Karriere-Einsichten | Karriere-Einsichten Das Magazin. Werteorientiert. Meinungsstark. 2015-03-17T13:38:06Z http://feeds.feedburner.com/karrieresichten Michael Knake <![CDATA[Perfektionismus: Nobody is perfect, oder doch?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=7029 2015-03-17T13:38:06Z 2015-03-17T13:38:06Z Per Definition ist das Perfekte etwas Vollständiges, etwas Vollkommenes – ein Zustand. Perfektionismus meint mehr, deine Mühen diesen Perfektion zu erreichen. Wo treibt das uns an, wo ... neue Einsichten gefällig?

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Per Definition ist das Perfekte etwas Vollständiges, etwas Vollkommenes – ein Zustand. Perfektionismus meint mehr, deine Mühen diesen Perfektion zu erreichen. Wo treibt das uns an, wo blockiert’s?

Wir haben also etwas Dynamisches, die Aktion, die etwas Statisches, die Perfektion, erreichen möchte. Das führt in seiner jeweiligen Einseitigkeit zu Problemen, da wir in allen Bereichen unseres Lebens statische und dynamische Prozesse in einer Mischung erleben.

Unser Leben sei ganz einfach, lesen wir in den Ratgebern. Wir setzen uns Ziele, richten dann unsere ganze Konzentration auf dieses Ziel aus, und dann gelingt uns alles, was wir uns wünschen. Wenn wir etwas nicht erreichen, liegt es daran, dass wir es nicht genug gewollt haben.

Aber ist es wirklich so einfach? Wie gehen wir mit verfehlten Zielen um? Wir werden entlassen, nicht befördert, Kundschaft bleibt aus, Möglichkeiten des Scheiterns sind überall vorhanden. Und die einzige Antwort darauf ist, dass wir uns nicht genügend konzentriert oder angestrengt haben?

Mehr Anstrengung = mehr Leistung?

Vielleicht liegt das Problem auch in der verbissenen Ausrichtung auf dieses eine Ziel. Wir sehen nur noch das Ziel, unsere Wahrnehmung wird enger, wir schauen weder nach links noch nach rechts. Das kann bis zu einer wahnhaften Zielfixierung führen. Verpassen wir das Ziel, stehen wir vor einem Scherbenhaufen, da das Ziel das Einzige ist, was für uns noch zählt. Sportler, die bei Großereignissen nicht die erhofften Topleistungen bringen konnten, sprechen vom Blockiertsein. Sie sagen, sie hätten den Kopf nicht frei gehabt.

Aber wie können wir aus der perfektionistischen Zielfixiertheit heraus kommen, ohne unseren Antrieb zu verlieren? Es bedarf einer neuen Haltung gegenüber unseren Zielen. Am Anfang steht die Einsicht, dass auch große und schöne Momente im Leben vergänglich sind. Oft stellt man nach Erreichen eines Ziels fest, dass man sich den großen Moment ganz anders vorgestellt hat. Oder dass man bestimmte wunderbare Momente nicht festhalten kann, sondern das Leben immer weiter geht. Alle Momente des Lebens sind im Wandel und in einem dynamischen Prozess begriffen, auch unsere großen Ziele. Das schmälert keineswegs den Wert von Vorstellungen und Visionen, verändert aber Ihre Gestalt.

Realistische Ziele formulieren

Akzeptiere ich, das Ziele dynamisch und als solche auch veränderbar sind, kann ich von meinen starren Zielvorstellungen abrücken. Das Ziel erscheint dann nicht mehr erdrückend alternativlos, sondern als eine Station auf meinem Weg. Ich lasse dann meinen perfektionistischen Drang los und entwickle ein allgemeines Qualitätsbedürfnis.

Dieses Bedürfnis klammert nicht alles andere auf dem Weg zum Ziel aus, sondern beobachtet auch meine Erlebnisse auf dem Weg dorthin. Beobachte ich meinen Lebensweg, stelle ich fest, dass dieser nicht immer geradlinig dynamisch ist. Auch die Erkenntnis, dass es in jeder Entwicklung Statik, ja sogar Rückschritt gibt ist sehr wichtig. Die Möglichkeit, dass es nicht nur den einen Weg und das eine Ziel gibt, kann zu mehr Gelassenheit im Umgang mit meinem persönlichen Perfektionismus führen.

Anstatt perfektionistisch alles zu verwerfen, was nicht meiner engen Zielvorstellung entspricht, kann ich den ganzen Prozess bewusst wahrnehmen. Lebe ich diese Bewusstheit, bin ich nicht mehr darauf angewiesen, mich an wenigen Momenten festzuklammern. Das bewusste Wahrnehmen meiner Wege, Entwicklungen und Prozesse führt zu einer Form der Perfektion, die mit Perfektionismus nichts zu tun hat, aber sehr erfüllend sein kann.

© Artikelbild: Isengardt/ Flickr.com – CC BY 2.0

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Personal Branding: Marke und Mut zum Polarisieren]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=7024 2015-03-05T19:11:03Z 2015-03-05T12:37:21Z Personal Branding. Wie zeige ich, warum ausgerechnet ICH die ideale Besetzung für die Position bin? Für welche Kompetenzen stehe ich? Was hebt mich aus der Masse der ... neue Einsichten gefällig?

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Personal Branding. Wie zeige ich, warum ausgerechnet ICH die ideale Besetzung für die Position bin? Für welche Kompetenzen stehe ich? Was hebt mich aus der Masse der Bewerber heraus? Eine Persönlichkeitsmarke bringt all das auf einen Nenner. Wie Coca Cola, Mercedes und Adidas steht sie für ein Wertversprechen, schafft Vertrauen und bleibt in Erinnerung. Im Job kann das der entscheidende Vorsprung auf dem Weg zur neuen Top-Position sein, findet Coach Maike Dietz…

Im Job bringt jeder von uns seine Persönlichkeitsmerkmale und Qualifikationen ein. Man könnte sagen, bei unserer Arbeitskraft handelt es sich um ein Produkt, ja sogar um ein Unikat. Denn diesen individuellen Mix aus fachlichen Kompetenzen, methodischem Know-how, Erfahrung und individuellen Stärken gibt es so kein zweites Mal. Und doch nutzen nur wenige die Chance, aus ihrer Persönlichkeit eine Marke zu machen – und so für ihre Kompetenzen im Job zu werben.

Genau wie in der bunten Markenwelt der Sportartikelhersteller, Fahrzeugbauer und Schokoladenproduzenten geht es darum, das Gegenüber neugierig zu machen. Im Kaufhaus wie im Beruf transportiert eine Marke drei Dinge: einen Nutzen, ein bestimmtes Qualitätsniveau und ein Image. Für eine Führungskraft bedeutet das, sie bringt mit ihrer Persönlichkeitsmarke auf den Punkt, was sie erfolgreich macht und für welche Konstanten sie steht.

Doch was ist nötig, um seine Markeneigenschaften zu entwickeln und andere davon zu überzeugen? Zunächst einmal muss man sich selbst seiner besonderen Talente und Fähigkeiten bewusst werden. Welche Aufgaben fallen immer mir zu? Warum fallen sie mir leicht? Egal ob es sich um Fachkenntnis handelt, wie ein schier grenzenloses Faktenwissen, um methodische Kompetenzen, wie ein herausragendes diplomatisches Geschick oder eine eher persönliche Fähigkeit, wie mühelose Interkulturalität – es ist relevant, was im Job zum Erfolg führt. Gerade in gehobenen Positionen kommt es darauf an, einzigartige Qualifikationen herauszustellen.

Eckpfeiler der Persönlichkeit herausarbeiten

Diesen Talenten auf die Spur zu kommen, ist eine echte Herausforderung. Gerade weil sie uns so leicht fallen, halten wir sie für selbstverständlich. Auch Ute Salzbrenner war anfangs skeptisch. Doch die intensive Auseinandersetzung mit sich selbst reizte die kaufmännische Geschäftsführerin. Die 48-Jährige arbeitet in einem mittelständischen internationalen Unternehmen. Um ihre Persönlichkeitsmarke zu finden, schrieb sie ihre Stärken, Schwächen und Ziele auf ein Blatt Papier.

Sie ordnete diese Überlegungen und setzte Schwerpunkte. Wie bei Ute Salzbrenner zeichnet sich an dieser Stelle meist ab, dass bestimmte positive Entwicklungen kein Zufall waren, sondern auf persönliche Stärken zurückzuführen sind. Es lohnt sich, die ganze bisherige Entwicklung zu betrachten und sich zu fragen: Was wiederholt sich? Welche Dinge sind mir wichtig?

Bewährt hat sich auch, den Blick anderer in die Überlegungen zur Persönlichkeitsmarke einzubeziehen. Ute Salzbrenner präsentierte ihrer Familie, ihren Freunden, einzelnen Geschäftspartnern, Mitarbeitern und auch ehemaligen Kollegen ihre Ausarbeitungen. Diese bestätigten nicht nur ihre Ideen, sondern konnten diese sogar ergänzen.

Heute bringt die erfolgreiche Stuttgarterin ihre Persönlichkeitsmarke auf zwei Sätze: „Ich bin eine handlungsorientierte, umsetzungsstarke Unternehmerin aus Leidenschaft. Aufgrund langjähriger Erfahrungen, umfassender Fachkenntnisse, ausgeprägtem Prozessverständnis und Hartnäckigkeit schaffe ich einen Mehrwert für beide Seiten.“

Persönlichkeitsmarke erfolgreich einsetzen

Seinen eigenen Markenkern so zu verinnerlichen, wie es die Geschäftsführerin getan hat, ist der Idealfall. Denn um im beruflichen Umfeld damit erfolgreich zu sein, reicht es nicht aus, mal ein wenig über sich zu brainstormen. Personal Branding zielt darauf ab, sich mit dem persönlichen Markenkern zu identifizieren und ihn nach außen tragen. Entscheidend ist, das Gesamtbild so zu verinnerlichen, dass auch Haltung, Gestik und Auftreten eins werden mit dem Markenkern. Auch Salzbrenner fühlt sich klar und sicher mit ihrer Markenidentität: „Zu tun, was zu mir passt, macht mich stressresistent, zufrieden und souverän“, weiß sie.

Hinzukommt, dass eine Marke und ihre Botschaft kommuniziert werden müssen, damit sie in die Köpfe der anderen gelangen. Sich proaktiv um Projekte bemühen, die zum eigenen Profil passen, ist eine Möglichkeit. Und es schadet auch nicht, immer mal wieder zu betonen, dass man für eine bestimmte Aufgabe geeignet ist. Dabei geht es jedoch nicht darum, immer für alles zur Verfügung zu stehen.

Im Gegenteil: Wichtig ist, authentisch für das zu stehen, was man besonders gut kann. Dabei nicht immer zu gefallen und zu polarisieren gehört naturgemäß dazu – erst das macht eine Marke unterscheidbar von anderen. Ute Salzbrenner plädiert für ein authentisches und glaubwürdiges Auftreten, denn nur das generiere Respekt und Vertrauen anderer. Sie sagt: „Man kann es ohnehin nicht jedem recht machen und es zu versuchen, ist nicht Aufgabe einer Führungskraft.“

Sichtweise! Maike Dietz besetzt seit 17 Jahren Top-Positionen für namhafte Unternehmen. Als Coach gibt sie ihr Wissen an Führungskräfte weiter, die ihre Karriere aktiv gestalten wollen…

Artikelbild: © Maike Dietz

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Machtpolitik: JFK-Star, Stars und Sternchen]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=7020 2015-03-04T11:33:29Z 2015-03-04T11:30:39Z Er wurde umjubelt, heiss geliebt aber auch gehasst. John F. Kennedy, kurz “JFK” war einst einer der reichsten Männer der USA – und für drei Jahre auch ... neue Einsichten gefällig?

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Er wurde umjubelt, heiss geliebt aber auch gehasst. John F. Kennedy, kurz “JFK” war einst einer der reichsten Männer der USA – und für drei Jahre auch der mächtigste. Sein Vater kaufte Wahlen, alles für die Karriere seines Sohnes. Genügend Stoff für ein Theaterstück, “Boston Princess”…

Das Ende eines amerikanischen (Alp)traums. Im November 1963 nimmt die Welt Abschied von JFK (John F. Kennedy), dem ermordeten Präsidenten. Auf dem Arlington-Friedhof, wo Amerika seine Helden begräbt, kommt seine Familie noch einmal am Sarg zusammen. Witwe und Bruder des Verstorbenen trösten einander, doch schon bald zieht es Jacqueline Kennedy weg aus dem Land der Mörder ihres Ehemanns.

Robert F. Kennedy dagegen nimmt sich vor, Amerika endlich richtig kennenzulernen, abseits der Komfortzone für Jungs aus reichem Hause, wie er und sein Bruder es gewesen sind. Was er auf seiner Reise an sozialem Elend im reichen Amerika sieht, bringt ihn dazu, die Regierungszeit an der Seite seines Bruders noch einmal zu reflektieren. Waren die Ziele, für die sie beide in den knapp 1000 Tagen ihrer Regierung kämpften, die richtigen?

1000 Tage Amerikanischer Alptraum

Oder hat nicht vielmehr mit den Kennedys der ganze amerikanische Staatsterrorismus überhaupt erst begonnen? Robert, genannt »Bobby«, entschließt sich, in die Fußstapfen seines Bruders zu treten und sich um die Präsidentschaftskandidatur zu bewerben. Mit dem Sieg bei den Vorwahlen in Kalifornien ist er diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Im Hotel Ambassador soll gefeiert werden, doch plötzlich steht der Geist des verstorbenen Bruders bei Bobby im Zimmer.

Man schreibt mittlerweile das Jahr 1968, JFK ist seit fünf Jahren tot und die Welt hat sich seit dem Attentat in Dallas gewandelt. Es ist die Zeit der Rassenunruhen und der Bürgerrechtsbewegung, die Zeit des Kriegs in Vietnam. Zusammen durchleben der tote Präsident und der lebendige Kandidat noch einmal die Stationen ihres gemeinsamen Wegs.

Strippenzieher, Spin-Doctors und ein Übervater

Die Invasion der Schweinebucht, die Feindschaft mit Fidel Castro, die Kuba-Krise, die die Welt an den Rand des Atomkriegs brachte. Die Kennedy-Brüder legten sich mit CIA und FBI an, rangen mit Militär und Mafia. Für die Fernsehkameras inszenierten sie die heile Familienwelt, hinter den Kulissen zog Übervater Joe die Fäden für seine Jungs.

Doch hinter dem strahlenden Kennedy-Mythos lauern die Abgründe: Jacks schwere und mühsam versteckte Krankheit, seine Verbindungen zu kriminellen Kreisen, seine Affären mit zahllosen Frauen – und mit der alles überstrahlenden Marilyn Monroe, deren Songs den Theaterabend musikalisch einrahmen. Fassaden, Glanz und Glamour, »the show must go on«: in jener Nacht im Ambassador Hotel wird sich Amerikas Schicksal entscheiden.

Artikelbild: © Ilja Mess/ Theater Konstanz

Spielplan vom Theater Konstanz

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Zeitmanagement: Leertischler statt Papierstau]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=7016 2015-03-03T04:53:27Z 2015-03-03T04:50:45Z Produktivität, das fordern Manager von ihren Mitarbeitern. Doch wie sieht’s bei ihnen aus? Der Schreibtisch voll, die Mailbox geflutet mit unbeantworteten Nachrichten. Dazu Termindruck und ständig klingelt das ... neue Einsichten gefällig?

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Produktivität, das fordern Manager von ihren Mitarbeitern. Doch wie sieht’s bei ihnen aus? Der Schreibtisch voll, die Mailbox geflutet mit unbeantworteten Nachrichten. Dazu Termindruck und ständig klingelt das Telefon. Dies lässt sich vermeiden, findet Managementberater Matthias Hettl. Über Zeitmanagement und eine durchdachtere Arbeitsmethodik…


Ihre persönliche Arbeitsmethodik beeinflusst Ihre Wirksamkeit und in der Konsequenz die Ihrer Mitarbeiter direkt und umfassend. Eine gute Arbeitsmethodik ist zwar nicht die einzige Ursache für Ihren Erfolg als Leader, ihr Fehlen oder Mängel sind aber sehr häufig die Ursache für Misserfolg.

Ich kenne eine Reihe von Führungskräften, die eine hervorragende Arbeitsmethodik haben, aber mindestens ebenso viele, die immer wieder unter Zeitdruck geraten, weil ihre persönliche Arbeitsorganisation dazu führt, dass sie zu viel Zeit mit Suchen verschwenden. Systematisches und methodisches Arbeiten ist die Basis für die Transformation von Fähigkeiten in Ergebnisse und in Erfolg.

Ergebnisorientiertes Arbeiten

Reflektieren Sie Ihre bisher praktizierten Gewohnheiten und Arbeitsweisen kritisch und ändern Sie sie erforderlichenfalls. Fragen Sie sich von Zeit zu Zeit, ob Ihre persönliche Vorgehens- und Arbeitsweise noch richtig ist und sie Ihren Arbeitstag effektiv erledigen lässt.

Überprüfen Sie dabei kritisch, ob die angewandte Methode, die durchaus einmal richtig gewesen sein mag, noch zu Ihrer veränderten Situation passt und angepasst oder radikal verändert werden muss, auch wenn es schwerfällt. Dies gilt auch, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Mitarbeiter eine Arbeitsmethodik und -systematik anwenden, die Ihren Verantwortungsbereich insgesamt bremst und ineffektiv macht. Dann müssen Sie aktiv werden, um die Wirksamkeit zu erhöhen.

Grundsätzlich sollten Sie sich etwa alle drei Jahre die Frage stellen, wie sich die Anforderungen in Ihrem Tätigkeitsbereich verändert haben und ob Ihre Arbeitsmethodik noch zielführend ist. Müssen Sie eventuell Ihre Arbeitszeit anpassen oder ein neues Arbeitstool einsetzen? Was könnte Ihnen der Einsatz eines Smartphones bringen? Wie lässt sich die Effektivität in Ihrem Verantwortungsbereich und mit Ihren Mitarbeitern insgesamt steigern?

Beförderung und Rollenwechsel

Übernehmen Sie eine neue Aufgabe oder auch durch eine Beförderung eine neue Position, so müssen Sie in den meisten Fällen Ihre Arbeitsweise anpassen. Denken Sie in diesem Zusammenhang an Ihren Rollenwechsel vom Mitarbeiter zum Leader, der von Ihnen den Einsatz einer Reihe neuer Werkzeuge erfordert, wie Budget- und Personalplanungsinstrumente, ein verändertes Zeitmanagement, die Einplanung von Zeitressourcen für Mitarbeitergespräche und so weiter.

Ihre persönliche Arbeitsmethodik zu durchdenken, hat nicht das Ziel, noch härter zu arbeiten, sondern eher, mit Ihrer Arbeitslast souveräner umzugehen – sodass sie im Ergebnis mehr leisten, größere Aufgaben übernehmen und diese besser bewältigen können. Sie gewinnen damit das Gefühl, mehr zu agieren als zu reagieren. Sie gewinnen das gute Gefühl, dass Sie trotz einer Vielzahl von Aufgaben Ihren Arbeitstag im Griff haben.

Das wichtigste Hilfsmittel ist Ihr Kalender oder Zeitplaner. Diesen sollten Sie frühzeitig mit den Ihnen bekannten Regelterminen füllen einschließlich Dienstreisen und Seminarbesuchen. Fixieren Sie auch schon festgelegte Termine zu Projekt-, Budget- und Strategiebesprechungen.

“Werden Sie zum Leertischler”

Ihr Schreibtisch ist Ihre Kommandozentrale in der ständig anschwellenden Informationsflut. Volltischler haben Aktenstapel auf ihrem Schreibtisch, die zügiges, konzentriertes Arbeiten verhindern und die Übersicht erschweren. Die Papierstapel sind nichts anderes als ein Papierstau, der dadurch entsteht, dass der Zufluss größer ist als der Abfluss.

Abhilfe lässt sich schaffen, indem man den Zufluss stoppt oder reduziert, ganz oder teilweise umleitet, den Engpass beseitigt oder den Abfluss verstärkt. Ein aufgeräumter Schreibtisch macht nicht nur einen guten Eindruck, sondern spart vor allem eine Menge Zeit. Werden Sie zum Leertischler und schaffen Sie sich Freiraum auf Ihrem Schreibtisch, im Kopf und damit für Kreativität und Produktivität. Wenn Sie eine Ablage mit System haben, müssen Sie nicht lange suchen.

Verschaffen Sie sich einen Überblick, was alles auf Ihrem Schreibtisch landet, und sortieren Sie nach den Prioritäten in Dringlichkeit und Wichtigkeit. Ihre Prioritäten sollten auf den ersten Blick für Sie erkennbar sein. Eine einfache, aber wirksame Methode dafür ist das Arbeiten mit farbigen Klarsichthüllen.

Eisenhower-Prinzip: Wichtig oder schon dringend?

Wenn Sie morgens Ihre Wiedervorlage für den Tag sichten, sehen Sie Ihre To-dos nach Prioritäten sortiert: Rot steht für A-Aufgaben, die Sie noch am selben Tag zu erledigen haben, Gelb für B-Aufgaben, die terminierbar sind, Grün für C-Aufgaben, die Sie delegieren. Sie können die unterschiedlichen Farben auch für Ihre verschiedenen Arbeitsgebiete oder Mitarbeiter verwenden.

Ist der Zufluss an Informationen und Aufgaben auf Dauer zu groß, müssen Sie diesen reduzieren, indem Sie sich auf weniges Wichtige konzentrieren oder Arbeit an Ihre Mitarbeiter umverteilen. Ihr Engpass wird meist schon von selbst deutlich kleiner, wenn Sie diszipliniert Ihren nach Prioritäten festgelegten Aufgabenplan abarbeiten. Dann beschäftigen Sie sich mit dem wirklich Wichtigen, sind produktiv und Ihre Arbeitsleistung steigt um ein Vielfaches.

Um Ihren Engpass zu beseitigen und den Abfluss auf Ihrem Schreibtisch zu verstärken, müssen Sie sich ein Bild, eine Bestandsaufnahme der täglich einflutenden Informationsmassen machen. Räumen Sie Ihren Schreibtisch leer und bestimmen Sie, welche Vorgänge überhaupt auf Ihren Schreibtisch gehören. Auf Ihrem Tisch sollten sich nur diejenigen Dinge befinden, die Sie ständig in Gebrauch haben, damit Sie sich voll und ganz auf die Aufgabe, die Sie gerade ausführen, konzentrieren können. Alles andere wandert aus Ihrem unmittelbaren Blickfeld. Auf dem Platz direkt vor Ihnen liegt nur der Vorgang, an dem Sie gerade arbeiten.

Tägliches Aufräumen, die halbe Miete

Sie sollten es sich zur Regel machen, jedes Stück Papier nur einmal in die Hand zu nehmen und zu entscheiden, was damit zu tun ist: wegwerfen, delegieren, erledigen oder aufschieben.

Ein Leertischler hat einen möglichst leeren und aufgeräumten Schreibtisch. In Griffweite sollten Sie das haben, was Sie täglich brauchen, ohne Schubladen oder Schränke öffnen zu müssen. In Armweite gehört dann alles, was Sie wöchentlich mehrmals einsetzen. Armweite kann auch bedeuten, dass Sie etwas in einer Schublade oder in einem Rollcontainer aufbewahren oder in dem Schrank hinter Ihnen. Sie sollten für den Zugriff jedoch nicht aufstehen müssen.

Wenn Sie etwas seltener als wöchentlich benötigen, entfernen Sie es konsequent aus der Armweite, damit Ihr Schreibtisch frei und nicht überladen ist. Brauchen Sie etwas nur ein- oder zweimal im Monat, können Sie auch aufstehen, um darauf zuzugreifen. Wenn Sie Dinge seltener als monatlich brauchen, gehören sie nicht in Ihr Büro. Bewahren Sie sie in einem anderen Raum auf.

Telefon: “In der Kürze liegt die Würze”

Das Telefon beziehungsweise Mobiltelefon ist vermutlich Ihr nach wie vor wichtigstes Kommunikationsmittel, neben der E-Mail und dem Verfassen von Aktennotizen beziehungsweise von Briefen. Deshalb sollten Sie ebenso diszipliniert mit dem Telefon umgehen wie mit allen anderen Werkzeugen Ihres Selbstmanagements. Bevor Sie anrufen, sollten Sie sich immer fragen, ob es dazu nicht eine Alternative wie das Verfassen einer E-Mail gibt. Manche Angelegenheiten können Sie nicht am Telefon besprechen, dazu benötigen Sie ein direktes Gespräch.

Büchlein kaufen...

Büchlein kaufen…

Überlegen Sie sich den optimalen Zeitpunkt für ein Telefonat. Bereiten Sie Ihre Anrufe immer vor und überlegen Sie, welches Ziel Ihr Telefonat verfolgt. In einigen Fällen benötigen Sie Unterlagen für Ihr Gespräch, und diese sollten Sie ebenso zur Hand haben wie Stift und Papier. Ratsam ist es, in Gesprächen mit Ihren Mitarbeitern die wesentlichen Punkte in Form eines Ergebnisses beziehungsweise der getroffenen Vereinbarung per E-Mail beziehungsweise als Aktennotiz noch einmal zusammenzufassen und zu versenden.

Für Gespräche am Telefon gilt: In der Kürze liegt die Würze. Deshalb konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Aspekte und beenden Sie das Gespräch freundlich. Idealerweise fassen Sie alle erforderlichen Telefongespräche in Zeitblöcken zusammen und vereinbaren Telefontermine.

Dies ist auch mit mehreren Personen in Form einer Telefonkonferenz möglich. Schaffen Sie sich durch das Umstellen Ihres Telefons auf Ihre Mailbox, Ihre Assistenz oder einen Ihrer Mitarbeiter zeitliche Freiräume. Sie müssen nicht immer telefonisch erreichbar sein. Sagen Sie, dass Sie nicht gestört werden möchten, oder begeben Sie sich dann in einen Besprechungsraum. Informieren Sie jedoch immer eine Kontaktperson, die Sie bei wirklich wichtigen Anrufen beziehungsweise Anrufern relativ schnell erreichen kann.

Über den Autor

Matthias Hettl war nach Studium und Doktorandenzeit in verschiedenen Managementpositionen mit Führungs- und Budgetverantwortung, in der Geschäftsführung eines mittelständischen Unternehmens und als Consultant bei den Vereinten Nationen in New York tätig…

Artikelbild: © Dennis Skley/ Flickr.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Frauenquote: Weibliche Spitze, wo seid ihr?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=7010 2015-03-01T22:22:10Z 2015-03-02T08:30:25Z Die Diskussion um die Frauenquote läuft, läuft immer noch. Vor ein paar Jahren kam sie aufs politische Tableau. Was ist draus geworden? Das Familienministerium unterstützt den Frauen-Karriere-Index. ... neue Einsichten gefällig?

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Die Diskussion um die Frauenquote läuft, läuft immer noch. Vor ein paar Jahren kam sie aufs politische Tableau. Was ist draus geworden? Das Familienministerium unterstützt den Frauen-Karriere-Index. Der Gewinner ist…

Bereits zum zweiten Mal in Folge belegt die Hewlett-Packard GmbH den ersten Platz des Frauen-Karriere-Index des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – eine von verschiedenen Massnahmen um die Frauenquote in Führungsetagen durchzuboxen. Dabei konnte sich HP in Ranking mit 85 von 100 möglichen Punkten im Vergleich zum Vorjahr noch weiter verbessern. Besonders in den Unterkategorien Commitment (89 Punkte) und Rahmenbedingungen (90 Punkte) schneidet HP hervorragend ab.

Schon bei der ersten Erhebungswelle im vergangenen Jahr setzte sich HP gegen 31 Mitbewerber durch. Dieses Jahr war die Konkurrenz noch stärker: Insgesamt 128 Unternehmen aller Größen und aus unterschiedlichen Branchen beteiligten sich am Frauen-Karriere-Index.

“Kein Sprint sondern ein Marathon”

Umso größer ist die Freude, die Spitzenposition nicht nur verteidigt, sondern noch weiter ausgebaut zu haben: „Mehr Frauen in die Führung zu bekommen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Man braucht langfristige Ziele, messbare Ergebnisse und eine Unternehmenskultur, die den Veränderungsprozess trägt“, sagt Eva Faenger, Diversity Manager bei HP.

„Die erneute Auszeichnung ist eine wunderbare Bestätigung, dass wir mit unserer Strategie richtig liegen. Im vergangenen Jahr haben wir in den Köpfen unserer Führungskräfte und unserer Frauen eine Menge bewegt. Die Anerkennung durch den Frauen-Karriere-Index spornt uns an, unseren Weg unbeirrt fortzusetzen.“

Der Frauen-Karriere-Index wurde 2013 vom Bundesfamilienministerium ins Leben gerufen, um objektiv und unabhängig die Aufstiegschancen von Frauen in deutschen Unternehmen zu untersuchen.

Commitment unterschiedlich

Anhand eines Fragebogens wird das Engagement der teilnehmenden Unternehmen in diesen Kategorien gemessen:

  1. Status/ Dynamik. Der Teilindex “Status / Dynamik”, bezieht sich auf die Strukturdaten und den Frauenanteil in der Führungsebene.
  2. Commitment und Rahmenbedingungen. Personalentwicklung, Kommunikation sowie Maßnahmen fließen in die Kategorie “Commitment” ein. “Rahmenbedingungen” schließlich umfassen Unternehmensleitlinien, Transparenz und Flexibilisierung.

Im Teilindex “Commitment” erreichte HP wie im Vorjahr 89 von 100 möglichen Punkten. Besonders positiv wurden dabei die Kommunikation und die konkreten Maßnahmen bewertet. Die Rahmenbedingungen bei HP, insbesondere die Transparenz bei Reporting und Stellenbesetzungen, wurden sogar mit 90 von 100 Punkten bewertet.

Mehr als die Hälfte an der Uni sind Frauen, im Management jede Fünfte... (Illustration: Tanja Föhr)

Mehr als die Hälfte an der Uni sind Frauen, im Management jede Fünfte… (Illustration: Tanja Föhr)

Mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen ist für uns ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Unsere offene Unternehmenskultur hilft uns, tradierte Muster zu durchbrechen und unsere Maßnahmen nachhaltig zu verankern“, sagt Angelika Gifford, Mitglied der Geschäftsführung der Hewlett-Packard GmbH und Executive Diversity Sponsor. „Flexible Arbeitszeitmodelle, Home-Office und Mentoring sind bei HP schon lange selbstverständlich.

Im letzten Jahr haben wir eine Reihe weiterer Maßnahmen geschaffen, mit denen wir unsere weiblichen Talente gezielt motivieren, Führungsrollen zu übernehmen.

Über HP

HP schafft neue Möglichkeiten für den sinnvollen Einsatz von Informationstechnologie (IT) für Privatpersonen, Unternehmen, Behörden und die Gesellschaft. HP bietet das breiteste IT-Portfolio im Markt – es umfasst Drucken, Personal Computing, Software, Services und IT-Infrastruktur.

Artikelbild: © Elke Fehr

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Digitalisierung: Sourcing ja, aber woher?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=7003 2015-02-27T07:52:53Z 2015-02-27T07:00:30Z Dass die Digitalisierung alles verändert ist eine Binsenweisheit. Big Data, Cloud und Mobile gehört die Zukunft. Was bedeutet das fürs Sourcing? Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk bringt ... neue Einsichten gefällig?

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Dass die Digitalisierung alles verändert ist eine Binsenweisheit. Big Data, Cloud und Mobile gehört die Zukunft. Was bedeutet das fürs Sourcing? Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk bringt Licht hinters Dunkel…


Bisherige Geschäftsmodelle werden umgestaltet und digitalisiert. Der Technologiesprung hin zu Big Data, Cloud und Mobile führt zu andersartigen Möglichkeiten der Vermarktung von Produkten und Services sowie der Art der internen Leistungserbringung und Zusammenarbeit.

Die IT überwindet dabei seit einigen Jahren die Grenzen starrer und unflexibler Geschäftsprozesse und wird zu einem weiteren Produktionsfaktor. Die Digitalisierung, auch als vierte industrielle Revolution bezeichnet, verändert die bisherigen Sourcing-‐Strategien der Unternehmen.

Ein bedeutendes Element sind dabei „Business Innovation/Transformation Partner“ als Dienstleistungspartner. Sie decken in ihrem Portfolio die gesamte Wertschöpfungskette ab, von der Management-‐/IT-‐Beratung über die Systemrealisierung/-‐integration bis hin zum Betrieb von IT-‐Systemen.

Das Marktforschungs-‐ und Beratungsunternehmen Lünendonk hat sich in einem neuen Whitepaper mit den aktuellen und künftigen Herausforderungen von Unternehmen sowie dem Dienstleistungskonzept Business Innovation/Transformation Partner beschäftigt. Fachliche Unterstützung leistete dabei der Beratungs-‐ und IT-‐Dienstleister Sopra Steria Consulting.

Unternehmen zwischen Innovation und Kostendruck

Zunehmend werden sich Unternehmen, die bereits in dem Spannungsfeld zwischen Kostendruck und Wachstum agieren, für weitere Veränderungen wappnen müssen. Die Globalisierung, der wirtschaftliche Aufschwung bisheriger Schwellenländer sowie der technologische Wandel bringen neue Absatzmärkte, digitale Geschäftsmodelle und weitere Wettbewerber hervor.

“Viele Unternehmen haben allerdings Schwierigkeiten, diese Veränderungen mitzugehen und ihre Strukturen neu zu ordnen“, so Mario Zillmann, Leiter Professional Services bei Lünendonk und Autor des Whitepapers. „Dabei mangelt es oft an Know-‐how, beispielsweise an der Schnittstelle von Business und IT sowie der Adaption neuer Technologien für digitale Geschäftsmodelle. Ein weiterer Punkt ist, dass vielen Top-‐Managern eine klare digitale Strategie fehlt, die vor allem die Vision und Umsetzung in die IT-‐Prozesse beinhaltet.“

Sourcing-Strategien entwickeln sich in eine neue Richtung

Laut Lünendonk lässt sich eine Umsetzung von verschiedenen Sourcing-‐ Alternativen beobachten. Generell ist ein Trend zur stärkeren Einbindung externer Partner in technologienahe Projekte sowie eine Erhöhung des Budgets für Innovationen erkennbar. Sowohl Projektmitarbeiter als auch externe Dienstleister müssen immer häufiger Fach-‐ und Branchenwissen mit IT-‐Themen kombinieren. Für Managementberater und IT-‐Provider bedeutet dies, entsprechende Business-‐ oder IT-‐Kompetenzen aufzubauen, um auf die veränderten Kundenanforderungen zu reagieren.

Eine Lünendonk®-‐Studie zu diesem Thema stellt fest, dass die befragten Top-‐Manager in das präferierte Dienstleistungskonzept „Business Innovation/Transformation Partner“ mit der Absicht investieren, Veränderungs-‐ und Anpassungsprojekte auf eine digitale Zukunft auszurichten.

„Gerade bei Projekten, bei denen Geschäftsprozesse digitalisiert oder digitale Strategien umgesetzt werden, spielen Business Innovation/Transformation Partner eine führende Rolle“, beobachtet Zillmann das Sourcing-‐Verhalten der Kunden.

BITP gleicht Know-how-Lücke bei Kunden aus

Die von den entsprechenden BITP-‐Dienstleistern angewandte ganzheitliche Betrachtung der Strategie – die Integration neuer Geschäftsmodelle bis hin zu deren Betrieb – stellt aus Sicht der Befragten einen entscheidenden Aspekt für den Erfolg des Kundenunternehmens dar.

Fehlende Kenntnisse in der Verknüpfung von Business und IT seitens der IT-‐Dienstleister sieht Lünendonk als ein Treiber für die Nachfrage nach BITP-‐Konzepten. Doch auch die wachsende Regulierung in Branchen wie Banken, Versicherungen und Energie, zu geringe Ressourcen bei der Bearbeitung dringender Projekte oder der Wirkungs-‐Kreislauf zwischen IT-‐Prozessen auf die Geschäftsprozess-‐Leistung lassen sich dort einordnen.

Die Lünendonk®-‐Studien und Publikationen gehören als Teil des Leistungsportfolios von Lünendonk zum „Strategic Data Research“ (SDR). In Verbindung mit den Leistungen in den Portfolio-‐Elementen „Strategic Roadmap Requirements“ (﴾SRR)﴿ und „Strategic Transformation Services“ (STS) ist Lünendonk in der Lage, seine Beratungskunden von der Entwicklung der strategischen Fragen über die Gewinnung und Analyse der erforderlichen Informationen bis hin zur Aktivierung der Ergebnisse im operativen Tagesgeschäft zu unterstützen.

 Firmenprofil

Die Lünendonk GmbH, Gesellschaft für Information und Kommunikation, untersucht und berät europaweit Unternehmen aus der Informationstechnik-‐, Beratungs-‐ und Dienstleistungs-‐Branche. Mit dem Konzept Kompetenz3 bietet Lünendonk unabhängige Marktforschung, Marktanalyse und Marktberatung aus einer Hand. Der Geschäftsbereich Marktanalysen betreut die seit 1983 als Marktbarometer geltenden „Lünendonk®-‐Listen und -‐Studien“ sowie das gesamte Marktbeobachtungsprogramm.

Artikelbild: © George Thomas/ Flickr.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Mentoring: Mitarbeiter motivieren, fordern und fördern]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=7006 2015-02-26T18:10:08Z 2015-02-26T18:06:57Z Wie zufrieden bist du mit deinem Job? Nur jeder zweite Mitarbeiter in Deutschland ist motiviert bei der Arbeit, in Prozenten sind es ein bisschen mehr: 58 Prozent, immerhin. Knapp ... neue Einsichten gefällig?

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Wie zufrieden bist du mit deinem Job? Nur jeder zweite Mitarbeiter in Deutschland ist motiviert bei der Arbeit, in Prozenten sind es ein bisschen mehr: 58 Prozent, immerhin. Knapp unterm weltweiten Durchschnitt! Mentoring könnte das ändern…


58 Prozent der Deutschen sind mit ihren Arbeitsaufgaben, beruflichen Perspektiven und Vorgesetzten zufrieden, mehr nicht – das zeigt der Engagement-Index der Personalberatung Kienbaum. Im Vergleich mit den 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen liegt Deutschland damit lediglich auf Platz 13.

Mit 74 Prozent sind übrigens die Inder am zufriedensten. Unternehmen mit modernen Personalführungsmodellen setzen deshalb auch auf die persönliche Begleitung von Firmenneulingen durch erfahrene Mitarbeiter. So hat etwa bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) jeder neue Vermögensberater einen Partner an seiner Seite, um Jobzufriedenheit, beruflichen Erfolg und das gute Miteinander im Team zu fördern.

Das bringt Mentoring

Mentoring hat viele Vorteile: Der neue Kollege hat ab dem ersten Tag eine Vertrauensperson als festen Ansprechpartner im Unternehmen. Gleichzeitig erhält er durch den regelmäßigen Dialog ein besseres Gespür für das neue Umfeld oder auch firmentypische Gepflogenheiten. Der begleitende Partner wiederum kann dabei seine sozialen Kompetenzen und sein Führungsverhalten weiter verfeinern.

Das Unternehmen wiederum kann dank der von Anfang an offenen Gesprächsatmosphäre sogar von neu eingebrachten Anregungen profitieren. Generell verbessert der regelmäßige Austausch gleichzeitig einen wesentlichen Missstand, den die Deutschen laut dem Engagement-Index vom Gallup-Institut sehen: die mangelhafte Kommunikations- und Führungsfähigkeit innerhalb ihres Unternehmens.

Was ein guter Coach mitbringen sollte:

  1. hat fundierte Erfahrung und umfassendes Fachwissen in den entsprechenden Aufgabenfeldern
  2. erkennt und fördert das Potenzial des neuen Kollegen
  3. gibt gern Wissen weiter, ist hilfsbereit und kann gut zuhören
  4. sollte sich insbesondere bei vertraulichen Anliegen loyal und diskret verhalten
    hilft bei Karriereplanung und persönlicher Weiterentwicklung
  5. ist innerhalb des Unternehmens gut vernetzt, bringt den Neueinsteiger mit anderen Kollegen in Kontakt

Artikelbild: ©  Brian Ujiie/ Flickr.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Kaufspsychologie: So rational wie der Kauf eines Ferraris]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6853 2015-02-26T08:25:59Z 2015-02-26T08:18:31Z Wie rational sind deine Entscheidungen beim Griff ins Ladenregal? Klar ist, dass die Meinung anderer, dein Vertrauen in die Marke als natürlich auch die deiner Freunde dich ... neue Einsichten gefällig?

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Wie rational sind deine Entscheidungen beim Griff ins Ladenregal? Klar ist, dass die Meinung anderer, dein Vertrauen in die Marke als natürlich auch die deiner Freunde dich beeinflussen.  Professor Birger Priddats von der Universität Witten/Herdecke über Kaufpsychologie…

Um Gewinn zu machen, muss verkauft werden. Die Produkte bieten sich nicht selber an, sondern werden beworben, d.h. man versucht potentielle Käufer zu überreden. Auf hypermodernen Märkten entsteht Konkurrenz durch Überangebote, die eine Semiosphäre entfalten, in der eine “economics of persuasion” wirksam wird – als Kernoperation der Märkte.

Das Buch entwickelt eine eigene Theorie der Differenz von ökonomischer (Ö) und Alltagssprache (A), geht verschiedene Felder der persuasiven Ökonomie durch: Bankberatungen, Restaurantbesuche und Nahrungsmittelkonsum, Kunstmarktfälschungen, Gerüchte (im Kapitalmarkt), und entwickelt eine neue Unternehmertheorie (der Selbstüberredung zur Investition).

Sprache, Kommunikationen, Zeichen sind keine marginalen ökonomischen Attributionen, sondern leitende Unterscheidungen im Transaktionshauhalt der Märkte. Die economics of persuasion bilden eine erste Skizze für eine neue Ökonomiekonzeption, in der viele Mythen der Ökonomik dekonstruiert werden.

„Economics of persuasion“

„Economics of persuasion“ – Ökonomie der Überredung heißt das neue Buch von Professor Birger Priddat. Es beginnt mit einem Wasserkocher – der alte ist verkalkt und abgewrackt, ein neuer soll her. Bestens vorbereitet mit allen Ergebnissen von Stiftung Warentest im Kopf begibt sich der Homo oeconomicus ins Geschäft, zutiefst zur Rationalität entschlossen.

Im Regal warten 16 verschiedene Exemplare auf den armen Tropf und alle Überlegungen zu Preislimit und Energieverbrauch verdampfen wie der letzte Tropfen im Kocher – was rational richtig wäre ist hässlich wie die Nacht und eine Beleidigung für das schlafverkrustete Auge am Morgen. Der rationale Neokortex wird augenblicklich vom emotionalen limbischen System des Hirns überstimmt und der teure, aber schönere Kocher wird gekauft.

Soviel zur Theorie der Kaufpsychologie, dass alle Transaktionen in der Wirtschaft rational entschieden werden. „Das hat eine nette Logik, die wir alle gerne an der Wirkung sehen würden, stimmt aber mit der Realität nicht im mindesten überein“, sagt Priddat.

Vertrauen, vor allem bei Banken

Und legt nach: „In der Bank, bei Anlage oder Kredit, geht es um Vertrauen, denn im Zweifel kann ich das Angebot doch nicht nachrechnen und wenn ich unabhängig beraten werden wollte, würde ich mir einen unabhängigen Berater suchen. So aber akzeptiere ich, dass der Banker mir das Produkt mit der meisten Rendite für ihn oder die Bank andreht, weil ich ihm vertraue.“ Den Vorgang nennt Priddat „Nichtwissenbasierte Beziehung“.

Oder noch zugespitzter: Wie rechtfertigen sich astronomische Preise in Luxusrestaurants? „Satt macht mich die Pommesbude nebenan auch.“ Der Geschmack, lautet dann das Argument der Gourmets. Doch geht es wirklich darum? „Es geht um eine Community: Meine Freunde haben mir das empfohlen, der Gastro-Kritiker meiner Zeitung war begeistert – Ich entscheide doch nicht nach rationalen, sondern nach zutiefst emotionalen Gesichtspunkten“, erklärt Priddat an diesem Beispiel und weitet die Analyse aus: „Werbung alleine reicht nicht, um mich für ein Produkt einzunehmen.

Freunde, Netzwerke, Nachbarn

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Neues Buch über Kaufpsychologie bestellen…

Da müssen Stimmen aus meiner Umgebung – Freunde, Netzwerke, Nachbarn – dazukommen, damit eine Resonanz entsteht und ich mich wirklich zu einem Kauf überreden lasse.“ Die gegenseitige Beobachtung ist somit wichtigstes Argument für oder gegen einen Kauf. „Der Markt ist eine rhetorische Veranstaltung und der Preis spielt nur die zweite Geige“, bringt er seine These auf den Punkt. Deutung und Bedeutung statt Konkurrenz und Preis.

Zum Schluss macht Priddat einen Schritt zu einer neuen ökonomischen Theorie: Alleine die Tatsache, dass es zu wirtschaftlichen Transaktionen kommt, bestimme den Markt, nicht das Motiv. „Natürlich geht es um Nutzen für Käufer und/oder Verkäufer, aber Rationalität spielt dabei selten eine Rolle.“

Über die Uni

Die Universität Witten/Herdecke nimmt seit über dreissig Jahren eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.000 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Artikelbild: © Martin Abegglen/ Flickr.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Mitarbeiterbindung: Hohe Nachfrage nach IT-Mitarbeitern]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6994 2015-02-25T09:35:27Z 2015-02-25T09:35:27Z Wirtschaftsinformatik boomt, immer noch und immer mehr. Zwei Drittel der deutschen CIOs und CTOs gehen vom Wachstum ihrer Teams aus. Bis 2020 sogar zu dreissig Prozent, so ... neue Einsichten gefällig?

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Wirtschaftsinformatik boomt, immer noch und immer mehr. Zwei Drittel der deutschen CIOs und CTOs gehen vom Wachstum ihrer Teams aus. Bis 2020 sogar zu dreissig Prozent, so die Studie eines Personaldienstleisters…

Gleichzeitig glaubt ein Großteil der IT-Verantwortlichen, dass es in fünf Jahren schwieriger sein wird als heute, Fachkräfte im Unternehmen zu halten (47 %) und neue Mitarbeiter zu finden (51 %).

Hauptgrund für die erschwerte Mitarbeiterbindung ist laut drei Viertel der befragten IT- Chefs (73 %) die stetig steigende Nachfrage nach IT-Profis, die für die Fachkräfte einen Jobwechsel erleichtert. Bei der Neueinstellung von IT-Mitarbeitern sehen 45 % der CIOs und CTOs die hohen Ansprüche an Gehälter und Zusatzleistungen besonders der Generation Y als größte Hürde. Fast ebenso viele (43 %) sind der Meinung, die Ausbildung der IT-Profis spiegle nicht die Anforderungen des Marktes wider.

Robert Half Technology hat CIOs und CTOs gefragt*: Warum glauben Sie, dass es im Jahr 2020 eine größere Herausforderung sein wird, qualifizierte IT-Fachkräfte zu finden?

Die Generation Y hat Erwartungen bezüglich Gehalt und Sozialleistungen, die wir nicht erfüllen können. 45%
Die Ausbildung der derzeitigen IT-Fachkräfte deckt die Trends im Markt noch nicht ab. 43%
Stärkerer Fokus auf die Work-Life-Balance. 37%
IT-Systeme werden zunehmend unternehmensspezifischer und externe Kandidaten haben daher nur selten die Kompetenzen, die gebraucht werden. 36%
Anzahl verfügbarer Kandidaten ist aufgrund des demographischen Wandels geringer. 26%

Steigende Anzahl an Projekten

Trotz der Herausforderungen beim Recruiting und der Mitarbeiterbindung sind CIOs und CTOs für die anstehenden Aufgaben der nächsten fünf Jahre auf größere IT-Teams angewiesen. Hauptgründe für den Bedarf an neuen IT-Mitarbeitern sind eine steigende Anzahl an IT-Projekten (60 %) oder Projekte mit einem größeren Umfang als bisher (59 %). 42 % der IT-Chefs glauben, dass eine hohe Arbeitsbelastung für die    Aufstockung der Mitarbeiterzahl verantwortlich ist.

Verbesserung der IT-Infrastruktur

Ganz oben auf der Prioritätenliste der Projekte, die bis zum Jahr 2020 umgesetzt sein sollten, steht für IT-Verantwortliche die Implementierung der richtigen IT-Infrastruktur, um die Geschäftsführung beim Erreichen ihrer Ziele zu unterstützen (30 %). Darüber hinaus stehen die Garantie der Datenqualität (21 %) und die Sicherstellung der täglichen Unterstützung durch die IT (14%) auf der To-Do-Liste der CIOs und CTOs.

Für CIOs und CTOs wird es immer schwieriger, die richtigen Mitarbeiter zu finden. Laut einer Studie des Branchenverbandes Bitkom gibt es bereits heute 41.000 unbesetzte IT-Stellen in Deutschland. Doch nur mit den besten IT-Profis können die Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben“, sagt Martin Schramm, Vice President bei Robert Half Technology.

Unternehmen sollten daher eine Strategie entwickeln, wie sie ihre Top-Mitarbeiter an sich binden können. Aufgrund neuer Technologien, wie Cloud Computing, IT-Security oder Big-Data-Projekte, bekommt die IT einen immer größeren Stellenwert im Unternehmen. Wer diese Herausforderungen mit hervorragend ausgebildeten IT-Profis bewerkstelligen kann, kann sich so von seinen Mitbewerbern absetzen.

Über die Studie

Für die Studie wurden 200 CIOs und CTOs in Deutschland befragt. Die Erhebung wurde im Rahmen der Arbeitsmarktstudie von einem internationalen unabhängigen Meinungsforschungsinstitut im Auftrag von Robert Half Technology, dem spezialisierten Personaldienstleister für Fach- und Führungskräfte im IT-Bereich, durchgeführt. Weitere Studienergebnisse finden Sie unter www.roberthalf.de/presse.

Artikelbilder: © U. Weinreich/ pixelio.de

* Quelle: Robert Half Technology, Arbeitsmarktstudie, Befragte: CIOs und CTOs in Deutschland; Mehrfachnennungen möglich

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Recruiting: Alles was zählt sind deine Fähigkeiten]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6855 2015-02-25T07:27:51Z 2015-02-25T07:16:28Z Talente finden (und binden), die Aufgabe der Personaler. Doch wie beurteilt ein Unternehmen die Qualifikationen der Bewerber dabei neutral, ohne Bias durch Herkunft oder Geschlecht? Ein Start-Up ... neue Einsichten gefällig?

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Talente finden (und binden), die Aufgabe der Personaler. Doch wie beurteilt ein Unternehmen die Qualifikationen der Bewerber dabei neutral, ohne Bias durch Herkunft oder Geschlecht? Ein Start-Up versucht diesen Knoten zu lösen…

Diskussionen um die Frauenquote, Gleichbehandlung und Integration stellen Unternehmen vor die Herausforderung, Auswahlverfahren zu finden, die geeignete Kandidaten filtern und dabei eine faire Behandlung aller Bewerber in den Fokus stellen. Wie wäre es da mit einer Kombination von Testergebnissen und Jobvalidierungen, unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht oder sozioökonomischem Hintergrund.

Darauf hat das Start-up Talerio eine Antwort. Das Onlineportal – gegründet von Daniel Barke und Marlon Litz-Rosenzweig – nutzt ein ausgeklügeltes Selektionsverfahren, um die Eigenschaften und Talente einzelner Kandidaten zu evaluieren und darzustellen. Clou ist, dass mit Hilfe eine eigens entwickelten Tests und real abgeschlossenem Job die Angaben des Lebenslaufs verifiziert werden.

Unternehmen können dann Kriterien festlegen, die für eine vakante Jobposition essenziell sind, und die Datenbank durchsuchen. Angezeigt werden ihnen anonymisierte Kandidaten, die diesem Profil entsprechen. Ein erster Schritt, die soziale Mobilität in Deutschland und bald auch weltweit zu steigern.

Verifizierte Angaben mit Eigenschaftsprofil

Mehr als 35.000 Kandidaten sind derzeit auf dem Portal zu finden und täglich kommen mehr als 150 hinzu. Alle haben bei der Anmeldung einen Lebenslauf erstellt. Dieser wurde auf zwei Ebenen verifiziert – einmal durch einen spezifisch konzipierten Test und zum anderen durch erfolgreich abgeschlossene Jobs von Mylittlejob, ein Portal, das ebenfalls von Barke und Litz-Rosenzweig gegründet wurde.

Mylittlejob vermittelt Onlinejobs wie Übersetzungen, Recherchen oder Texterstellung auf Basis von Datenauswertungen. Gibt ein Kandidat an, fließend Englisch zu sprechen, wird dies anhand der erfolgreich absolvierten Jobs und über den Test, den die Kandidaten machen müssen, geprüft und bestätigt.

Auf einer zweiten Ebene steht ein eigens konzipierter Test, der in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Lars Jansen, Experte im Bereich Human Ressource Management, und Martin Schonger von der ETH Zürich erstellt wurde. Unter anderem liegen die Experimente von Nobelpreisträger James Heckmann, die zeigen, dass nonkognitive Fähigkeiten ausschlaggebend für beruflichen Erfolg sind, diesem Test zugrunde.

Datenbank von Elite-Uni

Außerdem finden Forschungsergebnisse zu Themen wie unbewusste Entscheidungen, kognitive Reflektion, nonkognitive Fähigkeiten oder Social Value Orientation Anwendung. So wird ein Eigenschaftsprofil erstellt, das jeden einzelnen Kandidaten individuell beschreibt und in Kombination mit Mylitteljob seine Fähigkeiten nachweislich darstellt.

Mit dieser Datenbank im Hintergrund ist es Unternehmen nun möglich, eine Suche zu erstellen, die Fachwissen und Eigenschaften wie zum Beispiel Ehrgeiz und Teamfähigkeit berücksichtigt. Innerhalb von acht Sekunden präsentiert Talerio anonymisierte Profile geeigneter Kandidaten. Die Unternehmen können dann über die Plattform mit den Kandidaten in Kontakt treten und ein Jobangebot unterbreiten.

Wer nicht direkt suchen möchte, kann auch eine, auf ein bestimmtes Bewerberprofil zugeschnittene Anzeige im Portal schalten und diese so aussteuern, das sie nur Talenten mit den gesuchten Eigenschaften angezeigt wird.

“Kampf der Talente”

„Im Kampf um die besten Talente bietet Talerio einen entscheidenden Vorteil“, erklärt Gründer Marlon Litz-Rosenzweig. „Unternehmen können gezielter auswählen und dabei Talente entdecken, die im herkömmlichen Bewerbungsprozess, zum Beispiel durch ein schlechtes Abiturzeugnis, durch das Raster gefallen wären.“

Der Vorteil für die Kandidaten: Sie können durch ihre Leistungen überzeugen, mit ihren individuellen Fähigkeiten punkten und sparen sich den Bewerbungsstress. Bei Talerio werden sie nämlich kontaktiert. Es gibt aber auch eine Option, sich mit einem Klick auf eine Stelle zu bewerben. So einfach war das Bewerben noch nie.

Übrigens zeigen Forschungsergebnisse aus den USA*, dass bis zu 25 % bessere Ergebnisse in der Personalauswahl erzielt werden können, wenn dabei Daten verwendet und dadurch die Kandidatenpotenziale quantifizierbar und vergleichbar gemacht werden. Bei einem Milliardenmarkt in Deutschland allein ist das eine beträchtliche Summe.

Im nächsten Schritt will Talerio auf 100.000 Studenten wachsen und insbesondere Talente aus Südeuropa und Südamerika für die Plattform begeistern. So sollen Kandidaten und Unternehmen grenzübergreifend zusammengebracht werden. Globales Recruiting basierend auf validen Daten.

* 25 % bessere Kandidaten; vgl. Kuncel, Nathan, Klieger, David und Ones, Dennis (2014): Algorithmus statt Intuition. In: Harvard Business Manager, Juli 2014, S. 14–15.

Artikelbild: © NN/ Talerio

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Arbeitsleben: kein Ponyhof – aber wer will den schon?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6991 2015-02-24T14:13:25Z 2015-02-24T12:59:45Z Mach doch was du liebst. Und werde richtig gut darin, statt es im Arbeitsleben einfach immer nur anderen recht zu machen. Das ist die Formel von Anja ... neue Einsichten gefällig?

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Mach doch was du liebst. Und werde richtig gut darin, statt es im Arbeitsleben einfach immer nur anderen recht zu machen. Das ist die Formel von Anja Förster und Peter Kreuz. Ihre Plädoyers im neuen Buch: Sei außergewöhnlich, leidenschaftlich, unbequem, anspruchsvoll, wertvoll. Gespräch mit dem Duo…

Diese Lebenserkenntnis teilen Anja Förster und Peter Kreuz in ihrem neuen Buch „Macht, was ihr liebt!“ mit jedem, der bereit ist aufzubrechen, Neues zu wagen und sein Leben in die Hand zu nehmen.

Was hat Sie zu diesem Buch motiviert?

Eine sehr ernüchternde Beobachtung, die wir immer wieder im Arbeitsalltag gemacht haben: Viele Menschen schleichen wie Zombies zur Arbeit und der Höhepunkt ihres Tages ist die Vorfreude auf den Feierabend oder das nahende Wochenende.

Was für eine Verschwendung von Lebensenergie! Unsere Botschaft ist eine andere: Keiner von uns muss ein Opfer der Umstände sein. Jeder von uns hat die Wahl, seine Talente zu entdecken und etwas daraus zu machen – oder vor sich hinzudämmern, als Teil der Kulisse auf eines Anderen.

Wer sollte das Buch lesen?

Menschen, die Lust haben, die beste Version ihrer selbst zu werden. Also alle, die heute noch das Gefühl haben, nach den Regeln anderer leben zu müssen. Die sich gefangen fühlen in einer Arbeit, die bestenfalls mittelmäßig ist.

Welche persönlichen Erfahrungen sind in dieses Buch mit eingeflossen?

Bis zum Jahr 2000 drehte sich unser Leben im Kreis. Anja war Managerin bei einer großen Unternehmensberatung und Peter war Assistant Professor an der Wirtschaftsuniversität in Wien. Unser Denken und unser Handeln waren geprägt von der oft sehr eintönigen Normalität in großen Organisationen.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes zum Thema strategische Innovation hatte Peter die Chance, ungewöhnliche Menschen kennen zu lernen. Echte Querdenker, die Konventionen in Frage stellen, ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen haben und damit viel glücklicher waren als alle Leute um sie herum. Nach und nach begannen wir beide, uns mit diesen Menschen zu umgeben. Der Funke sprang auf uns über und hat uns seitdem nicht mehr losgelassen.

Das Buch in zwei Sätzen

Das höchste Ziel in unserem Leben ist zu sein, wer wir sind.

Ihr Buch enthält kurze Kolumnen – ist es nun eine Lesebuch oder doch eher ein Business-Ratgeber?

Es ist beides, ein Lesebuch und ein Business-Ratgeber für Menschen, die im Arbeitsleben stehen.

Wenn es eine Kernaussage gäbe, die sich der Leser an einen gut sichtbaren Ort hängen sollte, um immer wieder daran erinnert zu werden, welche wäre das?

„Sucht die Chance, nicht die Hindernisse! Brecht die Regeln! Gebt mehr als ihr nehmt! Macht, was ihr liebt! Lasst alles andere sein! Seid besser die erstklassige Version eurer selbst, als die zweitklassige Version eines anderen.”

Wie sähe eine Welt aus, in der viele Menschen die Ideen aus Ihrem Buch umsetzen?

Menschen trennen dann nicht mehr zwischen Arbeit und Freizeit, denn Arbeit ist für sie eine gute Zeit, in der sie Sinnvolles gemeinsam mit anderen Menschen gestalten können. Das hat auch Auswirkungen auf Unternehmen, die sehr viel innovativer und wandlungsfähiger und letztlich auch erfolgreicher sind, weil sie das volle Potenzial ihrer Mitarbeiter nutzen. Und last but not least: Es wäre eine andere Gesellschaft, eine die sehr lebendig ist.

Fällt es Ihrer Erfahrung nach Männer oder Frauen leichter, Neuland (auch gedankliches) zu betreten?

Der Mut, Neuland zu betreten, hat weder etwas mit dem Geschlecht, noch mit der Ausbildung, dem Alter, der Hautfarbe oder der Schuhgröße zu tun. Was es dafür braucht, sind zwei Dinge: Leidenschaftliche Neugierde und die Bereitschaft, Risiken einzugehen. Diese beiden Eigenschaften sind essentiell, denn Sie können nur dann Neuland entdecken, wenn Sie neugierig sind und kluge Risiken eingehen, sozusagen wohlinformierte und durchdachte Wetten, die sich auf der Entdeckungsreise auszahlen.

Sie sind vielgebuchte Speaker, erfolgreiche Buchautoren, erfahrene Unternehmensberater, wie motivieren Sie sich, jeden Tag aufs Neue Topleistungen abzuliefern?

Entscheidend für unsere Selbstmotivation ist es, zu erkennen, wofür wir brennen und sich ein Spielfeld zu suchen, wo das auch gewollt wird. Das haben wir getan und arbeiten nun jeden Tag daran, dass das auch so bleibt. Was wir geradezu irrsinnig finden, ist, dass viele Menschen sagen: Die Momente, in denen ich mich total für etwas begeistern kann, gibt es nur in meiner Freizeit. Dahinter steht die Denkhaltung: Es gibt ein Freizeit- und ein Arbeits- Ich. Beides sollte man in seinem Leben zusammenführen.

Ist das nicht ein bisschen simpel zu sagen: Macht, was Ihr liebt – und schwups, seid Ihr glücklich und alles wird gut?

Nehmen Sie einfach das Gegenteil von “Macht, was ihr liebt”. Das ist “Macht, was von euch erwartet wird”. Und genau daran halten sich die meisten Menschen. Sie arbeiten fleissig, schließen Versicherungen ab, konsumieren, bedienen Kredite, erfüllen ihre Pflicht – und fallen nie unangenehm auf.

Machst du schon, was du liebst? Buch vorbestellen...

Machst du schon, was du liebst? Buch vorbestellen…

Das kann man so machen, aber es ist ein sehr begrenztes Leben. Unser Leben kann dramatisch reicher sein, wenn wir eine Sache kapieren: All die großartigen Dinge um uns herum sind von Menschen erschaffen worden, die keinen Tick intelligenter sind als wir. Es sind einfach nur Menschen, die dieses begrenzte Leben nicht akzeptiert haben.

Die fünf Plädoyers in Ihrem Buch lauten: Sei außergewöhnlich, sei leidenschaftlich, sei unbequem, sei anspruchsvoll und sei wertvoll. Was meinen Sie damit?

Unser Leben ist kein Zufallsprodukt. Wir alle haben die Chance, zu machen, was wir lieben und dem Leben unseren Stempel aufzudrücken. Wir müssen nur die irrige Vorstellung abschütteln, dass man das Leben eben so hinnehmen muss, anstatt es mit offenen Armen zu empfangen. Wer das erst mal begriffen hat, wird nie mehr derselbe sein.

Wie setze ich das konkret für mich um?

Alles beginnt damit, präsent und wach zu sein und ganz bei dem, was ich gerade tue. Das hört sich selbstverständlich an, aber die meisten Menschen eilen fleißig und geschäftig wie Roboter durch ihr Leben, sind aber nie wirklich da. Der zweite wichtige Aspekt ist, dass ich mir meiner Freiheit zur Wahl bewusst werde. Wo immer wir im Leben stehen, wir können jeden Tag neu wählen.

Mal angenommen, jemand sagt Ihnen, er hätte bereits eine Menge Verpflichtungen als Familienvater oder -mutter und könne die Sicherheit nicht über Bord werfen und einfach „machen, was man liebt“. Was antworten Sie?

Jedes Risiko zu vermeiden, den frustrierenden Job hinzunehmen anstatt den Mut aufzubringen, etwas zu ändern und lieber den planierten Weg zu gehen als seinen eigenen Weg zu suchen, das alles ist ein freiwilliges Einverständnis, am Ende die Hälfte des Lebens ungelebt zurückzugeben, seinen Cocktail nicht auszutrinken, sondern angenippt stehen zu lassen.

Wie gestalten Sie ihr Lebensumfeld?

Wir versuchen, unser Umfeld bewusst zu gestalten. Was uns dabei hilft, ist unsere Not-To-Liste, die wir seit über einem Jahr führen. Dadurch ist uns erst so richtig bewusst geworden, wie viele alltägliche Kleinigkeiten uns den Kopf verstopfen. Nach jedem “Na, das hätten wir uns aber echt sparen können” oder “Das hat’s doch wirklich nicht gebracht” wird eben dieses misslungene Stückchen Alltag auf die Liste gesetzt: Bekanntschaftsmüll, Reizmüll, Konsummüll, News-Müll, Nahrungsmüll. Der Effekt ist gewaltig! Das Lähmende, Energiesaugende, Fremdbestimmte wegzulassen, hält den Kopf frei fürs Wesentliche.

Leben und Arbeiten zu zweit – geht das gut?

Die Vorstellung, nicht nur privat, sondern auch beruflich ein Paar zu sein, ist für viele weniger Wunsch als Alptraum. Zumindest scheint es uns so, wenn wir die vielen erstaunten Fragen nach dem Muster ‚Wie haltet Ihr das bloß aus?’ als Maßstab nehmen. Wir sehen das anders: Wir schreiben seit über einem Jahrzehnt Bücher zusammen und arbeiten zusammen. Wir lieben uns und das, was wir tun. Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren. Finden wir.

Der Beitrag Arbeitsleben: kein Ponyhof – aber wer will den schon? erschien zuerst auf Karriere-Einsichten.

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Jan Thomas Otte http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Green Services: Die erfolgreichsten Geschäftsmodelle]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6541 2015-02-24T07:48:14Z 2015-02-24T06:00:35Z Greenwashing war gestern. Grüne Dienste schonen die Umwelt und sollen gleichzeitig ordentliche Gewinne erwirtschaften. Die erfolgreichsten Geschäftsmodelle im Bereich “Green Services”, die mit Gutem Geld verdienen… b der Verzicht auf ... neue Einsichten gefällig?

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Greenwashing war gestern. Grüne Dienste schonen die Umwelt und sollen gleichzeitig ordentliche Gewinne erwirtschaften. Die erfolgreichsten Geschäftsmodelle im Bereich “Green Services”, die mit Gutem Geld verdienen…

Ob der Verzicht auf Papier im Büro durchs Einführen eines neuen Dokumenten-Management-Systems oder der Wechsel des Containers vom LKW auf die Schiene: Dienstleister verdienen mit diesen und anderen “Green Services” ihr Geld. Diese sollen nicht nur bestehende Unternehmen grüner machen, sondern dabei auch der Gesellschaft helfen, dass im Grunde nur so viele Bäume gefällt werden, wie sie auch gesund nachwachsen.

Sabrina Cocca vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart, unterscheidet zwischen “Green Services” im engeren Sinne und solchen, die ganze Branchen unterstützen. Das kann zum Beispiel “Green Consulting” sein, welches Dienste zum Steigern von Energieeffizienz anbietet – so genannte “green by Services”. Dahinter kann sich aber auch das Päckchen verbergen, welches mit dem Label “go green” frankiert und verschickt wird. Emissionen werden dabei zwar immer noch ausgestoßen, der kalkulierte CO2-Ausstoß durch andere Projekte wie das Wiederaufforsten von Wäldern aber kompensiert.

“Shared Value”

Katharina Tomoff, Leiterin für den “Shared Value” bei Deutsche Post DHL, verantwortet das “GoGreen”-Programm. In der Nähe vom Vorstandsvorsitzenden verankert, gehört das Umweltschutzprogramm zur Unternehmensstrategie. Vor fünf Jahren, so Tomoff, hätten sich die Manager bei Deutsche Post DHL das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die firmeneigene CO2-Effizienz um dreißig Prozent zu verbessern. Dazu kaufen sie nun bevorzugt Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, 95% der benötigten Energie in deutschen Standorten beziehe das Unternehmen bereits aus Ökostrom.

Bei einer anstehenden Investition fragen sich Tomoff und ihre Kollegen, wie viel die umweltfreundliche Lösung kostet und was damit langfristig für die Umwelt eingespart werden kann. “Dabei gibt es Maßnahmen, die sich sehr schnell und stark rechnen”. Es gebe aber genauso andere Investitionen, bei denen der Konzern kurzfristig draufzahle oder lediglich eine schwarze Null schreibe, sich aber langfristigen Erfolg durch die Kundenbindung erhoffe.

