engagement mit vielen Extras vor allem seelsorglich, weniger betriebswirtschaftlich. Es gehe um christliche Nächstenliebe, betont Mayer, die “cura personalis”.

Die Sorge um jeden Einzelnen, das sei das pädagogische Gepräge der Jesuiten. Verbunden mit dem Anspruch, sich sozial in die Gesellschaft einzubringen. Dies ist übrigens auch eines der Take-Aways vom Trigema-Chef Wolfgang Grupp, selbst einst Schüler in St. Blasien. Die Schule unterhält dazu einige Partnerschaften im Ausland, darunter China, Frankreich, Spanien und Litauen. 100 Schüler in St. Blasien kämen momentan aus dem Ausland, ingesamt 26 Nationen.

Demografie: Weniger Schüler, mehr Plätze

Manche Eltern hätten jedoch übertriebene Erwartungen an die Lehrer. „Schule kann nicht alles leisten“, sagt Mayer. Man wolle sie aber dabei unterstützen, „werteorientierte Erziehung“ in der Schule und zu Hause unter einen Hut zu bekommen. Kein Internat könn die Familie ersetzen, aber es biete Chancen, die so keine Familie bieten könne: „Leben und Lernen in Gemeinschaft, in Begleitung, in Vielseitigkeit und in einem christlich geprägten Umfeld“.

Künftig wird das Aufnahmeverfahren für Schüler einfacher, jeder zweite Schüler könnte schon bald einen Platz auf einer privaten Schulbank bekommen, so einige Prognosen. Wegen dem demographischen Wandel werden bis 2020 rund 25 Prozent weniger weniger Bewerbungen erwartet. Leistungsdruck: Viele Wünsche, mancher Mangel Journalisten wie Klaus Werle („Die Perfektionierer “ – Campus, 2010) oder Julia Friedrichs („Gestatten Elite“ – Hofmann&Campe, 2009) sehen den Erfolg von Privatschulen kritischer.

Scheitern sei weniger erlaubt, die soziale Auswahl umso größer. Werles Fazit: „Eine wuchernde Lebenshilfe-Industrie für den Wunsch, ein ganz besonders wertvoller, unersetzlicher und leistungsfähiger Mensch zu sein“„Eine wuchernde Lebenshilfe-Industrie für den Wunsch, ein ganz besonders wertvoller, unersetzlicher und leistungsfähiger Mensch zu sein“. Effizienzdruck bereits auf der Schulbank? Werle hält eine solche Pädagogik wenig sinnvoll. Wer permanent seine Schwächen ausbügelt, könne irgendwann seine Stärken nicht mehr ausspielen.

In Deutschland gibt es mehr als 5.000 Privatschulen, zählt das Statistische Bundesamt. Darunter rund 3.000 allgemeinbildende (10 Prozent in Deutschland) und 2.000 berufsbildende Schulen (20 Prozent). Insgesamt gehen ca. eine Million SchülerInnen auf eine Privatschule. Unter den „Schulen in freier Trägerschaft“ sind rund 80 Prozent kirchlich organisiert, katholisch wie evangelisch.

“Eine Privatschule ist eine Schule, die sich im Gegensatz zur Schule in öffentlicher Trägerschaft in der Verantwortung eines freien (nichtstaatlichen) Schulträgers befindet. Träger können kirchliche Organisationen, Sozialwerke, Vereine, Personengesellschaften oder Privatpersonen sein. Die freien Träger sind, anders als kommunale Schulträger, für das Lehrpersonal wie für die konzeptionelle Gestaltung verantwortlich. Gründe für die Bildung von Privatschulen sind das Elterninteresse an der jeweiligen Prägung, das Anliegen einer Verwirklichung alternativer pädagogischer Konzepte oder einer religiösen/weltanschaulichen Prägung, in jüngster Zeit auch der Erhalt eines wohnortnahen Schulangebots.

Jan Thomas Otte hätte, zugegeben, auch gerne auf einem Internat studiert. Vorausgesetzt, seine Eltern hätten dafür das nötige Kleingeld gehabt. Immerhin kostet ein Elite-Internat ein durchschnittliches Jahreseinkommen in Deutschland, Lebenshaltungskosten kommen “on top” …

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Generation Y: Hochqualifiziert mit Familienwunsch http://www.karriere-einsichten.de/2012/12/generation-y-hochqualifiziert-mit-familienwunsch/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/12/generation-y-hochqualifiziert-mit-familienwunsch/#comments Fri, 21 Dec 2012 19:00:08 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6098 Sie sind unter 30, technikaffin, gut ausgebildet, sehr selbstbewusst und haben ein neues Verständnis von Führung – die Vertreter der Generation Y. Sie ähneln sich global und ... neue Einsichten gefällig?

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Sie sind unter 30, technikaffin, gut ausgebildet, sehr selbstbewusst und haben ein neues Verständnis von Führung – die Vertreter der Generation Y. Sie ähneln sich global und weisen gleichzeitig doch große Unterschiede auf. Managementtipps für den Umgang mit der “Gen Y”…

Die aktuelle Studie der Ashridge Business School „Generation Y and their managers around the world“ untersucht sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede im Verhalten von jungen Nachwuchskräften.

Worauf müssen international agierende Unternehmen in Bezug auf Arbeitserwartungen, Arbeitserfahrungen, Verhalten und kulturelle Einflüsse bei der Entwicklung Ihrer Unternehmensstrategie achten?

Internationale Herausforderung:  Mitarbeiterbindung

Global betrachtet wechseln junge Nachwuchskräfte in der Regel nach 2 Jahren ihren Job. Der Hauptgrund, warum junge Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, sind unerfüllte Erwartungen an den Job. Der größte Antrieb doch zu bleiben besteht in einer abwechslungsreichen und interessanten Arbeit – Selbstverwirklichung wird groß geschrieben.

Die Sozialkompetenz der Ypsiloner wird mangelhaft eingeschätzt.Häufig wird von erfahrenen Managern die Sozialkompetenz der jungen Mitarbeiter bemängelt, vor allem im Umgang miteinander. Mit der direkten Art können Manager häufig schwer umgehen. Durch den Einsatz von Mentoren und Coaches aus der Belegschaft kann ihre soziale Kompetenz verbessert und so die eigene Entwicklung vorangetrieben werden.

Welche Unterschiede gibt es international? Sue Honoré, Wissenschaftlerin der Ashridge Business School und Mitverfasserin der Studie, erläutert hierzu: „Die nationale Kultur spielt eine große Rolle im Verhalten von Managern und jungen Mitarbeitern.

Der Respekt gegenüber älteren Personen ist vor allem in östlichen Kulturen stark ausgeprägt, während in der westlichen Welt der Erfahrung mehr Beachtung geschenkt wird. International agierende Unternehmen sollten die kulturellen Einflüsse des jeweiligen Landes bei der Planung ihrer Unternehmensstrategie berücksichtigen.“

Work-life-Balance: Ein westliches Phänomen

Während in England, Europa und den Vereinigten Staaten die „work-life-balance“ und die persönliche Entfaltungsmöglichkeit eine große Rolle spielt, hat sie in der östlichen Welt eine eher geringe Bedeutung. “Der Respekt vor Hierarchien ist in der östlichen Welt wichtiger.”

Im mittleren Osten, Indien, Malaysia und China ist der Respekt vor Hierarchien stärker ausgeprägt als in den Vereinigten Staaten, England und Europa. In den östlichen Ländern werden Entscheidungen oft in kleinen Teams getroffen und sind in den niedrigeren Hierarchiestufen dadurch wenig transparent. Dies führt häufig bei jungen, international erfahrenen Mitarbeitern zu Frustration, da sie sich nicht integriert fühlen.

Hochqualifiziert und gleichzeitig eng mit der Familie verbunden. Vertreter der Generation Y in China sind eher durch eine theoretische und technische Ausbildung geprägt und teilweise nicht ausreichend auf die Praxis vorbereitet. Im mittleren Osten sind familiäre Bindungen stark ausgeprägt. Dies führt dazu, dass die Vertreter der Generation Y mitunter seltener ins Ausland gehen, um dort zusätzliche Erfahrungen zu sammeln.

Managementtipps für den Umgang mit der “Gen Y”

Um die Generationenkonflikte zu überwinden und Arbeitsabläufe zu optimieren, sollten Manager folgende Punkte bei der Planung Ihrer Unternehmens- und Personalstrategie beachten:

1. Kultur berücksichtigen, Regeln und Förderprogramme festlegen

Berücksichtigen Sie bei der Einstellung von jungen Mitarbeitern die kulturellen Einflüsse und die Arbeitsmoral. Legen Sie gleich am Anfang Regeln und Grenzen für Verhalten und Erwartungen fest. Entwickeln Sie Coaching- und Mentoring-Programme, die sich für Ihr Unternehmen eignen und gut umsetzen lassen.

2. Fehler machen ist erlaubt – Anerkennung ist wichtig

Ermöglichen Sie ihren jungen Mitarbeitern eine abwechslungsreiche Arbeit und einen Raum für Beratung, wie man mit gravierenden Fehlern umgeht. Bieten Sie Vertretern der Generation Y ein Forum für die öffentliche Anerkennung bei ausgezeichneten Arbeitsleistungen. Schaffen Sie eine offene Kultur, in der Management-Prozesse und Entscheidungen mit der Gruppe geteilt werden.

3. Strategien und Marken entwickeln

Entwickeln Sie eine Strategie, wie man ihre Organisation an multi-generations und multi-kulturelle Arbeitskräfte anpasst. Seien Sie dabei sicher, dass alle Altersgruppen gleich berücksichtigt werden. Schaffen Sie eine eigene „Human-Resources-Marke“ die für eine qualifizierte Personalförderung steht. Gehen Sie mit Unternehmensvertretern in Universitäten, Schulen, Vereine und unterstützen Sie junge Menschen mit Tipps, wie sie sich am besten auf die Arbeitswelt vorbereiten können.

4. Sichtweisen überdenken

Schauen Sie durch die Augen der anderen – versuchen Sie zu erkennen, wie und warum Arbeitskollegen sich so verhalten wie sie sich verhalten. Reflektieren Sie kritisch Ihr eigenes Verhalten und Ihre Vorurteile. Seien Sie offen für andere Meinungen und Sichtweisen. Letztlich geht es nicht um eine ganze Generation, mit der man zusammenarbeiten möchte, sondern um die Verschiedenartigkeit der einzelnen Vertreter mit ihren jeweiligen individuellen Bedürfnissen.

Als Generation Y (kurz Gen Y) wird in der Soziologie diejenige Bevölkerungskohorte genannt, deren Mitglieder um das Jahr 2000 herum zu den Teenagern zählten. Je nach Quelle wird diese Generation auch als Millennials (zu deutsch etwa die Jahrtausender) oder Digital Natives bezeichnet. Sie gilt damit als Nachfolgegeneration der Baby-Boomer und der Generation X.

Kai Peters ist Geschäftsführer der Ashridge Business School. Vor dieser Tätigkeit war er Dekan an der School of Management of Erasmus University in Rotterdam. Für IBM in Kanada und Volkswagen in Deutschland arbeitete er zuvor in der Management-Entwicklung.

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Kein Kaffeklatsch: Immer mehr Trauercafés http://www.karriere-einsichten.de/2012/12/kein-kaffeklatsch-immer-mehr-trauercafes-im-land/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/12/kein-kaffeklatsch-immer-mehr-trauercafes-im-land/#comments Fri, 21 Dec 2012 17:00:27 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=2815 Wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, kuschelt man sich zuhause ein. Manche haben ihren Partner verloren. Google listet bereits rund 300.000 Einträge zu Trauercafés. Wir haben ... neue Einsichten gefällig?

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Wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, kuschelt man sich zuhause ein. Manche haben ihren Partner verloren. Google listet bereits rund 300.000 Einträge zu Trauercafés. Wir haben eins besucht…

Ob Kirchen, Kommunen oder freie Träger. In der Republik gibt es zunehmend Angebote, die unverbindlich sein wollen. Dennoch finden sie ein gemischtes Publikum, ganz ohne Kuschelklub.

Teelichter flackern, einige Kürbisse zieren die Fensterbank. Es ist still in den Räumen der Villa mitten in Konstanz. Jeden Donnerstag um 19.30 Uhr treffen sich hier Hinterbliebene zum Trauercafé. Auch an Feiertagen wie Weihnachten oder Silvester steht die Tür Trauernden offen.

Trauercafés wie in Konstanz gibt es nicht nur in Südbaden sondern in ganz Deutschland. Organisiert von Kirchen, Kommunen oder Vereinen. In der Villa beginnt der Abend z.B. mit einer Geschichte von Dietrich Bonhoeffer. Manchmal ergibt sich gleich ein längeres Gespräch: “Aber nur wer will, man muss nicht reden”, sagt Elke Hutzenlaub.

Sie organisiert im zehnten Jahr mit einigen Ehrenamtlichen vom Hospizverein das “Offene Haus für Trauernde”. Zwei Drittel der Trauernden an den Donnerstagabenden sind Männer. Nicht Frauen, wie man vielleicht dachte.

Für Trauernde sei es wichtig, mit anderen Menschen zusammen zu kommen, sagt Petra Hinderer, die als Psychologin dieses und andere Projekte begleitet. “Trauer macht Angst, wenn sie nicht gelebt wird. Vielleicht sogar krank”. Wichtig sei jedoch, dass diese Treffen ohne weitere Verpflichtungen stattfinden, anders als das in Vereinen oder Selbsthilfegruppen häufig der Fall sei.

Es gibt Kekse statt Kuchen

Kaffee und Kuchen gibt es im Offenen Haus für Trauernde in Konstanz nicht. Man wolle keine Klischees von Kuschelklub oder Kaffeklatsch bedienen, heißt es. „Wir wollen Abhängigkeiten nicht verstärken, keine Psychotherapie oder Seelsorge ersetzen“, sagt Teamleiterin Hutzenlaub.

Sie ist fest davon überzeugt, dass der Mensch an sich bereits ganz gut mit der Trauer umgehen kann. Zwar kämen die Hälfte der Besucher wieder vorbei, aber “nach einem Jahr verabschieden sich die meisten”, sagt sie. Das ist der wichtigste Unterschied in ihrem Konzept zu anderen, verbindlicheren Angeboten. Und gelte für den 21jährigen Studenten ebenso wie für den Rentner, der zuvor 65 Jahre mit seiner Frau verheiratet war.

Nach dem Verlust eines geliebten Menschen sei es für Trauernde nicht einfach, wieder in den Alltag zu finden, weiß Hutzenlaub. “Die eigene Schwäche akzeptieren, wieder einen strukturierten Tagesablauf finden”, darum ginge es vor allem. Besonders Arbeitskollegen würden erwarten, dass die trauernde Person bald wieder “funktioniert”.

Gut gemeinte Sprüche wie “Du findest eine andere” oder “Zeit heilt alle Wunden” kämen in der Runde häufig zu Wort. Doch sie helfen selten: “Auch Ratschläge sind irgendwie Schläge”, erklärt Hutzenlaub lakonisch.

Die Trauerbegleiterin weiß, wovon sie spricht. Sie war 45 Jahre alt, ihre Karriere als Chemotechnikerin lief gut, die drei Kinder waren fast aus dem Haus. Von einem auf den anderen Tag änderte sich ihr Alltag. Der Ehemann starb auf dem Fußballplatz, völlig unerwartet. Sie habe sich lange Zeit gefühlt wie eine “Schüssel mit Sprung”. So wie bei vielen Trauerfällen üblich, sagt Hutzenlaub.

“Das ist oft sehr persönlich“

“Die internationale Trauerforschung der vergangenen 40 Jahre, vor allem die US-amerikanische, ist von uns fast vollständig ignoriert worden”, bemängelt Hanne Oesterle. Sie arbeitet als Familientherapeutin in Freiburg und hat Trauercafés in Deutschland mit zu einem Trend verholfen.

Sie berät Akademien, Kliniken oder Kirchengemeinden, die weitere Trauercafés gründen wollen. Dabei ist ihr aufgefallen: “In Deutschland hängt man noch an der Lehre von Sigmund Freud. Von wegen, man müsse nur loslassen. Trauer aber bedeutet mehr als diese Pauschale”, sagt die 66Jährige. Sie berät Hinterbliebene in ihrer Praxis auch professionell.

Ob innere Verzweiflung oder Wutschreie. Das Hadern mit Gott, der Welt und dem Glauben an sich selbst wäre bei vielen Klienten ein Thema: „Jeder Mensch findet seine eigene Spiritualität. Das ist oft sehr persönlich“.

In manchem Trauercafé begegnet Oesterle dann aber diese Frage: „Ich war ein guter Mensch. Warum hat mich Gott so arg geprüft?“ Das Gebäude eines guten Gottes würde so auf die Probe gestellt. Fast wie bei Hiobsbotschaften in der Bibel. Der Therapeutin hilft diese Geschichte Hiobs, um mit Trauer besser umzugehen.

Urte Bejick arbeitet beim Diakonischen Werk der Evangelischen Landeskirche in Baden. Die Referentin lobt die neuen “niederschwelligen Angebote für Distanzierte”, die keine Selbsthilfegruppe besuchen wollen. In Trauercafés sieht die Seelsorgerin eine sinnvolle “Ergänzung zur bisherigen Trauerbegleitung in Hospizen”.

Vor allem für Jugendliche aber seien virtuelle Trauertreffs im Internet wichtig: “Sie trauen sich oft nicht, im echten Leben Unterstützung zu suchen”.

Kein Platz für Dogmen wie dem “Fegefeuer”

Theologische Dogmen wie die vom Fegefeuer haben in einem Trauercafé keinen Platz. Hanna Oesterles persönliche Kraftquelle ist ein Spaziergang zwischen efeuumrankten Grabsteinen auf dem Alten Friedhof Freiburgs. Was passiert mit dem gestorbenen Menschen?

Die Meinungen gehen da weit auseinander: Nur ein Drittel der Deutschen glaubt an ein Leben nach dem Tod. Damit verbunden ist sind religiöse Themen: Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und Hoffnung auf ein ewiges Leben. Die im Auftrag der Apotheken-Umschau ermittelte Umfrage bestätigt diese Zahl auch für den Glauben ans Paradies, die Wiedergeburt oder die Hölle.

Für 65 Prozent sei mit dem eigenen Tod alles vorbei, ermittelt die Gesellschaft für Konsumforschung über die „Verbreitung christlicher Vorstellungen“. Hanne Oesterle erscheint dieses Ergebnis widersprüchlich: „Die Hälfte der Deutschen glaubt ja fest daran, bereits verstorbene Angehörige später im Himmel wiederzusehen“, sagt sie.

Dieses feste Vertrauen auf neue Begegnungen erlebe sie auch in den von ihr veranstalteten Trauercafés immer wieder. In irgendeiner Form glaube fast jeder an Gott. Allerdings betont sie dabei das Bild eines liebenden, nicht eines zornigen Gottes: „Das ist mir unheimlich wichtig“, sagt die 66jährige über Trost. Er soll auch bleiben.