So viel Grün steckt in Green Services

Ökologisch nachhaltig und gleichzeitig wirtschaftlich handeln, diese beiden strategischen Ziele gehören für die Fraunhofer-Forscher am IAO zusammen. Im Rahmen einer explorativen Studie unter technischen Dienstleistern, an der sich insgesamt 81 Unternehmen beteiligten, fragten die Wissenschaftler, welches Potential Unternehmenslenker im Vertrieb und der weiteren Entwicklung grüner Dienstleistungen sehen. Jedes zweite befragte Unternehmen will mit Green Services nicht nur Stammkunden im Grün-Werden unterstützen, sondern auch Kunden auf bisher noch nicht erschlossenen Märkten gewinnen. “Dies wiederum geschieht nur durch stetige Innovation”, erklärt Cocca.

Green Services werden bisher vor allem in Industriezweigen rund um Energie (80%) angeboten. “Meist handelt es sich hier um Dienstleistungen, bestehende Angebote nachhaltiger zu gestalten”, so Cocca, wie zum Beispiel ein effizienteres Energiemanagement. Hinzu komme dann das Schonen von Ressourcen – etwa durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Weitere Dienste werden im Recycling (70%), dem Maschinenbau sowie Transport und Logistik (jeweils 60%) angeboten, so die Studienergebnisse.

Nachfrage steigt, stetig

Neben DHL spürt auch der Logistikanbieter DB Schenker eine steigende Nachfrage an grünen Diensten. Mit seinen “Eco Solutions” hat sich der Konzern seit über drei Jahren am Markt positioniert. DB Schenker hat sich dabei gleich mehrere Ziele gesetzt, erklärt Stefanie Grunberg, Unternehmenssprecherin im Bereich “Grüne Logistik”: profitabler Marktführer werden, Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze bieten, die Umwelt schonen. Vom Einkauf, über Lieferantenauswahl, Produktion und Materialbewertung bis hin zu den eigenen Dienstleistungen: In den jeweiligen Ressorts des Konzerns sitzen nun Experten, die sich ausführlicher mit dem Thema „Green Services“ beschäftigen.

Dieses Engagement beeindruckt auch international. Letztes Jahr wurde der Konzern in Shanghai als „Bester Grüner Dienstleister – Logistikunternehmen“ ausgezeichnet. Und das Jahr zuvor wurde vom Deutsche-Bahn-Vorstand erstmalig der Titel des Chief Sustainability Officer (CSO) vergeben, allerdings ohne einen neuen Posten zu schaffen. Karl-Friedrich Rausch verantwortet bereits seit einigen Jahren die Logistik im Konzern auf Vorstandsebene.

Green Services müssen sich rechnen

Neben Logistikern profitieren Gebäudemanager vom Boom der Green Services, inklusive erster Fusionen und Akquisitionen. So kaufte 2013 der Multi-Service-Dienstleister SPIE, der sich unter anderem auf Facility Management spezialisiert hat, für 250 Millionen Euro diesen Bereich von HOCHTIEF. SPIE-Mitarbeiter überprüfen und optimieren Laufzeiten von technischen Anlagen, tauschen Beleuchtungen aus, erneuern Pumpen und Antriebe: vom mobilen Blockheizkraftwerk hin zum flexiblen Reduzieren von Energiekosten und Emissionen. Bei SPIE heißt diese Marke “blueFM”.

Für SPIE-Unternehmenssprecher Matthias Felten steckt hinter dem grünen Produkt eine Philosophie. Die „zweite Miete“ werde so langfristig planbarer, erklärt Felten den grünen Dienst. “Damit schafft ökologisches Handeln ökonomische Vorteile.” Vom Einsparen bei den Nebenkosten profitieren Industriekunden mit ähnlich grünen Absichten ebenso wie ein Immobilienfonds, der vor allem eine möglichst hohe Rendite in seiner Vermarktung erzielen will. Die Geschäftsphilosophie rechnet sich mit dem Kundenwunsch, nicht nur die Umwelt, sondern auch den eigenen Geldbeutel zu schonen.

Hoffnungsträger können morgen schon pleite sein

In anderen Bereichen scheuen Unternehmen noch die hohen Investitionskosten und das schwierig einzuschätzende Marktumfeld – nicht jeder “Green Service” ist von Erfolg gekrönt. Den Studienergebnissen von Fraunhofer zufolge rechnet mehr als jedes zweite Unternehmen mit dem möglichen Scheitern seiner grünen Dienstleistungen.

So musste die israelische Firma “Better Place”, einstiger Hoffnungsträger der Branche im Rennen um zukunftsfähige Elektromobilität, Mitte 2013 Insolvenz anmelden. Der angebotene Service, zuvor aufgeladene Batterien an Tankstellen gegen verbrauchte Speicher auszutauschen, wurde vom technischen Fortschritt überholt – einer höheren Reichweite neuartiger Batterien -, aber auch vom flotteren Marketing der Konkurrenz.

Eines der Unternehmen, die sich Nachhaltigkeit bereits länger auf die eigene Marke geschrieben haben, ist der schwäbische Textilhersteller TRIGEMA. Die Kommunikationspolitik des Unternehmens sei besonders transparent gestaltet, so Firmenchef Wolfgang Grupp. Man habe gegenüber Interessierten nichts zu verbergen, während andere Produzenten, durch den Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch jüngst in die Kritik geraten, nur Informationen zu ihren Produktionsmethoden preisgeben würden was sie tatsächlich müssten.

Green Services auf der Schulbank

Transparenz reicht von der TV-Werbung mit dem sprechenden Schimpansen über Betriebsbesichtigungen vor Ort im Werk Burladingen bis zu den zahlreichen, meist impulsiven Talkshow-Auftritten von Wolfgang Grupp. TRIGEMA-Kunden können sich die Wertschöpfungskette vom gesponnenen Baumwoll-Garn bis zum ökologisch abbaubaren T-Shirt selbst anschauen. Grupp: “Ich betrachte es als meine Pflicht, meine Mitmenschen in den Arbeitsprozess einzubeziehen und unsere Arbeitsplätze auch in Zukunft zu sichern.” So habe zum Beispiel jedes Mitarbeiterkind Anspruch auf einen Ausbildungsplatz in der Firma – inklusive anschließender Beschäftigungsgarantie.

Personalthemen wie das Erreichen einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit werden bei den meisten Green-Service-Anbietern als wichtig, aber nicht als besonders dringlich betrachtet. Obwohl Dienstleistungen meist ein klares “People Business” sind, räumt der Fraunhofer-Studie zufolge nur jedes vierte Unternehmen dem Personalwesen eine Schlüsselrolle ein. Dies widerspricht den Erfolgsfaktoren von Green Services, welche die Forscher ermittelt haben: “Nachhaltigkeit sollte nicht nur verkauft, sondern quasi aktiv im Unternehmen gelebt werden”.

Am Ende des Tages bestimmt in der von Angebot und Nachfrage getriebenen Betriebswirtschaft aber der Kunde über den Erfolg von Green Services. Nur Dienste, die auf längere Zeit genug Käufer finden, haben auch im freien Wettbewerb eine Chance. “Green Services werden nur von Kunden genutzt und gekauft, die den Nutzen darin sehen”, resümiert Sabrina Cocca vom Fraunhofer IAO. Dazu gehöre nicht nur ein allgemeines Umweltbewusstsein, sondern ebenso die Bereitschaft, selbst Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen. Ein ziemlich breiter grüner Daumen also.

Artikelbild: © U.S. Department of Agriculture/ Flickr.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Karriere in Finanzbranche: Arbeitnehmer haben (fast) freie Wahl]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6983 2015-02-24T08:16:36Z 2015-02-23T09:48:52Z Du willst dir die besten Chancen auf einen lukrativen Job sichern? Klar. Und Geld verdienen natürlich auch. Das klappt am besten in der Branche, die sich genau mit ... neue Einsichten gefällig?

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Du willst dir die besten Chancen auf einen lukrativen Job sichern? Klar. Und Geld verdienen natürlich auch. Das klappt am besten in der Branche, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt, den Banken. Vor allem in den Bereichen Risikomanagement, Compliance und IT wird 2015 eingestellt…

Der Aufstieg sozialer Medien und die rasante Digitalisierung zahlreicher Wirtschaftsbereiche haben auch den Finanzsektor erfasst. Um der jüngeren Kundengeneration auf Augenhöhe zu begegnen, müssen Banken ihr Produktportfolio weiterentwickeln und smarte Lösungen anbieten. Zur Entwicklung dieser Dienstleistungen werden verstärkt Entwickler sowie Datenbank- und Sicherheitsexperten gesucht.

„Das Angebot an geeigneten IT-Experten ist sehr begrenzt, da neben umfangreichen Fachkenntnissen der IT auch ein fundiertes Verständnis für die Arbeitsweisen im Finanzsektor notwendig ist“, erklärt Tanja Apel-Mitchell, Director Continental Europe & Middle East bei eFinancialCareers.de. „IT-Experten sollten bestehende Systeme verstehen und neue Infrastrukturen implementieren können, gefragt ist eine Schnittstellenkompetenz“.

Big Data, Big Problems

Finanzdienstleister können dank digitaler und mobiler Dienstleistungen Informationen über Bedürfnisse und Verhaltensweisen ihrer Kunden sammeln und auswerten. Auf Basis der Analysen können Banken individuell zugeschnittene Angebote und Service-Leistungen entwickeln. Daraus resultiert der anhaltende Bedarf an sogenannten „Data Scientists“.

Aktuell kommen weltweit lediglich 6,2 Bewerber auf eine Stelle zum Thema „Big Data“ bei Banken. Der Einsatz digitaler Technologien im Tagesgeschäft und die Verwertung sensibler Kundendaten erfordert gleichzeitig, dass Banken auch datenschutzrechtliche Belange beachten.

Eine aktuelle Studie der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit (NIFIS) zeigt, dass knapp die Hälfte deutscher Unternehmen für 2015 plant, die Investitionssummen für IT-Sicherheit um 50% zu erhöhen. Weitere 45% glauben daran, dass sich die Investitionen bis 2020 sogar verdoppeln werden. Zusätzlichen Auftrieb dürfte das Thema durch das im vergangenen Dezember beschlossene IT-Sicherheitsgesetz erhalten.

Hierin hat die Bundesregierung festgelegt, das Betreiber Kritischer Infrastrukturen, dazu gehören auch Banken, einen Mindeststandard an IT-Sicherheit einhalten müssen. Hierfür werden bei Finanzinstituten zunehmend Stellen für IT-Sicherheitsbeauftragte geschaffen, die noch besetzt werden müssen.

Haftungs- und Regulierungsfragen

Die Nachwehen der Finanzkrise sind immer noch präsent und halten den Bedarf nach Mitarbeitern aus den Bereichen Risikomanagement und Compliance weiterhin hoch. Banken müssen sich ferner konsolidieren, um im neuen Umfeld samt strengerer Anforderungen und komplexer Rahmenbedingungen bestehen zu können.

Auf der Wunschliste der Personalverantwortlichen zahlreicher Finanzinstitute stehen für 2015 Kandidaten, die Kredit- und Marktrisiken einschätzen und managen können. Rosige Aussichten herrschen für Risikomanager und Compliance-Mitarbeiter. Allein die Citibank und die HSBC haben 10.000 beziehungsweise 7.000 Arbeitsplätze in diesen Bereichen weltweit geschaffen. Der Wettbewerb um die Top-Talente dürfte sich verschärfen.

Aufgrund anstehender Umstrukturierungen und Einsparungen sollte man in einigen Bereichen genauer hinschauen. So ist für Back Office-Positionen im Investment Banking in diesem Jahr mit weiteren Auslagerungen auf Drittunternehmen oder ins Ausland zu rechnen. Ebenfalls sinkt im Devisengeschäft die Nachfrage aufgrund der zunehmenden Automatisierung. Und auch viele kleine und mittlere Hedgefonds müssen sich mit dem Personalthema beschäftigen – allein in 2014 wurden weltweit 889 Hedgefonds geschlossen.

Arbeitnehmer haben (fast) freie Wahl

Arbeitgeber im Finanzsektor sehen sich einem verhärtenden Wettbewerb um geeignete Kandidaten gegenüber. Für Banken und weitere Finanzdienstleister ist es deshalb besonders wichtig, auf Wünsche heutiger Berufseinsteiger einzugehen. „Ein sicherer Arbeitsplatz, eine positive Unternehmenskultur und Flexibilität sind treibende Faktoren bei der Wahl des zukünftigen Arbeitgebers“, rät Tanja Apel-Mitchell bei der aktiven Personalbeschaffung.

Und wenn das Angestelltensein nichts für Sie ist, bleibt immer noch die Selbstständigkeit! Ganz gleich, ob Sie Blumen verkaufen, IT-Services anbieten oder ein Lokal führen – als Selbständiger sind Sie rund um die Uhr für Ihr Business im Einsatz und stellen sich immer wieder neuen Herausforderungen.

Artikelbild: SpareBank 1/ Flickr.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Feedback: Runterschlucken oder zu Nutze machen]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6888 2015-02-22T20:30:47Z 2015-02-23T05:30:50Z Immer wieder Montags gibt es Stress. Die erste Teambesprechung nach dem Wochenende, grosses Kino – auch bei Kleinigkeiten. Clever ist, wer hier auch mit Gemotze umgehen kann. ... neue Einsichten gefällig?

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Immer wieder Montags gibt es Stress. Die erste Teambesprechung nach dem Wochenende, grosses Kino – auch bei Kleinigkeiten. Clever ist, wer hier auch mit Gemotze umgehen kann. Was Feedback über uns und die anderen verrät, verraten uns Chris Wolf und Heinz Jiranek…

Klappe halten, runterschlucken? ”Du musst Feedback ehrfürchtig annehmen, zumindest muss es so aussehen. Also halte einfach den Mund und blicke ergriffen.” Etwa so kann man die gängige Vorstellung vom geziemenden Umgang mit Feedback zusammenfassen. So lernt man das ja auch im Seminar, so wollen es die gepriesenen Feedbackregeln.

Man muss demütig dankbar sein und sagt besser nichts! Umso mehr gilt dies, je größer die hierarchische Distanz zum Feedbackgeber ist. Wenn der Chef ein Feedback erteilt, dann sollte man wohl besser ruhig sein und dankbar nicken. Nur – ist das eine nützliche Haltung? Und falls nein, gibt es denn einen anderen, besseren Weg?

Es gibt ihn, allerdings erfordert er etwas Mühe. Wir behaupten, dass das Annehmen von Feedbacks von zentraler Bedeutung nicht nur für die Kommunikation, sondern für das Funktionieren von Unternehmen ist. Damit muss es zu den Kernkompetenzen für Führungskräfte und Mitarbeiter gezählt werden.

Pragmatische Ansätze

Unser Ansatz des Resonanz-Feedbacks schaut auf den Prozess der Übertragung von Feedbacks und liefert auch zum Annehmen von Feedbacks pragmatische Ansätze. Auf ein Hochglanzposter mit einer niedrig einstelligen Anzahl simpler Regeln passen diese jedoch nicht.

Hier geht es primär um Feedbacks in hierarchischen Kontexten, in denen unterschiedliche Dominanzverhältnisse eine Rolle spielen und das Feedback mit entsprechender Durchschlagkraft versehen, die sich in der Ansprache von Oben nach Unten immer einstellt. Sinngemäß sind die Überlegungen jedoch übertragbar auf alle Bereiche des Feedback-„lebens“.
Drei Perspektiven: „Man weiß ja, von wem es kommt!“

Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Perspektiven, aus denen man ein Feedback anschauen kann:

  1. Was sagt das Feedback über einen selbst, den Feedbacknehmer?
  2. Was geht in ihm /ihr vor? (z.B.: „Oh nein, ich wusste, dass er, der Feedbackgeber merkt, dass ich das alles eigentlich gar nicht kann! Ich bin die falsche Besetzung für die Stelle!“)
  3. Was sagt es über den Feedbackgeber? (z.B.: „Na, wenn der das sagt… da weiß man ja, von wem es kommt!“ oder: „Aha, jetzt weiß ich, was ihm wichtig ist.“)

Gedanken, Emotionen

Und was ist schließlich der Inhalt des Feedbacks? Sinnvoll ist letztlich die Betrachtung aller Aspekte, wobei der Inhalt nur dann zur Nutzung gebracht werden kann, wenn man die beiden anderen Perspektiven angemessen berücksichtigt.

Diese ist aber nur möglich, wenn man sich der beiden anderen Foki auch bewusst ist und hier seine Wahrnehmungen sortiert und Entscheidungen trifft. Hier ist tatsächlich Arbeit gefordert: Denkarbeit und Emotionsarbeit. Das gilt übrigens für Feedbacks mit positivem Inhalt genauso wie für Feedbacks mit negativem Inhalt.

Wir haben unserem Ansatz die Bezeichnung „Resonanz-Feedback“ gegeben. Denn erfolgreiche Feedbackprozesse sind getragen von großer Aufmerksamkeit auf alles, was mitschwingt.

Kränkung: Enttabuisieren!

Die erste dieser Schwingungen ist wohl in der potenziellen Kränkung zu finden, die jedem Feedback innewohnt. Damit meinen wir den schmerzhaften Blick oder „Angriff“ auf das Allerheiligste der Persönlichkeit, auf das, was uns ausmacht. Wenn ein Feedback unserem Selbstbild nicht entspricht, dann treten Nachdenkarbeiten in Gang.

Dabei wird ganz häufig unser Selbstbild als „bedroht!“ wahrgenommen, geschützt und reflexartig verteidigt. Ich stelle mir das – in Analogie zum Immunsystem – so vor, dass der Fremdkörper „Kränkung“ und eben manchmal auch ein “Feedback” herausgeeitert werden muss!

Das, was da von außen kommt, das darf einfach nicht wahr sein, sonst wäre Ich nicht Ich, sondern ein Mosaik aus fremden Definitionen; deshalb werde ich sauer und hoffe, die Säure kann das Fremde, das von außen Kommende zersetzen, als etwas, das nicht zu mir gehört. Dies kann man zum Beispiel erreichen, indem man erst gar nicht den Inhalt betrachtet, sondern einfach den Feedbackgeber abwertet.

Um die eigene Identität zu wahren, rechtfertigen wir uns, das heißt, wir fertigen uns das Recht selbst, und damit legitimieren wir unser Tun. So schützen wir unser Ich, die Grundfeste der Persönlichkeit.

Widerspruch, Reflexe und die Auseinandersetzung

Kurz: Gekränkt zu sein und Widerstand zu spüren, wenn mir etwas nicht passt (= etwas nicht zu mir passt = es also einen Fremdkörper darstellt), das ist ein normaler und vollkommen gesunder psychischer Vorgang. Denn die Kränkung schützt, indem sie die Ursache nach außen hin – zum Verursacher der Kränkung – verweist.

Zu uns selbst sagen wir dann: “Da irrt er sich aber gewaltig!”, “Sein Feedback geht völlig an der Wirklichkeit vorbei!”, “Sie sollte erst mal vor ihrer eigenen Haustür kehren!”, “Was sie da sagt, wird mir ja gar nicht gerecht. Andere sehen das ganz anders!”, “Das muss ich mir doch nicht länger anhören!” Zugegeben, wir übertreiben, und es wird nicht immer so sein.

Aber es wäre merkwürdig, wenn das nicht doch oft genau so wäre und wir selbst einem Feedbackgeber gegenüber, den wir schätzen, auf den wir hören, kritisches Feedback abwehren würden, insgeheim und im Inneren. Diese Tendenz zum Widerspruch, zum Widerstand, zur Abwehr erfolgt nahezu reflexhaft und damit allzu häufig unreflektiert.

Erst wenn man sich dieser inneren Resonanz achtsam bewusst wird, ist man in der Lage, dem Widerspruchsdrang zu widerstehen. Erst wenn man sich als Feedbackempfänger eingesteht, dass es einem mit Feedback nicht gut gehen muss, erst wenn man verstanden hat, dass das sogenannte konstruktive Feedback meist für den konstruktiv ist, der es gibt, aber nicht unbedingt für den, der es bekommt, erst dann kann man hinhören, obwohl’s vielleicht weh tut.

Als Feedbacknehmer darf man sich auseinandersetzen und man darf auch sprechen, wenn man ein Feedback erhält. Nur den direkten Widerstand, den halten wir für nicht zielführend.

Fragen über Fragen

Dabei hilft – mehr als dem Widerspruchsimpuls nachzugeben – oft ein ganz einfaches Mittel: Die Frage. Als Instrument zur Selbst- und Impulskontrolle nutzt sie selbst dann, wenn man gar nichts wissen will! Als Odysseus sich an den Mast binden ließ, um sich nicht der Verführung der Sirenen, genauer seiner eigenen Emotionen den Damen gegenüber, preiszugeben, hat er ähnlich gehandelt. Er hat sich an etwas gebunden, um sich zu retten, – bei offenen Ohren übrigens.

Die Frage als Kommunikationsmittel verschiebt auch den Kommunikations-”druck” zum anderen. Er muss nun nachdenken, präzisieren, erklären, verdeutlichen. Und während das geschieht, verliert das als bedrohlich empfundene Feedback oft seinen erlebten Angriffscharakter. Und ganz nebenbei: Es wird dadurch oft deutlich mehr Klarheit geschaffen, als dies mit einer ersten Formulierung des Feedbackgebers der Fall gewesen wäre.

Noch besser natürlich, wenn das Feedback Ihre Neugier trifft. Wie kommt er darauf? Was meint sie damit? Worauf bezieht er sich? Was hat sie denn da am meisten beschäftigt? Mithin teilt der Feedbackgeber über sich mindestens genau so viel mit, wie über mich. Als Feedbackempfänger erfahre ich die Bewertungen, die Maßstäbe, die Empfindlichkeiten, die Wünsche meines Feedbackgebers. Und das macht den Austausch interessant!

Zum nützlichen Annehmen von Feedback gehört also das Bewusstmachen der inneren Prozesse, die beim Auseinandersetzen erfolgen und es gibt ein paar Kommunikationsmittel, wie Fragen, die hilfreich sind. Entscheidend ist jedoch die innere Haltung, mit der man dem Feedback begegnet.

Arbeiten an der inneren Haltung

Zur inneren Haltung des Feedbackempfängers gehört es also, Feedbackprozesse einfach als Austausch von Vorurteilen zu begreifen. Als den Vergleich unterschiedlicher Perspektiven, von denen keine wahr sein wird. Beide zeigen eben Blickwinkel, und das ist vollkommen legitim.

Zur inneren Haltung des Feedbackempfängers gehört auch, dem Feedbackgeber nicht die perfekte Formulierung des Feedbacks abzuverlangen. Er drückt sein Anliegen so aus, wie er es eben ausdrückt. Die Haltung hieße vielleicht: Auch wenn’s mir nicht passt, auch wenn mir der Ton, das Beispiel nicht gefällt, aber mich interessiert schon, wie der andere zu seinem Urteil kommt.

Zur Haltung im Resonanz-Feedback gehört es, sich bewusst zu machen, dass der Feedbackgeber energetischen Aufwand betrieben hat; selbst wenn Art und Inhalt des Feedbacks uns nicht gefallen: ist es erst einmal geäußert, dann “kann man drüber reden”.

Natürlich kann das nur klappen, wenn für kommunikative Bewegungsfreiheit der Beteiligten gesorgt ist. Ein vorschnelles, gegenseitiges Unterbrechen und schnell aus der Hüfte geballertes “Das war ganz anders …” oder ein Das-sehen-Sie-falsch-Geschoss engt ein und begrenzt.

Somit gründet Resonanz-Feedback auf einem simplen aber unabdingbaren Übereinkommen: Wir sind beide dran, und zwar nacheinander. Der eine spricht, der andere hört. Der andere spricht, der eine hört. Und wenn einer sich das Recht fertigt, seine Sicht auf die Dinge zu äußern, dann darf muss dasselbe Recht auch für den anderen gelten.

Annehmen von Feedback mit positivem Inhalt

Gilt dies denn nur für negatives Feedback? Keineswegs. Das Annehmen von Feedback mit positivem Inhalt ist mindestens ebenso schwierig. Dem Empfänger wird es gut tun, solches zu hören. Und doch setzt hier etwas ein, was der Philosophie des Resonanz-Feedbacks zuwider läuft. Es greift die schüchterne Berührtheit des Komplimentempfängers.

Innerlich oder äußerlich rot werdend, retten wir uns mit einem “Danke, ja, klar, ähm, gerne!” Fishing for Compliments, das ist unanständig, hat man uns beigebracht. Resonanz-Feedback aber “fordert” gerade dieses Fishing. Ja, wir halten es nicht nur anständig, sondern sogar für notwendig und zielführend, Rückmeldungen, die uns gut tun, offen anzunehmen und sie zu hinterfragen!

Denn häufig sind “positive” Feedbacks – weil (leider) ungewohnt – auch mit einer gewissen Peinlichkeit auf Seiten des Feedbackgebers verbunden und kommen daher in der Form generalisierenden Lobs daher. “Bei unserem CRM-Projekt, da haben Sie sich richtig reingehängt, wollte ich Ihnen nur sagen. Klasse!” Die kommunikativen Weichzeichner verwischen das Detail. Was genau gemeint ist, bleibt im rosa Nebel verborgen.

“Sich reinhängen”

Was heißt reingehängt? Durch die Arbeitsleistung? Die Art, das Projekt zu strukturieren oder die betroffenen Kollegen mitzunehmen? Durch den klaren Informationsfluss? Durch die Detailkenntnis? Durch die Art und Weise der Präsentation oder der Dokumentation? Oder ist gar gemeint “übertrieben reingehängt”? Hat das “Reinhängen” gereicht? Wie bewertet mein Feedbackgeber den Erfolg? Und und und. So kann ein sehr interessantes Gespräch entstehen, und man wird viel über sich erfahren.

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“Feedback” – Das Buch bestellen…

Beim Annehmen von “positivem” Feedback gilt es noch eine zweite Hürde zu nehmen. Es gilt, sich klar zu machen, dass das diese Form des Nachfragens keine schlafenden Hunde wecken wird. Warum? Ganz einfach: Die Hunde schlafen nicht!

Resonanz-Feedback will positiver Wirkung ein großes Gewicht geben. Der Feedback-Empfänger nimmt Feedback, das er als positiv empfindet, nicht nur an, sondern er unterstützt den Feedbackgeber dabei, es zu präzisieren.

Resonanz zulassen!

Um mit Feedbacks so umzugehen, dass ein Nutzen entsteht, gilt es also, etwas über Kränkungen zu wissen und über den eigenen Umgang damit. Das Begreifen von Feedback als Austausch unterschiedlicher Perspektiven (und niemals der „Wahrheit“) erfordert schlicht neben dem Verstehen auch Übung.

Es gilt, dem Feedbackgeber mit einer angemessenen Milde gegenüberzutreten, was Formulierungen betrifft. Man darf und sollte darüber reden können, vor allem, wenn man gelernt hat, die direkte Widerstandslust im Griff zu haben.

Über die Autoren

Chris Wolf arbeitet als Diplom-Psychologin seit über 15 Jahren in Beratung und Training. Themen aus Marketing, Führung, Verkauf und Kommunikation mit Patienten/Angehörigen sind dabei das Thema. Feedback spielt in ihrer Beratungs- und Trainingsarbeit eine essenzielle Rolle und Struktur und kulturelles Umfeld solcher Äußerungen sind ihr ein Herzensanliegen.

Heinz Jiranek, Diplom-Psychologe, Inhaber und Geschäftsführer von ifb-Jiranek – Institut für Betriebspsychologie, arbeitet seit 30 Jahren für verschiedene Kunden am Thema Kommunikation, Führung und Coaching. Auch durch seine berufliche Herkunft als Therapeut geprägt fokussiert er immer auf die Wirkung und nie auf das Rezept, nicht auf Verhaltensdrill, sondern auf den zwischenmenschlichen Prozess.

Artikelbild: © Alan Levine/ Flickr.com – CC BY-SA 2.0

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Michael Knake <![CDATA[Achtsamkeit im Beruf: Bereicherung oder zusätzliche Last?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6881 2015-03-01T21:38:00Z 2015-02-22T08:00:09Z Achtsamkeit boomt, in Yoga-Magazinen und Mindstyleprogrammen. Doch wie sieht’s im Berufsleben aus? Das beantwortet uns Burnout-Präventologe Michael Knake… it dem Begriff der Achtsamkeit ist zunächst eine besondere ... neue Einsichten gefällig?

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Achtsamkeit boomt, in Yoga-Magazinen und Mindstyleprogrammen. Doch wie sieht’s im Berufsleben aus? Das beantwortet uns Burnout-Präventologe Michael Knake…

Mit dem Begriff der Achtsamkeit ist zunächst eine besondere Form der Aufmerksamkeit in einem besonderen Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand gemeint. Der Lehre Buddhas zufolge soll die Haltung der Achtsamkeit ein Weg sein, dem Leiden zu begegnen und es zu mindern.

Das klingt natürlich für den normalen Berufsalltag recht hoch gegriffen. Leiden wir also unter unserem Beruf oder in Teilen unseres Berufes, brauchen wir nur achtsam zu sein, und unser Leiden wird gemindert. Das könnte man daraus schlussfolgern. Aber ist es wirklich so einfach?

Achtsam durch den Alltag

Unser beruflicher Alltag besteht weitgehend aus automatisierten Tätigkeiten. Wir bekommen eine Aufgabe, wir bringen in Erfahrung, was wir dafür tun müssen, und wir bewältigen sie mehr oder weniger unbewusst. Die erste Übung in der Haltung der Achtsamkeit wäre also, aus den Automatismen heraus zurück zu mehr Bewusstheit zu gelangen.

Der Weg dorthin ist denkbar einfach: Ich verankere mich in der Gegenwart durch das Fühlen des Atems. Immer, wenn bei einer Abrechnung, einem Telefonat, einem Gespräch, einem Meeting etc. der Geist abschweift, kehre ich zum Fühlen des Atemvorgangs zurück. Ich spüre, wie der Atem einfließt und austritt. Ich zähle die Atemzüge: 1,2,3.. und kehre in die Gegenwart des Augenblicks zurück. So kann ich mir durch eine einfache Übung automatisierte Tätigkeiten bewusst machen.

Bewusstheit und Präsenz ist eine Grundbedingung für Handlungsfähigkeit. Bin ich (geistes-)gegenwärtig, kann ich aufbauend auf einem tiefen, intuitiven Verständnis Entscheidungen treffen und bin weniger abhängig von Ablenkungen und unbewussten Störungen.

Das mit den bewussten, autonomen Entscheidungen ist ja schön und gut, aber ich stoße im Berufsleben immer wieder auf Probleme oder Abhängigkeiten, die ich nicht beeinflussen kann. Ein Vorgesetzter oder Chef, den ich mir nicht ausgesucht habe, finanzielle Zwänge, Arbeitszeiten etc. liegen oft weit außerhalb meines Einflussbereiches. Was tun in solchen Situationen?

Das achtsame Einschätzen des eigenen Einflussbereiches kann eine sehr erleichternde Wirkung haben. Alles, was ich nicht ändern kann, brauche ich nicht weiter zu beachten. Damit fällt ein beachtlicher Teil an Stress- und Konfliktpotential einfach weg und ich kann mich den Dingen zuwenden, die ich wirklich beeinflussen kann.

Dabei ist es wichtig, den eigenen Einflussbereich nicht zu klein wahrzunehmen und zu schnell zu resignieren, nach dem Motto: Da kann ich sowieso nichts machen, das ist zwecklos etc. Eine achtsame Wahrnehmung wäre, bewusst einzuschätzen, welche Grenzen ich überwinden kann und an welchen Stellen ich meine Energie spare.

Auch mal “Nein” sagen (können)

Ein weiterer Schritt zu Achtsamkeit im Beruf ist eine Trennung. Die Trennung von der Vorstellung, von allen geliebt zu werden. Gerade in leitenden Positionen leiden viele Menschen unter dem Bedürfnis, alle ins Boot holen zu wollen oder Konsens zu schaffen. Es wird immer jemanden geben, dem das, was ich mache, leiste, vorlege, wofür ich stehe, nicht in den Kram passt. Trenne ich mich von der Tendenz, diese Skeptiker und Zweifler überzeugen zu wollen, ändert sich meine Grundhaltung.

Gehe ich achtsam mit meiner Wirkung auf andere um, dann mache ich ein Angebot. Ich stelle etwas vor, vermittle ein Konzept, und stelle es jedem frei, ob er/sie es annimmt oder eben nicht. So kann ich mich von der Verantwortung lösen, allen alles recht machen zu wollen. Denn so sehr ich mich darum bemühe, es wird mir nicht gelingen. Kann ich mich aber von diesem Anspruch lösen, kann dies eine äußerst befreiende Wirkung haben. Nicht nur für mich, sondern auch für meine Kollegen.

Downshiften statt Tempo-Schuften

Um achtsam im Beruf zu sein, macht es Sinn sich einmal sein eigenes Tempo anzuschauen. Welche Aufgaben bewältige ich schnell, wofür brauche ich etwas Zeit? Achtsamkeit in diesem Zusammenhang bedeutet, auf die Stimmigkeit des Arbeitstempos zu achten, unabhängig vom Tempo meiner Umgebung. Natürlich kann ich nicht immer in dem von mir gewünschten Tempo arbeiten. Ich kann aber innerhalb dieser Grenzen auf mein inneres Tempo achten. Und genügend Pausen für mich einplanen.

Neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge dauert es im Durchschnitt 66 Tage, um eine Gewohnheit zu entwickeln. Das bedeutet, dass viele Entwicklungen einfach ihre Zeit brauchen. Es macht also Sinn, die Aufgaben zu ordnen: Was ist jetzt machbar, was braucht einfach noch etwas Zeit? Den Dingen Zeit geben, sie nach einfachen Prinzipien ordnen, all das kann zu einem achtsameren Arbeitstempo führen.

Leben ohne Überforderung

Wie gehe ich achtsam mit Überforderung um? Vielleicht liegt ein achtsamer Umgang damit in der Fähigkeit, zu Einfachheit zu gelangen. Die Frage ist also nicht: Was kann ich hinzufügen, damit etwas besser wird. Es geht darum, was ich weglassen kann, um es zu verbessern. So kann ich meinen Blick für die wirklich wichtigen Dinge meines Berufes öffnen.

Zu guter Letzt geht es um die achtsame Überprüfung der Vision, der Motivation. Was bringt uns dazu, genau jetzt diesen Job zu machen? Vernunft, Finanzielles, Berufung, eine Mischung aus allem? Werde ich mir in dem was ich tue gerecht? Wofür bin ich in meinem Beruf dankbar? Was wünsche ich mir?

Kein Job dieser Welt kann mich immer begeistern, aber überwiegt das Positive das Negative? Entspricht mein Beruf mehrheitlich dem, was ich mir davon erhoffe? Und bin ich der Meinung, dass es diese dankenswerten Seiten meines Jobs es wert sind, die Schattenseiten anzunehmen?

Hauptsache motiviert

Habe ich diese Grundmotivation, ist es leichter, mit den Schattenseiten umzugehen. Habe ich sie nicht, ist es womöglich an der Zeit, etwas zu ändern. Kann ich diese Entscheidung aufgrund innerer oder äußerer Zwänge nicht treffen, hilft mir vielleicht eine achtsame Einstellung zum Beruf, um mir klarer zu werden, was ich möchte.

Der zunächst schwer zu greifende Begriff der Achtsamkeit hat also viele konkrete Aspekte im Berufsleben: Bewusstmachen über die Atmung, Anerkennen der Einflussmöglichkeiten, Aufgeben der Abhängigkeit von der Anerkennung anderer, einen Schritt nach dem anderen machen, Hinterfragen der Berufung, Motivation.

All diese Aspekte können in Stress- oder Problemsituationen durch die Fähigkeit zur Achtsamkeit einen echten Mehrwert für die persönliche und berufliche Entwicklung bieten.

Artikelbild: © Rainer Sturm/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Thomas Sattelberger über Transformation: “Ich halte nicht die Klappe”]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6967 2015-02-20T10:01:49Z 2015-02-21T07:00:30Z Was haben Daimler, Lufthansa, Conti und die Telekom gemeinsam? Das waren die Karriere-Stationen von Thomas Sattelberger. Nachwuchskräften rät er, ihr Ding zu machen. Exklusiver Auszug aus dem neuen ... neue Einsichten gefällig?

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Was haben Daimler, Lufthansa, Conti und die Telekom gemeinsam? Das waren die Karriere-Stationen von Thomas Sattelberger. Nachwuchskräften rät er, ihr Ding zu machen. Exklusiver Auszug aus dem neuen Buch vom Personalentwickler-Papst…

Bei aller Fortentwicklung und Differenzierung der Personalentwicklung hat mich mein uraltes Thema aus frühen APO-Zeiten und Daimler-Erfahrungen nie losgelassen. Das lautete wie gesagt: Emanzipation, Freiheit und dann Selbststeuerung, gekoppelt mit dem Erzielen von Selbstbewusstheit und Mündigkeit – eben: »Life-Styling«.

So wie ich es auch später wieder, 1997, in einem Beitrag für die »European Foundation for Management Development« (EFMD) mit dem Titel Liberating Talent schrieb. Das könnte man mit »Befreiung des Talents« oder im wahrsten Wortsinne mit »Entfesselung von Talent« übersetzen.

Damit meine ich, dass selbstbewusste, unternehmerische Persönlichkeiten ihre berufliche Entwicklung selbst in die Hand nehmen müssen und es auch dürfen sollten. Das ist keine Quadratur des Kreises, sondern ein Ideal, von dem ich mich trotz aller Irrungen und Wendungen immer leiten ließ.

Gute Entwicklung – fürs Unternehmen ebenso wie dich selbst

Als eine Art Fixstern, der mir half und hilft, mich in meiner Arbeit zu justieren; stets geleitet von der Frage, wie ich zwei unterschiedliche Zielsetzungen – gute Unternehmensentwicklung hier, persönliche und berufliche Entfaltung dort – in einen
balancierten Kontext bekomme. Das Interesse des Menschen, sich weiterzuentwickeln, läuft ja nicht zwingend konform mit dem Interesse einer mächtigen Organisation, sich zu erhalten.

Ganz im Gegenteil, wie ich es persönlich bei der MTU und in späteren beruflichen Situationen beobachten konnte: Organisationen und ihr Werkzeug Personalentwicklung sind oft klonende Sozialisationsapparate. Gerade große Bürokratien wollen und schätzen es, die Menschen zu normieren.

Und wie viele Nachwuchs- wie Führungskräfte lassen sich mit der Hoffnung auf Gold, Weihrauch und Myrrhe in Zwangsjacken stecken? Nach einer kurzen Etappe 1989 bei Mercedes-Benz in der Internationalen Vertriebsorganisation hörte ich, dass das, was schon länger gemunkelt wurde, Wirklichkeit werden sollte:

Aus Daimler-Benz sollte der »integrierte Technologiekonzern« Daimler-Benz mit Weltgeltung werden, unter dem Stern sollte sich deutsche Spitzentechnologie versammeln, zu Wasser, zu Land und in der Luft. Damit verbunden war die Gründung der Daimler-Benz Aerospace AG (DASA).

Transformation als zentrale Herausforderung

Das bedeutete eine große Transformationsherausforderung, was die Verschmelzung vier verschiedener, bisher teils konkurrierender Luft- und Raumfahrunternehmen anbetraf: MTU, Dornier und Telefunken Systemtechnik. Wenige Monate später kam auch noch der Rüstungskonzern Messerschmitt-Bölkow-Blohm hinzu, und damit war der mit Abstand größte Luft- und Raumfahrtkonzern Deutschlands mit 70 000 Mitarbeitern geschaffen.

Das fand ich sehr spannend, und ich warf meinen Hut in den Ring. Hartwig Knitter, designierter Personalvorstand der DASA, nominierte mich tatsächlich als seinen Mann. Doch dann erfuhr ich zufällig, dass Karl Dersch, Vertriebschef der DASA, sein Veto eingelegt habe. Warum? Weil ein Kriegsdienstverweigerer wie ich für eine solche herausragende Aufgabe charakterlich nicht geeignet sei.

Bestürzt rief ich meinen Mentor Günter Welsch an und bat ihn um Rat und Hilfe. Welsch wiederum telefonierte mit Knitter und stärkte ihm den Rücken. Wenn er jetzt schon beim ersten Mal gegenüber seinem Vertriebskollegen Dersch schwach werde, dann sei das der Beginn ständiger, weiterer Versuche, ihn zum Einknicken zu bewegen.

Im DASA-Vorstand wurde diese Causa offenbar besprochen, und Jürgen Schrempp selbst übernahm es, ein abschließendes Gespräch mit mir zu führen. Schrempp war von 1989 bis 1995 ordentliches Vorstandsmitglied der Daimler-Benz AG und Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz Aero space AG.

Konflikte im Zwangskorsett namens Konzern

1995 wurde er Nachfolger von Edzard Reuter als Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG. Unser Gespräch fand in der neuen Konzernzentrale in Stuttgart-Möhringen statt, und zwar auf den Stufen der großen Halle. Dort hatten wir einen mehr als einstündigen Austausch, in dem ich auch offen über die politischen Überzeugungen meiner Jugendjahre und über meine Erfahrungen sowie mein Wirken bei Daimler-Benz und bei der MTU sprach, inklusive der Konflikte, die ich erlebt und ausgestanden hatte. Schrempp amüsierte sich köstlich über die Geschichte mit Hans Dingers Hund und klopfte mir anerkennend auf die Schulter.

Will nicht die Klappe halten, Ex-Manager Thomas Sattelberger....

Will nicht die Klappe halten, Ex-Manager Thomas Sattelberger….

Da wusste ich, meine Anstellung bei der DASA war hiermit so gut wie besiegelt, mein Thema Kriegsdienstverweigerung war damit erledigt. Nicht zuletzt war Schrempp ja als Haudegen bekannt, und ihm hatte meine unerschrockene Art wohl imponiert.

Und ich dachte: Was für ein offener, geradliniger Anführer! Dersch musste übrigens wegen Hissens der Reichskriegsflagge in seinem Garten später den Hut nehmen, wobei es ein viel zitiertes Gerücht ist, dass Schrempp so seine Bestellung zum Vertriebsvorstand der Daimler-Benz AG verhinderte.

Ich kam also zur DASA. Damals fand ich die Vision des Daimler-Vorstandsvorsitzenden Edzard Reuter vom integrierten Technologiekonzern begeisternd. Sie war ohnegleichen. Nach meinem Verständnis deutete sich hier zum allerersten Mal an, dass sich ein großes, bisheriges Automobilunternehmen komplett transformieren wollte und sollte.

Im Hintergrund standen ja auch die Studien des Club of Rome, die uns schon 1972 die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen, der fossilen Energiequellen, vorausgesagt hatten. Bereits damals lautete eine der vielen Fragen des Club of Rome: »Is there a life ater car?«

Der Gedanke, Industrie- und Automatisierungstechnik einer AEG, Hightech der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie und das Thema Mobilität durch das Auto zusammenzuführen, war ein grandioser strategischer Wurf, der als Vision genauso grandios an der Praxis gescheitert ist. Aber der Versuch war im Kern durch und durch unternehmerisch. Und Edzard Reuter war ein durch und durch mutiger Unternehmer.

Artikelbild: © flickr.com/diffusor – CC BY-NC-SA 2.0

Der Beitrag Thomas Sattelberger über Transformation: “Ich halte nicht die Klappe” erschien zuerst auf Karriere-Einsichten.

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Sponsored Post <![CDATA[Harte Treffer: Was Arbeitslose (noch) alles einstecken müssen]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6910 2015-02-20T07:33:37Z 2015-02-20T05:30:43Z Jeder hat sie, jeder hasst sie: Vorurteile. „Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom“, formulierte einst Albert Einstein. Wie recht er damit hatte, ... neue Einsichten gefällig?

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Jeder hat sie, jeder hasst sie: Vorurteile. „Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom“, formulierte einst Albert Einstein. Wie recht er damit hatte, zeigt sich bis heute – vor allem im Umgang mit Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind. Das will die Bundesagentur für Arbeit jetzt ändern…

Was kann man nun aber tun, um die Situation zu verbessern, wenn sich überall beste Mühe gegeben wird, die Vorstellung des heruntergekommenen Hartzers aufrechtzuerhalten?

Die Initiative der Bundesagentur für Arbeit „Das bringt mich weiter“ hat einen Spot veröffentlicht, der auf derartige Probleme aufmerksam machen soll. Dieser zeigt Google-Suchanfragen nach Begriffen wie „Hartz IV-Empfänger“ und „Langzeitarbeitslose“ – mit erschreckenden Ergebnissen.

So werden diese als „faul“, „Schmarotzer“ und „Asis“ bezeichnet. Auch aus der Luft gegriffene Fakten wie „Arbeitslose sind häufiger krank und sterben früher“ scheinen fest in den Köpfen verankert zu sein.

Ad acta: Bild des “faulen Schmarotzers”

Seit Einführung der Hartz IV-Reform vor zehn Jahren haben Arbeitslose mit ihrem schlechten Ruf zu kämpfen. Und das, obwohl mehrere Studien das Bild des faulen Schnorrers widerlegen. Erst 2014 veröffentlichte die Universität Bochum eine Bilanz, nach der es keinen Unterschied zwischen Vollzeitbeschäftigten und Arbeitslosen gibt, was ihre Motivation, soziale Kompetenzen oder Begeisterungsfähigkeit angeht.

Im Gegenteil: Ganze 65% der Sozialempfänger liegen nicht auf der faulen Haut, sondern bilden sich weiter, gehen einer Nebentätigkeit nach oder pflegen kranke Angehörige. 75% der Arbeitslosen wollen unbedingt einen Weg zurück in den Beruf finden und 71% würden sogar eine Tätigkeit annehmen, für die sie überqualifiziert sind.

Viele Hartz IV-Empfänger bestens gebildet

Entgegen der Erwartung sind viele Hartz IV-Empfänger alles andere als ungebildet: Sie haben ihr Abitur oder sogar eine Hochschulausbildung abgeschlossen, sind ehemalige Professoren und Unternehmer, die aufgrund von finanziellen, persönlichen oder gesundheitlichen Umständen auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.

Auch Alleinerziehende müssen häufig auf Arbeitslosenhilfe zurückgreifen. Und doch haben sie nach wie vor unter den Vorurteilen zu leiden, mit denen sie tagein, tagaus konfrontiert werden.

Der erste Schritt ist, die Voreingenommenheit gegenüber Arbeitslosen ins Bewusstsein zu rufen. Als Zweites sollte jeder Einzelne zum Umdenken angeregt werden. Dazu fordert auch der Spot der Bundesagentur für Arbeit am Ende mit seiner Botschaft auf: „Vorurteile bringen nicht weiter! Informieren schon!“. Hoffen wir, dass sie ankommt.

Artikelbild: © PicturePoint.Photo/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Märtyrer: Religiöser Fanatismus im Klassenzimmer]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6887 2015-02-18T11:39:40Z 2015-02-19T07:00:15Z Was treibt Schüler dazu, für Gott in den Krieg zu ziehen? Das Theater Konstanz, Deutschlands am längsten bespielte Bühne, geht dieser Frage in einem inszenierten Klassenzimmer nach. ... neue Einsichten gefällig?

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Was treibt Schüler dazu, für Gott in den Krieg zu ziehen? Das Theater Konstanz, Deutschlands am längsten bespielte Bühne, geht dieser Frage in einem inszenierten Klassenzimmer nach. Angefangen beim Schwimmunterricht, über Sexualkunde bis zum eskalierenden Konflikt zwischen Lehrern, Schülern und ihren Eltern…

Seit den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 haben sich die Fronten zwischen säkularer und religiöser Weltanschauung erneut verschärft. In der westlichen Welt leidet besonders der Islam unter dem Verdacht der Radikalität. Was aber, wenn ein junger Mensch im christlichen Glauben seinen Wegweiser sieht und diesen ernster nimmt als seiner Umwelt lieb ist?

Benjamin Südel verweigert den Schwimmunterricht – aus religiösen Gründen. Seine Mutter kann das nicht ganz ernst nehmen und vermutet, dass Drogen dahinterstecken. Doch sein Bekenntnis zum Christentum untermauert Benjamin durch situationsbezogene Bibelzitate.

Provokation und Protest

In der Schule provoziert er mit den dazugehörigen Handlungen: Im Sexualkundeunterricht zieht er sich aus, und in Biologie kommentiert er die Evolutionstheorie im Affenkostüm. Die Auseinandersetzung mit seiner Lehrerin Frau Roth endet immer wieder mit der Vorladung beim Schuldirektor, der Benjamins Verhalten als pubertäre Launen abtut.

Einzig Frau Roth ist ernsthaft besorgt um ihren Schüler. Doch ihr Versuch zu helfen, katapultiert sie in die Schusslinie des Konflikts. Sie wird zur Einzelkämpferin. Benjamin hingegen findet in Außenseiter Georg einen Anhänger, und auch bei Klassenkameradin Lydia kann er mit seinen Ansichten landen, bis der Konflikt gewaltsam eskaliert.

In grotesken Szenen nimmt das Stück des mehrfach ausgezeichneten Dramatikers Marius von Mayenburg den Apparat Schule aufs Korn und entlarvt die Angst vor dem »Anderen« als unbewusste Konstante einer vermeintlich toleranten Gesellschaft.

Artikelbild: © Bjørn Jansen/ Theater Konstanz

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Wir sind das Kapital: Kreativität, der unbegrenzte Rohstoff]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6878 2015-02-21T17:08:02Z 2015-02-18T08:12:32Z Mit unserer Kreativität analysieren wir Probleme, finden Lösungen und setzen diese um. Kreativität ist unser wertvollstes Kapital. Sie ist uns allen gegeben, nur sollten wir sie mehr nutzen. Wir sind ... neue Einsichten gefällig?

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Mit unserer Kreativität analysieren wir Probleme, finden Lösungen und setzen diese um. Kreativität ist unser wertvollstes Kapital. Sie ist uns allen gegeben, nur sollten wir sie mehr nutzen. Wir sind das Kapital, findet Professor Günter Faltin…

Zum Thema Kreativität: ≫Unser wahres Analphabetentum ist das Unvermögen, schöpferisch tätig zu sein≪, sagt der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser. Unsere Vorstellungskraft, unsere Ideen, die Kombination von Gedanken sind unbegrenzt. Bislang gibt es keinen Beleg dafür, dass unserer Kreativität Grenzen gesetzt sind. Wir wissen nicht wirklich, was menschlicher Geist tatsächlich vermag.

In einzelnen, kurzen Abschnitten der Weltgeschichte konnte man es vielleicht erahnen. Im ≫Goldenen Zeitalter≪ Athens im fünften Jahrhundert vor Christus etwa, dem wir die Einführung der Demokratie, drei der größten Dichter und zwei der größten Philosophen aller Zeiten verdanken. Oder in der Epoche der Renaissance, als in Europa ein alle Lebensbereiche und alle Künste umfassender Aufbruch gelang.

Teilen: Wissen wir nicht verbraucht

Unsere Kreativität führt dazu, dass unser Wissen an Umfang zunimmt, wenn man es mit anderen teilt. Anders als konventionelle Waren wird Wissen nicht verbraucht. Daher die Rede vom unbegrenzten Rohstoff. Aber nicht nur der Umfang ist unbegrenzt, auch der Zugang ist es. Spätestens mit Wikipedia ist das Wissen, das früher einer Elite vorbehalten war, im Prinzip allen Menschen zugänglich.

„Ideas can be accumulated, one on top of the other, and so they eventually produce objects of great sophistication and complexity“Wissen allein reicht jedoch nicht. Es ist die Verarbeitung des Wissens, die Kraft unserer Vorstellungen, die Anwendung auf Problemstellungen, die Neukombination des Wissens, die Rohstoff sind für konzept-kreatives Arbeiten. Mark Pagel, Fellow of the Royal Society and Professor of Evolutionary Biology, Autor der Oxford Encyclopedia of Evolution sagt: ≫Ideas can be accumulated, one on top of the other, and so they eventually produce objects of great sophistication and complexity.≪ Und Pagel fährt fort: ≫The power to transform the world by accumulating ideas, knowledge and skills is our capacity for culture.≪

Lernen: Gemeinsam statt einsam

Herausragende neue Entdeckungen oder Erfindungen seien selten. Es wäre vermessen, uns alle mit dieser Fähigkeit schmucken zu wollen. Unsere Chance liege woanders: ≫We have the capacity to observe others, understand their actions and then choose the best of their ideas, objects and behaviors.≪ Mit unserer Fähigkeit zu social learning machten wir vieles wett, was sonst anspruchsvoll nur wenigen zuganglich sei.

Es gibt Situationen, in denen nicht einfach Bekanntes weitergeschrieben oder im Kleinen verbessert wird, sondern eine andere Stufe, eine neue Qualität entsteht. Und das geht nicht nur Gesellschaften so, sondern auch einzelnen Individuen. Plötzlich passt alles zusammen. Ein einzelnes Puzzleteil gefunden – und das große Chaos, das im Kopf war, löst sich auf.

Der aus Ungarn stammende Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi nennt einen Zustand, in dem plötzlich alles leicht und spielerisch von der Hand geht, ≫Flow≪. ≫Jeder hat schon erlebt, dass man, statt von anonymen Kräften herumgestoßen zu werden, sich in Kontrolle der eigenen Handlungen, als Herr des eigenen Schicksals fühlt.

Gründen: Im Flow arbeiten

Bei diesen seltenen Gelegenheiten spürt man ein Gefühl von Hochstimmung, von tiefer Freude, das lange anhalt und zu einem Maßstab dafür wird, wie das Leben aussehen sollte. In Selbstvergessenheit arbeiten, ohne dass man den Zustand überhaupt als Arbeit empfindet. Bis vor nicht zu langer Zeit glaubte man, es sei Forschern, Erfindern, Künstlern vorbehalten.
Aber auch Entrepreneurship bietet die Chance dazu, im Flow zu arbeiten. Allerdings nur, wenn wir der Überforderung und Überlastung entgehen.

"Wir sind das Kapital" - Günter Faltin's neuer Bestseller...

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Verbinden wir diese Gedanken mit Schumpeters Unterscheidung von Erfindung und Innovation: Der schwierige und seltene Akt ist die Erfindung. Innovation – im schumpeterschen Sinne – ist die Übertragung einer neuen Idee, die Anwendung könnte man sagen, auf die Praxis.

Hier, in so verstandener Innovation, in der Neukombination vorhandenen Wissens, liegen unsere Chancen, sind wir das Kapital, über profitmaximierende Angebote hinausweisende Lösungen zu suchen und zu finden.
Wir müssen also im Flow bleiben und unsere Fähigkeiten wie auch die Herausforderungen, denen wir uns stellen, langsam und im Gleichklang erhöhen.

Csikszentmihalyi hat das Phänomen nur auf den Begriff gebracht, hat es mit Flow umschrieben, aber nicht erfunden. Es gibt ihn schon lange. Evolutionsbiologen vermuten, dass es sich um einen Mechanismus handelt, der das Überleben der Menschheit sicherte: Lebewesen, die zwischen den Extremen von Stress und Langeweile ein ≫gemäßigt exploratives≪ Verhalten zeigten, brachten den Fortschritt in die Welt und ihre Gene in die nächste Generation.

Fokus: Ohne Anstrengung

„Things fall into place“Wenn man seinem Leben eine Richtung gibt, wenn man einen Fokus hat, passiert vieles wie von selbst. Man lernt, ohne sich anstrengen zu müssen, man nimmt vieles auf, ohne sich dazu zu zwingen, und man wird wie von selbst auf seinem Fachgebiet kompetenter. Things fall into place.

Was Sie mit Leidenschaft tun, werden Sie gut tun. Aber es tut Ihnen auch selber gut. Die moderne Gehirnforschung sagt, dass Emotionen und Leidenschaft die Zahl Ihrer Synapsen im Gehirn und die Zahl der Verknüpfungen mit anderen Synapsen anwachsen lassen. Mit den Worten des Neurobiologen Gerald Hüther: Wir können unser Potenzial entfalten. Was es vor allem anderen dazu braucht, ist Begeisterung.

Wir kommen mit einer angeborenen Lust am eigenen Entdecken und Gestalten zur Welt. Jeder Mensch, so Hüther, sei von Anfang an ein geborener Unternehmer. Ob die Lust im späteren Leben weiterwachsen kann oder unterdrückt wird, hänge von den Erfahrungen ab, die wir als Heranwachsende und später als erwachsene Personen machen.

Das Gehirn lerne immer – und es lerne das am besten, was einem Menschen helfe, sich in seiner Lebenswelt zurechtzufinden und die Probleme zu lösen, die sich dabei ergaben.

Wir verlosen unter allen Kommentaren auf dieser Seite insgesamt 3 Bücher “Wir sind das Kapital” von Günter Faltin, bekannt geworden durch den Bestseller “Kopf schlägt Kapital”. Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen, Gewinner werden benachrichtigt…

Artikelbild: © Ryan Chappell / CC BY-NC-ND 2.0

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Mehrsprachigkeit: (K)ein Geheimrezept fürs Berufsleben]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6959 2015-02-17T10:19:28Z 2015-02-17T10:12:55Z Wie polyphon bist du? Die meisten von uns haben Englisch in der Schule gehabt, viele auch noch eine zweite Fremdsprache gelernt, Französisch oder Spanisch. Das Beherrschen einer Fremdsprache ... neue Einsichten gefällig?

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Wie polyphon bist du? Die meisten von uns haben Englisch in der Schule gehabt, viele auch noch eine zweite Fremdsprache gelernt, Französisch oder Spanisch. Das Beherrschen einer Fremdsprache verlangen mittlerweile viele Arbeitgeber. Wir haben uns eine aktuelle Studie angeschaut…

Heutzutage werden Kinder schon im Kindergarten an Fremdsprachen herangeführt. Und das nicht ohne Grund. Tatsächlich scheinen Sprachkenntnisse in Zeiten der fortschreitenden Globalisierung von großer Bedeutung zu sein, insbesondere für das Berufsleben.

In einer von Rosetta Stone im November 2014 in Auftrag gegebenen YouGov-Studie konnte herausgefunden werden, dass nahezu die Hälfte (46%) der 1.045 befragten Deutschen (ab 18 Jahren) zwei Sprachen zumindest auf Smalltalk-Niveau beherrscht. Des Weiteren betrachten sich 89% derer, die zwei oder gar mehr Sprachen im Plauderton sprechen können, der englischen Sprache zumindest auf Smalltalk-Niveau mächtig. Auf Platz zwei der meist gesprochenen Sprachen in Deutschland liegt Französisch (15%), gefolgt von Spanisch (7%) auf Rang drei.

Lernen einer neuen Sprache kostet Zeit und Geld

Darüber hinaus zeigte die Studie, dass die Mehrheit der Befragten (67%) das Potential erkennt, welches Sprachkenntnisse für die Karriere bürgen. Viele lassen sich dennoch aus verschiedensten Gründen daran hindern, neue Sprachkenntnisse anzueignen oder zu intensivieren. Hoher Zeitaufwand (23%) und Schwierigkeitsgrad (17%) wurden dabei am häufigsten als Barriere benannt.

Doch nicht nur das. Es scheint auch, dass sich eine Vielzahl der deutschen Befragten nicht über alle sich durch Fremdsprachenkenntnisse ergebende Karrierevorteile bewusst sind, da sie über jene nur mangelnd durch ihre Arbeitgeber informiert worden sind. Dies sollte für Arbeitgeber einen Anreiz darstellen, die mit Mehrsprachigkeit verbundenen innerbetrieblichen Karrieremöglichkeiten deutlicher herauszustellen und an die Belegschaft zu kommunizieren.

Englisch immer noch “lingua franca”

Auf die Frage, welche Sprachen für das Berufsleben am relevantesten sind, gibt es keine explizite Antwort. Bekannt ist jedoch, dass sich Englisch als lingua franca herausgebildet hat und auch die französische Sprache häufig am Arbeitsplatz verwendet wird. Sonstig relevante Sprachen sind von der Unternehmensbranche und den Geschäftspartnern abhängig.

Da die Geschäftskontakte im Zuge der Globalisierung jedoch zunehmend internationalen Ursprungs sind, gilt in der Regel: „Je mehr Fremdsprachen, desto besser“. Dies erklärt Katharina Stein, Dozentin an der University of Leeds, welche sich ebenso zur Bedeutung von Fremdsprachen für das Berufsleben äußerte.

Im Rahmen dessen betonte sie auch, dass das Erweitern persönlicher Kommunikationsfähigkeiten heutzutage von großer Bedeutung ist. Je mehr Sprachkenntnisse man besitzt, desto mehr Einsatzpotential auf verschiedensten Märkten bietet man dem Unternehmen. Dies steigert das Interesse an der eigenen Person und hilft maßgeblich bei der Jobsuche und dem Joberhalt.

Artikelbild: © Robert Churchill/ Getty Images

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Liebe am Arbeitsplatz: Jeder Dritte hat eine Affäre]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6908 2015-02-19T07:58:39Z 2015-02-15T16:20:33Z Wo die Liebe hinfällt? Nun ja, wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens auf der Arbeit – Schlaf nicht mitgerechnet. Da bleibt abends wenig Zeit für Vereine, ... neue Einsichten gefällig?

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Wo die Liebe hinfällt? Nun ja, wir verbringen die meiste Zeit unseres Lebens auf der Arbeit – Schlaf nicht mitgerechnet. Da bleibt abends wenig Zeit für Vereine, um jemanden kennenzulernen. Nachklapp zum Valentinstag und manches Stell-Dich-Ein zum Fasching…

Eine Studie von CareerBuilder zum Thema „Liebe am Arbeitsplatz“ ergab, dass drei von zehn (33 Prozent) der Deutschen schon mal mit jemandem ausgegangen sind, der im gleichen Unternehmen tätig war, und 29 Prozent heirateten diese Person sogar. Die nationale Studie wurde im Januar 2015 anhand einer repräsentativen Stichprobe unter 1.000 Vollzeitkräften verschiedener Branchen und Unternehmensgrößen online erhoben.

Affären am Arbeitsplatz

Während einer von fünf (22 Prozent) Arbeitnehmern angab, Menschen anziehend zu finden, die in einem ähnlichen beruflichen Umfeld tätig sind wie man selbst, empfinden Andere Romanzen am Arbeitsplatz als ein Risiko für ihre Karriere. Von denen, die ihre Liebe am Arbeitsplatz gefunden haben, gingen 20 Prozent mit ihrem Chef aus.

27 Prozent der Arbeitnehmer gaben darüber hinaus an, sich mit jemandem zu treffen, der eine höhere Position inne habe als sie. Als ob das Ausgehen mit dem Chef nicht schon gefährlich genug wäre – einer von vier Arbeitnehmern (26 Prozent) gab sogar an, eine Affäre mit einem Kollegen gehabt zu haben, obwohl einer der beiden zu dieser Zeit verheiratet gewesen war.

Geheimnisse im Büro

Vor dem Hintergrund, dass bedeutende Lebensereignisse heute gerne über soziale Medien geteilt werden, gaben 32 Prozent an, dass sie ihre Büroliebe geheim halten mussten. 28 Prozent waren jedoch aus Versehen schon einmal Kollegen begegnet, als sie mit ihrem Herzblatt unterwegs waren.

Die meisten Büroflirts beginnen, wenn Kollegen sich außerhalb des Arbeitsplatzes begegnen (15 Prozent), gefolgt von unternehmensinternen Feiern (13 Prozent), beim Mittagessen (12 Prozent) und der Happy Hour (9 Prozent). Fast jeder Zehnte (8 Prozent) der Befragten gab an, dass es Liebe auf den ersten Blick gewesen sei.

Tipps für den Umgang

  • Schauen Sie sich die Unternehmensrichtlinien an – Manche Firmen haben strenge Richtlinien, was Romanzen am Arbeitsplatz betrifft. Machen Sie sich mit den Vorschriften vertraut, bevor Sie aus einer professionellen Beziehung eine private werden lassen.
  • Gehen Sie achtsam vor – Manche Beziehungen führen zur Hochzeit, andere können in einer Katastrophe enden. Sieben Prozent der Arbeitnehmer gaben an, aufgrund einer unglücklich verlaufenen Beziehung mit einem Kollegen den Job gewechselt zu haben. Nehmen Sie sich Zeit, jemanden kennen zu lernen, um dann vorsichtig die Risiken und die Chancen abzuwägen.
  • Trennen Sie Berufliches von Privatem – Versuchen Sie, romantische Gefühle im Büro außen vor zu lassen und involvieren Sie andere Kollegen nicht in Ihre Streitigkeiten.
  • Denken Sie nach, bevor Sie posten – Seien Sie vorsichtig, was Sie in sozialen Medien posten. Sonst könnte es Ihnen passieren, dass Sie Ihre Beziehung öffentlich machen, noch bevor Sie bereit sind, über diese zu sprechen.

Artikelbild: © Jörg Brinckheger/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Kränkelnde Kollegen: So steckt im Büro nur ein Lächeln an]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6891 2015-02-10T16:40:29Z 2015-02-10T11:50:15Z Es ist Fastnacht, Karneval und Faschingszeit. Da fliesst bei vielen der Alkohol, bei manchen aber auch die Nase. Helau, Alaaf – und Influenza? Gerade jetzt, in der ... neue Einsichten gefällig?

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Es ist Fastnacht, Karneval und Faschingszeit. Da fliesst bei vielen der Alkohol, bei manchen aber auch die Nase. Helau, Alaaf – und Influenza? Gerade jetzt, in der fünften Jahreszeit – viele wollen feiern, ob zuhause oder im Skiurlaub. Blöd, wenns einen erwischt. Damit es nicht soweit kommt, einige Tipps vom Gesundheitsexperten Dr. Wolfgang Reuter…

Dteutschlandweit haben sich laut Robert Koch Institut in der vergangenen Woche 3400 Menschen mit dem Virus angesteckt. Wer bis jetzt noch nicht betroffen ist, sollte aufpassen. Erreger finden sich auf Türklingen, Tastaturen und Telefonen. In Bussen und Bahnen übertragen sie sich besonders rasant.

Ärzte warnen auch vor einer erhöhten Infektionsgefahr an Karneval. Denn größere Menschenansammlungen steigern die Ansteckungsgefahr erheblich. In Jahren mit starken Grippewellen stecken sich in Deutschland fünf Millionen Menschen an. Welcher Schutz gegen die Viren hilft und welche Behandlung wirksam ist, weiß Dr. Wolfgang Reuter, Experte der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Die Grippe überfällt den Körper plötzlich und mit voller Wucht: Wer sich den Influenza-Virus eingefangen hat, fühlt sich schwer krank. Zu Husten und Schüttelfrost kommen Fieber sowie starke Kopf- und Gliederschmerzen. „Meist überträgt sich Influenza über Tröpfcheninfektion“, erklärt Dr. Wolfgang Reuter, Experte der DKV Deutsche Krankenversicherung. „Das heißt: Die Viren gelangen beim Husten, Niesen oder Sprechen von Mensch zu Mensch.“

Wer besonders anfällig ist, sollte daher nach Möglichkeit Menschenmengen meiden, also voll besetzte Busse, Bahnen oder Fahrstühle. Vor allem aber ist die richtige Hygiene in der Grippezeit das A und O: Denn auch auf Türklinken, Tastaturen oder an Haltegriffen in U-Bahnen können sich die Viren festsetzen. Schnell wandert die Hand von dort an die Nase oder den Mund – und schon ist es passiert.

„Häufiges, gründliches Händewaschen ist eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme“, betont der Gesundheitsexperte. „Ebenso sollten die Hände fern vom Gesicht, insbesondere den Schleimhäuten an Mund und Nase, bleiben.“ Eine gute Idee ist während der Grippewelle auch, Abstand zu anderen Personen zu halten – also lieber auf Händeschütteln, Küsse und Umarmungen zu verzichten.

Frische Luft und warme Kleidung

Der beste Schutz vor einer Grippe ist ein gutes, belastbares Immunsystem. Um die eigenen Abwehrkräfte zu stärken, ist es daher gerade in der kalten Jahreszeit ratsam, auf eine gesunde, vitaminreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und genug erholsamen Schlaf zu achten.

Auch viel Trinken hilft vorzubeugen; Kräutertees eignen sich besonders gut. „Wer den Viren Paroli bieten will, sollte sich warm anziehen, weil Frieren das Immunsystem schwächt“, rät Dr. Wolfgang Reuter. Wichtig: Kopf und Füße gut einpacken, damit sie nicht auskühlen.

Um die Immunkräfte zu stärken, helfen Saunagänge und Wechselduschen. Die Schleimhäute bieten zwar eine Barriere gegen Virenattacken – aber nur solange sie nicht austrocknen. Deswegen haben die Viren bei trockener Heizungsluft leichtes Spiel. „Häufiges Lüften zu Hause und am Arbeitsplatz ist deswegen auch im Winter eine gute Idee“, weiß der DKV Experte.

Grippe kann lebensgefährliche Folgen haben

Dr. Wolfgang Reuter warnt davor, das Virus zu unterschätzen: „Mit einer Influenza ist nicht zu spaßen: Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 5000 bis 8000 Menschen daran.“ Meist beginnt sie schlagartig mit Schüttelfrost und einem starken Krankheitsgefühl, dann folgen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Halsschmerzen.