Der Begriff Trauer bezeichnet die durch ein betrübendes Ereignis verursachte Gemütsstimmung und deren Kundgebung nach außen, etwa durch den Verlust nahestehender oder verehrter Personen oder Tiere, durch die Erinnerung an solche Verluste, oder auch zu erwartende Verluste. Das Trauern kann auf Grund der zuvor genannten Ursachen auch ein Überwinden von Leid und Schmerz bedeuten.

Jan Thomas Otte seine Trauer-Erfahrungen beschränken sich, Gott sei Dank, erst auf die Theorie. An der Universität in Heidelberg besuchte er einen Seelsorge-Kurs. Praktisch wird es noch werden.

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Frauenquote: Konfliktpotential vorprogrammiert http://www.karriere-einsichten.de/2012/12/frauenquote-konfliktpotential-vorprogrammiert/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/12/frauenquote-konfliktpotential-vorprogrammiert/#comments Thu, 20 Dec 2012 18:33:20 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6099 Schon lange wurde über eine gesetzlich geregelte Frauenquote diskutiert. Nun hat die EU-Kommission beschlossen, dass die Aufsichtsräte in börsennotierten Unternehmen bis zum Jahr 2020 bis zu 40 ... neue Einsichten gefällig?

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Schon lange wurde über eine gesetzlich geregelte Frauenquote diskutiert. Nun hat die EU-Kommission beschlossen, dass die Aufsichtsräte in börsennotierten Unternehmen bis zum Jahr 2020 bis zu 40 Prozent mit Frauen besetzt sein sollen. Hierbei haben weibliche Bewerberinnen bei gleicher Qualifikation Vorrang. Halten sich die Unternehmen nicht daran, gibt es Strafen…

Mittlerweile gibt es unzählige Unternehmen, die vor einiger Zeit ihre eigenen Quoten eingeführt und geregelt haben. So sind beispielsweise die Chemiekonzerne Henkel und Bayer besonders „frauenfreundlich“. Auch BMW und die Deutsche Bank stehen im Ranking ganz weit oben.

Familienministerin Schröder spricht sich derzeit noch gegen eine festgelegte Quote aus und entwickelte zusammen mit Wissenschaftlern erst vor kurzem den so genannten „Frauen-Karriere-Index“. Dieser soll aufzeigen, in welchen Unternehmen Frauen faire Chancen haben und dient dazu, das Engagement der Konzerne besser nachzuvollziehen.

Frauen-Karriere-Index, eine freiwillige Sache

Die Teilnahme am Index ist für die Unternehmen jedoch freiwillig und basiert auf Zahlen, die die Konzerne selbst liefern. Auch haben sie die Möglichkeit, ihre Angaben jederzeit zu korrigieren.

Dadurch soll die Motivation der Unternehmen steigen, detailliertere Zahlen offen zu legen. Doch wie heißt es so schön? „Des einen Freud ist des anderen Leid“ – durch die vielen Diskussionen und Maßnahmen zu einer geregelten Frauenquote könnte auch ein Geschlechterkampf entstehen. “Viele Männer fürchten um ihre eigenen Karrieren, wenn es wirklich so viele Frauen nach ganz oben schaffen.”

Mann-Sein, potentielle Diskriminierung

Wird die Regelung aus Brüssel tatsächlich umgesetzt, wird eine Frau bei gleicher Qualifikation einem Mann vorgezogen. Deshalb könnte es auch bei den Bewerbungen Ärger geben: Denn wenn männliche Bewerber trotz besserer Qualifikationen eine Absage erhalten, könnten sie das Unternehmen wegen geschlechtsbezogener Diskriminierung verklagen. Dabei muss der Konzern beweisen, dass diese Entscheidung nicht von einer Quotenregelung abhing.

Einige börsennotierten Konzerne erhöhen den Bonus für Führungskräfte, wenn sie geschlechtsbezogene Vorgaben im Hinblick auf die Personalentscheidungen erreichen. Wenn diese Vorgabe jedoch von personalverantwortlichen Mitarbeitern ignoriert wird, darf der Bonus deshalb nicht gleich gekürzt werden. So birgt die Frauenquote weiteres Konfliktpotential.

Laut aktuellen Umfragen meinen etwa 30 Prozent der männlichen Führungskräfte, dass Frauenförderprogramme einen schlechten Einfluss auf ihre Karriere hätten. Auch zukünftig rechnet rund jeder zweite Mann mit negativen Auswirkungen auf seinen Job während 40 Prozent der Frauen davon ausgehen, dass diese Förderprogramme positive Folgen für ihren eigenen Aufstieg haben.

Mittel der Wahl, die “Flexiquote”

Um den Geschlechterkampf und Konflikte zu vermeiden, ist daher die so genannte „Flexiquote“ eine weitaus bessere und sicherere Lösung für die Unternehmen. „Die Konzerne sollten sich selbst nicht auf starre Quoten festlegen. Vielmehr sollten sie mit flexiblen Entscheidungen arbeiten. Dies schafft bei der Besetzung offener Jobs Rechtssicherheit“, erklärt Thorsten Mensching, Online Marketing Manager bei Jobware.

Unabhängig von einer festgelegten Frauenquote sollte es jedoch auch darum gehen, dass traditionelle Rollenmuster durchbrochen werden und die Kompetenz des jeweiligen Bewerbers im Vordergrund steht. Darüber hinaus können im beruflichen Alltag nur dann Ideen und wichtige Ergebnisse erarbeitet werden, wenn sich die einzelnen Mitarbeiter, ganz gleich in welcher Position, mit ihren Fähigkeiten ergänzen.

Frauenquoten werden seit den 1980er Jahren als wesentliches Instrument der Personalpolitik verstanden und sind bei der Vergabe politischer Ämter mit dem Proporz vergleichbar. Die Einführung von Quoten für einige politische Gremien und Teile des öffentlichen Dienstes wurde in vielen europäischen Ländern durchgesetzt. Frauenquoten in der Privatwirtschaft werden kontrovers diskutiert.

Thorsten Mensching ist Online Marketing Manager bei Jobware und für die online-Ansprache der Bewerber zuständig. Jobware ist ein Stellenmarkt für Fach- und Führungskräfte. Anspruchsvolle Unternehmen aller Größen und Branchen inserieren bei Jobware.de

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Weiterbildung: Business School, berufsbegleitend http://www.karriere-einsichten.de/2012/12/bildungsbeschleuniger-berufsbegleitend-zur-business-school/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/12/bildungsbeschleuniger-berufsbegleitend-zur-business-school/#comments Sun, 16 Dec 2012 08:00:12 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6095 Business Schools sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Im Vergleich zu klassischen, staatlichen Universitäten versprechen sie eine intensivere Betreuung, mehr Praxisbezug und ... neue Einsichten gefällig?

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Business Schools sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Im Vergleich zu klassischen, staatlichen Universitäten versprechen sie eine intensivere Betreuung, mehr Praxisbezug und ein gutes Professor-Studenten-Verhältnis. Vor allem aber ein gut gefülltes Adressbuch. Ein Beispiel aus London…

Ob die European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel, die WHU in Vallendar oder das Managementzentrum in St. Gallen. Business Schools gibt es viele, vor allem im englischsprachigen Ausland. Da steht London neben New York, Boston und San Francisco an erster Stelle, unweit vom europäischen Festland entfernt.

Die London Business School, laut Rankings eine der weltweit besten Business Schools in einem globalen Finanzzentrum, bietet neben Vorlesungen vor allem eins: Kontakte zur Finanzwirtschaft. Damit man sich im Job später aber nicht blamiert, lernen die Studierenden den richtigen Umgang mit Finanzen. Und wie sie bessere Entscheidungen für ihre Unternehmen treffen.

Das London Business School’s Accelerated Development Programme, kurz ADP, soll Führungskräfte weiterentwickeln, welche die Schulbank bereits schon einmal gedrückt haben. Das Ziel: Weg vom Expertenposten hin zur Managementrolle, wenn man es nach 15 Jahren im Berufsleben noch nicht gelernt hat.

Teilnehmer aus aller Welt

Die Teilnehmer lernen mit international tätigen Managern. Das wichtigste für die Zeit später: Sie werden Teil des Alumni Netzwerks der London Business School, einer aktiven Gruppe mit über 30.000 Mitgliedern. Im Klassenzimmer sitzen dieses Jahr 26 Nationalitäten aus 24 Ländern.

„Die Dichte des Programms ermöglicht den Teilnehmern eine starke Bande mit Gleichgesinnten zu knüpfen und sich dadurch auch ein gesteigertes Selbstbewusstsein für die persönlichen Entscheidungen zu holen“, so der Werbeprospekt.

Der Aufbau des Programms ermöglicht den Teilnehmern kurzzeitig aus ihrem Arbeitsalltag auszusteigen und über ihre Aufgaben nachzudenken. Im Klassenzimmer sollen neue Arbeitskonzepte entwickelt und getestet werden, so die Veranstalter. Mit den neugewonnenen Erkenntnissen geht es danach für die Managertypen zurück in den Alltag.

Kontakte zu den Fortune 500

Die Themen: Führungsqualitäten, Strategie, Innovation, strategische Entscheidungsführung, Werteinschätzung der Kunden und Organisation. Und diese Inhalte werden von Köpfen aus der Industrie vermittelt, die teilweise globale Organisationen und Regierungen beraten. Die reichsten Firmen, gelistet in den Fortune 500, haben hier ohnehin ihren Standort.

“Im Vergleich zu MBA-Studiengängen bietet das ADP die Gelegenheit, die Karriere im Management zu beschleunigen”Ohne gleich ein bis zwei Jahre nochmal die Schulbank zu drücken – und viel Geld, oft fünfstellige Summen auszugeben?

Die Motivation für so ein Business-School-Programm kann ganz unterschiedlich sein: Einige wurden erst kürzlich befördert, gehören zu den Top Talenten und möchten ein paar Wissenslücken schließen. Andere blicken schon etwas weiter, suchen neue Perspektiven und Führungsqualitäten.

Als Business Schools werden verschiedene Bildungseinrichtungen bezeichnet, die auf betriebswirtschaftliche Studiengänge spezialisiert sind. Im Besonderen sind das betriebswirtschaftliche Institute von Hochschulen sowie eigenständige staatliche oder private Wirtschaftshochschulen. Kernangebot vieler Business Schools ist der Master of Business Administration. Auch berufsbildende Schulen tragen gelegentlich die Bezeichnung „Business School“.

Jan Thomas Otte hat bereits einige (private) Business Schools besucht, allerdings meist nur als Journalist auf Recherche. Als Student besuchte er aber zwei Mal das Symposium in St. Gallen.

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Studium: Leistungssteigerung durch Hirndoping? http://www.karriere-einsichten.de/2012/12/studium-leistungssteigerung-durch-hirndoping/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/12/studium-leistungssteigerung-durch-hirndoping/#comments Sat, 01 Dec 2012 08:00:43 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5813 Viele Studierende fühlen sich den Leistungsanforderungen im Studium nicht gewachsen. Um Stress und Leistungsdruck meistern zu können, greifen manche zu leistungsfördernden Mitteln. Interview mit Hanna Hardeland… rüher haben ... neue Einsichten gefällig?

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Viele Studierende fühlen sich den Leistungsanforderungen im Studium nicht gewachsen. Um Stress und Leistungsdruck meistern zu können, greifen manche zu leistungsfördernden Mitteln. Interview mit Hanna Hardeland…

Früher haben Studierende ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit durch Traubenzucker oder Studentenfutter „geputscht“! Heute wird neben Kaffee, Zigaretten und Energy-Drinks auch zu illegalen oder verschreibungspflichtigen Substanzen wie Kokain, Ritalin, Amphetamin gegriffen, um die Nacht am Schreibtisch überstehen zu können.

Karriere-Einsichten: Sind denn alle Studierenden Dopingsünder?

Hanna Hardeland: Das Thema Hirndoping wird gegenwärtig viel diskutiert und häufig von den Medien aufgegriffen. Es gibt jedoch nur wenige aussagekräftige Studien zu dem Thema, zumal von einer Dunkelziffer ausgegangen wird. In einer 2010/2011 durchgeführten Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) gaben etwa fünf Prozent der Studierenden an, Hirndoping zu betreiben.

Sie nehmen beispielsweise verschreibungspflichtige Medikamente, Beruhigungs- oder Aufputschmittel ein. Weitere fünf Prozent gaben an, softere Dopingmittel zu konsumieren wie Koffein oder homöopathische Mittel.

Karriere-Einsichten: Sagt eine…

Hanna Hardeland: Forsa-Umfrage, die im Mai 2012 im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durchgeführt wurde, nimmt jeder zehnte Student Psychopharmaka ein. Darüber hinaus suchten ca. zwei Prozent der männlichen Studierenden mindestens einmal einen Psychotherapeuten auf. Bei den Frauen waren es etwa sechs Prozent.

Konkurrenzdruck standhalten

Karriere-Einsichten: Was sind die Gründe für Hirndoper im Studium?

Hanna Hardeland: Viele Studierende fühlen sich dem Leistungs- und Konkurrenzdruck im Studium nicht gewachsen. Aufgrund der verkürzten Studienzeiten und der vermehrten Praktika geraten sie in Zeitdruck. Die Zeitknappheit versuchen sie durch nächtelanges Büffeln zu kompensieren. Es entsteht eine Art Teufelskreislauf, der partiell mit Schlafmangel und nächtlichen (stressbedingten) Grübeleien einhergeht.

Um dann am Tag wieder leistungsfähig sein zu können, wird beispielsweise zu Koffein oder Energy-Drinks gegriffen. Eine Art chronischen Dauerstresses entsteht. Insbesondere Studierende mit schlechteren Noten greifen – dies beweisen verschiedene Studien – eher zu Hirndoping, um dem Konkurrenzdruck standhalten zu können.

Karriere-Einsichten: Hirndoping, was bringt`s?

Hanna Hardeland: Bisher wissen wir noch wenig über die Langzeitfolgen dieser Stimulanzien. Es wird vermutet, dass Hirndoping nicht die Denkfähigkeit, sondern vielmehr die Motivation verbessert.

Unumstritten ist, dass unser Gehirn zum Lernen einen ausreichenden Tiefschlaf braucht, um das Gelernte im Gehirn zu festigen und verankern zu können. Wird also nächtelang durchgelernt, so führt der Schlafmangel unweigerlich zu Konzentrations- und Leistungsschwierigkeiten.

Karriere-Einsichten: Wie kann ich denn „legal“ meine Leistung verbessern? 

Hanna Hardeland: Wesentlich effektiver, gesünder und nachhaltiger – auch für das Berufsleben – ist es, wenn Studierende Strategien zum Umgang mit Stresssituationen erlernen. Dazu sollten sie zu allererst zur Wahrnehmung ihrer stressauslösenden Faktoren und Gedanken sensibilisiert werden. “Dann können „legale“ Strategien zur Stressbewältigung wie positive Glaubenssätze, progressive Muskelentspannung erprobt werden.”

Lernen lernen

Karriere-Einsichten: Und, was gibt es noch? 

Hanna Hardeland: Des Weiteren tragen ein effektives Zeitmanagement und der Einsatz von Lernstrategien dazu bei, dass Studierende sich den Anforderungen des Studiums gewachsen fühlen. Wer neben den Anwesenheitszeiten in der Hochschule auch noch Zeitfenster für die Schreibtischarbeit, den Nebenjob und vor allem für seine Freizeit einplant, gerät nicht am Ende des Semesters in Panik und kann so nächtelanges Büffeln vermeiden. Nutzt der Studierende effiziente Lernstrategien, beispielsweise beim Schreiben einer Hausarbeit, so kann er viel Zeit etwa bei der Sichtung von Literatur sparen.

Karriere-Einsichten: Wo gibt es professionelle Unterstützung?

Hanna Hardeland: Studierende können beispielsweise, wenn sie unter Leistungs- oder Konkurrenzdruck leiden auch professionelle Unterstützung aufsuchen. Dazu kann klassischerweise die Studienberatung genutzt werden. Mittlerweile bieten einige Hochschulen, etwa die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, auch Lerncoaching für ihre Studierenden an.

Teilweise ist ebenso die Unterstützung eines externen Lerncoaches oder Coaches ratsam, etwa wenn den Studierenden das Beratungsangebot an den Hochschulen nicht zusagen. Hier entwickelt der Coach bzw. Lerncoach gemeinsam mit dem Studierenden individuelle Handlungsstrategien zur Optimierung des Lernverhaltens.

Unter Doping versteht man die Einnahme von unerlaubten Substanzen oder die Nutzung von unerlaubten Methoden zur Steigerung bzw. dem Erhalt der (meist sportlichen) Leistung. Dies ist im Sport weitestgehend verboten, da die für den Sportler häufig mit dem Risiko einer Gesundheitsschädigung einhergehende Anwendung von Dopingmitteln zu einer ungleichen Chancenverteilung im sportlichen Wettbewerb führt.

Hanna Hardeland ist Berufsschullehrerin, Coach und Lerncoach. Als freiberuflicher Coach und Lerncoach begleitet sie Berufstätige und Lernenden auf ihrem Weg zu mehr Effektivität, Leistungsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit.

 

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Karriereverweigerer: Mal bewusst Nein-Sagen http://www.karriere-einsichten.de/2012/11/karriereverweigerer-sich-bewusst-dagegen-entscheiden/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/11/karriereverweigerer-sich-bewusst-dagegen-entscheiden/#comments Sun, 25 Nov 2012 08:00:01 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6106 „Welchen Preis sind Sie bereit für die Karriere zu zahlen? Was sind Ihnen Macht und Anerkennung wert?“ Fragen, die heute zunehmend anders als noch vor 20 Jahren ... neue Einsichten gefällig?

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„Welchen Preis sind Sie bereit für die Karriere zu zahlen? Was sind Ihnen Macht und Anerkennung wert?“ Fragen, die heute zunehmend anders als noch vor 20 Jahren beantwortet werden. Manager und angehende Führungskräfte sind oft nicht mehr bereit, ausufernde Arbeitszeiten und hohen Leistungs- und Termindruck für die Karriere in Kauf zu nehmen…

Früher wollte jeder Chef werden. Hohes Einkommen, toller Dienstwagen, gesellschaftlicher Aufstieg – das war lange Zeit der Traum eines jeden angehenden Managers. Privatleben und Familie kamen erst an zweiter Stelle und wurden der Karriere meist bereitwillig untergeordnet. Für das Privatleben auf Karriere verzichten?

Heute ist die Situation eine andere: Der hierarchische Aufstieg ist für Etliche eben nicht mehr das oberste Karriereziel; viele Führungskräfte räumen einer Fachkarriere sogar den Vorrang ein, sagt der Deutsche Führungskräfteverband. Und auch Freizeit und Familie haben immens an Bedeutung gewonnen: Laut einer aktuellen Studie der Financial Times Deutschland und des GfK Vereins würde ein Drittel der Befragten eine Karriere hinten anstellen, wenn dafür mehr Zeit für die Familie bliebe. Karriere ja, aber nicht um jeden Preis – das scheint das Motto der neuen Generation Y zu sein.

Gut leben, Karriere machen

Bei den jüngeren, angehenden Führungskräften ist ein Wertewandel zu erkennen, der vor zehn oder 20 Jahren so nicht absehbar war. Die neue Generation hat am Beispiel ihrer Eltern, insbesondere am Vater, miterlebt, wie anstrengend Karriere sein kann. Wie die Arbeitsbelastung mit zunehmendem Alter steigt, wie Stress und Druck die Psyche und das körperliche Wohlbefinden negativ beeinflussen. Materieller Wohlstand war für diese Generation – mehr oder weniger – selbstverständlich. Beides hat dazu geführt, das Lebensmodell des Vaters nicht unreflektiert nachahmen zu wollen. “Ewiger Vorkämpfer war gestern.”

Begünstigt wird das Ganze durch den zunehmenden Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften. Die Komfortzone der Leistungsträger nimmt zu; die neue Generation Führungskräfte strebt nach Selbstverwirklichung, Sinnfindung und Spaß an der Arbeit. Unternehmen müssen sich auf diese geänderten Bedürfnisse einstellen. Zusammen mit ihren Führungskräften sollten sie an einer Vision, an einer Möglichkeit arbeiten, wie Beruf und Privatleben in Einklang gebracht werden können.

Die Arbeit als Lifestyle

Wichtig ist: die Generation Y sucht ebenso wie ihre Eltern die Herausforderung – allerdings nicht mehr hauptsächlich im Führen möglichst vieler Mitarbeiter. Die neuen Führungskräfte wollen weniger Befehlshaber und Vorkämpfer sein als vielmehr Sinnstifter und Vorbilder mit einem klaren Werteverständnis. Für etablierte Unternehmen, welche die Generation Y für sich gewinnen wollen, bedeutet das: zum ernsthaften Diskurs bereit zu sein und eigene Werte hinterfragen und überdenken zu wollen.

Knallharte Zielvorgaben, die auf jedes einzelne Teammitglied hinunter gebrochen werden, gehören der Vergangenheit an; sie haben mit modernem, selbstbestimmtem Führen wenig zu tun. Zentrales Thema sollte sein, die Führungskräfte ihren eigenen Stärken und Interessen nach zu entwickeln und einzusetzen. Unternehmen müssen mehr als sie es bisher schon getan haben, Projekte und Aufgaben anbieten, die zur Motivation der Manager passen.

Aus dem Leben gegriffen – Praxisbeispiel

Ein Manager war seit über vier Jahren erfolgreich in Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprojekten tätig, lange Arbeitszeiten und hoher Erfolgsdruck inklusive. Vor 21 Uhr abends kam er unter der Woche nur selten nach Hause. „So geht es nicht mehr weiter. Meine kleine Tochter erkennt mich kaum noch, meine Frau droht mit der Scheidung und all das nur, damit das Unternehmen seinen Deckungsbeitrag weiter maximiert.

Ich fühle mich nur noch leer…“ gestand er sich selbst irgendwann ein. In zwei Tagen Seminar lernte er, sich und seine Umwelt anders wahrzunehmen. Und vor allem seine Arbeit in einem anderen Licht zu sehen. Kurz darauf suchte er das Gespräch mit der Geschäftsleitung und den Kollegen, denen es ähnlich erging. Seitdem setzt – langsam – ein Umdenken bei der Geschäftsleitung ein. Woran das festzumachen ist? Seit knapp zwei Monaten ist eben dieser Manager mit einem neuen Projekt betraut: dem Aufbau eines firmeninternen Kindergartens.

Flexibilität ist Trumpf

Unternehmen müssen flexibler werden, um ihre Topleute zu halten: Sabbaticals und flexible Arbeitszeitmodelle sollten selbstverständlich sein. Eine ausgedehnte Mittagspause, um mit der Familie zusammen zu essen? Kein Problem! Um 16:00 Uhr nach Hause gehen, um mit den Kindern noch den Abend zu genießen und sie ins Bett zu bringen? Selbstverständlich machbar, die Arbeit kann schließlich auch später vom Home-Office aus erledigt werden. Ein Meeting abbrechen und am nächsten Morgen fortsetzen, weil der Sohn vom Kindergarten abgeholt werden muss? Klar, jeder der Kollegen hat Verständnis.

Ein Mehrwert auch für das Unternehmen. Bedeutet eine bessere Work-Life-Balance aber nicht auch finanzielle Abstriche für die Unternehmen? Durchaus möglich – zumindest auf den ersten Blick. Auf lange Sicht profitieren Unternehmen aber von den „neuen“ Führungskräften: sie sind engagierter und effektiver bei der Arbeit; und sie sind dem Unternehmen gegenüber loyaler und schaffen eine Kultur, in der jeder Freude am Job hat.

Der Berliner Jugendforscher Klaus Hurrelmann macht auf die Multioptionsgesellschaft und Grenzlosigkeit aufmerksam, in welcher die Generation Y groß geworden ist. Die Millennials sind optimistisch und selbstbewusst und haben wenig Vertrauen in die Regierung, weshalb sie sich durch passiven Widerstand aktiv ins politische Geschehen einbringen.

Johannes Schmeer begleitet seit vielen Jahren Manager dabei, ihre Führungskraft voll auszuschöpfen. Als Management-Coach liefert er Ideen, Impulse und Fragen, sodass Führungskräfte mit allen Herausforderungen im Arbeitsleben souverän umgehen können.

 

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China: Bröckelnder Boom, Anfang vom Ende? http://www.karriere-einsichten.de/2012/11/china-brockelnder-boom-anfang-vom-ende/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/11/china-brockelnder-boom-anfang-vom-ende/#comments Sun, 18 Nov 2012 11:00:21 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5800 Der Aufschwung in China schwächelt. Bilder von Geisterstädten schockieren den Westen. Die Regierung versucht mit staatlich finanzierten Bauprojekten den Aufschwung aufrecht zu erhalten, aber viele dieser neuen ... neue Einsichten gefällig?

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Der Aufschwung in China schwächelt. Bilder von Geisterstädten schockieren den Westen. Die Regierung versucht mit staatlich finanzierten Bauprojekten den Aufschwung aufrecht zu erhalten, aber viele dieser neuen Wohn- und Geschäftshäuser stehen leer. Was bleibt?

Laut einer Studie der Boston Consulting Group denken 37% der in China tätigen US Unternehmen derzeit darüber nach, sich aus dem Land zurückzuziehen. Der Grund: Steigende Löhne, zu hohe Kosten. Handelt es sich dabei um den Anfang vom Ende? Ganz im Gegenteil, erklärt Bruno Sergi, Dozent an der renommierten Harvard Universität. Er beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas.

Karriere-Einsichten: Welche Chancen bietet China in den nächsten Jahren?

Bruno Sergi: China ist auf dem besten Weg die USA als größte Volkswirtschaft der Welt zu überholen. Das drittgrößte Land der Welt hat heute schon die größte Bevölkerung. Im asiatischen Raum gibt es mehr Millionäre als in den USA, und alleine in China leben mehr Milliardäre als in den Vereinigten Staaten. Die chinesische Firma “Foxconn” produziert bereits circa 40% der weltweit verkauften Elektronikartikel. Das Wachstum in China wird weitergehen.

Chinesen lieben deutsche Produkte

Karriere-Einsichten: Was bedeutet das chinesische Wachstum für Deutschland?

Bruno Sergi: Die Hälfte aller chinesischen Importe aus Europa kommen aus Deutschland. Ein Viertel der chinesischen Exporte nach Europa sind für Deutschland bestimmt. China hat allein im Jahr 2011 zehn Milliarden US Dollar in Europa investiert, drei mal so viel wie im Jahr zuvor. Dabei handelt es sich erst um den Anfang. Im Jahr 2020 könnte das Land bereits 500 Milliarden US Dollar pro Jahr in Europa investieren.

Die Herausforderung für Deutschland besteht darin, seine Position als Exportweltmeister zu verteidigen, die Handelsbeziehungen mit China zu festigen, und einen möglichst großen Betrag dieser bevorstehenden Investments für Deutschland zu gewinnen.

Karriere-Einsichten: Welche Karriere-Chancen bieten sich auf Grund der bevorstehenden Entwicklungen?

Bruno Sergi: Europäer müssen sich auf die Zusammenarbeit mit chinesischen Investoren und Kunden vorbereiten. Dabei gilt es, ein gewisses kulturelles Verständnis zu entwickeln. Mandarin-Kenntnisse sind sicher ein großer Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. In erster Linie sollte man mit den Traditionen und kulturellen Besonderheiten seiner Geschäftspartner vertraut sein.

Karriere-Einsichten: Wie wichtig ist der chinesische Markt für Deutschland?

Bruno Sergi: Immer mehr deutsche Unternehmen investieren in China, um sich ein Stück vom Kuchen “Wachstumsmarkt” zu sichern. Zahlreiche Millionäre und Milliardäre sehnen sich nach deutscher Qualität. Aber auch eine stetig wachsende Mittelklasse möchte ausländische Produkte erwerben.

Laut der “European Business in China Confidence Survey 2012” planen 63% der befragten Unternehmen in den nächsten Jahren in China zu investieren. 61% der Unternehmen verzeichnen einen erhöhten Personalbedarf. “Das bedeutet neue Arbeitsplätze für Europäer in China.”

Bürokratische Hürden, wenig Transparenz

Karriere-Einsichten: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung?

Bruno Sergi: Viele Unternehmen betrachten die chinesische Regierung als das größte Hinderniss für eine effiziente Zusammenarbeit. Mehr Transparenz und die konkrete Umsetzung der Richtlinien sind wichtig für ein anhaltendes Wirtschaftswachstum. Allerdings befindet sich das Land auch aus dieser Perspektive auf dem besten Weg, und wird den Westen bald überholen.

Nicht nur deutsche Unternehmen expandieren in das wachstumsstärkste BRIC-Land. Die Schweizer Hotelkette Kempinski plant die Eröffnung eines neuen Luxushotels in Yixing. Dabei gilt es europäisches Know-How zu exportieren. Die Kette rekrutiert gezielt in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgebildetes Fachpersonal, um den gewohnten Kempinski-Standard auch in China zu gewährleisten. Attraktive Arbeitsbedingungen und Beförderungschancen stehen an der Tagesordnung.

Junge Europäer sollten sich optimal auf die neuen Herausforderungen vorbereiten. Weltoffenheit und kulturelle Kompetenz sind da ganz wichtig. Dabei liegt es am deutschen Bildungssystem junge Talente für die Märkte der Zukunft auszubilden. Austauschprogramme bieten Schülern und Studenten die Möglichkeit das Land näher kennen zu lernen.

Seit 1991 ist das Wirtschaftswachstum in Shanghai zweistellig. Damit ist die Stadt die einzige Region in China, die dies erreicht. Das jährliche Wirtschaftswachstum in Shanghai beträgt zurzeit etwa zwölf Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2006 betrug 1,03 Billionen Yuan (128,8 Milliarden US-Dollar). Das BIP pro Kopf lag bei rund 7000 US-Dollar (VR China 1800 US-Dollar) und war nach Hongkong und Macao das dritthöchste des Landes.

Professor Bruno Sergi ist Gastdozent für Russische und Chinesische Wirtschaftspolitik an der Harvard University und Senior Fellow am Davis Center in Boston. Fabian Teichmann studiert bei ihm Wirtschafts- und Finanzwissenschaften.

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Zeitarbeit und Teilzeit: Zwei, die (vielleicht) zusammen passen http://www.karriere-einsichten.de/2012/11/zeitarbeit-und-teilzeit-zwei-die-zusammen-passen/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/11/zeitarbeit-und-teilzeit-zwei-die-zusammen-passen/#comments Sun, 04 Nov 2012 11:00:30 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6110 Von den meisten unbemerkt und doch von großer Bedeutung für weite Teile der Bevölkerung: Die Zeitarbeit hat in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag gefeiert! Eine Bestandsaufnahme… as ... neue Einsichten gefällig?

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Von den meisten unbemerkt und doch von großer Bedeutung für weite Teile der Bevölkerung: Die Zeitarbeit hat in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag gefeiert! Eine Bestandsaufnahme…

Das sogenannte entgeltliche Vermitteln von Arbeitskräften wurde erstmals 1922 geregelt. Auch damals gab es schon Unternehmen, die kurzfristig auf Veränderungen der Wirtschaftslage reagieren mussten und mit Zeitarbeit als Flexibilisierungswerkzeug auf Schwankungen im Auftragsbestand schnell reagieren konnten.

Die Überlassung von Leiharbeitnehmern wurde in der Bundesrepublik erst 1972 verbindlich geregelt. Da die Gesetzesvorgabe anfänglich nur eine maximale Überlassung von Leiharbeitnehmern für drei Monate zuließ, entwickelte sich daraus im Volksmund der Begriff „Zeitarbeit“.

Die gesetzlichen Grundlagen für die Zeitarbeit in Deutschland wurden in den letzten 40 Jahren mehrfach modifiziert und den geänderten gesellschaftlichen Bedingungen angepasst. Heute ist Zeitarbeit eine wichtige Größe am deutschen Arbeitsmarkt – Mitte 2012 zählte die Branche erstmals knapp eine Million Beschäftigte.

Beide Seiten profitieren davon. Denn die Kooperation zwischen Unternehmen und Personaldienstleistern schafft Arbeitsplätze und stützt die Wirtschaft, da auf Arbeitsspitzen und zusätzlichen Fachkräftebedarf deutlich flexibler reagiert werden kann. Arbeitnehmer, die für Personaldienstleister arbeiten, gelten als besonders flexibel, hochmotiviert und erfahren. Kein Wunder, dass bei großen Personaldienstleistern wie Randstad jährlich viele Mitarbeiter von Unternehmen abgeworben werden.

Teilzeit und Zeitarbeit: langfristige Perspektive?

Weitgehend unbekannt ist, dass renommierte Zeitarbeitsunternehmen heute sogar Teilzeitstellen vermitteln. Wer flexible Arbeitszeiten braucht, sollte daher in jedem Fall auch mit einem erfahrenen Personaldienstleister sprechen. Volker Enkerts, Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister: „Für alle, die nach der Elternzeit oder nach längeren Pausen im Erwerbsleben den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt suchen, bietet Zeitarbeit viele Perspektiven.

Die Vielfalt unserer Kundenunternehmen ermöglicht es Zeitarbeitnehmern, einen Job zu finden, der zu ihrer individuellen Situation passt.“ Insbesondere Mütter können sich quasi im geschützten Rahmen auf dem Markt umsehen, Berufserfahrungen sammeln und sowohl verschiedene Branchen als auch Arbeitsplätze kennen lernen.

Mit einem Personaldienstleister werden in der Regel unbefristete Arbeitsverträge mit allen Sozialleistungen geschlossen. Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sind selbstverständlich. Und sollte zwischen zwei Einsätzen kurzzeitig keine Einsatzmöglichkeit bestehen, zahlt das Zeitarbeitsunternehmen die Vergütung weiter.  “Nicht wenige hoffen, von einem der Kundenbetriebe in ein konventionelles Beschäftigungsverhältnis übernommen zu werden.”

Deutsche Wirtschaft im Umbruch

In vielen deutschen Unternehmen gibt es bereits ein breites Angebot flexibler Arbeitszeitmodelle. Allerdings wissen bisher nur wenige Beschäftigte um diese Möglichkeiten – eine Informationslücke, die den Arbeitgebern zu schaffen machen wird. Denn für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen wird eine familienbewusste Arbeitszeitgestaltung immer wichtiger.

Die unternehmerischen Begehrlichkeiten zielen künftig deutlich stärker auf die dauerhafte Einbindung gut ausgebildeter, erfahrener Fachkräfte – und dazu gehören immer mehr Mütter, die nach der Babypause wieder zurück in einen Job wollen. Bisher kaum umworben, wird sich ihre Verhandlungsposition für eine Arbeit in Teilzeit in den nächsten Jahren deutlich verbessern. „Denn Flexibilität ist nicht nur eine Bringschuld der Mitarbeiter, sondern steht angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels auch Arbeitgebern gut zu Gesicht, die sich ihre Marktposition dauerhaft sichern wollen“, fügt Petra Timm, Unternehmenssprecherin bei Randstad Deutschland, an.

Erst die Kinder, dann das Gehalt

Daher verwundert es nicht, dass Familienfreundlichkeit eines Unternehmens für 90 % aller Mütter mindestens genauso wichtig wie das Gehalt. Dies liegt vor allem an den erheblichen Mehrfachbelastungen, denen Arbeitnehmerinnen mit Kindern permanent ausgesetzt sind. Mütter müssen viel koordinieren und managen – und zwar dauerhaft über viele Jahre. Daher brauchen sie in der Arbeitswelt einen besonders verlässlichen Rahmen, um diese Aufgaben sicher meistern zu können.

Geschäftsführung und Personalleitung sollten angesichts zukünftiger Engpässe bei qualifizierten Arbeitskräften den Müttern in ihrem Unternehmen besondere Aufmerksamkeit schenken. Den offenen Dialog beispielsweise in Mitarbeitergesprächen zu führen und hierbei betriebliche sowie private Ziele herauszufinden, trägt dazu bei, individuelle Rahmenbedingungen für den Arbeitsplatz zu schaffen.

Unterstützen und fördern

Vor allem weibliche Angestellte sind dankbar für kleine Hilfen in der Alltagsbewältigung wie beispielsweise die spontane Freistellung von der Arbeit in Notfallsituationen. Eine gezielte Personalentwicklung für Teilzeitführungskräfte anzubieten oder Sozialfonds für Mitarbeiter einzurichten, trägt zusätzlich zu einer höheren Loyalität des Mitarbeiters zum Arbeitgeber bei. Die Arbeit in Teilzeit und unter familienfreundlichen Bedingungen wird zukünftig in den Leitbildern und Unternehmensphilosophien fest verankert.

Petra Timm, weiß allerdings auch: „Die Bedürfnisse ihrer Beschäftigten anzunehmen und diese in modernen Arbeitsplatzmodellen zu integrieren, stellt die größte Herausforderung für viele Unternehmen dar.“ Mitunter ist der Weg also mühsam, aber er lohnt sich – denn Fach- und Führungskräfte bleiben dem Unternehmen länger erhalten, wenn sie konsequent gefördert und ernst genommen werden. Diese Unternehmenstreue der qualifizierten Mitarbeiter ist heute schon ein echter Wettbewerbsvorteil und schafft deutlich mehr Flexibilität und Entscheidungsspielräume.