„Bei diesen Symptomen sollte sich der Erkrankte sofort an einen Arzt wenden“, rät der DKV Experte. „Denn wenn die Grippe unbehandelt bleibt, drohen ernste Komplikationen.“ Da die Krankheit das Immunsystem schwächt, kann es zusätzlich zu bakteriellen Infektionen kommen. Wer die Grippe verschleppt, kann möglicherweise lebensgefährliche Herzmuskel-, Gehirn- oder Lungenentzündungen davontragen.

Umso wichtiger ist, sich voll auszukurieren: Erkrankte sollten Bettruhe wahren, bis die Beschwerden abklingen, und viel trinken. Das Inhalieren mit Salzlösung oder Kamillentee wirkt lindernd und beruhigt die Schleimhäute. Gegen Kopf- und Gliederschmerzen helfen Schmerzmittel. Risikopatienten kann der Arzt antivirale Medikamente verschreiben, die eine Vermehrung der Viren bremsen. Ansonsten gesunde Menschen haben die Krankheit bei normalem Verlauf nach ein bis zwei Wochen überstanden.

Impfung schützt vor Grippe, nicht aber banalen Infekten

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten besonders gefährdete oder anfällige Personen wie Senioren, Menschen mit chronischen oder Immunerkrankungen sowie Schwangere rechtzeitig mit einer Grippeschutzimpfung vorsorgen. Besonders gefährdet sind außerdem alle, die häufig mit anderen Menschen in Kontakt kommen: Medizinisches und Pflegepersonal, Lehrer, Verkäufer, aber auch Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

Bei der Impfung wird ein Totimpfstoff verabreicht, den das Immunsystem als Krankheitserreger erkennt und deshalb Antikörper bildet. Steckt sich ein Geimpfter später tatsächlich mit dem Virus an, reagiert das bereits „vorgewarnte“ Immunsystem sofort und verhindert so den Ausbruch der Krankheit – oder schwächt diesen zumindest erheblich ab. „Da das Grippevirus jedoch häufig seine Erscheinung ändert, reicht der Impfschutz nur für ein Jahr im Voraus. Danach wird eine neuerliche Impfung, meist mit einem neuen Impfstoff, nötig“, weiß Dr. Wolfgang Reuter.

Artikelbild: © Harald Wanetschka/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Entscheidungen: Das kann uns helfen]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6775 2015-01-26T09:23:59Z 2015-01-25T06:15:00Z Wir haben unglaubliche Fähigkeiten, unser Gehirn leistet Erstaunliches: Ununterbrochen treffen wir Entscheidungen, die meisten davon unbewusst und selbstverständlich. Was hilft, berichtet Bernd Buck. Und wir bringen ein Beispiel ... neue Einsichten gefällig?

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Wir haben unglaubliche Fähigkeiten, unser Gehirn leistet Erstaunliches: Ununterbrochen treffen wir Entscheidungen, die meisten davon unbewusst und selbstverständlich. Was hilft, berichtet Bernd Buck. Und wir bringen ein Beispiel aus dem hohen Norden…

Gehe ich nach links oder rechts? Nehme ich noch einen Schluck Wasser? Mache ich jetzt Pause oder später? Wen rufe ich als nächstes an? Aber wir alle stehen oft auch vor schwierigen Aufgaben, zermartern unseren Kopf, Zweifel quälen uns: Wie soll ich mich entscheiden? Was ist die richtige Wahl?

Die Aufgabe, die Entscheidung zu fällen, kann Ihnen meistens nicht abgenommen werden. Aber es gibt die Möglichkeiten, sich den Prozess des Entscheidens bewusst und es sich damit in vielen Fällen etwas leichter zu machen. Zuversicht spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Fragen beantworten, nicht hinausschieben

Eine Entscheidung zu treffen, bedeutet doch eigentlich nichts anderes, als eine Frage zu beantworten. Manche Entscheidungen sind so offensichtlich oder naheliegend, dass man von einer sogenannten „Mikroentscheidung“ sprechen kann. Sie sind quasi schon getroffen, bevor man überhaupt beginnt, darüber nachzudenken.

Rechts, links, geradeaus? Das hilft bei Entscheidungen, findet Bernd Buck...

Rechts, links, geradeaus? Das hilft bei Entscheidungen, findet Bernd Buck…

Die Frage, die damit beantwortet wurde, braucht Ihnen dabei nicht einmal bewusst zu sein. Manche Entscheidungen machen nicht wirklich einen großen Unterschied, ob sie so oder anders getroffen werden. Darüber sollte man sich möglichst nicht den Kopf zerbrechen. Vielleicht kennen Sie die Situation im Restaurant, wenn die Frage kommt: Was möchten Sie trinken? Wenn Sie nicht gleich eine klare Antwort haben, dann nehmen Sie einfach das Erste, das Ihnen in den Sinn kommt. Das wird schon nicht so falsch sein.

Objektiv ist wenig, subjektiv dagegen vieles

Manchmal handelt es sich jedoch um echte Entscheidungen, die niemals objektiv entschieden werden können, weil nie abschließend geklärt werden kann, welche Wahl die bessere ist.

Wenn es geklärt wäre, dann wäre es eine Mikroentscheidung. Bei echten Entscheidungen werden Sie auch nie wissen, wie Ihr Leben verlaufen wäre, wenn Sie anders entschieden hätten. Solche Entscheidungen sind prinzipiell „unentscheidbar“, sonst müsste man sie ja nicht entscheiden (frei nach Heinz von Foerster).

Teamentscheidung: Frag die anderen!

Machen Sie sich in diesem Fall die Frage, die zu beantworten ist, bewusst. Falls Sie die Entscheidung im Team treffen wollen, dann sollten Sie sich auf eine Fragestellung einigen. Es wird Ihnen leichter fallen, die richtige Frage zu formulieren, wenn Klarheit besteht, was durch die Entscheidung ermöglicht werden soll, welcher Sinn also verfolgt wird.

Finden Sie dann einen Prozess, der dabei unterstützt, das subjektive Empfinden der Teammitglieder für die Entscheidung zu nutzen. Durch aufwendige Datensammlungen und Auswertungssystematiken werden solche Entscheidungen meist nicht besser (G. Gigerenzer).

Was ist dein nächster Karriereschritt?

Gerade Entscheidungen über den nächsten Karriereschritt sind solche echten Entscheidungen. Oft genug fallen gerade diese Entscheidungen sehr schwer. Dabei ist es oft so, dass das Unterbewusstsein bereits entschieden hat, während sich das Bewusstsein noch gegen die Entscheidung wehrt, weil es dem Ergebnis nicht vertraut.

Dann ist die Entscheidung noch nicht reif. Entscheidungen reifen durch wachsendes Vertrauen in die Lösung. Machen Sie sich daher auf den Weg, etwas dafür zu tun, Ihre Zuversicht in die Entscheidung wachsen zu lassen. Falls Sie die Entscheidung nicht allein betrifft, gilt dies für Ihr ganzes Team. Ein wie auch immer gearteter Entscheidungsprozess muss genau das bewirken.

Tipps für klarere Entscheidungen

Mit folgenden Tools können Sie zum Wachsen der Zuversicht beitragen:

  • Beschaffen Sie weiteres Wissen (Studien, Analysen, Fakten)
  • Befragen Sie weitere Ressourcen (Spezialist oder Inneres Team)
  • Lassen Sie Vorläufigkeit zu (Testphase, Arbeitshypothese, „gilt so lange, bis …“, „tun als ob …“).
  • Ermöglichen Sie Überschaubarkeit („Welcher erste Schritt führt ein Stück weiter?“).
  • Wechseln Sie die Perspektive („Was würde X über mich erzählen, wenn er sähe, dass ich so entschieden habe “).
  • Lassen Sie die Zeit für sich arbeiten (darüber schlafen, Flip out [nichts tun zum Thema]).
  • Stellen Sie sich vor, wie gut es wird („Angenommen wir würden so entscheiden, was wären dann die Konsequenzen, was würden wir dann als nächstes tun?“). Nutzen Sie die Tetralemma-Methode, wenn Sie zwei Entscheidungsmöglichkeiten haben.

Entscheidungen verändern uns

Eine Entscheidung ist erst dann getroffen, wenn dadurch etwas anders (transformiert) bzw. wenn dadurch gehandelt wird. Fragen Sie sich also, woran zu erkennen ist, dass die Entscheidung getroffen wurde. Kommunizieren Sie dies und überprüfen Sie damit die Umsetzung. Eine Entscheidung ist übrigens durchaus eine anerkennenswerte Leistung, die auch angemessen gefeiert werden darf.

Indem Sie auf diese Weise Ihre Zuversicht in die Entscheidung aufbauen, erleichtern Sie sich nicht nur das Treffen der Entscheidung selbst, sondern tun Ihr Möglichstes, dass es auch die richtige ist. Ein weiterer Effekt ist, dass Sie durch den Erfolg gestärkt leichter und zuversichtlicher an zukünftige Entscheidungen herangehen können und dass das, was für Sie vorher vielleicht eine Qual war, Ihnen immer mehr Freude bereitet.

Beispiel der Redaktion aus Finnland

Bis 2010 gab es in Helsinki drei verschiedene Hochschulen: die Technische Universität, Handelshochschule und die Hochschule für Kunst und Design. Die Verantwortlichen aus dem Bildungsministerium haben vor ein paar Jahren zusammen mit den Direktorien der bisherigen Schulen entschieden, diese Standorte zusammenzulegen.

Nach dem finnischen Architekten Alvar Aalto benannt, laufen sie nun unter einem Namen als Aalto-Universität – finnisch Aalto-yliopisto und schwedisch Aalto-universitetet). Zur Campustour geht’s hier. Rund 20.000 Studierende aus aller Welt pauken vom Nanometer bis zu Lichtjahren – und wohnen in den benachbarten Wohnheimen. Denen liegt auch eine Entscheidung zugrunde: Was tun mit dem “alten” Olympiadorf der Sommerspiele 1952? Ganz klar für die Skandinavier, günstigen Wohnraum an Studis vermieten. Bildung an erster Stelle…

Literaturtipps

  • Buck, B. und Buck, U.: INNERINNOVATION – Innovationen aus eigenem Anbau. literatur-vsm, 2014
  • Gigerenzer, Gerd: Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft. Bertelsmann, 2013.

Über den Autor

Entscheidungsfinder und Autor Bernd Buck

Entscheidungsfinder und Autor Bernd Buck

Bernd Buck ist diplomierter Physiker, hat in Konstanz Physik studiert und war anschließend als Entwickler, Entwicklungsleiter und Technischer Geschäftsführer bei ifm electronic gmbh tätig. Er ist als systemischer Organisationsberater mit Schwerpunkt Innovationsprozesse und Innovationskultur im Rahmen der Beratungsfirma TeamThink tätig.

Artikelbild: © NN/ Aalto University

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Dresscode: Passende Looks fürs Business]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6841 2015-01-29T10:48:49Z 2015-01-17T17:55:02Z Mitarbeiter werden beobachtet. Ob vom Vorgesetzten und anderen Personalverantwortlichen:  Arbeitsplatz und Position bestimmen deinen Dresscode. Wie Kleider Leute machen… usgewählte Kleidung hilft und macht es ein bisschen ... neue Einsichten gefällig?

Der Beitrag Dresscode: Passende Looks fürs Business erschien zuerst auf Karriere-Einsichten.

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Mitarbeiter werden beobachtet. Ob vom Vorgesetzten und anderen Personalverantwortlichen:  Arbeitsplatz und Position bestimmen deinen Dresscode. Wie Kleider Leute machen…

Ausgewählte Kleidung hilft und macht es ein bisschen einfacher, Kompetenz und Selbstsicherheit auszustrahlen, doch die Outfits wollen sorgsam ausgewählt sein. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über gängige Dresscodes in der Geschäftswelt und zeigt, welche Details bei der Wahl eines Looks beachtet werden müssen. Im folgenden ein kleiner Überblick über die “richtige” Kleidung im Büro. Welcher Dress passt, welcher eher nicht?

Business-Look – so funktioniert der Klassiker

Dieser Stil wird nicht umsonst als Business-Look bezeichnet, denn um ihn kommen Mitarbeiter in der mittleren und gehobenen Führungsebene nicht herum. Hier gibt ein zwei- bis dreiteiliger Anzug den Ton an, der mit weißem Hemd und Krawatte getragen wird. Nach persönlichem Geschmack kann das Hemd in dezenten Pastelltönen gewählt werden. Auch die Krawatte kann durch wohlüberlegten Farbeinsatz Variation ins Outfit bringen. Der Dreiteiler mit Manschettenknöpfen ist bei offiziellen Anlässen in der hohen Führungsebene nach wie vor ein Muss.

Casual Business-Look – ein Alleskönner

Dieser etwas legerere Look kommt zwar ohne Jeans und Krawatte aus, lebt aber von der äußerst eleganten und gepflegten Kleidung. Mit Anzughose, Strickpulli und Hemd wirkt dieser Look trotzdem locker und eignet sich für geschäftliche Anlässe, die einen informellen Charakter besitzen, wie beispielsweise ein gemeinsames Essen mit dem Chef oder Geschäftspartnern.

Smart Casual-Look und Casual-Look

Diese legeren Business-Outfits ersetzen die klassische Stoffhose durch eine edle Bürojeans in dunklen Farben. Sakko und Polohemd geben einen lässigeren Touch, hierbei sollte aber darauf geachtet werden, hauptsächlich dunkle Farbtöne einzusetzen, damit das Outfit nach wie vor die gebotene Seriosität ausstrahlt. Der Casual Look lebt hingegen von eleganter Freizeitkleidung in Form von gepflegter Jeans und Polohemd. Richtige Klamotten – statt Kleidungsfalle.

Investition in den Klassiker lohnt sich!

Auch, wenn die Wahl des passenden Business-Outfits in hohem Maß von der jeweiligen Branche abhängig ist, lohnt es sich nach wie vor, in den klassischen Anzug zu investieren. Dieser kommt in der Geschäftswelt nicht aus der Mode und kann auch zu vielfältigen privaten Anlässen getragen werden, wenn ein korrekter Auftritt unverzichtbar ist.

Aber nicht nur beim Herrenausstatter direkt vor Ort gibt es viele exzellent durchdachten Business-Outfits zu entdecken. Auch im Internet erhalten alle, die sich nach neuen Looks für die Geschäftswelt umsehen, eine breite Auswahl an hochwertigen Kleidungsstücken.

Besonders komfortabel shoppt es sich in speziellen Online-Shops, die sich ausschließlich auf Businesskleidung für Herren spezialisiert haben. Beispielsweise in dem Online-Shop von FASHION ID erhalten Interessierte einen ersten Überblick über alle Kleidungsstücke und Accessoires, die ein gepflegtes Auftreten am Arbeitsplatz kinderleicht machen.

Weil sich das Portfolio solcher Online-Shops nicht auf einige wenige Marken beschränkt, sondern einen soliden Querschnitt durch die Welt aktueller Herren-Businessmode zeigt, findet hier jeder Shoppingwillige passende Teile nach seinem Geschmack.

Mit freundlicher Unterstützung von Fashion ID

Artikelbild: © Rainer Sturm/ pixelio.de

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Julia Bergner <![CDATA[Weihnachten im Hamburger Hafen: Ein Engel für die Matrosen]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6835 2015-01-17T18:16:32Z 2014-12-27T14:26:53Z Feliz Navidad! Craciun fericit! Streken Bozhik! Boas Festas! – Maike Puchert (28) beherrscht nicht alle Sprachen, die im Hamburger Hafen gesprochen werden. Aber sie weiß, wie wichtig ... neue Einsichten gefällig?

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Feliz Navidad! Craciun fericit! Streken Bozhik! Boas Festas! – Maike Puchert (28) beherrscht nicht alle Sprachen, die im Hamburger Hafen gesprochen werden. Aber sie weiß, wie wichtig den Seebären das Weihnachtsfest ist. Jedes Jahr veranstaltet die Diakonin der Seemannsmission eine Feier für die Seeleute, deren Schiffe über die Feiertage am Pier liegen. Julia Bergner hat die junge Seelsorgerin kennengelernt.

Der Hamburger Hafen gilt als Deutschlands Tor zur Welt. Der emsige Betrieb an der Unterelbe steht nie still – außer an Heilig Abend. Dann macht der drittgrößte Hafen Europas für ein paar Stunden die Schotten dicht und die Seeleute können Weihnachten feiern. Mitten unter ihnen ist Diakonin Maike Puchert.

Die 28-Jährige, die vor zwei Jahren die Leitung der Bordbetreuung bei der Seemannsmission übernommen hat, schätzt diesen Tag im Jahr am meisten: „Normalerweise ist im Hafen rund um die Uhr etwas los – und es ist laut. Am 24. Dezember ist nach der 12-Uhr-Schicht Schluss. Dann werden die Kräne hochgefahren, kein LKW ist mehr auf den Straßen unterwegs. Dann kehrt endlich einmal Ruhe ein.“

Seit 10 Jahren bei der Seemannsmission

Vor 10 Jahren ist die 28-Jährige zum ersten Mal in der Seemannsmission aufgeschlagen und hat seitdem Blut geleckt oder eher: Seeluft geschnuppert. „Damals war ich gerade 18 und musste aus der Schule einfach mal raus. Ich habe mir die Frage gestellt: Brauche ich wirklich das Abitur?

Ich wollte weg von zu Hause, um zu gucken, was ich will. Ich habe auf einem Bogen für ein Freiwilliges Soziales Jahr alles angekreuzt, was irgendwie am Wasser lag. So bin ich bei der Seemannsmission gelandet. Das war eine lebensverändernde Entscheidung.“ Der Seemannsclub „Duckdalben“, in dem sie ihr FSJ absolvierte, und die Arbeit mit den Seeleuten begeisterten sie auf Anhieb.

„Ich treffe hier jeden Tag so viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern. Man braucht überhaupt nicht mehr zu verreisen. Die Welt kommt zu einem.“ Diverse Schifffahrtsrouten verbinden den Hamburger Hafen mit mehr als 900 Häfen in über 170 Ländern.

Durch Kleinigkeiten viel bewegen

Das Abitur machte die gebürtige Wilhelmshafnerin dann trotzdem und studierte Soziale Arbeit und Diakonie. Nach der Ausbildung war Maike Puchert sofort klar, dass es zurück zur Seemannsmission gehen würde: „Man kann hier durch Kleinigkeiten unglaublich viel bewegen und es kommt sofort etwas zurück.“

Eine Begebenheit ist ihr besonders im Kopf geblieben: „Als ich einmal an Bord eines Schiffes gegangen bin, hat mich ein Seemann an der Gangway begrüßt, der sehr grimmig wirkte.“ Maike Puchert fragte sofort, wie es ihm denn gehe. „Sein Blick veränderte sich schlagartig und er sagte: ‚Danke, dass du mich das fragst. Das hat mich seit Monaten keiner mehr gefragt.‘“

Die Seeleute verpassen einen Großteil des Familienlebens

Die meisten Seeleute sind monatelang von ihren Familien getrennt und müssen alles hinter sich lassen. Die Kommunikation mit der Heimat gelingt nur in einigen Häfen. Sie verpassen die Geburtstage, die Einschulungen ihrer Kinder oder Beerdigungen von Familienmitgliedern. „Weihnachten spielt da eine besondere Rolle“, erklärt Maike Puchert.

Denn dann fühlen sich viele noch weiter von ihren Angehörigen entfernt als sie es ohnehin schon sind. Die junge Diakonin versucht deshalb, den Abend für die rund 200 Gäste aus Griechenland, Marokko, Rumänien, Montenegro, den Philippinen oder Indien so schön wie möglich zu gestalten. Im Foyer haben die Mitarbeiter einen großen Baum geschmückt. Interessiert und

Beim Raclette-Essen werden die Seemänner zu kleinen Kindern

Gemeinsam lauschen alle der Andacht von Maike Puchert. Die Weihnachtsgeschichte wird in möglichst vielen verschiedenen Sprachen erzählt, damit jeder sich ein kleines bisschen zu Hause fühlen kann. Danach gibt es Raclette. „Das ist zwar typisch deutsch, aber es ist unglaublich süß, wie die Seemänner es ausprobieren wie die kleinen Kinder und sich freuen, wie es schmeckt.“ Zum leichteren Verständnis haben die Gäste das Raclette in „Indoor Barbecue“ umbenannt. „Später am Abend kann es dann noch vorkommen, dass sich einer mal eine Gitarre schnappt und landestypische Weihnachtslieder singt.“

Noch etwas später am Abend geht dann auch Maike Puchert nach Hause. Dort wartet die Familie und der eigene Weihnachtsbaum. Aber für nichts auf der Welt will die 28-Jährige ihren Beruf tauschen: „Ich will die Personen hier im Blick haben. Ich möchte, dass gerade an Weihnachten keiner das Gefühl hat, alleine oder vergessen zu sein.“

Artikelbild: © Henning Angerer

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Jahresausblick: Was 2015 auf deine Agenda kommt]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6827 2015-01-17T18:18:09Z 2014-12-18T17:06:51Z Wohin entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2015? Robust, aber risikobehaftet – dies ist der Grundtenor einer im September veröffentlichten Prognose des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und ... neue Einsichten gefällig?

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Wohin entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2015? Robust, aber risikobehaftet – dies ist der Grundtenor einer im September veröffentlichten Prognose des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Was uns ausser einer statistisch niedrigen Arbeitslosenquote von sieben Prozent im neuen Jahr noch erwartet. Trends und Tipps…

Die Forscher rechnen für 2015 mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 2,88 Millionen Menschen. Dies entspräche einer Quote von rund 6,7 Prozent. Dem IAB zufolge wird die Zahl der Werktätigen um 270.000 auf einen neuen Rekordwert von 42,89 Millionen steigen.

Diese Entwicklung ist zum einen auf steigende Erwerbsquoten bei Frauen und älteren Menschen zurückzuführen, zum anderen aber auch auf die große Zahl der Zuwanderer. Laut IAB werden bis zum Jahresende 2015 rund 450.000 Ausländer auf den deutschen Arbeitsmarkt strömen. Die Zuwanderung für das laufende Jahr wird mit 500.000 Menschen beziffert.

Der IAB-Prognose liegt ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,4 Prozent zugrunde. Nicht alle Arbeitsmarktforscher teilen diesen Optimismus – vor allem die seit Jahren anhaltende Schuldenkrise stellt ihrer Ansicht nach einen wichtigen Unsicherheitsfaktor dar. Dass die Talsohle der Rezession mittlerweile durchschritten ist, scheint dagegen allgemeiner Konsens zu sein.

Die Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft ebenfalls auf einem soliden Wachstumskurs und rechnet für 2015 mit einem BIP-Zuwachs von 2,0 Prozent. Für 2016 wird ein Anstieg um weitere 1,8 Prozent erwartet. Die Bundesbank-Ökonomen gehen davon aus, dass die Beschäftigung im Jahr 2015 weiter zunehmen wird. Als wichtigster Wachstumsmotor wird der Privatkonsum genannt, der momentan  durch die niedrigen Benzinpreise angetrieben wird.

Außenpolitische Lage bleibt instabil

Der realwirtschaftliche Aufschwung steht auch deshalb auf wackeligen Beinen, weil die weltpolitische Lage so angespannt ist wie seit Jahren nicht. Eine bedeutende Rolle spielt hierbei der Handelskonflikt mit Russland, allem vorran Präsident Wladimir Putin, dessen Politikstil der deutschen Unternehmen stark zu schaffen macht. Die heimische Wirtschaft pflegt traditionell enge Beziehungen zum großen Nachbarn im Osten und kann es sich mittel- und langfristig kaum erlauben, auf diesen lukrativen Markt zu verzichten.

Die Situation im Nahen Osten ist ebenfalls unübersichtlich. Ein größerer Krieg würde dafür sorgen, dass die Preise für Rohöl und Gas kräftig anziehen. Dies würde letztlich auch auf den Arbeitsmarkt durchschlagen, da Industrieunternehmen nach wie vor auf Öl als Energieträger angewiesen sind. Auf der anderen Seite befindet sich der Preis für Nordseeöl derzeit auf einem Jahrestief – trotz der Krisen in der Ukraine und in den Ländern des Nahen Ostens. Experten der Commerzbank schrieben unlängst in einem Kommentar, der Ölmarkt sei momentan “auf einem Ohr taub”. Die Nachfrage sei insgesamt gesunken, wohingegen das Angebot stabil bleibe.

Märchen vom flächendeckenden Fachkräftemangel 

Die positive konjunkturelle Entwicklung hat den Blick in den letzten Jahren verstärkt auf den Arbeitsmarkt für Fachkräfte gelenkt. Der angebliche Personalmangel, der von Wirtschaftsführern jahrelang herbeigeredet wurde, hat sich als hohle Phrase entpuppt. Ein Beleg dafür ist die Tatsache, dass je nach Branche bis zu 20 Prozent der Beschäftigten zu Löhnen arbeiten, die nahe der Armutsgrenze liegen. Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) verdienen rund 33,5 Prozent aller Menschen in tariflichen Beschäftigungsverhältnissen weniger als 10 Euro pro Stunde. Gäbe es tatsächlich einen Mangel an Fachkräften, müssten nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage die Löhne stark ansteigen.

Die Bundesagentur für Arbeit schlägt ähnliche Töne an: Ein flächendeckender Fachkräftemangel zeige sich nach ihren Analysen nicht, so die Verantwortlichen. Festzustellen sei allerdings, dass es in Gesundheits- und Pflegeberufen sowie in einigen technischen Berufsfeldern Engpässe gebe. Den Zahlen der Bundesagentur zufolge wird innerhalb der nächsten zehn Jahre jeder vierte Arzt in den Ruhestand gehen – ein Überangebot an Medizinern gibt es also nicht. Sorge bereitet Experten allerdings der Umstand, dass viele Städte überversorgt sind, während es in ländlichen Regionen oftmals schwierig ist, Nachfolger für die Arztpraxen zu finden.

Gute Jobaussichten für Akademiker 

Susanne Meßmann von der Bundesagentur für Arbeit (BA) beurteilt die aktuelle Situation für Akademiker positiv. Die Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent befinde sich in dieser Qualifikationsgruppe auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen sei mit 140.000 ebenfalls hoch. Nach ihrer Einschätzung werden Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure, Architekten sowie studierte Sozialarbeiter und -pädagogen im kommenden Jahr besonders gefragt sein.

Besonders gut, so Meßmann, ist die Lage für Arbeitskräfte mit Qualifikationen in den sogenannten MINT-Fächern. Gemeint sind die Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Mathematiker können sich derzeit ihre Jobs praktisch aussuchen: Sie haben beispielsweise die Möglichkeit, im Bereich des Risikomanagements oder in den Akturiat-Abteilungen großer Versicherungsunternehmen zu arbeiten. Kaum bekannt ist, dass Versicherer auch Ingenieure suchen, die in der Lage sind, technische Risiken verschiedenster Art zu bewerten.

Ob man über einen akademischen Abschluss verfügt oder nicht – wenn es darum geht, zeitnah eine neue Tätigkeit zu finden, sind Internet-Jobbörsen die erste Anlaufadresse. Das Portal Jobtonic bietet Arbeitssuchenden die Möglichkeit, sich offene Positionen in verschiedenen Städten Deutschlands anzeigen zu lassen und nach Kriterien wie Einstelldatum oder Branche zu sortieren. Wer beispielsweise Stellenangebote als Bürokauffrau in München sucht, kann dort mit wenigen Mausklicks entsprechende Inserate finden.

Karriereexperten-Trend für 2015

Was hat sich verändert, was blieb gleich und was erwartet uns noch im Karrierebereich? Karriereexperten.com, ein Netzwerk erfahrener Coachs und Karriereberater, gegründet von Svenja Hofert, wirft den Blick nach vorn und schaut, welche Entwicklungen und Trends für 2015 abzusehen sind. Dabei kommen Themen wie Arbeitsmarkt, Bildung und Karriere, Recruiting, Gesundheit und Führung auf den Prüfstand. Eines steht fest, so Karriereberater Lars Hahn: „2015 wird das Jahr des beruflichen Lernens. Im Folgenden Trends zu verschiedenen karriere- und berufsrelevanten Trend für 2015: Trends zur/m…

  1. selbstinitierten Weiterbildung
  2. Wandel der Arbeitskultur
  3. dialogorientierten Führung auf Augenhöhe
  4. persönlichen Karriere
  5. innovativen Gründen
  6. lockeren Vorstellungsgespräch
  7. Einforderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  8. stärkeren Gesundheitsförderung

Selbstinitierte Weiterbildung

Warum 2015 das Jahr des Lernens wird erklärt Karriereexperte für Weiterbildung Lars Hahn: „Auch wenn viele von Fachkräftemangel reden, muss der einzelne Berufstätige sich auf dem aktuellen Stand seines Berufsfelds halten, damit er mit dem rasanten Fortschritt der Arbeitswelt Schritt halten kann.“

Dabei ist es ganz gleich, ob es um fachliche Qualifikationen oder Soft-Skills geht, denn Weiterbildung hat 2015 einen hohen Stellenwert. „Immer wichtiger wird dabei das „Lernen lernen“, die Fähigkeit, sich selbst neues Wissen anzueignen.“, so Lars Hahn.

Wandel der Arbeitskultur

„Das Thema 2015 werden Kompetenzen für eine neue Führung sein“ sagt Svenja Hofert, Karrierecoach aus Hamburg. Dieses Thema hat zwei wesentliche Aspekte.

Innovation – Manager müssen Innovationen freisetzen können. In einer Welt, in der es immer mehr darauf ankommt, dem Wettbewerber eine Nasenlänge voraus zu sein und sich Neues ganz schnell entwickelt, brauchen Unternehmen ganz andere Charaktere und Eigenschaften als früher. Es geht darum, in der Komplexität auch ohne die alten Planungstools erfolgreich zu sein. Zielsetzung killt Kreativität. „Doch die, die derzeit Manager sind, arbeiten immer noch mit strikten Zielvorgaben. Messbarkeit steht noch im Vordergrund.“ resümiert Svenja Hofert.

Motivation – Eine wichtige Kompetenz von Managern wird es sein, intrinsische Schaffensfreude freizusetzen. „Meine Umfrage Worklifestyle, an der bisher rund 500 Personen teilgenommen haben, hat ergeben, dass die meisten durch Ziele- und Ergebnismessung abgeschreckt sind.“ so Svenja Hofert. Viele Menschen wollen heute schon flexibel arbeiten, etwas Sinnvolles tun – Kreativität entfalten, ohne auf die Uhr zu gucken. „Und das passt mit dem derzeitigen Führungsstil einfach nicht zusammen. Sicher wird das Jahr 2015 nicht reichen, aber es wird ein wichtiges Jahr für die Transformation der Manager.“ erklärt Svenja Hofert.

Leadership auf Augenhöhe

„Die Zeit der Patriarchen ist endgültig vorbei, das Denken in Hierarchien ist längst überholt. Und dort, wo es noch nicht ganz angekommen ist, wird sich dieser Trend 2015 nicht mehr aufhalten lassen“, sagt Natalie Schnack, Sichtbarkeitscoach aus Hamburg. Die Karriere- und Führungsexpertin Barbara Simonsen stellt fest: „Führung wird sich immer mehr nach den unterschiedlichen Generationen richten und eine lebensphasenorientierte Personalpolitik betreiben.“ Dies bedeutet für die zukünftige Personalführung, sich stärker an den Interessen der Mitarbeiter zu orientieren. Die individuellen Lebens- und Berufssituationen gilt es zu berücksichtigen, um Motivation und Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Leitfragen, die von Betrieben beantwortet werden müssen, betreffen die

  • Unternehmens- und Führungskultur: „Wie nutzen wir die unterschiedlichen Werte und Denkmuster der Generationen für die sinnvolle und produktive Tätigkeit?“
  • Mitarbeitergewinnung und –bindung: „Wie sind wir als Arbeitgeber attraktiv?“
  • Gesundheitsförderung und Reduzierung der Arbeitsbelastung: „Wie sichern wir die Beschäftigungsfähigkeit über die verlängerte Lebensarbeitszeit?“
  • Kompetenz- und Karriereentwicklung: „Wie fördern wir die Mitarbeiter in jeder Lebensphase?“
  • Persönliche Lebenssituation: „Wie können Beruf und Familie bzw. Beruf und Pflege vereinbart werden?“

Das Verhältnis von Mitarbeitern und Entscheidern wird sich zu einer wertschätzenden Zusammenarbeit von Partnern auf Augenhöhe entwickeln. „Die Kluft zwischen „den da unten“ und „den da oben“ wird schmelzen.“ so Natalie Schnack. „Das bedeutet, Vorgesetzten können nicht mehr per Direktive führen, sie werden Mitarbeiter zunehmend von ihren Ideen überzeugen müssen.“ Sowohl Mitarbeiter als auch Bewerber fordern bereits heute eine Begegnung auf Augenhöhe ein.

Trend zur persönlichen Karriere

Karrieren werden individueller. Beruflicher Erfolg wird anders definiert. Alternativen zum schnellen Aufstieg auf der Karriereleiter entwickeln sich. „Arbeitnehmer suchen zunehmend nach einer beruflichen Entwicklung, die ihren persönlichen Werten und der aktuellen Lebenssituation entspricht, ich nenne das Ich-Karriere“ so Karrierecoach Dr. Bernd Slaghius aus Köln.

Traditionelle Karrierewege werden mehr denn je infrage gestellt. Dieser Trend zeigt sich nicht nur bei der jungen Generation, sondern auch bei erfahrenen Fach- und Führungskräften. „Arbeitnehmer übernehmen mehr Selbstverantwortung und sagen, was ihnen wichtig ist. Arbeitgeber werden mit flexiblen und individuellen HR-Modellen reagieren, um gute Mitarbeiter zu motivieren und zu binden“, so Bernd Slaghius.

Trend zum innovativen Gründen

„Der Wunsch nach Flexibilität in der Arbeit wird viele Menschen zum Gründen inspirieren.“ sagt Gründungscoach Silke Loers. Nach wie vor gehören jedoch eine gute Idee, Mut, Geld, öffentliche Aufmerksamkeit und Menschen, die einen unterstützen immer noch zu den Erfolgsfaktoren für Gründer. „Daher testen viele Gründer neue Ideen im Nebenerwerb, dieser Trend wird anhalten.“ so Silke Loers.

Gerade für die junge Generation ist die eigene Kreativität zu entfalten und echten Mehrwert zu schaffen ein Beweggrund, um sich selbständig zu machen. „Daher werden digitale Geschäftsmodelle dominieren.“ sagt Silke Loers. Vielen jungen Gründern ist die große geistige Flexibilität und die Bereitschaft, neue Themen auf- und zu verarbeiten und sich auszuprobieren, wichtig.

Trend zum Bewerbungsstorytelling

„Der Personaler sitzt vor einem Berg von Bewerbungsunterlagen auf der Suche nach dem geeigneten neuen Mitarbeiter. Die große Frage lautet auch 2015: Was können Bewerber tun, damit Ihre Dokumente ins Auge springen, auffallen und nicht gleich wieder vergessen werden?“ so Maja Skubella Bewerbungscoach aus Hamburg.

Auch 2015 wird sich der Entscheider für den ersten Eindruck circa eine Minute pro Kandidat Zeit nehmen. Der Trend geht weiter in Richtung des erfolgsorientierten Lebenslauf, Erfolge werden anhand von Zahlen, Fakten konkretisiert. „Ein Deutscher Lebenslauf ohne Foto ist auch kein No go mehr. Wenn der Rest passt, ist das Weglassen kein Problem.“ sagt Maja Skubella.

Der Mensch ist ein emotionales Wesen. „Wir lesen gern “Erfolgs”Geschichten von Menschen, erst recht wenn das Unternehmen davon profitieren kann. Daher geht der Trend 2015 im Anschreiben immer mehr zum Storytelling.“ denkt Maja Skubella.

Trend zum lockeren Vorstellungsgespräch

„Das Bewerbungsgespräch beginnt nach wie vor im Moment des ersten Blickkontakts. Und noch immer entscheiden die ersten Augenblicke über Sympathie oder Antipathie zwischen den Gesprächspartnern“ sagt Karriereberater Daniel Bohne.

Ein gutes Vorstellungsgespräch ist weiterhin von „geben und nehmen“ geprägt. Beide Seiten wollen etwas voneinander und beide Seiten haben etwas zu bieten. „Das muss am Ende des Gesprächs für alle Beteiligten spürbar sein. Dann war es ein gutes Gespräch und erfüllt die gewünschte „Win-Win-Situation“ so Daniel Bohne weiter.

Inzwischen nimmt die Zahl der Unternehmen deutlich zu, die in Bewerbungsgesprächen mehr Lockerheit an den Tag legen und auf einige klassische Riten verzichten. In einigen, insbesondere jungen Unternehmen wird sogar von Anfang an geduzt. Anzug und Krawatte sind dann vollkommen fehl am Platz. Sneaker? Warum nicht?!

„Ich erkenne insgesamt einen Trend zu mehr Lockerheit in den Umgangsformen bei Bewerbungsgesprächen. Die traditionelleren geprägten Unternehmen sind meiner Einschätzung nach aber noch in der Überzahl. Also immer genau darauf achten, wo ich im Einzelfall eingeladen bin!“ rät Daniel Bohne.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

„Nach dem „Hurra-wir-sind-familienfreundlich“ der letzten Jahre kehrt mehr Nüchternheit ein“ stellt Sascha Schmidt, Coach aus München fest. Unternehmen werden gefordert sein, Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht nur zu plakatieren, sondern wirklich in der Führungskultur zu leben.

Weiterhin wird die Debatte nicht mehr nur von der Wirtschaft und Politik geführt, endlich melden sich karrierebewusste Eltern als Anwalt ihrer Interessen und der Kinder zu Wort. Die Zahl der Väter, die die Elternzeit beanspruchen steigt weiter. „Die gesellschaftliche Debatte über Wertschätzung von Eltern am Arbeitsplatz wird zunehmen und kontroverser werden.“ erklärt Sascha Schmidt.

Gesundheitsförderung und Stressprävention

„Das Thema Gesundheit und Prävention wird an Bedeutung gewinnen“ so Julitta Rössler-Kruszona, Coach aus Meerbusch. Bisher standen regenerative Maßnahmen zur kurzfristigen Regulation von körperlichen Überlastungssymptomen für den einzelnen Mitarbeiter im Vordergrund. „In Zukunft geht es vermehrt um den Ressourcenaufbau zur kognitiven Bewältigung psychischer Belastungen.“So Julitta Rössler-Kruszona.

Bei der Gestaltung von Arbeits- und Lebensstrukturen gilt es trotz enger Verzahnung von Berufs- und Privatleben persönliche Grenzen zu setzen und Regeneration zu ermöglichen. Der Aufbau von Kommunikationsstrukturen, die durch Wertschätzung und Kooperation geprägt sind, bildet den Rahmen für gesunde Arbeit und Entwicklung.

Artikelbild: © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Authentizität: Sei vor allem clever!]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6795 2015-01-17T18:19:08Z 2014-12-14T08:00:48Z Authentizität wollen (fast) alle! Der Grund ist ein deutsches Klischee mit dem Stefan Wachtel ins Gericht zieht. Es gibt in Deutschland zu wenige Typen, die sind, wie sie ... neue Einsichten gefällig?

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Authentizität wollen (fast) alle! Der Grund ist ein deutsches Klischee mit dem Stefan Wachtel ins Gericht zieht. Es gibt in Deutschland zu wenige Typen, die sind, wie sie sind – und gerade deswegen hart an sich arbeiten…

Der Deutsche stammt vom deutschen Schäferhund ab und der ist auch authentisch. Schäferhunde sind zum Hüten und Treiben der Schafherde eingesetzte Hirtenhunde. Dieser Arbeit geht er nach, wie die Natur es für ihn vorgesehen hat. Er ist, wie er ist, ungehobelt deutsch. Ich will auf eine Beobachtung aufmerksam machen: dass es typisch deutsch sein könnte, authentisch einfach das zu tun, was von innen heraus kommt.

Der Deutsche Schäferhund ist die Metapher für das Unkultivierte des Deutschen, das Ungeschminkte, Graue und Ruppige. Der Deutsche Schäferhund ist der Prototyp des Authentischen.

Im Ernst: Das Rohe ist unser Metier, das nicht Zurechtgemachte. Ein renommierter Bekleidungsversender verschickt einen Prospekt mit dem Slogan „Von der Sehnsucht nach Ursprünglichkeit: graue Daune“. Sehnsucht nach Grau, darauf muss man kommen. Das geht nur in Deutschland.

„Deutsch sein heißt sachlich sein“

„Deutsch sein heißt sachlich sein“, sagt Diederich Heßling, Heinrichs Manns „Untertan“. Ganz authentisch sein und sonst nichts, deutscher geht es nicht, humorlos, korrekt. Im Jahr 1968 ging es erst richtig los mit dem Authentischen: Spontan sein wurde das Ziel – ohne Methode – und Wirkung wurde zweitrangig. Ganz man selbst sein, in die eigenen vier Wände gehen oder raus in den Wald: Die Deutschen haben Romantik und Biedermeier nie ganz abgeschüttelt. Die deutsche Seele und die deutsche Kultur sind wie geschaffen für das Authentische.

Nicht wirklich gut, aber authentisch, das ist ein deutscher Topos. Ich bin in der DDR aufgewachsen und warte nur auf den Tag, an dem ich lesen oder hören muss, dort seien die Menschen authentischer gewesen. „Sozialer“ waren sie ja schon, wenn man dem Klischee glaubt. Sie waren angeblich sozialer als im Westen, weil sie öfter zusammen saßen. Der Grund dafür ist aber nicht, dass sie sozialer waren, sondern dass es fast keine privaten Telefone gab. Die Menschen mussten sich schon live versammeln. Zusammenhocken ist kein Wert an sich – ebenso wenig, wie das Authentische an sich irgendeinen Wert hat.

Authentizität – kein (Mehr)wert an sich?

Wir verbinden das fein Angerichtete eher mit dem Französischen. Das gut Geredete ist Sache der Engländer. Das gut Gekleidete ist italienisch. Allzu Attraktives ist uns anrüchig. Erstrebenswert scheint uns Deutschen das nicht Ausgeschmückte, das Graue.

Wir haben eine Scheu vor Performance und wir wissen, woher sie kommt. Unsere Großeltern haben noch die wirkungsvolle Inszenierung im Ohr: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ Wer das mitgegeben bekommt, will weg von der rhetorischen Performance und zum Authentischen zurück. Und so wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.

Die Scheu vor dem guten Auftritt fängt schon in der Schule an. Sie vermittelt den Zwang zur Korrektheit und Vollständigkeit. Es wird eher darauf geachtet, ob die Kinder in ganzen Sätzen antworten, und nicht, ob sie mit der Art, wie sie etwas sagen, Wirkung erzielen. An der Universität setzt sich das fort.

„Ideologie der Sachlichkeit und Nichtpersönlichkeit“

Korrekte, vollständige Informationen, aufgeschrieben in schriftdeutschen Thesen, aufbereitet auf selbsterklärenden Charts. Jeder Versuch, etwas attraktiv zu machen, ist anrüchig. Deutsche Äußerungen und Texte kranken an der „Ideologie der Sachlichkeit und Nichtpersönlichkeit“: „Es kam zu einer Demonstration.“

Warum wird in Deutschland Auftrittscoaching verschämt verschweigen? Es gibt keinen Grund. Ist es eine Schande, dazuzulernen? Dazu eine deutsche Geschichte: Der Berater eines Kanzlerkandidaten antwortete auf die Frage, ob sein Klient nicht ein Coaching brauche: „Der lässt sich nicht verbiegen.“

Und auf die Frage, was er für den Eindruck seines Klienten tue, antwortete er: „Ich bin doch nicht sein Coach, dafür bin ich zu teuer.“ Er hatte für die Unterweisung des Kandidaten seinen Kumpel geholt; Coaching in der Politik ist Kumpelgeschäft. Ein Redaktionsleiter einer Sportredaktion sollte also den Kandidaten im Bundestagswahlkampf auf Auftritte vorbereiten, ohne jede Coaching-Ausbildung, ohne einen Plan über Rhetorik, und das ging auch gründlich schief. Außerdem war es auch noch teuer, genauer gesagt: zu teuer.

“Manager erscheinen oft anonym, austauschbar und undurchsichtig, graumäusig”

Authentisch soll auf ein Mal nicht mehr "gut" sein? Stefan Wachtel sorgt für Klartext...

Authentisch soll auf ein Mal nicht mehr “gut” sein? Stefan Wachtel sorgt für Klartext…

Sie fragen sich: „Wenn schon Kanzlerkandidaten angeblich kein Coaching brauchen, warum dann ich?“ Schließlich hängt Ihr Beruf nicht vom Eindruck ab. Oder vielleicht doch? Es gibt in Deutschland zu wenige Hauptdarsteller, es gibt zu wenige Typen, die nicht nur so sind, wie sie sind, sondern die an sich arbeiten.

Studien über die Wirkung von Vorstandsvorsitzenden bringen es stereotyp heraus: Die meisten deutschsprachigen Spitzenmanager halten sich mit öffentlichen Auftritten zurück. Und es passt dazu, was als Wirkung gemessen wird: Manager erscheinen oft anonym, austauschbar und undurchsichtig, graumäusig.

Das sind sie oft ja auch und das wäre auch in Ordnung, wenn sie nicht eine große Verantwortung zu tragen hätten – die auch Auftritt bedeutet! In der deutschen Politik ist es ähnlich: So viele Köpfe wie Ministerien und Fraktionen, aber kaum leuchtende, zu denen wir uns hingezogen fühlen.

Deshalb konnte ein adliger Hochstapler – Karl Theodor zu Guttenberg – zum populärsten Minister werden, unter anderem, weil er nicht graumäusig war, weil er gepflegt gekleidet war, das Haar und seinen gesamten Auftritt geordnet hatte. Aus der ganzen deutschen gut gemeinten Zurückhaltung erwächst am Ende die ebenso deutsche Manipulation.

Mehr lesen? Dann Stefan Wachtels Buch kaufen…

Artikelbild: © Etienne Fuchs

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Stress-Test: Welcher Typ bist du, was hilft dagegen?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6723 2015-01-17T18:26:06Z 2014-12-10T09:32:18Z Wir sind unterschiedliche Typen, arbeiten ebenso verschieden wie wir mit meist damit verbundenen Stress umgehen. Unser vegetatives Nervensystem samt hormoneller Achse macht den Unterschied. Experten teilen unsere Reaktion auf ... neue Einsichten gefällig?

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Wir sind unterschiedliche Typen, arbeiten ebenso verschieden wie wir mit meist damit verbundenen Stress umgehen. Unser vegetatives Nervensystem samt hormoneller Achse macht den Unterschied. Experten teilen unsere Reaktion auf Stress in vier verschiedene Stresstypen ein: Turbo, Crash, Hochsensibel und Boreout. Eine Psychologin klärt uns auf…


Die Psychologin Carien Karsten präsentiert in ihrem Seminar für jeden Typen Strategien, Tipps und Übungen zum Stressabbau. Finden Sie mit dem Test heraus, welcher Stresstyp Sie sind und Sie erhalten Ihr typenspezifisches Anti-Stress-Programm: Neben konkreten Tipps, Übungen und Impulsen erhalten Sie die physiologischen Hintergründe der Typen, Ernährungstabellen und Vitamin-Empfehlungen sowie Übungen zur Stressbewältigung, basierend auf der Heart Assisted Therapy (HAT) und dem rational-emotiven Training (RET).

Lange hat man gedacht, dass sich Stress bei jedem Menschen auf dieselbe Art auswirkt. Neuere Forschungen zeigen, dass das so nicht stimmt: Die amerikanischen Ärztinnen Stephanie McClellan und Beth Hamilton haben die Wirkung von Stresshormonen studiert und eine Einteilung in vier Stresstypen auf der Basis der Stresshormone und des sympathischen und parasympathischen Teils des vegetativen Nervensystems vorgenommen. Der sympathische Teil ist vergleichbar mit dem Gaspedal im Auto, der parasympathische mit der Bremse. Die Bremse sorgt dafür, dass wir uns nach einer Anspannung wieder erholen. Wann haben Sie sich zum letzten Mal so richtig entspannt?

Stressstypen vom Turbo bis zum Burn-Out…

Welcher Stresstyp bist du? Finde es heraus...

Welcher Stresstyp bist du? Finde es heraus…

“Stresstyp” ist hierbei als neutrales Wort zu verstehen, das dazu dient, die unterschiedlichen Reaktionsmuster zu beschreiben. Diese lassen sich – grob zusammengefasst –  in vier Grundmuster unterteilen:

  • Demnach gibt es Menschen, die bei Stress noch mehr Einsatz zeigen und das Tempo erhöhen = der Turbo-Typ.
  • Andere strotzen vor Energie und machen immer weiter – bis der Motor streikt = der Crash-Typ.

… oder Bore-Out

  • Wieder andere geraten wegen Kleinigkeiten in Panik und überreagieren auf Bagatellen = der hochsensible Typ.
  • Und es gibt Menschen, die sich – wie Einsiedler – zurückziehen, um sich vor Stress zu schützen = der Boreout-Typ.

Die Forscherinnen McClellan und Hamilton empfehlen für jeden Typen eine andere Behandlung, um mehr Gelassenheit und Lebensfreude im Alltag zu spüren. In diesem E-Mail-Seminar präsentiert Ihnen die Psychologin Carien Karsten die Erkenntnisse der Forscherinnen, bereitet sie psychologisch auf und präsentiert für jeden Typen Strategien, Tipps und Übungen zum Stressabbau. Finden Sie mit dem Test heraus, welcher Stresstyp Sie sind und Sie erhalten Ihr typenspezifisches Anti-Stress-Programm.

Bevor’s zu spät ist: Fragen im Büro (statt auf der Couch)

In Carie Karstens Sprechstunde kommen Menschen mit diesen und anderen Fragen:

  1. Wie kann ich meine Energie zurückzugewinnen und wieder mehr Freude bei der Arbeit empfinden?
  2. Wie kann ich Arbeit und Privatleben in eine Balance bringen?
  3. Wie gehe ich mit meinem Chef um, der mich permanent kritisiert?
  4. Wie kann ich negative Erfahrungen in meinem Privat- und Arbeitsleben verarbeiten?
  5. Ich leide unter Panikattacken, die mich in meiner Handlungsfähigkeit einschränken. Wie kann ich sie loswerden?
  6. Mein Chef will, dass ich in Meetings überzeugender auftrete – können Sie mir dabei helfen?
  7. Wenn ich morgens aufwache fühle ich mich erschöpft und wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, kann ich nicht aufhören, zu weinen. Ich trinke zu viel und kann nicht mehr entspannen. Was kann ich tun?

Die Psychologin spricht über Warnsignale eines Burnout-Syndroms: “Betroffene haben das Gefühl, die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren, leiden unter schlechter Laune, können Ihre Gefühle der Irritation und Angst nicht mehr kontrollieren und fühlen sich permanent erschöpft”, so Karsten.

Rund 13 Prozent der arbeitenden Bevölkerung würden an einem Burnout-Syndrom leiden – und die vollständige Regeneration dauere sechs bis zwölf Monate, so die Psychologin. Die meisten könnten danach ihre Arbeit fortsetzen, aber nicht in allen Fällen lässt sich die Krankheit vollständig überwinden:

Viele Menschen haben nach einem Burnout Erinnerungs- und Konzentrationsschwierigkeiten und arbeiten weniger produktiv. Zwischen 50 und 80 Prozent der Betroffenen wechseln nach einem Burnout den Beruf.

Stress macht (irgendwann) krank

Carie Karsten hat sich auf die biologischen Auswirkungen von Stress und Burnout spezialisiert und klassifiziert verschiedene Stresstypen nach unterschiedlichen emotionalen Stress-Reaktionsmustern, denn für eine echte Genesung von Stress und Überlastung sei eine persönliche Stresstypen-Analyse unerlässlich: “Wer seinen persönlichen Stresstypen identifiziert und sein Stress-Reaktionsmuster kennt, kann typenspezifische Maßnahmen ergreifen, um seine physische und psychische Gesundheit wiederzuerlangen.”

Dr. Carien Karsten ist Psychologin, Managementconsultant und Buchautorin. Ihre Schwerpunkte sind Stressberatung und Burnout. Sie startete meine Karriere als Jura-Dozentin an der Universität und nutzte ihr Fachwissen in Rechtswissenschaft und Psychologie, um die Jura-Ausbildung innovativer zu machen.

Nach ein paar Jahren spezialisierte sie sich auf Psychologie, Psychatrie und Sucht und schrieb meine Dissertation über Drogenabhängigkeit. Danach arbeitete sie als Headhunter und setzte sich immer mehr mit den Problemen und Ängsten von Arbeitnehmern auseinander: “Ich half Menschen dabei, Stress und Burnout zu überwinden und wieder leistungsfähiger zu werden”.

Technik: Stressor oder Hilfe?

Übrigens: Bücher lesen, Seminare besuchen – all das hilft. Besser aber noch, Sie sorgen vor und nutzen Möglichkeiten ihren Stress zu reduzieren. Technik hilft auch! Klar, dass Handy ist zunächst ein weiterer Stressor. Solange Sie aber abschalten können und manche, administrative Arbeit von Software erledigen lassen – sieht das anders aus.

Hier eine aktuelle Kampagne vom Mobilfunkanbieter O2. Ganz gleich, ob Sie Blumen verkaufen, IT-Services anbieten oder ein Lokal führen – als Selbständiger sind Sie rund um die Uhr für Ihr Business im Einsatz und stellen sich immer wieder neuen Herausforderungen. Der Anbieter will Sie mit neuen digitalen Technologien bestmöglich unterstützen, “damit Sie von zu Hause und unterwegs noch effizienter arbeiten können.”

Artikelbild: © Bernd Kasper/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Arbeitslosenquote: Vollbeschäftigung für Ingenieure]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6801 2015-01-17T18:31:46Z 2014-12-07T11:00:42Z Maximal jeder fünfzigste Ingenier sucht momentan einen Job, das hat eine aktuelle Statistik herausgefunden. Nur rund zwei Prozent sind beim Amt als “arbeitssuchend” registriert. Das entspricht normaler Fluktuation, Statistiker ... neue Einsichten gefällig?

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Maximal jeder fünfzigste Ingenier sucht momentan einen Job, das hat eine aktuelle Statistik herausgefunden. Nur rund zwei Prozent sind beim Amt als “arbeitssuchend” registriert. Das entspricht normaler Fluktuation, Statistiker sprechen hier bereits von Vollbeschäftigung…

Der gemeinsam vom VDI und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) herausgegebene Ingenieurmonitor zum dritten Quartal 2014 hat die aktuellen Arbeitslosenquoten in den einzelnen Ingenieurberufen differenziert nach Bundesländern analysiert. Im Bundesgebiet beläuft sich die Arbeitslosenquote in Ingenieurberufen, also das Verhältnis von arbeitslos gemeldeten Personen zur Gesamtzahl aller Erwerbspersonen, im dritten Quartal 2014 auf 2,3 Prozent und liegt damit auf Vollbeschäftigungsniveau.

Mit 1,7 Prozent besonders niedrig zeigt sich die Arbeitslosenquote in Ingenieurberufen der Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Berufe beträgt die Arbeitslosenquote im dritten Quartal 2014 rund 6,7 Prozent und liegt damit nahezu dreimal so hoch wie im Durchschnitt der Ingenieurberufe.

Nur jeder 100ste Ingenieur in Bayern und BaWü “arbeitslos”

Während Bayern mit einer für den Durchschnitt aller Ingenieurberufe geltenden Arbeitslosenquote von 1,4 Prozent knapp den Spitzenplatz vor Baden-Württemberg (1,6 Prozent) einnimmt, trübt die vergleichsweise industrie- und forschungsschwache Region Berlin/Brandenburg mit einer Quote von 4,0 etwas das Bild. Angesichts der vergleichsweise hohen generellen Arbeitslosenquote dieser Region, die im Durchschnitt aller Berufsgruppen bei knapp 10 Prozent liegt, relativiert sich das dortige Niveau der Arbeitslosenquote in den Ingenieurberufen jedoch wiederum. Berlin ist vor allem beu Startups

In den Ingenieurberufen bieten sich weiterhin gute Chancen für eine Beschäftigung. Zwar ist das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot im Vorjahresvergleich gesunken und die Arbeitslosigkeit gestiegen, doch kamen im dritten Quartal 2014 im Bundesschnitt immer noch mehr als zwei offene Stellen auf eine arbeitslos gemeldete Person.

Die größten Beschäftigungschancen boten der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie die Energie- und Elektrotechnik mit über drei offenen Stellen pro Arbeitslosen. Auch regionale Differenzen sind deutlich spürbar. Insbesondere Baden-Württemberg, Bayern sowie Rheinland-Pfalz/Saarland boten in den Ingenieurberufen attraktive Beschäftigungschancen.

Start-Up-Branche in Berlin zieht nach

Als einzige Region bundesweit bot Berlin/Brandenburg mit einem monatsdurchschnittlichen Verhältnis von 84 offenen Stellen je 100 Arbeitslose eine eher getrübte Perspektive in den Ingenieurberufen; in allen anderen Bundesländern übertraf die Zahl der offenen Stellen die Zahl der Arbeitslosen in den Ingenieurberufe. Start-Ups sind in Berlin besonders verbreitet, zum Beispiel der Werbevermarkter plista.

In der Stadt, die neben grosser Politik, Lobby-Organisationen und Firmenrepräsentanzen sonst keinen grossen Konzern beherbergt. Die vielen Kneipen und grossen Museen, Theater und Opern sorgen aber für eine hohe Lebensqualität. Und die Mieten? Noch einigermassen bezahlbar. Mit einer Kampagne holt Berlin auf, zieht nach. Es geht um die Weiterentwicklung der Gründermetropole Berlin.

Die Macher wollen bestehende Strukturen für Startups analysieren, Lücken aufdecken und neue Angebote erarbeiten. Je nach dem was die Startups brauchen, bieten die Initiatoren folgende Dienste an: Risikokapital (“Venture Capital”), Netzwerke für neue Kontakte – vor allem zu den zahlreichen Hochschulen der deutschen Hauptstadt, Expertenwissen für die Internationalisierung der eigenen Firma. Das sollte bald jedem Ingenieur in Berlin einen Job geben. Schon mal drüber nachgedacht, dich selbstständig zu machen?

Artikelbild: © Baumeister Ing. Engelbert Hosner/ pixelio.de

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Sponsored Post <![CDATA[Duales Studium: Unternehmen sponsern ihre High Potentials]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=2821 2015-01-17T18:33:22Z 2014-12-03T06:00:32Z Zahlst noch Studiengebühren? In Baden-Württemberg wurden sie bereits wieder abgeschafft, im Ausland sind sie bereits an einer staatlichen Schule schnell im fünfstelligen Bereich. Viele Konzerne fördern ihre Top-Talente ... neue Einsichten gefällig?

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Zahlst noch Studiengebühren? In Baden-Württemberg wurden sie bereits wieder abgeschafft, im Ausland sind sie bereits an einer staatlichen Schule schnell im fünfstelligen Bereich. Viele Konzerne fördern ihre Top-Talente bereits während ihres Studiums. Finanziell und auch ein bisschen idell, ist dieses Engagement doch für beide Seiten nützlich. Wir haben uns im Frankfurter Raum bei Konzernen umgehört. Von SAP über K+S bis E&Y…

Die Industrie ist bereit, Geld in die Hand zu nehmen, zum Beispiel in Form von Patenschaften für Studenten oder um Fonds aufzubauen, die jene Studenten unterstützen, bei denen finanzielle Hilfe notwendig ist. So sagte es der Ex-Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann.

Unternehmen wollen verstärkt sogenannte „Candidate Relationship Managements“ aufbauen, mit denen frühzeitig Kontakte zu Nachwuchskräften in der eigenen Firma gewonnen werden können. Bisher wurden Kontakte zu Studierenden über Workshops, Messen und Praktika geknüpft. Vereinzelte Firmen übernehmen bereits die zusätzliche Campus-Maut für ihre Mitarbeiter und solche, die es werden können.

Stipendium statt Maut: 500€ pro Semester aufwärts

Seit dem Sommersemester 2007 zahlt der Autobauer Volkswagen rund 500 Studenten, die in dem Unternehmen parallel ihre Ausbildung absolvieren, die Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester. In diesem Jahr werden nach eigenen Angaben mehr als 250 hinzukommen. „Wer neben seinem Studium eine anspruchsvolle Ausbildung bei Volkswagen übernimmt, kann schon aus zeitlichen Gründen kein Geld für Studiengebühren hinzuverdienen“, erklärt Dr. Horst Neumann, Personalvorstand bei VW.

Die Studiengänge umfassen Fachrichtungen wie Maschinenbau, Fahrzeuginformatik, Betriebswirtschaft, Logistikmanagement, Materialwirtschaft, Technischer Vertrieb und Wirtschaftswissenschaften.

Talent Management vom Nachwuchs

In Zeiten von zunehmendem Fachkräftemangel, versuchen Unternehmen insbesondere im Ingenieursbereich, die Führungskräfte von morgen früh an sich zu binden. Besonders verbreitet sind Finanzhilfen für Studenten bei Unternehmen, die ihre praktische Ausbildung mit einem wissenschaftlichen Studium verbinden. So auch beim Kasseler Düngemittelriese K+S, der bereits seit mehreren Jahren die Studiengebühren für die duale Ausbildung seiner Betriebswirte, Wirtschaftsinformatiker und Logistiker übernimmt.

“Wir machen das gern, weil gute Leute nun mal eine gute Ausbildung brauchen”, sagte Sprecher Ulrich Göbel.

Mindestens drei Jahre beim Unternehmen

K+S will damit rechtzeitig genug qualifizierte und leistungsbereite Nachwuchskräfte mit ins Boot ziehen. Gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter sind ein wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen. „Deshalb sind wir auch bereit, den dafür erforderlichen Aufwand als Investition in die Zukunft zu übernehmen“, erklärt Göbel.

K+S verbindet die Finanzhilfe wie andere Firmen mit einer Bedingung: Die Studenten sollen nach dem Studium für drei Jahre beim Unternehmen arbeiten – ansonsten müssen sie die Förderung anteilig zurückzahlen. Bislang haben Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein- Westfalen eingeführt.

Geld für Mensa und Wohnheim im Studium, danach Job-Angebot

Wenn Studierende durch Nebenjobs oder Werkverträge ihr Studium bezahlen, bleibt wenig Zeit zum Lernen beim Abstottern der Gebühren. Der Bundesverband der Deutschen Industrie befürwortet ein Sponsoring von Studierenden, die sich im Vorhinein bereits verpflichten, eine festgelegte Zeit im Unternehmen zu verbringen, dass das eigene Studium finanziell unterstützt. Das hat sich mittlerweile auch bei den sogenannten “Big Four” herumgesprochen, den Umsatz-stärksten Wirtschaftsprüfern in Deutschland: Deloitte, KPMG, PwC und Ernst & Young.

Wie das beim Wirtschaftsprüfer Ernst & Young abläuft? Das erklärt Sven im oben gezeigten Video. Er macht bei E&Y ein duales Studium. Mehr Infos auf dem Karriereportal der Beratungsfirma…

Der duale Studentz bei E&Y, in diesem Beispiel Sven, hat Aussicht auf eine Anstellung nach seinem Studium und das Unternehmen sichert sich Fachpersonal. Die Studiengebühren sind wie ein Vertrag zwischen Universität und Kunde, der für seine Ausbildung bezahlt was er bekommt.

„Ob die Studierenden das Geld von Dritten erhalten, liegt im Bereich ihrer persönlichen Entscheidungshoheit“, sagt Michael Schwarz, Pressesprecher der Universität Heidelberg. Auch der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen bietet seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, Ausbildung und Studium zu kombinieren.

Lebenslanges Lernen – auch nach Uni oder Berufsakademie

Die Übernahme von Studiengebühren außerhalb des Hauses ist derzeit jedoch wie beim Pharmahersteller Roche Diagnostics in Mannheim nicht geplant. Lediglich ein Abschluss an den kooperierenden Hochschulen in der Metropolregion Rhein-Neckar wird bislang finanziell gefördert. „Um ein berufsbegleitendes Studium außerhalb des Unternehmens zu ermöglichen, werden mit dem Mitarbeiter individuelle Vereinbarungen getroffen“, erklärt BASF-Pressesprecherin Andrea Hoffmann.

Bestandteil dieser Vereinbarung seien zum Beispiel eine Freistellung für Studienabschnitte oder ein Darlehen des Unternehmens.Workshops und Praktika im Ausland als AppetizerÄhnlich verhalten gibt man sich beim Softwarekonzern SAP in Walldorf, der bisher keine Studiengebühren seine SAP “FastTrack“-Kandidaten übernimmt. Statt eine Menge Geld für das ganze Studium auszugeben, will man hier lieber Studierende durch kostenlose Workshops oder die Vermittlung von Auslandspraktika anlocken, die wiederum großzügig honoriert werden.

Artikelbild: © Rainer Sturm/ pixelio.de

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Sponsored Post <![CDATA[Berufshaftpflicht für Kreative: Hauptsache versichert!]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6792 2015-01-17T18:35:27Z 2014-12-01T07:00:17Z Die private Haftpflicht-Versicherung hat fast jede(r), solltest du zumindest haben. Das ist so ähnlich wie die Impfung gegen Tetanus. Nicht alles brauchste, das aber schon! Aber eine ... neue Einsichten gefällig?

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Die private Haftpflicht-Versicherung hat fast jede(r), solltest du zumindest haben. Das ist so ähnlich wie die Impfung gegen Tetanus. Nicht alles brauchste, das aber schon! Aber eine Berufshaftpflicht? Ärzte haben sie, Hebammen ebenso – jüngst wegen horrend gestiegenen Risikoprämien prominent in den Medien und auf der Strasse. Doch auch Kreative sollten über das Thema nachgedacht haben. Einige Beispiele…


Manchem Journalist winkt durch kleinste Fehler bei der Recherche schnell eine Abmahnung samt fünfstelliger Schadenssume. Oder in Werbeagenturen, auch sie wollen spannde Geschichten erzählen und bewegen sich damit schnell an der Grenze zur Rufschädigung – findet zumindest der Anwalt beim Konkurrenzunternehmen. Hauptsache versichert! Finden zumindest Versicherungen.

Jeden Tag eine neue Idee liefern. Das klingt zunächst nach einer Traumvorstellung. Doch steht die Kreativbranche täglich vor großen Herausforderungen. Wann ist eine Idee gut genug? Ab wann ist die kreative Leistung ihr Geld wert? Was passiert, wenn der Kunde sich weigert, zu zahlen?

Fokus auf Marketing und Werbung

Wir möchten potentielle Kunden aus Marketing und Werbung mit konkreten Risiken ihrer Branche konfrontieren – und der Frage, wie man sich davor schützen kann. Die Antwort interessiert Agenturen weltweit – und sicher auch Deine Leser. Darum haben wir Dir zur Orientierung spannende Informationen und Grafiken zusammengestellt. Alles rund ums Thema “Berufsrisiken der Marketing- und Werbebranche” und was man dagegen tun kann: Locker bleiben. Einfach absichern. Mit einer Berufshaftpflichtversicherung von Hiscox.

New Media und Social Networks prägen mittlerweile die Arbeit als Werbe- und Marketingexperte. Dabei bergen vor allem die stetige Flut an Neuerungen und die Reichweite der (Online)Maßnahmen Risiken. Aber auch in der klassischen Print- und Bewegtbildwerbung können Fehler passieren.

Hiscox ist einer der Spezialversicherer, welcher auf eine langjährige Erfahrung im Medienbereich zurückgreifen kann. Mit einer Berufshaftpflichtversicherung von Hiscox sind Dienstleister aus Werbung, Marketing, Grafik und PR umfänglich versichert. Denn der Service geht weit über gesetzliche Schadenersatzansprüche hinaus. Mitversichert sind:

  • Verletzung von Schutz- und Urheberrechten sowie Persönlichkeits- und Lizenzrechten
  • verschuldensunabhängige Haftung (durch Fehler Dritter)
  • verzögerte Leistungserbringung
  • Schäden durch Virenübertragung und Malware
  • Eigenschäden (durch fehlerhafte selbst hergestellte Druckunterlagen oder vergebliche Aufwendungen )
  • Schäden durch Diebstahl, Betrug, Untreue oder Unterschlagung seitens Ihrer Mitarbeiter

Im Schadenfall betreuen ausgewiesene Branchenexperten von Hiscox umfassend. Das Ziel ist es zudem, den Schaden schnellstmöglich abzuwickeln, damit sich Marketing- und Werbeexperten unbefangen ihrem nächsten Projekt widmen können.