Von Teilzeitarbeit (ugs. auch in Teilzeit) spricht man, wenn Arbeitnehmer regelmäßig kürzer arbeiten als vergleichbare Vollzeitarbeitnehmer. Verglichen wird in der Regel die Wochenarbeitszeit — bei unregelmäßiger Arbeitszeit die Jahresarbeitszeit — von Arbeitnehmern des gleichen Betriebs mit derselben Art des Arbeitsverhältnisses und der gleichen oder einer ähnlichen Tätigkeit. Fehlen vergleichbare Arbeitnehmer im Betrieb, gilt als Vergleichsmaßstab ein anwendbarer Tarifvertrag oder Kollektivvertrag, ansonsten die branchenübliche Vollarbeitszeit.

Jan Thomas Otte will die Vor- und Nachteile von Zeitarbeit verstehen. Klar ist in diesem Branchenbericht, dass immer mehr Firmen ZeitarbeiterInnen beschäftigen.

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Sandwichposition: Blocker und Radler im Büro http://www.karriere-einsichten.de/2012/10/sandwichposition-blocker-und-radler-im-buro/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/10/sandwichposition-blocker-und-radler-im-buro/#comments Tue, 23 Oct 2012 07:00:41 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5805 Bist du eher ein Radler oder Blocker? Viele Büroangestellte finden sich in ihr wieder, in der Sandwichposition. Und manchen Ausflüchten a la: „Aber der Chef hat gesagt”. ... neue Einsichten gefällig?

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Bist du eher ein Radler oder Blocker? Viele Büroangestellte finden sich in ihr wieder, in der Sandwichposition. Und manchen Ausflüchten a la: „Aber der Chef hat gesagt”. Wie du rauskommst? Timo Hinrichsen und Boris Palluch liefern einige Tipps…

Wenn Sie als Führungskraft zwischen zwei Stühlen sitzen, haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder Sie radeln mit und versuchen die Interessen des Unternehmens umzusetzen oder Sie blocken, machen zu und schlagen sich auf die Seite des Teams. In beiden Fällen, ob Sie nun Radler oder Blocker sind, können Sie vieles richtig, aber auch vieles falsch machen. Wie Sie als Radler auf keinen Fall reagieren sollten: „Always look on the bright side of life.“

Das Problem durch die rosarote Brille zu betrachten, hilft vielleicht dem Songwriter Eric Idle, Führungskräften leider nicht. Auch wenn Sie ein Problem „Challenge“ nennen, bleibt es ein Problem. Mitarbeiter und Unternehmen brauchen keine Durchhalteparolen und Schönmalerei, sondern Klarheit und ein realistisches Vorgehen.

„Augen zu und durch“

Alle Unternehmensentscheidungen ohne Rücksicht auf Verluste durchzuziehen, egal ob sie Sinn machen oder nicht, ist definitiv keine gute Entscheidung. Loyalität dem Unternehmen gegenüber ist für Führungskräfte selbstverständlich. Das heißt aber auch, Bedenken anzumelden und Stolpersteine aufzuzeigen, wenn die eigenen Chefs sie übersehen haben. Durchregieren, ohne den Kopf anzuschalten? Das ist höchstens eine Methode von gestern – oder sollte es sein.

„Modell Kruppstahl“

So mancher Chef, der eine unliebsame Entscheidung umsetzen muss, tarnt sich als harter Knochen. Häufig will er damit der Gegenseite der Wind aus den Segeln nehmen und unangenehme Diskussionen vermeiden. Meistens bringt die Methode Holzhammer mehr Schaden als Nutzen. Das Problem dabei: Bedenken werden dann gar nicht mehr geäußert! Kleine Anmerkung der Redaktion: Fachliteratur gibt es im Internet genug, für Juristen und andere Experten. Man muss sie nur lesen, besser noch: umsetzen.

Wie Sie als Blocker auf keinen Fall reagieren sollen: „Gemeinsam in den Abgrund.“ Frei nach dem Motto „Ich hab die da oben noch nie verstanden“ wettert der Chef gegen die Entscheidung oder macht sich über einzelne Projekte lustig. Die Mitarbeiterinteressen stellt er selbstverständlich in den Vordergrund, auch wenn es zu Lasten des Unternehmens geht. Doch indem sich die Führungskraft mit den Mitarbeitern verbündet, bringt sie das ganze Projekt zu Fall.

„Kommt Zeit, kommt Rat.“ Manche Probleme erledigen sich von selbst, wenn man nur lange genug wartet. Ein ehemaliger Bundeskanzler hat ein ganzes Land so geführt. Leider funktioniert dieses Prinzip nicht beim Sandwichdilemma. Eher früher als später fällt es Ihnen auf die Füße. Deshalb nehmen Sie die Situation besser gleich selbst in die Hand, anstatt nur auf Impulse von oben oder unten zu reagieren. So haben Sie die Chance, Prozesse im Sinne Ihres Teams und des Unternehmens zu beeinflussen.

„Love it, change it or leave it”

So manche Führungskraft zieht bei schwierigen Entscheidungen lieber die Reißleine. Das kann in einem Fall eine Versetzung sein oder im Extremfall die Kündigung. Aber bitte nicht, bevor Sie „change it“ probiert haben! “Sie haben mehr Einflussmöglichkeiten, als Sie glauben. Machen Sie nicht den Fehler, der Situation auszuweichen.” Denn eines ist sicher: Das Sandwichdilemma wird Ihnen auch in der nächsten Position begegnen.

„Sie werden schon sehen …“, was sie davon haben. Innerlich auf stur zu schalten ist eine verbreitete Methode, um Veränderungen abzubügeln. Die Entscheidung wird einmal subtil und unauffällig, dann wieder ganz offen sabotiert. Informationen werden zurückgehalten oder Bedenken nicht geäußert. Der Blocker genießt es ungeniert, wie das Projekt gegen die Wand fährt. „Schadenfreude ist die schönste Freude“, heißt es ja im Volksmund.

Leider wird dabei häufig vergessen, dass Schaden, den die Unternehmung erleidet, am Ende von den Mitarbeitern ausgebadet wird. Trauen Sie sich, Chef zu sein, und helfen Sie Ihren Leuten aus der Trotzphase.

Die Lösungsfinder-Methode

Gestatten? Mein Name ist Hiob, ich habe eine Nachricht für Sie. Egal ob Sie Mitarbeiter abbauen müssen, Überstunden gut verkaufen, ein neues EDV-System einführen oder ein ungeliebtes Leitbild umsetzen sollen – in allen diesen Fällen geht es darum, unangenehme Entscheidungen umzusetzen. Sie müssen unterschiedliche Interessen unter einen Hut bringen und darauf achten, dass Sie eventuelle Schäden klein halten.

Das gilt übrigens auch für Sie selbst. Wir wissen nur zu gut, wie schwierig das häufig sein kann und wie gerne man als Chef die Flinte ins Korn werfen oder den Kopf in den Sand stecken würde. Um Ihnen das Leben bei Sandwichdilemmata zukünftig leichter zu machen, empfehlen wir folgendes Vorgehen:

Machen Sie sich Ihre Rolle klar!

In der Sandwichposition zu sein heißt, dass Sie beiden Seiten gegenüber loyal sein müssen. Den Mitarbeitern, aber eben vor allem dem Unternehmen gegenüber. Das bedeutet mitunter, dass Sie schlechte Nachrichten überbringen oder harte Entscheidungen treffen und umsetzen müssen.

Von einer Führungskraft wird erwartet, dass sie Projekte, Strategien und Meinungen kritisch durchleuchtet, das heißt aber nicht, dass sie zum Dauernörgler und Blocker werden soll. Vielmehr geht es darum, Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg einzuschätzen: Was wurde eventuell übersehen?

Gibt es noch Möglichkeiten, die Entscheidung zu verbessern? Eine Führungskraft meinte unlängst zu uns: „Da hänge ich selber am Fliegenfänger“, und meinte damit, dass sie dieser Entscheidung hilflos ausgeliefert sei – alles Zappeln hilft nichts.

Wenn Sie immer wieder das Gefühl haben, Sie könnten nichts mehr bewegen, ist es vielleicht an der Zeit, sich etwas Neues zu suchen. Mitunter müssen Sie „die Kröte schlucken“, damit es im Großen weitergehen kann. Akzeptieren Sie diese Konsequenzen für Ihre Führungsrolle!

… und damit verbundene Optionen !

Führungskräfte neigen dazu, schnelle Entscheidungen zu treffen und diese sofort umzusetzen. Kein Wunder, das wird schließlich von ihnen erwartet. Häufig schränken sie damit aber selbst ihre Handlungsoptionen ein. Die Gefahr ist groß, sich für die erstbeste Lösung zu entscheiden. Mitunter fallen deshalb unnötigerweise Beteiligte unter den Tisch, und die Führungskräfte verbauen sich den Blick auf völlig andere Optionen, wenn sie sich zu sehr auf die zunächst offensichtliche Lösung beschränken.

Ein einfaches Modell kann Abhilfe schaffen: Klären Sie zunächst das Ziel der Maßnahme. Warum wird ein neues System eingeführt oder weshalb muss Personal abgebaut werden? Wieso stehen Überstunden an? Nur so können Sie Alternativen entwickeln oder hilfreiche Hinweise geben. Schreiben Sie dann die offensichtlichen Optionen auf einen Zettel.

Schauen wir uns das an einem Beispiel an: Ich sollte die Erlöse aus Verkäufen erhöhen und dafür den Mitarbeitern Sonderschulungen, von diesen liebevoll „Alcatraz-Stunde“ genannt, aufbrummen. Um festzustellen, wer das Glück haben würde, geschult zu werden, nahm ich mir die Verkaufserlöse vor und erstellte eine Rangliste. Eine Mitarbeiterin führte die Loser-Liste unangefochten an.

Anstatt ihr sofort die Schulung zu verpassen, nahm ich mir zwei Minuten Zeit und schrieb zunächst „Provisionserlöse erhöhen“ auf die Kopfseite eines Notizblatts. Dann notierte ich mir die Option „Schulung für Petra“ auf der linken und „Option keine Schulung – Begründung: Unruhe im Team – sind schon am Maximum“ auf der rechten Seite. Ich überlegte dann, ob es einen Kompromiss geben kann, um die Situation zu entschärfen.

In meinem Fall notierte ich mir: „Fahrtstrecken überarbeiten, mehr Zeit zum Kundenkontakt“ und „Nachverhandeln mit Zulieferern“ dazu. Viel zu oft lassen wir uns auf Optionen festnageln, ohne nach Alternativen zu suchen, die den gleichen Zweck erfüllen.

Je nach Aufgabe dient ein Büro einer einzelnen Person oder vielen Personen (Großraumbüro) als Arbeitsraum. Zur Ausstattung eines Büros gehören Büromöbel wie zum Beispiel Schreibtische, Schränke und/oder Regale sowie Kommunikationsmittel wie Telefon und Faxgerät.

Timo Hinrichsen und Boris Palluch arbeiten als Lösungsfinder, in diesem Fall für Karriere-Einsichten. Mehr in ihrem neuen Buch “Als unser Kunde tot umfiel …”. Ihr Buch wurde im Ranking der Online-Bibliothek getAbstract unter die Top-Ten-Wirtschaftsbücher gereiht.

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Kleidungsfall(e) Büro: Was zieh ich bloss an? http://www.karriere-einsichten.de/2012/10/kleidungsfalle-buro-was-zieh-ich-bloss-an/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/10/kleidungsfalle-buro-was-zieh-ich-bloss-an/#comments Sat, 20 Oct 2012 11:00:36 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5812 Muss ich mit meinem Business-Outfit meinen persönlichen Stil aufgeben? Ganz so dramatisch verhält es sich natürlich nicht. Niemand muss kostümiert zur Arbeit gehen. Doch welche Regeln sind ... neue Einsichten gefällig?

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Muss ich mit meinem Business-Outfit meinen persönlichen Stil aufgeben? Ganz so dramatisch verhält es sich natürlich nicht. Niemand muss kostümiert zur Arbeit gehen. Doch welche Regeln sind unumstößlich? Ein paar Klamottentipps…

Werfen wir zunächst einen Blick in die Definition von Kleiderordnung. Die Bekleidung wird als non-verbales Mittel zur Verständigung verstanden. Oder mit anderen Worten: Die Kleidung und das Auftreten entscheiden über den ersten Eindruck beim Gegenüber.

Stellen wir uns den Berufseinsteiger vor, der in einem Termin mit dem Dienstleister oder dem Kunden schlichtweg übersehen wird, da er für den Praktikanten gehalten wird. Was hat er wohl falsch gemacht? Gut möglich, dass er mit einem zu legeren Outfit die eigentliche Bedeutung seiner Person nicht richtig zum Ausdruck gebracht hat.

Pinguin- statt Piraten-Outfit im Büro

Besondere Vorsicht ist in den Büros von Versicherungen, Banken und Anwaltskanzleien geboten. Hier gilt in der Regel ein konventioneller Kleidungsstil. Was ist der Grund? In diesen Arbeitsfeldern geht es nicht darum, den Körper mittels Schutzkleidung vor Verletzungen zu schützen. Eine pragmatische Arbeitskleidung, wie sie in handwerklichen Berufen gefordert ist, muss nicht getragen werden.

Vielmehr muss authentisch der Eindruck von Professionalität vermittelt werden. Jegliche Berufe, in denen es um Beratungsdienstleistungen geht, leben davon, ein vertrauensvolles Verhältnis zum Kunden aufzubauen. Hier darf nichts vorgetäuscht werden. Es geht immer darum, dem jeweiligen Gegenüber den nötigen Respekt zu erweisen.  “Die angemessene Kleidung sagt: Ich geben mir Mühe, du stehst im Mittelpunkt.” 

Klamotten Für IHN

Die Herren haben es bei der Kleiderwahl vergleichsweise einfach. Ein gut sitzender Anzug ist schon die halbe Miete. Der lässt sich in Kombination mit den passenden Schuhen im Paket bei einem gehobenen Herrenausstatter erwerben. Dennoch kann über die Wahl des Schnittes oder der Farbe der persönliche Geschmack ins Outfit eingebracht werden. Das kann entweder der Klassiker in schwarz, die lockere Variante in einem helleren Farbton oder sogar ein Ensemble in Nadelstreifen-Optik sein.

Doch Vorsicht! Wer echtes Stilbewusstsein beweisen will, sollte die Farben richtig kombinieren: Anzug in einer dunklen Farbe auf der Skala zwischen Marineblau bis Schwarz und dazu ein helles Hemd. Nur die Krawatte darf in einem kräftigen Farbton gewählt werden.

… und für SIE

Für die Damen ergeben sich mehrere Varianten, wie das perfekte Business-Outfit zusammengestellt werden kann. Wie das auf hohem Niveau funktioniert, zeigen uns vor allem Damen in höheren Führungspositionen, wo das Outfit gerade in konventionellen Branchen strengen Regeln unterliegt.

Der Hosenanzug oder das Kostüm sollte in dunklen Farbtönen wie Dunkelblau, Dunkelgrau oder Braun gehalten sein. Auch ein Kleid mit Blazer ist eine gute Wahl. Der Rock muss mindestens knapp unterhalb der Knie enden. Die Beine müssen in jedem Fall mit einer Strumpfhose bedeckt sein.

Wesentlich freier gestaltet sich die Kleiderwahl in den typischen kreativen Berufen. Hier gehört es sogar eher zum guten Ton, seinen individuellen Stil zu tragen. Was Bankangestellte bei einem schicken Einkaufsbummel anziehen würden, eignet sich perfekt als Outfit für den Arbeitsalltag in einer Kreativagentur.

Selbst eine Umfrage von Ipsos verweist auf 63% der Befragten, die der Meinung sind, dass Freizeitkleidung die Produktivität sogar positiv beeinflusse. Trotzdem sind sich auch hier alle einige: Shorts und Flip Flops sind ein absolutes Tabu am Arbeitsplatz.

Als Kleidung (auch Bekleidung) wird in einem umfassenden Sinn die Gesamtheit aller Materialien bezeichnet, die als künstliche Hülle den Körper des Menschen mehr oder weniger eng anliegend umgibt (Gegensatz: Nacktheit). Zum einen dient sie dem Schutz vor belastenden Umwelteinflüssen, zum anderen in ihrer jeweiligen Gestaltung der nonverbalen Kommunikation.

Christine Spies arbeitet als Texterin für die PR-Agentur dmc, gehört also zu den Kreativen. In Flip Flops kommt sie aber auch nicht ins Büro.

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Beziehungskrise: Sex als Identitätsstifter http://www.karriere-einsichten.de/2012/10/beziehungskrise-sex-als-identitatsstifter/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/10/beziehungskrise-sex-als-identitatsstifter/#comments Mon, 15 Oct 2012 19:00:07 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=6123 »Er« hat das Leben satt und rast mit seinem Auto gegen die Wand. Im Krankenhaus trifft er »Sie«, die auch versucht hat sich umzubringen. Ein Drama mit ... neue Einsichten gefällig?

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»Er« hat das Leben satt und rast mit seinem Auto gegen die Wand. Im Krankenhaus trifft er »Sie«, die auch versucht hat sich umzubringen. Ein Drama mit allem, was dazu gehört: Wunsch nach Bedeutung, Freunden, Macht, Anerkennung. Sex und Ehre…

Stroboskopblitze in der Vorstellung, das Publikum sitzt im Kreis, kann sich der Atmosphäre der Schlaf/Wohnzimmer-grossen Bühne nicht entziehen. Wird sogar gleich am Anfang gefragt: “Willst du mich heiratren”. Irritation. Und das 1:30 Stunden.

Als Ausweg aus ihrem strengen türkischen Elternhaus bittet die junge Frau den deutlich älteren Alkoholiker um eine Scheinehe. Er, der seine türkische Muttersprache „weggeworfen” hat und eine tiefe Abneigung gegen alles Türkische hegt, willigt widerstrebend ein.

Nach der Hochzeit beobachtet er gleichgültig, wie die junge Frau ihr neues Leben in vollen Zügen genießt. “Doch nach und nach verliebt sich der alternde Säufer in die unbeschwerte, lebenshungrige Frau.”

Eifersucht, ein schlechter Ratgeber

Als er schließlich im Affekt ihren ehemaligen Liebhaber erschlägt, endet die gerade aufkeimende Idylle jäh. Er muss in den Knast; sie flüchtet sich vor ihrer gewaltbereiten Familie nach Istanbul. Sechs Jahre später treffen sich die beiden wieder – zum ersten Mal in der Türkei. Doch sie müssen feststellen, dass nichts mehr ist, wie es war…

Fatih Akins kompromissloser, hochemotionaler Film über zwei Deutschtürken und ihre hoffnungslose Suche nach Identität aus dem Jahr 2004 wurde nicht nur mit zahlreichen Filmpreisen überschüttet – unter anderem bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin, dem Deutschen Filmpreis und dem Europäischen Filmpreis. Er entpuppte sich auch in Deutschland wie in der Türkei als Politikum, das die Rolle der Deutschtürken in ein neues Licht rückte.