Ein falsches Update und sämtliche offene Daten, Kundendaten und Texte sind verschwunden. Datenverlust ist der Albtraum jeder Agentur. Der größte Albtraum ist allerdings der eigene Kunde. Und zwar wenn er sich weigert, Leistungen zu bezahlen.

Man könnte meinen, gerade ein Dienstleister der sich mit den Launen seiner Kunden genau auskennt wäre eher geneigt eine Versicherung dagegen abzuschließen. Doch aus einer telefonischen Umfrage von Hiscox zum Thema „Risikowahrnehmung und Absicherung bei Agenturen“ geht hervor, dass nur 33 % aller befragten Agenturen eine Vermögenshaftpflichtversicherung besitzen. Das betrifft vor allem die Agenturen, die in der Vergangenheit bereits mit einem Schadenfall konfrontiert wurden. Bei über der Hälfte der Klagen war der Kläger der eigene Kunde.

Da rücken selbst Risiken wie Urheberrechtsverletzungen und Imageschäden in den Hintergrund. Doch mit neuer Technik folgen neue Risiken. Ein neues Risiko, das 48 % der Agenturen als größte Bedrohung der Gegenwart einschätzen ist die Cyberkriminalität. Paradoxerweise sind aktuell nur 7 % dagegen versichert. Erschreckende Zahlen, die wir korrigieren möchten, indem wir Marketing- und Werbeexperten zeigen, wie sie dem Schadenfall zuvorkommen.

Beispielhafte Schadenfälle

Kundenevent: Zu einer großen Produkteinführung lud ein Unternehmen zu einer Veranstaltung. Eine renommierte Werbeagentur wurde beauftragt Einladungen zu gestalten und zu drucken. Der Art-Director verwechselte dabei das Datum und am Veranstaltungstag erschienen keine Gäste. Die gesamte Veranstaltung musste daraufhin wiederholt und die Produkteinführung verschoben werden. Der Schaden betrug 350.000 €. Weitaus mehr, als der Kundenetat wert ist.

Modenschau: Für eine aufwendige Modenschau eines Kunden visualisierte eine Agentur für neue Medien den Look. Zusätzlich wurde die Show mit Musik hinterlegt. Zu Werbezwecken wurden zahlreiche DVDs in den weltweiten Filialen des Kunden verbreitet, jedoch ohne die Musik vorher lizensiert und bezahlt zu haben. Der Musikverlag, dessen Werke verwendet wurden klagte daraufhin auf eine Nachzahlung der Titelrechte und auf Schadenersatz aufgrund von Urheberrechtverletzung. Die Forderungen beliefen sich insgesamt auf einen Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich.

Artikelbild: © Konstantin Gastmann/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Das Bio-Büro: Mehr Nachhaltigkeit im Sortiment]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6782 2015-01-17T19:11:48Z 2014-11-27T00:04:42Z Arbeitsschutz ist rechtlich geregelt. Doch es liegt am einzelnen Unternehmen, mehr für den Umweltschutz auszugeben und soziale Standards zu setzen. Dabei entscheidet nicht nur das Gütesiegel auf ... neue Einsichten gefällig?

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Arbeitsschutz ist rechtlich geregelt. Doch es liegt am einzelnen Unternehmen, mehr für den Umweltschutz auszugeben und soziale Standards zu setzen. Dabei entscheidet nicht nur das Gütesiegel auf dem Produkt. Kunden ist zunehmend wichtig, wie der Verkäufer mit seinen eigenen Mitarbeiter umgeht. Wir berichten über ein neues Pilotprojekt, den Lieferanten-Ehrenkodex…

Es geht um nichts geringeres als die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards. Ziel ist es, den Code of Coduct bis Ende 2014 bei allen Lieferanten zu implementieren. Es gibt viele gute Gründe für ein Unternehmen, sein Handeln nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit auszurichten: ökologische, soziale ebenso wie ökonomische.

Der politische Trend bei diesem Thema geht in eine eindeutige Richtung: Im Januar 2014 durch die EU beschlossene neue Richtlinien erlauben bzw. empfehlen bei öffentlichen Auftragsvergaben Betriebe zu bevorzugen, die sozialverantwortlich und umweltbewusst hergestellte Güter anbieten. Auch von Seiten vieler Kunden und Stakeholder steigt das Interesse an einer nachhaltigen Wertschöpfungskette.

Interviews mit Stakeholdern

Einer der Hauptgründe bei KAISER+KRAFT, die zum Start des „Lieferantenbewertungsprogramms Nachhaltigkeit“ führten, waren Erkenntnisse aus zuvor stattgefundenen Marktanalysen und Gesprächen mit Stakeholdern. „KAISER+KRAFT hat mit der Umsetzung dieses Projekts auf die Kundenanforderung reagiert, die Lieferkette aktiv zu managen und Transparenz über die ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit zu schaffen“, erklärt Georg Welte, Projektmanager Corporate Internal Audit and Consulting vom Mutterkonzern TAKKT.

Für das Versandhaus ist es wichtig einen eigenen Weg zu gehen. Zu Anfang des Projekts wurde eine Nachhaltigkeitsanalyse der gesamten Wertschöpfungskette im Unternehmen durchgeführt. „Es gab keine konkreten Firmen als Vorbilder für uns in diesem Projekt. Vielmehr geht es darum, international anerkannte Standards bei Umweltschutz und sozialen Themen in der gesamten Lieferkette zu implementieren und die Einhaltung zu überwachen. Gleichzeitig sollen Verbesserungspotenziale gemeinsam mit den Lieferanten identifiziert und Maßnahmenpläne verabschiedet werden“, führt Georg Welte weiter aus.

Bio-Möbel? Auch für Ökofans und Sozis

Für die Durchführung der „Nachhaltigkeits-Checks“ entschied man sich bei KAISER+KRAFT für die externe Unterstützung durch Spezialisten wie beispielsweise die französische Firma EcoVadis. Der Anbieter stellt zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Lieferanten eine plattformbasierte IT-Lösung bereit. Mittels Online-Fragebögen, die sich an Standards orientieren, wurden insgesamt 21 Kategorien aus den Bereichen Ökologie, Soziales und Geschäftsgebaren abgefragt.

Zusätzlich zu den ausgefüllten Fragebögen hatten die teilnehmenden Lieferanten die Möglichkeit, weitere Dokumente, wie beispielsweise Zertifikate, auf die Plattform hochzuladen. Die bereitgestellten Self-Assessment-Daten wurden analysiert, ausgewertet und der Firma als standardisierter Score pro Lieferant zur Verfügung gestellt.

Verhaltenswechsel: “Code of Conduct”

Das Pilotprojekt wurde von allen Beteiligten positiv bewertet. So zeigte sich, dass einige Lieferanten beim Thema Nachhaltigkeit in ihrer Branche bereits führend waren. Mittelfristig sollen alle Lieferanten mit wesentlichem Einkaufsvolumen in das Self-Assessment aufgenommen werden.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis dieses Pilotprojekts ist ein neu geschaffener Verhaltenskodex („Code of Conduct“): eine Vereinbarung, welche die für KAISER+KRAFT wichtigsten Nachhaltigkeitsprinzipien wie beispielsweise die Schaffung von fairen Beschäftigungsverhältnissen sowie die Förderung des Umweltschutzes, rechtlich verbindlich auflistet. Sämtliche Lieferanten von KAISER+KRAFT sollen den Code of Conduct bis Ende 2014 unterschreiben.

Mit freundlicher Unterstützung von der KAISER+KRAFT GmbH

Artikelbild: © Karl-Heinz Laube/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Resilienz: Erfolg ohne Stress, nur Geduld!]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6725 2015-01-17T21:39:18Z 2014-11-18T23:21:37Z Unsere Arbeitswelt verändert sich, immer schneller. Anforderungen an unsere Leistung steigen, der Druck und die Angst vorm Versagen im Job mit ihr. Das führt zu starken Belastungen ... neue Einsichten gefällig?

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Unsere Arbeitswelt verändert sich, immer schneller. Anforderungen an unsere Leistung steigen, der Druck und die Angst vorm Versagen im Job mit ihr. Das führt zu starken Belastungen – körperlich und seelisch, bis hin zum Burnout. Um in der turbulenten Arbeitswelt zu bestehen, hilft Resilienz, deine innere Widerstandsfähigkeit…

Resilienz im beruflichen Alltag ist die Kernkompetenz, mit der Sie Anforderungen, Krisen und Veränderungen meistern. Resilienz hilft Ihnen, Ihren Arbeitsalltag souverän und gelassen zu bewerkstelligen. Resilienz ist die Voraussetzung, um die Freude an der Arbeit zu erhalten. Resilienz ist erlernbar!

Doch genau wie beim Sport erfordert das Trainieren einer guten Resilienz Geduld und Ausdauer. Wenn Sie sich für Veränderungen in Ihrem Leben entscheiden, müssen Sie diese so lange wiederholen, bis sie zur Gewohnheit werden. Erfahrungsgemäß dauert es mindestens vier Wochen, bis sich eine neue Verhaltensweise als Gewohnheit etabliert. Es lohnt sich in jedem Fall, diese Zeit in die Weiterentwicklung Ihrer Resilienz zu investieren. Die Grundvoraussetzungen dafür sind vorhanden, denn jeder Mensch verfügt über ein gewisses Maß an Widerstandskraft.

Leitfaden für Bewältigung vom Arbeitsalltag

In den 7 Lektionen erwarten Sie:

  • fundierte Informationen und eine übersichtliche Darstellung des Resilienz-Modells
  • zahlreiche praktische Übungen
  • Reflexionsanleitungen, um Ihr Denken, Fühlen und Handeln zu überprüfen
  • Selbsttests
  • Fallbeispiele
  • Ein ausführliches Interview zur Selbstreflexion im Anhang

Profitieren Sie von der inneren Stärke, die Sie dadurch erlangen, um auch künftig Ihren Arbeitsalltag souverän und gelassen zu meistern – und sich so die Freude an der Arbeit zu erhalten. Im E- Seminar „Erfolgreich und stressfrei arbeiten – Resilienz im Beruf“ von Martina Seth und Sabine Horn.

Die Seminarleiterinnen

Martina Seth ist Resilienztrainerin, Coach, Prozessberaterin und Dozentin für Kommunikation und Teamentwicklung. Sie arbeitet bundesweit als selbständige Trainerin und gehört dem Trainerteam des Resilienz-Zentrums in Lembruch an.

Sabine Horn begleitet als Coach, Organisationsberaterin und Resilienztrainerin Führungskräfte, Teams und Einzelpersonen bei beruflichen Veränderungen, trainiert deren Resilienz und leitet zu mehr Selbstfürsorge und Stressreduzierung an. Sie ist Buchautorin, hält Seminare und Vorträge.

 Artikelbild: © S. Hofschlaeger/ pixelio.de

 

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Ghostwriting: Schreibst deine Bewerbung (wieder) selbst?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6772 2015-01-31T17:32:17Z 2014-11-12T19:45:30Z Jeder Star hat ihn, Hinz und Kunz aus Pusemuckel vielleicht bald auch: einen Ghostwriter. Versprochen werden dir individuelle Bewerbungen vom Profi. Das spart viel Zeit und Arbeit. ... neue Einsichten gefällig?

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Jeder Star hat ihn, Hinz und Kunz aus Pusemuckel vielleicht bald auch: einen Ghostwriter. Versprochen werden dir individuelle Bewerbungen vom Profi. Das spart viel Zeit und Arbeit. Karriereberater schimpfen über diese fremdgeschriebenen Bewerbungen. Wann schadet dieser Service dem Bewerber, wo ist er doch nützlich? Gedanken einer Bewerberin. Von Leonie Schultenheim…

Wo liegen wirklich die Probleme mit der Bewerbung, dass es mittlerweile Services gibt, die anbieten diese gegen Bezahlung zu schreiben? Zum einen wäre da das Problem mit der Zeit. Wir leben nicht nur, um Bewerbungen zu schreiben. Das Studium, die Ausbildung, der Haushalt, der jetzige Beruf – Vieles hält uns dabei auf, uns ausgiebig mit der Bewerbung zu befassen.

Empfohlen wird schließlich ordentlich zu recherchieren, damit die Bewerbung überhaupt eine Chance hat. Recherchiert wird unter anderem nach gemeinsamen Werten mit dem Unternehmen, die geschickt in das Anschreiben eingearbeitet werden und danach wie der Personalentscheider tickt.

Ausgangsituation: Die Bewerbung

Zur Formulierung des Anschreibens. Wie gut muss mein Anschreiben wirklich sein? Geht es wirklich um die „perfekte Bewerbung“? Nicht alle Bewerber sind begnadete Schreiber. Einige haben schon lange vergessen, wie das mit der Bewerbung nochmal ging. Auch ist es vielen unangenehm, sich selbst zu verkaufen. Dass sich Bewerber unter Wert verkaufen, kann an meiner eigenen Erfahrung bestätigen. Natürlich ist das Selbstmarketing gerade im Vorstellungsgespräch ein noch größeres Problem, welches sich selbst durch eine wirklich gut geschriebene Bewerbung nicht lösen lässt. Wäre also ein komplettes Coaching an dieser Stelle angebracht?

Und zu guter Letzt: Uns überfordert die wahnsinnige Informationsflut im Internet dazu, was unsere Bewerbung wirklich erfolgreich macht. Quadratische Mappen, das perfekte Bewerbungsfoto, ein tolles Design – es gibt viele Tipps zu Form, Farbe und Inhalt. Alles zu verinnerlichen macht uns zu Bewerbungsexperten – meistens ist das jedoch gar nicht unser Job. Warum muss ich erst ein Bewerbungsexperte werden, um an einen Job zu kommen, der damit rein gar nichts zu tun hat? Muss ich das überhaupt?

Was sagen Karriereberater?

Diese möchten einen natürlich gerne coachen – welchen Karriereweg schlage ich ein? Was sind meine Stärken und Schwächen? Wie und wo bewerbe ich mich? Sich über die Kosten einer geschriebenen Bewerbung zu beschweren würden Karriereberater nicht wagen, denn die Kosten für ihren Service sind um ein vielfaches höher.

Hier wird einem jedoch etwas ganz anderes angeboten, als eine geschriebene Bewerbung. Es wird auch nicht die eigene Eloquenz trainiert oder intensives Schreibtraining betrieben. Im Grunde, und das sehe ich so, müssten sich die Karriereberater keine Sorgen machen, dass Bewerbungsschreiber ihnen die Kunden nehmen, denn es geht hier um verschiedene Probleme. Warum aber regen sich Erstere über das Fremdschreiben auf?

  1. Man müsse sich Zeit für eine Bewerbung nehmen – diese Aufgabe kann man nicht delegieren, so ist der Tenor der Karriereberater. Sich selbst mit der Bewerbung auseinander zu setzen sei der erste Schritt dahin, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren.
  2. Jemand, der einen nicht so gut kennt wie man selbst, könne nicht wahrhaftig die eigene Motivation herausstellen; könne nicht die eigene Persönlichkeit wiedergeben.
  3. Die Personalentscheider würden an dieser Stelle hinters Licht geführt; erwarteten möglicherweise mehr vom Bewerber, als dieser in einem Vorstellungsgespräch beweisen kann. Handelt es sich hier etwa um eine Form des Betruges?

Dabei gehen die Berater allerdings davon aus, dass ein Bewerbungsservice einfach nur schreibt, sich die Unterlagen des Bewerbers nur sporadisch durchschaut, sich nicht die Stellenanzeige durchliest oder zum Unternehmen recherchiert, sich nicht die Wünsche des Kunden anhört. Dann aber Frage ich: Ist das so? Gibt es nicht auch einen Service, der anbietet auf mich und meine Motivation einzugehen? Hier wird geradezu postuliert, dass alle Ghostwriter gleich sind – aber ist das wirklich der Fall? Vor kurzem ist ein Testbericht erschienen, der Bewerbungsservices getestet hat. Karrieberater haben dazu meist eine klare Meinung: „Plagiate“ und warnen Bewerber davor, diesen Service zu nutzen.

An dieser Stelle muss einem Bewerber doch auch klar sein, dass das Bewerbungsschreiben ganz ohne Vorleistung nichts werden kann. Man sollte sich Gedanken über die eigene Motivation machen, die bereits mit dem Lesen einer Stellenausschreibung entfacht wird: „tolles Unternehmen, spannende Aufgaben, dort möchte ich arbeiten!“. Wer dem Ghostwriter die eigenen Stärken kommuniziert, der kann davon nur profitieren, insofern dieser darauf eingeht.

Dennoch ist man einem Dienstleister zunächst abgeneigt. Warum? Berichte über illegales Ghostwriting bei Doktorarbeiten hat dem „Schreiben lassen“ einen schlechten Beigeschmack gegeben. Zudem erfordert es sehr viel Vertrauen, sensitive Daten wie Stärken und Schwächen, Adresse und Berufswunsch an einen Dienstleister weiter zu geben. Datenklau und illegaler Verkauf verunsichern den Konsumenten, nicht nur was diesen Service angeht. Außerdem: Was passiert, wenn mir die Bewerbung am Ende nicht gefällt? Schaffe ich es damit tatsächlich in das Vorstellungsgespräch? Ein Bewerber wittert hier zunächst Betrug, vor allem, da es um Geld geht.

Ghostwriting – schädlich oder nützlich?

Meine Antwort: Das kommt auf den Schreiber bzw. den Service an. Wenn mir ein Schreiber anbietet mich in einem Maße miteinzubeziehen, dass die Bewerbung meine Persönlichkeit wiederspiegelt; wenn er sich Zeit nimmt meine Gemeinsamkeiten mit dem Unternehmen zu recherchieren und meine Motivation wissen möchte, dann kann ein Schreiber mir helfen.

Vor allem wird auch denjenigen geholfen, die keine Zeit oder keine Ahnung mehr vom Schreiben einer Bewerbung haben sowie denen, die frustriert nach Formulierungen suchen. Ein Schreiber der schon einige Zeit im Geschäft ist und hunderte Bewerbungen geschrieben hat könnte mir auch Beratung zu Design und Form anbieten und zu Dingen, die dem normalen Bewerber mangels Erfahrung verborgen bleiben. Zudem muss mir ein seriöser Service Datenschutz und Vertraulichkeit versichern können. Dann könnte ich sagen: „Nützliche Dienstleistung“.

Ein Schreiber kann mir jedoch kein Karrierecoaching anbieten oder sonstige weitergehende Beratung, wenn es nicht seinen Fachbereich betrifft. Wer also nicht an der Bewerbung, sondern an sich selbst, seinen Stärken Schwächen und Zukunftsvisionen scheitert, der sollte eher über ein Karrierecoaching nachdenken.

Artikelbild: Rainer Sturm/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Begeisterungsfähigkeit: Endlich läuft der Laden]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6719 2015-01-31T17:34:06Z 2014-11-08T07:30:46Z Was macht erfolgreiche Menschen erfolgreich? Seminare und schlaue Bücher gibt’s dazu genug. Doch was ist deren Kern? Wolfgang Allgäuer wagt deren Zusammenfassung in vier Akten… rgendwann machte ... neue Einsichten gefällig?

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Was macht erfolgreiche Menschen erfolgreich? Seminare und schlaue Bücher gibt’s dazu genug. Doch was ist deren Kern? Wolfgang Allgäuer wagt deren Zusammenfassung in vier Akten…


Irgendwann machte ich eine faszinierende Entdeckung: Die außergewöhnlich Erfolgreichen waren stets Menschen mit großer, enthusiastischer Begeisterung. Ich sah ein Leuchten in ihren Augen. Mir fiel auf, wie sehr ihr Leben von Klarheit und Konsequenz geprägt war. Innere Kraft, Lebendigkeit und Freude waren eindeutig ein Grund dafür, warum ihr Laden lief.

Mittlerweile habe ich Hunderte Bücher über Erfolgsprinzipien gelesen und Dutzende Seminare besucht. Immer wieder hat sich meine Beobachtung bestätigt: Außergewöhnliche Erfolge, exzellente Ergebnisse, wahre Spitzenleistungen kommen nie ohne Begeisterung zustande. Das Feuer der Begeisterung ist ein ganz besonderer Antrieb. Die Begeisterung macht den Unterschied zwischen erfolgreichen Menschen und sehr erfolgreichen Menschen, zwischen erfolgreichen Unternehmern und sehr erfolgreichen Unternehmern.

Erfolg durch Begeisterung

Na gut, sagen Sie jetzt vielleicht. Dieses Buch propagiert also Erfolg durch Begeisterung. Und wie bitte soll diese Begeisterung zustande kommen? Eines verrate ich Ihnen gleich: Durch Laufen auf heißen Kohlen oder durch gemeinsames Hüpfen und Klatschen in einer Kongresshalle entsteht keine Begeisterung. Begeisterung kommt von innen. Von tief innen. Leider blicken zu wenige Menschen wirklich in sich hinein. Sie hören nicht auf ihre innere Stimme, sondern sie suchen außerhalb nach Motivation.

Lauter äußere Dinge sollen Menschen heute motivieren: größerer Geschäftswagen, Traumreise, Leben in einem anderen Land, bessere Branche, einmalige Produkte, nettere Mitarbeiter, billigere Einkaufspreise, mehr Geld, ein anderer Partner und so weiter. All dies kann aber nur kurzfristig befriedigen. Unsere wahren, echten, innersten Bedürfnisse werden nicht gestillt. Unser Laden läuft nicht. Alles bleibt zäh
und schleppt sich dahin. Es gibt viele Konflikte und dauernd Ärger.

Es ist für jeden möglich, das Feuer der Begeisterung zu entzünden. Die Feuerstelle und das Brennmaterial sind längst da. Alles, was fehlt, ist ein Zündfunke an der richtigen Stelle. Der Weg zur Begeisterung führt nach innen! Viele suchen überall, nur dort nicht.

Erfolg für die Firma – und dich selbst?

In diesem Buch geht es um persönlichen Erfolg und um Unternehmenserfolg. Ich trenne beides nicht. Entscheidend für ein sehr erfolgreiches Unternehmen ist immer die Persönlichkeit des Unternehmers. Bei den kleinen und mittelständigen Unternehmen (KMU) ist das fast ausschließlich so. Natürlich sind Dinge wie Businessplan, Marketing, Strategie, Mitarbeiterführung und Management wichtig. Aber entscheidend ist die Persönlichkeit des Unternehmers.

Übrigens: Unternehmer sind für mich auch Selbstständige, Freiberufler und diejenigen, die innerhalb einer Organisation ihren eigenen Bereich selbstständig leiten. An sie alle richte ich mich in diesem Buch. Denn hier überall kommt es entscheidend darauf an, was im einzelnen Menschen innerlich vorgeht. Haben Sie den Mut, nach innen zu schauen?

Wie dieses Buch funktioniert? Sie halten kein reines Lesebuch in Händen, sondern in erster Linie ein Übungsbuch. Ich möchte Sie ermutigen, dieses Buch nicht nur zu lesen, sondern vor allem sämtliche Übungen darin zu machen. Dann wird dieses Buch eine große Wirkung in Ihrem Leben entfalten. Mit den Übungen kommen Sie weiter!

Und, läuft dein Laden auch? Wünscht sich wohl jeder, das Buch klärt auf…

Schauen Sie sich auch immer wieder das an, was Sie erarbeitet und notiert haben. Unterstreichen Sie die für Sie wichtigen Stellen. Ich behaupte nicht, mit diesem Buch das Rad neu erfunden zu haben. Mir geht es darum, Ihnen zeitlose, mehrfach erprobte Prinzipien an die Hand zu geben. Sie sollen Ihnen helfen, Ihr ganzes Potenzial zu entdecken, Ihre ersehnten Ziele zu erreichen und vor allem Ihre Lebensaufgabe, Ihre Mission und Vision, zu verwirklichen.

Jedes Kapitel beginnt mit einer Geschichte, die sich durch das ganze Buch fortsetzt. Sie lernen den Unternehmer Simon Thaler und seinen Coach Manfred Brenner kennen. Diese kleine Geschichte habe ich mir ausgedacht, um noch ein wenig anschaulicher zu machen, wie die Themen der einzelnen Kapitel im Alltag verwurzelt sind. Die Geschichte soll Sie jeweils ein wenig auf das Thema des einzelnen Kapitels einstimmen.

Insgesamt besteht das Buch aus vier Teilen:

Teil I: Die Feuerstelle

Hier schaffen wir Platz für Ihre Begeisterung. Mit einigen falschen Annahmen über Motivation und Selbstmotivation möchte ich gerne aufräumen. So entsteht Raum für neue Gedanken.

Teil II: Das Brennmaterial

Jetzt geht es um Ihre Ressourcen. Sie entdecken fünf Ressourcen, fünf »Holzscheite« als Grundlage für Ihre Ziele, Ihre Mission und Ihre Vision. Hier geht es los mit intensiven Übungen. Dazu können Sie auch kostenlos Übungsblätter von meiner Website herunterladen.

Teil III: Der Zündfunke

Ihre Ziele, Ihre Mission und Ihre Vision sind wie ein Zündfunke, der das Feuer Ihrer Begeisterung entfacht. Welche großen Ziele wollen und können Sie erreichen? Wofür möchten Sie Ihre Lebenszeit sinnvoll einsetzen? Was ist Ihr Bild von einer positiven Zukunft? Sobald das klar ist, beginnt das Feuer zu brennen.

Teil IV: Das Feuer

Im letzten Teil des Buchs geht es darum, das Feuer der inneren Begeisterung zu pflegen und dauerhaft zu erhalten. Beschäftigen Sie sich mit der Kraft Ihres Unterbewusstseins. Handeln Sie im Business überlegt. Und gehen Sie vor allem »Feuerlöschern« aus dem Weg, die Ihren Erfolg sabotieren.

Artikelbild: © S. Hofschläger/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Positives Denken: Stressausgleich im Job]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6722 2015-01-31T17:36:12Z 2014-11-05T09:42:13Z Morgens mit einem Lächeln zur Arbeit spazieren statt (wie so oft) müde ins Büro zu schlurfen und ja keine gute Laune verbreiten? Es geht auch anders, wie ... neue Einsichten gefällig?

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Morgens mit einem Lächeln zur Arbeit spazieren statt (wie so oft) müde ins Büro zu schlurfen und ja keine gute Laune verbreiten? Es geht auch anders, wie eine Umfrage zu unseren psychischen Ressourcen bei der Arbeit herausgefunden haben will. Demnach sind wir neugierig, doch das Geniessen müssen wir noch lernen. Ilona Bürgel klärt auf, mit Büchern und Kursen zum Thema Stressaugleich…

Die Zukunft der Arbeit stellt uns vor neue Herausforderungen: Flexibilität, Selbstorganisation und ständige Weiterentwicklung sind gefragt. Statt Mitarbeiter zu immer höheren Höchstleistungen „motivieren“ zu wollen, sollten Unternehmen besser Rahmenbedingungen für mehr Wohlbefinden bei der Arbeit schaffen, ist Ilona Bürgel überzeugt. „Engagiert, leistungs- und lernfähig bis ins hohe Alter zu sein, das ist in unserer Anstrengungskultur kaum zu schaffen“, unterstreicht die Dresdner Psychologin und plädiert für eine Konzentration auf psychische Ressourcen und mehr Genuss bei der Arbeit

In Zusammenarbeit mit FOCUS Online hat Ilona Bürgel die bislang größte Onlineumfrage zum Thema gestartet. 1270 Leserinnen und Leser nahmen teil und wurden nach ihren psychischen Ressourcen bei der Arbeit befragt. 700 Klicks hatte die Umfrage bereits am ersten Tag, für Bürgel ein klares Zeichen dafür, „wie wichtig das Thema vielen Menschen geworden ist“.

Als klare Spitzenreiter gingen Neugier (Platz 1) und Freundlichkeit (Platz 2) aus der Onlinebefragung hervor. Am unteren Ende der Liste rangierten Dankbarkeit und Genussfähigkeit. „Nach Jahren der Überforderung scheinen wir uns Genuss bei der Arbeit kaum mehr vorstellen zu können“, so das Fazit der Expertin: „Dabei wird es genau darauf in den kommenden Jahren ankommen.“

Wohlbefinden steigert Produktivität

Denn entscheidend für eine gute Vorbereitung auf die künftige Arbeitswelt werde es sein, so Bürgel, die Themen Nachhaltigkeit und Postwachstumsgesellschaft zu bearbeiten und dabei sowohl Sinn- als auch Genussfragen zu betrachten. „Genuss, also die Fähigkeit, sich an dem zu erfreuen, was vorhanden ist oder gerade geschieht, ist die zentrale Ressource“, betont die Expertin.

  1. Erstens, weil sie gerade in Zeiten der Instabilität, von Stagnation oder dem Ausbleiben des oft überschätzten Wachstums unser Wohlbefinden sichert.
  2. Zweitens, weil sie uns aus dem Hamsterrad des vorwiegend an Quantität orientiertem Höher-Schneller-Weiter hin zu mehr Lebens- und Arbeitsqualität führt.
  3. Und drittens, weil sie sofort wohltuend wirkt und dadurch Produktivität und Leistungsfähigkeit steigert.

„Um Wellness geht es dabei nicht“, betont die Psychologin, „sondern um Existenzielles.“ Wer gut für sich selbst sorgt und seine psychischen Ressourcen nutzt, könne enorm profitieren. Und damit Mitarbeiter mehr Genuss bei der Arbeit empfinden, müssten Büros nicht zu Wellnessoasen gemacht werden. Es reiche durchaus, Mitarbeiter zu mehr Selbstfürsorge und einem gesunden Einsatz ihrer psychischen Ressourcen zu ermutigen.

Mit Schnupfen ins Büro? Nein, danke!

„Kommt ein Mitarbeiter schwer erkältet ins Büro, verdient das keine Anerkennung. Im Gegenteil. Nicht nur, dass er sich selbst schadet und ohnehin nicht leistungsfähig ist, er wird voraussichtlich auch noch Kollegen anstecken und damit dem Unternehmen mehr schaden als nützen“, erläutert die Expertin ihr Credo an einem konkreten Bespiel.

Erst in den 1950er bis 1970er Jahren begann die Wirtschaftswissenschaft, sich mit dem „Humankapital“ als Produktivitätsfaktor zu beschäftigen. Der Fokus lag dabei auf dem Wissen und der Ausbildung der Mitarbeiter. In der psychologischen oder auch soziologischen Betrachtung von Ressourcen geht es heute um Talente, Charaktereigenschaften, geistige Haltung und Gesundheit. Um die Jahrtausendwende begann die Positive Psychologie als Wissenschaft eines gelingenden Lebens, sich mit Charakterstärken und deren Potenzial als Ressource zu beschäftigen. „Die besten psychischen Ressourcen für die Arbeit sind das von Fred Luthans definierte psychologische Kapital: Hoffnung, Optimismus, Resilienz, Selbstwirksamkeit“, unterstreicht Ilona Bürgel.

Mitarbeiter stärken und Vorbild sein

Zahlreiche Untersuchungen haben die beeindruckenden Auswirkungen nachgewiesen: Gesundheit, Arbeitszufriedenheit, Engagement und Servicequalität, Einzelleistung und Teamleistung verbessern sich. Die Produktivität steigt und – für die Zukunft der Unternehmen besonders wichtig – die Verbundenheit mit dem Unternehmen wächst. „Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Führungskräfte selbst den bewussten Umgang mit psychologischem Kapital vorleben“, so die Psychologin: „Dadurch stärken sie die Mitarbeiter und sind zugleich Vorbild.“

Die Kunst die Arbeit zu genießen? Buch verspricht Erfolg und neue Lebensfreude im Job...

Die Kunst die Arbeit zu genießen? Buch verspricht Erfolg und neue Lebensfreude im Job…

Seitdem sich die Psychologin mit dem Thema Genuss bei der Arbeit befasst, hat sie keine Gelegenheit ungenutzt gelassen, Menschen nach ihren psychischen Ressourcen im Job zu befragen. Die FOCUS Online-Umfrage bestätigte ihre Erfahrungen: Nach Favoriten gefragt, wurden von den meisten Teilnehmern gleich vier oder fünf Ressourcen angekreuzt. „Wir haben so viele Ressourcen, dass wir uns gar nicht entscheiden können, was uns wichtig ist. Aber an Genuss denken wir zuletzt“, ist die FOCUS-Kolumnistin überzeugt: „Genuss verbinden wir mit Schokolade, Wein oder einem guten Essen. Doch im Zusammenhang mit Arbeit trauen wir uns daran kaum zu denken.“

Damit wir auch morgen noch genauso gut und gerne arbeiten wie heute, empfiehlt uns die gefragte Referentin und Buchautorin, heute bereits vorzusorgen: „ Nur wenn es uns gut geht, können wir Top-Leistung erbringen.“ Genuss bei der Arbeit, ist Ilona Bürgel überzeugt, kann jeder lernen. Viele müssten ihn gar nur wiederentdecken.

5 Tipps für mehr Wohlbefinden am Arbeitsplatz

  1. Entdecken Sie neu, wie gut Ihr Job ist. „Tatsächlich scheint der gleiche Kuchen beim zehnten Mal lange nicht mehr so gut zu schmecken wie beim ersten“, erläutert die Expertin ihr Credo. Wir übersehen deshalb auch bei der Arbeit gern, wie viel Gutes und Wertvolles wir haben, weil es ganz selbstverständlich geworden ist.
  2. Konzentrieren Sie sich auf Stärken – Ihre und die der anderen. „Wer seine Stärken bei der Arbeit nutzt, ist sechs Mal häufiger engagiert und hat 40 Stunden Spaß“, weiß die Psychologin: Wer die eigenen Stärken nicht nutzt, brenne aber schon nach 20 Stunden aus, ganz egal, wie anstrengend die Arbeit ist.
  3. Sehen Sie (Ihre) Erfolge. Teambesprechungen, das Abendessen oder unsere Reflexion über den vergangenen Arbeitstag sollten wir mit den Dingen beginnen, die heute gelungen sind oder die uns gefreut haben.
  4. Prüfen Sie Ihre Motivation. „Genussarbeiter“ sind nur halb so häufig ausgebrannt wie „Broterwerbsarbeiter“. „Der Schalter liegt in unserem Kopf“, so Bürgel: „Wir müssen ihn nur umlegen.“
  5. Nutzen Sie die Genussformel 3: 1. Wer sich einmal ärgert, sollte sich zum Ausgleich dreimal freuen, haben Wissenschaftler herausgefunden. Dies klingt anstrengender als es ist, denn unser Leben ist ja voll von schönen Dingen. Wir schätzen sie oft nur nicht.

E-Mail-Seminar für mehr Glücksmomente im Job

Immer höher, schneller, weiter und dabei immer attraktiver, fitter, positiver: Die Ansprüche, die an uns gestellt werden und die wir immer mehr auch an uns selber stellen, sind kaum noch zu erfüllen. Der Druck – sowohl privat als auch beruflich – steigt unaufhaltsam an.

Als Hauptstressor nehmen wir unsere Arbeit wahr, gefolgt von den überhöhten Ansprüchen an uns selbst; das zeigte die Stress-Studie der Techniker Krankenkasse 2013. Unser Leben macht uns so eher krank als glücklich.

Damit wir den Stress im Griff haben und nicht er uns, ist eine neue Haltung gefragt. Eine Haltung, die uns selbst und unserem Wohlbefinden mehr Raum gibt. Denn nur wenn wir uns gut um uns selbst kümmern, haben wir Kraft und gute Laune, um mit den Stressoren unseres Lebens fertig zu werden.

Stress entsteht im Kopf und genau dort kann er auch verändert werden. Darüber gibt es viel Wissen, und wir können es uns in kleinen Portionen nutzbar machen. Dieser E-Mail Kurs schlägt die Brücke von der Wissenschaft in den individuellen Alltag und hilft Ihnen dabei, Schritt für Schritt Ihr Leben zu verändern.

Wie funktioniert der Kurs?

Sie erhalten 30 Tage lang jeden Morgen einen Anti-Stress-Impuls per E-Mail. Rechnen Sie täglich mit 10 Minuten Denkinvestition. Sie werden eine neue Perspektive auf den Stress in Ihrem Leben entwickeln, eine neue Haltung. Diese allein bringt Sie schon raus aus der Stressfalle. Sie lernen zu verstehen, was bei Ihnen Stress auslöst und wie Sie zu dauerhaften Veränderungen gelangen. Am besten lesen Sie Ihre Anti-Stress-Mail morgens, weil Sie dann dem ganzen Tag eine neue Richtung geben. Sollte morgens kein guter Zeitpunkt für Sie sein, empfiehlt sich der Abend für die Rezeption der Mail, um sich auf den kommenden Tag vorzubereiten.

Wie ist der Kurs aufgebaut?

Der Kurs besteht aus vier thematischen Schwerpunkten:

  1. Der feine Unterschied: Wie Sie durch kleinen Änderungen eine große Wirkung erzielen (Tag 1 bis 7)
  2. Erkennen Sie sich selbst: Wie Sie Ihre persönlichen Stressoren identifizieren und verabschieden (Tag 8 bis 14)
  3. Sich Gutes tun fängt beim Denken an: Wie Sie durch eine veränderte innere Einstellung zum Erfolg gelangen (Tag 15 bis 22)
  4. Wissen wie es besser geht: Wie Sie souverän mit Stress umgehen (Tag 23 bis 30)

Autoreninfo: Dr. Ilona Bürgel ist Psychologin, Referentin und Autorin. Sie arbeitete 15 Jahre lang im Management der freien Wirtschaft und war eine der ersten Frauen in einer Führungsposition im Anwaltsbereich. Heute ist sie eine gefragte Referentin, Beraterin und Kolumnistin. Ilona Bürgel lebt und arbeitet in Dresden.

Artikelbild: © Jörg Simanowski

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Versöhnung: Frieden statt neuer Enthüllungsroman zu Helmut Kohl]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6721 2015-01-31T17:37:17Z 2014-10-29T22:32:30Z Helmut Kohl. Kürzlich kam das neuste Enthüllungsbuch, die nächste unautorisierte Biografie heraus. Sein Sohn Walther startet dagegen einen Versöhnungskurs.  Ein übermächtiger Vater, Helmut Kohl und der Selbstmord ... neue Einsichten gefällig?

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Helmut Kohl. Kürzlich kam das neuste Enthüllungsbuch, die nächste unautorisierte Biografie heraus. Sein Sohn Walther startet dagegen einen Versöhnungskurs.  Ein übermächtiger Vater, Helmut Kohl und der Selbstmord seiner Mutter Hannelore – das war alles andere als einfach. Heute weiss der Coach: Lebenfreude entsteht  wenn du innerlich wie äusserlich Frieden mit deiner Vergangenheit schliesst – kurz: Versöhnung. Und Lebensziele für deine Zukunft hast…

In seinem E-Learning-Seminar „5 Schritte zum inneren Frieden“ zeigt Ihnen Walter Kohl, wie Sie die persönlichen Blockaden in Ihrem Leben erkennen, bearbeiten und so weit klären, dass neue Tatkraft entsteht. Mit 11 Videos und umfangreichem Arbeitsmaterial! Lebensfreude in der Gegenwart kann nur entstehen, wenn wir Frieden mit unserer Vergangenheit geschlossen haben und einen Lebenssinn sowie Lebensziele für die Zukunft sehen. Erst dann entstehen Kraft, Freude und Entschiedenheit im Hier und Jetzt – in unserer Gegenwart.

Durch den Weg der Versöhnung mit seinen 5 konkreten Schritten können wir vergangene, schmerzhafte Erfahrungen und Erlebnisse innerlich heilen und in inneren Frieden und somit in neue Kraft wandeln. Aus alten “Kraftfressern” werden neue “Kraftquellen” und somit entsteht neue Lebensfreude.

Auf dem Weg der Versöhnung möchte Walter Kohl Sie mit seinem E-Learning Seminar „5 Schritte zum inneren Frieden“ begleiten: Jede Lektion besteht aus bis zu drei Videosequenzen, die während eines Live-Seminars aufgenommen wurden. Parallel erhalten Sie umfangreiche Arbeits- und Übungsmaterialien als PDF-Datei.

Um was gehts? These: Lebe dein Leben, anstatt gelebt zu werden!

Walther Kohl lädt  zu neuen Denkansätzen und Umgangsformern mit sich selbst und anderen ein. Dabei sieht er sich als Anreger, als Inspirator, als jemand, der seine Erfahrungen und Gedanken mit anderen Menschen teilen möchte. Er möchte Mut machen, zum Nachdenken anregen und wenn nötig auch ein wenig provozieren. Dazu hat er im Herder-Verlag auch ein Büchlein veröffentlicht.

Leben was du fühlst. Wie kann Versöhnung gelingen?

Leben was du fühlst. Wie kann Versöhnung gelingen?

  • Nutzen Sie Ihre persönliche Freiheit, um neue, eigene Antworten auf Ihre Lebensfragen zu finden.
  • Nutzen Sie Ihre Vergangenheit als Kraftquelle.
  • Nutzen Sie die Kraft der Versöhnung und des Sinns.
  • Gestalten Sie Ihr Leben selbst, anstatt gelebt zu werden.
  • Und trauen Sie sich Veränderungen zu.

Wenn wir unser Leben aktiv in die Hand nehmen, mit innerer Freiheit und in Verantwortung, dann werden wir weniger gelebt und können mehr leben. Der Weg der Versöhnung ist ein Plädoyer für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung und ein gestärktes Selbst-Bewusst-Sein.

Wer spricht? Walther Kohl

Walther, Sohn von Helmut Kohl

Walther, Sohn von Helmut Kohl

Walter Kohl, geboren 1963, ist Volkswirt und Historiker. Er arbeitete als Investmentbanker und leitender Angestellter. Heute führt er ein Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie. In einer existenziellen Lebenskrise entdeckte er für sich die Kraft der Versöhnung. Auch andere Menschen auf diesem Weg zu begleiten ist sein Herzensanliegen geworden. Mehr Informationen unter www.walterkohl.de/

Artikelbild: © Bundesarchiv

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Julia Bergner <![CDATA[Aufs Eliterinternat: Hochbegabt, das wär’ so schön!?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6666 2015-01-31T17:39:38Z 2014-09-21T18:22:36Z Hochbegabt. Die einen sind es, die anderen nicht – sie wären es aber manchmal schrecklich gerne. Mit einer Bewerbung auf dem Eliteinternat Schloss Hansenberg trennt sich die ... neue Einsichten gefällig?

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Hochbegabt. Die einen sind es, die anderen nicht – sie wären es aber manchmal schrecklich gerne. Mit einer Bewerbung auf dem Eliteinternat Schloss Hansenberg trennt sich die Spreu vom Weizen. Julia Bergner hat drei Anwärterinnen kennengelernt…

Elisabeth ist klein, extrem dünn und unscheinbar. Wer sie sieht, schätzt sie auf höchstens 13 Jahre. Elisabeth ist 16 und seit einigen Wochen hat sie es schwarz auf weiß: Sie ist überdurchschnittlich begabt und darf die Internatsschule Schloss Hansenberg im Rheingau besuchen, um dort mit den Besten der Besten zu lernen.

Für Elisabeth nicht erstaunlich. Sie weiß sehr genau, was sie kann. In der Schule habe sie schon seit Jahren die Klasse angeführt. Besonders leicht fallen ihr die Naturwissenschaften und Mathematik. Deswegen muss sie jetzt raus aus der „normalen Schule“, wie sie sagt.

 Elisabeth: „Ich muss raus aus der ‚normalen Schule‘!“

Und rein ins Internat auf einem Hügel inmitten von Weinbergen, im Rheingau nahe der Kaderschmiede European Business School (EBS), gemeinsam mit rund 200 Schülern, die alle so schlau sind wie sie. Jeder, der hier ist, hat mindestens einen IQ von 130. Das wurde in einem Test ermittelt, der ganz am Anfang der Bewerbung stand. Natürlich wird hier der Konkurrenzdruck ungleich größer sein als auf ihrem Gymnasium zu Hause, formuliert Elisabeth gewählt. „Aber das macht mir nichts. Das ist nur positiv für mich. Die anderen werden einen guten Einfluss auf mich haben und mich zu weiteren Leistungen antreiben.“

“Raus – das bedeutet für Elisabeth auch raus aus ihrem sozialen Umfeld.”Raus – das bedeutet für Elisabeth auch raus aus ihrem sozialen Umfeld. Bis zu ihrer Bewerbung war sie zwei Jahre lang engagiert in der Jugendarbeit ihrer Kirchengemeinde. Ob ihr wenigstens der Abschied von der ehrenamtlichen Arbeit und den Kindern schwer falle? „Nein“, sagt Elisabeth, „mich erwarten ja ganz viele neue Herausforderungen.“

Das Engagement habe ihre Spaß gemacht und ihr vor allem etwas gebracht für das Leben. Immerhin habe ihre Leitertätigkeit ihr unter anderem zu dem Platz auf Hansenberg verholfen. Zwei Jahre Mitarbeit. Hochbegabt. Weg. Andere machen das jahrelang. Nein, das braucht sie jetzt nicht mehr. Es habe gereicht. Vielleicht schaut sie in den Ferien ab und zu mal vorbei. Aber das weiß sie noch nicht so genau. Sie muss schließlich viel leisten jetzt, erklärt Elisabeth.

Marie: „Meine Eltern sind auch enttäuscht!“

Marie hat es nicht geschafft. Sie ist vor drei Jahren beim IQ-Test auf Schloss Hansenberg durchgefallen. Sie wurde von ihrer Direktorin in Absprache mit dem Klassenlehrer nach der 9. Klasse für die Internatsschule vorgeschlagen. Begeistert sei sie damals gewesen. Man sieht der heute 19-Jährigen an, wie stolz sie war, als hochbegabt eingestuft worden zu sein.

Die Internatsschule habe beim „Tag der offenen Tür“ einen tollen Eindruck auf sie gemacht. Freunde und Jugendgruppenleiter hätten ihren Enthusiasmus eher skeptisch gesehen. „Aber die haben sich das ja auch nicht selber angeschaut!“ Dass es dann doch nicht geklappt hat, bedauert sie immer noch ein wenig. Und ihre Eltern täten das auch. Mit dem Abschluss von Hansenberg hätte sie viel bessere Chancen im Leben gehabt, als mit dem „normalen Abitur“, sagt Marie.

Marie ist früh gefördert worden. Alles, was sie während der Schulzeit und nach dem Abitur in ihrem sogenannten „Gap Year“ in Südamerika gemacht hat, war wohl durchdacht. „Wenn es schon nicht mit Hansenberg geklappt hat, dann muss ich mich ja irgendwie anders abheben“, erklärt sie.

Auch ihre Studienwahl ist exklusiv: Die Universität Freiburg hat einen neuen Studiengang eingeführt: „Liberal Arts and Science“. Marie hat sich beworben und ist unter mehreren hundert Bewerbern als eine von 80 ausgewählt worden. Endlich hat es geklappt! „Ich bin stolz zu einem kleinen Kreis zu gehören, der ein ganz besonders Studium genießen darf!“

Hanna: „Das ist nichts für mich!“

Hanna ist nicht traurig. Auch sie wurde vorgeschlagen, hat sich das Internat Hansenberg angeschaut und schon vor dem IQ-Test beschlossen: Das ist nichts für mich. „Die Schule ist komplett auf Naturwissenschaften ausgerichtet. Ich wollte dort gerne eine dritte Fremdsprache machen. Man hat mir gesagt, das ginge nicht.“ Das habe sie enttäuscht. Hochbegabt nur, wenn man Chemie, Bio und Physik kann? Dann sei sie doch lieber „normal begabt“, erklärt Hanna. Mittlerweile ist die 19-Jährige zufriedene Besitzerin des Abiturzeugnisses einer staatlichen Schule.

Neben dem Unterricht konnte sie sich in ihrem Stadtteil engagieren, hat sich mit Orgelspielen Geld dazu verdient und die meiste Zeit mit ihrem großen Hobby, dem Singen, verbracht. Der große Erfolg: Ab Oktober wird Hanna Gesang studieren. Da hat sie es ganz alleine hingeschafft. Mit Fleiß und Beharrlichkeit.

Artikelbild: © Lupo/ pixelio.de

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Sponsored Post <![CDATA[Büroaffären: Aufregend, aber heikel]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6668 2015-01-31T17:45:19Z 2014-09-14T18:27:39Z Jede dritte Affäre in Deutschland beginnt am Arbeitsplatz, so eine aktuelle Umfrage. Stimmt sie, finden viele heimliche Liebschaften zwischen Schreibtisch und Kopierer statt. Von wegen: Never fuck ... neue Einsichten gefällig?

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Jede dritte Affäre in Deutschland beginnt am Arbeitsplatz, so eine aktuelle Umfrage. Stimmt sie, finden viele heimliche Liebschaften zwischen Schreibtisch und Kopierer statt. Von wegen: Never fuck the factory…

34Prozent aller Seitensprünge bahnen sich während der Arbeitszeit an, das ist das Ergebnis einer Umfrage der Seitensprung-Fibel.de unter 1.224 Websitebesuchern. Das Büro ist demnach einer der Hotspots für amouröse Intermezzi. Jeder fünfte Seitenspringer geht laut Umfrage zwar mittlerweile online auf die Suche, aber dennoch gehört der Arbeitsplatz zu den wichtigsten Orten, um mögliche Affärenpartner kennenlernen.

Jeder Fünfte hat sich schon mal im Büro verliebt

So belegt auch eine Forsa-Studie im Auftrag des Online-Netzwerkes XING: Jeder fünfte deutsche Arbeitnehmer hat sich im Büro schon einmal verliebt.14 Prozent der Berufstätigen hatten schon mal eine Affäre im Büro, 28 Prozent der Männer und 12 Prozent der Frauen sind offen dafür.

Ein Viertel der Affären haben Weihnachtsfeiern oder Sommerfeste als Ausgangspunkt, jeweils 10 Prozent der Befragten gaben an, ihr erotisches Abenteuer habe in der Mittagspause oder an einem langen Büroabend begonnen. Das Büro als Liebesnest nutzen immerhin acht Prozent der Arbeitnehmer – sie hatten schon einmal Sex am Arbeitsplatz.

Liebe on the job

Der Beruf ist neben dem Freundes- und Bekanntenkreis der zweitwichtigste Ort des Kennenlernens für Liebesverhältnisse, sagt Wolfgang Krüger. »Zwangsläufig beginnen hier auch viele Seitensprünge«, erklärt der Berliner Psychotherapeut und Autor. Neu ist das Phänomen ihm zufolge keineswegs. »Das gab es schon immer, der Einzugsbereich der Liebe war früher sogar geringer als heute – heutzutage sind wir durch das Internet und die größere Mobilität flexibler.«

Das Büro funktioniert als Kontaktbörse – schließlich verbringen wir einen Großteil unserer Zeit bei der Arbeit. Soziologen beobachten zudem, dass der Job eine immer wichtigere Rolle spielt: Für viele Berufstätige ist er sozialer Lebensmittelpunkt, ihr Freundeskreis setzt sich ausschließlich aus Kollegen zusammen. Kein Wunder, dass sich darunter auch der ein oder andere potenzielle Affärenpartner findet.

Der Chef als Amor

Was in der Freizeit mitunter Seitensprünge verhindert, ist im Job kein Problem: der Zeitfaktor. Wer neben Beziehung, Familie und Arbeit ein amouröses Abenteuer pflegt, muss sich erstmal Zeit im Terminkalender freischaufeln.

Im Büro geht die Kontaktanbahnung automatisch, mitunter vom Chef angeordnet. Enge Zusammenarbeit, gemeinsame Mittagspausen oder ein gepflegtes Feierabendbier sind erwünscht zur Förderung eines guten Arbeitsklimas, Betriebsausflüge und Firmenfeste oft Pflichtveranstaltungen für Mitarbeiter – und günstige Gelegenheiten, um mit Kollegen auf Tuchfühlung zu gehen.

Stress und workflow fördern Liebe

Besonders kleine Arbeitsgruppen sorgen für Intimität und begünstigen Büroromanzen. Jobstress schweißt sogar zusammen: Wer etwa ein kniffliges Projekt unter großem Druck abwickelt, entwickelt manchmal euphorische Gefühle auch für beteiligte Kollegen. Hinzu kommt, dass man sich regelmäßig sieht und neben demselben Arbeitgeber auch andere Gemeinsamkeiten hat.

»Zum einen verbringt man im Büro viel Zeit miteinander, und teilt oft gemeinsame Interessen. Wenn wir zusammen um Projekte ringen, wenn uns ähnliche Themen interessieren, entsteht häufig eine vertraute Nähe«, sagt Krüger. Dann kann es auch brenzlig werden.

Was Affären im Büro gefährlich macht

Ein Flirt unter Kollegen erhöht vielleicht die Arbeitsmotivation. Zuviel allerdings kann dem Betriebsklima schaden und sich negativ auf die Arbeitsleistung auswirken. Das Begrüßungsküsschen an der Kaffeemaschine ist legitim, Sex im Konferenzraum aber tabu.

Wer allzu offen herumpoussiert, kann seine Liebschaft kaum geheim halten und muss Teamtratsch in Kauf nehmen. Überhaupt ist es schwer, eine Affäre wirklich vor Kollegen verborgen zu halten. Neid und Häme, neugierige Blicke und süffisante Bemerkungen sind da vorprogrammiert. Vor allem, wenn das ganze Team die Ehefrau kennt.

Nicht nur Moralwächter stört Liebesgeplänkel beim Arbeiten, auch verständnisvolle Kollegen können sich durch zügelloses Flirten irritiert fühlen – was für Unmut unter der Belegschaft sorgen und sogar arbeitsrechtliche Folgen haben kann.

Kündigung nach Kuscheln – darf der Chef Büroromanzen untersagen?

Ein Vorgesetzter darf sich in Beziehungen am Arbeitsplatz nicht grundsätzlich einmischen. Arbeitsrechtlich verboten sind Jobflirts und Büroromanzen nicht. Anti-Flirt-Klauseln im Arbeitsvertrag etwa verstoßen gegen das Allgemeine Persönlichkeitsrecht.

Wenn allerdings die Arbeitsleistung unter der Affäre leidet, kann der Chef eingreifen und sogar eine Abmahnung erteilen. Diese muss aber jobrelevante Argumente anführen, eine Affäre an sich reicht als Abmahngrund nicht.

Kommt es wegen einer Büroliebelei zu Komplikationen am Arbeitsplatz, kann der Arbeitgeber auch eine Veränderung des Arbeitsortes veranlassen. Das muss aber sinnvoll sein, die Zuweisung von Mehrarbeit oder die Versetzung in ein abgelegenes Büro, um das Liebesverhältnis zu unterbinden, sind nicht rechtens.

Heikel wird es bei Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen. Hier gilt das gesetzlich verankerte Gleichheitsgebot: Ein Vorgesetzter muss alle Angestellten gleich behandeln, bevorzugt er seine Geliebte, kann das arbeitsrechtliche Folgen haben. In welcher Form ist allerdings vom Einzelfall abhängig.

Guter Rat: Never fuck in the factory

79 Prozent aller deutschen Unternehmen tolerieren laut Umfrage des Magazins »Junge Karriere« Büroromanzen. Nur 21 Prozent befürchten, Leistung und Betriebsklima könnten darunter leiden. Aber zwei Drittel der Firmenchefs befürworten die Versetzung eines Partners, wenn durch eine Büroliebelei der Teamfrieden gestört wird.

Auswirkungen kann eine Jobaffäre immer haben, darum gilt etwa im prüden Amerika »no hanky-pank with the payroll« – kein Fummeln mit untergebenen Angestellten. Mehr als zehn Prozent aller Arbeitgeber untersagen laut »Wall Street Journal« im Anstellungsvertrag grundsätzlich eine »romance on the job«.

Auch wenn das in Deutschland nicht möglich ist, sollten sich verliebte Arbeitnehmer an gewisse Regeln halten. Das amerikanische Sprichwort »Never fuck in the factory« hat auch hierzulande Gültigkeit. Eine Liebesaffäre ist Privatsache – und sollte auch als solche behandelt werden.

Man solle unbedingt mögliche Folgen bedenken, rät Krüger. »Was mache ich, wenn es bei einer Affäre bleibt und es dann stressig wird, wenn ich mich trennen will? Kann ich dann der Kollegin aus dem Weg gehen oder muss ich mit ihr zusammenarbeiten? Wäre ich notfalls bereit, mich versetzen zu lassen oder zu kündigen? Ich muss mich also fragen: Was ist mir wichtiger – der Arbeitsplatz oder die Liebe?«

»So schön ein Techtelmechtel am Arbeitsplatz auch sein mag, oft wird es irgendwann kompliziert – etwa, wenn sich einer doch verliebt und entweder auf eine Partnerschaft hofft oder den Seitensprung beenden will«, erläutert Krüger. »Kränkungen und Enttäuschungen sind dann vorprogrammiert. Und das ist immer dann schwierig, wenn man sich weiterhin sieht und zusammenarbeiten muss.«

Artikelbild: © Jerzy/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Weltverbesserer: Jobs für bessere Welt gesucht]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6674 2015-01-31T17:48:37Z 2014-09-12T18:43:57Z Arbeitnehmer möchten in Unternehmen arbeiten, die ökologisch produzieren als auch sozial verantwortlich handeln. Karriere um jeden Preis? Nur jeder dritte denkt noch darüber nach, der Rest sucht ... neue Einsichten gefällig?

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Arbeitnehmer möchten in Unternehmen arbeiten, die ökologisch produzieren als auch sozial verantwortlich handeln. Karriere um jeden Preis? Nur jeder dritte denkt noch darüber nach, der Rest sucht Jobs welche die Welt verändern – und zwar zum Guten. Weltverbesserer gesucht…

68Prozent stimmten der Aussage „mir ist es elementar wichtig, dass die Produkte meines Arbeitgebers nachhaltig produziert werden und mein Unternehmen konsequent nachhaltig wirtschaftet“ zu. Wenn sie sich sozial einsetzen können, schauen zudem 47 Prozent nicht oder kaum auf die Uhr. Der Wunsch der Arbeitnehmer steht im starken Gegensatz zum Verhalten der Arbeitgeber und zur Realität in der Arbeitswelt.

Robert Haßler, CEO der oekom Research AG, schreibt im Vorwort des oekom Corporate Responsibility Reports 2014: „Auch wenn der 300. Geburtstag der Nachhaltigkeit – 1713 hatte Hans Carl von Carlowitz den Gedanken der Nachhaltigkeit erstmals für die Forstwirtschaft formuliert – publizistisch umfassend begleitet wurde, blieb das Thema im vergangenen Jahr auf der politischen und wirtschaftlichen Ebene eher wenig beachtet.“

Der Anteil verantwortlich handelnder Unternehmen sei mit 0,1 Prozent kaum gestiegen, schreibt oekom. „Gestiegen ist allerdings auch der Anteil der Unternehmen, die eine schlechte Nachhaltigkeitsleistung zeigen. Er liegt aktuell bei 53,1% nach 52,3% im Jahr 2012.“

Soziales Engagement für Arbeitgber (noch) keine Prio A

Warum klaffen Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinander? „Das gesellschaftliche Klima unterscheidet sich von den gesellschaftlichen Gegebenheiten und der Arbeitswirklichkeit“, interpretiert die Karriereberaterin Svenja Hofert. „Während Arbeitnehmer soziales und nachhaltiges Engagement zunehmend positiv bewerten, hat dieses für Arbeitgeber kaum eine Priorität.“

Es sei deutlich spürbar, dass Menschen immer stärker nach einer Arbeit suchen, die sinnvoll ist. Viele wollten bei Unternehmen arbeiten, die die Welt besser machen, etwa in einem Social Startup oder einem NGO. „Zunehmend höre ich den Namen Ashoka, wenn von Traumarbeitgebern die Rede ist“, sagt Hofert. Dieser Trend sei in der jüngeren Generation, der so genannten Generation Y, wesentlich stärker als in der älteren.

Die Karriere um jeden Preis gebe es zwar immer noch, doch gebe es mehr und mehr Aussteiger. Eine Ursache dafür sieht Hofert darin, dass die Ungleichverteilung in der Welt immer deutlicher werde und der eigene bevorzugte Status, in einem reichen Land zu leben, damit bewusster.

Ein weiterer Grund liege in der Tatsache, dass Menschen eine sinnvolle Arbeit suchten und nicht mehr nur am reinen Broterwerb interessiert seien. Die Umfrage führte das Internetportal Worklifestyle.net durch.

Artikelbild: © Dieter Schütz/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Vertrauensarbeitsplatz: Home Office für alle!]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6689 2015-01-31T20:47:20Z 2014-09-02T20:47:53Z Microsoft ist nicht das erste Unternehmen, dass sich in Deutschland für eine flexible Arbeitsplatzentscheidung seiner Mitarbeiter einsetzt, aber eines der ersten Konzerne. Eine neue Betriebsvereinbarung ergänzt das Prinzip der ... neue Einsichten gefällig?

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Microsoft ist nicht das erste Unternehmen, dass sich in Deutschland für eine flexible Arbeitsplatzentscheidung seiner Mitarbeiter einsetzt, aber eines der ersten Konzerne. Eine neue Betriebsvereinbarung ergänzt das Prinzip der „Vertrauensarbeitszeit“. Das Management will so Innovation fördern und (endlich) auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Mitarbeiter reagieren…

Egal ob im Büro, beim Kunden, im Home Office oder im Café – Microsoft Deutschland legt die Entscheidung über den Arbeitsort in die Hände seiner Mitarbeiter. Mit der „Gesamtbetriebsvereinbarung zum Arbeitsort“ kann jeder Mitarbeiter frei entscheiden an welchem Ort er arbeitet. Mit dieser Betriebsvereinbarung und dem ‚Vertrauensarbeitsort‘ schafft die Firma einen verbindlichen Rahmen, den eigenen Arbeitsplatz zu definieren. Das schaffe Klarheit für alle Mitarbeiter und Führungskräfte, erklärt Andreas Pagel, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Microsoft Deutschland.

„Anwesenheit sagt nichts über die Qualität der Leistung von Mitarbeitern aus, sondern liefert häufig sogar ein falsches Bild“, ergänzt Dr. Elke Frank, Senior Director Human Resources und Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Deutschland. „Der ‚Vertrauensarbeitsort‘ ergänzt die seit 1998 bestehende Betriebsvereinbarung zur ‚Vertrauensarbeitszeit‘ und bietet unseren Mitarbeitern nicht nur den größtmöglichen Freiraum für die persönliche Arbeitsplatz-Gestaltung, sondern liefert nun auch den rechtlichen Rahmen.”

Eigentlich selbstverständlich: Mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur

Flexibles Arbeiten gehört bei Microsoft längst zum Alltag und wird von rund 90 Prozent der Mitarbeiter genutzt. Dabei sind die Modelle durchaus unterschiedlich, denn jeder Mitarbeiter entscheidet selbst wo und wann er arbeitet. Moderne Technologien wie Cloud Services, Unified Communications Software und Social Business Tools ermöglichen dabei nicht nur den Zugriff auf alle Unterlagen, sondern erleichtern auch die Kommunikation mit den Kollegen. Eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. „Das Vertrauen in unsere Mitarbeiter steht über allem“, so Elke Frank.

“Damit das persönliche Miteinander nicht zu kurz kommt, gibt es dennoch klare Regeln für die Präsenzpflicht.”Damit das persönliche Miteinander nicht zu kurz kommt, gibt es dennoch klare Regeln für die Präsenzpflicht bei Teammeetings und Mitarbeitergesprächen. Coachings von Führungskräften und Mitarbeitern helfen beim Übergang und klären offene Fragen: Wie kommuniziere ich aus dem Home Office heraus mit meinen Kollegen? Was muss ich als Führungskraft beachten? Wie wird meine Leistung wahrgenommen?

Gen Y konform: mehr Freiheiten, zufriedene(re) Mitarbeiter

Profitieren tun dabei beide Seiten. Nach einer Umfrage des Bürodienstleisters Regus sind drei Viertel der deutschen Firmen (76 Prozent) davon überzeugt, dass flexibles Arbeiten die Produktivität der Mitarbeiter steigert. In die gleiche Richtung gehen auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Demnach bringen Unternehmen, die auf flexible Arbeitsbedingungen setzen, im Schnitt 11 bis 14 Prozent mehr neue oder verbesserte Produkte auf den Markt als Unternehmen, die ihre Mitarbeiter mit einem starren Arbeitsplatzkonzept an der kurzen Leine halten.

Darüber hinaus besteht in Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel längst eine wirtschaftliche Notwendigkeit zum Umdenken von Unternehmen. Denn der ausgeprägte Wunsch nach mehr Flexibilität wird vor allem von den Mitarbeitern selbst ins Unternehmen getragen – nicht zuletzt durch die in den Arbeitsmarkt drängende Generation Y mit ihrem Streben nach mehr Freiheit und Selbstbestimmung.

So arbeiten laut einer Studie des Centre of Human Resources Information Systems bereits heute fast 86 Prozent aller Arbeitnehmer am liebsten in einem Unternehmen, das auf flexible Arbeitsmodelle setzt. Sie sehen darin vor allem eine Möglichkeit ihre persönlichen Interessen besser zu integrieren.

Microsoft setzt auf Grundlage seiner offenen Unternehmenskultur und flacher Hierarchien konsequent auf den Ausbau flexibler Arbeitsmodelle. Dafür wurde das Unternehmen 2014 bereits zum fünften Mal mit dem Titel „Deutschlands Beste(r) Arbeitgeber“ des Great Place zu Work Institute ausgezeichnet, das dafür die Mitarbeiter in den Unternehmen befragt.

Artikelbild: © CandyBox Images/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Fernstudium: Frustfrei durchs Kursprogramm]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6671 2015-01-31T17:52:14Z 2014-08-29T18:37:03Z In vielen Branchen gehört das Studium zu den wichtigesten Schritten auf deiner Karriereleiter, ob online oder klassisch im Hörsaal, via Apps oder Aktenordner. Dazu brauchst du ein gutes Zeitmanagement, Motivation und ... neue Einsichten gefällig?

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In vielen Branchen gehört das Studium zu den wichtigesten Schritten auf deiner Karriereleiter, ob online oder klassisch im Hörsaal, via Apps oder Aktenordner. Dazu brauchst du ein gutes Zeitmanagement, Motivation und vieles mehr. Fünf Tipps die dich weiterbringen…

Mittlerweile lässt sich das Pauken an der Uni mit mehr unterschiedlichen Lebenssituationen vereinbaren, als das früher der Fall war. Die Technik macht’s möglich. Daher sehen sich immer mehr Menschen nach der Möglichkeit eines Fernstudiums um. Die aktuellen Zahlen des Fachverbands Forum DistancE-Learning belegen den Trend.

Die Fernunterrichtsstatistik für das Jahr 2012 verbucht über 411.000 Fernlerner, das entspricht einer Zunahme von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Knapp 150.000 Fernschüler absolvieren ein Fernstudium, der Rest bildet sich im sub-akademischen Bereich weiter.

Vor allem die Themensegmente Wirtschaft sowie kaufmännische Praxis rangieren mit gut 28 Prozent ganz oben auf der Beleibtheitsskala der Fernlerner. Außerdem populär zeigten sich schulische Fernlehrgänge, die 16 Prozent der Fernschüler belegten. Weitere 14 Prozent der Distance-Lernenden entfallen auf technische und betriebswirtschaftliche Fernstudiengänge sowie auf die Qualifizierung zum Übersetzer.

Zwar gibt es Unterschiede bei den Präferenzen zwischen Frauen und Männern, über alle Fächer hinweg ist das Verhältnis doch recht ausgeglichen. Im akademischen Fernstudium finden sich 45 Prozent Studentinnen, entsprechend sind 55 Prozent männliche Fernlerner.

Neuauflage vom “fliegenden Klassenzimmer”

Die steigende Beliebtheit des Fernstudiums ist nicht zuletzt einem bundesweiten Aktionstag geschuldet, dem Fernstudientag. 2015 findet der Aktionstag bereits zum zehnten Mal in Deutschland statt. Dabei bieten viele Universitäten, Institute und Fernhochschulen spannende und informative Einblicke in den Alltag des Distance-Learnings.

Dank des Online-Angebots aus virtuellen Klassenzimmern, Chats, Aktionen auf Lernplattformen und in Online-Konferenzen lassen sich ganz einfach und unverbindlich viele handfeste Informationen rund um das flexible Lernen von zu Hause aus erfahren. Der Aktionstag versucht bewusst ein breites Publikum anzusprechen. Denn nicht nur frische Schulabgänger sind unter den Fernlernern, die Unter-26-Jährigen machen nur rund 22 Prozent aus. Die große Mehrheit ist zwischen 26 und 40 Jahre alt. Weitere 25 Prozent aller Fernlerner sind über 40 Jahre alt.

Damit liegt der Altersdurchschnitt beim Fernstudium höher als an traditionellen Hochschulen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil viele Berufstätige, die sich neben dem Job weiter qualifizieren möchten, die bequeme Möglichkeit des Fernstudiums nutzen. Das Fernstudium scheint einfach perfekt in die heutige Zeit zu passen.