Zwischen Selbstauflösung und Lebenshunger

Der Theaterregisseur Martin Nimz konzentriert sich in seiner Inszenierung mit nur vier Schauspielern und in knappen, atemlosen Szenen auf die selbstzerstörerischen Kräfte, mit denen der alternde, vom Leben desillusionierte Mann und die junge, lebenshungrige Frau gegen festgefahrene Traditionen und vorgegebene Rollenmuster aufbegehren.

Mit erbarmungsloser Wucht schleudern sie hin und her zwischen totaler Selbstaufgabe und exzessiver Lebensgier – die Sinnwidrigkeit der Welt ahnend und gleichzeitig erfüllt von der tiefen Sehnsucht danach, dem Dasein doch einen Sinn abringen zu können.

Und wie so oft ist es die Liebe, die als Sinn-Lieferant verheißungsvoll am Horizont erscheint. Eine unmögliche Liebe, die plötzlich möglich wird und doch zum Scheitern verurteilt ist. Weitere Vorstellen im Theater Konstanz.

Gegen die Wand ist der vierte mehrfach ausgezeichnete Spielfilm des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akın. Der Film schildert die Liebesgeschichte einer jungen in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Türkin, die eine Scheinehe mit einem älteren, alkoholkranken und drogensüchtigen Landsmann eingeht, um den Moralvorstellungen ihrer Eltern zu entkommen.

Jan Thomas Otte findet, dass Heimat ein dehnbahrer Begriff ist. Für die einen ist es Facebook, für andere Freunde, Familie, Gott. Blöd ist eigentlich nur, wenn man sich wirklich alleine fühlt.

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Machthaber in Russland: Vladimir Putin, Faschist? http://www.karriere-einsichten.de/2012/09/machthaber-in-russland-vladimir-putin-ein-faschist/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/09/machthaber-in-russland-vladimir-putin-ein-faschist/#comments Wed, 19 Sep 2012 06:00:37 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5776 Wer ist Putin? Ein Playboy, Ex-Geheimdienstler, gar ein Faschist? Wir sollten die aktuelle Wirtschaftskrise als Anlass nehmen, um unsere unangebrachte Arroganz abzulege. Kurzum: Ein größeres Verständnis für ... neue Einsichten gefällig?

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Wer ist Putin? Ein Playboy, Ex-Geheimdienstler, gar ein Faschist? Wir sollten die aktuelle Wirtschaftskrise als Anlass nehmen, um unsere unangebrachte Arroganz abzulege. Kurzum: Ein größeres Verständnis für die russische Kultur entwickeln. Und die erklärt uns ein Harvard-Professor…

Zbigniew Brzezinski, ehemaliger Sicherheitsberater von US Präsident Jimmy Carter, hat Putin ohne Beweis als Faschisten bezeichnet. Es liegt am Westen dieses Missverständnis aufzuklären. Als ehemaliger Offizier des Geheimdienstes der Sovietunion (KGB) und späterer Leiter der Bundesagentur für Sicherheit der Russischen Föderation, hat sich Putin optimal auf seine Karriere als Politiker vorbereitet.

Eine Geheimdienst-Vergangenheit macht Putin nicht automatisch zum Diktator oder Tyrann. George H. W. Bush leitete den amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA bevor er zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wurde. Niemand würde ihn deshalb als Faschist bezeichnen.

Gorbachev und Yeltsin haben eine ideale Ausgangsposition für Putin geschaffen. Mit seinen missglückten Reformen “Perestroika” und “Glasnost” hat Gorbachev maßgeblich zum Untergang der ehemaligen Soviet Union beigetragen. Yeltsin’s anschliessende Privatisierungsprogramme sorgten für soziale Ungerechtigkeit und allgemeine Unzufriedenheit.

Als Putin an die Macht kam stand Russland kurz vor dem Untergang. Soziale Unruhen und mangelnde Stabilität zwangen Yeltsin zur Ernennung eines Nachfolgers. Putin galt als besonnener, politisch gemäßigter Kandidat. Gleichzeitig wirkte er charismatisch und stark.

Putin, eine Erfolgsgeschichte?

Putin ist es gelungen dringend benötigte soziale Reformen durchzusetzen, und Russland zu stabilisieren. Er hat den Prestigedes Landes auf internationaler Ebene wiederhergestellt, und dem Volk Zuversicht gegeben. Außerdem hatte er den Mut gegen Oligarchen vorzugehen, und bessere Wachstumschancen für die russische Mittelklasse zu schaffen.

Auch wenn laut Weltbank und Transparency International die Korruptionsrate in Russland weiterhin erschreckend hoch ist, darf nicht in Vergessenheit geraten, dass Putin seine Aufgaben erfüllt hat. Er ist entschieden gegen Oligarchen wie Khodorkovsky vorgegangen. Für das Versagen der russischen Staatsanwaltschaft kann Putin nur sehr bedingt verantwortlich gemacht werden.

Statt über Putin’s Fehler zu lästern, sollten sich amerikanische Regierungsberater wie Zbigniew Brzezinski eher auf seine kapitalistischen Erfolge konzentrieren: Putin wusste als erster russischer Präsident die Öl und Gas Reserven des Landes zu seinem Vorteil zu nutzen. Er versteht es die Preise für Rohstoffe konstant hoch zu halten, und hat eine faire Besteuerung der Exportgewinne eingeführt.

Der richtige Mann für Russland

75 Prozent der russischen Bevölkerung bevorzugen Ordnung gegenüber Freiheit. Das Volk sehnt sich nach Stabilität. Putin ist nicht nur ein äußerst charismatischer Politiker, sondern überzeugt vor allem durch sein starkes und diszipliniertes Auftreten.

Schon Benjamin Franklin war sich der Bedeutung seiner Reputation bewusst, und erläuterte eindrucksvoll in seiner Autobiografie, wie er sein Image pflegte. Putin scheint von seinem nordamerikanischen Leidensgenossen gelernt zu haben. Er fliegt Militärjets über Tschetschenien um zu zeigen, dass er den Streitkräften verbunden ist, und lässt sich bei Karatewettkämpfen fotografieren, um seine Willenskraft und Disziplin hervorzuheben.

Anschließend lässt er sich beim Angeln oder Jagen fotografieren. Er reitet auf Pferden über die Wiesen Russlands, und betäubt vor laufender Kamera einen Tiger. Damit zeigt er sich als großer Naturliebhaber, und gewinnt die Sympathie der ländlichen Bevölkerung.

Natürlich möchte Putin auch die Stimmen der Motorradfahrer seines Landes gewinnen. Deshalb ist er regelmäßig auf Bikertreffen zu sehen, und fährt mit seiner Harley Davidson voraus. Er zeigt sich als dynamischer Präsident, der sich für nichts zu Schade ist, und gewinnt damit die Herzen der jüngeren Bevölkerung.

Auf Schatzsuche

Im August 2011 ging er allerdings etwas zu weit. Während eines Tauchausfluges hat er “zufällig” einen Schatz gefunden. Später wurde bekannt, dass Putin’s Schatz tatsächlich schon einige Tage vorher entdeckt worden war. Trotzdem scheint seine Glaubwürdigkeit nicht gelitten zu haben.
Der ewige Präsident

Seit Mai 2012 ist Putin wieder offiziell Präsident der Russischen Föderation. Inoffiziell war er allerdings auch während seiner Zeit als Ministerpräsident an der Macht. Damit sein Mandat als Präsident nicht bereits nach vier Jahren unterbrochen werden könnte, hat er die Verfassung geändert. Nun bleibt er mindestens sechs Jahre, vermutlich aber eher zwölf Jahre an der Macht. Die größte Herausforderung dieser Legislaturperiode besteht in der momentanen Wirtschaftskrise. Sollte der Euro untergehen, könnten auch Russland’s Handelsbeziehungen mit dem Westen unter Druck geraten.

Professor Bruno Sergi ist Gastdozent für Russische und Chinesische Wirtschaftspolitik an der Harvard University und Senior Fellow am Davis Center in Boston. Fabian Teichmann studiert bei ihm Wirtschafts- und Finanzwissenschaften……

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Automatenbranche: Karriere, Unterhaltung, Arbeit http://www.karriere-einsichten.de/2012/09/automatenbranche-karriere-unterhaltung-und-harte-arbeit/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/09/automatenbranche-karriere-unterhaltung-und-harte-arbeit/#comments Mon, 17 Sep 2012 21:00:19 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5792 Karrieren verlaufen erstens anders. Zweitens oft anders als man denkt. So auch in der Automatenbranche. Da geht es nicht nur um Casino und Glücksspiel. Auch der Ticketautomat ... neue Einsichten gefällig?

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Karrieren verlaufen erstens anders. Zweitens oft anders als man denkt. So auch in der Automatenbranche. Da geht es nicht nur um Casino und Glücksspiel. Auch der Ticketautomat am Bahnhof will repariert werden. Ein Lobbybericht…

Eine Münze klemmt fest. Recht hartnäckig sogar. Irgendwo ganz weit hinten. Schnell eilt Saskia Schmidt herbei. In der einen Hand einen Schraubenzieher, in der anderen einen Schlüssel. Vorsichtig öffnet sie den blinkenden und piependen Geldspielautomaten. Der wartende Spielgast an ihrer Seite blickt interessiert hinein.

Mit gekonntem Griff und der Unterstützung des Schraubenziehers zieht Saskia das verloren geglaubte Zwei-Eurostück heraus, bucht die Reklamation über eine Liste und zahlt es an den Gast aus. „Das kommt oft vor in meinem Arbeitsalltag. Wir müssen technisch versiert und mit jedem Automaten in unserer Spielhalle vertraut sein“, sagt Saskia.

500 Azubis in Deutschland zum Automatenfachmann

Die 24jährige absolviert gerade eine Ausbildung zur Fachkraft für Automatenservice in einer großen privaten Spielhallenkette in Berlin am Kurfürstendamm. Dort ist sie zwei Wochen am Stück, gefolgt von einer Woche Berufsschule. Saskia ist eine von etwa 500 Auszubildenden in der gesamten gewerblichen Unterhaltungsautomatenbranche.

Seit 2008 gibt es die zweijährige Berufsausbildung zur Fachkraft für Automatenservice und die dreijährige Ausbildung zur Automatenfachfrau bzw. zum Automatenfachmann. Das erste Ausbildungsjahr wird jeweils mit einem Einstiegsgehalt von etwas mehr als 430 Euro brutto vergütet. Von Bundesland zu Bundesland sind die Gehälter etwa unterschiedlich. Gleich sind die Anforderungen: „Was unsere Auszubildenden auf jeden Fall besitzen müssen, ist eine Dienstleistungsbereitschaft und eine sehr gute Serviceorientierung. Sie sollten zudem offen auf Menschen zugehen können und mindestens 18 Jahre alt sein.
Das Rechnen darf auch kein Problem darstellen“, sagt Günter Holthausen, Personalleiter bei der Merkur-Spielothek GmbH. Zur täglichen Arbeit gehört neben der Behebung kleiner technischer Störungen an den Spielautomaten und dem Bedienen der Gäste die Warendisposition für Speisen und Getränke. Vor allem muss der Überblick über die Spielhalle behalten und regelmäßig Jugendschutzkontrollen durchgeführt werden; ein Job mit viel Verantwortung.

Für Saskia ist diese Ausbildung der Weg zum Traumjob. Den Spaß sieht man ihr beim Arbeiten an. Einfühlsam und äußerst freundlich geht sie auf die Gäste zu. „Für mich ist das hier eine Bereicherung, weil ich viel über die Menschen, ihre unterschiedlichen Kulturen und Traditionen lerne“, sagt sie. Verschiedene Menschen bedeuten auch viele verschiedene Probleme und das weiß Saskia aus eigener Erfahrung: „Einige Gäste kommen her, um persönliche Probleme zu verarbeiten, sich abzulenken und mit den Servicekräften zu reden“. Offenheit sei wichtig, aber die Auszubildenden müssen auch wissen, wie sehr sie sich emotional auf einen Gast einlassen. „Ich arbeite immer mit einer professionellen Distanz“, sagt Saskia.

Probleme mit Spielsucht früh erkennen

Dass sie einmal in einer gewerblichen Spielhalle arbeiten würde, hätte die Hobbyvolleyballerin auch nicht geglaubt: „Früher war ich bei einem Tierschutzverein beschäftigt. Durch Zufall habe ich vom Arbeitsamt erfahren, dass es diese Ausbildung gibt und mich gleich beworben. Das fand ich schon spannend, so eine Spielhalle“, sagt sie. Für ihre Freunde sei dies ein völlig normaler Beruf. „Die Arbeit verlangt aber auch emotional viel von mir ab, wenn es etwa um das Thema Spielsucht geht“, so Saskia.

Die Suchtgefahr, so die Lobby, werde in den privaten Spielhallen ernst genommen. Dafür, heisst es, würden die Mitarbeiter der gewerblichen Spielhallen in Seminaren geschult, wie sie potenzielle spielsüchtige Gäste erkennen und ihnen helfen können. Auch Saskia wird dieses Seminar in der letzten Phase ihrer Ausbildung besuchen. „Bereits jetzt weiß ich aber, wie wichtig es ist, die Gäste anzusprechen, von denen ich annehme, dass da etwas nicht stimmt.

Dazu bin ich sogar verpflichtet“, erklärt sie. Der direkte Weg ist meist der beste. Auf diese Weise zeigt das Servicepersonal den Gästen, dass da jemand ist, der ihnen zuhört und ihre Probleme erkennt. „Wer schließlich Hilfe in Anspruch nehmen möchte, dem vermittle ich gern Kontakte zu Suchtberatungsstellen. Gäste, die aber aggressiv reagieren, denen lege ich irgendwann auch nahe, zu gehen“, sagt sie. Emotionale Kompetenz ist unabdingbar.

Im Sommer dieses Jahres wird Saskia ihre Abschlussprüfung absolvieren. „Dann bin ich endlich nach zwei Jahren Fachkraft für Automatenservice“, betont sie stolz. Die Prüfung wird sich um die Themen Automatensysteme, Wirtschaft, Hygiene, Jugendschutz und Service drehen. Nach der Ausbildung haben die Lehrlinge eine gute Perspektive, übernommen zu werden. Saskia blickt der Zukunft freudig entgegen: „Ich werde hier noch so viel lernen und erleben“. Ob Saskia ein weiteres Jahr dranhängen wird und den Abschluss zur Automatenfachfrau machen wird, weiß sie noch nicht. Erst einmal möchte sie sich voll in das Berufsleben stürzen.

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Persönlichkeit: Zwischen Beruf und Berufung zur Konzern-Karriere http://www.karriere-einsichten.de/2012/08/karriere-lebenslanglich-wie-beruf-und-personlichkeit-zusammenhangen/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/08/karriere-lebenslanglich-wie-beruf-und-personlichkeit-zusammenhangen/#comments Mon, 20 Aug 2012 21:37:48 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5767 Bewusstsein denkt, Unbewusstsein lenkt! Eine Karriere im Einklang mit der eigenen Persönlichkeit führt häufig dazu, dass der Beruf zur Berufung wird. Das gilt nicht unbedingt für die ... neue Einsichten gefällig?

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Bewusstsein denkt, Unbewusstsein lenkt! Eine Karriere im Einklang mit der eigenen Persönlichkeit führt häufig dazu, dass der Beruf zur Berufung wird. Das gilt nicht unbedingt für die klassische Konzern-Karriere. Interview mit Sascha Schmidt, Führungskräfte-Trainer und Coach…

Es ist nie zu spät, damit zu beginnen, seiner inneren Stimme zu folgen. In unserem Interview gibt Sascha Schmidt aus seiner Beraterpraxis einige Impulse für den Start, sich über sein Berufsleben, den Job und alles weitere was damit zu tun hat Gedanken zu machen.

Karriere-Einsichten: Was ist eine ganzheitliche Karriereberatung?

Sascha Schmidt: Unter „Ganzheitlichkeit“ verstehe ich, dass ich in meinen Gesprächen die gesamte Person über das Thema hinaus mit einbeziehe. Dazu zählt seine Vergangenheit vom beruflichen Werdegang bis zurück zu frühkindlichen Prägungen. Dazu zählt ein ehrlicher Blick und Anerkennung des Status quos; sowie ein Blick in die Zukunft. Welche Ängste und Wünsche gibt es bezogen auf den nächsten Karriereschritt.

Karriere-Einsichten: Konkreter?

Sascha Schmidt: Ja gerne, es kommt jemand zu mir und sagt, er möchte Tipps für die nächste Gehaltsrunde haben. Neben den Tricks und Nuancen der klassischen Verhandlungsführung beleuchte ich gemeinsam mit ihm seine Motivationen und Interessen für mehr Geld. Einfache Frage: Wozu willst Du mehr Geld haben? Die Antworten fallen vielen nicht leicht…

Karriere-Einsichten: Wieso, ist doch klar. Ich will mehr Geld haben, um meine Leistung gewürdigt zu sehen. Was ist daran schwer?

Sascha Schmidt: Nun, klingt einfach – nächste Frage lautet dann, wie könnte eine Würdigung denn noch aussehen – schon entfernen wir uns vom Geldthema und kommen eventuell zur Problematik der fehlenden Anerkennung der Mitarbeiter durch Führungskräfte. Und jetzt noch eine Frage oben drauf: Wieso ist Ihnen Anerkennung durch den Chef so wichtig? Plötzlich befinden wir uns in ganz anderen, nämlich persönlichen und emotionalen Dimensionen. Das braucht Mut, um sich hier die eigenen Bedürfnisse und Wünsche klar anzusehen.

Ratschläge sind auch Schläge

Der Mut wird zugleich belohnt, denn wer seine biographischen Wurzeln kennt, wer weiß, wie er gestrickt ist, der wird immer autonomer seine eigene Karriere bestimmen. Sie wechseln dann vom Beifahrersitz in den Fahrersitz und bestimmen auch noch den Weg selber!

Karriere-Einsichten: Gehen Sie da nicht zu weit? Ich will doch nur Tipps haben, wie ich mehr Geld verhandeln kann.

Sascha Schmidt: Es gibt Bücherregale voll Ratgeber und das Internet ist voll mit Tipps für das erfolgreiche Verhandeln. Ja, hier können Sie fündig werde, häufig zugleich nur methodisch. Unser Leben ist zugleich keine Methode und kann nicht via Checklisten geführt werden.

Wenn A, dann folgt B ist Mathematik aber kein zwischenmenschlicher Prozess in einem Gespräch. In der ganzheitlichen Karriereberatung liegt mein Augenmerk auf der persönlichen Entwicklung und Stärkung meines Klienten. Ich unterstütze ihn, Kontakt mit sich aufzunehmen. Wer diesen Kontakt zu sich hat, der ist automatisch authentischer und ruhiger im Gehaltsgespräch. Das hat wieder eine Signalwirkung auf den Prozess der Gehaltsverhandlung.