Flexibel, zu jeder Tages- und Nachtzeit lassen sich die Lektionen bequem online abrufen und in den heimischen vier Wänden im eigenen Tempo durchgehen. Schließlich wissen Pädagogen schon lange, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt, die nicht alle im rigiden Unisystem gleich gut klar kommen.

Soft-Skill-Setup: Selbstdisziplin & Co

Wer ein Fernstudium schafft, der beweist durchaus schätzenswerte Qualitäten. Personaler loben die Selbstdisziplin, die ein erfolgreicher Fernlerner ohne Zweifel mitbringen muss. Weitere große Pluspunkte beim Einstellungsgespräche sind die Erfahrung bezüglich des eigenen Zeitmanagements und die Fähigkeit zur Eigenmotivation, die Studenten im Fernstudium erlernt haben sollten. Wer dem Chef zeigt, dass der Abschluss in Eigenregie gut von der Hand ging, ist dem Job, oder der Beförderung, ein gutes Stück näher gekommen.

Keine Frage, so ein Uniabschluss kann die Karriere auf ein ganz anderes Level hoch katapultieren. Doch das Lernen im Fernstudium läuft anders als an einer Präsenzhochschule. Dabei sind folgende Dinge entscheidend.

Zeitmanagement – Wer auf das Fernstudium setzt hat häufig noch andere Verpflichtungen. Vollzeitjob, Familie, Kinder oder zeitraubendes Hobby – Das Fernstudium ganz nebenbei zu absolvieren ist gar nicht so leicht. Viele unterschätzen den zeitlichen Lernaufwand, denn neben den Hausaufgaben gibt es jede Menge Lesestoff. Effektives Zeitmanagement von Anfang an wird zur Notwendigkeit, um nicht schon anfangs in Hinken zu kommen und allen Verpflichtungen fair gerecht zu werden. Fernlerner sollten sich bewusst das erste Semester als Lektion in Sachen Zeitmanagement vornehmen und ihre eignen Zeitmanagementfähigkeiten analysieren.

Sollte in den ersten sechs Monaten klar werden, dass Prokrastination kein Problem ist, umso besser. Falls die “Aufschieberitis” aber zum dauerhaften Phänomen wird, gibt es Handlungsbedarf. Im ersten Semester ist genau der richtige Zeitpunkt dafür, damit der Rest des Studiums nach Plan verläuft. Dazu gehört es auch einen realistischen Plan aufzustellen. Vor allem Berufstätige neigen dazu den Stundenplan zu voll zu stopfen und unterschätzen wie anstrengend das Lernen nach Feierabend tatsächlich ist.“Berufstätige neigen dazu den Stundenplan zu voll zu stopfen und unterschätzen wie anstrengend das Lernen nach Feierabend tatsächlich ist.”

Motivation – Am Anfang ist die Motivation selten ein Problem. Je länger das Studium jedoch dauert, desto häufiger schleichen sich die quälenden Fragen nach dem “Warum” ein. Von solchen Momenten der Schwäche sollte man sich jedoch nicht runterkriegen lassen. Selbst die stärkten Athleten müssen den eigenen Schweinehund immer wieder überwinden, um siegreich aus dem Wettkampf zu gehen.

Für Fernlerner gilt deshalb: Immer das Ziel im Auge behalten! Der Preis ist der Universitätsabschluss, der viele weitere Türen im Leben öffnen wird können. Pausen und Belohnungen machen den Weg dorthin einfacher. Das können genauso kleine wie große Genüsse sein, diese sollten aber bewusst genossen werden. So tankt man Kraft und Energie für die nächste Lerneinheit.

Videokonferenzen: Emotion trifft Information

Isolation – Die eigenen vier Wände sind zwar gemütlich, beim Lernen ist der aktive Austausch aber durchaus wichtig. Viele Fernhochschulen fördern deshalb den direkten Austausch zwischen den Kommilitonen, zum Beispiel via Skype. So können Hausaufgaben gemeinsam gelöst, schwierige Aufgaben nochmal durchgesprochen oder kontroverse Themen kräftig diskutiert werden. Wer wenig Kontakt zu den weit verstreuten Kommilitonen hat, weil er zum Beispiel aus dem Ausland am Fernstudium teilnimmt, sucht sich lokal Gleichgesinnte und bildet eine Lerngruppe.

Gemeinsames Lernen in der Bibliothek oder im Café kann sehr produktiv sein. Selbst wenn die anderen in der Lerngruppe nicht im gleichen Studiengang sind, so können sie doch die Situation nachvollziehen und gegeben falls Feedback und Support geben. In der Gruppe fällt das Lernen vielen Menschen leichter, selbst wenn jeder still für sich lernt. Die Anwesenheit der anderen Gruppenmitglieder ist eine Art von Motivation.

Finde deine Lernoase!

Ablenkungen und Zeiträuber – Zuhause gibt es immer was zu tun. Sei es der Abwasch, der sich im Spülbecken türmt, die E-Mails oder das Fernsehprogramm. Studenten an Präsenzhochschulen genießen den Frontalunterricht, Fernlerner haben dagegen mit jeder Menge Ablenkungen zu kämpfen. Deshalb ist es wichtig bewusst alle Ablenkungen auszuschalten.

Eine angenehme Lernumgebung ist wichtig, dazu kann auch für den einen oder anderen Fernlerner leise Musik gehören. Der Fernseher sollte aber aus bleiben, denn die schnellen Bewegungen lenken zu stark vom Lernstoff ab. Am besten wird auch das Mobiltelefon für die Lerneinheit auf stumm gestellt. Konzentriertes Lernen klappt so einfacher.

Ortswechsel – Auf der Couch ist es zwar bequem, aber das aufrechte Sitzen ist für die Gedächtnisleistung viel förderlicher. Zu Hause neigen wir dazu uns ein wenig gehen zu lassen und das ist gar nicht gut für die Noten. Ortswechsel können wahrlich Wunder bewirken. Ein Café, die Bibliothek oder ein anderer öffentlicher Ort könnte zum optimalen Lernort werden.

Anmerkung der Redaktion: Ab und zu veröffentlichen wir in unserem Magazin sogenannte “Sponsored Posts“, so auch diesen Beitrag. Als solche entsprechend gekennzeichnet, bekommen wir dafür eine Aufwandspauschale. Statt weitere Displaywerbung zu schalten, refinanzieren wir unsere Server und Seiten lieber über Newsinhalte, die Werbekunden wie Lesern etwas “bringen”. Mehr dazu in unseren Mediadaten

Artikelbild: © IUBH

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Jugendarbeitslosigkeit: Wirtschaftsboom, was?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6676 2015-01-31T20:50:40Z 2014-08-25T18:48:58Z Die Wirtschaft brummt, fast jeder in Deutschland hat einen (mehr oder weniger gut bezahlten) Job. Wirtschaftsboom und Vollbeschäftigung in Deutschland findet eine Reihe von Jugendlichen weder Arbeit ... neue Einsichten gefällig?

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Die Wirtschaft brummt, fast jeder in Deutschland hat einen (mehr oder weniger gut bezahlten) Job. Wirtschaftsboom und Vollbeschäftigung in Deutschland findet eine Reihe von Jugendlichen weder Arbeit noch Ausbildung. Michael Jungblut nimmt diesen Widerspruch unter die Lupe…

Hunderttausend junge Menschen verlassen jedes Jahr die Schule, deren Chance gering ist, sich einen besseren Platz im Leben zu erarbeiten als ihre Eltern. „Eine Aufsteigergesellschaft sieht anders aus“, so Jungblut. „Das deutsche Schul- und Bildungssystem produziert zu viele Versager“, ist eine von Jungbluts Kernthesen. Obwohl schon jetzt der Mangel an Fachkräften in vielen Branchen spürbar ist, so der Autor, verlassen immer noch sechs Prozent der Hauptschüler die Schule ohne Abschluss.

Dies bedeute, dass jedes Jahr die Schulzeit für 50.000 Jungen und Mädchen mit einer Niederlage ende. Dies setze sich im Berufsleben fort. Aktuell sind im Jahr 2014 laut des Sozialministeriums in Deutschland etwa 200.000 Jugendliche ohne Job. Wie kleine Firmen gemeinsam 500 Ausbildungsplätze in Deutschland schaffen Jungblut will aber nicht bei der Kritik stehen bleiben, sondern Lösungswege zeigen.

Dabei stützt er sich auf die Erfahrung, die er mit einer Vielzahl von sehr unterschiedlichen Projekten sammeln konnte. Er ist seit zehn Jahren Jury-Mitglied beim Deichmann-Förderpreis für Integration. Der mit 100.000 € dotierte Preis zeichnet herausragende Projekte aus, die sich für benachteiligte Jugendliche engagieren. In seinem Buch beschreibt Jungblut viele der Preisträger-Konzepte.

Zu wenig (qualifizierte) Auszubildende

Einige stellt er als Leuchtturmprojekte vor und blickt dort intensiver hinter die Kulissen und beschreibt, wie durch stärkere Kooperation zwischen Wirtschaft, Schule und öffentlichen Einrichtungen auch scheinbar hoffnungslose Fälle den Sprung ins Berufsleben schaffen.

Nicht die Lösung aller Probleme, aber kompakt zusammengefasst...

Nicht die Lösung aller Probleme, aber kompakt zusammengefasst…

Ein solches Beispiel ist der Ausbildungsring Ausländischer Unternehmer (AAU) in Nürnberg mit seinem Geschäftsführer Rainer Aliochin. Die Organisation koordiniert und unterstützt die Ausbildung in vielen kleinen Betrieben, bei denen die Inhaber selbst einen Migrationshintergrund haben und aufgrund ihrer Betriebsgröße keine komplette Ausbildung von Jugendlichen übernehmen können.

Durch eine Verbundlösung werden hier Ausbildungsplätze geschaffen, die es sonst nicht gäbe. Der AAU koordiniert alle überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen, bietet Nachhilfe an, wenn bei den Jugendlichen Defizite festgestellt werden und hilft bei der Vorbereitung auf die Prüfungen der Auszubildenden. Der AAU bietet inzwischen 31 Lehrberufe und arbeitet mit 130 Unternehmen aus der Region zusammen. Bis Mitte 2014 haben bereits über 500 Jugendliche aus vierzig Nationen ihre Berufsausbildung beim AAU begonnen und auch erfolgreich abgeschlossen.

Ein Beispiel für Jugendarbeitslosigkeit von vielen ist die Erfahrung einer jungen Spanierin, die aufgrund der Wirtschaftskrise in ihrem Land eine Perspektive in Deutschland suchte. Sie absolviert direkt beim AAU eine kaufmännische Ausbildung und lernte die deutsche Sprache innerhalb eines halben Jahres. Inzwischen fühlt sie sich sehr wohl in Deutschland und engagiert sich in ihrem neuen Beruf. „Nur das Wetter könnte besser sein“, sagt sie lächelnd.

Artikelbild: © olly/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Generation Y: Zeit zum Leben, unser neues Statussymbol]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6682 2015-01-31T20:55:23Z 2014-08-20T19:07:58Z Wir sind fleissig, wollen aber auch nicht leben, um “nur” zu arbeiten. Wir wollen arbeiten UND leben, so die zentrale Forderung der Gen Y, nach 1980 geboren, mit ... neue Einsichten gefällig?

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Wir sind fleissig, wollen aber auch nicht leben, um “nur” zu arbeiten. Wir wollen arbeiten UND leben, so die zentrale Forderung der Gen Y, nach 1980 geboren, mit Social Media aufgewachsen, vernetzt, bestens gebildet, meist mit Abitur. Kerstin Bund, Anfang 30 hat ein Y-Generationen-Buch geschrieben…

Meine Generation hat gesehen, was herauskommt, wenn der Beruf das Privatleben dominiert: abwesende Väter, Scheidungen, ein Herzinfarkt mit 50. Das hat uns abgeschreckt. Wir leiden an einem »Hilfe, mein Vater ist Workaholic«-Syndrom. Wir sind überzeugt davon, dass sich Arbeit, Familie und Freizeit auch anders organisieren lassen, als es unsere Eltern getan haben. Wir wollen nicht leben, um zu arbeiten, wir wollen arbeiten und leben. Wir sind Vereinbarer, die alles möchten, und am liebsten alles auf einmal: Beruf plus Freude plus Sinn.

Karriere und Familie – und zwar für beide Partner. Eines steht für meine Generation fest: Auf Familie wollen wir wegen des Jobs nicht verzichten. In der letzten Shell-Jugendstudie gaben 76 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, dass man eine Familie braucht, um wirklich glücklich zu leben. Ein Wert, der in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. 69 Prozent möchten selbst einmal eine Familie gründen.

Und bei der Frage, was sie unter Wohlstand verstehen, denken mehr junge Menschen in Deutschland an »Familie haben« als an »Geld für einen längeren Urlaub«. In einer Welt, die von Unsicherheit geprägt ist, wird die Familie ein Ort der Sicherheit. Sie bietet Beständigkeit in einer sich schnell wandelnden Welt. Wenn es um Familie geht, sind wir Traditionalisten, konservativer noch als unsere Eltern.

“Sanfte Karriere” wegen verlängerter Lebensarbeitszeit

Meine Generation will Familie, Beruf und Freizeit besser vereinbaren als unsere Eltern. Das führt dazu, dass wir dem Job nicht mehr alles unterordnen. Wir wollen nicht arbeiten, bis wir umfallen. Wir haushalten mit unseren Kräften. Denn wir wissen, dass wir in der Arbeitswelt noch sehr lange durchhalten müssen.

Die Regierung hat alles getan, um unsere Lebensarbeitszeit zu verlängern. Unsere Schulzeit wurde um ein Jahr verkürzt, unsere Studiengänge wurden gestrafft, Wehr- und Zivildienst gestrichen, das Rentenalter wurde um zwei Jahre angehoben – alles, um dafür zu sorgen, dass wir schneller auf den Arbeitsmarkt kommen und länger in die Steuer- und Sozialkassen einzahlen.

Meine Generation weiß, dass sie noch 40 Jahre oder länger im Job überstehen muss. Deshalb streben wir nach »sanften Karrieren«. Wir wollen nicht 40 Jahre lang am Anschlag arbeiten und dann ausgebrannt in Kur fahren müssen. Gewiss, wir stellen dem Job auch mal ein paar Jahre alles hintan, aber dann muss es auch wieder Zeiten geben, in denen wir uns mehr aufs Private konzentrieren – wenn wir eine Familie gründen oder uns um einen kranken Angehörigen kümmern.

Unsere Karrieren gleiten in Wellen dahin: Auf Phasen, in denen wir uns voll auf den Beruf konzentrieren, folgen Phasen, in denen wir andere Schwerpunkte setzen. Manchmal fahren wir auch weg, sehr weit weg. Auf meinen Reisen durch Zentralamerika und Asien habe ich viele junge Leute getroffen, die gerade eine Auszeit nahmen.

Es waren keine Aussteiger, die arbeitsflüchtig durch die Länder dieser Welt streiften. Im Gegenteil: Es waren Menschen, die zu Hause anspruchsvolle Jobs hatten und beruflich erfolgreich waren. Da war der belesene US-Marineoffizier, der sechs Monate mit einem kleinen Rucksack um die Welt reiste, bevor er sein MBA-Studium an der noblen Harvard Business School aufnehmen wollte.

Die angehende Ärztin aus Schweden, die in einem guatemaltekischen Kinderkrankenhaus voluntierte, bevor sie zu Hause ihre Facharztprüfung ablegen würde. Der englische Programmierer, der in einem buddhistischen Kloster in Kambodscha Englisch unterrichtete, bevor er als Projektmanager zu einem IT-Konzern wechselte. Oder die Grafikerin aus München, die ihren Job gekündigt hatte und ein paar Wochen in einem Aschram meditierte, um herauszufinden, wie es beruflich für sie weitergehen sollte.

Mehr Auszeiten, neue Kraft und Orientierung

Meine Generation nutzt Auszeiten, um Kraft zu tanken und sich neu zu orientieren. Viele von uns folgen keinem Karriere-Masterplan. Wir möchten nicht erst am Ziel, sondern schon auf dem Weg dorthin glücklich sein. Viele unserer Väter wollten auf dem schnellsten Weg nach oben kommen. Am Gipfel waren sie dann häufig so erschöpft, dass sie die Aussicht nicht mehr genießen konnten. Das leuchtet meiner Generation nicht ein. Wir legen lieber unterwegs mal eine Verschnaufpause ein und genießen die Aussicht nicht erst am Gipfel. Vielleicht kommen wir später ans Ziel, aber wir fallen oben nicht um. Wir sind nicht bereit, jahrzehntelang zu buckeln, um dann festzustellen, dass wir all die Jahre nicht gelebt oder drei Burnouts hinter uns haben.

Wir wollen gesund bleiben. Wahr ist aber auch: Viele von uns wollen überhaupt nicht mehr ganz nach oben. Das spürt man vor allem dort, wo Hierarchien noch eine große Rolle spielen, zum Beispiel in den Anwaltsbüros. Früher fingen die besten Junganwälte in einer Großkanzlei an und arbeiteten auf den Partnerstatus hin – zehn, 15 Jahre lang. Dazu gehörte die Bereitschaft, sich aufzuopfern. Heute will längst nicht mehr jeder Einsteiger Partner werden. Man merkt es auch in den Krankenhäusern, wo viele junge Ärzte den Chefarztposten gar nicht erst anstreben; ja selbst an Schulen, wo es zunehmend schwierig wird, die Stelle des Rektors zu besetzen.

Neue Karriereziele: lieber Experte als Chef sein

Nein, wir müssen nicht unbedingt Chef werden. Viele von uns wollen es gar nicht, wie Studien belegen: Die Personalberatung Odgers Berndtson etwa hat herausgefunden, dass Manager, die 32 Jahre oder jünger sind, deutlich weniger gerne führen als ältere Managergenerationen. Und wenn sie führen, dann nicht um des Führens willen. Wichtiger sind ihnen die Arbeitsinhalte und die Möglichkeit, ihre persönlichen Stärken zu entfalten.

Ein Buch von/für die Gen Y: "Glück schlägt Geld"

Ein Buch von/für die Gen Y: “Glück schlägt Geld”

Woran das liegt? Ich glaube, dass es mehrere Gründe sind. Zum einen fragen wir – also die Gen Y – uns, warum wir für die vage Aussicht, in zehn Jahren vielleicht einmal Chef zu werden, jahrelang alles ertragen sollen? Dafür ist uns unser Leben zu schade. Außerdem haben viele von uns keine Lust auf die politischen Spielchen und taktischen Manöver, die in Führungsetagen häufig nötig sind, um nach oben zu kommen und sich an der Spitze zu halten. Wir wollen der Sache dienen, nicht der Macht.

Und schließlich ist man als Manager mit allem Möglichen beschäftigt, nur nicht mehr mit seinen ursprünglichen Aufgaben. Statt Fachdiskussionen führt man nun Gehaltsgespräche. Statt sich in eine Materie zu vertiefen, sitzt man in Meetings herum. Das sagt vielen in meiner Generation nicht zu. Je mehr sie sich reinhängen, je höher sie in der Hierarchie steigen, desto größer werden auch ihre Verantwortung, der Druck und der Preis, den sie für den Erfolg bezahlen.

Das ist wie bei einem Würstchen-Wettessen, bei dem der Preis, den es zu gewinnen gibt, noch mehr Würstchen sind. Deshalb streben viele junge Beschäftigte heute eine Fachlaufbahn an. Untergebene? Brauchen sie nicht. Sie wollen lieber selbstbestimmt arbeiten, an der Sache und am Ergebnis orientiert.

Freude und Sinn statt Macht und Status

Einige Unternehmen haben darauf bereits reagiert. Der Automobilzulieferer Bosch etwa bietet seit vielen Jahren eine Fachkarriere an – mit der gleichen inhaltlichen Weiterentwicklung und den gleiche Gehaltsstufen wie bei der Führungslaufbahn. Die Fachleute haben bei wichtigen Entscheidungen sogar ein Vetorecht. Auch bei Audi können Experten eine Topposition erreichen, ohne Führungsverantwortung zu übernehmen. Das Unternehmen hat dazu sogar eine umfassende Befragung gemacht.

Das Ergebnis: Nur 42 Prozent der Audi-Mitarbeiter, die 1980 oder später geboren sind, streben überhaupt noch eine Führungslaufbahn an, ebenfalls 42 Prozent wollen lieber eine Fachlaufbahn einschlagen, und 16 Prozent sehen sich später als Projektleiter. Meine Generation ist bereit, viel zu leisten, aber wir müssen nicht mehr die klassische Konzernkarriere machen. Sie erscheint uns zu starr, zu hierarchisch, zu sehr abhängig von interner Politik. Ein anerkannter Experte auf einem Gebiet zu sein ist vielen wichtiger, als ein Team von 50 Mitarbeitern zu führen.

Wir sind anders motiviert als unsere Eltern. Harte Prinzipien wie Gehalt, Macht und Status treiben uns viel weniger an als die Aussicht auf eine Arbeit, die Freude macht und einen Sinn stiftet. Der Job ist für uns mehr als ein Job, er ist Ausdruck der eigenen Identität, eine Form von Selbstverwirklichung. Geld ist uns wichtig, aber Geld ist nicht alles. Wenn man meine Generation fragt, ob wir mehr Geld oder mehr Zeit wollen, sagen wir meistens: mehr Zeit. Herr über seine Zeit zu sein – das ist unser Statussymbol.

 Artikelbild: © Syda Productions/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Arbeitszufriedenheit: Jeder Dritte “richtig glücklich”]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6680 2015-01-31T21:00:13Z 2014-08-20T18:57:18Z Glaubt man einer einer aktuellen Umfrage mögen drei Viertel der Deutschen ihren Job. Nur sieben Prozent haben überhaupt keinen Spaß daran. Stärkster Motor für die Motivation: Berufliche Herausforderungen, aber – ... neue Einsichten gefällig?

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Glaubt man einer einer aktuellen Umfrage mögen drei Viertel der Deutschen ihren Job. Nur sieben Prozent haben überhaupt keinen Spaß daran. Stärkster Motor für die Motivation: Berufliche Herausforderungen, aber – natürlich – auch die vielen Kontakte am Arbeitsplatz, die wir in dieser Form zu Hause oder im Verein nicht jeden Tag haben. Die Details…

75 Prozent der deutschen Arbeitnehmer macht der aktuelle Job Spaß. Jeder Dritte ist sogar richtig glücklich damit. Was die Berufstätigen am meisten motiviert? Vor allem lieben sie es, Herausforderungen zu meistern, um auf ihr Arbeitsergebnis stolz sein zu können. Das gilt besonders für Arbeitnehmer ab 55 Jahren. Zudem fördern ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag, die Aussicht auf Gehaltssteigerung und eine gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeit das Wohlbefinden. Frauen genießen öfter als Männer den Kontakt und Austausch mit Kollegen und Kunden. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Umfrage “Beruf und Karriere 2014″ der CreditPlus Bank AG.

Mit dem Job ist es scheinbar so wie mit dem Wetter: Alle beschweren sich darüber, aber im Grunde sind sie zufrieden. Der großen Mehrheit (75 Prozent) macht ihre Arbeit täglich Freude – bei weiteren 18 ist es tagesformabhängig, fünf Prozent sind eher unzufrieden und nur zwei Prozent haben gar kein Vergnügen. Am motiviertesten sind die Berufseinsteiger: 37 Prozent der 25 bis 34-Jährigen geben an, uneingeschränkt großen Spaß im Job zu haben – im Vergleich zu einem
Drittel über alle Altersgruppen. Mit Beginn der Familienphase rücken offenbar wieder andere Dinge in den Vordergrund als der Traumjob, denn bei den 35- bis 44-Jährigen liegt der Anteil der “Jobliebhaber” nur noch bei einem Viertel.

Herausforderung: mehr als nur ein Karriere-Kick

Für 92 Prozent der Berufstätigen ist der Job mehr als nur reiner Gelderwerb. Um tagtäglich motiviert an die Arbeit zu gehen, brauchen sie keine stressfreie Tätigkeit, sondern suchen Herausforderungen: 27 Prozent der Bundesbürger macht es stolz, Ergebnisse zu produzieren und Schwierigkeiten zu meistern. Damit ist Zufriedenheit über die eigene Leistung das am häufigsten genannte Motiv für hohen Arbeitseinsatz. Auf Platz zwei landet die Abwechslung im Joballtag:
18 Prozent möchten im Beruf etwas erleben – neue Situationen und Menschen kennenlernen. 15 Prozent spornt der Gedanke an, mit Ehrgeiz im Job auch das Gehalt steigern zu können, und so einen höheren Lebensstandard zu genießen. 14 Prozent der Befragten wollen eine Tätigkeit ausüben, die sinnvoll für die Gesellschaft ist.

Frauen schätzen Teamarbeit

Ebenfalls unter den Top fünf der Anreize landet der soziale Kontakt zu den Arbeitskollegen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während für 14 Prozent der Frauen Teamarbeit und der Austausch mit Kollegen Motivationsgrund Nr. 1 sind, sind es bei den Männern nur 10 Prozent. Als reines Mittel zum Zweck des Gelderwerbs sehen jedoch weder Männer noch Frauen ihren Beruf: Gerade einmal acht Prozent sind dieser Meinung. Die überwältigende Mehrheit strebt nach einem Job, der sie glücklich macht.

Für vier von zehn Arbeitnehmern kommt ein “Karriere-Kredit” in Frage 42 Prozent der deutschen Arbeitnehmer würden zum Wohl der Karriere einen Kredit aufnehmen, vier Prozent weniger als im letzten Jahr. Am ehesten sind die Deutschen bereit, für die Gründung eines eigenen Unternehmens ein Darlehen in Anspruch zu nehmen.

Jeder Sechste kann sich das vorstellen – im Vorjahr waren es noch etwas mehr (18 Prozent). Dafür rückt die Finanzierung eines Auslandsjobs mehr in den Vordergrund: Einer von zehn Deutschen würde mit einem “Karriere-Kredit” die Kosten zum Leben und Arbeiten im Ausland decken, 2013 waren es nur acht Prozent. Ebenfalls zehn Prozent würden damit eine spezielle Aus- oder Weiterbildung finanzieren – dieser Wert ist fast gleich geblieben (2013: 11 Prozent).

Hintergrund:

An der repräsentativen Studie “Beruf und Karriere 2014″ der
CreditPlus Bank AG haben sich 1.006 Bundesbürger beteiligt. Die
Befragungen wurden im Juni 2014 durch das Marktforschungsinstitut
YouGov online durchgeführt.

Artikelbild: © Minerva Studio/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Arbeitsfetisch: Bist du (auch) nützlich?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6684 2015-01-31T21:04:18Z 2014-08-16T19:19:35Z Keine Party ohne die bohrende Frage »Und, was machst du so?« Arbeit bestimmt unseren sozialen Stellenwert, so viel wie nie: Sag mir, was du arbeitest – und ich ... neue Einsichten gefällig?

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Keine Party ohne die bohrende Frage »Und, was machst du so?« Arbeit bestimmt unseren sozialen Stellenwert, so viel wie nie: Sag mir, was du arbeitest – und ich sag dir, wer du bist. So schaut’s aus in unserer Leistungsgesellschaft. Patrick Spät rechnet in seiner Streitschrift mit Marktgläubigen ab. Ein Auszug…

In der schönen neuen Arbeitswelt speist sich auch unser individuelles Selbstwertgefühl unmittelbar aus unserem Job, wir definieren uns zu einem ziemlich großen Teil über die Art und Weise, wie wir unsere Brötchen verdienen. Und weil dieses Schubladendenken auch im Umgang mit unseren Mitmenschen allzu praktisch ist, fragen wir sie immer gleich nach ihrer Arbeit.

Auf einer ebensolchen Party erzählte mir mal ein Syrer, der wegen des dortigen Bürgerkriegs als Flüchtling in Deutschland gestrandet war: »Es gibt kein Wort, das ich bei den Deutschen öfter höre als das Wort machen. Ihr macht ständig irgendwas … ihr macht belegte Brote, ihr macht eine Party, ihr macht Musik, ihr macht sogar eine Pause und Urlaub! Ruht ihr euch eigentlich auch mal wirklich aus?« Der Syrer lächelte verschmitzt. Er hatte natürlich recht: Machen, machen, machen. Wir sind pausenlos auf Draht und – machen irgendwas.

Lohnarbeit, Gartenarbeit, Beziehungsarbeit, Blowjob – alles ist zur Arbeit geworden. Wir arbeiten an unserem Körper, an unserer Lebensweise und an unserem Liebesglück. Die Arbeit ist das Lebenselixier des modernen Menschen, ein Fetisch, mit dem wir uns lustvoll selbst geißeln. Von Kindesbeinen an wachsen wir mit dem Imperativ auf, »etwas aus uns zu machen«. Dieser Befehl dröhnt ständig in unseren Ohren, mit jedem Vorhaben, das wir aushecken. Und erst recht mit jedem Vorhaben, das wir ausschlagen.

Wir sollen also »etwas aus uns machen«. Ja, sind wir denn nicht schon etwas? Menschen zum Beispiel? Die Arbeit ist heute der unangefochtene Maßstab, mit dem wir unser Gegenüber bewerten. »Martha Musterfrau, 38, Rechtsanwältin«, »Max Mustermann, 56, Lagerist« – keine Talkshow, keine TV-Doku, bei der hinter dem Namen einer Person nicht direkt auch ihr Beruf erwähnt wird. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Apropos: Sogar auf den Grabsteinen eines Wiener Friedhofs las ich Sätze wie »Hier ruht Maximilian Bradow, Schlossermeister«. Herr, erlöse uns von der Arbeit!

Diese Wehklage zu äußern, ist riskant, denn eine Kritik an der Arbeit ist ein gesellschaftliches Tabu: Es gilt als anrüchig, den Sinn von offensichtlich sinnfreien Jobs infrage zu stellen, über gesundheitsschädliche Arbeit zu motzen oder ganz einfach die Faulheit zu glorifizieren. Wer offen sagt, dass er keinen Bock hat zu arbeiten und dass mitnichten jede Arbeit besser ist als keine Arbeit, der steht im Generalverdacht, zu verlottern und andere dazu anzustiften, es gleichzutun – mit dem Endergebnis, dass die ganze fleißige Gesellschaft in den Abgrund stürzt.

Mantra unserer Zeit: Ich arbeite, also bin ich

Wie konnte es dazu kommen? Wie steht es tatsächlich um unsere Arbeitsgesellschaft? Was macht der Arbeitswahn mit uns? Und wie können wir uns von ihm befreien? Fragen über Fragen, deren Beantwortung dem Schreiber etwas – da haben wir sie wieder – Arbeit bereiten wird. Aber am Ende steht die Hoffnung, dass wir uns vom Arbeitsfetisch lösen. Dass wir endlich wie- der leben.

Wer kennt das nicht: Man sitzt mit Freunden bei einem Bier und plötzlich schießt einem durch den Kopf, was man arbeitsmäßig noch alles erledigen muss – hier eine E-Mail, da ein Auftrag oder Projektbericht, dort ein zu reparierendes Auto. Die Laune ist getrübt. Kaum bei der Arbeit angekommen, sehnt man sich nach dem Feierabend. Oder träumt von Ferien, Ruhe, vielleicht auch von weißen Sandstränden. Und was, wenn die Träume in Erfüllung gingen? Die Gedanken wären sicherlich schon bald wieder bei der Arbeit. Ein verfluchter Teufelskreis.

Der Arbeitswahn hat sich, bewusst oder unbewusst, tief in unsere Köpfe eingenistet – und verfolgt uns noch im Schlaf: Das häufigste Thema in den Träumen der Deutschen ist ihre Arbeit (34 Prozent), es folgen Reisen (27 Prozent) und Verstorbene (22 Prozent). Und auf die hypothetische Frage, was man nach einer Entlassung samt Abfindung für ein halbes Jahr machen würde, antworten lediglich 8 Prozent: meinen Traum verfolgen, und 13 Prozent: Urlaub machen, aber 72 Prozent: mich gleich um eine neue Arbeitsstelle bewerben.

Friedrich Nietzsche beschrieb in seiner Fröhlichen Wissenschaft (1882) mit treffenden Worten, wie der Arbeitswahn des modernen Menschen die Muße zerstört: »Die atemlose Hast der Arbeit – das eigentliche Laster der neuen Welt – beginnt bereits durch Ansteckung das alte Europa wild zu machen und eine ganz wunderliche Geistlosigkeit darüber zu breiten. Man schämt sich jetzt schon der Ruhe; das lange Nachsinnen macht beinahe Gewissensbisse. Man denkt mit der Uhr in der Hand, wie man zu Mittag isst, das Auge auf das Börsenblatt gerichtet, – man lebt, wie einer, der fortwährend etwas ›versäumen könnte‹. […]

Erste-Welt-Probleme und das schlechte Gewissen

Die Arbeit bekommt immer mehr alles gute Gewissen auf ihre Seite: der Hang zur Freude nennt sich bereits ›Bedürfnis der Erholung‹ und fängt an, sich vor sich selber zu schämen. ›Man ist es seiner Gesundheit schuldig‹ – so redet man, wenn man auf einer Landpartie ertappt wird. Ja, es könnte bald so weit kommen, dass man einem Hange zur vita contemplativa (das heißt zum Spazierengehen mit Ge- danken und Freunden) nicht ohne Selbstverachtung und schlechtes Gewissen nachgäbe. – Nun! Ehedem war es umgekehrt: die Arbeit hatte das schlechte Gewissen auf sich. […] das ›Tun‹ selber war etwas Verächtliches.«3 Die Zeichen mehren sich.

Im September 2012 schaffte die spanische Regierung eine uralte Tradition des Nichtstuns ab: die Siesta zwischen 14 und 16 Uhr. Man darf heute kaum noch sagen, dass man auf der faulen Haut gelegen hat, dass man dem permanenten Druck entflohen ist und sich ent-spannt hat. Der Kommentar unserer ach so fleißigen Mitmenschen ist vorprogrammiert: »Na, du hast es ja gut, dir heute einen Lauen zu machen.« Hinter solch simplen Kommentaren verbirgt sich nichts anderes als die moralische Keule der Arbeitsideologie: Deshalb schämen sich viele fürs Nichtstun, und hetzen sich weit über das (überlebens)notwendige Maß. Das schlechte Gewissen nagt unerbittlich an denen, die über die Stränge schlagen und auch nur einen Hauch zu viel faulenzen.

Von Frankreich sagen die Deutschen gerne: Dort arbeite man, um zu leben – in Deutschland aber lebe man, um zu arbeiten. Auch wenn der Arbeitswahn die fran- zösischen Gemüter ebenso befallen hat wie die deutschen, steckt in dem Spruch doch ein Funken Wahrheit: Wenn ein Franzose mitteilt, er müsse nun zur Arbeit, erhält er als Antwort ein »Bon courage!«, was so viel heißt wie »Kopf hoch!« oder »Nur Mut!«. In Deutschland jedoch wünscht man »Frohes Schaffen!«, und wenn hierin eine Prise Ironie liegen sollte, muss man sie mit der Lupe suchen.

Patrick Spät nimmt unseren Arbeitsfetisch auf die Schippe…

Patrick Spät nimmt unseren Arbeitsfetisch auf die Schippe…

Die Arbeit steht im Zentrum unseres Lebens, es gibt kein Außerhalb der Arbeit, sie erfasst unseren Alltag, unser Leben. Unser Ich geht arbeiten, es ist zur »Ich-AG« mutiert. Wie wäre es mal mit dem Wagnis einer Ohne-mich-AG? Kaum auszudenken. Denn »wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen«, wie es bereits in der Bibel beim Apostel Paulus heißt (2 Thess 3,10).

Es gibt unzählige Regalmeter von Büchern, die den Zusammenhang zwischen den Ideologien der Arbeit und des Christentums untersuchen. Die Kurzfassung lautet: »Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen« (Gen 3,19). Mit diesen Worten werden im Alten Testament Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben. Arbeit ist zwar auch in der Antike und im Mittelalter mit Mühsal und Plage verbunden, aber sie ist schlichtweg eine menschliche Notwendigkeit und kollektive Bußtätigkeit:

Der Sündenfall brachte die Vertreibung aus dem Garten Eden und Verurteilung der Menschen zum Arbeitsdienst auf Erden. Die Zeit der mühelosen Labsal und Wonne war definitiv vorbei. Was vormals eine Buße der Menschheit gewesen war, wurde aber bald zu einem Gottesdienst des Individuums: Seit der Reformation – als Martin Luther 1517 seine Thesen ans Tor der Schlosskirche zu Wittenberg hämmerte – ging die Zahl der arbeitsfreien Feiertage von 156 auf 2 zurück. Während die Menschen im vermeintlich düsteren Mittelalter die Hälfte des Jahres die Füße hochlegten, gab es seit der Reformation nur noch den Sonntag sowie Ostern und Weihnachten als arbeitsfreie Tage, den Rest der Zeit wurde geschuftet.

Arbeit war schon in der Bibel ein heiliges Gut, seit Luther aber wurde sie zum gnadenlosen Gottesdienst. Vormals glaubten die Menschen, dass man mit jedem Beruf in der Ständegesellschaft selig werden könne. Es war schlichtweg sinnlos, sich übermäßig abzurackern, solange man seine Arbeit einigermaßen meisterte. Seit der Reformation aber galt: Gottes Wohlwollen will verdient sein. Weltlicher Erfolg galt fortan als untrügliches Zeichen dafür, dass man von Gott auserwählt war – und nicht in der Hölle, sondern im Himmel landete.

Arbeitswille, Erbe der Reformation

»Wenn wir nur unserem Beruf gehorchen, so wird kein Werk so unansehnlich und gering sein, dass es nicht vor Gott bestehen und für sehr köstlich gehalten würde. Unsere Arbeit, unser Broterwerb ist Gottes- dienst und heilig. Müßiggang und Prasserei sind es, die die Menschen verderben. Darum arbeitet fleißig und lebt bescheiden, meidet Rausch, Tanz und Spiel. Das sind die Versuchungen des Teufels.« Diese Worte stammen aus der Feder eines weiteren Arbeitsfanatikers: Johannes Calvin, der die Gedanken Luthers verbreitete und dabei stark zuspitzte.

Vier Jahrhunderte später zeigte der Soziologe Max Weber in seinem Klassiker Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (1904), wie sehr die Lehren der Reformation auf die Denk- und Handlungsweise des Kapitalismus Einfluss genommen hatten: Gottes Wege sind unergründlich. Wer wird erlöst und wer nicht? Diese offene Frage empfanden viele als quälend – und sie folgten der »Lösung« Calvins, sich durch harte Arbeit zu empfehlen. Wirtschaftlicher Erfolg, disziplinierter Fleiß und rastlose Arbeit im Diesseits waren von nun an die einzigen Indikatoren für eine Erlösung im Jenseits.

Damit waren Luther und Calvin die Ersten, die den Be- griff der Arbeit durchweg positiv besetzten. Natürlich predigten sie nicht, dass Arbeit Spaß macht. Vielmehr sollten die Menschen Freude am Leid der Arbeit empfinden angesichts der paradiesischen Aussichten, die ihnen verheißen waren, nachdem sie sich zu Tode ge- schuftet hatten. Während Jesus noch ein glücklicher Arbeitsloser war, wurden Faulheit und Zeitvergeudung spätestens jetzt zur buchstäblichen Todsünde.

Der kollektive Sündenfall und die individuelle Tod- sünde der Faulheit verfolgen uns bis heute. Nicht zufällig drohte 2006 der damalige SPD-Arbeitsminister Franz Müntefering mit den Worten Paulus’: »Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!« Der eigentliche Sündenfall aber ist die Arbeit selbst! Dabei ersetzen die säkularen My- then einfach die vormals religiösen, es gibt ein Recycling des Glaubens: In Zeiten, wo die Menschen immer weniger an Gott und erst recht an die Kirche glauben, ist die Arbeit zur neuen Religion emporgestiegen. Und sie weist alle Merkmale einer Religion auf: unhinterfragte Vergötterung ihres Sinnstifters, Inkaufnahme schmerzhafter Entbehrungen, übersteigerte Symbole und Riten sowie eine rigorose Bestrafung all jener, die partout nicht »glauben« wollen. Wer nicht arbeiten will, muss fühlen.

Artikelbild: © alphaspirit/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Orientierungshilfe: Finde den Ausbildungsberuf der zu dir passt!]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6687 2015-02-01T07:17:35Z 2014-08-12T19:36:02Z Und was machst du so? Kaum eine Party, bei der diese Frage nicht innerhalb der ersten Minuten eines Smalltalks gestellt wird. Wir ziehen einen Grossteil unseres Selbstwertgefühls ... neue Einsichten gefällig?

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Und was machst du so? Kaum eine Party, bei der diese Frage nicht innerhalb der ersten Minuten eines Smalltalks gestellt wird. Wir ziehen einen Grossteil unseres Selbstwertgefühls aus unserer Arbeit, um so wichtiger ist die Ausbildung um später in einem guten Job arbeiten zu können. Schüler können mit dem Berufswahlpass herausfinden, wo ihre Stärken und Interessen liegen und sich auf entsprechende Ausbildungsstellen bewerben…

Der Berufswahlpass ist seit Juli 2014 offizieller Partner der Initiative Bildungsketten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das BMBF unterstützt damit noch mehr junge Menschen auf ihrem Weg, sich für einen geeigneten Beruf zu entscheiden. Aktuell werden jährlich über 130.000 Berufswahlpässe durch die Schulen den Jugendlichen an die Hand gegeben. Er ist das meist eingesetzte Medium für die berufliche Orientierung.

„Von der Einbindung des Berufswahlpasses in die Initiative Bildungsketten profitieren die jungen Menschen, weil mit dem Berufswahlpass die verschiedenen Maßnahmen zur Berufsorientierung abgestimmt und aufeinander bezogen werden. Der Berufswahlpass ist ein zentraler Begleiter auf dem Weg in den Beruf“, sagt Anne Roth, Koordinatorin der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass in der Servicestelle Bildungsketten.

Meist eingesetzte Medium für Berufsorientierung

Der Pass begleitet die Jugendlichen u.a. dabei, Betriebspraktika auszuwerten oder den Bewerbungsprozess zu gestalten, Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz zu schreiben oder den nächsten Lernabschnitt zu organisieren. Herausgegeben wird der Berufswahlpass von der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass, der 13 Bundesländer, das BMBF und die Bundesagentur für Arbeit angehören.

„Die Koordination der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass durch die Servicestelle Bildungsketten stellt sicher, dass der Berufswahlpass im Schulterschluss mit den Ländern weiterentwickelt und verbindlich eingesetzt wird“, erklärt der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass, Dr. Alfred Lumpe, aus Hamburg.

Als Teil der Initiative Bildungsketten kann der Berufswahlpass von weiteren Akteurinnen und Akteuren aktiv in den Berufswahlprozess eingebunden werden. So können etwa Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter den Berufswahlpass nutzen, um die nächsten Schritte mit den jungen Menschen zu planen oder Ergebnisse aus den Gesprächen über die berufliche Selbsterkundung und berufliche Perspektiven darin zu dokumentieren. Die verschiedenen Stationen des Berufswahlprozesses lassen sich systematisch planen und miteinander verknüpfen.

Artikelbild: © Volker Witt/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Arbeitgeberwahl: Marke(ting) und Moneten für Consulting-Affine]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6627 2015-02-01T07:20:25Z 2014-08-05T18:30:16Z Unternehmensberatungen rangieren mit Investment-Banken und Dax30-Konzern unter den Top10 der beliebtesten Arbeitgeber für Absolventen. Wie wichtig ist Ihnen eine bekannte Marke auf dem Lebenslauf, welche Rolle spielen die ... neue Einsichten gefällig?

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Unternehmensberatungen rangieren mit Investment-Banken und Dax30-Konzern unter den Top10 der beliebtesten Arbeitgeber für Absolventen. Wie wichtig ist Ihnen eine bekannte Marke auf dem Lebenslauf, welche Rolle spielen die Moneten? Die Kollegen von sqeaker.net haben den Beraternachwuchs gefragt. Wir stellen einige Statements vor…

Zu Beginn ein kleiner Realitätscheck aus dem Brennglas der Generation Y: Zwei Drittel der Consulting-Interessierten erwarten ein Angebot für eine Festanstellung im Anschluss an das Praktikum, ohne erneute Bewerbungsrunden bestehen zu müssen; ein Drittel erhielt diese Karriereoption wirklich. Beim Gehalt siehts ähnlich anders aus: Die Erwartungen an das Gehalt von Consulting-Praktikanten liegen im Schnitt höher als das tatsächlich gezahlte Durchschnittsgehalt.

Bei den Aufgaben muss zwar kaum einer Kaffee kochen, aber das Erstellen von Präsentationen hat den höchsten Praktikumsanteil. Weniger intensiv als erwartet sind der Kundenkontakt sowie das Maß an Eigenverantwortung. Von A nach Z auch noch ein paar Worte zur gedachten Exit-Option: Fast zwei Drittel der Teilnehmer halten eine Tätigkeit bei einem ehemaligen Kunden für die optimale Exit Option. Überrascht?

Fakt ist: Kampf um Top-Talente wird immer wichtiger, auch und gerade bei Consultingfirmen die wie McKinsey damit werben, die Besten (Kunden durch ihre Berater) noch besser zu machen. Die Ergebnisse der squeaker.net-Studie sind auch außerhalb der Consulting-Branche für Employer Branding- und Recruiting-Verantwortliche interessant. Denn: die Bewerberzielgruppe der „Consulting-Affinen“ – gute Noten, gepflegte Umgangsformen, zwei Fremdsprachen, zweiter Hochschulabschluss, Auslandsaufenthalte, “Drive” – wollen eigentlich alle größeren Unternehmen einstellen.

“ Was ich schon immer zum Thema Arbeitgeberwahl sagen wollte“

  • Die eigene Darstellung und die Darstellung des Unternehmens sollten passen. In einem Auswahlprozess wirst nicht nur du geprüft, sondern du prüfst auch das Unternehmen.
  • Als Absolvent ist es schwierig sich einen richtigen Einblick in dieses riesige Feld zu verschaffen. Die Masse an Möglichkeiten überfordert einen manchmal.
  • Am wichtigsten finde ich persönlich, dass einem die Arbeit Spaß machen sollte (insbesondere auch das Umfeld mit den Kollegen) und man nicht ausschließlich für die Arbeit lebt.
  • Arbeit ist richtig rockig und sexy!
  • Auch das Bauchgefühl zählt!
  • Bei der Wahl der Arbeitgeber ist der persönliche Kontakt eines der wichtigsten und zugleich rarsten Güter.
  • Bei der Wahl eines Arbeitgebers ist mir enorm wichtig, dass das Unternehmen ganzheitlich zu mir als Arbeitnehmer passt.
  • Company Benefits, sowie eine gute Atmosphäre sind mir sehr wichtig, dann arbeite ich auch gern und automatisch länger.
  • Das Gesamtpaket aus Arbeitsklima, Unternehmenskultur, Gehalt und zukunftsorientierten/internationalen Aktivitäten sollte stimmen.
  • Das Image eines Arbeitgebers fällt sehr ins Gewicht bei der Auswahl der passenden Stellen.
  • Der Arbeitgeberwahlprozess verändert sich dramatisch. Die Studenten sind wohlbehütet aufgewachsen und es fehlte ihnen an nichts. Das Thema Selbstverwirklichung und Work-Life Balance ist daher weit bedeutender als z.B. das Thema Arbeitsplatzsicherheit.
  • Der Mittelstand wird immer attraktiver. Bei großen Unternehmen und Beratungen besteht kaum die Möglichkeit noch große Veränderungen/Innovationen zu begründen.
  • Die Karriereoptionen, die den Absolventen heutzutage zur Verfügung stehen sind überragend. Arbeitgeber sollten authentisch sein und eine Wertekultur leben, um attraktiv zu sein.
  • Ehrliche, kontrollierte und anonyme Erfahrungsberichte auf squeaker.net sind eine wichtige und sinnvolle Hilfe im Bewerbungsprozess bzw. bei der Auswahl interessanter Arbeitgeber.

“Geld ist nicht alles”, eine der Karriere-Einsichten der Consulting-Excellence-Studie…

  • Eine gelungene Recruiting-Veranstaltung kann mich als Absolvent deutlich in meiner Arbeitgeberwahl beeinflussen.
  • Für mich persönlich bilden Effizienz, flache Strukturen, Kontinuität und sehr gute Teamarbeit die wichtigsten Punkte. Sollten dann noch die zu mir passenden Werte vertreten werden, ist es ein für mich in Frage kommender Arbeitgeber.
  • Gehalt wird überbewertet – denn nichts ist wichtiger als eine Unternehmensstruktur in der sich gegenseitig geholfen wird und wo es in 90% der Fälle Spaß macht morgens ins Büro zu kommen.
  • Ich empfehle den Einstieg bei Hidden Champion Beratungen. Der Beratungsmarkt in Deutschland verändert sich extrem, und außer den Top Beratungen (Bain & Company, McKinsey, Boston Consulting Group) werden sich nicht mehr viele mit ausschließlicher Strategieberatung über Wasser halten können. Die persönlichen Entwicklungschancen sind bei den Hidden Champions wesentlich höher (siehe z.B. OC&C, h&z Unternehmensberatung, Barkawi).

Ich liebe neue Challenges!

  • Ich liebe Recruiting-Events! Aber bitte nicht immerzu diese wahnsinnig umfangreichen Bewerbungen dafür, dass schafft man neben dem Studium einfach nicht. Ich würde gerne öfter teilnehmen, aber mit dem Bewerbungsaufwand geht das nicht!
  • Ich stelle mir drei Fragen: 1. Passe ich zu dem Unternehmen/der Unternehmenskultur? 2. Wie schnell kann ich mich entwickeln und Verantwortung übernehmen? 3. Welche Möglichkeiten gibt es, international tätig zu sein?
  • Ich verbringe viel Zeit im Büro, deswegen nehme ich mir auch ausreichend Zeit meinen künftigen Arbeitsplatz auszuwählen.
  • Macht euch den Bewerbern sympathisch!
  • Man sollte nicht zu sehr auf den jeweiligen Universitätsschnitt schauen und lieber auf Einstellungstests und Assessment Center zurückgreifen, da einem sonst viele mögliche Talente entgehen.
  • Man sollte sich ein genaues Bild von jeder Firma machen bevor man sich bewirbt. Deshalb habe ich mich auf www.squeaker.net angemeldet denn dort findet man ‘Insider Wissen’ direkt von den Usern.
  • Meine Generation der Absolventen sehnt sich nicht nach Jobs bei denen man 65 Stunden die Woche arbeiten muss, sondern nach Jobs wo man eine gute Work-Life Balance haben kann sodass man auch Zeit hat anderen schönen Dingen im Leben nachzugehen. Generell würde ich sagen das den meisten 4 Punkte besonders wichtig sind: Balance, Gehalt, Karriere Progression, Arbeitsklima. Andere Faktoren wie Internationalität oder Engagement für soziale Projekte sind sehr individuelle Faktoren, aber diese 4 sind sehr wichtig.
  • Mir ist es wichtig morgens aufzustehen.
  • Money doesn’t take it all.“Money doesn’t take it all.”
  • Persönlicher Kontakt zu Beratern ist beim Einstieg Gold wert.
  • Sehr komplizierte und aufwändige Online-Bewerbungstools führen manchmal dazu, sich gar nicht mehr zu bewerben.
  • squeaker.net erleichtert mir die Arbeitgeberwahl deutlich
  • Unabhängige Bewertungen und Erfahrungsberichte wie auf squeaker.net sind unbezahlbar.
  • Unternehmenskultur und gehaltvolle Arbeit sind wichtiger als Gehalt oder Work/Life-Balance.
  • Verantwortung übernehmen zu dürfen ist deutlich wichtiger als Geld.
  • Wichtig ist, dass man eine Stelle in einem Unternehmen findet in welchem Leute arbeiten mit denen man 8-16 Stunden pro Tag zusammenarbeiten möchte.
  • Wichtig ist ein kollegiales, aber auch professionelles Umfeld, welches einen unterstützt und weiterbringt.
  • Wichtig sind vor allem Empfehlungen von Freunden und eigene Erfahrungen!

Artikelbild: © rico287/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Talentauswahl: Perlen finden statt Klone casten]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6636 2015-02-23T08:50:44Z 2014-08-01T09:37:09Z Wie können Unternehmen nicht nur anders, sondern besser und erfolgreicher sein? Sabine Hübner und Carsten Rath beschäftigen sich in ihrem Buch „Das beste Anderssein ist Bessersein“ unter anderem mit ... neue Einsichten gefällig?

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Wie können Unternehmen nicht nur anders, sondern besser und erfolgreicher sein? Sabine Hübner und Carsten Rath beschäftigen sich in ihrem Buch „Das beste Anderssein ist Bessersein“ unter anderem mit Talentauswahl und der Frage, ob Fachkräftemangel auch Talentemangel impliziert. Ein Auszug…

Nun: Wir könnten jetzt einstimmen in das große Gejammer namens „Fachkräftemangel“ und Ihnen versichern, dass Sie nur deshalb noch keinen exzellenten Service bieten, weil es sie in unserer mindestens vom Aussterben bedrohten Bevölkerung gar nicht gibt, die exzellenten Fachkräfte. Dass Sie gar nichts dafür können, wenn Ihr Unternehmen noch meilenweit weg ist von Service-Excellence. Dass die Lage also aussichtslos ist. Das tun wir aber nicht.
Sag mir, wo die Fachkräfte sind

Denn zum Glück wissen wir genau wie Sie, dass das Unsinn ist. Fachkräftemangel gibt es zwar tatsächlich. Aber nur in wenigen Branchen und Regionen, ansonsten handelt es sich um Medienrummel und um ein wunderbares PR-Argument für alle, die ihre Brötchen mit Personalfragen und Demografieprognosen verdienen – und das sind viele.

Fakt ist: Exzellente Fachkräfte sind da

Sie schauen nur manchmal ein wenig anders aus als die Klischeevorstellung einiger Personaler. Wir hatten zum Beispiel einmal einen Bewerber aus China, der kaum ein Wort Deutsch sprach. Alles, was er konnte, hatte er sich selbständig mit Online-Programmen beigebracht. Doch er war wild entschlossen, in Deutschland eine Ausbildung und dann Karriere in der Hotelbranche zu machen. Er überzeugte uns.

Und nach der Ausbildung zeigte sich: Er war nicht nur in Sachen Service sehr viel besser als seine einheimischen Kolleginnen und Kollegen, sondern übertrumpfte sie außerdem im Fach Rechtschreibung – und schloss seine Prüfungen als bester Absolvent des gesamten Bundeslandes ab. Zugegeben: Hier waren wir ein Risiko eingegangen – und es hat sich gelohnt. Wir haben gewagt und gewonnen. Und einmal mehr gesehen: Leidenschaft und Passion sind ein enorm starker Motor. Alles lässt sich trainieren, aber nicht diese Haltung. Der junge Kandidat hat übrigens wirklich Karriere in der Hotelbranche gemacht.

“Gewöhnliche Methoden spülen gewöhnlich geföhnte Bubis und Barbie-Puppen im Business-Look ins Unternehmen. Durchschnitt statt Excellence.”Um es einmal zuzuspitzen: Die Zahl der rasend gut aussehenden, blutjungen, top ausgebildeten Bewerber aus gutem Hause mit reichlich Auslandserfahrung, vier verhandlungssicheren Sprachen und Doppelstudium ist begrenzt. Und: Außergewöhnliche Bewerber lassen sich nicht mit gewöhnlichen Recruitingmethoden finden. Denn gewöhnliche Methoden spülen gewöhnlich „geföhnte Bubis und Barbie-Puppen im Business-Look“ ins Unternehmen. Durchschnitt statt Excellence.

Auswahlkriterien nach Unternehmensrelevanz

Nun gibt es Unternehmer, die denken sich: „Okay, dann wähle ich Kandidaten möglichst quer gedacht aus, vielleicht bei einer Wanderung in den Alpen, auf einer Lego-Baustelle oder in einem Internet-Ballerspiel!“ Alle diese Fälle gibt es tatsächlich! Nur fürchten wir, dass Unternehmen auch damit nicht wirklich weiter kommen. Denn quer gedacht ist noch lange nicht richtig gedacht. Kreativ gedacht ist nicht zwingend relevant gedacht. Und anders denken heißt noch lange nicht, den Nagel auf den Kopf treffen. Anders ist nicht gleich relevant. Denn was sagt ein Gipfelsturm, eine Legomonumentalbauplanung oder der Sieg über den endboss über Excellence im Job aus? Nichts. Gar nichts.

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Wer will das nicht: gut aussehende, überaus motivierte Strahlemänner (und -frauen) im Büro. Was man dafür unternehmen bzw. unterlassen muss…

Besser erscheinen uns da die Strategien, die anders mit relevant verbinden: So sucht das Softwareunternehmen SAP aktuell gezielt nach begabten Autisten für spezielle Programmierarbeiten. Und das Projekt “discovering hands”® setzt den überlegenen Tastsinn blinder und sehbehinderter Frauen im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung ein.

Das Problem: In vielen Unternehmen wurden weder relevante Kriterien noch strategische Konzepte rund um das Thema Talentauswahl festgelegt. Vor lauter Ratlosigkeit werden dann Bewerber eingestellt, die gute Noten mitbringen. Nach dem Motto: Ein gutes Testsiegel ist ein guter Anfang. Aber heißt eine volle Punktzahl in Altgriechisch, dass der Kandidat Sinn für Service-Excellence mitbringt? Natürlich nicht.

Immer wieder werden auch Bewerber eingestellt, die so sind wie alle anderen Mitarbeiter. Insbesondere so, wie der auswählende Interviewer. Oder wie der Chef. Stellen Sie sich das mal auf dem Fußballfeld vor: Elf Stürmer, oder noch schlimmer, elf Torwarte. Der Moment des Wiedererkennens eines alten Musters löst ein angenehmes Gefühl im Personalerbauch aus – dem ein oder anderen reicht das schon als Indiz.

Gleich und Gleich gesellt sich (nicht) immer gern

So kommt es, dass in einer Firma lauter erbsenzählende Biedermänner unterwegs sind und in der nächsten Firma lauter innovative Chaoten – und sich die Ersten über ihre geringe Innovationskraft beklagen, während sich die Zweiten wundern, warum sie die Finanzen nicht in den Griff bekommen. Das ist auch der Grund dafür, dass in vielen Unternehmen alle Mitarbeiter aus der gleichen sozialen Schicht stammen. Sie bekommen auch mit schlechteren Qualifikationen die Jobs, „weil sie den richtigen Anzug getragen und gewusst haben, auf welche Art von Small Talk der Personalchef anspringt“.42

Fakt ist: Mit dem Prinzip „Musterschüler“ und mit der Methode „Gleich und gleich gesellt sich gern“ – manche sprechen auch von „ähnlichem Stallgeruch“ – finden Unternehmen gerade nicht solche Kandidaten, mit denen sich Service-Excellence leben lässt. Nur mehr vom Gleichen.

“Talentmanagement kann als Reaktion auf veränderte Bedingungen in den globalen Märkten verstanden werden, die insgesamt zu einem schärfer werdenden Wettbewerb um qualifizierte und talentierte Mitarbeiter beitragen:

  • Der demografische Wandel führt zunehmend zu einem Mangel an Fach- und Führungskräften vorwiegend in den westlichen Industrieländern.
  • Der Wandel hin zur Wissensgesellschaft weckt einen gesteigerten Bedarf an qualifizierten und kreativen Mitarbeitern
  • Innovation und Innovationsfähigkeit entwickelte sich in den westlichen Industrieländern zum entscheidenden Faktor für Wettbewerbsfähigkeit. Damit einher geht ein besonderer Bedarf an innovationsfähigem Personal”
Sabine Hübner und Carsten K. Rath sind das Gründerduo von RichtigRichtig.com – einer Management- und Unternehmensberatung mit Fokus auf Leadership- und Service-Excellence. Als Impulsgeber steht RichtigRichtig.com Unternehmen von der Beratung über die Strategieentwicklung bis hin zur Umsetzung und Qualitätsmessung zur Seite…

Artikelbild: © Andriy Petrenko – Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Arbeitsplatz: Chef, so sieht mein Traum-Office aus!]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6620 2015-02-01T07:26:13Z 2014-07-24T09:00:45Z Wer sich im Job wohlfühlt, bringt bessere Leistungen. Wir haben Fakten gesammelt, worauf Arbeitnehmer Wert legen, was ihnen im Job fehlt und wo sie bei der Bürogestaltung ... neue Einsichten gefällig?

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Wer sich im Job wohlfühlt, bringt bessere Leistungen. Wir haben Fakten gesammelt, worauf Arbeitnehmer Wert legen, was ihnen im Job fehlt und wo sie bei der Bürogestaltung Luft nach oben sehen. Christoph Weissenböck berichtet…

Machen Sie kurz den Selbstcheck: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem aktuellen Arbeitsplatz? Fehlt es Ihnen manchmal an der nötigen Ruhe? Haben Sie genug Licht? Fühlen Sie sich wohl? Fragen, die man vom eigenen Vorgesetzten eher selten gestellt bekommt – die aber von Zeit zu Zeit aufs Tapet kommen sollten.

Optimum: Ein Büro wie zuhause

Eine aktuelle karriere.at-Studie, durchgeführt von marketagent.com, hat die Stimmung der Österreicher hinsichtlich ihrer Bürosituation erhoben und sie gefragt, was sie sich von ihrem absoluten Traum-Office erwarten. Die Antworten zeigen, dass es Grundbedürfnisse sind, die das Ranking der Wünsche anführen.

Anders gesagt: Das, was im Eigenheim meist wichtig ist, sollte auch ein Büro haben. 23 Prozent nennen helle Räume, 15,5 Prozent größtmögliche Ruhe und 14,9 Prozent viel Platz als wichtigste Kriterien eines perfekten Arbeitsplatzes. Ebenfalls unter den Top-Five sind ein gutes Raumklima (10,8 Prozent) und Zimmerpflanzen (9,6 Prozent).

Grundsätzlich glücklich, aber…

Das Studienergebnis, für das 509 in Büro arbeitende Österreicher zwischen 20 und 65 Jahren befragt wurden, dürfte die Arbeitgeberseite in erster Linie freuen, denn ganz grundsätzlich fühlt sich die heimische Workforce wohl am Arbeitsplatz: Drei von vier sehen ihr Office positiv (36,5 Prozent sogar „sehr“), nur ein knappes Fünftel ist hier ambivalent und überhaupt nur 3,5 Prozent sagen, dass sie mit ihrer Arbeitsumgebung überhaupt nicht zufrieden sind.

Junge und Manager fühlen sich am wohlsten

Was hier besonders ins Auge sticht, ist, dass sich junge Arbeitnehmer, genauer gesagt die Gruppe der 20- bis 29-Jährigen an ihren Arbeitsplätzen überdurchschnittlich wohl fühlen – bei den Kollegen über 50 fällt dieser Wert hingegen massiv. Ebenfalls spannend: Führungskräfte fühlen sich zu 42,9 Prozent sehr wohl, bei ihren Untergebenen liegt dieser Wert jedoch lediglich bei 34,3 Prozent.

Woran es hapert …

Dass nicht alles eitel Wonne ist, erklärt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von marketagent.com: „Der Detailblick auf den Arbeitsplatz und dessen Ausstattung zeigt, dass durchaus noch in einigen Bereichen Potenzial besteht. So werden beispielsweise Konzentrationsfähigkeit am Arbeitsplatz, ausreichende Beleuchtung und ein optimaler Schreibtischsessel von jeweils über 65 Prozent der Befragten als sehr wichtig erachtet.

Im Vergleich dazu gibt nicht einmal jeder Zweite an, dass diese Aspekte auch in zufriedenstellendem Ausmaß auf den derzeitigen Arbeitsplatz zutreffen. Es können beispielsweise lediglich 29,3 Prozent voll und ganz bestätigen, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz gut konzentrieren können.“

“Der Arbeitsplatz ist jene Stelle im Betrieb, einer Verwaltung oder einer Organisation, an welcher ein abhängig Beschäftigter seine im Rahmen des Arbeitsverhältnisses geschuldete Tätigkeit erbringt. Der zu Grunde liegende Arbeitsvertrag kann ferner die Vereinbarung eines bestimmten Arbeitsortes (das sind beispielsweise eine Gemeinde, eine Stadt, ein Einödhof usw.) enthalten. Als Arbeitsplatz wird umgangssprachlich der Ort, das Unternehmen oder die Position bezeichnet, an dem ein Arbeitnehmer in einer sozialversicherungspflichtigen (auch geringfügig beschäftigten oder als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme finanzierten) Tätigkeit beschäftigt ist. Die selbstständige Beschäftigung wird landläufig nicht als „Arbeitsplatz“ bezeichnet.”

 Christoph Weissenböck ist bei karriere.at, Österreichs größtem Jobportal, für Unternehmenskommunikation zuständig. Unter anderem schreibt er auch für das karriere.blog über Themen aus der HR- und Karrierewelt…

Artikelbild: © GG-Berlin/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Pflegebranche: Pro & Contra der Berufsausbildung]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6623 2015-02-01T07:27:23Z 2014-07-23T11:23:33Z Mit jedem Jahr mehr Pflegebedürftige in unserem Land. Die veraltete deutsche Gesellschaft braucht dringend mehr und vor allem professionelles Pflegepersonal, hat sie aber (noch) nicht. Grund: Die junge Generation hat ... neue Einsichten gefällig?

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Mit jedem Jahr mehr Pflegebedürftige in unserem Land. Die veraltete deutsche Gesellschaft braucht dringend mehr und vor allem professionelles Pflegepersonal, hat sie aber (noch) nicht. Grund: Die junge Generation hat keine Lust mehr, eine Ausbildung im Pflegebereich zu beginnen. Wir haben die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammengefasst, es doch zu wagen…

Viele junge Leute assoziieren eine Arbeit als Pfleger/in mit viel anstrengender und harter Arbeit und niedriger Vergütung. Früher sagte man, dass die Arbeit von Pflegearbeitskräften auf das Folgen von Anweisungen des Ärzten, Leeren von Nachttöpfen und Kümmern von Senioren konzentriert war.

Die falschen Vorstellungen von einem Job im Pflegebereich

Viele dachten auch daran, dass ein Job im Pflegebereich nur für diejenigen, die Pech beim Studium gehabt und schlechte Kenntnisse im Bereich der Medizin bekommen haben, ist.

Dazu verstehen viele junge Leute, dass dieser Beruf in der Pflege nicht sehr populär ist. Aber die Bundesregierung bemüht sich, diese Situation zu verbessern und mehr Vergünstigungen bei der Ausbildung der jungen Generation anbietet.

Wie Pflegebranche attraktiver machen?

Man erlebt einen Mangel von jungen Leuten bei der Ausbildung im Pflegebereich. Die Bundesregierung hat sich beschlossen, eine Reform der Pflegebranche umzusetzen. Auf solche Weise hofft man mehr junge Menschen anzuziehen.

Die Reform besteht aus solchen Punkten: der kostenfreien Ausbildung im Pflegebereich, Kombination von Allgemeinwissen mit anderen Spezialfächern und einer Wechsel zwischen verschiedenen Pflegebereichen.

Optionen zur Ausbildung im Pflegebereich?

​Es gibt fünf Ausbildungsarten im Pflegebereich, darunter Heilerziehungspflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Auf solche Weise bietet Deutschland mehr Möglichkeiten bei der Pflegeausbildung im Vergleich mit anderen europäischen Ländern.

“Optional studiert man Pflegemanagement, Pflegewissenschaft und Pflegepädagogik.“Pflege als Studienfach wurde an vielen Fachhochschulen und einigen Universitäten eingeführt. Optional studiert man Pflegemanagement, Pflegewissenschaft und Pflegepädagogik. Die Anforderungen an medizinische Fachkräfte sind hoch. Man arbeitet im Team – der Pfleger mit dem Arzt.

​Was sollen Pfleger beruflich machen?

In der Regel setzt ein Studium für das Pflegepersonal drei Jahre voraus. Es besteht aus zwei Teilen: ein schulischer (das Studium an Berufsfachschulen) und praktischer (Krankenhäuser). Beim Studium im Pflegebereich verdient ein Auszubildender bereits Geld. Jobs finden sich bei Portalen wie Jobtonic, hier eine Auswahl für Berlin und anderen Webseiten.

Klar, dass die Pflegeausbildung gute und schlechte Seiten hat:

Vorteile der Pflegeausbildung

Der Hauptvorteil der Pflegeausbildung ist ein Umgang mit Menschen. Von der sozialen Seite ist dieser Job sehr menschlich. Man kümmert sich um die kranken und alten Leute, die hilflos sind und auf die Hilfe und das Verständnis von anderen hoffen.

Der andere Vorteil liegt an der Vielseitigkeit dieses Berufes. Der Pflege soll immer viel zu tun. Die Aufgaben sind mannigfaltig. Zusätzlich kann ein Aufgabengebiet unterschiedlich sein. Es hängt von der Spezifika des Pflegebereiches ab. Der Gesundheits- und Krankenpfleger soll den Patienten medizinische Versorgung leisten, beim Altenpflegen soll man sich um den Alltag von Patienten kümmern.