Karriere-Einsichten: Wie fange ich denn an, meine berufliche Biographie bewusster und eventuell selbstbestimmter zu gestalten?

Sascha Schmidt: In dem Sie erst einmal anerkennen, was ist. Also, wo stehen Sie gerade beruflich? Wie fühlen Sie sich? Was fehlt Ihnen? Was ist gut? Was ist schlecht? Wieso machen Sie eigentlich das, was Sie machen? Und so weiter – Antworten darauf lassen sich in der Selbstreflexion, im Gespräch mit Freunden oder einem Dritten finden. Die Antworten sollten Sie anerkennen im Sinne von „Ja, so ist das gerade.“

Karriere-Einsichten: Und dann?

Sascha Schmidt: Dann können Sie Führungskraft in eigener Sache werden. Sie entscheiden, was Sie ändern wollen und wie. Es kann ein interner Wechsel sein; es kann ein Jobwechsel sein; es kann ein Berufswechsel sein; es kann zugleich auch nur sein, dass Ihnen die Reaktivierung eines alten Hobbies ausreicht, um wieder zufriedener im Job zu werden.

Karriere-Einsichten: Das klingt so einfach und doch ist die Umsetzung schwer, woran liegt das?

Sascha Schmidt: Weil es hat immer Gründe, warum Sie zum Beispiel eine Konzernlaufbahn eingeschlagen haben, obwohl Sie nach dem BWL-Studium eigentlich ein Surfcenter auf den Kanaren eröffnen wollten. Diese Gründe sind mächtig, solange wir sie nicht ansehen und anerkennen.

Ja zu sich selbst finden, auch als Top-Performer

Sobald wir wissen, dass wir mit der Konzernkarriere eigentlich nur dem Vater beweisen wollten, dass wir es können, besteht die Chance damit aufzuhören. Nur was wir bewusst annehmen, können wir bewusst abgeben. Dann sind wir frei, das zu machen, was wir aus uns heraus machen wollen. Dann beginnt unsere ureigene Karriere und der Beruf kann zur Berufung werden.

Karriere-Einsichten: Wie lässt sich denn von Anfang an die Karriere ganzheitlich planen?

Sascha Schmidt: Mit dem Planen ist das so eine Sache. Auf der einen Seite hilft es uns, ein gesetztes Ziel zu erreichen. Auf der anderen Seite drohen zu starre Pläne, die eigene Flexibilität zu behindern. Wir werden dann blind gegenüber anderen Möglichkeiten. Grundsätzlich empfehle ich, dass man sich gezielt mit den eigenen Interessen, Motivationen und Wünschen auseinandersetzt.


„Weg von dem starren Gedanken, ich will oder muss sogar Abteilungsleiter werden, dann bin ich zufrieden. Wer so denkt und lebt, verpasst das Leben im Hier und Jetzt.“

Die Zufriedenheit wird auf die Zukunft verschoben. Ich unterstütze in der ganzheitlichen Karriereberatung meine Klienten darin, schon bereits als nicht Abteilungsleiter einen Zugang zur Zufriedenheit zu finden. Wenn dann der Karriereschritt zusätzlich kommt, ist das wie ein Sahnehäupchen oben drauf.

Karriere-Einsichten: Das klingt so, als ob alle, die Karriere machen wollen irgendwie unzufrieden sind. Ist das so?

Berufen? Dann das Buch kaufen...

Karriere ist mehr als die Linie in Konzernen. Wohl dem, der seiner Berufung folgt…

Sascha Schmidt: Nein, nicht generell. Meine Erfahrung im Karrierecoaching zeigt zugleich, dass eine starke Triebfeder nach beruflichem Aufstieg der Wunsch nach Anerkennung ist. Viele haben ein entsprechendes Selbstbewusstsein, das heißt sie definieren sich über das Bewusstsein ihres Könnens.

Karriere ist mehr als die Linie in Konzernen. Wohl dem, der seinen innersten Berufung folgt…Wenn sie hierzu den Applaus in Form von Statussymbolen oder Hierarchien bekommen, geht es ihnen gut. Sie sind dafür auch bereit Höchstleistungen zu bringen. Die meisten Firmen sind entsprechend organisiert und fördern diese Grundhaltung. Hier sind dann auch entsprechende Karrieren machbar – und das ist absolut OK so.

Karriere-Einsichten: Und wer das nicht hat?

Sascha Schmidt: Dann gibt es einige, die machen Karriere aus einem starken Selbstwertgefühl heraus. Diese Menschen haben im Leben erfahren können, dass sie wertvoll sind, so wie sie sind – unabhängig von Ihrem Können. Aus der klassischen Karrierebrille heraus, fehlt ihnen manchmal der Wille, wirklich nach ganz oben so wollen.

Sie kommen in den meisten Firmen so bis zum mittlerem Management. Nur diese Menschen sind in sich und aus sich heraus bereits zufrieden. In der ganzheitlichen Karriereberatung liegt ein Schwerpunkt darauf, den Selbstwert zu stärken und dann aus dieser Perspektive heraus den beruflichen Werdegang zu gestalten.


Unter Berufung im religiös-spirituellen Sinn wird das Vernehmen/Verspüren einer inneren Stimme verstanden, die einen zu einer bestimmten Lebensaufgabe drängt. So spricht man von einer Berufung zur Liebe und zum Leben (in Fülle), die im Herzen jedes einzelnen Menschen tief verankert ist. In diesem Sinn finden sich in den religiösen Schriften nahezu aller Religionen sog. Berufungsgeschichten.

Sascha Schmidt begleitet hauptsächlich Führungskräfte durch die berufliche Midlife Crisis. 2012 ist sein neues Buch „Ganzheitliche Karriereplanung. Ein Leben in Balance“ erschienen. Er selbst erlebte eine zehnjährige Karriere mit Höhen und Tiefen in der Medienbranche. 2005 gab er seiner beruflichen Laufbahn eine neue Richtung, machte sich selbständig, als Coach und Personalberater…

Der Beitrag Persönlichkeit: Zwischen Beruf und Berufung zur Konzern-Karriere erschien zuerst auf Karriere-Einsichten.

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Betriebskindergarten: Segen oder Verschwendung? http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/betriebskindergarten-unternehmenssegen-oder-geldverschwendung/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/betriebskindergarten-unternehmenssegen-oder-geldverschwendung/#comments Sun, 29 Jul 2012 15:04:07 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5755 Der demographische Wandel führt zu Fachkräftemangel. Unternehmen greifen deswegen zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Wir haben uns einige davon angeschaut… anche Firmen werben beispielsweise mit einer Pizza Digitale um ... neue Einsichten gefällig?

Der Beitrag Betriebskindergarten: Segen oder Verschwendung? erschien zuerst auf Karriere-Einsichten.

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Der demographische Wandel führt zu Fachkräftemangel. Unternehmen greifen deswegen zu außergewöhnlichen Maßnahmen. Wir haben uns einige davon angeschaut…

Manche Firmen werben beispielsweise mit einer Pizza Digitale um qualifizierte Bewerber. So werden neue Mitarbeiter gewonnen und neuer Schwung ins Team gebracht. Das Problem dabei: Die größte Schwierigkeit liegt für die meisten Unternehmen selten in der Gewinnung der Arbeitskräfte, sondern vielmehr darin, diese zu halten und so nachhaltig eine Stammbelegschaft aufzubauen.

Sogenannte „Benefits“ oder „Goodies“ sollen dem Abhilfe schaffen. Ein Beispiel dafür ist der Betriebskindergarten. Das heißt die Kinder der Angestellten werden nicht in Kindergärten der Kommunen oder zu Hause von einem Elternteil betreut, sondern gehen in einen Kindergarten, der vom Arbeitgeber eingerichtet wurde.

Damit soll der Verlust von weiblichen Fach- und Führungskräften verringert werden. Oft verlieren Firmen qualifizierte Frauen, da diese nach der Mutterzeit sehr spät, nur in Teilzeit oder gar nicht mehr zurückkehren.
Doch hilft ein Betriebskindergarten wirklich diese Problematik zu lösen? Ja, sagen Unternehmen wie Daimler, Bosch und die Max-Planck-Gesellschaft. Alle haben sie in Betriebskindergärten investiert und sind überzeugt, dass sich diese Investition ausgezahlt hat.

Die Kinderbetreuung rechnet sich, da sie zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie führt. Wird Frauen ermöglicht schneller wieder in den Beruf einzusteigen, können sie mehr Erfahrung sammeln, schneller aufsteigen und aktiv dazu beitragen die Verdienstlücke zu ihren männlichen Kollegen zu schließen.

Außerdem führt ein unternehmensinterner Kindergarten dazu, dass Mütter, oder auch Väter, nach der Elternzeit schneller in den Betrieb zurückkehren. Dies spart dem Unternehmen Kosten. Fortbildungen können gespart werden und die Einarbeitungszeit, um wieder im Job anzukommen, wird verkürzt.

Kindebetreuung, ein Geschäftsmodell?

Aufgrund des grundsätzlichen Mangels an Kita-Plätzen spart ein Betriebskindergarten nicht nur Geld, sondern oft auch Zeit. Finden Eltern in einem Kindergarten ihrer Kommune oder ihres Stadtteils keinen Kindergarten, müssen sie weite Fahrten auf sich nehmen. Dies führt zu einem Zeitaufwand, der unnötig und stressig ist. Befindet sich der Kindergarten im Unternehmen oder in der Nähe des Arbeitgebers, wird dieser Mehraufwand verhindert.

Beim Kampf um Fach- und Führungskräften gewinnt zudem Mitarbeiterzufriedenheit immer mehr an Bedeutung. Laut einer aktuellen Umfrage des Allensbach-Instituts und der Managementberatung Kienbaum legen vor allem Studentinnen großen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zusammen mit dem Wunsch nach beruflicher Sicherheit steht dieser Faktor für die jungen Frauen an erster Stelle.

Der Wunsch Familie und Karriere vereinbaren zu können ist somit größer, als der, Karriere zu machen. Auch die richtige Bezahlung findet sich in der Wertung der Studentinnen erst hinter der Familienplanung ein.

Die Einrichtung eines Betriebskindergartens bringt somit nicht nur Vorteile für die aktuellen Arbeitnehmer, sondern auch für die potentiellen. Die Unterstützung bei der Kinderbetreuung kann ein entscheidender Faktor für die Arbeitgeberwahl sein. Nachhaltiger und sinnvoller als eine digitale Pizza.

Warum haben dann so wenige Unternehmen einen Betriebskindergarten? Weil es auch genug Argumente gegen die Einrichtung gibt. An erster Stelle stehen die Kosten.

Für kleine und mittelständische Unternehmen steht nicht nur die Frage im Raum, ob sich die Investition letzendlich rentiert, wichtig zu beantworten ist vor allem, ob die Investition möglich ist. Schätzungen geben an, dass die Einrichtung eine firmeneigenen Kindergarten 25.000 – 30.000 € kostet. Pro Betreuungsplatz! Hinzu kommen Jahresbeiträge die zum größten Teil vom Unternehmen getragen werden. Oft tragen zwar auch die Eltern einen Teil zu Finanzierung bei, dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass diese wiederrum auch vom Unternehmen entlohnt werden.

In der bereits erwähnten Kienbaum-Studie folgt der Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Karriere bei Männern außerdem auf den hinteren Plätzen. Wäre der Betriebskindergarten somit eine überaus teure Investition, die letztendlich vom Großteil der Belegschaft gar nicht gewünscht wird? Sollte man dann nicht lieber in Benefits investieren, die mehrheitlich befürwortet werden? Oder das Budget für Gehalterhöhungen nutzen?

Langfristige Bindung von Mitarbeitern

Fakt ist: Gehaltserhöhungen führen nicht langanhaltend zu höherer Motivation und die Zahl von karrieremotivierten, qualifizierten Frauen nimmt zu. Aufgrund des Fachkräftemangels benötigen Unternehmen diese Kräfte. Großunternehmen, die mit den zu hohen Investitionskosten argumentieren, denken zu kurzfristig. Durch die Einsparungen bei Fortbildungen, Einarbeitung, der Suche nach neuem Personal und dem Ausfall einer Kraft während der gesamten Elternzeit, rentiert sich ein Betriebskindergarten im Regelfall langfristig.

Bei kleinen Unternehmen ist dies jedoch nicht so, jedoch gibt es hier Möglichkeiten, sich mit anderen Unternehmen zusammen zu schließen oder mit Kindergärten der Kommune zusammen zu arbeiten. Weitergehende Informationen und Unterstützung bei der Umsetzung eines Betriebskindergartens bietet das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an.

Mara Brinkmann studiert gerade, ein Kinderwunsch scheint in weiter Ferne. Trotzdem wünscht sie sich jetzt schon, dass ihr späterer Beruf es ihr ermöglichen wird, Familie und Karriere unter einen Hut zu bekommen…

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Beförderung in Chefsessel: Ab heute Herr Müller! http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/beforderung-in-chefsessel-ab-heute-bitte-herr-muller/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/beforderung-in-chefsessel-ab-heute-bitte-herr-muller/#comments Sun, 22 Jul 2012 08:00:32 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5743 Wenn der bisherige Kollege zum Vorgesetzten wird: Neben vielen Vorteilen für die eigene Person schafft das auch so manches Problem mit dem ehemaligen Team… obald ein Kollege ... neue Einsichten gefällig?

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Wenn der bisherige Kollege zum Vorgesetzten wird: Neben vielen Vorteilen für die eigene Person schafft das auch so manches Problem mit dem ehemaligen Team…

Sobald ein Kollege auf der Karriereleiter eine Sprosse nach oben klettert, kann von einer Beziehung auf Augenhöhe nicht mehr die Rede sein. Für den aufsteigenden Kollegen bietet sich eine tolle Chance, gleichzeitig aber auch eine schwierige Situation:

Muss ich dem Maier jetzt auf die Nase binden, dass ich weiß, dass er den ganzen Tag Privat-Mails schreibt? Sollte ich die neue Praktikantin bitten, mich nun doch zu siezen? Und was passiert mit der Sammlung lustiger Youtube-Videos über Pannen des Chefs, wenn ich nun selber die Führungskraft bin?

Möglichkeit 1: Die Kollegen gönnen Ihnen den Aufstieg

Sie freuen sich mit Ihnen, können problemlos mit der Situation umgehen und wissen gar nicht, was das Wort „Neid“ überhaupt bedeutet. Herzlichen Glückwünsch! Passiert nur leider in den seltensten Fällen. Es gibt Ihnen aber die Chance sich voll und ganz auf Ihre neue Rolle als Führungskraft zu konzentrieren. Neben ihrer fachlichen Kompetenz sind nun vor allem leitende und soziale Stärken gefragt.

Sie müssen ein Team steuern, Ziele definieren und Entscheidungen treffen. Reden Sie mit Ihren Kollegen über die neue Situation, nutzen Sie Ihre Macht, aber nutzen Sie sie nicht aus. Soll heißen: Während Besprechungen und Meetings behalten Sie klar die Zügel in der Hand. Während der Mittagspause können Sie sich weiterhin über die Youtube-Videos amüsieren. Man sollte schließlich auch über sich selber lachen können.

Möglichkeit 2: Leider eher der Regelfall

Der Aufstieg bringt Sie persönlich ein gutes Stück voran, wirft Sie in der Beziehung zu den Kollegen jedoch zurück. Der Satz: „Ab heute bitte Herr Müller“ versprüht kaum weniger Charme als die Androhung von Überstunden. Der Aufstieg eines Einzelnen aus dem Team führt zum Bruch der sozialen Beziehungen innerhalb der Gruppe. Sie werden nicht mehr als gleichwertiges Mitglied gesehen und schlimmsten Falls als Verräter abgestempelt.

In interne Absprachen und Tratschereien werden Sie künftig nicht mehr eingebunden. Das führt nicht nur dazu, dass Ihnen entscheidende Informationen entgehen, sondern führt vor allem zu menschlicher Isolation. Außerdem gehen Ihnen Ihre Anlaufstellen verloren. Nun mit einem Problem zum ehemaligen Kollegen zu rennen, wird fraglich, weil das schnell Ihre Kompetenz und Führungsstärke in Frage stellt.

Diese soziale Herausforderung, neben den beruflichen Neuansprüchen, dem erweiterten Aufgabenfeld und der möglichen Einarbeitung eines neuen Kollegen auf Ihrer alten Position zu meistern, wird kaum auf Anhieb gelingen. Erlauben Sie sich Fehler, schrauben Sie die eigenen Anforderungen nicht zu hoch und versuchen Sie sich an folgenden Tipps zu orientieren:

  1. Bekennen Sie sich zu alten Freundschaften und zur neuen Rolle. Streiten Sie sich also nicht um’s duzen oder siezen, sondern stellen Sie Richtlinien auf, die für den Unternehmenserfolg wichtig sind.
  2. Distanzieren Sie sich von Ihrem Vorgänger, in dem Sie ihre eigenen Stärken betonen, um so Vergleiche zu minimieren. Loben Sie außerdem Ihr Team und die Zusammenarbeit, um das Miteinander zu betonen.
  3. Tragen Sie nicht nur Verantwortung, sondern delegieren Sie diese auch. So schaffen Sie nicht nur Respekt, sondern auch Vertrauen und motivieren gleichzeitig Ihre Mitarbeiter.
  4. Schaffen Sie Distanz, aber heben Sie nicht ab. Versuchen Sie die Balance zwischen kühler Kommunikation per E-Mail und ständigen Einzelgesprächen und Tratschereien zu finden.
  5. Kommunikation ist wichtig! Wenn Sie sich Lästereien von ehemaligen Kollegen bewusst sind, sprechen Sie dies an. Sie sind nun der Teamleiter und damit für die Atmosphäre im gesamten Team verantwortlich.
  6. Übertreiben Sie es aber auch nicht. Wenn Sie das Angebot eine Führungsrolle zu übernehmen annehmen, sollten Sie sich bewusst sein, dass dies nicht nur zu beruflichen, sondern auch zu sozialen Veränderungen am Arbeitsplatz führt. Sie nehmen nun eine ganz neue Rolle im Team ein. Bedenken Sie, dass nicht nur Sie, sondern auch Ihre Kollegen dies zunächst lernen müssen und geben Sie Ihnen dementsprechend Zeit sich in die Situation einzufinden.

Lassen Sie sich nicht verunsichern und nehmen Sie trotzdem Kritik an. Wieder eine Frage des richtigen Maßes: Sie sollten unbedingt Sie selber bleiben und Ihre Linie verfolgen, die Sie für richtig halten. Dies ist wichtig, um sich Respekt zu sichern und als Führungskraft ernst genommen zu werden. Gleichzeitig sollten Sie aber auch in leitender Position für Kritik und Anregungen offen bleiben.

Da Sie als ehemaliges Teammitglied Ihre Kollege sehr gut kennen, wissen Sie, wer gute Ideen hat und produktive Verbesserungsvorschläge bringt. Konzentrieren Sie sich auf diese Mitarbeiter!

Diese Tipps sollten Ihnen den Weg die Karriereleiter hinauf erleichtert, wobei Sie sich stets bewussten sein sollten, dass das Erklimmen einer Leiter ein Balanceakt ist. Seien Sie sich dieser Herausforderung bewusst, gehen Sie sie dementsprechend sorgfältig damit um und nehmen Sie nicht mehr nur Ihre fachliche, sondern vor allem Ihre leitende Aufgabe sehr ernst.

Vergessen Sie aber auch nicht: Sie sind nicht ohne Grund befördert worden. Man traut Ihnen die Bewältigung dieser Herausforderungen zu, seien Sie somit auch selbstbewusst und zuversichtlich.

Sichtweise! Mara Brinkmann kümmert sich um die Social Media Auftritte von “Karrierefaktor“. Das Portal bietet Berufseinsteigern, Studenten, Arbeitnehmern und Fach- und Führungskräften Informationen für den beruflichen Erfolg. Tipps rund um die Themen Karriere, Bewerbung, Social Media und Weiterbildung…

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Euro: Arbeitslos in Spanien, Deutsch lernen http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/euro-zone-arbeitslos-in-spanien-gesucht-in-deutschland/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/euro-zone-arbeitslos-in-spanien-gesucht-in-deutschland/#comments Sun, 15 Jul 2012 15:11:50 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5737 Eigentlich klingt das absurd: Während in Spanien hoch motivierte, gut ausgebildete junge Leute händeringend nach einem Job suchen, beschweren sich in Deutschland Personaler über fehlende qualifizierte Kandidaten. ... neue Einsichten gefällig?

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Eigentlich klingt das absurd: Während in Spanien hoch motivierte, gut ausgebildete junge Leute händeringend nach einem Job suchen, beschweren sich in Deutschland Personaler über fehlende qualifizierte Kandidaten. Warum stellen deutsche Unternehmen nicht einfach spanische Professionals ein? Ein Lagebericht…

Die einzige Hürde, die bis heute die meisten Unternehmen davon abhält, diesen Schritt zu wagen, ist die Sprache. Personalverantwortliche können sich schwer vorstellen, dass es möglich ist, einen Mitarbeiter innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmen und Budgets sprachlich so fit zu machen, dass er seinen Job zu 100 Prozent erfüllen kann.

Zu Beginn des Jahres wandte sich ein mittelständisches Unternehmen mit Schwerpunkt SAP-Beratung und -Entwicklung an arenalingua, eine Sprachschule. Ihre Anforderung: geeignete Mitarbeiter in Spanien gewinnen und deren Deutschkenntnisse für den neuen Job zu schulen. Dank eines ausgeklügelten Konzepts aus Recruitment, Schulung, Zeitmanagement, Erfolgskontrolle und Testing wurde dieses Projekt abgeschlossen.

Zunächst wurden geeignete Kandidaten vor Ort in Spanien gesucht und die vielversprechendsten sechs Kandidaten in das Sprachprogramm übernommen. Innerhalb von fünf Monaten wurden diese Teilnehmer fünf Tage die Woche acht Stunden täglich geschult, im Verlauf des Kurses wurden alle 14 Tage Grammatik, Vokabular, Hörverständnis, Leseverständnis, Schreiben und Sprechen über 45 Minuten getestet.

Motivation ist (fast) alles

Über die gesamte Zeit verzeichneten die Trainer 100% Anwesenheit, es kam niemand auch nur einmal zu spät. „Die Teilnehmer sehen die Maßnahme als Riesenchance“, sagt Günter Heinecker, arenalingua-Geschäftsführer und Projektverantwortlicher. „Das sind junge, motivierte Akademiker, die den Kurs als Sprungbrett für ihre berufliche Zukunft sehen. Sie sind das Lernen gewohnt, und vor allem wollen sie es auch“.
Bei der Abschlussprüfung ging es dann um Alles. Einen ganzen Tag lang wurden die Kandidaten über vier Unterrichtsstunden schriftlich und je 20 Minuten lang mündlich geprüft: Die Sprachschule forderte im mündlichen Prüfungsteil freies Sprechen und ein Rollenspiel, die Fachbereichsleiter wollten ein Vorstellungsgespräch simuliert haben – dann hieß es Bangen und Warten, während sich das Prüferteam zur Beratung zurückzog. Und dann gab es auf allen Seiten Grund zur Freude:

Alle sechs Kandidaten haben die Prüfung mit Bravour bestanden und beginnen im Oktober ihre dreimonatige Ausbildung, um danach ihren neuen Job in Deutschland anzutreten. „Von null – keinerlei Vorkenntnisse – auf hundert – CEF (Common European Framework) Stufe B1 in fünf Monaten, das ist wirklich eine beeindruckende Leistung von unseren Teilnehmern und Trainern“, lobt Günter Heinecker.

Am Ende mehr als Spanisch verstehen

„Ich bin von dem Ergebnis mehr als positiv überrascht“, sagt einer der Fachbereichsleiter, die die Maßnahme begleitet haben. „Ich muss zugeben, dass ich meine Zweifel hatte, ob es die Kandidaten wirklich packen, und jetzt haben tatsächlich alle unsere sechs Spanier den Abschluss geschafft, das ist ein super Ergebnis.

Wir freuen uns auf die neuen Kollegen.“ Und auch die Teilnehmer waren mit dem Programm sehr zufrieden und sind bereit, in ihr neues Leben in Deutschland zu starten. Ein Projekt, das Schule machen sollte: ganz im Sinne des europäischen Gedankens, eine Win-Win Situation für junge Spanier und deutsche Unternehmen.

Wer heute jung, gut ausgebildet und Spanier ist, hat ein Problem. Spanien leidet aufgrund seiner wirtschaftlichen Schieflage seit langem unter der höchsten Arbeitslosigkeit Europas, heute ist fast jeder vierte Spanier im erwerbsfähigen Alter arbeitslos. Noch schlimmer trifft es junge Menschen unter 25, hier ist jeder Zweite ohne Aussicht auf einen Job.

Wer heute Personalverantwortlicher eines mittelständigen Unternehmens in Deutschland ist, hat ein Problem. Deutschland gehen die Fachkräfte aus: Laut einer Studie der Prognos AG zur „Arbeitslandschaft 2030“ werden dem Arbeitsmarkt im Jahr 2015 fast drei Millionen Kräfte fehlen. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen leiden unter dem bereits deutlich spürbaren Fachkräftemangel, da die wenigen verfügbaren Mitarbeiter von großen Unternehmen mit potenteren HR-Abteilungen abgefangen werden.

Sichtweise! Jan Thomas Otte mag den Gedanken des geeinten Europas. Und Familie. Vielleicht brauchen die Deutschen noch ein bisschen Nachhilfe im Kinder-Machen, damit es niemals Fachkräftemangel geben wird…

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Jobsuche: Social Media – Hype oder Potenzial? http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/jobsuche-social-media-hype-oder-potenzial/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/jobsuche-social-media-hype-oder-potenzial/#comments Sun, 08 Jul 2012 11:58:08 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5605 Social Media ist in aller Munde. So teilen heute knapp 22,6 Millionen User aus Deutschland (fast) alles mit ihren Freunden auf Facebook. Vielleicht auch bald ihren Job. ... neue Einsichten gefällig?

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Social Media ist in aller Munde. So teilen heute knapp 22,6 Millionen User aus Deutschland (fast) alles mit ihren Freunden auf Facebook. Vielleicht auch bald ihren Job. Von Iris Kürfgen…

Und wie steht es um die Social-Media-Aktivitäten der deutschen Unternehmen? Unterm Strich sind sie noch zurückhaltender. Aber immer mehr Firmen entdecken die Möglichkeiten des Web 2.0 für sich. Während im vergangenen Jahr lediglich 155 Unternehmens-Fanpages bei Facebook registriert waren, sind es heute bereits knapp 220 .

Die Kommunikationsberatung Kienbaum Communications hat mit ihrer Social-Media-Studie untersucht, ob Facebook & Co. zur Kommunikation von potenziellen Auszubildenden geeignet sind. Dazu hat das Beratungshaus rund 1.200 Schüler befragt. – und das Ergebnis ist ein klares „Ja“.

Gute Azubis rar auf dem Arbeitsmarkt

Qualifizierte Mitarbeiter werden von den Unternehmen immer heftiger umworben. Schon heute haben viele Firmen Probleme, right potentials – also die passenden Mitarbeiter – ihrem Bedarf entsprechend zu rekrutieren. Und der War for Talent wird sich noch weiter zuspitzen, denn die demografische Entwicklung ist längst kein abstraktes Szenario mehr, sondern ein sozio-ökonomischer Determinismus.

Besonders negativ wirkt sich diese Entwicklung auf die Anzahl gut qualifizierter und motivierten Schüler und potenzieller Azubis aus. Stetig sinkende Schulabgängerzahlen und zum Teil völlig unzureichende schulische Leistungen – wie die PISA- und Shell-Studien belegen.
Vielen Personalverantwortlichen treibt das spätestens beim Vorstellungsgespräch die Sorgenfalten auf die Stirn. 250.834 noch zu besetzenden Lehrstellen standen im März dieses Jahres laut Bundesagentur für Arbeit 239.269 „unversorgte“ Bewerber gegenüber.

Was zahlenmäßig nahezu perfekt zu passen scheint, sieht in der Realität aber häufig ganz anders aus. Oft passen Berufswünsche und ausgeschriebene Stellen nicht zueinander, immer wieder fehlt es an den notwendigen Qualifikationen, aber oft wissen Unternehmen auch schlicht nicht, über welche Medien sie ihre Bewerberzielgruppen erreichen können.

Wunscharbeitgeber suchen und finden

Eine Ausbildung, die zu den eigenen Interessen passt, ein Jobangebot nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung, Aufstiegsperspektiven und ein angemessenes Ausbildungsgehalt – Schüler wissen genau, was ein Unternehmen zum Wunscharbeitgeber macht.

Und wie suchen und finden sie diesen? Zeitung versus Internet, Empfehlung der Eltern versus Erfahrungsbericht von Freunden, die schon eine Ausbildung machen – die Möglichkeiten sind vielfältig. Kienbaum Communications hat rund 1.200 Schüler unterschiedlicher Schultypen zwischen 14 und 20 Jahren zu ihrem Mediennutzungsverhalten bei der Ausbildungsplatzsuche befragt.

Social Media: akzeptiert, gewollt, genutzt

Viele Personalentscheider fragen sich, was Facebook, Twitter & Co. aus Sicht der Bewerberzielgruppe mit der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu tun haben soll. Dabei sind soziale Netzwerke schon heute aus dem Alltag deutscher Schüler nicht mehr wegzudenken. Und auch die Suche nach dem Wunscharbeitgeber findet immer häufiger im Social Web statt.

Neben Informationsquellen wie Suchmaschinen und Jobbörsen zapfen angehende Azubis immer häufiger die sozialen Netzwerke an, um sich ein möglichst authentisches Bild vom zukünftigen Arbeitgeber zu machen. Sie nutzen etwa Erfahrungsberichte von Azubis und Online-Plattformen, auf denen Mitarbeiter ihren Arbeitgeber bewerten, um einen umfassenden Blick hinter die Kulissen zu werfen. Eine weitere Anlaufstation bei der Recherche nach dem Wunscharbeitgeber sind häufig die Karriere-Websites der Unternehmen.

Ältere Generation eher skeptisch

Studenten, Absolventen und Young Professionals nutzen hingegen großenteils andere Quellen und Wege, um sich über Karriereperspektiven bei verschiedenen Unternehmen zu informieren: Im vergangenen Jahr hat Kienbaum Communications deren Mediennutzungsverhalten bei der Suche nach einem passenden Arbeitgeber untersucht.

Die Studie hat ergeben, dass die ältere Generation der beruflichen Nutzung von Facebook & Co. skeptisch gegenüber steht. Ginge es nach ihnen, hätten Unternehmen in privaten sozialen Netzwerken nichts zu suchen. Vielmehr steht für diese Generation noch der Austausch mit Freunden im Vordergrund.

Dass sich viele Unternehmen bei ihren Rekrutierungsprozessen nicht immer an den Wünschen der Schüler orientieren, hat die Kienbaum-Studie ebenfalls gezeigt: So würde sich die Mehrheit der befragten Jugendlichen gerne postalisch auf eine Ausbildungsstelle bewerben – eine Bewerbungsart, die Unternehmen zumeist in ihren Stellenanzeigen ausdrücklich ablehnen. Digitale Bewerbungen per Mail sind heute fast überall Standard.

Schüler erwarten Authentizität

Und was bedeuten die Ergebnisse der Kienbaum-Studien nun für die Rekrutierungs- und Kommunikationspraxis der Personalverantwortlichen? Soziale Netzwerke bieten für Unternehmen ein großes Potenzial, sich bei der Zielgruppe der Schüler als Wunscharbeitgeber zu positionieren.

Allerdings müssen die Firmen zwei Bedingungen erfüllen: Sie sollten erstens den Mut haben, sich als authentischer Arbeitgeber zu präsentieren – also mit Stärken und Schwächen. Ein auf Hochglanz poliertes Image ist im sozialen Netz fehl am Platz und wird ganz schnell entlarvt.

Zweitens gilt es zu beachten, dass Facebook und andere Social Networks Kommunikationsplattformen und keine Rekrutierungsinstrumente sind. Zwar möchten sich Azubis ein Bild über ihren potenziellen Arbeitgeber machen, aggressives Personalmarketing ist aber in diesem Umfeld nicht erwünscht und wäre daher kontraproduktiv.

Sichtweise! Iris Kürfgen arbeitet zum Thema “Employer Branding” bei der Unternehmensberatung Kienbaum, die sich auf Personal- und Organisatonsentwicklung spezialisiert hat…

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http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/jobsuche-social-media-hype-oder-potenzial/feed/ 4
Sprachkurse: Mehr als Schulenglisch via Skype http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/sprachkurse-mehr-als-schulenglisch-via-skype/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/sprachkurse-mehr-als-schulenglisch-via-skype/#comments Sun, 08 Jul 2012 10:40:09 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5727 Fremdsprachen gehören zum erfolgreichen Berufsleben, zur weiteren Karriereplanung stets dazu. Doch: Schulenglisch reicht nicht mehr aus, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren. Tobias Lorenz weiss mehr. ... neue Einsichten gefällig?

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Fremdsprachen gehören zum erfolgreichen Berufsleben, zur weiteren Karriereplanung stets dazu. Doch: Schulenglisch reicht nicht mehr aus, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren. Tobias Lorenz weiss mehr. Fremdsprachen setzen die meisten Personalchefs mittlerweile als Selbstverständlichkeit voraus.

Wer sich von Mitbewerbern abheben oder Chancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt haben will, kommt nicht umhin, eine weitere Fremdsprache zu erlernen. Für Berufstätige, die schon im Job bis an ihre Grenzen gefordert werden, stellt sich oft die Frage, wie ein effektives Lernen in den eigenen Alltag eingebaut werden kann.

Selbststudium mit Lehrbuch zu trocken

Der erste Gedanke wird bei dieser Überlegung das Selbststudium sein. Jeder hat wohl schon einmal versucht, sich mit Lehrbuch und CD selbstständig eine Sprache anzueignen – häufig mit mäßigem Erfolg. Die Lerninhalte sind trocken und unverständlich aufbereitet und beschränken sich oft auf Alltagsfloskeln, was wenig hilfreich ist, um eine neue Sprache wirklich zu beherrschen.

Doch die Möglichkeiten des Selbststudiums gehen über das reine Lehrbuch hinaus. Onlinekurse und Apps überfluten den Markt und machen es für den Spracheninteressierten beinahe unmöglich, ein geeignetes Angebot zu finden. Was all diese Angebote gemeinsam haben, ist die fehlende Unterstützung durch einen Muttersprachler oder ein kompetente Lehrkraft.

Durch Vokabelpauken und das Auswendiglernen von Grammatikregeln hat noch niemand eine Sprache gelernt. Die korrekte Verwendung der gelernten Wörter bleibt auf der Strecke und von einer richtigen Aussprache kann oft auch keine Rede sein. Effektives Sprachenlernen sieht anders aus.

Professionelle Unterstützung muss her in Sachen Weiterbildung. Naheliegend ist hierbei die Überlegung, einen Sprachkurs zu besuchen. Unter fachkundiger Anleitung werden hier über mehrere Wochen grundlegende Sprachkenntnisse vermittelt. Die Nachteile liegen auch hier auf der Hand.

Tandem-Sprachkurs statt Klassenraum

Lernen in einer Gruppe kann Spaß machen – die eigenen Lernziele oder Probleme kommen aber zu kurz. Wer effektiv eine Sprache lernen will, braucht persönliche Betreuung und das zielgerichtete Abarbeiten der eigenen Fragen und Verständnisprobleme. In einer Gruppe kann eine individuelle Betreuung nicht gewährleistet werden. Das eigene Lerntempo hat sich gezwungenermaßen der Gruppe anzupassen.

Die Kurszeiten sind unflexibel und vor allem für Berufstätige oft unmöglich einzuhalten. Wenn ein Sprachkurs sich dann doch in den eigenen Arbeitsalltag integrieren lässt, bleibt oft ein Motivationsproblem. Wer hat nach einem stressigen Arbeitstag schon große Lust darauf, sich für mehrere Stunden in einen stickigen Unterrichtsraum zu begeben?

Eine effektive und vor allem günstigere Methode, eine neue Sprache zu erlernen, ist der individuelle Sprachkurs via Skype. Der Unterricht erfolgt zeitlich flexibel in den eigenen vier Wänden und richtet sich nach den persönlichen Bedürfnissen des Lernenden.

Flexibel trotz/wegen eigenem Job

Durch die Möglichkeit, die gewünschten Termine selbst festzulegen, lässt sich ein Sprachkurs via Skype problemlos in einen vollen Terminkalender einbauen. Anders als bei einem klassischen Sprachkurs kann auch die Länge und Häufigkeit der Unterrichtseinheiten individuell festgelegt werden.

Sogar von unterwegs kann auf den eigenen Sprachkurs via Skype zugegriffen werden. Voraussetzung hierfür sind lediglich ein Computer und eine Internetverbindung. So kann auch im Urlaub oder auf Geschäftsreise eine Unterrichtsstunde eingeschoben werden, um die Lerninhalte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Für Berufstätige, die sich mit individueller und kompetenter Unterstützung einer neuen Sprache annähern wollen, ist ein Sprachkurs via Skype definitiv eine Überlegung wert. In der Fair Trade Sprachschule Glovico kann man nach dieser Methode günstig und effizient lernen und dabei gleichzeitig Gutes tun.