Nachteile der Pflegeausbildung

Als Hauptnachteil steht auf dem ersten Platz die schlechte Bezahlung. Das Pflegepersonal ist (fast) immer unterbezahlt.

Diese Arbeit ist psychisch und körperlich anstrengend. Als Pfleger soll man physische Kräfte haben, um der kranken oder alten Person mit der Bewegung zu helfen. Was die psychische Anstrengung angeht, bleibt man immer sehr nah mit dem menschlichen Kummer und Tod.

Die Arbeit vom Pfleger in drei Wechselschichten bringt mehr Stress. Die Arbeit in den Nächten ist sehr schädlich für den menschlichen Körper.

Leider kann man bei dieser Arbeitsstelle die medizinische Bürokratie nicht vermeiden. Man soll immer alle medizinische Unterlagen mit Vorschriften des Arztes ausfüllen. Diese Prozedur nimmt mehr Zeit und bringt Stress.

Immer mehr Zeit in der Pflege fließt in die bürokratische Erfassung der Arbeit. Es wird ganz genau festgehalten, wie es dem Patienten geht, welche Medikamente er erhält und was bei der Pflege festgestellt wurde. Mit dieser Aufgabe ist ein Pflegender mehrere Stunden am Tag beschäftigt. Das ist Zeit, die im Umgang mit dem Menschen später fehlt.

“Für die Pflegebranche können durch eine Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nach § 11 AEntG verbindliche Mindestarbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dieser Branche, insbesondere ein Mindestlohn, festgelegt werden. Der Inhalt der Mindestarbeitsbedingungen wird dabei abweichend von anderen Branchen nicht in einem Mindestlohntarifvertrag festgelegt, sondern von einer Kommission vorgeschlagen, der Gewerkschaften und nicht kirchliche Pflege-Arbeitgeber sowie Dienstgeber und Dienstnehmer der Kirchen angehören. Bisher wurden allerdings noch keine Mindestarbeitsbedingungen für die Branche festgelegt.”

Artikelbild: © Jan Thomas Otte

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Julia Bergner <![CDATA[WhatsApp: Chatten mit dem Chef]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6613 2015-02-01T07:30:55Z 2014-06-06T06:58:45Z Jogi Löw fand das Spiel gegen Polen verbesserungswürdig. Und schickt das “seinen Jungs” mal eben via WhatsApp rüber. Die deutsche Nationalmannschaft kommuniziert mittlerweile mit ihrem Chef über ... neue Einsichten gefällig?

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Jogi Löw fand das Spiel gegen Polen verbesserungswürdig. Und schickt das “seinen Jungs” mal eben via WhatsApp rüber. Die deutsche Nationalmannschaft kommuniziert mittlerweile mit ihrem Chef über den Nachrichtendienst. Viele andere schicken ebenso Kurznachrichten hin und her, arbeitsbedingt. Aber aufgepasst: Es gibt Spielregeln. Julia Bergner hat die wichtigsten zusammengefasst…

WhatsApp ist als Kurzmitteilungsdienstleister mittlerweile fest etabliert in der Arbeitswelt. Der Gebrauch des Instant-Messaging-Service hat durchaus Vorteile: Die Idee, die einem beim Sonntagsspaziergang kommt, ist via WhatsApp schnell versendet und geht nicht beim anschließenden Grillen im heimischen Garten zwischen Steaks und Bratwürsten wieder verloren. Der kranke Kollege kann sich durch die Fotos von der verpassten Präsentation, die wir über den Dienst verschicken, auf dem Laufenden halten.

Aber man kann auch in eine ganze Reihe Fallen tappen. Deshalb hier eine kleine Gebrauchsanweisung, damit die Kommunikation mit den Vorgesetzten und Mitarbeitern fachlich sauber und professionell bleibt:

Hauptsache professionell

1. Bei Facebook sind wir inzwischen fast alle mit unseren Kollegen, dem unmittelbaren Vorgesetzten oder sogar dem obersten Boss befreundet. Wir wissen, wie wir sie in Gruppen schieben, denen gewisse Partyfotos oder Posts verborgen bleiben. Auch bei WhatsApp kann man (bei Apple relativ einfach, bei Android mit einem gewissen Aufwand) die Funktion „war zuletzt online um …“ ausschalten. Schließlich braucht unser Chef nicht unbedingt zu wissen, dass wir die letzte Nacht bis halb zwei mit unserer besten Freundin gechattet haben.

2. Die gleiche Funktion ist auch dienlich bei der Frage: Bis wann muss ich die Anfragen meiner Vorgesetzten beantworten? Grundsätzlich haben wir natürlich eine vorgegebene Arbeitszeit. Sollte sich der Boss danach noch melden, liegt es im eigenen Ermessen, ob die Beantwortung der Nachricht noch dringlich ist. Entscheidest Du dich für „Nein“ und der Boss hat aber den zweiten Haken hinter seinem Satz gesehen, könnte das unter Umständen kein gutes Licht auf Dich werfen.

3. Die automatische Worterkennung ist eine tolle Erfindung. Leider errät sie nicht immer sofort den Begriff, den wir meinen. Auch die Groß- und Kleinschreibung will überprüft werden. Auf die Schnelle vergessen wir oft, dass man Nomen groß schreibt. Deshalb (auch wenn’s billig klingt): Vor dem Abschicken immer die Rechtschreibung checken!

4. Unser Chef ist nicht unser Freund. Auch wenn wir mit ihm vertraut sind, uns eventuell sogar duzen: Die meisten Leitungspersönlichkeiten in deutschen Firmen legen laut Umfragen Wert auf Etikette. “Eine Nachricht an den Boss via WhatsApp beginnt mit korrekter Anrede und schliesst mit einer Abschlussformel, wie die Email im Büro.”Eine Nachricht an den Boss via WhatsApp beginnt mit korrekter Anrede und schliesst mit einer Abschlussformel, wie die Email im Büro.

5. WhatsApp kennt über 350 verschiedene Smileys – auch Emoticons genannt. Du kennst bestimmt auch die Nutzer, die mit den kleinen Gesichtern nur so um sich schmeißen – oder Du bist selber einer von ihnen. In der Kommunikation mit Arbeitskollegen und Chefs empfiehlt es sich allerdings, die Finger von heulenden, lachenden oder Beifall klatschenden Fratzen zu lassen.

Missverständnisse meiden

6. Aus unserer privaten Nachrichtenversendung kennen wir das Gefühl: Er hat uns total missverstanden! Das haben wir um Himmels Willen doch gar nicht so gemeint! Deshalb solltest Du bei der Business-Verwendung von WhatsApp daran denken: Formuliere immer kurz, prägnant und absolut unmissverständlich. Nur reine Fakten transportieren. Dann kann am wenigsten schief gehen. So braucht man übrigens auch keine Smileys.

7. Der große Vorteil von WhatsApp: Man kann Fotos verschicken. Das große Problem: Nicht alles ist sinnvoll. Ein Foto von einer Präsentation für den kränkelnden Kollegen oder als Gedächtnisstütze – na klar. Ein Bild vom blühenden Rapsfeld, nachdem man die Eine-Million-Euro-Idee mitgeteilt hat – vielleicht dann eher doch nicht. Deshalb in aller Regel: Keine Schnapp-Schüsse versenden.

“Mittlerweile (Stand: März 2013) werden über Whatsapp täglich mehr als siebzehn Milliarden Nachrichten verschickt.Damit konnte die Zahl der täglichen Nachrichten binnen zehn Monaten (Oktober 2011 bis August 2012) mehr als verzehnfacht werden. Laut App Monitor Deutschland des Magazins Focus nutzten im September 2012 rund 42,9 Prozent der befragten Android-Smartphone-Nutzer den WhatsApp-Messenger. Whatsapp hat in Deutschland nach eigenen Angaben vom 16. Januar 2014 mehr als 30 Millionen aktive Nutzer.”

Julia Bergner machte ihr “Volo” bei der Nachrichtenagentur idea spektrum. Sie hat zu diesem Thema mit einigen Leuten gesprochen. Und anschliessend Vorteile, Nachteile und eine Art Verhaltenskodex zusammengefasst…

Artikelbild: © Joachim Kirchner/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Karriere über Leichen: Jenseits von Böse]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6476 2015-02-01T07:41:58Z 2014-05-30T16:06:25Z Karriere über Leichen? Mehr als ein Sprichwort: Nichts schockiert so sehr wie die Abgründe menschlicher Realität. Uta Eisenhardt hat als Gerichtsreporterin viele verrückte Geschichten mitbekommen und auf 300 ... neue Einsichten gefällig?

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Karriere über Leichen? Mehr als ein Sprichwort: Nichts schockiert so sehr wie die Abgründe menschlicher Realität. Uta Eisenhardt hat als Gerichtsreporterin viele verrückte Geschichten mitbekommen und auf 300 Seiten in einem Buch zusammengefasst. Hier ein Auszug des Realitätskrimis…

So viel noch vorab: Uta Eisenhardt wirft einen Blick hinter sonst verschlossene Türen, in den Maßregelvollzug, wo psychisch kranke Verbrecher oft für immer weggesperrt werden. Sie spricht mit Tätern, Richtern und Gutachtern über unfassbare Verbrechen, bei denen Vorstellungskraft und Recht an ihre Grenzen stoßen.

Christian hegte große Hoffnungen, sich wieder einmal verlieben zu können. In die junge, hübsche Franziska aus dem Internet-Forum, die davon träumte, entführt, gewürgt und vergewaltigt zu werden. Er war fast doppelt so alt wie sie, ein promovierter Wissenschaftler. Franziska genoss seine Aufmerksamkeit. Sie lenkte sie ab von ihren Problemen am Arbeitsplatz, einer kürzlich beendeten Beziehung und von den Eltern, die sie nicht zu verstehen schienen.

Vier Monate lang chatteten die beiden intensiv, dann verabredeten sie sich. Sie wollten gemeinsam ihre Fantasien ausleben. Franziska ahnte nicht, dass Christian nicht nur ein Anhänger von mehr oder weniger gewöhnlichen Sadomaso-Spielen war. Seit Jahren erwarb er regelmäßig nekrophile Pornos, die zeigten, wie Männer ihre Sexualpartnerinnen auf grausame Art töteten und sich dann an ihnen vergingen.

Als das Paar sich schließlich traf, bat Franziska ihn, sie zu „überfallen“, Christian sollte sie etwa dreißig Sekunden lang würgen und anschließend „vergewaltigen“. Aus dem inszenierten Spiel wurde tödlicher Ernst. Christian verlor jede Kontrolle über sein Handeln. Das, was er seit Jahren fantasiert hatte, wurde Wirklichkeit. Als er wieder klar denken konnte, war es zu spät. Er konnte nicht begreifen, was er getan hatte. Am liebtsten wollte er sterben. Sein Leben erschien ihm sinnlos.

Der psychiatrische Gutachter sagte, der hoch intelligente Wissenschaftler sei ein Sadist und zwar ein krankhafter, weil er nicht in der Lage war, im Einvernehmen mit seiner Sexualpartnerin zu handeln. Er empfahl dem Gericht, den Täter nicht ins Gefängnis, sondern in den „Maßregelvollzug“ zu schicken.
So werden die forensisch-psychiatrischen Krankenhäuser bezeichnet, für die ich mich in diesem Zusammenhang zum ersten Mal näher interessiert habe. Maßregelpatienten sind vermindert schuldfähige oder gar schuldunfähige Straftäter: Sie konnten nicht erkennen, dass sie etwas Unrechtes tun.

Falls doch, konnten sie sich nicht entsprechend verhalten – weil sie zur Tatzeit entweder schwachsinnig oder psychisch krank waren, an einer schweren Persönlichkeitsstörung litten beziehungsweise unter einer sexuellen Abweichung. Wenn solche Menschen dauerhaft krank sind und weiterhin eine Gefährdung von ihnen zu befürchten ist, werden sie im Maßregelvollzug untergebracht. Der Begriff für dieses Spezialgefängnis im Gewand einer Klinik existiert seit 1933, als in Deutschland die bereits seit der Jahrhundertwende diskutierte sogenannte „Zweispurigkeit des Strafrechts“ installiert wurde. Seither wird unterschieden zwischen „Strafen“ und „Maßregeln“.

8.000 Patienten

Etwa achttausend Patienten – ungefähr zehn Prozent von ihnen sind Frauen – leben deutschlandweit in rund siebzig solchen Einrichtungen. Sie müssen dort so lange bleiben, bis sie entweder nicht mehr krank oder nicht mehr gefährlich sind. Im Durchschnitt vergehen bis zur Entlassung auf Bewährung sechs bis acht Jahre, bei einem Viertel der Betroffenen sind es mehr als zehn Jahre. Von diesen verlassen etliche die Anstalt nur in Richtung Pflegeheim oder im Sarg.
Die Geschichte von Christian und Franziska habe ich ausführlich in meinem letzten Buch Am Dienstag habe ich meinen Vater zersägt – Die härtesten Fälle einer Gerichtsreporterin geschildert. Auch darüber hinaus beschäftigte mich das Schicksal dieses vielseitig interessierten Mannes, der sein halbes Leben noch vor sich hatte. Wie mochte er seine Zeit hinter den Mauern einer forensischen Klinik verbringen?

Wie leben die Insassen dort miteinander, die übrigens nicht immer nach Geschlechtern getrennt sind? Mit welchen psychischen Krankheiten haben es die Ärzte im Maßregelvollzug zu tun? Welche sind heilbar, welche nicht? Wie kommt es zu Irrtümern bei psychiatrischen Gutachten? Wie manipulierbar sind die Ärzte und Therapeuten bei ihrer Entscheidung, wenn es um Vollzugslockerungen geht? Wie leben Richter und forensisch-psychiatrische Gutachter mit der Verantwortung, einen einst gefährlichen Täter in die Freiheit zu entlassen? Oder andersherum, wie mit der Schuld, einen womöglich harmlosen Bürger lebenslang der Freiheit beraubt zu haben?

Auf der Suche nach Antworten trug ich nicht nur die hier vorliegenden bizarren Kriminalfälle zusammen, die sich mit psychisch kranken Tätern beschäftigen. Ich besuchte auch einige Kliniken und sprach mit Menschen, die den Maßregelvollzug kennen, mit Ärzten, Pflegern, Therapeuten, mit Richtern und Rechtsanwälten und natürlich mit Patienten.

Bei meiner Recherche erfuhr ich, dass sich der Maßregelvollzug seit Anfang der neunziger Jahre stark verändert hat. Die Zahl der Patienten stieg auf das Dreifache. Das hat mehrere Gründe. Zum einen werden immer mehr Straftäter psychiatrisch begutachtet. Heute beginnt kaum ein Schwurgerichtsprozess, ohne dass der Angeklagte vorher von einem auf Forensik spezialisierten Psychiater untersucht wurde.

Auf diese Weise kann bei viel mehr Menschen eine Erkrankung festgestellt werden, die eine Einweisung in die Anstalt rechtfertigt. Zum andern leidet die „zivile“ Psychiatrie unter den Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Menschen mit chronischen Psychosen werden nicht mehr so lange behandelt, wie es nötig wäre. Dadurch verschlechtert sich ihre Krankheit, es steigt die Chance, dass sie straffällig werden und in den Maßregelvollzug müssen.

Außerdem folgte die Politik dem öffentlichen Druck und erhöhte die Hürden für eine Entlassung. Heute reicht es nicht mehr, dass Richter und Psychiater eine solche erproben wollen. Nein, sie dürfen keinen Zweifel mehr daran hegen, dass der Untergebrachte sein Leben künftig straffrei meistern wird. Man ist vorsichtiger geworden. So vergeht inzwischen vom Unterbringungsbeschluss bis zur Entlassung auf Bewährung doppelt so viel Zeit wie vor dieser Entwicklung. Zaghaft und bedingt durch Justizirrtümer zeichnet sich gegenwärtig ein gegenläufiger Trend zur Liberalisierung ab.

Der Maßregelvollzug ist kostspielig, aber erfolgreich. Im Vergleich zu Gefängnisinsassen werden Insassen von forensischen Kliniken nur halb so oft rückfällig, obwohl sie meist mit einer deutlich schlechteren Prognose dorthin gekommen waren.

Selbstverständlich haben nicht alle Maßregelpatienten so ungeheuerliche Taten begangen wie die für dieses Buch ausgewählten. Etliche von ihnen legten Brände, andere begingen Diebstähle oder schlugen scheinbar grundlos ihre Mitmenschen, manche Taten blieben im Versuchsstadium stecken. Da man aber davon ausgehen muss, dass diese Menschen untherapiert mit großer Wahrscheinlichkeit wieder straffällig werden, kann man sie nur über Jahre wegschließen und behandeln, in der Hoffnung, dass sie eines Tages für ihre Mitmenschen nicht mehr gefährlich sind.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie beim Lesen ebenso gut unterhalten wie informiert werden – über eine Welt, die der Öffentlichkeit sonst verborgen bleibt.

Erkundungstour im Maßregelvollzug

Eine Journalistin, die hinter die Kulissen forensischer Kliniken schauen will, rennt nicht gerade offene Türen ein. Versperrt werden sie von Sicherheitsbedenken und ärztlicher Schweigepflicht, ein wenig aufgezogen werden sie von der Erkenntnis, dass Transparenz hilft, Ängste, Bedenken und Vorurteile abzubauen. Der erste, der mir erlaubt, seine Einrichtung von innen anzuschauen, ist der Chef der Klinik für Forensische Psychiatrie am Bezirksklinikum Ansbach. Er gilt als ein rastloser Forscher, der neueste methodische Ansätze verfolgt und wissenschaftliche Projekte an seine kleine Klinik holt. Zudem legt er Wert darauf, dass seine Mitarbeiter sich regelmäßig bei Koryphäen der Kriminologie und Forensik fortbilden.

Ich verabrede mich mit seiner Mitarbeiterin, Oberärztin Dr. Gabriele Grupp.* Sie bietet mir an, mich einen Tag lang herumzuführen, und will versuchen, ob sie mich in eine „Lockerungskonferenz“ mitnehmen kann. Ich freue mich, könnte ich doch in solch einer Konferenz hautnah miterleben, wie ein multiprofessionelles Team aus Psychiatern, Psychologen, Ergotherapeuten, Sozialarbeitern und Pflegern über mögliche Lockerungen der therapeutischen Maßnahmen für eine Handvoll Patienten diskutiert, vielleicht sogar über den ersten Alleinausgang für einen Sexualmörder? Doch ich habe mich zu früh gefreut. Eine Lockerungskonferenz sei nicht öffentlich, befindet der Chefarzt.

Dann vielleicht eine Fallkonferenz? Zweimal im Jahr wird eine solche für jeden Patienten anberaumt. Das Ergebnis fließt in die Stellungnahme ein, die die Klinik vor der jährlichen gerichtlichen Anhörung an die Strafvollstreckungskammer schickt. Außerdem basieren darauf die Lockerungsentscheidungen, jedenfalls bei härteren Fällen. Eine Fallkonferenz ist also ziemlich wichtig. Sie wird von dem Therapeuten vorbereitet, der mit dem betreffenden Patienten arbeitet. Er muss im Vorfeld die kriminelle Vergangenheit des Patienten sowie dessen Verhalten in der Klinik beurteilen und eine Prognose abgeben über dessen Zukunftsperspektiven. Dies geschieht in Form eines standardisierten Bewertungsbogens mit dem Namen „Historical, Clinical, Risk“, auch bekannt als HCR-20. „Forensische Psychiatrie ist sehr genau“, erklärt Gabriele Grupp. „Da hat sich in den letzten fünfundzwanzig Jahren viel getan.

Früher waren die Bewertungen klinisch-intuitiv, heute gibt es Prognose-Instrumentarien wie eben den HCR-20.“ Mit diesem betrachtet man das Rückfallrisiko unter den drei genannten Aspekten: Es gibt zehn „historische“ Variablen, darunter „geringes Alter bei der ersten Gewalttat“ sowie „instabile Beziehungen und Sexualität“, außerdem fünf „klinische“, wie „fehlender Behandlungserfolg“ und „Mangel an Einsicht“, und schließlich noch fünf „Risikomanagement“-Variablen, etwa das „Fehlen realisierbarer Pläne“ und „mangelnde Unterstützung“. Jeder der insgesamt zwanzig Variablen wird nach einem Drei-Punkte-System bewertet (0 = nein, 1 = möglich, 2 = ja) – je geringer die Gesamtpunktzahl, desto geringer das Risiko.

Natürlich gibt es noch andere Prognose-Instrumente, sie tragen Namen wie VRAG (Leitfaden zur Abschätzung des Gewaltrisikos), ILRV (Integrierte Liste mit Risiko-Variablen), PCL (Psychopathie-Checkliste), SVR (Risikoschema für sexuelle Gewalt) oder SORAG (Risikobeurteilungs-Leitfaden für Sexualstraftäter). Je gefährlicher ein Patient ist, umso mehr Methoden wendet der Therapeut für die Risiko-Abschätzung an. Anhand dieser diskutieren die Teilnehmer der Fallkonferenz miteinander. Bei einem komplizierten Fall kann das bis zu drei Stunden dauern, erzählt mir Gabriele Grupp.

Doch auch die Fallbesprechung bleibt bloße Theorie für mich. Die beiden Patienten, über die demnächst gesprochen werden soll, sind mit meiner Anwesenheit nicht einverstanden. Der Chefarzt bietet mir statt dessen die Hospitanz bei einer Visite an, außerdem eine Hausführung sowie Gespräche mit Patienten. Gespannt begebe ich mich auf den Weg nach Mittelfranken.

Es ist kurz vor neun Uhr morgens, und vor dem Bezirksklinikum Ansbach gibt es bereits keinen freien Parkplatz mehr. Kurz entschlossen stellt Gabriele Grupp ihren Wagen, mit dem sich mich vom Bahnhof abgeholt hat, in eine Halteverbotszone. Wenn der Sicherheitsdienst sie erwischt, darf sie einen Monat lang nicht mehr mit dem Auto auf das Gelände fahren, auf dem sich die Klinik für Forensische Psychiatrie befindet. Hier wo etwa 180 psychisch kranke Straftäter jahrelang therapiert werden, müssen auch die 223 Angestellten mit Sanktionen rechnen, falls sie gegen die Hausordnung verstoßen.

Die Oberärztin weiß um dieses Risiko, das sie nicht betrifft, denn gewöhnlich fährt sie mit dem Fahrrad zu ihrem Arbeitsplatz. Jahrelang war sie in der Psychiatrischen Institutsambulanz des Bezirksklinikums angestellt gewesen, vor zwei Jahren wechselte die damals Achtundvierzigjährige von der Allgemeinen zur Forensischen Psychiatrie. Sie hatte Lust auf etwas Neues und Interesse an der Arbeit mit schwerstkranken Patienten.

Die Klinik für Forensische Psychiatrie befindet sich in einer Parkanlage, die locker mit zwei- und dreistöckigen Gebäuden bebaut ist, der größte Teil davon ist über hundert Jahre alt. Inmitten dieser hübschen, pastellfarbenen Pavillons steht ein etwa sechs Meter hoher Stahlzaun mit Stacheldrahtkrone und Videokameras. Er umschließt einen hellgetünchten Neubau mit linearen Konturen und großen Glasflächen. Von dem Zaun abgesehen, könnte es sich um eine moderne Ferienanlage handeln. Hier sind die gefährlichsten Patienten des Maßregelvollzuges untergebracht, die Neuankömmlinge und die Sexualstraftäter.
Die benachbarten Altbauten kommen mit elektronisch versperrten Türen und Fenstergittern aus.

Hier leben diejenigen, die sich im Laufe der Jahre so weit gebessert haben, dass man ihnen Lockerungen zugestehen konnte, diejenigen, die vor allem mit Suchtproblemen kämpfen, und die überwiegend psychotischen Patienten, deren Krankheit so unbefriedigend verläuft, dass man sie wohl in Heimen unterbringen muss, in denen sie dann bis an ihr Lebensende bleiben.

Das neueste Projekt der forensischen Klinik ist eine Präventionsambulanz: Psychisch Kranke, die noch nicht straffällig geworden sind, aber ein entsprechendes

„Risikoprofil“ aufweisen, sollen die Therapie erhalten, die bislang nur für Straftäter vorgesehen war. Von behandelnden Psychiatern oder Bewährungshelfern werden sie hierhergeschickt, wo sie freiwillig trainieren können, wie sie mit ihrem Leben, ihrer Krankheit, mit ihren Gefühlen und den Gefühlen anderer besser klarkommen. „Compliance fördern“ ist ein Schlagwort, das ich an diesem Tag mehrfach höre.

Es steht für den Wunsch der Forensiker nach Ausbildung von kooperativen Patienten, die ihre Krankheit verstehen, ihre Medikamente nehmen und sich auch sonst an die Ratschläge der Mediziner und Psychologen halten – eine Ausbildung, die in der Allgemeinen Psychiatrie nicht möglich, aber langfristig sinnvoll ist, auch um potenzielle Opfer zu schützen und um den Bedarf an personalintensiven forensischen Kliniken zu senken.

Dies erfahre ich von der Oberärztin auf unserem Gang über das weitläufige Klinikgelände, das sie mit wehender Daunenjacke durchschreitet. An ihrer rechten Jackentasche hat sie eine Art Walkie-Talkie befestigt. Damit kann man telefonieren, und wenn man zweimal auf einen Knopf drückt oder das Gerät für wenige Sekunden auf dem Rücken liegen lässt, auch Alarm auslösen. Zur Arbeitsausrüstung gehört noch ein Chip, ein universeller Türöffner für die gesicherten Gebäude. Wir befinden uns auf dem Weg zum umzäunten Neubau. In der Aufnahmestation wird Gabriele Grupp den im Urlaub befindlichen Stationsarzt bei der Patientenvisite vertreten.

Im Eingangsbereich hängt das Leitbild der Klinik. Es umfasst acht Kernsätze, in denen der Wunsch nach „qualitativ hochwertigen Leistungen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte“ und nach einem „offenen, respektvollen und unterstützenden Umgang der Mitarbeiter, die sich als Teil eines gemeinsamen Unternehmens sehen“ formuliert wird. Auf den Fluren könnte man Fußball spielen, an den Wänden sorgen Miró-Grafiken für kräftige Farbtupfer und beschwingte Linien. Der Chefarzt, höre ich, ist ein großer Miró-Bewunderer.

Er will später noch zur Visite kommen, um sich dort einen Patienten anzuschauen, der jahrelang in einer benachbarten forensischen Klinik untergebracht war und dann zur Bewährung in eine Einrichtung entlassen wurde, in der es Schwierigkeiten gab. Nun ist er hierhergekommen, zur „Krisenintervention“ – so bezeichnet man die auf maximal drei Monate befristete Aufnahme von bereits entlassenen Patienten, deren Zustand sich akut verschlechtert hat. Allerdings glauben die Ansbacher Psychiater nicht daran, dass es lediglich einer Krisenintervention bedarf, um diesen Patienten erneut entlassen zu können. Wohl eher werden die Richter dessen Bewährung widerrufen müssen.

In dem Raum, in dem die Visite stattfindet, kämpft die Oberärztin zunächst damit, den Computer zu starten, um die elektronischen Patientenakten einsehen zu können. Mutig klickt sie auf „Kennwort zurücksetzen“ und erschreckt damit die Stationspsychologin. Mit einem beherzten Neustart siegt schließlich die Sozialarbeiterin gegen die Technik. Heute haben sich sieben Patienten angemeldet, die hier in Gegenwart von einem halben Dutzend Leuten ihre Probleme ausbreiten müssen, einem Tribunal aus Pflegern, Therapeuten, Ärzten und Praktikanten.

Bevor ein Patient eintritt, wird er der Oberärztin stichpunktartig vorgestellt. Sie erfährt das Delikt und besondere Vorkommnisse, auch Diagnosen werden ihr genannt. Selten sind es sortenreine Psychosen oder Persönlichkeitsstörungen, oft ist es ein Gemisch aus beidem mit einem Schuss ADHS oder gestörter Impulskontrolle.

Die Anliegen der Patienten sind unterschiedlich. Oft wünschen sie eine Änderung der Medikation, die sich bei den meisten noch im Probierstadium befindet. Es scheint nicht leicht zu sein, die richtigen Präparate zu finden beziehungsweise die ideale Kombinationen und Dosierungen, die Ärzte und Patienten gleichermaßen glücklich machen. Die Ärzte stehen in der Fürsorgepflicht, die Patienten scheuen die Nebenwirkungen oder bestreiten gar, an einer bestimmten Krankheit zu leiden. Beständig argumentiert und verhandelt Gabriele Grupp über Blutentnahmen, über einen Besuch beim Gynäkologen, ja sogar über eine dauerhafte Fixierung, also die Fesselung ans Bett, die sich einer ihrer Patienten anstelle von Medikamenten wünscht.

“Das gibt mir Halt und das Gefühl, dass ich zur Ruhe kommen kann”„Das gibt mir Halt und das Gefühl, dass ich zur Ruhe kommen kann“, sagt der Mann. In diversen Pflegefachbüchern hat er Argumente für sein Anliegen gesammelt. So dürfe ein Patient mit seinem Einverständnis durchaus fixiert werden, außerdem würde ein Gurt mit Klettverschluss nicht als Fixierung gelten. So harmlos sein Wunsch klingt: Die Ärztin darf ihn nicht unbeobachtet in einer Lage belassen, aus der er sich im Notfall nicht selbst befreien kann. Er müsste dauerhaft im monitorüberwachten „Kriseninterventionszimmer“ – früher „Gummizelle“ genannt – untergebracht werden. Im Hinblick auf seine Entlassung stellt dies eine Sackgasse dar. Aber die Therapeuten können gelassen bleiben. Die größte Ressource des Maßregelvollzuges besteht aus der Zeit, in der man auf die Einsicht der Patienten warten kann. Zeit, in der sie vieles ausprobieren können, um zu lernen, wie man „ins Leben zurückschwimmt“, wie es Gabriele Grupp formuliert.

Jedem hilft etwas anderes, darum ist die Palette der Therapieansätze breit gefächert. Neben der klassischen Psychotherapie können die Patienten Sport treiben oder Musik machen, sich künstlerisch oder handwerklich ausprobieren.

Nach der Visite zeigt mir die Oberärztin die Werkstätten, in denen professionell gearbeitet oder einfach nur gebastelt wird, denn auch im Umgang mit Laubsäge und Klebstoff können die Patienten erfahren, wie viel sie erreichen, wenn sie geduldig ein Projekt vorantreiben, es am besten mit einem Plan beginnen. Auf einen solchen würden seine Schützlinge gern verzichten, berichtet ein Ergotherapeut. „Manchmal lasse ich sie ins offene Messer laufen. Sie merken dann schon, warum es besser ist, zuerst eine Zeichnung anzufertigen.“ Spätestens im zweiten Anlauf gelängen dann solche Projekte wie der Bau eines Vogelhäuschens oder einer kleinen Truhe. „Notfall“ ist liebevoll auf einer Seite eingebrannt. Wenn sie fertig ist, soll sich darin alles versammeln, was ihren Besitzer in Stresssituationen beruhigt.

In der Beschäftigungstherapie werden auch sogenannte „Token-Pläne“ – Bretter mit Stiftreihen – verziert. Wenn diese in den karg möblierten Zimmern aufgehängt worden sind, bekommen die Patienten jeden Tag eine bunte Scheibe, eine Farbe für die Tage, an denen sich der Patient gut geführt hat, eine andere für die, die weniger optimal verliefen. So kann man Verhalten visualisieren und den Patienten motivieren. Wie auch immer die Klinikmitarbeiter es schaffen: Ihre Schützlinge müssen mitarbeiten, müssen sich ändern, nur so können sie es schaffen, irgendwann für ihre Mitmenschen nicht mehr gefährlich zu sein.
Der größte Anreiz sind die bereits erwähnten „Lockerungen“, als da wären: Ausgang mit Bediensteten – unbegleiteter Ausgang – Urlaub tagsüber – Urlaub mit Übernachtung. Es gibt noch weitere Abstufungen, sodass man am Ende auf zwölf Möglichkeiten der Lockerung kommt. Die größte Diskussion verursacht der Übergang vom begleiteten zum unbegleiteten Ausgang – vor allem bei Gewalt- und Sexualstraftätern, erzählt mir Gabriele Grupp.

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“Jenseits von Böse” – Realitätskrimi statt Sonntagabend-Tatort…

Da kann es schon mal eine Dreiviertelstunde dauern, bis etwa dreißig, vierzig Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter und leitende Mitarbeiter der Pflege sich einigen, ob man einen Patienten bei der Staatsanwaltschaft für eine Lockerung vorschlägt. Andernfalls lautet die Empfehlung, der Patient müsse noch die Suchtgruppe oder die Gruppe für Sexualstraftäter besuchen oder sein Delikt gemeinsam mit seinem Psychotherapeuten noch gründlicher ins Verhältnis zu seiner Biografie setzen.

Umgekehrt geht es schneller: Genehmigte Lockerungen können jederzeit gesperrt oder ganz zurückgenommen werden, je nachdem, wie gravierend der Patient gegen seine Auflagen verstoßen hat. Bei den meisten Rückfällen handelt es sich in den Augen von Außenstehenden um Lappalien nach dem Motto: „Hat er halt ein Bier getrunken!“, oder: „War doch nur eine kleine Verspätung!“ Fachleute bewerten das strenger. Für sie gilt ein solches Verhalten als Mangel an Zuverlässigkeit, Kooperation und Einsicht in die Notwendigkeit. Mindestens ein halbes Jahr tadelloser Führung muss vergehen, ehe so ein Fehltritt verziehen ist. Dann erhält der Patient eine neue Chance. Er darf wieder eine Sprosse auf der Lockerungsleiter emporsteigen, die ihn irgendwann einmal – vielleicht – in die Freiheit führt.

Das Geburtstagsgeschenk

Dreiundzwanzig wird er in wenigen Wochen. Dreiundzwanzig. Was für eine Zahl! So mystisch, so unheimlich, so verheißungsvoll! Doch was würde schon auf ihn warten? Auf ihn, Niklas N., den Loser der Nation, schmächtig, schüchtern, stotternd? Nichts hatte er bislang hinbekommen, rein gar nichts. Damals in der Schule, als seine Großmutter ihm Briefe schickte, die „An den Gymnasiasten Niklas N.“ adressiert waren, da galt er in der Familie noch als die große Hoffnung, der erste in der Schar seiner Cousins und Cousinen, der das Abitur schaffen, der erste, der aufsteigen würde. Was für ein Erwartungsdruck! Natürlich hatte er wieder einmal versagt, er hatte zu wenig gelernt. In der zwölften Klasse brach er die Schule ab. Seine Eltern waren tief enttäuscht. Bei seiner Mutter war ihm das egal, bei seinem Vater weniger. Der wollte nun, dass er Bäcker wurde, und organisierte ihm einen Ausbildungsplatz. Nach anderthalb Jahren warf er auch dort das Handtuch. Seine Eltern schmissen ihn zu Hause raus, er flüchtete zu einem Bekannten. Ein paar Monate später bewarb sich Niklas N. dann um die nächste Ausbildung, in einer Stadt, hundertdreißig Kilometer von seinem Geburtsort entfernt.

Seit zwei Jahren besucht er dort nun eine Schule für Physiotherapie. Ansonsten ist alles beim Alten geblieben: Er stottert noch immer, ist noch immer der Außenseiter, hat noch immer keine Freundin und in seinem Leben nichts Vorzeigbares zustande gebracht. Nicht nur er sieht das so. Erst neulich, bei einem Besuch zu Hause, hat ihm sein Vater eine Liste überreicht, auf der alle Kosten aufgeführt waren, die er, das einzige Kind, seit seiner Geburt verursacht hat. Wo die Gegenleistung bliebe, erkundigte sich der Vater. Was soll man dazu sagen?

Niklas N. war wütend abgereist.Er weiß nur eins: Er muss an seinem Plan festhalten. Ja, er wird ihn umsetzen müssen. Er würde einen Menschen töten, am besten einen Schwulen. Er wird ihn in seine Wohnung locken und dort erstechen. Es muss jemand sterben – um seinetwillen. Nur so kann er aus seinem traurigen Dasein herausfinden. Er wird sich beweisen, dass er ein Verbrechen begehen kann, das sich kaum einer traut. Keine Scheußlichkeit wird er dabei auslassen. Niemand wird davon erfahren, nur er allein wird das Versteck der Leiche kennen. Er wird sich in Acht nehmen, er hat genügend Bücher und Filme gesehen, um zu wissen, wie man es richtig anstellt. Wenn ihm dann noch einmal jemand dumm kommt, wird er an sein finsteres Geheimnis denken und daran, dass sein Gegner nicht weiß, wie gefährlich er ist. Er würde sich mächtig vorkommen, männlich und charismatisch. Ein großartiges Gefühl! So würde er sich in einen neuen Niklas N. verwandeln. Dann hätte sein Leben einen Sinn, es könnte endlich beginnen.

Monate später entdeckt ein Mann, der mit Frau und Kindern Schwäne füttert, einen sonderbaren Gegenstand im Wasser. Vielleicht ein toter Fisch? Als er mit einem Ast danach stochert, erkennt er einen menschlichen Arm. In den nächsten Tagen tauchen weitere Körperteile einer männlichen Leiche auf: der andere Arm, eine obere und eine untere Torsohälfte, die Oberschenkel. Wer ist dieser unbekannte Tote, dessen Kopf und Finger verschwunden sind und an dessen Körper einige seiner abgeschnittenen Haare kleben? Die Kriminalpolizei überprüft sämtliche Vermisstenfälle, auch den Hinweis einer jungen Frau, die einen guten Bekannten, vermisst, Florian F., einen Dreiundzwanzigjährigen mit halblangen schwarzen Haaren. Sie wollten zusammen zu einem Treffen der Manga-Szene fahren. „Flo“ war dieses Treffen wichtig gewesen, und seine Bekannte wunderte sich, dass er nicht gekommen war, er hatte schon die Teilnahmegebühr bezahlt, obwohl er wenig Geld hatte. Eine Zahnbürste, ein T-Shirt und asiatische Essstäbchen, die die Beamten aus der Wohnung des

Vermissten besorgen, bringen Gewissheit: Der zerstückelte Tote ist Florian F. Die Polizisten durchsuchen die verwahrloste Wohnung. Sie finden einen am Computer geschriebenen, ausgedruckten Brief: „Ich wollte eigentlich eine Rundmail an alle schicken, aber so habt ihr was in der Hand, und es kriegen nur die mit, die es was angeht. Als ich mich auf den Weg machen wollte, um gemeinsam mit Freunden meine Bewerbungen zu schreiben, kam mir schlagartig etwas in den Sinn. Worum will ich mich da eigentlich bewerben? Um eine zukünftige geregelte Arbeit, mit Steuern und anderen Abzügen? Um einen Acht-Stunden-Tag und wenig Freizeit? Und dafür soll ich eine dreijährige Ausbildung machen? Wozu? Ich kann, was ich kann und fertig. Ich will keine Zeit mit einer Ausbildung verschwenden. Das gefällt mir nicht.

Bevor ich soweit bin, stehen mir jede Menge Probleme bevor. Schulden bei der Bank und ein Schufa-Eintrag sind das Letzte, was ein junger Mensch heutzutage braucht. Ich werde nicht daran vorbeikommen, beides zu haben. Dazu kommt noch das Jobcenter, das mir im Nacken sitzt, was mir ein bisschen Angst macht. Man könnte echt depressiv werden. Ich habe keine Lust, Teil dieses Systems zu werden. Deshalb habe ich mich mit einem Freund von außerhalb getroffen, bei dem ich vorläufig unterkomme. Er ist Mitglied in einer Gruppe mit sympathischen Ansichten und hat mit mir ein paar Ideen besprochen. Er kann mir da raushelfen. Seine Freunde können meine Fähigkeiten gebrauchen, anders als die Arbeitgeber, die ich so kennengelernt habe. Dort kann ich jede Menge lernen und mir sogar aussuchen was. Dafür muss ich allerdings sofort mit ihm los. Ich habe ein paar Klamotten mitgenommen, etwas zu essen und alles, was man so braucht. Ich komme wieder, sobald es geht, und hole den Rest ab. Dabei könnte ich wohl eure Hilfe gebrauchen. Aber das klären wir, wenn ich wieder da bin. Bis später.“

Die Beamten überprüfen den Freundeskreis des Opfers. „Ein Riesenumfeld“, wie die Ermittlungsführerin vor Gericht sagt. Auch der Name „Niklas N.“ taucht auf. Der junge Mann wird zur Zeugenvernehmung geladen, erscheint aber nicht. Per E-Mail entschuldigt er sich für sein Fernbleiben, er habe einen engen Freund verloren und darum die Stadt verlassen. Er schildert seine Beziehung zu Florian F., der mehrmals in der Woche zu ihm gekommen sei, zum Videospielen, Reden und Kochen. Florian habe keine Feinde gehabt, lediglich Selbstfindungs- und Finanzprobleme. Er wisse nicht, was der Freund getan habe, um an Geld heranzukommen. Vielleicht sei „da etwas schiefgelaufen“. Die Ermittler lassen nicht locker. Er müsse persönlich zur Vernehmung kommen, antworten sie. Niklas N. lässt auch den nächsten Termin verstreichen.

Bis zur Identifizierung seines Opfers hat er noch die Berufsschule besucht, doch damit ist jetzt Schluss. Nach und nach bricht er alle Kontakte ab, auch zu den Eltern. Er verkriecht sich bei einem Bekannten, den er in einem Chat-Forum kennengelernt und mit dem er von seinem Festnetzanschluss telefoniert hat.
Die Kriminalisten entdecken die Verbindung zwischen den beiden Männern. Während der Bekannte in seiner Vernehmung bestreitet, den Gesuchten zu beherbergen, versteckt sich Niklas N. in einem nahegelegenen Wald. Es ist Winter, er hat einen Schlafsack, ein Buch und Weißbrot bei sich, er wartet und friert – und ist weit weg von Macht und Männlichkeit. Nach drei Wochen wagt er sich wieder in seine Zufluchtswohnung. Mittlerweile hat eine Sachverständige den angeblichen Abschiedsbrief von Florian F. untersucht und darauf eine DNA-Spur sowie „einen sehr schönen Daumenabdruck“ von Niklas N. gefunden. Die Beamten begeben sich zur Wohnung, in der sie den Verdächtigen vermuten. Sie verpassen ihn. Sechs Wochen lang hören sie das Telefon des Bekannten ab, bis sie endlich die Stimme von Niklas N. vernehmen. Als sie den blassen, eingeschüchterten Mörder verhaften, sagt der: „Es tut mir unendlich leid. Sie wissen schon … was ich getan habe.“

Im Rucksack von Niklas N. finden die Beamten ein Diktiergerät, mit dem er aufgezeichnet hat, was ihn in den letzten Monaten bewegt hat. Es sind wirr anmutende Gedankensplitter. Es wirkt befremdlich, wenn jemand einen Mord plant wie andere ihre Hochzeitsfeier. „Ich werde ihn hier zu mir einladen, wir werden Sex haben. Ich gehe mit ihm ins Bad und werde ihn dort töten. Dann werde ich die Leiche zerteilen … Ich gehe nachts raus, um sie zu beseitigen, nehme aber noch ein bisschen von der Wade mit … ein bisschen Fleisch zum Braten. Ich sollte die Fingerspitzen und den Kopf irgendwie entsorgen … Ich muss ihn zertrümmern und im Wald vergraben …“ Selbst eine Art Einkaufsliste stellte Niklas N. zusammen: Chlor, Handschuhe, Kondome, Folien, Müllbeutel wollte er nicht vergessen.

Die Anklage wegen Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung, Mord und Störung der Totenruhe stützt sich auch auf diese Tonaufnahmen. Florian F. starb genau am dreiundzwanzigsten Geburtstag des Angeklagten. Die Staatsanwältin geht davon aus, dass er sich den Mord zum Geburtstag schenkte: „Es kam ihm darauf an, einen Menschen sterben zu sehen.“ Er habe zunächst einen passiven Homosexuellen in seine Wohnung locken wollen. Da es dem kontaktscheuen Mann nicht gelang, einen Fremden für sich zu interessieren, musste ein Freund dran glauben. Er ließ Florian F. in seine Wohnung und schlug ihn dort nieder, so die Anklägerin. Florian F. lebte noch, als Niklas N. ihm die Geschlechtsteile abschnitt und ihn anschließend mit mindestens zweiundzwanzig Stichen in den Rücken tötete. In der Badewanne schnitt er dem Toten mit einer Gartenschere die Fingerkuppen ab, öffnete den Leichnam und zerteilte ihn. Nachts steckte er Leichenteile in seinen Rucksack und lief mehrmals gut zwei Kilometer zu einem Fluss, wo er seine Fracht entsorgte.

Niklas N. sitzt mit hängendem Kopf und gequälter Miene zwischen seinen beiden Anwälten. Zuweilen überwältigt ihn seine Anspannung, dann wippt er unruhig auf seinem Stuhl oder reibt sich intensiv die Stirn. Zu den Vorwürfen äußert er sich per Video, das seine Anwälte in der Haftanstalt aufgenommen haben. Auf diese Weise wollen sie dem Gericht und vor allem dem psychiatrischen Gutachter zeigen, dass die Persönlichkeit ihres Mandanten hochgradig gestört ist. Die Vorführung des Videos findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, auch die Erstattung des psychiatrischen Gutachtens. So bleibt für Prozessbeobachter das Motiv des Angeklagten lange rätselhaft.

Erst als der Vorsitzende Richter in der Begründung seines Urteils den Inhalt der Beweisaufnahme zusammenfasst, lüftet sich das Geheimnis. Florian F. wurde das Opfer eines Menschen, der in scheinbar geordneten Verhältnissen aufwuchs, jedoch emotional so vernachlässigt wurde, dass er immer depressiver wurde und jegliches Selbstvertrauen verlor. Ein unbändiger Hass staute sich in ihm an, den er aber nie zu zeigen gewagt hätte. Niemand ahnte daher, wie es in Niklas N. brodelte.

Auf der Physiotherapieschule begegnete er Paul P. „Freundschaft“ ist wahrscheinlich nicht das richtige Wort für das, was Niklas N. für ihn empfand. In der Videoaussage erklärte der Angeklagte, seine Mitmenschen seien in seinem Leben nur Touristen. Paul P. wohnte schräg gegenüber, so verbrachten die beiden viel Zeit miteinander. „Er hat nur wenig von seinen Gefühlen preisgegeben“, sagt der ehemalige Mitschüler, aber Niklas N. habe einiges von seinem Elternhaus erzählt, auch von den wenigen, eher frustrierenden sexuellen Erfahrungen, die er mit ein, zwei Frauen gemacht habe und von seinen Depressionen. „In der Schule wurde er oft gemobbt.“

Die Mitschüler schubsten den schüchternen Stotterer herum und riefen: „Du stinkst“, und: „Du Nichtskönner!“ Ein älterer Mitschüler soll ihn sogar zum Oralverkehr gezwungen haben. Die Lehrer seien nicht eingeschritten, er selbst habe sich nicht gewehrt, sondern sich verängstigt zurückgezogen. Einem Mitschüler berichtete er von einem Tagebuch, in dem er sich ausmalte, wie er Rache an seinen Peinigern nimmt. In solchen Momenten wünschte er sich, wie sein Vater zu sein, ein Machertyp, intelligent und durchsetzungsfähig, das Gegenteil von seiner schwachen Ja-Sager-Mutter, einer einfachen Frau, die in seiner Kindheit so selten zu Hause war, dass er sie als „Tante“ angesprochen hatte.

„Sein Vater war kaltherzig“, sagt Paul P. „Der hat ihn niemals in den Arm genommen. Wenn Niklas weinte, hat er ihn ignoriert. Niklas hat es als Erziehungsmethode akzeptiert. Sein Vater war ein Rechthaber, wusste immer alles besser, musste immer gewinnen. Das hat ihm Spaß gemacht. Niklas hielt seinen Vater für einen Psychopathen, für einen, der sein Ding macht, sich auf sich selbst konzentriert und frei von Gefühlen lebt. Das hat Niklas fasziniert. Seine eigenen Emotionen haben ihn belastet, seine Wut und sein Hass, weil sie ihm selbst galten. Sich von allen Gefühlen zu lösen, ein charismatischer, manipulativer Psychopath werden, das war sein Traum.“

Niklas N. habe sich für Gewaltfilme interessiert und für Serienkiller, die er ebenso bewunderte wie seinen Vater. Pauls Freundin gegenüber erzählte er, „dass er auf Ballerspiele stehe“.

„Schießt man da auf Kreise?“, erkundigt sich der Vorsitzende Richter. „Nein, auf Menschen. Das machte ihm Spaß. Wir haben mal zusammen einen Film über einen Amoklauf geguckt. Der war einfach krank, Niklas fand die Darstellung cool.“

Im Krankenhaus, in dem Niklas N. ein Praktikum absolvieren musste, entsetzte er eine Ausbilderin mit seiner Faszination für sterbende Menschen. Sehnlichst wünschte er sich, bei einer Herzoperation hospitieren zu dürfen, sie lehnte das wegen der zweifelhaften Motive ab. Auf seinem Zeugnis notierte sie „mangelnde Empathiefähigkeit“, das habe sie noch keinem Praktikanten bescheinigt.

„Niklas beschäftigte sich vor allem mit sich selbst, nicht mit der Gefühlswelt anderer“, bestätigt Paul P. Der Freund habe über die Veränderung seines Äußeren, über Krafttraining und Protein-Shakes sinniert. „Er wollte so breite Schultern haben, dass er nicht mehr durch die Tür passt.“ Dennoch hätten sie „sehr tiefgründige, intellektuelle Gespräche“ geführt, auch zu dritt mit Florian F., einem Einzelgänger wie sie. „Niklas und Florian hatten die Angewohnheit, gerne zu reden und alles breitzutreten.“ Dennoch seien beide völlig unterschiedlich gewesen: Florian F. war der stets grinsende, hilfsbereite, euphorische Optimist und Niklas N. der schüchterne, egozentrische Pessimist.

Auf der Suche nach dem Sinn in seinem Leben habe der Angeklagte von einer politischen Bewegung geträumt. Mit einem Bekannten wollte er eine geheime Bruderschaft gründen, sie wollten Wissen darüber sammeln, was in dieser Gesellschaft falsch laufe, und ihre Erkenntnis mit aufrüttelnden „Briefen ans Volk“ propagieren. Sich und ihrer Organisation gaben sie lateinische Namen, das Erkennungszeichen sollte ein Pentagramm ein, das sich Niklas N. sogar mit einem Teppichmesser in den Unterarm ritzen ließ.

Paul P. lacht auf, als er zu diesen politischen Aktivitäten gefragt wird. „Man wollte halt irgendwas machen, irgendwann, irgendwie. Ich habe gesagt: Na, dann legt mal los!“ Niklas N. habe auf die Zeit nach der Ausbildung verwiesen und von einem Fantasy-Roman erzählt, den er bis dahin schreiben wollte, um die „Bruderschaft“ zu finanzieren. Überhaupt habe sich der Angeklagte gern in Parallelwelten geflüchtet, in die Weiten des Internets, in dem er Final Fantasy gespielt und gechattet habe – in der Rolle eines Menschen, den er für mutig, selbstbewusst und charismatisch hielt.

Florian F. habe ebenfalls viel vor dem Computer gehangen, den er virtuos beherrschte. Bereitwillig half er vielen Bekannten bei Computerproblemen, auch Paul P. Der beschreibt den Verstorbenen als „schusselige, freundliche Begeisterungsmaschine“, der aber „keine Ahnung vom Zwischenmenschlichen hatte“, der beispielsweise nicht wusste, dass man einen Arbeitgeber nur sehr vorsichtig kritisieren darf. Offen und naiv sei der Freund gewesen, auf jeden sei er gleich zugekommen, auch auf Pauls Freundin, die ihm in einer depressiven Phase von ihrer „schlechten Kindheit“ erzählte. Er habe ihr geraten: „Schreib einfach ein Buch! Fang einfach an. Das hilft, und dir ist nie langweilig!“

Paul P. hielt den Verstorbenen für hoch intelligent: „Er hat sich für alles interessiert und alles konsumiert, was er in seinen Kopf stopfen konnte. Seine Welt war bestimmt doppelt so bunt wie unsere, er wirkte, als ob er auf Droge wäre.“ Ordnung und Struktur seien weniger sein Ding gewesen. „Er hat gemacht, wozu er Lust hatte.“ Seine alleinerziehende Mutter war mit dem hochbegabten Autisten nicht zurecht gekommen, seine Pflegemutter hatte ihn auf ein Internat geschickt, wo er das Abitur gemacht hatte. Danach kämpfte er mit den Anforderungen des täglichen Lebens. Wenn er einen Job hatte, schaffte er es nicht, die Arbeitszeiten einzuhalten.

Er kam auch nicht den Auflagen des Jobcenters nach. Die Körperpflege überforderte ihn. Seine Wohnung glich einem Müllhaufen, Zeitschriften dienten ihm als Teppich, sein Bett bestand aus zwei Regalen, über die er eine Matratze gelegt hatte. Oft übernachtete er bei einem seiner vielen Bekannten, wo er duschte und seine Wäsche wusch. Die Wohngemeinschaft, in der Niklas N. gemeinsam mit einer Mitschülerin lebte, gehörte zu seinen Anlaufstellen. Auch an seinem Todestag begab er sich dorthin. Er wollte dem Geburtstagskind ein Essen kochen.

Es war ein Mittwoch. Bis Sonntag würde die Mitbewohnerin von Niklas N. noch bei ihren Eltern sein, diesen Umstand hatte der Mörder bereits bei der Entwicklung seines Plans bedacht. Nun war Florian F. bei ihm eingetroffen. Spätestens jetzt musste er beschlossen haben, seine monatelang gehegten Fantasien an diesem Opfer zu verwirklichen.

Mit einem Streitgespräch versetzte er sich nach eigenen Angaben in die nötige aggressive Stimmung, dann schlug er zu. Sein Opfer war noch nicht tot, als er es ins Bad schleppte. Mit einem Dolch versetzte er Florian F. dann die Stiche in den Hals und in den Rücken. Der Angeklagte habe seinen Plan ziemlich genau abgearbeitet, so der Richter, allerdings habe er den Sterbenden weder gefesselt noch vergewaltigt, wie es die Staatsanwältin aufgrund des diktierten Tatplans vermutet hatte. „Er war beim Anblick der leblosen Gestalt, die durch Blut und andere Flüssigkeiten alles andere als gut ausgesehen haben muss, nicht dazu in der Lage gewesen“, meint der Richter. Das Gegenteil lässt sich nicht beweisen, selbst wenn der Rechtsmediziner im After des Verstorbenen ein prostataspezifisches Antigen fand, also einen unspezifischen Beweis für Sperma. Dieses könne auch vom Opfer stammen. Der Rechtsmediziner bemerkte noch den auffallend sauberen Darm: „Doch man kann aus dem Fehlen von Kot kein Sexualdelikt ableiten.“ Dies könne andere Ursachen haben, zumal sich der Torso des Toten mit dem zu beiden Seiten offenen Darm fast vier Wochen lang im Wasser befunden hatte.

Während Florian F. noch bewusstlos im Bad gelegen hatte, schnitt ihm sein Mörder Penis und Hodensack ab, dann die Finger. Danach zerlegte er den übrigen Körper. Dabei sei es ihm „nicht nur um die Erleichterung des Transports“ gegangen, so der Richter, „sondern in erster Linie um den Bruch von Tabus“. Deshalb habe er dem Toten die Haare abgeschnitten, deshalb seinem noch warmen Körper die Organe entnommen.

Die Leichenteile verstaute er in Müllsäcken und legte sie in den Kühlschrank. Dort sammelte sich das Blut seines Opfers zunächst in einer Auffangschale, die dann überlief und ihren verräterischen Inhalt auf den Boden ergoss.

Am späten Nachmittag kam ein Bekannter, Richard R., zu Besuch, den hatte Niklas N. vor einigen Monaten beim Wave-Gothic-Treffen kennengelernt. Sie saßen in der Küche, spielten Computer und aßen Pizza. Der Hausherr sei ständig „rumgewuselt“, erinnert sich Richard R. Er habe „hastig“ Tee gekocht, dann seien sie gemeinsam „schnell zu Paul rübergegangen“. In dessen geräumiger Wohnung wollte Niklas N. seinen Geburtstag feiern, wenn man das so bezeichnen möchte. Niklas N. war zu diesem Termin eigentlich nie nach Feiern zumute gewesen. Aber er wollte bei Paul P. Blutspuren und Haare seines Opfers hinterlegen. Falls etwas schief ginge, könnte er ihm den Mord in die Schuhe schieben. Zu dritt spielten sie ein Videospiel und tranken den von Richard mitgebrachten Glühwein, Pauls Freundin saß gelangweilt daneben.

„Möglicherweise“, so der Vorsitzende Richter, „erschien der Angeklagte auch auf der Geburtstagsfeier, um sich zu beweisen, dass niemand merkt, was er gerade getan hat.“ Mit Erfolg.

„Er sah aus wie immer, ein bisschen geistesabwesend wirkte er“, erinnert sich Richard R. „Aber er hatte immer diese neutrale Fassade, man konnte nie wissen, was er fühlt und denkt.“

Paul P. fand es merkwürdig, dass Florian F. nicht erschien: „Aber wir kannten das schon von ihm.“ Der Gastgeber schrieb eine SMS, wie schön es wäre, wenn Florian noch kommen würde. Keiner sorgte sich ernsthaft.

Vier Stunden später kehrte Niklas N. dann in seine Wohnung zurück. Die Putzaktion, die er jetzt startete, hätte er sich sparen können. Zwar gelang es ihm mit Hilfe eines Chlorreinigers, die Blutspuren in seinem Zimmer und im Bad erstaunlich gründlich zu beseitigen, aber die Blutlache unter dem Kühlschrank bemerkte er nicht – im Gegensatz zu den Kriminalbeamten, für die nach einer Hausdurchsuchung kaum noch ein Zweifel daran bestand, wer der Mörder von Florian F. war.

Am Ende der Beweisaufnahme bestätigt der psychiatrische Sachverständige die Auffassung der Verteidiger, der Angeklagte sei psychisch krank. Der Gutachter spricht von einer Persönlichkeitsstörung, also von Persönlichkeitszügen, die sich in ihrem Ausprägungsgrad so weit von der Norm abheben, dass der Betreffende durch sie in vielen Bereichen seines Lebens fortwährend scheitert. Bei Niklas N. handelt es sich um die selten auftretende Form der schizoiden Persönlichkeitsstörung, die sich durch eine tiefgreifende Bindungsstörung sowie Schwierigkeiten mit dem Wahrnehmen und Ausdrücken von Gefühlen auszeichnet.

Die Betroffenen sind introvertierte Einzelgänger, die nur an wenigen Tätigkeiten Freude empfinden und kein Interesse an zwischenmenschlichen Beziehungen haben. Sie wurden von kleinauf emotional vernachlässigt und mussten lernen, auf Gefühle zu verzichten. Darum können sie solche bei anderen nur schwer wahrnehmen und selbst ausdrücken. Sie wirken kühl und distanziert. Gerne flüchten sie sich in Fantasiewelten. Beim Angeklagten sei die Persönlichkeitsstörung zudem von einem massiven neurotischen Vaterkonflikt überlagert worden.

Diese Einschätzung reicht für eine verminderte Schuldfähigkeit. Mindestens vierzehn Jahre soll dem Mörder von Florian F. die Freiheit entzogen werden, er wird in einer forensischen Klinik untergebracht. „Es wird sich zeigen, ob Sie mit dieser Persönlichkeitsstörung umzugehen lernen“, sagt der Vorsitzende Richter in Richtung des Angeklagten. „Das wird sicherlich ein langer Weg werden. Ob Sie ihn meistern, ist alles andere als sicher, angesichts der Abgründe, die Sie uns hier gezeigt haben.“

Die Verteidiger sind zufrieden, im Maßregelvollzug sei ihr Mandant besser aufgehoben als im Gefängnis, wo er erneut in die Opferrolle gleiten würde und ohne intensive Therapie wohl kaum von seinen Gewaltfantasien loskommen würde. Zudem sei es für Niklas N. von Vorteil, nicht in die Kategorie „Sexualmörder“ zu fallen, so habe er eine größere Chance, irgendwann einmal wieder in die Freiheit entlassen zu werden.
Mit der Verurteilung des ehemaligen Freundes endet auch für Paul P. ein bewegendes Kapitel seines Lebens. Was hatte er für Ängste ausgestanden, als zunächst Florian nicht mehr aufgetaucht war und dann auch noch Niklas spurlos verschwand. Ihm schwante, dass ihnen etwas zugestoßen sein musste. Er befürchtete schon, das nächste Opfer zu sein!

So falsch lag er mit dieser Vermutung nicht. „Der Angeklagte hat keineswegs Abstand von seinen Tötungsfantasien genommen“, erklärt der Richter in seiner Urteilsbegründung. „Auch nach der Tat beschäftigte er sich mit solchen Gedanken.“ Es gab sogar eine Todesliste mit weiteren möglichen Kandidaten. Paul P. stand ebenfalls darauf.

“Im engeren Sinn befasst sich die Forensische Psychiatrie mit den Fragen, die von Gerichten und Behörden im Gebiet der Psychiatrie gestellt werden. Aus diesem Grund hat die Begutachtungskunde in der Forensischen Psychiatrie eine wesentlich größere Bedeutung als in anderen medizinischen Fachgebieten. Die gutachterliche Beurteilung umfasst z. B. die Beurteilung der Schuldfähigkeit von Straftätern.”

Uta Eisenhardt, geboren 1968, studierte Soziologie und arbeitet als Gerichtsreporterin. 2011 erschien „Es juckt so fürchterlich, Herr Richter!“, ein Best-of ihrer stern.de-Gerichtskolumne. 2012 folgte „Am Dienstag habe ich meinen Vater zersägt“…

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Jan Thomas Otte http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Integritiät vs. Compliance: Kontrolle ist gut, Vertrauen besser]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6538 2015-02-01T07:43:36Z 2014-05-27T06:09:33Z Wir haben mit dem Wirtschaftsethiker Stephan Grüninger, Professor an der Konstanzer Fachhochschule für Wirtschaft, Technik und Gestaltung über den Wert von Vertrauen gesprochen. Und den Begriff “Integrity ... neue Einsichten gefällig?

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Wir haben mit dem Wirtschaftsethiker Stephan Grüninger, Professor an der Konstanzer Fachhochschule für Wirtschaft, Technik und Gestaltung über den Wert von Vertrauen gesprochen. Und den Begriff “Integrity Compliance”…

Worin geht Integrity Compliance über Compliance hinaus und wie knüpft sie an diese an? In welchen Branchen ist Integrity Compliance etabliert? Welche Tools und Literatur gibt es dazu? Über diese und andere Fragen haben wir uns mit Professor Stephan Grüninger unterhalten.

Karriere-Einsichten: Warum reden Manager überhaupt über Compliance, das Thema ist ja nicht besonders sexy…

Stephan Grüninger: Das würde ich so nicht sagen. Schließlich geht es nicht selten um Fälle von Wirtschaftskriminalität größeren Ausmaßes. In Deutschland ist das Genre „Krimi“ doch sehr beliebt. Aber im Ernst, hätten wir in der Vergangenheit nicht zahlreiche Fälle von Bilanzmanipulationen, Korruptionsstraftaten, Preiskartelle und so weiter gehabt, wäre das Thema sicherlich nicht so zügig zu einem Managementstandard geworden.

Karriere-Einsichten: „Integrity“ und „Compliance“. Was ist der Unterschied?

Stephan Grüninger: Bei Compliance geht es um die Einhaltung von Regeln, vor allem die Beachtung von für ein Unternehmen relevanten Gesetzen. Und dabei natürlich vor allem um solche Gesetze, deren Missachtung aus dem Geschäftsmodell heraus nicht gänzlich unwahrscheinlich ist und für das Unternehmen besonders schwerwiegende Folgen haben kann. Im Geschäftsalltag kommt es vor allem darauf an, die gesetzlichen Grundlagen – sagen wir etwa des internationalen Korruptionsstrafrechts – so zu übersetzen, dass jeder Mitarbeiter etwas damit anfangen kann.

„Integrity“ bedeutet insofern nichts gänzlich anderes, als es auch hier am Ende des Tages vornehmlich darum geht, gesetzliche Standards einzuhalten. Darüber hinaus geht es aber auch um Fairness im Umgang mit Kunden, Lieferanten und anderen relevanten Stakeholdern des Unternehmens.

Karriere-Einsichten: Geben Sie mal ein Beispiel aus der Praxis, aus der Finanzbranche.

Stephan Grüninger: Denken Sie an die Anlageberatung von Banken und Versicherungen. Die Abgrenzung eines aus moralischer Sicht lediglich unfairen Geschäfts vom klaren Anlagebetrug kann letztlich nur gerichtlich festgestellt werden. Bei „Integrity“ handelt es sich aber gleichzeitig um einen Ansatz der versucht, das Verhalten von Menschen in Organisationen zu steuern. Er orientiert sich an allgemein gültigen und gesellschaftlich akzeptierten Grundwerten.

Karriere-Einsichten: Aus juristischer Sicht braucht man keine ethischen Werte, um Gesetze einzuhalten.

Stephan Grüninger: So kann man das natürlich sehen und so wird das in der Tat auch häufig gesehen. Ich sage aber, Manager müssen die Köpfe und Herzen der Mitarbeiter erreichen, um eine Unternehmensethik wirksam und nachhaltig zu etablieren. Man muss den Leuten doch erklären, warum Bestechungshandlungen, Kartellvergehen oder Kinderarbeit in der Wertschöpfungskette schädlich sind. “Aufzeigen welche persönliche Konsequenzen Manager für ihre Entscheidungen zu tragen haben. “Man muss aufzeigen welche persönliche Konsequenzen Manager für ihre Entscheidungen zu tragen haben. Vor allem aber, mit welchen Strategien und Handlungsweisen sie integer Geschäfte machen können.

Karriere-Einsichten: Ist der Integrity-Ansatz wirksamer da er mehr an die Verantwortung des Einzelnen appelliert?

Stephan Grüninger: Man kann heute sehr leicht ein Compliance-Management-System mit allen formalen Anforderungen aufbauen. Die Differenz zwischen einem „Paper Approach“ der ausschließlich und oberflächlich auf die Möglichkeit der Enthaftung für Organe und Unternehmen zielt und einem wirksamen System, das die Prävention von Fehlverhalten im Vordergrund sieht, ist entscheidend.

Karriere-Einsichten: Wie können es Manager in ihrem Unternehmen besser machen?

Stephan Grüninger: Bessere Unternehmen schulen inhaltlich ihre Führungskräfte, die dann selbst die Mitarbeiterschulung übernehmen. So wird ein kritischer Austausch angestoßen, den man durchaus als eine Art „Selbsterzwingungsmechanismus zu besserem Handeln“ beschreiben kann und der die Glaubwürdigkeit von Compliance massiv erhöht! In die Reihe dieser Maßnahmen gehören auch die Einführung von Hinweisgebersystemen, von externen Überprüfungen und anonymen Mitarbeiterbefragungen zum ethischen Klima.

Karriere-Einsichten: Um es an einem Beispiel klarzumachen, kann ein Unternehmen…

Stephan Grüninger: … Compliance Trainings formal so durchführen, dass sich keine einzige Führungskraft wirklich der direkten Auseinandersetzung und damit kritischen Fragen der Mitarbeiter stellen muss. Etwa indem ausschließlich elektronische Schulungsprogramme genutzt oder nur externe Fachreferenten das Training bestreiten.

Karriere-Einsichten: Mitarbeiter mit einem Leitzordner voller Detailregelungen zu überzeugen ist damit sicherlich nicht gemeint. Was müssen Manager als Erstes tun?

Stephan Grüninger: Werte wie Gerechtigkeit, Fairness und Anstand vorleben, um nachhaltig auf dem Felde der Corporate Compliance erfolgreich zu sein.

Karriere-Einsichten: Wie hat sich der Integrity-Ansatz die letzten Jahre in der Praxis entwickelt?

Nach den großen Korruptionsfällen der letzten Jahre in einigen DAX30-Unternehmen hat zunächst eindeutig der legalistische Ansatz dominiert, doch Unternehmen denken mittlerweile um. Man fragt weniger die Rechtsabteilung, „Was ist gerade noch erlaubt?“. Sondern vielmehr das obere Management: „Wie wollen wir nachhaltig gute Geschäfte machen, welche Opportunitäten suchen wir aktiv“?

Hinweis der Redaktion: Beitrag erschien zuerst im CSR-Magazin 1/2013.

“Persönliche Integrität ist die fortwährend aufrechterhaltene Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln. Grundlage des Wertesystems ist eine religiös, politisch oder humanistisch begründete Ethik. Ein integrer Mensch lebt in dem Bewusstsein, dass sich seine persönlichen Überzeugungen, Maßstäbe und Wertvorstellungen in seinem Verhalten ausdrücken.”

 Stephan Grüninger, Professor für Wirtschaftsethik an der Fachhochschule Konstanz, hat selbst Compliance-Management-Systeme entworfen und befürwortet diese grundsätzlich.

Artikelbild: © Privat/ Stephan Grüninger

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Weicheier: Warum Ja-Sager Karriere machen]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6552 2015-02-01T07:45:29Z 2014-05-23T11:00:17Z Am Ende machen immer die Falschen Karriere. Die Braven, die Ja-Sager, die Systemtrottel – die Weicheier. Die Leistungsträger bleiben übrig. Ausgerechnet sie, die eigentlich die ganze Arbeit ... neue Einsichten gefällig?

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Am Ende machen immer die Falschen Karriere. Die Braven, die Ja-Sager, die Systemtrottel – die Weicheier. Die Leistungsträger bleiben übrig. Ausgerechnet sie, die eigentlich die ganze Arbeit machen. Ein Gefühl, das viele Menschen von ihrem Arbeitsplatz kennen aber wenige ansprechen. Gerald Hörhan berichtet…

Es stimmt. Immer öfter machen Weicheier statt Leistungsträgern Karriere, und das hat einen Grund. Das leistungs- und erfolgsorientierte Klima, das noch in den Achtziger- und Neunzigerjahren in der Wirtschaft herrschte, von der Politik durch Liberalisierungen genährt, ist gekippt. Seit 9/11 dominiert die Angst. Ausgehend vom Amerika unter George W. Bush entstand ein Klima der Verunsicherung, und daraus folgend der Regulierungen und der Kontrollen.

Die westlichen Staaten verwandelten sich mit ihren wuchernden Gesetzen in Kontrollstaaten, und aus den großen Konzernen wurden Kontrollkonzerne mit Wälzern voller Compliance-Regeln. Es entstand ein System, in dem nicht Mitarbeiter gut sind, die Leistung und Erfolge bringen, sondern jene, die brav all diese Regeln einhalten. Die Weicheier steigen auf, die Leistungsträger werden, wenn sie Pech haben, sogar gemobbt.

Ich kennen einen hervorragenden Verkäufer, der seinen Job verlor, weil er Kunden auf seinen Landsitz zum Squadfahren einlud. Die Compliance-Abteilung der Firma verfasste einen 110 Seiten langen Bericht darüber, dass das Gelände fürs Squad-Fahren eigentlich zu steil war, und dass die Party am Abend ziemlich wild war. Dass es ein tolles Wochenende für alle war, und dass sich in der Folge Geschäftsabschlüsse ergaben, kam in dem Bericht nicht vor. Am Ende hatten ein paar Systemtrottel Papier produziert und ihr Gehalt gerechtfertigt, und die Firma hatte einen Umsatzbringer weniger.

“Die Charakteristik des Weicheis ist schnell erklärt: Das Weichei ist froh darüber, dass es Regeln gibt.”Die Charakteristik des Weicheis ist schnell erklärt: Das Weichei ist froh darüber, dass es Regeln gibt. So braucht es nicht selbst zu denken und sich nicht mit Selbstreflexion aufzuhalten. Es hält sich an den Dresscode und an die Meetingkultur und trifft Entscheidungen wenn schon, dann nur möglichst anonym im Komitee. Es ist am liebsten einer Meinung, egal mit wem. Es plappert nach, was es hört, und begnügt sich mit der Reflexion, die ihm das System bietet, indem es ihm bei Regelverstößen auf die Finger klopft.

Der Kreativkiller: Regelkonformismus

Wenn das Weichei vor einem Problem steht, überlegt es nicht, wie es zu lösen wäre, sondern es schlägt nach, was die Regeln dazu sagen. Es hält sich an das System. Ich habe einmal einen Kreditverantwortlichen einer Bank darauf aufmerksam gemacht, dass sein Rechenprogramm für Firmenbewertung einen Fehler hatte. Der Fehler war leicht zu erkennen. In einer Excel-Tabelle waren Vorzeichen vertauscht. Doch er zuckte mit den Schultern. „Ich halte mich ans System“, sagte er. Das schadet der Wirtschaft, weil dann eben eine gesunde Firma einen wichtigen Kredit nicht bekommt und die Bank keine Zinsen kassiert, aber es reicht für die Karriere in einem System, das auf Regeln und Kontrolle aufbaut.

Was in einem Unternehmen passiert, in dem ein Weichei Führungsverantwortung hat, ist klar. Das Weichei vermehrt sich unnatürlich rasch. Denn es befördert immer nur andere Weicheier. Dieser Mechanismus ist nicht nur ärgerlich für Menschen, die gerne etwas bewegen würden. Für die Unternehmen bedeutet das einen handfesten wirtschaftlichen Schaden, auch wenn das den meisten Unternehmern vielleicht gar nicht bewusst ist. Denn ein Unternehmen, das einen Mitarbeiter einstellt, sichert sich damit vertraglich dessen Arbeitskraft. Das ist die Idee. Es sichert sich nicht ein bisschen seiner Arbeitskraft, sondern seine ganze. Zumindest glaubt es das.

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Abrechnung mit Ja-Sagern die sich nach oben schleimen statt etwas zu leisten und damit auch gegen Widerstände zu arbeiten…

In der Realität bekommen Unternehmen, die ein Weichei einstellen, aber nur einen Teil der Leistung, für die sie bezahlen. Sie bekommen nur den verwaltenden, duckmäuserischen und bequemen Teil. Sie hätten aber auch Anspruch auf die Ideen dieses Mitarbeiters, auf seine kreativen Konzepte, und auf seinen Widerstand gegen unsinnige Mechanismen, die es in dem Unternehmen vielleicht gibt.

Das sind nun einmal die Dinge, die langfristig Gewinne sichern und ausbauen können. Das sind die Dinge, die verhindern, dass ein Unternehmen einen wichtigen Trend verschläft. Doch diese Leistung erbringen in einem Unternehmen nur die Freigeister, nicht die Weicheier.

Weichei-Kulturen erfordern Anpassung

Das Problem hat die Tendenz, zu wachsen. Denn je ausgeprägter die Weichei-Kultur eines Unternehmens ist und je weniger Chancen die Freigeister haben, desto eher orientieren sie sich anders. Sie gehen zur Konkurrenz oder gründen eine eigene Firma. Weicheier erweisen sich damit als echte Risikofaktoren für die Wirtschaft.

Der kollektive Systemkonformismus ist mit schuld an der europäischen Wirtschaftskrise. Denn sind in Unternehmen die am stärksten wachsenden Abteilungen die Complience-Abteilungen, erlahmen sie allmählich. Schließlich kosten die Leute dort nicht nur ihr eigenes Gehalt und ihren eigenen Arbeitsplatz, sondern auch die Zeit produktiver Mitarbeiter, die sie quälen.

„Die Produktivität in Europa ist seit 2007 gefallen … und die europäischen Firmen konzentrieren sich mehr auf Nachahmungen statt auf Innovationen“, heißt es in einer Studie der Brüsseler Denkfabrik Bruegel. „Dieses düstere Bild ruft nach mutigen Schritten der Politik, die signifikant über das hinausgehen, was derzeit unternommen wird.“

Die 27 EU-Finanzminister haben diese Studie sogar bei einem Treffen im April 2013 in Dublin diskutiert, die erforderlichen mutigen Schritte gegen den Kontrollstaat und damit für die Eindämmung der Weicheikultur haben sie trotzdem keine gesetzt. Denn auch in der Politik machen zunehmend eher die Weicheier Karriere. Den besten Beweis dafür lieferte das Interview mit dem Ministerpräsidenten eines deutschen Bundeslandes, das ich im ZDF-Morgenmagazin gesehen habe.

Frage an den Ministerpräsidenten: Was soll eines Tages von Ihnen bleiben?
Antwort: Dass ich einer war, der sich bemüht hat.

Der Ministerpräsident zeigte sich damit als Weichei der Staatsgewalt, dessen Vision darin bestand, artig zu sein.

Frage: Was macht Sie für Ihre Wähler spannend?
Antwort: Ich habe mit mehr als sechzig Jahren den Großteil meines Lebens hinter mir. Alles, was ich brauche, habe ich schon.

Womit er offenbar andeuten wollte, dass er schon zu alt zum Stehlen war. Klar, dass solche Politiker keine fundamentalen System- oder Verfassungsreformen durchziehen und die Bürokratie und Überregulierung nicht einfach mit einer gemeinsamen Willensanstrengung abschaffen, sondern lieber an den Problemen herumdoktern und sie mit neuen dummen Gesetzen und Regeln nur noch verschlimmern. Die Politik und die Wirtschaft Europas bilden damit gemeinsam ein Null Bock-Komplott, das alles erstickt.

Wer in einem Unternehmen mit ausgeprägter Weicheikultur arbeitet, hat nicht viele Möglichkeiten. Er kann den einfachsten Weg gehen und selbst ein Weichei werden. Er kann sich anpassen und sein Gehirn ausschalten und wird ein stressfreies und weitgehend bedeutungsloses Leben haben.

Er kann auch versuchen, mit der Weichei-Herrschaft umzugehen. In einem Konzern bedeutet das, die wenigen anderen Freigeister zu suchen und sich mit ihnen zu verbünden. Er muss den Weicheiern die Veränderungen dann immer so verkaufen, dass Protest dagegen für sie einen größeren Aufwand bedeuten würde als sich zu fügen. Oder er muss immer so tun, als wäre sein Vorschlag jetzt der Mainstream.

Oder er verändert eben sein Betätigungsfeld und geht. Kleinere Unternehmen gelten nicht umsonst als Rückgrat der Wirtschaft. Freigeister, die etwas gestalten und erreichen wollen, sind dort besser aufgehoben. Besonders dann, wenn sie das kleinere Unternehmen gleich selber neu gründen.

Freigeister können auch auf die Chance warten, die ihnen gewöhnlich Krisen bringen. Steht ein Unternehmen vor außerordentlichen Herausforderungen, sind Weicheier meistens abgemeldet. Dann ist mit Verwalten nichts mehr zu machen. Wenn es darum geht, den Karren aus dem Dreck zu fahren, ist es meistens egal, ob sich die, die das können, an den Dresscode und die Meeting-Kultur halten. Dann schlägt die Stunde der Freigeister.

“Softie (Weichei) ist eine häufig stereotype und abwertende Bezeichnung für einen Mann, der nicht einem klassischen Bild von Männlichkeit entspricht, sondern Eigenschaften oder Verhaltensweisen aufweist, die im traditionellen Rollenverständnis eher als Attribute von Weiblichkeit gelten. Softie gilt als Gegenbegriff zu Macho.”

Gerald Hörhan studierte in Harvard angewandte Mathematik und Betriebswirtschaft. Er arbeitete für McKinsey & Co und sammelte bei JP Morgan Wall-Street-Erfahrung. Er ist Eigentümer eines international tätigen Corporate-Finance-Unternehmens und Spezialist für Investmentbanking, Corporate Finance, Private Equity und Alternative Investments. In seinem soeben erschienenen Buch „Null Bock Komplott – Warum immer die Weicheier Karriere machen und wie ihr es trotzdem schafft“ (edition a-Verlag, Wien 2013) setzt er sich kritisch mit Unternehmenskulturen auseinander, die Systemerhalter und keine „Köpfe“ nach oben spülen…

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Detektivarbeit: (K)eine Konjunktur für Hochstapler]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6556 2015-02-01T07:48:02Z 2014-05-20T04:24:51Z Schillernde Prädikate, Karrierestationen im Ausland, das perfekt ausgeleuchtete Foto. Beim Bewerben um den Super-Duper-Job soll nichts schief gehen: Mögliche Brüche im Lebenslauf werden hier und da geschönt ... neue Einsichten gefällig?

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Schillernde Prädikate, Karrierestationen im Ausland, das perfekt ausgeleuchtete Foto. Beim Bewerben um den Super-Duper-Job soll nichts schief gehen: Mögliche Brüche im Lebenslauf werden hier und da geschönt oder mit gekonnten Formulierungen kaschiert. Wo die Grenzen zwischen Wahrheit und Werbung verschwimmen, berichtet Detektiv Marcus Lentz…

Vor allem, wenn es um die Besetzung gut dotierter und damit verantwortungsvoller Posten geht – ein Risiko, mit dem viele Personalchefs täglich umgehen müssen, weiß Marcus Lentz, Geschäftsführer der bundesweit agierenden Wirtschaftsdetektei Lentz. Manche Bewerber gehen noch einen Schritt weiter: Sie geben dem Drang zur überzeugenden Selbstdarstellung mit gefälschten Zeugnissen und erfundenen Titeln nach.

Solche riskanten Schwindeleien kommen heute weitaus häufiger vor, als viele Firmen vermuten. Vor allem, wenn es um die Besetzung gut dotierter und damit verantwortungsvoller Posten geht – ein Risiko, mit dem viele Personalchefs täglich umgehen müssen. „Aber Fehlbesetzungen sind für Arbeitgeber nicht nur mit hohen Kosten und Risiken verbunden. Wer in seiner Bewerbung lügt, trickst in der Regel auch in anderen Situationen“, warnt Marcus Lentz, Geschäftsführer der bundesweit agierenden Detektei Lentz. Und er erklärt, wie sich folgenschwere Irrtümer ausschließen lassen.

Der Bewerber ist schick gekleidet und punktet mit einem strahlenden Lächeln. Er weiß, was er will, was er kann und was er wert ist. So einer muss kompetent sein. Denkt der Personalleiter, der das Gespräch führt. Der hochdotierte Job ist ihm sicher. Dass der überzeugende Kandidat aber weder das passende Studium absolviert hat noch über die verbrieften Erfahrungen im Technikbereich verfügt, merkt zunächst niemand.

Denn seine Bewerbung liest sich einwandfrei. Die eigene Biographie zu schönen ist zwar heutzutage nahezu gängige Praxis. Immer häufiger aber werden nicht nur Details geglättet, sondern ganze Zeugnisse gefälscht, Nachweise manipuliert und Leitungspositionen angegeben, die es nie gegeben hat. Wo viele Bewerber um wenige begehrte Stellen konkurrieren und die Unternehmen ihre Erwartungen an die Bewerber immer höher schrauben, wächst die Verlockung. Daneben eröffnen die technischen Möglichkeiten von Scannern, Farbkopierern und Internet hervorragende Voraussetzungen für große und kleine Tricksereien.

Bedingungen für große und kleine Tricks

Studien belegen, dass jede dritte Bewerbungsmappe unwahre Angaben enthält. Marcus Lentz weiß aus seinem Ermittlungsalltag, wie breit das Spektrum der Schwindeleien ist: „Uns sind schon sehr dreiste Lügen untergekommen. In einem Fall hat ein Bewerber zum Geschäftsführer eine mehrmonatige Projektleitung in New York angegeben. Tatsächlich hatte er diese Zeit wegen Betrugs in einer Strafvollzugsanstalt verbracht.“

Doch wer im Lebenslauf flunkert, muss sich über die Risiken im Klaren sein. Denn für Arbeitgeber sind Lebenslauflügen kein Kavaliersdelikt und führen früher oder später meist zur Kündigung. Fliegt der Lügner auf, kann er auch noch nach der Probezeit fristlos entlassen werden. Doch zu diesem Zeitpunkt hat die Firma auf seine Einarbeitung bereits viel Zeit und Geld verschwendet. Die erneute Vakanz bremst die Entwicklung des Unternehmens, außerdem fallen Kosten für ein erneutes Bewerbungs-Verfahren an. Bei einer Besetzung auf Management-Ebene droht zusätzlich ein Image-Schaden. Und das ist noch längst nicht alles.

„Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…“

Mit seinen gefälschten Unterlagen hat der Bewerber seine Unehrlichkeit schon unter Beweis gestellt. Demnach ist davon auszugehen, dass er das Vertrauen seines Arbeitgebers auch als Angestellter missbrauchen würde. „Das Unternehmen holt sich quasi einen Kriminellen an Bord“, sagt der Chef-Ermittler der Detektei Lentz.

Das kann für einen Betrieb durchaus existenzbedrohende Folgen haben, wenn der neue Mitarbeiter Zugang zu sensiblen Daten hat – und beispielsweise von einem besonders dreisten Mitbewerber geschickt wurde. „Einen solchen Versuch haben wir sogar einmal im eigenen Haus aufgedeckt“, verrät Chefermittler Marcus Lentz. Seine Sorgfalt bei der Auswahl neuer Mitarbeiter hat sich gelohnt: So konnte die kompetente Bewerberin schon im Vorfeld als Freundin des Inhabers einer anderen Detektei enttarnt werden.

Der Fachmann rät daher: “Wer Fehlbesetzungen von vornherein vermeiden will, sollte im Auswahlverfahren schon auf kleinste Unstimmigkeiten achten.”Wer Fehlbesetzungen von vornherein vermeiden will, sollte im Auswahlverfahren schon auf kleinste Unstimmigkeiten achten. Hier eine Auswahl:

  • Hat der Bewerber bei manchen Positionen Monats- und Jahresdaten, bei anderen hingegen nur ungenaue Angaben aufgeführt? Dies kann ein Hinweis auf kaschierte Lücken in der Vita sein.
  • Sind Unterlagen unvollständig?
  • Gibt es in unterschiedlichen Referenzen sehr ähnliche Formulierungen?
  • Fehlen Wasserzeichen auf den Zeugnissen?
  • Kann das Datum stimmen?

Falls das Unternehmen Anlass zu Misstrauen, aber keine konkreten Beweise findet, sollten die Verantwortlichen bei einem spezialisierten Dienstleister Unterstützung suchen. Grundsätzlich gilt: Je verantwortungsvoller der Job, umso höher das Schadensrisiko. Bei der Besetzung von Leitungspositionen und Stellen mit Außenwirkung lohnt sich also ein kritischer Blick. Ebenso vorsichtig sollten Personaler sein, wenn der Bewerber als Mitarbeiter Zugang zu sensiblen Daten hätte.

Detektive als (neue) Headhunter

Viele Detekteien bieten nicht nur eine Prüfung der eingegangenen Lebensläufe, sondern umfassende Bewerberanalysen und Headhunting an. Die Vorteile für das Unternehmen liegen auf der Hand: In der Personalabteilung kommen so nur Bewerbungen an, die bereits auf Plausibilität geprüft sind. Die Ermittlungsprofis durchleuchten nicht nur den Wahrheitsgehalt der Vita, sondern nehmen auch Qualifikationen, Leumund, Lebenswandel und Bonität unter die Lupe. Zudem wird sichergestellt, dass der Kandidat keine Vorstrafen hat.

Manche Unternehmer legen inzwischen auch die gesamte Bewerber-Vorauswahl in die Hände einer Detektei: Der Dienstleister schaltet Stellenanzeigen und klopft Bewerber auf die gewünschten Kriterien hin ab. So erhält die Firma am Ende eine handverlesene Selektion potenzieller neuer Mitarbeiter, die garantiert alle nötigen Qualifikationen mitbringen.

„Ein Mitarbeiter muss nicht nur die Herausforderungen seines Berufs meistern, sondern auch menschlich ins Unternehmen passen“, weiß Marcus Lentz. „Daher sollte eine Firma nie die Katze im Sack kaufen.“ Arbeitgeber, die Lügen in der Bewerbung nachweisen können, haben das Recht übrigens voll auf ihrer Seite: Sie können vor Gericht gegebenenfalls Schadenersatzansprüche geltend machen und sogar einen Teil des gezahlten Gehalts zurückfordern.

“Unternehmen setzen Wirtschaftsdetekteien ein, die sich auf Ermittlungen, Recherchen und Observationen im gewerblichen Bereich spezialisiert haben. Dazu gehören Personal- und Wettbewerbsangelegenheiten sowie die Überprüfung von Schuldnern. Immer häufiger ermitteln Detekteien auch in Sachen Patentrechtsverletzung. Nicht zu vergessen sind forensische Untersuchungen in Bezug auf Computerkriminalität sowie Lauschabwehr als Gegenmaßnahme für Wirtschaftsspionage.

Marcus Lentz arbeitet seit rund 25 Jahren als Ermittler und Privatdetektiv, seit 1995 als Geschäftsführer der gleichnamigen Detektei. Ein Teil seines Wissens stellt er hier (und anderswo) ins Netz…

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Sponsored Post <![CDATA[Kleidung: Konservativ ins Vorstellungsgespräch]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6594 2015-02-01T08:00:55Z 2014-05-15T20:42:07Z Im Vorstellungsgespräch zeigen sich Bewerber von ihrer besten Seite. Klar ist: Zu souveränen Auftreten und schlagfertigen Antworten auf sämtliche Fragen gehört die passende Kleidung dazu. Fragt sich nur welche. ... neue Einsichten gefällig?

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Im Vorstellungsgespräch zeigen sich Bewerber von ihrer besten Seite. Klar ist: Zu souveränen Auftreten und schlagfertigen Antworten auf sämtliche Fragen gehört die passende Kleidung dazu. Fragt sich nur welche. Wir haben uns umgeschaut und festgestellt: (noch) keine Experimente…

Der deutsche Dichter Karl Simrock brachte die Tatsache, dass das erste Urteil über einen Menschen auch nach seiner Kleidung gefällt wird, auf den Punkt: “Man empfängt Menschen nach dem Kleide und entlässt sie nach dem Verstand. Schließlich geht es bei einem solchen Gespräch meist nicht darum, die fachliche Eignung des Bewerbers zu treffen – die kann auch den Bewerbungsunterlagen oder sonstigen Einstellungstests entnommen werden. Es geht ganz konkret um die Frage, ob die Person in das Unternehmen passt. Wer underdressed beim Vorstellungsgespräch erscheint, dem könnte auch in anderen Belangen ein etwas nachlässiger Charakter unterstellt werden.

Das soll allerdings im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass jedes Bewerbungsgespräch in einem Anzug stattfinden muss. Vielmehr sollte es der Branchen angemessen sein. Wer sich auf eine handwerkliche Stelle in einem mittelständischen Unternehmen bewirbt, der sollte durchaus auch in gepflegter Alltagskleidung erscheinen. Grundsätzlich sollte sich Kleidung nicht allzu deutlich von jener unterscheiden, die auch im Berufsalltag getragen wird.

Schutz- und spezielle Arbeitskleidung zählt allerdings nicht dazu. Bei einem Vorstellungsgespräch im Top-Management ist ein Anzug in gedeckten Farben allerdings unabdingbar. Auch bei der Krawatte sollte hier auf optische Experimente verzichtet werden. Wer bei der Auswahl nicht ganz stilsicher ist, kann bei einem Herrenausstatter vor Ort oder im Internet eine Beratung einholen – Zalando bietet hierzu zum Beispiel eine eigene Themenseite für Herrenausstatter.

Das geschulte Personal wird dabei gleich auch noch auf den richtigen Schnitt achten. Außerdem passt nicht jede Farbe zu jeder Persönlichkeit. Um die Ausstrahlung des Bewerbers zu erhöhen, kann ein auch farblich perfekt zur Person passender Anzug einen wichtigen Beitrag leisten. Zudem können Personalchefs, die die Verantwortung für ein Vorstellungsgespräch in der Führungsebene eines Unternehmens haben, den Unterschied zwischen günstigen und hochwertigen Anzügen durchaus erkennen.

Konservativ und zeitlos kleiden

Weil ein schlichter, konservativer Anzug zeitlos ist, kann er entsprechend auch über viele Jahre getragen werden. Schon der österreichische Dichter Ernst Ferstl philosophierte: “Immer mit der Mode gehen zu wollen, hat einen Nachteil: Man muss ihr immer nachlaufen.” – dem ist nichts hinzuzufügen. Der Mehrpreis, der beim Herrenausstatter gegenüber dem Kaufhaus einkalkuliert werden muss, zahlt sich durch ein positives Vorstellungsgespräch vielleicht aus. Weiter kommt hinzu, dass ein Anzug, der vor einigen Jahren gekauft wurde, häufig nicht mehr der aktuellen Statur entspricht und nicht selten etwas kneift.

Bei einem Gespräch auf dieser Ebene dürfen auch Details nicht übersehen werden. Kniestrümpfe verhindern, dass das beharrte Männerbein sichtbar wird, sobald man sich hinsetzt. Auch an anderer Stelle sollte keine Behaarung zu sehen sein. Ein Dreitagebart mag in vielen Kreisen zunehmend als modisch gelten. Bei Personalchefs dürfte er hingegen eher Befremden hervorrufen:

“Im Alltag mag es aus Bequemlichkeit in Ordnung sein, auf die morgendliche Rasur zu verzichten.”Im Alltag mag es aus Bequemlichkeit in Ordnung sein, auf die morgendliche Rasur zu verzichten; doch wer nicht rasiert zu einem Bewerbungsgespräch erscheint, dem wird leicht ganz allgemein ein laxer Umgang unterstellt. Während diese Nachlässigkeit im modernen Büroalltag noch akzeptiert sein mag, ist sie im Top-Management absolut tabu.

Frauen sollten auf klassischen Schnitt achten

Frauen sollten bei einem Vorstellungsgespräch, bei dem über einen Job im Top-Management verhandelt wird, ebenfalls auf ein konservatives Outfit setzen. Während bei Bewerbungen in niedrigeren Positionen im Sommer durchaus auf Socken verzichtet werden kann, sind diese bei Positionen mit Führungsanspruch Pflicht. Gleiches gilt für modische Kleidung: Ein Hosenanzug im modernen Schnitt ist natürlich akzeptabel, aber schon auf eine unkonventionelle Farbgebung sollte verzichtet werden.

Selbiges gilt auch für übermäßig viel Schmuck, wobei Ohrringe hierbei unproblematisch sind. Gelegenheiten, die weiblichen Reize einzusetzen gibt es genug – im Bewerbungsgespräch sollte eine zu knappe, freizügige Kleidung in jedem Fall vermieden werden. Grundsätzlich kann natürlich dadurch sonst der Verdacht bestehen, dass mit dieser “Waffe” versucht werden soll, sich gegenüber der Konkurrenz einen Vorteil zu verschaffen – anstatt einfach die Qualifikationen und die Persönlichkeit für sich sprechen zu lassen. Ein Minirock ist als unabhängig von der zu besetzenden Stelle die falsche Wahl. Vor allem bei einer Stelle im Management dürfen die Absätze zudem nicht zu hoch ausfallen.

Fazit: Zeitlos und stilvoll

  • bei Männern ist Anzug Pflicht
  • fachkundige Beratung bei Herrenausstattern zahlt sich aus
  • Tragen von Kniestrümpfen empfehlenswert
  • Frauen sollten zugunsten eines klassischen Zweiteilers auf modisches Outfit verzichten
  • Socken müssen auch bei sommerlichen Temperaturen getragen werden
  • Für beide Geschlechter: Kleidung in gedeckten Farben wählen

Es geht beim Bewerbungsgespräch nicht nur um die Erfassung fachlicher Qualifikationen, sondern auch um soziale Kompetenzen. Die Organisation will wissen, ob der Bewerber in das bestehende Team und zu den Anforderungen passt, und wie er auftritt. Hier ist besonders auch das äußere Erscheinungsbild des Bewerbers relevant.

Jan Thomas Otte hat mehrere Anzüge in seinem Schrank hängen, mag am liebsten aber die Kombination: Tweed-Sakko, weisses Hemd – 2. Knopf auf und Blue Jeans. Vielleicht nicht gerade im Vorstellungsgespräch, aber danach…

Artikelbild: © Robert Kneschke/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Coaching-Muffel: Mein erstes Mal auf der Couch]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6567 2015-02-23T08:50:32Z 2014-05-11T07:51:20Z Coaching ist in aller Munde. Der bittere Beigeschmack weicht, dass eine Führungskraft versagt hat oder schwach ist, wenn sie einen Coach aufsucht. Versteht man Coaching als lösungs- ... neue Einsichten gefällig?

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Coaching ist in aller Munde. Der bittere Beigeschmack weicht, dass eine Führungskraft versagt hat oder schwach ist, wenn sie einen Coach aufsucht. Versteht man Coaching als lösungs- und ressourcenorientierten Ansatz, öffnen sich im beruflichen Kontext zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, wie Oliver Bartels berichtet…

Zu viele Anbieter – zu viele Ansätze. So ziemlich alles nennt sich heutzutage „Coaching“ und jeder, der etwas auf sich hält, ist mittlerweile ein „Coach“. Nehmen wir den Begriff genauer unter die Lupe, so könnte man vielleicht unter den vielen Betrachtungsweisen zwei hervorstechen sehen: Coaching als Beruf einerseits. Coaching als Methode und Ansatz andererseits. Lassen Sie uns gemeinsam betrachten, wo die Grenzen und Möglichkeiten des heutigen Coachings liegen und was Coaching alles „können kann“.

Coaching meidet Experten-Ratschläge

Worum geht es eigentlich im Coaching? Es geht darum, dass der Klient seine eigenen Lösungen für sein Problem findet. Der Coach hält sich mit Tipps, Ratschlägen, Vorschlägen und kreativen Ideen zur Problemlösung zurück. Die Idee dahinter: im Coaching gehen wir davon aus, dass jeder Mensch grundsätzlich über alle Kompetenzen und Ressourcen verfügt, seine Probleme inhaltlich selbstständig zu lösen.

Ein mögliches „Expertenwissen“ des Coaches ist deshalb nicht notwendig, sondern in den meisten Fällen nur hinderlich. Was der Coach zum Lösungsprozess beisteuert, sind Fragetechniken und Werkzeuge, die es dem Klienten ermöglichen, auf seine eigenen Ergebnisse und Lösungen zu kommen. Der Coach achtet darauf, dass der Coaching-Klient ein Ziel formuliert und dieses im Verlauf des Gesprächs nicht aus den Augen verliert.

Alles Coaching oder was?

Er sollte weiter in der Lage sein, die Fähigkeiten, Ressourcen und eigenen Erfahrungen des Klienten so mit Fragetechniken zu stimulieren, dass diese ihn bei der Zielerreichung unterstützen. Und der Coach kann seinen Coachingklienten spiegeln und ermutigen. In manchen Unternehmen werden Mitarbeiter „wieder auf Spur gebracht“, „motiviert“ oder mit „Vertriebscoaching“ zu besseren Verkäufern gemacht und auch das wird dann Coaching genannt. Leider handelt es sich genau DABEI nicht um Coaching, sondern in den allermeisten Fällen um „Nötigung“. Höre ich den Satz „den muss ich mal wieder coachen“, wird mir immer ganz bange.

Coaching in der Führung ist möglich

Auch wenn ein Coaching-Gespräch etwas gänzlich anderes ist als eine Anweisung im Führungskontext, so ist Coaching in der Führung möglich und auch nötig. Sicherlich hat eine Führungskraft erst einmal die Aufgabe, Rahmen und Orientierung, sowie Informationen zu liefern und mit klarer Kommunikation zu führen. Und sicherlich wird das auch weiterhin einen Hauptteil in der Führungsbeziehung zum Mitarbeiter ausmachen.

Es gibt aber eben auch all die Fälle in denen es darum geht, Mitarbeitende aktiv und bewusst in die Selbstverantwortung zu führen. Und hier ist Coaching erwünscht und notwendig. In Projekten und Aufgaben, in denen der Mitarbeiter selbstverantwortlich Entscheidungen fällen soll und muss. Und überall dort, wo die Führungskraft selbst nicht Experte ist und auf das eigenverantwortliche Handeln des Mitarbeiters angewiesen ist. Als ein plakatives Beispiel sei der tägliche Kundenkontakt genannt. Hier gibt es in jedem Unternehmen einen (mehr oder weniger klar kommunizierten) Rahmen zum Umgang mit Kunden. Dieser Rahmen ist vordefiniert.

“Mein erstes Mal…” – Buch kaufen!

Und doch: all das, was ein Mitarbeitender tagtäglich im Kontakt mit seinen Kunden tut oder nicht tut, entscheidet er in jeder Minute seines Arbeitstages selbst. Der Mitarbeiter entscheidet, wie weit er oder sie den Raum gestaltet und ausfüllt – oder eben auch nicht. Und genau hier ist Raum für Coaching in der Führung. Innerhalb des Rahmens kann die Führungskraft ihre Mitarbeitenden unterstützen, angemessene und passende Lösungen zum Umgang mit Kunden eigenverantwortlich zu entwickeln.

Coaching ist erlernbar

Beides, sowohl die Fragetechniken und Werkzeuge als auch die Fähigkeit, sich selbst inhaltlich aus dem Problem des Coachingklienten herauszuhalten, ist erlernbar. Denn betrachtet man Coaching auf diese Weise, dann handelt es sich in erster Linie um eine Haltung und eine Technik und weniger um einen Beruf oder eine Berufung. Es ist die Möglichkeit anderen zu helfen, ihre Lösungen selbst zu erarbeiten.

Bestimmt macht es einen Unterschied, ob der Coach viele Jahre Erfahrung im Coachen hat und seine eignen Techniken und Fähigkeiten verfeinert und reflektiert hat oder ob jemand gerade erst frisch mit dem Coaching begonnen hat. Und trotzdem bin ich fest davon überzeugt, dass jemand, der sein Coaching-Handwerkszeug beherrscht – auch als „Neuling“ – bei der Ziel- und Lösungsfindung eines Klienten helfen und einen Unterschied machen kann.

Coaching keine Therapie

Der Ausgangspunkt, Coaching als Methode zu beschrieben, die es demjenigen, der ein Problem hat, ermöglicht, dieses selbst und selbstverantwortlich zu lösen, beschreibt auch treffend und klar die Grenze und Abgrenzung von Coaching zu Therapieformen. Im Gegensatz zum Coachingklienten können Menschen in der Therapie (zunächst) nicht (mehr) ihre Probleme selbst und selbstverantwortlich lösen. Hier gibt dann ein Therapeut eine gänzlich andere Hilfestellung.

“Meine Lieblingsfrage: Angenommen mein Leben hätte etwas mit mir zu tun, was täte ich dann als nächstes?”Coachen sich Coaches eigentlich selbst? Das besondere am Coaching ist, dass man sich als Coachingklient ganz auf die inhaltliche Lösungsfindung konzentrieren kann. Dies kann auch einmal dadurch begünstigt werden, dass man abschweift, sich im Kreis dreht oder sich selbst bemitleidet. Es ist ebenso gestattet, dass man wütend ist, eigene Anteile am unerwünschten Ist-Zustand beharrlich verleugnet und mit sich und seiner Umwelt hadert. Man darf sich also ganz und gar fallen lassen und die Kontrolle für den Lösungsfindungsprozess (nicht für die Lösung!) aus der Hand geben.

Der Coach begleitet einem dabei und achtet darauf, dass wie zu Beginn des Coachingprozesses einvernehmlich vereinbart, sich das Ziel nicht gänzlich aus den Augen verliert und dass am Ende des Coachinggesprächs praktikable Lösungsschritte und Maßnahmen entstehen. Sich selbst zu coachen funktioniert in diesem Sinne also nicht. Einzelne Coachingfragen im Selbstcoaching funktionieren allerdings, sodass es einem im Alltag wieder gelingt das Ruder (zurück) in die Hand zu nehmen.

“Der Begriff Coaching stammt vom englischen „to coach“ (betreuen, trainieren) und bezeichnet eine Vielzahl von Trainings- und Beratungskonzepten zur Entwicklung und Umsetzung persönlicher oder beruflicher Ziele und der dazu notwendigen Kompetenzen. Beispiele sind Führungs-, Umsetzungs- und Selbstmanagementkompetenzen. Der Begriff Coach ist nicht geschützt. Es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung oder wissenschaftlich fundierte Qualitätsstandards für diese Tätigkeit. Die Qualität der Coaching-Angebote reicht von Scharlatanerie bis hin zu qualitativen Mindestanforderungen wie sie im Psychotherapeutengesetz festgelegt sind (und darüber hinaus).

Oliver Bartels arbeitet seit 2005 als Berater, Trainer und Führungskräftecoach. Die Beratungssegmente Führung, Strategieentwicklung, Veränderungsprozesse sowie Organisations- und Teamentwicklung sind seine Fachgebiete. Als Buchautor (u.a. „Leidensweg Beruf“ und „Was Coaching alles verändern kann“) und Verfasser zahlreicher Fachartikel schreibt er zu Themen, die er auch als Berater gestaltet…

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Inhouse Consulting: Karriere-Option im Beraterbusiness]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6557 2015-02-23T08:50:24Z 2014-05-04T06:00:08Z Consultant nach der Uni? Für viele Studis (immer noch) ein Traumjob. Verspricht das Berufsbild doch neben einem überdurchschnittlichen Verdienst  Abwechslung, die Möglichkeit zum schnelleren Auftstieg, auch “Verantwortung ... neue Einsichten gefällig?

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Consultant nach der Uni? Für viele Studis (immer noch) ein Traumjob. Verspricht das Berufsbild doch neben einem überdurchschnittlichen Verdienst  Abwechslung, die Möglichkeit zum schnelleren Auftstieg, auch “Verantwortung übernehmen” genannt. Neben den externen Beratungshäusern, in Deutschland sind alle Global Player vertreten, gibt es zunehmend auch das interne Consulting. Moritz von Franz berichtet…

Im Namen der Initiative „dichter dran“, einem Zusammenschluss von 16 internen Beratungseinheiten von Unternehmen in Deutschland erzählt Moritz von Franz bei BASF Management Consulting, der internen Managementberatung der BASF Gruppe. Er berichtet von seinem Alltag, den Unterschieden zwischen externem und internem Consulting und gibt einige Tipps und Tricks für Berufs- und Quereinsteiger.

Externes vs. internes Consulting: was ist was?

Auf den ersten Blick könnte das interne Consulting weniger spannend wirken, da es sich nur mit einem Unternehmen befasst und es nicht die Vielfalt an Kunden wie das externe Consulting bietet. Die Tatsache, dass man in ein und demselben Unternehmen arbeitet, hat jedoch noch lange nichts mit Eintönigkeit zu tun. Schließlich verfügen große Unternehmen über verschiedenste Bereiche, die wiederum unterschiedliche Märkte bearbeiten, anders aufgestellt und unterschiedlich regional vertreten sind. Interne Berater haben somit die Möglichkeit die verschiedensten Facetten innerhalb eines Unternehmens kennen zu lernen.

Es hat zudem viele Vorteile, „denselben Ausweis“ wie der Kunde zu tragen. Von Beginn an besteht eine Vertrauensbasis und auch nach Beendigung eines Projekts fühlt man sich weiterhin verantwortlich für die erarbeiteten Ergebnisse. Erfolgreiche Projekte sprechen sich zudem schnell herum, so dass einem die internen Kunden oftmals direkt ansprechen, um ein vergleichbares Projekt starten zu können.

Konzernpolitische Aspekte spielen ebenso eine wichtige Rolle. Es kann vorkommen, dass man sich in einer zwiespältigen Situation wiederfindet: denn einerseits arbeitet man im und andererseits für das Unternehmen. Ein herausfordernder und nicht zu vernachlässigender Aspekt im Alltag eines internen Consultants. Es ist somit wichtig, dass dem internen Consulting die volle unternehmerische Unabhängigkeit zugesichert ist. Nur so hat ein Berater die Möglichkeit seine neutrale und unabhängige Meinung in Projekten zu vertreten.

“Qualität und Professionalität sind das A und O, sowohl bei externen, als auch bei internen Beratungen.”Qualität und Professionalität sind das A und O, sowohl bei externen, als auch bei internen Beratungen. Es kommt auch durchaus vor, dass interne Beratungsabteilungen mit den externen konkurrieren, was abhängig vom Thema ist. Daher ist es keineswegs der Fall, dass interne Beratungseinheiten außer Konkurrenz sind.

Auch die Profile der Berater im internen und externen Consulting ähneln sich. Vom Direkteinsteiger nach der Uni,  über den Quereinsteiger aus externen Beratungshäusern oder Unternehmen oder aber Mitarbeiter aus dem eigenen Konzern ist alles dabei. Die Ansprüche an die Bewerber sind vergleichbar.

Einstieg ins Inhouse Consulting

Der Weg ins interne Consulting beginnt bei BASF Management Consulting mit einer Onlinebewerbung über das Karriereportal. Bewerber werden dann zu Gesprächen nach Ludwigshafen oder Hong Kong eingeladen. Bis zu acht Interviews mit zukünftigen Kollegen und Vorgesetzten werden geführt. Jedes Interview besteht üblicherweise aus dem gegenseitigen Kennenlernen und einer Fallstudie aus dem Berateralltag.

Neben den Soft- und Social Skills ist die Herangehensweise an die (jeweilige) Fallstudie entscheidend. So geben Fallstudien nicht nur Aufschluss darüber wie strukturiert und analytisch der Bewerber an eine Aufgabe herangeht, sondern zeigen auch, was für ein Verständnis der Bewerber für den Gesamtkontext hat und ob er fähig ist Lösungen außerhalb bekannter Pfade zu erarbeiten.

Wenn der Bewerbungsprozess erfolgreich durchlaufen wurde, steht dem Vertrag nichts mehr im Wege.  Das erste Projekt im neuen Job unterstützt man normalerweise als Projektmitglied. Je nach vorheriger Erfahrung, entwickeln sich die Berater im Lauf der Zeit zum Teilprojektleiter bis hin zum Projektleiter.

Aufstieg im Inhouse Consulting

Weiterbildung spielt eine große Rolle in den internen Beratungen. Die Berater profitieren hier von einer Vielzahl an Seminaren die im Unternehmen angeboten werden, sowie von zusätzlichen Seminaren welche speziell auf die Anforderungen der Beratungseinheit zugeschnitten sind. Bei der BASF durchlaufen beispielsweise alle neueingestiegenen Berater eine einwöchige Veranstaltung in welcher sie die BASF kennen lernen,  als auch beratungsspezifische Seminare zu den Themen Präsentation und Kommunikation. Ein weiterer wichtiger Baustein der Personalentwicklung ist das Sammeln von Erfahrungen in den unterschiedlichsten Projekten.

Nachdem man in verschiedenen Rollen Projekte unterstützt bzw. geleitet hat, wechselt man bei der BASF nach ca. vier Jahren in eine Linienfunktion. Dies kann beispielsweise die Übernahme von Verantwortung im Bereich Marketing, Produktmanagement, Finanzen oder im Einkauf sein, oder auch die Übernahme von Projekten in einem spezifischen Unternehmensbereich.

Tipps und Tricks

Fallstudien spielen eine wichtige Rolle bei der Bewerberauswahl. Bei der Vorbereitung helfen Bücher wie „Ace your case!“, Newsletter, Blogbeiträge wie beispielsweise von Victor Cheng, aber auch Webseiten wie Squeaker.Net (Anm. d. Red. Karriere-Einsichten gibts natürlich auch). BASF Management Consulting veröffentlicht zudem mit weiteren internen Unternehmensberatungen Fälle aus vergangenen Projekten auf der Seite „Dichter Dran“.

Während des Interviews sollte man sich Stichpunkte notieren und strukturiert an Problemstellungen herangehen. Die Anwendung von Frameworks (wie beispielsweise Porter’s 5 Forces, SWOT Analyse etc.) kann helfen den roten Faden nicht zu verlieren und alle wichtigen Aspekte einer Problemstellung zu beleuchten.  Es ist wichtig, neutral und unvoreingenommen an alle Problemstellungen heran zu gehen und den Interviewpartnern mit offenem Visier zu begegnen. Das Stellen von Fragen sollte ebenso nicht unterschätzt werden. Der Bewerber signalisiert so Interesse und zeigt Engagement.

Wie bei jedem Bewerbungsgespräch, geht es auch im Inhouse Consulting darum, zu schauen, ob die Chemie stimmt. Daher sollte man sich nicht verstellen und nach dem Gespräch auch sein eigenes Bauchgefühl konsultieren – passt das oder passt es nicht?

“Kritiker des Inhouse Consultings werfen den internen Beratern häufig Betriebsblindheit vor. Aufgrund ihrer Unternehmenszugehörigkeit seien sie nicht in der Lage, ihre Auftraggeber neutral zu beraten und scheuten sich, unpopuläre Vorschläge zu machen. Dem halten Befürworter entgegen, dass Betriebsblindheit unter anderem durch eine gute Ausgestaltung interner Organisationsstrukturen und Arbeitsweisen, den Einsatz von Mitarbeitern mit externer Beratungserfahrung sowie die konsequente Aufnahme externer Impulse (z.B. in Form von Orientierung an Best Practices, Benchmarking, Kooperationen mit externen Beratungen oder Hochschulen) erfolgreich begegnet werden kann.

Moritz von Franz arbeitet seit über einem Jahr bei BASF Management Consulting und ist schwerpunktmäßig im Themenfeld „Industry Dynamics“ tätig. Davor war er in einer operativen Einheit des Geschäftsbereiches Pflanzenschutz der BASF sowie für eine namhaften externen Unternehmensberatung tätig…

Artikelbild: © NN/ BASF

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Chancen für Studienabbrecher: Ausbildung zum Hörakustiker – Teil 1]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6388 2015-02-01T08:11:42Z 2014-05-01T08:00:11Z Fast jeder Dritte in Deutschland bricht sein Studium vorzeitig ab. Studis stellen spätestens an der Uni fest: Das Studium entspricht nicht ihren Vorstellungen, ist viel zu theoretisch. ... neue Einsichten gefällig?

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Fast jeder Dritte in Deutschland bricht sein Studium vorzeitig ab. Studis stellen spätestens an der Uni fest: Das Studium entspricht nicht ihren Vorstellungen, ist viel zu theoretisch. Der Blick auf den Arbeitsmarkt machts nicht besser: Ein Studium garantiert keinen guten Job, zumindest nicht mehr wie früher. Studienabbrecher suchen daher nach Alternativen – mit Anspruch und ähnlich guten Perspektiven, von der Realschule bis zur Promotion. Wir starten dazu am “Tag der Arbeit” eine Reihe mit ungewöhnlichen Jobprofilen nach dem Hörsaal. In diesem Teil stellen wir den Job des Hörakustikers vor…

Paradebeispiel dafür, dass Handwerkerberufe zunehmend höher qualifizierte junge Erwachse anziehen, ist der Beruf des Hörgeräteakustikers. Hier kann man es von der Realschule bis zur Promotion schaffen. Da das Gesundheitshandwerk sehr anspruchsvoll ist, ist es insbesondere bei Abiturienten beliebt. Seit 1999 verfügt es über einen eigenen Studiengang.

Die duale dreijährige Ausbildung zum Hörakustiker ist nicht nur abwechslungsreich und anspruchsvoll, sondern bietet auch hervorragende Aussichten. Es herrscht Vollbeschäftigung in der Branche. Anfang September beginnen bundesweit 700 junge Menschen ihre Ausbildung zum Hörakustiker. Das Akustiker-Handwerk bricht mit dieser Zahl erneut einen Rekord und gehört mit einer Ausbildungsquote von 20 Prozent zu den Top-Ausbildern im deutschen Handwerk. Nach Angaben der biha sind auch dieses Jahr wieder Studienabbrecher aus medizinischen oder naturwissenschaftlichen Studiengängen dabei. Über die Hälfte der Hörakustiker-Azubis haben mittlerweile Abitur.

Die Chancen

Die guten Perspektiven,  Fortbildungsmöglichkeiten sowie der tägliche Umgang mit Technologien und Menschen machen diesen Beruf attraktiv. Man muss aber nicht nur etwas im Kopf haben; auch handwerkliches Geschick und Sozialkompetenz sind gefragt. „Ich musste nicht lange überlegen“, erläutert der ehemalige Student der Medizintechnik Martin Psiuk seine Beweggründe, die Ausbildung zum Hörakustiker zu beginnen. „Das Gefühl, man hat etwas sinnvolles getan und jemandem geholfen, bestätigt mich.“

“Aufgrund der demographischen Entwicklung und der hohen Ausbildungsqualität haben Akustiker-Azubis hervorragende Berufsaussichten. Das ist einer der Gründe, warum sich immer mehr Studienabbrecher für unser Handwerk entscheiden”„Aufgrund der demographischen Entwicklung und der hohen Ausbildungsqualität haben Akustiker-Azubis hervorragende Berufsaussichten. Das ist einer der Gründe, warum sich immer mehr Studienabbrecher für unser Handwerk entscheiden“, erklärt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha). Als Präsidentin ist sie in bester Gesellschaft: Mit über 60 Prozent Frauen unter den Auszubildenden kann sich auch die Frauenquote sehen lassen.

Die Ausbildung

Während der dreijährigen Berufsausbildung werden medizinische, audiologische und handwerkliche Fähigkeiten vermittelt. Auszubildende lernen Untersuchungen, Beratungen und Versorgungen durchzuführen. Neben der individuellen Anpassung digitaler Hörsysteme steht auch das Fertigen von Ohrpassstücken auf dem Lehrplan. Nach der Ausbildung entscheiden sich viele für eine Meisterausbildung. Sie vertieft ihre Kenntnisse weiter und berechtigt einen eigenen Betrieb zu leiten. Denn im gefahrengeneigten Hörgeräteakustiker-Handwerk gilt die Meisterpflicht. Die vielfältigen Entwicklungs

Das Handwerk

Mit 5.000 Hörakustiker-Betrieben und ca. 12.000 Hörakustikern versorgt das Hörgeräteakustiker-Handwerk ca. 2,5 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, digitalen Hörsystemen. Darüber hinaus bieten Hörakustiker einen passgenauen Gehörschutz, sowie technische Hilfen für Gehörlose an. Hörakustiker werden im Rahmen der dualen Berufsausbildung im Ausbildungsbetrieb und am zentralen Ausbildungscampus in Lübeck, mit der Akademie für Hörgeräte-Akustik und der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker, ausgebildet.

Die Hauptaufgabe des Hörgeräteakustikers ist auf der Basis der ärztlichen Diagnose Art und Ausmaß der Hörbehinderung festzustellen, dem Bedarf des Schwerhörigen entsprechend geeignete Bestandteile für das Hörgerät auszusuchen und die Einzelteile zum fertigen Hörsystem zusammenzusetzen. Weiterhin gehören die Beratung über Gehörschutz und speziellem Zubehör für Schwerhörige zu den Aufgaben.

Jan Thomas Otte machte Abitur – weil er nicht seinen Wunsch-Ausbildungsplatz bekommen hat, das war Anfang der Nuller-Jahre die Ausbildung zum Mediengestalter für Digital und Printmedien…

Artikelbild: © Amir Kaljikovic/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Führungsfragen: Eigene Prinzipien entwickeln]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6568 2015-02-01T08:14:13Z 2014-04-28T09:58:14Z Sie kennen Ihre eigenen Werte, leben konsequent danach und entwickeln darauf aufbauend Ihre persönlichen Führungsprinzipien? Andreas Philipp will Werte und Führungsprinzipien herausarbeiten, um damit gut gerüstet Führungsverantwortliche ... neue Einsichten gefällig?

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Sie kennen Ihre eigenen Werte, leben konsequent danach und entwickeln darauf aufbauend Ihre persönlichen Führungsprinzipien? Andreas Philipp will Werte und Führungsprinzipien herausarbeiten, um damit gut gerüstet Führungsverantwortliche zu stärken. Sein Fragenkatalog an Manager und alle die das noch werden wollen…

Werte sind grundlegende Orientierungsmaßstäbe, an denen sich im Fall alternativer Handlungsmöglichkeiten das Handeln innerhalb einer Gemeinschaft orientieren soll. Welcher Art diese Werte sind, ob sie Gesetz und Ordnung beachten, den Prinzipien des Lebens dienen oder von Außenstehenden als gut oder schlecht bewertet werden, ist eine andere Sache.

Auch sind Werte einem Wandel unterworfen. Was für unsere Großeltern noch galt – z.B. die Eltern mit Sie anzureden – hat heute in unserem Kulturkreis keine Gültigkeit mehr, wird meist sogar belächelt. Werte sind höchst subjektiv und steuern unbewusst unser Denken, Sprechen und Handeln.

Das ist bei Prinzipien etwas anderes. Jenseits der umgangssprachlich verwendeten Bedeutung des Begriffs – hier wird er entweder sehr positiv „Der Mann hat noch Prinzipien“ oder sehr negativ „dieser Prinzipienreiter“ verwendet, aber in beiden Fällen geht es jedoch um die moralische Beurteilung eines Verhaltens, nicht um die Prinzipien an sich – können Prinzipien als nicht zu hinterfragende, universell geltende Grundsätze definiert werden. Sie sind, gleichsam Naturgesetzen, zeitlos gültig und bedürfen keiner weiteren Beweise.

Sie sind weder vom Kulturkreis noch von der Religionszugehörigkeit abhängig. Prinzipien passen sich nicht dem Zeitgeist an oder wechseln mit den Zyklen der Sozialgeschichte. Man kann nicht dafür oder dagegen sein. Prinzipien sind „Realitäten“, die seit der Geschichte der Erde „bewiesen“ haben, dass sie wirken.„Bewahren Sie zentrale Prinzipien als Kern und fördern Sie gleichzeitig Wandel, Verbesserung, Innovation und Erneuerung. Verändern Sie Ihre Strategien und Praktiken, halten Sie aber an Ihren zentralen Werten und Zielen fest.“ (Jim Collins)

Entwicklungsmöglichkeiten, Fairness, Fürsorge, Integrität, Leistungswille und Respekt sind solche Prinzipien. Sie stellen in allen Kulturen der Welt die Grundlage des Zusammenlebens dar. Selbstverständlich finden wir ganz unterschiedliche Interpretationen und Ausprägungen dieser Prinzipien. Jede Gemeinschaft findet ihre eigene Form, diese Prinzipien mit realem Leben zu füllen.

Auch wenn es leider zahllose Beispiele dafür gibt, wie gegen diese Prinzipien verstoßen wird (mit Folgen wie bspw. Kriege, Korruption, Umweltverschmutzung, usw.), ändert dies nichts an der fundamentalen Gültigkeit. Systeme, die weiterleben möchten, müssen diese Prinzipien beherzigen. Sie können als vom Grundsatz her nicht hinterfragbare „Naturgesetze“ von universeller Gültigkeit verstanden und deswegen als „Prinzipien des Lebens“ bezeichnet werden.

Prinzipien des Lebens

Diese gelten für jeden von uns. Hier geht es darum, das eigene Handeln an Hand dieser Prinzipien zu überprüfen und darauf aufbauend eigene, idealerweise die universellen Prinzipien beachtende Führung-Prinzipien zu entwickeln und daran das eigene Führungshandeln auszurichten. Auf dieser Grundlage können Sie sich in diesen Schritten – (1) meine besonderen Stärken, (2) wofür ich mich begeistere, (3) was das Unternehmen von mir erwartet, (4) welche Werte mich antreiben – Ihren Führungsbeitrag erarbeitet.

Was bedeuten diese allgemeinen Prinzipien des Lebens für Sie? Nehmen Sie sich bitte ausreichend Zeit und beantworten Sie nachfolgende Fragen für sich:

  • Wie sehen meine Lebensprinzipien aus? Habe ich welche? Beeinflussen sie mein Leben in einer eher positiven oder negativen Weise? Notieren Sie Ihre fünf wichtigsten Lebensprinzipien und beurteilen Sie selbst, ob diese Ihr Leben positiv bereichern oder eher negativ blockieren.
  • Welche der oben beschriebenen, allgemein gültigen Prinzipien des Lebens haben Bedeutung für mein Leben? In welcher Form drückt sich diese Bedeutung aus?
  • Wie stark lebe ich nach diesen Prinzipien? Wo sind meine größten Abweichungen?

Eigene Führungsprinzipien entwickeln

Machen Sie sich jetzt Gedanken zu Ihren aktuell vorhandenen Führungsprinzipien; d.h. zu den „Verträgen, die Sie mit sich selbst geschlossen haben respektive noch mit sich schließen wollen“. Das könnten z.B. sein:

  • Ich möchte immer eine offene Tür für Anliegen meiner Mitarbeiter haben.
  • Ich unterstütze meine Teamkollegen (inklusive Chef) ohne wenn und aber, wenn sie meine Unterstützung anfragen.
  • Oder auch: Auf meinem Schreibtisch liegt kein Vorgang, der älter als vier Wochen ist.

Und weiter:

  • Haben Sie solche Führungsprinzipien? Wie klar sind Ihnen diese? Haben Sie diese schriftlich festgehalten?
  • Wie sehr steuern diese Ihr tägliches Führungshandeln? Wie sieht Ihre Qualitätskontrolle aus?
  • Wie transparent sind meine Führungs-Prinzipien für meine Mitarbeiter?
  • Woran erkennen meine Mitarbeiter, dass ich nach diesen Prinzipien führe?
  • Woran möchten ich mich messen lassen?
  • Stehen meine Führungsprinzipien im Einklang mit den wichtigsten „Prinzipien des Lebens“?
  • Was möchte ich konkret verbessern? An was möchte ich arbeiten?
  • Welche Stichworte möchte ich dazu für mich festhalten?

Wenn Sie das Thema „Prinzipien – Führungs-Prinzipien – Führungs-Handeln“ nochmals auf sich wirken lassen, was kommt Ihnen in den Sinn? Was geht Ihnen durch den Kopf? Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Führungs-Prinzipien und die daraus abgeleiteten Grundsätze Ihres Führungshandelns. Ein Intervall von 9 bis 12 Monaten macht in der Praxis Sinn.

Die eigenen Führungsprinzipien zu kennen, sie schriftlich formuliert zu haben, wird Ihnen eine große Hilfe in Ihrem manchmal sicherlich sehr hektischen Berufsalltag sein. Zu einem ebenso treuen Wegbegleiter kann Ihr einzigartiger Führungsbeitrag werden. Im Folgenden möchte ich Ihnen die Möglichkeit geben, diesen in einem Fünf-Schritt-Verfahren – basierend auf Ihren individuellen Werten – herauszuarbeiten.

Schritt 1: Meine besonderen Fähigkeiten

Welche speziellen Talente habe ich? Nehmen Sie sich bitte ein Blatt Papier zur Hand und notieren Sie, ohne zu lange zu überlegen, alle Ihre besonderen Fähigkeiten untereinander auf diesem Blatt. Seien Sie bitte nicht zu zurückhaltend – 10 besondere Talente sollten es auf alle Fälle sein, 20 wären besser. Denken Sie nicht nur an Ihren beruflichen Alltag. Berücksichtigen Sie auch Fähigkeiten, die Ihnen im privaten Umfeld nützlich sind.

  • Wobei werden immer Sie angefragt?
  • Bei schwierigen Gesprächen zum Beispiel?
  • Oder wenn es etwas zu organisieren gibt?
  • Oder wenn schnell Ordnung aus einem Berg Steuerunterlagen geschaffen werden muss?
  • Oder vielleicht sind Sie ein toller Skifahrer, Märchenerzähler, Handwerker, Bastler, …?

Wenn Sie die Liste haben, bilden Sie bitte drei Untergruppen, indem Sie ähnliche Talente zusammenfassen und ggf. auf einen allgemeinen Begriff verdichten. Beispiel: Sie haben notiert „kann gut zuhören“, „halte immer Festtagsreden“, „unterstütze die Kinder bei Referaten“, „moderiere oft Sitzungen im Team“. Diese Punkte können Sie nun gruppieren und mit dem Oberbegriff „Kommunikation- und Moderationsfähigkeit“ versehen. Versuchen Sie bitte noch zwei weitere Oberbegriffe zu finden.

Schritt 2: Wofür ich mich wirklich begeistere

Machen Sie sich nun ein paar Gedanken darüber, was Sie im Innersten wirklich begeistert, wobei Sie Zeit und Raum vergessen können, wenn Sie sich damit beschäftigen. Nachfolgende Orientierungsfragen helfen Ihnen dabei:

  • Womit verbringe ich am liebsten meine Zeit?
  • Wofür investiere ich Zeit und Geld? Worüber rede ich gerne?
  • Stellen Sie sich vor, Sie würden mit einem Universalgelehrten nur über ein Thema sprechen dürfen – welches wäre es?
  • Wenn ich ein Fachbuch schreiben würde: Welches Fachthema wäre das?
  • Wenn ich in den Spiegel sehe: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Wer bin ich nicht?
  • Was treibt mich wirklich im tiefsten Inneren an? Was möchte ich auf dieser Welt bewegen?
  • Wie wichtig sind Ihnen Macht, Status und Geld?

Schritt 3: Was das Unternehmen von mir erwartet

In Schritt eins und zwei haben Sie sich mit Ihren Talenten und Wünschen befasst, eine Innensicht vorgenommen. Diese Sicht nach innen trifft natürlich auf eine Realität „da draußen“. Konkret gibt es Anforderungen und Erwartungen an Sie.

Nehmen Sie sich deshalb nun etwas Zeit und klären Sie mit Hilfe nachfolgender Fragen, was von Ihnen beruflich erwartet wird.

  • Welche grundsätzlichen Leistungsziele sind mir vorgegeben?
  • Welche quantitativen Ergebnisse (Gewinn, Umsatz, …) werden von mir erwartet?
  • Welche sonstigen qualitativen Ziele habe ich noch (vorgegeben)?
  • Welche Zielerwartung leitet sich aus dem Leitbild / der Strategie meines Unternehmens für mich ab?
  • Welche eigenen Zielsetzungen habe ich? Welche Erwartungen möchte ich erfüllen?
  • Gibt es noch weitere Erwartungen an mich?

Schritt 4: Welche Werte mich antreiben

Nehmen Sie sich jetzt bitte ausreichend Zeit, um sich mit Ihren ganz individuellen Werten zu befassen. Welche drei Werte sind Ihnen am wichtigsten?

Schritt 5: Mein Führungsbeitrag

Versuchen Sie, basierend auf Ihren Erkenntnissen der vorangegangenen Schritte, Ihren Führungsbeitrag zu formulieren.

  • Was macht mich einzigartig?
  • Was kann ich für mein (oder auch ein anderes) Unternehmen besonders gut leisten?
  • Auf Grund welcher Talente, Wünsche und Werte stifte ich Nutzen?
  • Wie sieht dieser Nutzen genau aus?

Ihr Führungsbeitrag sollte sich in maximal zwei bis drei Sätzen formulieren lassen. Vielleicht reichen Ihnen auch ein paar Stichworte. Jedenfalls sollten Sie Ihr Ergebnis schriftlich festhalten. Entscheidend ist, dass Sie aus tiefer innerer Überzeugung ja dazu sagen können und dass klar wird: Es ist Ihr einzigartiger Führungsbeitrag, den nur Sie leisten können.

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Kunst ganzheitlichen Führens – Buch kaufen…

Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen diesen Beitrag. Ein Intervall von 12 bis 18 Monaten macht in der Praxis Sinn. Prüfen Sie, wo Sie sich verändert haben. Prüfen Sie aber auch, ob Ihr Unternehmen noch Ihren Talenten, Wünschen und vor allem Werten entspricht. Haben Sie den Mut, im Falle größerer Abweichungen in die Veränderung zu gehen. Nicht überstürzt und nicht hektisch – aber doch konsequent und bewusst.

Nur Mut

Nehmen Sie sich die Zeit all die Fragen zu beantworten, denn mit Ihrem ausgearbeitet Führungsbeitrag verschaffen Sie sich Klarheit über Ihre USP, Ihre Einzigartigkeit, die Sie einem Unternehmen anbieten können. Und mit Ihren Führungs-Prinzipien legen Sie fest, was die großen Leitplanken sind, um Ihren Führungsalltag zu meistern. Sie erzeugen für sich Eigen-Stabilität und schaffen für Ihr Umfeld ein gutes Maß an Sicherheit. Beides sind Eigenschaften von kaum zu überschätzendem Wert.

“Ein Prinzip ist das, aus dem ein anderes seinen Ursprung hat.Es stellt eine gegebene Gesetzmäßigkeit dar, die anderen Gesetzmäßigkeiten übergeordnet ist. Im klassischen Sinne steht das Prinzip zwingend an oberster Stelle, im alltäglichen Sprachgebrauch wird dies aber weniger streng gehandhabt. Darüber hinaus gibt es einen Begriff von Prinzip, der eine Verkettung von Gesetzen (Regeln etc.) erlaubt (z. B. Prinzip der sozialen Marktwirtschaft). Die konkrete Bedeutung ist kontextabhängig.”

Dr. Andreas Philipp ist Gründer und Vorstand der Stiftung Drei-zum-Leben. Er gilt als interdisziplinär denkender Managementberater sowie Brückenbauer zwischen unterschiedlichen Sichtweisen im Unternehmen. Seine Kunden schätzen seinen ganzheitlichen Ansatz aus wissenschaftlicher Fundierung, hoher Praxisnähe und umfassender Vernetzungsfähigkeit…

Artikelbild: © stockyimages/ Fotolia.com

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Jan Thomas Otte http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Sechs Lerntypen: Suche nach perfekter Passform]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6575 2015-02-01T08:15:47Z 2014-04-26T07:45:14Z Gebüffelt, viel gelesen, Nächte am Schreibtisch gehockt. Und trotzdem hat es nicht für die Bestnote gereicht, um den Einstellungstest beim neuen Arbeitgeber zu bestehen? Wir haben unterschiedliche ... neue Einsichten gefällig?

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Gebüffelt, viel gelesen, Nächte am Schreibtisch gehockt. Und trotzdem hat es nicht für die Bestnote gereicht, um den Einstellungstest beim neuen Arbeitgeber zu bestehen? Wir haben unterschiedliche Lerntypen zusammengefasst und uns mit neuen Ansätzen für effektiveres Lernen beschäftigt…

Angefangen hat alles bei einer simplen Beobachtung in der Schule: Dem Nachbarn fällt das Lernen leichter als einem selbst, vorausgesetzt er hat nicht abgeschrieben und kein heimlicher Streber der noch nachts nach der Party für die anstehende Klassenarbeit büffelt. Immer mehr Pädagogen fordern, dass statt Frontalunterricht auf die unterschiedlichen Typen von Schülern eingegangen werden muss. Von “Blended Learning” und anderen Konzepten sprechen Bildungsexperten.

Klar ist: Nur begrenzt können wir die wesentlichen Merkmale aus der Informationsflut im Netz filtern und nachhaltig aufnehmen, um diese Ergebnisse zur gegebenen Zeit wieder parat zu haben. Hilfestellungen im Netz versprechen, das Lernen zu lernen. Jedoch lernt faktisch jeder Mensch anders. Weder ist ein Mensch wie der andere vom Typ, noch lernt ein Mensch wie der andere. Zu unterschiedlich sind die persönlichen Interessen, das Tempo und die Lernvoraussetzungen, um für alle Menschen eine maßgeschneiderte Lernmethode zu entwickeln.

Entsprechend dem jeweiligen Lerntyp wird ein bestimmter Lernstoff auf verschiedene Weisen gelernt, wobei allgemein folgende Typen bestimmt werden – nicht in Stein gemeißelt, aber als Orientierung gedacht:

  1. Auditiver Lerntyp: lernt hauptsächlich über das Hören und Sprechen, indem er beim Lernen den Lernstoff laut oder leise vor sich hersagt und diesen durch ausgedachte Gedichte und Melodien schnell einprägen kann.
  2. Visueller Lerntyp: nimmt Informationen besonders gerne durch Bilder, Notizen und Skizzen auf, welche er gründlich wiedergeben kann. Seine Sprache ist bilderreich, farbig und voller Details.
  3. Motorischer Lerntyp: packt an und denkt nicht lange nach. Spontan lässt er sich von seiner Intuition leiten, setzt theoretische Ideen in praktische Aktionen um und lässt beim Erzählen gerne seine Hände sprechen, Er kaut gerne Kaugummi und spielte in seiner Kindheit gerne mit Experimentierbaukästen.
  4. Kommunikativer Lerntyp: kann sowohl gut reden als auch zuhören. Er stellt durchdachte Fragen, hinterfragt Glaubensgrundsätze und wird gerne wegen seinem sympathischen Wesen von Kollegen um Rat gefragt. Der kommunikative Lerntyp lernt überwiegend im direkten Austausch mit anderen Menschen.
  5. Personenorientierter Lerntyp: braucht einen sympathischen Partner, der ihn spürbar anregt und konstant ermutigt. Sein Lernerfolg hängt entscheidend von dem persönlichen Verhältnis zum Dozenten ab. Ist die Beziehung gesund, so lernt er fast alles gut und gründlich – kommt es aber zu Spannungen, so neigt er zu Leistungsschwankungen und Selbstzweifeln.
  6. Medienorientierter Lerntyp: begreift die meisten Lehrinhalte allein durch virtuelle Dozenten, begeistert sich für technische Zusammenhänge und nutzt audiovisuelle Medien wie den eigenen Computer nicht nur als Spielzeug, sondern nutzt sie aktiv zum Lernen. Soweit die theoretische Vorstellung eines „Schubladendenkens“ von bestimmten Lerntypen.