Sichtweise! Tobias Lorenz sucht unternehmerische Lösungen, um der weltweiten Armut entgegen zu wirken. Über seine Plattform Glovico will er Menschen vernetzen, zum Sprachenlernen motvieren und gleichzeitig Einkommen generieren…

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http://www.karriere-einsichten.de/2012/07/sprachkurse-mehr-als-schulenglisch-via-skype/feed/ 2
Fernstudium: Weiterbildung im Berufsleben http://www.karriere-einsichten.de/2012/06/fernstudium-weiterbildung-im-berufsleben/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/06/fernstudium-weiterbildung-im-berufsleben/#comments Wed, 27 Jun 2012 06:00:58 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5720 Immer mehr Menschen möchten sich weiterbilden, ohne ihren Job aufzugeben. Fernunterricht kann eine Lösung sein, neues Wissen zu erwerben und weiterhin ein festes Gehalt zu beziehen. Tipps ... neue Einsichten gefällig?

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Immer mehr Menschen möchten sich weiterbilden, ohne ihren Job aufzugeben. Fernunterricht kann eine Lösung sein, neues Wissen zu erwerben und weiterhin ein festes Gehalt zu beziehen. Tipps von Markus Jung…

Mit Fernunterricht können Interessierte sich Fachwissen zu einem bestimmten Thema aneignen, sich für Führungspositionen qualifizieren oder einen beruflichen Neustart machen, ohne auf ihr laufendes Gehalt verzichten zu müssen.

Auch Menschen, die Zeiten der Familienbetreuung für ihre Weiterbildung nutzen möchten, können auf Fernunterricht setzen. Zu bedenken sind aber nicht nur die Vorteile wie eine flexible Zeiteinteilung beim Lernen und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Der Zeitaufwand für das Fernstudium kommt zu den beruflichen und privaten Verpflichtungen noch hinzu. Fernlerner müssen sich gut motivieren und organisieren können, da äußere Strukturen wie feste Kurstermine bei Präsenzkursen fehlen.

Zielorientiert auswählen

Das Angebot an Fernunterricht ist groß. Zusammengenommen bieten mehrere hundert Anbieter über zweitausend Kurse an. Das Spektrum reicht dabei von einzelnen Fernkursen für bestimmte Themen bis hin zu vollständigen Fernstudiengängen mit akademischem Abschluss. Weiterbildungsinteressierte, die sich für Führungsaufgaben qualifizieren möchten, können auf Fernstudiengänge mit akademischem Abschluss, wie zum Beispiel den Master of Business Administration (MBA), zurückgreifen.

Diese Fernstudiengänge eigenen sich insbesondere für diejenigen, die umfangreiches Management- oder Fachwissen erwerben möchten. Wer dagegen gezielt neues Wissen zu ausgesuchten Themen erwerben will, kann sich gut über thematisch passende Fernkurse weiterbilden. Für die Teilnahme an einem Fernkurs stellen die Anbieter meist ein Zertifikat aus, manche Kurse schließen auch mit einer Prüfung ab.

Wie funktioniert Fernunterricht?

Fernlerner bilden sich vorwiegend allein weiter – entweder zuhause oder unterwegs, aus Materialien wie gedruckten Studienbriefen oder Lerneinheiten in Online-Kursräumen. Man muss daher gut aus schriftlichen Unterlagen lernen und sich selbst gut organisieren sowie motivieren können. Für Fachfragen stehen zum Beispiel Tutoren zur Verfügung. Den Kontakt zu anderen Studierenden ermöglichen manche Anbieter über Online-Studienzentren.

Je nach Anbieter und Form des Kurses gibt es freiwillige oder verpflichtende Präsenzphasen für bestimmte Lerneinheiten oder Prüfungen. Bei den meisten Fernkursen schicken die Teilnehmer regelmäßig bearbeitete Aufgaben an ihren Tutor, und erhalten das Feedback auf schriftlichem Wege. Klausuren legen sie in sogenannten Prüfungszentren ab.
Je weniger Vorgaben ein Anbieter für die Prüfungszeiten macht, desto besser müssen Fernlerner sich selbst motivieren, ihre Studienbriefe auch wirklich durchzuarbeiten. Gerade wenn Job und Familie sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit fordern, kann die Weiterbildung zu kurz kommen.

Fernstudierende sollten daher mit ihren Freunden und der Familie Zeiten vereinbaren, in denen sie ungestört lernen können. Etwa 15 bis 20 Stunden müssen Fernlerner in der Woche für ein akademisches Studium investieren und wöchentlich drei bis vier Lerneinheiten einplanen, um am Ball zu bleiben. Insgesamt dauern Fernlehrgänge von wenigen Monaten bis hin zu zwei Jahren. Für ein akademisches Fernstudium entspricht die Dauer meist der eines Präsenzstudiums.

Wie finde ich den passenden Kurs?

Je nachdem, welches Ziel sie mit der berufsbegleitenden Weiterbildung verfolgen, müssen sich Interessierte für einen akademischen oder nicht-akademischen Abschluss entscheiden. Für Fachwissen zu bestimmten Themengebieten reicht oft ein Fernlehrgang. Rund 340 Institute bieten über 2.230 allgemein- oder berufsbildende Lehrgänge an. Die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) prüft sie vor der Zulassung.

Wer sich umfassender weiterbilden möchte, zum Beispiel für einen beruflichen Richtungswechsel oder Führungsaufgaben, sollte einen akademischen Abschluss per Fernstudium ins Auge fassen. Ein Hochschulzertifikat, einen Bachelor oder Master kann man aber nur an einer staatlichen oder privaten Fachhochschule oder Universität erwerben.

Fast alle Anbieter ermöglichen ein Probe-Studium. So kann man das Fernlernen erst einmal testen. Interessierte sollten darauf achten, dass die Materialien aktuell und berufsrelevant sind und die Tutoren die Betreuung ernst nehmen. Wer sich hierzu vorab informieren möchte, kann sich auf den Facebook-Seiten der Anbieter umsehen oder sich in Internetforen mit Fernstudierenden austauschen.

Unterschiedliche Kosten

Die Kosten im Fernlernbereich sind sehr unterschiedlich. Weiterbildende Fernkurse beginnen bei monatlich unter hundert Euro. Die Kosten für ein akademisches Fernstudium liegen oft bei mehreren hundert Euro pro Monat. Teilweise kommen weitere Kosten für Lehrmaterialien und Fachbücher hinzu. Aber: Wer Vollzeit studiert, kann für sein Fernstudium BAföG beantragen.

Arbeitslose können sich mit einem Bildungsgutschein fördern lassen. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind Studienkredite und Stipendien. Viele Anbieter lassen mit sich außerdem über Rabatte verhandeln. Wer nach dem Fernstudium im Unternehmen bleiben möchte, um dort Karriere zu machen, kann mit der Personalabteilung über einen Zuschuss zu den Kosten verhandeln.

Sichtweise! Markus Jung hat zwei Abschlüsse per Fernstudium in der Tasche, in Informatik und Journalistik. Er hält Kontakt zu Fernstudium-Anbietern, informiert sich über deren Neuheiten, antwortet als Moderator aber auch selbst auf die Anfragen von Fernlernenden und Interessierten. Zusammen mit Anne Oppermann bündelte Jung 2010 sein Wissen im Ratgeber „100 Fragen und Antworten zum Fernstudium“…

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Gehaltserhöhung: Geld-Hebel fürs eigene Konto http://www.karriere-einsichten.de/2012/04/gehaltserhohung-hebel-fur-mehr-geld-auf-dem-konto/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/04/gehaltserhohung-hebel-fur-mehr-geld-auf-dem-konto/#comments Mon, 16 Apr 2012 12:00:20 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5598 “So erhalten Sie mehr Lohn”, heisst es in verschiedenen Karriere-Ratgebern. Wir haben mal einige Tipps zusammengefasst. Angenommen, Mitarbeiter können ihr Gehalt wirklich selbst beeinflussen, hier die Faktoren. ... neue Einsichten gefällig?

Der Beitrag Gehaltserhöhung: Geld-Hebel fürs eigene Konto erschien zuerst auf Karriere-Einsichten.

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“So erhalten Sie mehr Lohn”, heisst es in verschiedenen Karriere-Ratgebern. Wir haben mal einige Tipps zusammengefasst. Angenommen, Mitarbeiter können ihr Gehalt wirklich selbst beeinflussen, hier die Faktoren. Noch eins vorab: Die eigene Aus- und Weiterbildung hat immer noch die grösste Rendite…

Die Aus- und Weiterbildung ist immer noch der grösste Hebel für mehr Lohn. Sie ist das Fundament für die berufliche Karriere und kann den Lohn vervielfachen. Daher hier der wichtigste Tipp: Lebenslanges Lernen praktizieren, auf die lohnwirksamen Abschlüsse Berufsprüfung, Höhere Fachprüfung, Höhere Fachschule, Fachhochschule oder Uni setzen.

Auch die “richtige” Branche will gewählt sein: Wer in der richtigen Branche arbeitet, kriegt für die gleiche Tätigkeit bis zu 100% mehr Lohn. Hier 2 Beispiele…

  • hohe Löhne für die gleiche Arbeit: Finanzsektor, Chemische Industrie, Forschung und Entwicklung, Energie- und Wasserversorgung, Unterrichtswesen, Informatik
  • tiefe Löhne für die gleiche Arbeit: Herstellung von Lederwaren und Schuhen, Gartenbau, Detailhandel, Gastgewerbe, persönliche Dienstleistungen (Coiffeur, Kosmetik etc.)

Tipp: Sich über das Lohnniveau nach Branchen informieren und sich auf Branchen mit hohem Lohnniveau konzentrieren. Nach Adam Riese könnte man je nach Region bis zu 20% mehr verdienen. Auch in der Schweiz.

Hier die Reihenfolge:

  • Grossregionen Zürich und Nordwestschweiz
  • Genferseeregion
  • Espace Mittelland
  • Zentralschweiz
  • Ostschweiz
  • Tessin

Wie wäre es mit einem Umzug in die Nähe einer Region mit höheren Löhnen? Oder einem längeren Arbeitsweg in eine interessantere Region?

Frauen bekommen noch 20% weniger Geld

Apropos Gender-Themen. Frauen verdienen für die gleiche Tätigkeit immer noch rund 20% weniger als Männer. Manche Gründe sind erklärbar: Persönliche Qualifikation, vermehrte Arbeit in Niedriglohnbranchen (Detailhandel, Gastronomie etc.), weniger Berufserfahrung, weniger fundierte Aus- und Weiterbildung, Untervertretung in Kaderpositionen, Frauen führen weniger Gehaltsgespräche und tappen dementsprechend weniger in Fallen, Frauen sind eher Teilzeitbeschäftigte oder Wiedereinsteigerinnens etc.
Andere der Gründe sind nicht erklärbar, gleichen einer Lohndiskriminierung. Und eine solche “Lohndiskriminierung” ist je nach Branche stark unterschiedlich. Es geht um einen gesunden Mix aus Stellenwechsel und Arbeitgebertreue.

Welches sind die wichtigsten Einflussfaktoren und Wege zu mehr Lohn. Hier finden Sie wichtige Erkenntnisse aus der Praxis, Tipps und Informationsquellen. Es geht immer um Angebot und Nachfrage, Ihren Beruf und die damit verbundenen Qualifikationen.

Hier einige Beispiele von Berufen mit hoher Nachfrage:

  • Ausgewiesene, erfolgreiche Führungskräfte
  • Ingenieure
  • IT-Spezialisten
  • Qualifizierte Mechaniker, Handwerker und Pflegepersonal (Achtung Lohnniveau)

Beispiele von Berufen mit Zusatzqualifikation:

  • Marketingleiter mit guter Wissensbasis im Bereich Internet-Marketing
  • IT-Spezialist mit guten Kenntnissen in 3 Programmiersprachen

Stellenwechsel verspricht (häufig) mehr Geld

Wer zum richtigen Zeitpunkt die Stelle wechselt verdient 10-20% mehr. Der richtige Zeitpunkt ist in der Regel konjunkturell gesteuert. Tipp: Wer keinen Druck hat, kann besser pokern. Auch passiv suchen, nicht nur aktiv.

Dazu ein paar weitere Hinweise, was Funktion, Position und beruflichen Erfolg als “Leistungsausweis” ausmachen könnte:

  • Arbeitsqualität
  • Art der Arbeiten: Anspruchsvolle Arbeiten (grosser Hebel)
  • Funktion, Position: Führungstätigkeit (ganz grosser Hebel)

Hier gilt es säen um bei den nächsten Lohnverhandlungen zu ernten: Einsatz zeigen, Verantwortung übernehmen, sich selber weiterentwickeln. Minimalisten haben es bei Lohnverhandlungen schwer.

Bei den Betrieben mit unter 10 Mitarbeitenden wird 5-10% weniger Lohn bezahlt als bei den übrigen Betrieben
Tipp: Sich nicht auf die Kleinstbetriebe ausrichten.

Nicht zu vergessen: Sympathie!

Dauernörgler, Motzer und Verbitterte versus Selbstmotivierte. Persönliche Beziehungen schaden nur dem der sie nicht hat. Daher hilft dieses hier: Sich mit dem Thema Selbstmotivation auseinandersetzen. Mit den Vorgesetzten ein gemeinsames Thema finden, welches mit dem Geschäft nichts zu tun hat.

Und die “Hebelwirkung” für mehr Lohn? Viele Mitarbeitende sind aufgrund der vergangenen Lohnrunden frustriert. Trotz eines grossen Einsatzes wurde von den Arbeitgebern in der Regel nur minim mehr Lohn ausbezahlt. Dabei gibt es viele Faktoren, welche den Lohn massgeblich beeinflussen.

Doch nicht nur diese Erfolgsfaktoren sind entscheidend, sondern auch das Verhalten vor, während und nach den internen Lohnverhandlungen. Wer Ende Jahr mehr Lohn will, muss sich anfangs Jahr darauf vorbereiten.

Sichtweise! Jan Thomas Otte bezweifelt, das Geld wirklich alles im Leben ist. Aber notwendig ist es eben doch, um die eigene Miete zu bezahlen, den Häusle-Kredit, die immer noch steigenden Spritkosten, etc. Fragt sich nur wie..

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Hinweis der Redaktion: Dieser Text wurde zusammen mit Stefan Schmidin von karriere.ch recherchiert, Mitbegründer des führenden Karriere-Portals in der Schweiz.

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China-Reise: Aufbruch, Weltmacht, Zukunft? http://www.karriere-einsichten.de/2012/04/china-reise-aufbruch-weltmacht-zukunft/ http://www.karriere-einsichten.de/2012/04/china-reise-aufbruch-weltmacht-zukunft/#comments Fri, 13 Apr 2012 16:11:22 +0000 http://www.karriere-einsichten.de/?p=5596 China wächst. Nicht nur seine Bevölkerung, auch seine Wirtschaft. Während hierzulande chinesische Unternehmen immer mehr auf Einkaufstour gehen, sind wir mit Denise Müller ins Reich der Mitte ... neue Einsichten gefällig?

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China wächst. Nicht nur seine Bevölkerung, auch seine Wirtschaft. Während hierzulande chinesische Unternehmen immer mehr auf Einkaufstour gehen, sind wir mit Denise Müller ins Reich der Mitte gefahren. Besuch im Boomtown Shanghai, der Hauptstadt Peking und dem weiten Land. Klischees haben wir natürlich auch dort getroffen…


Von Chinas moderner Metropole Shanghai trägt der naive Tourist ein Bild im Herzen von sich majestätisch in den Himmel reckenden Wolkenkratzern, deren gläserne Fassaden den Sonnenschein spiegeln. Doch was sich arrogant ins Blau erheben soll, bleibt im Grau von Smog und Nebel stecken, wirkt mickrig und gestaucht.

Die enttäuschende Skyline am gegenüberliegenden Huangpu-Ufer ist durchzogen von Baukränen und Absperrungen. Neben der Promenade liegenden Gebäude der französischen Konzession langweilen durch ihren immergleichen Stil, ihre braune Farbe geht konturlos über in den Baustellendreck. Shanghai ist eine Baustelle.

„The Bund“, wie die Panorama-Uferpromenade heißt, ist derweil eine belebte Touristenmeile. Verkäufer stehen sich gegenseitig auf den Füßen, um Spielzeug, Schifffahrtstickets oder Fotosessions an den Mann zu bringen. In Shanghais großer Einkaufsstraße, der Nanjing Road, wuseln die Händler durch die Massen nebst Geschäften mit bunten, leuchtenden Reklamen und Schildern.

Am Abend geben wir Shanghai eine zweite Chance. Auf wundersame Weise wirken die Gebäude jetzt imposant. Der Hochhausdschungel Pudong zeichnet sich leuchtend und glamourös vor dem dunklen Nachthimmel ab. Plötzlich wirkt Shanghai edel, stilvoll, modern.

Shanghai ist hier und da auch einfach schön. Nach einem Spaziergang im Baustellenwald entdecken wir Yu Yuan, Shanghais restaurierten Garten. Dort finden wir Schönheit und ein klein wenig Ruhe. Dass wir auf dem Rückweg durch halb Shanghai laufen müssen, um an einer Baustelle vorbeizukommen, belegt dennoch wieder die These, dass diese Stadt für ihre Besucher und Bewohner mit Vorliebe baut.

Von Shanghai aufs Land nach Yangshuo

Die Einwohner Yangshuos nehmen ihren Status als Touristenmagnet mit Humor: „We are not mentioned in the Lonely Planet, but I’m sure it’s a good place for you“, so wirbt ein Restaurant seine Gäste. In der West Street, dem Dreh-und Angelpunkt in Yangshuo, geht es einzig darum, wer die meisten Wessis für sich gewinnen kann. Hier reihen sich Restaurants, Bars, Essstände, Souvenirläden, Tuch- und Taschenverkäufer und Tibet-Silber-Händler aneinander. Ein Sträßchen mit Flair, in dem sich die Menschen aneinander reiben und im Schlendertempo durch die Gasse schieben. Sie endet am Fluss, wo Straßenmarkt und Bootstouren auf warten.

Eine Fahrt auf dem Li Jiang lohnt durchaus. Mit kleinen Motorbooten im Bambusrohr-Look geht es übers flache Wasser. Auf beiden Seiten erheben sich die Karstberge, auf dem Fluss begegnet man einer Herde Wasserbüffel, die durchs Wasser schwimmt, oder ein paar Kormoranen, die ein Päuschen machen, bevor sie wieder Fischen gehen müssen.

Um dem Trubel Yangshuos eine Zeit lang zu entfliehen, mieten wir uns für einen Spottpreis Fahrräder und fahren ziellos raus ins Grüne. Unmittelbar hinter Yangshuos dicht befahrenen Straßen startet das Landleben. Kleine Dörfer säumen unseren Weg, bis wir uns plötzlich inmitten des Karstgebirges wiederfinden, ein leicht diesiges, aber dennoch prächtiges 360 Grad-Panorama. Die Hügel zu betrachten, ist wie Figuren aus Wolken herauszudeuten: Mal sieht ein Berg aus wie ein dickes Nashorn, mal wie ein schlafender Drache.