Mehr-Kanal-Methode für müde Birnen

Die Lerntypen-Theorie geht seit dem Forscher Frederic Vester, durch sein Buch „Denken, Lernen, Vergessen“ bekannt geworden, allgemein von verschiedenen Wahrnehmungskanälen unserer Sinne aus, welche im Kopf zusammenlaufen.

Eine große Menge an Erfolg versprechenden Lerntheorien spiegelt sich in geistreichen Sprichwörtern, berühmten Zitaten, sowie neuen Methodenbüchern und beliebten Praxisratgebern wieder. Aber wie schaffen wir das in der Praxis, effektiv und nachhaltig zu lernen? Ist das Lernen mehr als nur reines Abspeichern und Reproduzieren?

Im Klartext: Können wir Wissensstoffe auf diese definierten Lernweisen in unser Gedächtnis einprägen? Vester argumentiert: „Je mehr Kanäle der Wahrnehmung benutzt werden, desto fester wird das Wissen gespeichert, desto vielfältiger wird es verankert und auch verstanden.“ Diese Theorie erscheint simpel, ihr Ansatz leicht nachvollziehbar. Dennoch wird sie in der neueren Forschung immer wieder auf ihre innere Logik hin überprüft und außerordentlich kontrovers kritisiert.

Im Unterschied zu den recht einfach dargestellten „Lerntypen“ handelt es sich hier um relativ komplexe Konstrukte des Lernprozesses. Höchstens von „Lernstilen“ ist die Rede, wenn wir in verschiedenen Situationen ähnliche Strategien anwenden, welche als aufrufbare Handlungspläne im Gedächtnissystem funktionieren. Beispielsweise ist das eine Kombination von einzelnen Maßnahmen, mit denen wir versuchen, ein bestimmtes Problem zu beheben.

Multikomplexe Lernprozesse

Isoliert betrachtet haben die erwähnten Sinne des Lernenden keine besondere Bedeutung auf den allgemeinen Lernprozess. Denn wenn der Schüler von seinem Lehrer gelernt hat, dass dreimal vier zwölf ergibt, ist das etwas, was rational greifbar ist. Erst der Lernende selbst verleiht seinen guten Sinnen ihre entscheidende Bedeutung, indem eigene Vorstelllungen und Interpretationen mit eingebracht werden.

Die Vestersche Lerntheorie bietet uns Hinweise, in welcher Weise die Köpfe der Studierenden beim Lernen strapaziert werden. Denn sie lernen meist fixiert für einzelne Prüfungen mit Hinblick auf eine einmalige und kurzfristige Belohnung, die erhoffte gute Note. Die Wissensvermittlung des Dozenten wird von Studi-Seite durch vielerlei Gründe nicht immer mit der notwendigen Kritik zur Kenntnis genommen, um die mehr oder weniger gelernten Substanzen auf ihre Plausibilität hin zu untersuchen.

Das Vokabel-Lernen verdeutlicht, dass die meisten Begriffe nur gepaukt und nicht systematisch durch irgendwelche neuen Modelle gelernt werden können. Begreifen und Behalten sind nicht dasselbe, gehören aber immanent zusammen.“Begreifen und Behalten sind nicht dasselbe, gehören aber immanent zusammen.” Diese Erkenntnis kommt Studierenden spätestens bei der ersten Klausur, wenn eine Formel nicht auswendig gelernt wurde, anstatt sie im Prinzip verstanden zu haben.

Die Hamburger Akademie für Fernstudien ist einer der Anbieter im Netz, die sich mit dem Konzept “Smart Learn” dem schnelleren Lernen verschrieben hat. Auf der Seite wird auch ein kurzer Test angeboten, um zu schauen welcher Lerntyp man ist.

In staatlichen Schulen mit einer Klassengröße von bis zu dreißig Schülern ist das leichter gesagt als getan. Bei der Hamburger Akademie sei das bereits selbstverständlich, sagen die dortigen Pädagogen: “Die Orientierung am individuellen Lerntyp ist wichtiger Bestandteil des Fernstudiums und damit ein spürbarer Vorteil auf dem Weg zum Abschluss”, sagt Kirsten Huter, die pädagogische Leiterin der Hamburger Akademie. Studierende werden mit Hilfsmitteln, Tipps und Hinweisen versorgt, zugeschnitten auf den jeweiligen Lerntyp im Lehrgang.

Teilnehmerin Margareta Weishaupt aus Stockach hat die smartLearn-Methode weitergeholfen: Motivation und hilfreiche Tipps zur Festigung der gelernten Inhalte führt sie als Plus an.

Mehr Struktur im Kopf

Ein tiefergehendes Detailwissen ist in vielen, meist mündlichen Prüfungen nicht gefragt. Die eigene Erfahrung lehrt, dass man vielmehr durch eine schnelle und sichere Reproduktion von faktischen Mustern erfolgreich sein kann, um eine gute Bewertung zu bekommen.

Nicht in jedem Fall wird also eine reflektierte Tiefenverarbeitung durch bessere Leistungen honoriert. Die Anforderung der Lernumgebung bestimmt also wesentlich auch die Lernorientierung. Je unterschiedlicher wir uns aber den Lernstoff aneignen, desto vielfältiger sind die Möglichkeiten des Erinnerns und Behaltens. Diverse Umfragen haben ergeben, dass nur 20 Prozent aller Befragten ausschließlich auditiv, rein visuell nur 30 Prozent lernen können.

Nur die Hälfte der Befragten merkt sich den Lernstoff durch eine Verbindung von Hören und Sehen. Den größten Anteil haben mit über 70 Prozent aber diejenigen, welche die geforderten Inhalte nicht nur sehen, hören und diskutieren – sondern auch versuchen, ihn in der Praxis deutlich zu machen.

Untersuchungen haben ergeben, dass wir den Lernstoff besser aufnehmen und länger behalten, wenn wir die Informationen durch mehrere Wahrnehmungskanäle aufnehmen. Wenn der Lehrer seinem Schüler etwas erzählt, hat dieser seine Worte nach kurzer Zeit zu etwa 80 Prozent wieder vergessen.

Wird ein Text gelesen oder ein Bild betrachtet, werden immer noch 70 Prozent vergessen. Daher ist ein Multikanalsystem zur effektiveren Wissensaufnahme unumgänglich, indem Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben kombiniert werden. In diesem Fall können 90 Prozent des Lernstoffes wieder abgerufen werden.

Wer seinen Lerntyp über den Daumen gepeilt einschätzen kann, beim Lernen kontinuierlich berücksichtigt und verschiedene Modelle ausprobiert, kann Informationen schneller und nachhaltiger aufnehmen. Die für das reine Lernen aufgewendete Zeit wird verkürzt und verbessert erheblich die Chancen, den Lernstoff im richtigen Moment wieder parat zu haben.

Durch gezieltes Beobachten und kreatives Ausprobieren verschiedener Lernstile werden neue Wege gefunden, um erforderliches Wissen effektiver aufzunehmen, zu speichern und mit bereits bekannten Lernstoffen zu verknüpfen.

Die Lerntypentests und die Einteilung in Lerntypen werden von einigen Pädagogen kritisch gesehen. Viel mehr sehen sie den Lernerfolg in der Art, wie „spannend“ Lerninhalte übermittelt werden und wie groß das Vorwissen ist. Die empirische Forschung konnte weder eine Verbesserung der Lernleistung bei der Berücksichtigung des jeweils präferierten Lerntyps nachweisen, noch konnten für einen Unterricht, welcher unterschiedliche Lerntypen berücksichtigt, positive Effekte gemessen werden. Aus Sicht der Kognitionswissenschaften werden Lerntypen heute daher als Mythos gesehen, wenngleich dies ihrer Popularität in der Pädagogik keinen Abbruch tat.

Jan Thomas Otte hat sich unter anderem mit “Brain Tuning” beschäftigt und findet, dass jeder seinen eigene Lernmethode findet – ohne Mittelchen, ohne grossartige Ratgeber. Bei Spiegel Online berichtete er über verschiedene Lernoasen. Fazit hier: “Beim Lernen kann ich meinen kreativen Gedanken freien Lauf lassen”…

Artikelbild: © drubig-photo/ Fotolia.com

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Julia Bergner <![CDATA[Studienabbrecher: “Die Uni und ich haben uns getrennt”]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6569 2015-02-01T08:38:49Z 2014-04-23T12:06:01Z Nach dem Abitur kommt die universitäre Laufbahn. Natürlich! Aber dann: Abgebrochen, Uni verlassen. Vom Ende einer Beziehung, einem neuen Anfang und damit verbundenen Chancen berichtet Julia Bergner… ... neue Einsichten gefällig?

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Nach dem Abitur kommt die universitäre Laufbahn. Natürlich! Aber dann: Abgebrochen, Uni verlassen. Vom Ende einer Beziehung, einem neuen Anfang und damit verbundenen Chancen berichtet Julia Bergner…

Drei Jahre ist es her, da wollte Helen Gast nichts als weg. Weg aus dem südenglischen Ort Brighton, weg von der Universität, weg vom Tourismusstudium. Sie war genervt, enttäuscht und fertig mit der Welt. Das Studium, das sie sich zwei Jahre zuvor ausgesucht hatte, war nichts mehr für sie: „Den Studieninhalt fand ich zwar immer interessant, aber ich war mit der Qualität der Uni oft unzufrieden. Ich habe internationales Tourismusmanagement studiert, weil ich die Branche für vielseitig und zukunftsfähig hielt.

Aber das Studium war überhaupt nicht international ausgerichtet, ich konnte nicht einmal eine weitere Fremdsprache lernen.“ Außerdem machte ihr das akademische Arbeiten keinen Spaß. Teilweise, sagt sie, hasste sie es regelrecht. Das britische Dauernass verregnete ihr zusätzlich die Stimmung. Helen Gast packte ihre Koffer. Rein ins Flugzeug, zurück nach Deutschland. Abgebrochen.

Ein Viertel aller deutschen Studenten verlässt die Hochschule ohne Abschluss – Tendenz der Studienabbrecher steigend. Viele nach wenigen Monaten, einige erst nach mehreren Jahren. Für die meisten fühlt sich der Studienabbruch an wie das Scheitern einer Beziehung: Ich und mein Studium – wir haben es nicht geschafft, wir mussten uns trennen. Das tut weh.

Auch Uni? Was denn sonst!

Denn eigentlich hatte man ja Ansprüche gehabt: Die Partnerschaft sollte funktionieren, der Partner sollte perfekt sein. Weniger als ein Studium? Niemals! Man hatte ja schließlich 12 Jahre lang für eine Allgemeine Hochschulreife gepaukt. Auch Helen Gast wollte schon immer studieren.

Die akademische Laufbahn stand nie in Frage: „In den Berufsinformationswochen im Gymnasium wurden uns unzählige private Hochschulen, ausgefallene Fächer wie Pferdewissenschaften und duale Studiengänge vorgestellt. Ich hätte nie daran gedacht, nicht an die Uni zu gehen. In meinem Umfeld gab es auch niemanden, der einen anderen Weg eingeschlagen hatte.““Ich hätte nie daran gedacht, nicht an die Uni zu gehen. In meinem Umfeld gab es auch niemanden, der einen anderen Weg eingeschlagen hatte.“

Die eigenen Ansprüche revidieren: Doch jetzt – nach zwei Jahren – muss sie sich eingestehen, dass es mit ihr und der Uni in diesem Leben nichts mehr wird. Es ist keine leichte Aufgabe, die eigenen Ansprüche zu revidieren und neu zu ordnen. Schließlich ist sie überzeugt, dass eine Berufsausbildung der richtige Weg für sie ist.

Neue Partnersuche

Endlich kann es weitergehen. Ärzte, Krankenhäuser, Arztpraxen – das fand Helen Gast schon immer toll. Eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten erscheint ihr das Richtige. Sie kann die Ausbildung auf anderthalb Jahre verkürzen. Sie fühlt sich gut. Der schulische Teil fällt ihr sehr leicht und die Arbeit in einem ambulanten OP-Zentrum macht ihr Spaß. Dank Ausbildungsvergütung und Kindergeld kann sie sich selbst ernähren.

Nach Beendigung der Ausbildung arbeitet Helen Gast noch ein Jahr in ihrem Ausbildungsbetrieb. „Ich merkte aber bald, dass ich ein wenig unterfordert und definitiv unterbezahlt war.“ Statt es doch noch einmal an der Uni zu probieren, sieht sie die Vorteile im Arbeitsleben und bemüht sich lieber um eine zusätzliche Ausbildung am Universitätsklinikum Heidelberg zur operationstechnischen Assistentin. Nebenbei arbeitet sie als Arzthelferin. „Meine neue Ausbildung ist unglaublich interessant, abwechslungsreich und geistig sowie körperlich anspruchsvoll.“

“Willst Du (k)eine Karriere machen?”

Helen Gast hat mit ihrer universitären Karriere abgeschlossen und ist glücklich, gerade noch rechtzeitig die Notbremse gezogen zu haben – quasi als Karriereverweigerer: „Sonst würde ich mich jetzt vielleicht immer noch durch die akademische Welt quälen, für die einfach nicht jeder gemacht ist.“ Sie hat sich damit abgefunden, dass sie kein „Akademikergehalt“ verdienen wird. Für sie ist es viel wichtiger, Spaß an ihrer Arbeit zu haben, etwas zu tun, was ihren Mitmenschen nützt und Kollegen zu haben, mit denen sie sich auch privat befreundet ist.

Trotzdem verstehen viele Bekannte ihre Entscheidung bis heute nicht. „Ich werde immer wieder gefragt, warum ich das Studium nicht durchgezogen habe oder warum ich keine „Karriere“ machen will. Auf diese Fragen habe ich langsam keine Lust mehr. Oft verschweige ich deswegen Leuten, die ich neu kennenlerne, die Tatsache, dass ich mal ein Studium angefangen habe.“

“Studienabbruch bezeichnet die vorzeitige Beendigung eines Erststudiums, also vor Erlangen eines akademischen Grades, durch den Studenten.”

Julia Bergner macht gerade ihr “Volo” bei der Nachrichtenagentur idea spektrum. Die Nachwuchsjournalistin ist (fast) noch Teil der Generation X und hat in den letzten Jahren über ihre Zeit bei den Pfadfindern viel mit Jugendlichen über ihre beruflichen Wünsche gesprochen. Hier hat sie einige von ihnen vorgestellt…

Artikelbild: © Elnur/ Fotolia.com

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Julia Bergner <![CDATA[Mehrgenerationen: Warum wir Ted Mosby liebten]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6559 2015-02-01T13:49:17Z 2014-03-31T21:48:45Z Heute Abend wurden in den USA die beiden letzten Folgen der beliebten Sitcom „How I Met Your Mother“ ausgestrahlt. Endlich können die Fans sehen, wie sich Hauptdarsteller ... neue Einsichten gefällig?

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Heute Abend wurden in den USA die beiden letzten Folgen der beliebten Sitcom „How I Met Your Mother“ ausgestrahlt. Endlich können die Fans sehen, wie sich Hauptdarsteller Ted Mosby und „die Mutter“ zum ersten Mal trafen. Das Porträt unserer Generation ist vollendet…

Seit fünfeinhalb Jahren verfolgen wir gebannt die Geschichte des jungen New Yorker Architekten Ted Mosby. In 200 Folgen hat er seinen Kindern und uns erzählt, wie er ihre Mutter kennenlernte. Im Laufe seiner Geschichte verstrickt sich Ted in kleinere Liaisons, verliebt sich heftig, wird vor dem Altar stehen gelassen, richtet sich wieder auf, lernt neue Frauen kennen – bis schließlich die Mutter seiner zukünftigen Kinder vor ihm steht. Begleitet wird er dabei von einem unerschütterlichen Freundeskreis bestehend aus der Kindergärtnerin Lily, dem Juristen Marshall, der Fernsehreporterin Robin und dem Frauenheld Barney.

Wir haben Ted Mosby richtig ins Herz geschlossen. Wir haben mit ihm gejubelt und mit ihm gelitten. Wir haben ihm jede Woche gewünscht, dass endlich die Richtige um die Ecke kommt. Und gleichzeitig über unser eigenes Leben nachgedacht und uns gefragt, ob der perfekte Partner vielleicht auch nur einen Steinwurf weit entfernt wartet.

Ein simpler Plan: zufrieden sein

Ted Mosby war einer von uns. Er hat uns vor Augen geführt, wie wir wirklich sind und all denen, die uns nicht verstehen, gezeigt, worum es im Leben eines Anhängers der Generation-Y geht. Wir brauchen keinen perfekten Lebenslauf. Wir wollen glücklich sein können mit dem, was wir tun. Wir nehmen Umwege in Kauf. Wir kommen damit klar, wenn mal nicht alles nach Plan verläuft. Aber unser Plan ist ganz simpel: Wir wollen zufrieden sein. Genau wie Ted, Robin, Barney, Lily und Marshall. Jede Woche sind wir deswegen alle ein wenig süchtiger geworden – nach einem tollen Freundeskreis, dem Spaß am Leben, der großen Liebe und der Nebensächlichkeit des Berufs.

Job & Karriere stehen an zweiter Stelle

Jeder weiß, dass das Business schnelllebig ist, dass wir früh die Karriereleiter hochklettern müssen, um nichts zu verpassen. Aber wir wollen mehr Ruhe. Wir wollen gar nicht ganz oben ankommen. Die Mitte reicht uns. Auch die Journalistin Robin findet sich irgendwann damit ab, keine berühmte Nachrichtensprecherin auf dem ersten Kanal zu werden.

Lily bringt Familie und Beruf nach einigen Anlaufschwierigkeiten unter einen Hut, wagt Neues und gewinnt Lebensqualität. Marshall steckt zugunsten seiner Frau zurück. Der Beruf des Anzugträgers Barney wird erst gegen Ende der neunten Staffel enthüllt. Und selbst danach bleiben einige Fragen offen. Ob Barney selber so genau weiß, was er tut? Wir wissen heute auch manchmal nicht, was wir da eigentlich tun, wenn wir in der Beraterbranche als 25-Jährige großen Firmen raten, hundert Angestellte zu feuern.

Der Freundeskreis unserer Träume

Statt dem Beruf die Priorität einzuräumen, geht es in der Serie zu allererst um den Wert der Freundschaft. Und Ted hatte die besten Freunde, die man sich wünschen kann: Sie unterstützen sich, sie streiten und vertragen sich, sie verkuppeln einander. Auch wir wollen uns gerne jeden Abend im MacLaren’s Pub mit unseren Freunden treffen und den neuesten Klatsch und Tratsch austauschen und darauf trinken, dass das Leben nun mal so ist wie es ist.

Zu guter Letzt kommt die große Liebe

Und wenn wir genug getratscht und getrunken haben, stellen wir fest, dass sich in diesem Leben eigentlich doch alles um eins dreht: die große Liebe. Wir wollen genau wie der notorische Fremdgänger Barney irgendwann einfach zur Ruhe kommen und eine Robin heiraten. Wir wünschen uns nichts sehnlicher als danach so zu werden wie Lily und Marshall, die schon seit dem College ein Paar waren. Als schließlich ihr langersehnte Sohn kam, waren wir alle hin und weg. Denn eins ist jedem wichtig – ob wir es nun zugeben oder nicht: Wir möchten eine eigene Familie gründen. Wir möchten Sinn in unser Leben bringen.

Die letzten Folgen – so viel darf man den deutschen Zuschauern verraten – werden romantisch, kitschig und rührselig. Und im Grunde genommen wollen wir ja genau das: Dass das Ende unserer wilden Zeiten so richtig schön rosarot wird. Und für alles, was danach kommt, wünschen wir uns einfach nur Ehrlichkeit – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Danke, Ted Mosby!

Artikelbild: Francis Orante/ Wikimedia

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Investment Punk: So wird die Mittelschicht (noch) abgezockt]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6478 2015-02-01T13:53:50Z 2014-03-19T20:37:58Z Angestelltenjob, Eigenheim auf Pump, Leasingauto und ein bisschen Spekulieren an der Börse. Ein Hamsterrad, das ein Leben lang unfrei macht, findet Gerald Hörhan. Kurzweilig, provokant und schonungslos. ... neue Einsichten gefällig?

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Angestelltenjob, Eigenheim auf Pump, Leasingauto und ein bisschen Spekulieren an der Börse. Ein Hamsterrad, das ein Leben lang unfrei macht, findet Gerald Hörhan. Kurzweilig, provokant und schonungslos. Wie du bald zu den Gewinnern gehörst und die bisherige Ökonomie auf den Kopf stellst…

Wenn ich an der Wiener Wirtschaftsuniversität Vorträge halte, fällt mir immer wieder ein merkwürdiger Umstand auf: Die wenigstens Studenten dort wollen lernen, wie man Geld verdient, wie man damit umgeht und wie man auf diese Art wirtschaftlich unabhängig wird. Mein Eindruck ist viel eher, dass sie die ökonomischen Konventionen der Mittelschicht möglichst genau zu verstehen versuchen, damit sie es später im Berufsleben genauso wie alle anderen machen können.

Ich sage ihnen dann, dass sie auf diese Art in einem ökonomischen Hamsterrad aus Angestelltenjob, Eigenheim auf Pump, Leasingauto und ein bisschen an der Börse spekulieren landen. Ein Hamsterrad, das ein Leben lang unfrei macht und das ich zum Beispiel nicht ertragen würde. Oft genug habe ich den Eindruck, dass sie das nicht hören wollen. Nicht einmal in Zeiten wie diesen, in denen immer klarer wird, dass es am Ende immer die Mittelschicht ist, die abgezockt wird. Sie vor allem hat während der Finanzkrise geblutet und sie ist es auch, die jetzt für die Rettung des Euros zahlen muss.

Mittelschicht am Tropf der Banken

Auch ohne Finanz- und Eurokrise ist das Leben der Mittelschicht schon lange nicht mehr erstrebenswert. Meist auf Schulden aufgebaut führt es in die Abhängigkeit, auch wenn die Banken und unser ganzes ökonomisches System gerade der Mittelschicht das Schuldenmachen noch so sehr nahelegen.

Die Unfreiheit, die dabei entsteht, hat es im Prinzip immer gegeben. Am Anfang nannte man es Sklavendienst. Danach nannte man es Frondienst. Jetzt heißt es Schuldendienst. Sklavendienst funktioniert mit Ketten. Frondienst mit Abhängigkeit. Schuldendienst funktioniert vor allem durch mangelnde ökonomische Bildung. Der Schuldendienst zwingt die Menschen, zu bücken und zu dienen und den ganzen Tag bitte und danke Herr Chef zu sagen.

Wer dieses Leben führt, hat am Ende vielleicht sein Eigenheim abbezahlt, was ihm die ganze Zeit über als höchstes ökonomisches Ziel verkauft wurde, aber die Frage ist, wie viel es dann noch wert ist und ob er es überhaupt noch brauchen kann. Und jetzt wird es immer enger für die Mittelschicht. Die typischen Mittelschichtjobs werden immer weniger und als Folge davon werden dort der Druck und die Restriktionen immer größer, das Leben wird immer schlechter und die alten Sicherheiten sind weg.

Wegfall geglaubter Sicherheiten

Die Wahrheit ist: So wie bisher wird es nicht weitergehen. Das globale ökonomische Grundprinzip hat schon immer vorgesehen, dass es wenige gibt, die viel haben, und viele, die wenig haben. Eine breite Mittelschicht, wie wir sie kennen, ist ein historisch und geografisch begrenztes Phänomen, das durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und den Wiederaufbau entstanden ist und das ein klares Ablaufdatum hat. Mit jeder ökonomischen Erschütterung wird das alte Grundmuster ein bisschen mehr wieder hergestellt.

Die Mittelschicht reagiert völlig falsch darauf. Sie schafft sich Feindbilder, zum Beispiel Unternehmer oder Investmentbanker wie mich. Sie sieht mich an und denkt: Der fährt einen Audi mit 510 PS und dann noch einen Aston Martin, er geht auf angesagte Partys in London und New York, hat eine schöne Wohnung am Stephansplatz und kauft sich Immobilien wie andere Leute Bücher.

Investmentbanker, alles “Arschlöcher”?

Also ist er ein Arschloch, gierig und arrogant. Sie werden als Schuldige an der Finanzkrise hingestellt, obwohl in Wirklichkeit die Mittelschicht selbst daran schuld ist, zumindest die amerikanische Mittelschicht. Sie hat über Jahre hinweg gegen die wichtigste ökonomische Grundregeln verstoßen, indem sie mehr ausgegeben als eingenommen hat, was irgendwann eben nicht mehr funktioniert.

Buch "Investment Punk" kaufen...

Rat des Buchs: Wahre Aufsteiger müssen ökonomische Konventionen hinter sich lassen…

Paradox dabei ist, dass es durch die Möglichkeiten der Globalisierung und des Informationszeitalters nie leichter war als jetzt, von denen, die wenig haben, zu denen aufzusteigen, die viel haben. Mit diesen Möglichkeiten meine ich zum Beispiel, dass Anleger jetzt Zugänge zu Informationen haben, die vor ein paar Jahren nur Profis wie etwa Brokern zur Verfügung standen, und dass es noch nie so einfach war, ein Unternehmen zu gründen wie jetzt.

Bloß nützt die Mittelschicht diese Möglichkeiten nicht, weil es dafür eben nötig wäre, sich gegen ihre eigenen Konventionen zu stellen und im Kopf ein bisschen Punk zu sein. Es liegt in der Natur der Mittelschicht, dass alle lieber mit der Herde traben, selbst wenn die ins Feuer trabt. Wenn jemand etwas anders macht, gilt er als verrückt oder schräg und wird ausgegrenzt.

Durchbruch ökonomischer Logik

Die ökonomischen Konventionen, die sie immer ärmer machen, werden der Mittelschicht unaufhörlich vom Bildungswesen, den Finanzberatern, den Massenmedien und allen möglich anderen Quellen eingetrichtert. Nehmen wir die Börse. Als alle Aktien teuer waren, hieß es überall: Jetzt musst du kaufen. Als alle Aktien billig waren, hieß es: Jetzt musst du auf Sicherheit setzen. Dabei müsste doch eigentlich jedes Kind wissen, dass man verkaufen soll, wenn alles teuer ist, und kaufen, wenn alles billig ist.

Oder bleiben wir beim Beispiel mit dem Eigenheim. Ich zeige in meinem Buch Investment Punk – Warum ihr schuftet und wir reich werden“, wie man mit der gleichen Belastung, die für ein durchschnittliches Haus am Stadtrand anfällt, viel komfortabler zur Miete wohnen kann und dabei ein halbes Dutzend Wohnungen in guter Lage an– und von Mietern abzahlen lassen kann. Aber dieses Verhalten entspricht nicht den ökonomischen Konventionen der Mittelschicht. Man tut es nicht. Ich habe es schon getan. Ich wohne zur Miete und halte derzeit bei fast 70 Eigentumswohnungen, die meine Mieter für mich abbezahlen.

Statusymbole ohne Nutzen

Oder das simple Beispiel Auto: Ein neues Auto kaufen zu müssen, das beim Verlassen des Autohauses bereits dreißig Prozent seines Wertes verliert, ist lediglich ein Mittelstandsprestige, nichts anderes. Ich kenne selbst sehr vermögende Unternehmer, die niemals ein neues Auto kaufen würden, weil es gegenüber einem drei Jahre alten gebrauchten Auto nicht den geringsten Mehrwert an Lebensqualität bring und deshalb schlicht und einfach dumm ist. Mein Audi zum Beispiel wurde in einer limitierten Auflage von 999 Stück gebaut, lässt fast jeden Porsche stehen, er beinhaltet jeden erdenklichen Luxus, und er kostete mich trotzdem nicht mehr als ein neuer VW Passat.

Das Grundübel bei der systematischen Abzocke der Mittelschicht ist das Bildungswesen. Es wurde von einem ökonomischen System hervor gebracht, das natürlich kein Interesse daran hat, dass viele, die wenig haben, zu den wenigen aufsteigen, die nichts haben. Dort lernen schon die Kinder vor allem, was man anziehen und was man tun muss, um dazu zu gehören. Später werden ihre Köpfe mit obskuren Dingen wie Latein oder Darstellender Geometrie vollgestopft, aber sie lernen nicht, wie man wirtschaftlich unabhängig wird. “Später werden ihre Köpfe mit obskuren Dingen wie Latein oder Darstellender Geometrie vollgestopft, aber sie lernen nicht, wie man wirtschaftlich unabhängig wird.”

“Fuck the Establishment”

Mein Buch heißt nicht deshalb Investment Punk, weil ich gerne auf Punk-Festivals gehe, eine Vorliebe für Punk-Klamotten habe und auf Punkmusik stehe. Ich habe in der Schule irgendwann begriffen, dass der Aufstieg zu denen, die viel haben, etwas mit Rebellion gegen das System zu tun hat. Über die Konventionen der Mittelschicht hinweg vermögend zu werden, das war und ist meine Art von Fuck the Establishment.

Noch ein paar Infos zum Buch von Gerald Hörhan, „Investment Punk – Warum ihr schuftet und wir reich werden“. Ein sicherer Angestelltenjob, ein Eigenheim auf Pump, ein Leasingauto und ein bisschen an der Börse spekulieren: Wer in diesem Hamsterrad strampelt, wird immer nur abgezockt. Investmentbanker Gerald Hörhan zeigt den Weg in die wirtschaftliche Unabhängigkeit: Wahre Aufsteiger müssen bereit sein, die ökonomischen Konventionen der Mehrheit hinter sich zu lassen.

“Die Mittelschicht wird in Politik und Wirtschaft als tragende und stabilisierende gesellschaftliche Kraft angesehen. Keine Einigkeit herrscht darüber, inwieweit die Mittelschicht zunehmend ausdünnt wird durch eine mit der Globalisierung einhergehende Verstärkung der Einkommensschere, die zu wachsenden sozialen Ungleichheiten führt. In der heutigen Gesellschaft Deutschlands ist eine klare Trennung in drei „Lebenswelten“ besonders hinsichtlich der Sorge von Eltern um die Ausbildung ihrer Kinder zu betrachten: Unterschicht, Mittelschicht und Oberschicht.”

Gerald Hörhan holte als Jugendlicher bei der Mathematik-Olympiade eine Silbermedaille für Österreich. Später schloss er in Harvard Studien in angewandter Mathematik und Betriebswirtschaft magna cum laude ab, arbeitete für McKinsey & Co (Frankfurt) und sammelte bei JP Morgan (New York) Wallstreet-Erfahrung. Jetzt ist er Eigentümer und Vorstand eines international tätigen Corporate Finance Unternehmens und verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in Investment Banking, Corporate Finance, Private Equity und Alternative Investments….

Artikelbild: © Troy Ramone/ Flickr

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Nachhilfe: Welche Fächer muss der Chef beherrschen?]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6435 2015-02-01T14:00:02Z 2014-03-14T06:30:29Z Zufrieden im Job: Was früher nur nachrangig wichtig war und lange Zeit als unmöglich galt, ist heute weitgehend Realität. Eine aktuelle Studie des IW Köln zeigt, dass ... neue Einsichten gefällig?

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Zufrieden im Job: Was früher nur nachrangig wichtig war und lange Zeit als unmöglich galt, ist heute weitgehend Realität. Eine aktuelle Studie des IW Köln zeigt, dass es neun von zehn Arbeitskräften im Job gut geht. Markus Hornung berichtet…

Es gibt eine alte Mär, die lautet: Der Chef ist dazu da, seine Mitarbeiter zu motivieren. Dabei besteht die Aufgabe eines Vorgesetzten nicht darin, von Büro zu Büro zu laufen und das Team zu Bestleistungen anzufeuern. Nachhilfe für Chefs kann helfen.

Denn Motivation ist keine dauerglimmende Glut, die man von außen anheizen kann. Sie ist ein bereits vorhandenes Gefühl, dass Teammitglieder antreibt, wenn ihre Person und ihre Leistungen aufrichtig geschätzt werden. Dann stellt sich bei den Mitarbeitenden von ganz allein eine motivierte Grundstimmung ein.

Von innen heraus motivieren

Damit Beschäftigte ihr Arbeitsumfeld als wertschätzend empfinden und ihre Aufgaben mit Freude angehen, brauchen sie einen Chef, der sich mit ihren Vorstellungen und Werten auseinandersetzt. Denn diese Werte wollen sie auch von ihrer Führungskraft erfüllt sehen.

Sagt der Vorgesetzte einem Mitarbeiter eine Weiterbildung zunächst zu und dann kurzfristig doch ab, spürt der Beschäftigte: „Ich kann mich nicht auf meinen Chef verlassen“. Ist dem Beschäftigten dieser Wert „Zuverlässigkeit“ wichtig, dann führt dessen Missachtung dazu, dass er am Arbeitsplatz weniger motiviert ist.

Soweit nachvollziehbar. Doch wie klappt es umgekehrt? Wie kann der Chef die Vorstellungen seiner Beschäftigten respektieren und so ein motivierendes Arbeitsumfeld schaffen?

Aus vier Zutaten wird der perfekte Chef

Eine Führungskraft muss glücklicherweise keine Liste im Kopf haben, die alle Wunschbilder ihres Teams abbildet. Vielmehr kann sie sich eine Grundhaltung aneignen, die verschiedenste Ideale achtet.

Anerkennung, ein respektvoller Umgang, Berechenbarkeit und Klarheit sind die Wünsche, die Mitarbeiter an ihre Vorgesetzten richten. Chefs haben also die Chance, mit diesen Erfolgsfaktoren ein positives Arbeitsumfeld für ihr gesamtes Team zu schaffen.

Der Unterschied zwischen Lob und Anerkennung

“Viele Führungskräfte würden sofort unterschreiben, dass Respekt und Anerkennung einen angenehmen beruflichen Umgang auszeichnen.“Viele Führungskräfte würden sofort unterschreiben, dass Respekt und Anerkennung einen angenehmen beruflichen Umgang auszeichnen. Doch gemeint ist damit nicht das schnell dahingesagte, sachliche Lob, wie „Schön, dass das geklappt hat“.

Solche Sätze beschreiben lediglich auf einer sachlichen Ebene das Verhalten – die Person, die gelobt wird, zieht daraus keine Motivation. Echte Anerkennung hingegen markiert emotional die Eigenschaften sowie das Verhalten eines Menschen: „Ich freue mich sehr über Ihre Hartnäckigkeit; nur dadurch ist es uns gelungen, das Projekt so zügig abzuschließen.“

Echte Anerkennung ist vor allem eines: sie ist emotional! Am besten verbunden mit der einzigen Emotion, die psychologisch gesehen ein gewünschtes Verhalten verstärkt, nämlich der reinen Freude. Eine Führungskraft muss also in der Lage sein, sich auf die vielfältigen Persönlichkeiten, aus denen ihr Team besteht, einzulassen und Freude zu zeigen.

Wertschätzung und ein respektvoller Umgang sind gute Investitionen, die sich auch über das Betriebsklima hinaus auszahlen, denn sie spornen Mitarbeiter zu Höchstleistungen an.

Ein guter Chef ist fast immer berechenbar

Einem motivierenden Arbeitsumfeld ist es ebenso zuträglich, wenn die Mitarbeiter sprichwörtlich wissen, woran sie bei ihrem Chef sind. Viele Führungskräfte haben gelernt, negative Emotionen besser herunterzuschlucken, als sie preiszugeben. Doch damit verschieben sie dieses Gefühl oft nur auf einen späteren Zeitpunkt.

Einem Chef, der Wert auf Pünktlichkeit legt, wird es auf Dauer nicht gelingen, seinen Ärger über unpünktliche Mitarbeiter zu unterdrücken. Vielleicht gelingt es ihm ein- oder zweimal, beim dritten Mal platzt ihm aber bestimmt der Kragen. Das fatale daran: Die Beschäftigten können ohne Vorwarnung nicht wissen, dass sie mit ihrem Zuspätkommen eine für den Vorgesetzten wichtige Grenze überschreiten.

Sie glauben nun, drastisch formuliert, einen unberechenbaren Tyrannen als Chef zu haben, dem man nichts recht machen kann. Vorgesetzte sollten deshalb ihr Verhalten auch dahingehend prüfen, ob es für andere nachvollziehbar ist. Das gelingt, wenn sie sich ihre eigenen Werte immer wieder bewusst machen und sich dafür auch Zeit nehmen. Außerdem eignet sich alles, was der inneren Ruhe und der Selbstreflektion dient, zum Beispiel Entspannungstechniken, Yoga oder Meditation.

Mitarbeiter schätzen klare Ansagen

Was im Verhalten die Berechenbarkeit, ist in der Kommunikation die Klarheit. Nur wenigen Führungskräften gelingt es, sich unmissverständlich auszudrücken. Dabei sind klare Worte der Schlüssel zu einem geordneten Arbeitsumfeld. Zuständigkeiten, Fristen und Aufgaben bleiben viel zu oft ungeklärt, weil Vorgesetzte im Konjunktiv Eventualitäten formulieren.

Doch mit vagen Aussagen treiben sie ihre Teams in den Wahnsinn. Statt: „Ich würde vorschlagen, wir nehmen das in Angriff“ wollen Mitarbeiter hören: „Wir starten das Projekt, sobald…“. Führungskräfte, die verständlich sagen, was sie erwarten, können auch mit dementsprechenden Ergebnissen rechnen.

Der Verzicht auf verbales Herumeiern entlastet also beide Seiten. Für Führungskräfte bedeutet das gezielte Selbstreflexion, um herauszufinden, ob sie ihre Kommunikation noch verbessern können oder es ihnen beispielsweise schwer fällt, Entscheidungen zu formulieren.

Im Zweifel hilft auch Vorgesetzten die Frage: Was würde ich in einer vergleichbaren Situation von meinem eigenen Chef erwarten?

Der Führungsstil kann einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg einer Organisation haben. Gut geführte Mitarbeiter sind in der Regel zufrieden, motiviert und engagiert. Dies wirkt sich wiederum positiv auf die Kundenzufriedenheit aus. Empirische Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit auch wirtschaftlich erfolgreicher sind.

Markus Hornung beschreibt Emotionen als Hebel, mit denen Energie freigesetzt werden kann, um Dinge voranzutreiben. Seit mehr als zehn Jahren deckt er als einer der drei Köpfe hinter EQ Dynamics in Unternehmen Motivations- und Demotivationsfaktoren auf und zeigt auch in Vorträgen, wie sich Emotionale Intelligenz geschäftlich nutzen lässt.

Artikelbild: © olly/ Fotolia.com

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Jan Thomas Otte http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[E-Learning: Kombi-Pauken im Netz]]> http://karriere-einsichten.de/?p=1894 2015-02-01T14:03:58Z 2014-03-12T06:56:55Z E-Learning erleichtert das Lernen, spart Papier in dicken Aktenordnern, optimiert die Zeit beim Pendeln zur Arbeit und schont darüber hinaus noch den eigenen Geldbeutel. Wir haben die ... neue Einsichten gefällig?

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E-Learning erleichtert das Lernen, spart Papier in dicken Aktenordnern, optimiert die Zeit beim Pendeln zur Arbeit und schont darüber hinaus noch den eigenen Geldbeutel. Wir haben die wichtigsten Vorteile für euch zusammengefasst und ein Lernportal genauer unter die Lupe genommen…

E-Learning ist aus dem Weiterbildungskatalog vieler Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Überall im Internet entstehen neue digitale Kursangebote mit teils abenteuerlichen Abkürzungen, hier drei davon:

  • CBT (Computer based Training)
  • WBT (Web based Training)
  • Teleteaching

Schaut man sich allein die Angebote von Firmen wie Fachhochschulen an, geht der Trend geht immer mehr zum digitalen Lernen. Durch neue digitale Formen der Aus- und Weiterbildung, kurz E-Learning genannt, wird Lernen sowohl für Arbeitnehmer als auch Unternehmen nicht nur einfacher, sondern auch deutlich zeit- und kostengünstiger machen. Davon profitieren private Wissensanbieter wie Lecturio und andere Anbieter die bereits deutlich länger und erfolgreich(er) auf dem Markt unterwegs sind.

Nach seinem BWL-Studium hat Martin Schlichte die Leipziger Firma gegründet, die im Netz mit von Privatpersonen wie Institutionen eingestellten Vorlesungen Geld verdienen will. Investoren gehen davon aus, haben sie doch über drei Millionen Euro in das Projekt gesteckt.

Die Gründer bieten eine skalierbare Lösung, allerdings ist sie bereits mehrfach im Netz kopiert wie zum Beispiel im bereits vorhandenen Community-Ansatz von Sprachenlehrer bussuu.com.

Wettbewerb digitaler Wissensbibs

Im Wettbewerb um zahlende Wissbegierige, Exzellenz-Preise und Fördergelder wollen die deutschen Bildungsanbieter vorne sein. Lernende von heute haben die Wahl, ob sie ein festes Seminar besuchen – oder lieber ihre Zeit flexibler einteilen, den Prüfungsstoff online lernen.

Besonders für Berufstätige ist das eine große Erleichterung. Nicht nur Seminar-Folien, auch kleinere Text-Bibliotheken sind bereits online abrufbar.Das Skript trotz Schirm nicht vernachlässigenKontrollfragen und Musterklausuren für anstehende Prüfungen ebenso. Selbst Kritiker schätzen E-Learning bereits als sinnvolle Ergänzung zum Lehrplan.

Ob begleitend zum Ferienjob oder auf dem Sommerurlaub: Wer sich heutzutage weiterbilden möchte, muss nicht mehr reisen, andere Termine verpassen, um sich neues Wissen anzueignen. Er ist räumlich wie zeitlich unabhängig.

Die Effizienz der Lehre soll mit dem Internet verbessert werden. Das Internet schafft neue Lust auf Lernen. Besonders Menschen, die lieber am Computer sitzen und im Internet surfen statt dicke Bücher zu wälzen, finden diese Form der Wissensbildung meistens klasse.

Tuning im Lebenslauf

E-Learning erhöht die Flexibilität, spart Kosten und erfreut von daher auch die Arbeitgeber. Digitale Aus- und Weiterbildungsmedien sind in vielen Unternehmen mittlerweile Standard. „Webbasierte Abschlüsse zeigen ein hohes Maß an Selbstdisziplin und innovativem Wissens-Management“, erklärt ein Personaler – ein Plus auf dem studentischen Lebenslauf. Denn auch kleinere Firmen müssen Wissens-Bausteine im globalen Netz immer schneller, auch effizienter transportieren – ohne Zeitverlust.

Wegen der hohen Arbeitslosigkeit, dem rasanten technischen Fortschritt, sei das immer wichtiger. „Wirtschaftliche Umbrüche erfordern Flexibilität“, sagt Michael Vennemann von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht in Köln. Dort werden neue Fernstudiengänge geprüft und zugelasen. Vom nachgeholten Abitur bis zum anerkannten Betriebswirt werden in Deutschland mehr als 3.000 komplette Kurse und Studiengänge angeboten.

Außerhalb dem regulären Unibetrieb, bisher nur von Privatschulen. Berufstätige wollen hier auf der Karriereleiter ein Treppchen höher steigen, oder sich in einer neuen Branche durch eine Ausbildung ausprobieren. Die Preise dafür liegen monatlich zwischen 50 und 500 Euro, abhängig von der Intensivität der persönlichen Betreuung und Präsenz-Seminaren.

Auch wenn E-Learning, die digitalisierte Bildung, den klassischen Präsenzunterricht noch lange nicht ersetzt: Manche Dozenten befürchten, durch digitale Skripte, Audios und Videos, ihren Job zu verlieren.

Überwinden des ISH (Innerer Schweinehund)

Sie zeichnen ein düsteres Bild vom paukenden Kursteilnehmer, der sich zu sehr hinterm Schreibtisch zurückzieht, einsam durchs Web navigiert – statt soziale Kontakte zu suchen. Für Mediendidaktiker jedoch liegen die Vorteile auf der Hand: Auch abstrakte Inhalte können durch virtuelle Simulationen anschaulicher gemacht werden. Lernkontrollen sind viel individueller, Raum und Zeit für den Kurs spielen keine Rolle mehr.

Nur bei der Kontrolle der Qualität seitens der Pädagogen und Experten, einem Prüfsiegel das allgemein anerkannt ist, da tun sich die Anbieter noch schwer. Während sich die Kosten für ein Zertifikat in Elektronischer Buchhaltung noch im Rahmen halten, kostet ein international anerkannter Abschluss wie ein MBA, Master of Business Administration, schnell 60.000 Euro – trotz E-Learning. Transparenz sollte aber gerade im Internet in der Prioritätenliste ganz oben stehen, sagen die Verbraucherschützer. “Daher steht an allererster Stelle die Frage nach dem Sinn und Zweck, dann nach der Frage Wie”Daher steht an allererster Stelle die Frage nach dem Sinn und Zweck, dann nach der „Frage Wie“.

Blended Learning: Mix aus Mattscheibe und Notizbuch

Darauf kommt es beim E-Learning an. Denn ein Medienmix von Präsenz- und Internetseminaren – auch „Blended-Learning“ genannt – wird sich, so Experten, bald durchsetzen. „Wenn man den Dozenten nicht verstanden hat, kann der Student nicht einfach auf „Wiederholen“ drücken“, sagt Dr. Gabriele Schäfer, Unternehmensberaterin und Online-Tutorin eines BWL-Kurses für Geisteswissenschaftler in Augsburg.

Während Kursteilnehmer das breite Lernangebot mit Literatur und Übungen nutzen, werden auch Tele-Teachings live ins Internet übertragen. Sogar virtuelle Labore werden bereits getestet, damit auch Naturwissenschaftler von zu Hause aus forschen und lernen können, statt von morgens bis abends im Labor zu forschen.

Blended Learning oder Integriertes Lernen bezeichnet eine Lernform, die eine didaktisch sinnvolle Verknüpfung von traditionellen Präsenzveranstaltungen und modernen Formen von E-Learning anstrebt. Das Konzept verbindet die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen mit den sozialen Aspekten der Face-to-Face-Kommunikation sowie ggf. dem praktischen Lernen von Tätigkeiten. Bei dieser Lernform werden verschiedene Lernmethoden, Medien sowie lerntheoretische Ausrichtungen miteinander kombiniert.

Jan Thomas Otte schätzt die neuen Wissenbibs im Netz. Während seinem “Offline”-Studium in Heidelberg hat er selbst ein E-Learning gemacht, an der Universität Augsburg. Thema: BWL für Geisteswissenschaftler. Blended Learning pur!

Artikelbild: © Jeanette Dietl/ Fotolia.com

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Mara Brinkmann <![CDATA[Soziale Vergleiche auf Facebook: So gehst du mit Neid & Frust um]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6464 2015-02-01T14:10:18Z 2014-02-06T06:30:25Z Unzufriedenheit, Frust und Neid: Für all diese Negativemotionen soll Facebook verantwortlich sein. Eine Studie, die Mitglieder des Netzwerkes befragte ergab, dass über ein Drittel der Social Media ... neue Einsichten gefällig?

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Unzufriedenheit, Frust und Neid: Für all diese Negativemotionen soll Facebook verantwortlich sein. Eine Studie, die Mitglieder des Netzwerkes befragte ergab, dass über ein Drittel der Social Media User sich bei und nach der Nutzung von Facebook einsam, traurig und frustriert fühlen würden. Wie du mit solchen Gefühlen (auch) umgehen könntest…

Grund hierfür sind keine schockierenden Posts von Tierversuchen oder vom unappetitlichen Mittagessen des Kollegen, sondern eher das Gegenteil: Positive Nachrichten anderer User, die deren Glück und Freude darstellen, führen zu Neid, der wiederrum die Negativemotionen provoziert. Besonders betroffen sind dementsprechend sogenannte passive Nutzer, die Facebook weniger zur Selbstdarstellung als zur Verfolgung der Geschehnisse im „Freundeskreis“ nutzen.

Die zunehmende Bedeutung sozialer Netzwerke führt dazu, dass sie Mittelpunkt unseres Alltages werden und jegliche Ereignisse dargestellt werden. Gleichzeitig sind wir mit Menschen vernetzt, die wir kennen und die uns dementsprechend wenigstens teilweise ähnlich sind. Diese psychologische Nähe fördert den sozialen Vergleich und der wiederum die Entstehung von Neid.

Stellen wir unser Selbstbild dem, einer anderen Person gegenüber vergleichen wir nicht nur Aussehen, sondern auch Beliebtheit, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Eigenschaften. Facebook erleichtert diesen Vergleich durch die Darstellung all dieser Attribute einer Person auf ihrem Profil.

Doch wie gehen Sie mit dem Neid und Frust, der durch Facebook entsteht richtig um? Freunde löschen, abmelden? Es gibt einige Möglichkeiten, die nicht ganz so radikal sind und trotzdem helfen.

Mehr Gelassenheit, neues Selbstbewusstsein

Es klingt sicherlich einfacherer, als es ist, aber einen Versuch, ist es trotzdem wert: Zeigen Sie Gelassenheit und reiben Sie sich nicht an jedem Traumurlaub des fiesen Kollegen auf. Denken Sie außerdem daran: Wo Licht ist, ist auch Schatten: Der Chef postet seinen frühen Feierabend freudig auf Facebook?

Führen Sie sich vor Augen, wie oft er Überstunden machen muss, die er nicht mit all seinen Freunden teilt. Wenn Sie merken, dass Facebook Neid bei Ihnen aufkommen lässt, nehmen Sie sich außerdem die Zeit, Ihre Aktivitäten und die Ihrer Freunde zu reflektieren.

Ein Facebook-Phänomen beispielsweise: Nutzer, die viel auf Seiten ihrer Freunde „liken“ und kommentieren, bekommen als unterbewusste Gegenleistung häufig auch viele „Likes“ und Kommentare. Sind Sie also eher ein passiver User, der sich wenig in Diskussionen einmischt oder Kommentare zu neuen Profilbildern hinterlässt, ist die Folge häufig, dass auch Ihren eigenen Beiträgen weniger Beachtung geschenkt wird.

Abgesehen von diesem Aspekt ist dann natürlich die Frage: „Wie wichtig sind mir 50 Gefällt-mir-Angaben unter dem neusten Urlaubsfoto? Und warum ist mir die Bestätigung anderer so wichtig?“Wie wichtig sind mir 50 Gefällt-mir-Angaben unter dem neusten Urlaubsfoto? Und warum ist mir die Bestätigung anderer so wichtig? Versuchen Sie sich mehr auf sich und ihr eigenes Urteil zu verlassen und verfallen Sie nicht der Versuchung der hemmungslosen Selbstdarstellung auf Facebook.

Nutzung einschränken, “Nutzen” erhöhen

Wenn das nicht hilft: Schränken Sie Ihre Facebook-Nutzung ein. Loggen Sie sich nur noch ein, wenn Sie wirklich ein Ziel haben: Selber etwas posten oder Bilder hochladen, Freunde zur Geburtstagsfeier am Wochenende einladen, der Schwester eine Nachricht schicken. So vermeiden Sie es, Facebook aus Langweile zu nutzen und sich in den neusten Posts ihrer virtuellen Freunde zu verlieren.

Genug Alternativen gibt es außerdem. Statt Facebook beispielswiese eine Nachrichtenseite aufrufen: Die hier veröffentlichten Neuigkeiten sind unter Garantie weltbewegender und weniger neiderregend als die neusten Facebook-Post. Eine weitere Alternative: Online-Games. Gönnen Sie sich eine Auszeit mit einer Runde Sudoku oder Mahjong. Beste Lösung ist es natürlich die Auszeit von Facebook sofort mit einer Auszeit vom Monitor zu verbinden und stattdessen beispielsweise ein Buch zur Hand zu nehmen.

Drüber reden hilft (manchmal)

Bezieht sich Ihr Neid vor allem auf eine bestimmte Person oder Personengruppe und schaffen Sie es nicht, ihn mit den oben genannten Tipps zu bremsen, hilft es auch, über Ihr Neidgefühl zu sprechen. Häufig ist uns das Gefühl unangenehm, da Neid gesellschaftlich kritisiert wird. Dabei ist es wie jegliche andere Emotionen natürlich und tritt bei jedem Menschen auf.

Wenn Sie mit Dritten über Ihren Neid reden, versuchen Sie nicht in Lästereien abzudriften. Aber auch die Person selber anzusprechen kann hilfreich sein: Wenn man Menschen sagt, dass man sie um etwas beneidet, dann stellt man schnell fest, dass sie das Beneidete gar nicht so wertschätzen, wie man selber.

Letztendlich gilt es sich grundsätzlich bewusst zu machen, dass Facebook vor allem der Kommunikation mit Freunden und Bekannten rund um die Welt dient und dementsprechend für eine unglaubliche Chance der Vernetzung und nicht der Selbstdarstellung steht.

Unter Neid versteht man das moralisch vorwerfbare (emotionale) Empfinden, die Besserstellung anderer Personen oder Gruppen sei ungerechtfertigt. Ähnlich ist der Begriff der Missgunst. Fehlt es am ethischen Vorwurf des Verübelns, spricht man auch von Unbehagen gegenüber Vorteilen anderer (Besitz, Status, Privilegien), die man selbst nicht hat.

Mara Brinkmann studiert General Management mit den Studienschwerpunkten Wirtschaftspsychologie und Marketing Management. Sie arbeitet für das Portal karrierefaktor.de, welches über die Themen Bewerbung, Karriere, Weiterbildung und Social Media informiert. Mara schreibt einige Ratgeber zu diesen Themen.

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Millionen-Betrug: “Lessons Learned” vom Ex-Champagner-Müller]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6340 2015-02-01T14:13:49Z 2014-01-13T19:00:48Z In der BILD-Zeitung und anderen Boulevards war er keine Unbekannte mehr: Josef Müller. Stets adrett gekleidet, mit Moshammer-Tolle und Schnauzbart, wahlweise an der Seite von prominenten Schauspielern, ... neue Einsichten gefällig?

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In der BILD-Zeitung und anderen Boulevards war er keine Unbekannte mehr: Josef Müller. Stets adrett gekleidet, mit Moshammer-Tolle und Schnauzbart, wahlweise an der Seite von prominenten Schauspielern, Politikern oder Sängern, immer im Rollstuhl. „Champagner Müller“ nannte ihn die Klatschpresse – finanziert durch Betrügereien im sechsstelligen Bereich. Die flogen nacheinander auf, er hat ausgepackt. Auszug aus Müllers Buch…

Müller ließ sich nicht lumpen: ein Maybach als Limousine, teure Wochenenden auf seiner Yacht. Hier mal einen Tausender für eine Flasche Dom Pérignon Schampus, da mal 10.000 Euro für neue Anzüge. „Wenn ich am Wochenende Party machte, nahm ich immer 20.000 Euro als Taschengeld mit“, sagt er. Die Sache hatte nur einen Haken: Meistens war es nicht sein Geld, das er da verjubelte. Für das Leben in Saus und Braus wurde Müller zum Millionen-Betrüger. Seine filmreife Geschichte hat der einstige Steuer- und Anlageberater der Münchner Schickeria aufgeschrieben. Wir haben ihn bereits interviewt, hier ein Buchauszug.

Der vitale «Dreadnought»

„A Hund is er scho“ – sagen die Bayern, wenn sie finden, dass jemand ganz besonders unangepasst, clever und stark ist. Ja, a Hund wollte er sein, der Josef Müller. Der vitale «Dreadnought», der Fürchtenichts und Kraftprotz im Rollstuhl, der es allen, allen, allen gezeigt hatte. Josef Müller, der clevere, unorthodoxe Geschäftsmann, der aus dem Nichts kam, aber einen untrüglichen Riecher für Geld und Erfolg besaß. Josef Müller, der Selfmademan, der ökonomisch durch jede Wand ging. Josef Müller, der Grandseigneur – Botschafter von Zentralafrika, Konsul von Panama, Mann von Welt –, der sich aus kleinen Verhältnissen in Fürstenfeldbruck bei München in den internationalen Jetset hochgebeamt hatte. Josef Müller, der Genussmensch und Frauenliebhaber …Es gab eine Zeit, da sah mein Selbstbild ungefähr so aus.

In meiner Jugend war der Märchenwald Grafrath in der Nähe vom Ammersee (und Chiemsee) für alle Familien im weiten Umkreis ein Begriff. Der kapitalfrohe Betreiber hatte eine Art Legoland im Kleinen geschaffen, ein Erholungsparadies für Kinder, vielmehr für Familien, die sich die horrenden Eintrittspreise und die kleinen Zusatzausgaben im Inneren des Paradieses leisten konnten. Leider war der Märchenwald nicht für alle Kleinen ein Paradies, denn ein paar Dutzend von ihnen, Kinder wie ich, unterhielten das Ganze in einem System von Kinderarbeit.

Heute würde ein solches Unternehmen innerhalb kürzester Zeit in die Luft fliegen. Im Alter von zwölf, dreizehn und fünfzehn Jahren schuftete ich einen Großteil meiner Freizeit im Märchenpark – für zwei Mark in der Stunde. Ich konnte mich allerdings nur schwer unterordnen. Irgendwie war ich schon immer gerne Chef. Ob im Märchenwald oder sonstwo: Ich dachte wie der Chef, rechnete wie der Chef, hielt Ausgaben gegen Einnahmen. Die anderen Kinder schauten auf mich: Was macht der Josef? Wie denkt der Josef?

Knallharter Verhandlungspartner

Josef dachte subversiv: Der Märchenwald-Betreiber sackt die Kohle ein ohne Ende. Und wir Kinder machen die Arbeit! Für zwei Mark pro Stunde. Das ging gar nicht. Also habe ich die anderen Kinder aufgewiegelt, hab mir Tricks ausgedacht, wie wir unser schmales Salär aufbessern konnten. Manchmal haben wir Billetts einfach zweimal verkauft. Aber das reichte mir nicht. „Der macht so a Rieseng’schäft an Ostern!“, hetzte ich gegen Mister Märchenwald, „jetzt mach ma a Rövolution!“

Am Ostersamstag baute ich mich vor unserem Herrn und Sklaventreiber auf und ließ ihn wissen: „Es gibt jetzt für alle Kinder einen Hunderter cash auf die Hand, oder Sie können Ihren Laden an Ostern alleine betreiben.“ „Es gibt jetzt für alle Kinder einen Hunderter cash auf die Hand, oder Sie können Ihren Laden an Ostern alleine betreiben.“ Der Märchenonkel riss die Augen auf, bevor er platzte: „Saubande, elendige! Ich entlasse euch alle!“ Dann eben nicht. Ich ging. Aber ich wartete mal vor seiner Türe noch ein Weilchen. Kaum waren zehn Minuten vergangen, stürzte er aus seinem Büro: „Okay, gut, ich mach das, ich zahl’s euch am Abend aus!“

Ja, es war Erpressung, aber meine Forderung war andererseits auch nicht ungerecht. Auf eine Auszahlung am Abend ließ ich mich natürlich nicht ein – ich kannte die Schliche des Märchenonkels und forderte die hundert Flocken sofort, cash und auf die Kralle für alle vierzig mitarbeitenden Kinder, sonst würden wir alle die Arbeit niederlegen. Tausende von Besuchern waren bereits auf der Anlage. Innerhalb von zwanzig Minuten gab es tatsächlich die vereinbarte Sonderzahlung von hundert Mark, aber auch einen Rausschmiss erster Klasse für alle Kinder noch am gleichen Abend.

Am nächsten Tag, einem herrlichen sonnigen Ostersonntag, kam ein ebenso reu- wie kleinmütiger Anruf, ob wir denn, hm, nun ja … unter gewissen Umständen nicht doch wieder … Okay, ließ ich den Märchenwaldboss wissen, aber nur für eine Wiedereinstiegsprämie von hundert Mark. Wir bekamen sie, traten bald in Tarifverhandlungen und einigten uns später auf eine faire Summe.

„Haste was, dann biste was“

Seit meiner Jugend war ich der Logik des Geldes gefolgt. Anfangs ging es mir dabei weniger um das Geld an sich. Geld kam mir nur als ein Nebeneffekt gelungener Geschäfte vor. Wo immer ich hinkam, checkte ich die Lage und die Läden, sah ihnen meist auf den ersten Blick Erfolg oder Misserfolg an. Einmal besuchte ich eine Disco, blieb aber an der Küche hängen. Wie kompliziert die da die Schnitzel zubereiteten! Das ist ja total irrational! Ich fragte mich nach dem Geschäftsführer durch und wies ihn auf die ineffizienten Arbeitsabläufe hin. Mann, so konnte man doch kein Geld verdienen!

Der Gute schaute mich an wie ein Auto. Vor allem aber interessierte mich die Anerkennung, die sich in der Währung Geld ausdrückte, und das Machtspiel. Josef Müller, der ohnmächtige Mann im Rollstuhl, konnte Millionen bewegen. Als Steuer- und Anlageberater belustigte mich heimlich die Gier, die meine Kunden hinter ihren Sonnenbrillen versteckten. Ich wusste, ich konnte sie befriedigen, konnte ihren Schotter vermehren, konnte sie reich machen. Das hatte einen satten Klang in meiner Seele. Der Spruch „Haste was, dann biste was“ wurde zu meinem Lebensmotto.

Buch "Ziemlich bester Schurke" kaufen...

Anlagerbetrüger für Anfänger? Keine Tipps zum Nachmachen, aber welche die (doch) funktionieren…

Und wo kam mein Reichtum her? Ich machte einfach dort weiter, wo ich in meiner Jugend begonnen hatte, getrieben vom Müller-Ehrgeiz, getrieben von der Lust, es meinem Vater zu zeigen – und allen anderen, die mich für einen lebensunfähigen Krüppel hielten. Mit zwanzig Jahren, 1975, besaß ich bereits genug Geld, um einen eigenen Schallplattenladen in Fürstenfeldbruck eröffnen zu können. Als die Firma wenig später richtig gut lief, stieß ich sie mit Gewinn wieder ab. So machte ich es häufig. Der erfolgreiche Betrieb des Unternehmens forderte inzwischen meinen ganzen persönlichen Einsatz. Aber ich hatte keine Lust, mich mit dem Klein-Klein, den Personalproblemen und Werbemaßnahmen, zu beschäftigen. Ich wollte mehr. Viel mehr. Diese Gier ließ mich zum Schurken werden…

Der Betrugstatbestand des Strafgesetzbuchs (§ 263 StGB) lautet in seinem Absatz 1: “Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.” Die Absätze 2 bis 7 regeln die Strafbarkeit des Versuchs, besonders schwere Fälle, Bandenbetrug, die Anordnung von Führungsaufsicht sowie entsprechend anwendbare Normen.

Der Münchner Finanzjongleur Josef Müller bewegte sich Jahrzehnte lang in den Kreisen der Superreichen. Er gründete mehrere Steuer- und Wirtschaftsprüfungskanzleien mit insgesamt fünfzig Mitarbeitern. In seinem Buch „Ziemlich bester Schurke“ erzählt der Autor wie er vom angesehenen Steuerberater zum Betrüger wurde – und wie ein Gefängnisaufenthalt sein Leben für immer veränderte…

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Klaus Werle <![CDATA[Corporate Kauderwelsch: Vom Follow-Up zum Added-Value]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6419 2015-02-01T14:21:42Z 2014-01-09T21:36:03Z Anglizismen, Denglish oder Genglish. Wir nutzen sie viel, sie klingen gut, besser, am besten. Aber: Do you also understand only train station, ja? Die “Business-Sprech”-Gruppe bei Facebook ... neue Einsichten gefällig?

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Anglizismen, Denglish oder Genglish. Wir nutzen sie viel, sie klingen gut, besser, am besten. Aber: Do you also understand only train station, ja? Die “Business-Sprech”-Gruppe bei Facebook listet immerhin rund 30.000 Fans, die sich hier mit den neusten Redewendungen beziehungsweise Slangs versorgt, austauscht und amüsiert. Klaus Werle geht dem nach. Sein vorläufiges Fazit: “Im doing ist halt noch ein gap”…

Back in den driver seat zu kommen, wird ein echter uphill fight. Wenn die manpower mal wieder nicht performt oder der headcount gefährlich oversized wirkt, dann sollte asap top- level involved werden, weil es ein paar toughe Entscheidungen zu taken gilt, um corners zu cutten. Aber hey, don’t worry, wenn Müller den lead hat, wird er eine fits-all-solution finden, immerhin hat er sich dazu clearly committed..

Noch vor einigen Jahren hätten das nur Unternehmensberater (und eventuell Außerirdische) verstanden. Doch Business-Sprech, diese bizarre Mixtur aus Angliszismen und verquastem Consulting-Deutsch, ist in den meisten Unternehmen längst mainstream, pardon, Allgemeingut geworden. Da wird gebrainstormed, recruited und gemilestoned, bis das Flipchart zusammenbricht.

Schließlich gilt es die korrekten figures zu forecasten, und das geht nur mit den richtigen skills, die man aber regelmäßig updaten sollte. Ein schwieriges Unterfangen, wenn vor lauter meet & greet kaum Zeit bleibt, sich zur inhouse benchmark zu entwickeln. Zwar liegen die geistigen Ursprünge des Corporate Kauderwelsch tatsächlich bei den schneidigen Damen und Herren von McKinsey, Bain, Roland Berger & Co. Doch inzwischen gilt auch für »normale« Firmen: Konzernsprache = schlechtes Englisch.

Konzernsprache = schlechtes Englisch

So unglaublich das klingt: Das hat sogar Vorteile. Business-Sprech ist ja nicht einfach nur eine Mischung aus Deutsch und Englisch (»Denglisch«), sondern integriert betriebswirtschaftliche Fachbegriffe (turnover, monitoring) und ist inspiriert von erzählerischen Kniffen, die sich vor allem im Amerikanischen finden.

Das ist toll, wenn man zum Beispiel Unangenehmes zu verkünden hat (cost cutting), was einfach weniger gefährlich klingt, wenn es technischer tönt. Das ist toll, wenn man zum Beispiel Unangenehmes zu verkünden hat (cost cutting), was einfach weniger gefährlich klingt, wenn es technischer tönt. Oder wenn man gerne im Ungefähren bleibt, dabei aber unbedingte Entschlossenheit ausstrahlen möchte. Dieses Kunststück gelingt mit Beratersprech erstaunlich gut, da sich viele englische Begriffe durch eine bemerkenswerte Kombination aus Griffigkeit und Vagheit auszeichnen.

Seine irritierende Faszination hat dem Business-Englisch einen Siegeszug ermöglicht, der längst über die Unternehmenspforten hinausgeht. Im Netz gibt es ironische Fanseiten, wie etwa die sehr gut gemachte Adresse beratersprech. de des Kollegen Tom Hillenbrand, wo sogar Merchandising- Artikel zu erwerben sind – etwa T-Shirts mit Aufdrucken wie »Was sagt Legal zu dem draft?«

Business-Sprech beeinflusst Privatleben

Heiteres und weitere Kuriositäten aus unserer Arbeitswelt. Mitarbeiter aus dem Grossraumbüro werden sich und ihre Chefs darin wiederfinden…

Doch der Business-Sprech hat längst auch unseren Alltag unterwandert. Wir voten bei Castingshows und ärgern uns über no-shows bei Partys, wir setzen Dinge »ganz oben auf die Agenda«, wir geben dem Hochzeitstag »Prio Eins« und machen calls, statt zu telefonieren. Zu schade, dass die Wirtschaft, wo alles anfing, schon wieder one up ist, also einen Schritt weiter.

Beratungen, aber auch Unternehmen versuchen, wieder mehr Deutsch zu sprechen. Zum einen, weil der Business-Sprech als cooles Unterscheidungsmerkmal nicht mehr performt; zum anderen, weil dann doch nicht jeder Kunde restlos begeistert ist – und der zahlt schließlich die Rechnung.

Der sprachliche Retro-Trend macht die Sache allerdings nicht unbedingt besser, weil nun allzu oft angelsächsische Business-Vokabeln einfach rückübersetzt werden, was zu neuerlichen Wortmutanten führt. Dann werden »Prozesse aufgesetzt« oder »Inhalte generiert«, damit »am Ende des Tages« mit dem Ergebnis alle »fein« sind.

Die Ergebnisse der Rückbesinnung lassen also noch zu wünschen übrig. Zwar ist der Geist willig, doch das Fleisch ist schwach (Matthäus 26, 41). Anders formuliert: Im doing ist halt noch ein gap.

„Denglisch“ – ein Kofferwort, das sich aus „Deutsch“ und „Englisch“ zusammensetzt – ist hingegen ein wertender Begriff aus der deutschen Sprachpflege. Was der Begriff genau umfasst, ist nicht nach wissenschaftlichen Kriterien bestimmbar, sondern folgt aus einer subjektiven Einschätzung dessen, der ein Sprachphänomen als „Denglisch“ bezeichnet.

Klaus Werle studierte Geschichte, Anglistik und Germanistik in Heidelberg. Klaus ist Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule. Seit 2004 ist er beim manager magazin Redakteur für die Ressorts Trends und Karriere. Neben “Die Perfektionierer” hat er auch das Buch “Ziemlich beste Feinde” geschrieben…

Artikelbild: © CFalk/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Bewerber-ABC: Stellenanzeigen, Schall und Rauch]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6411 2015-02-01T14:26:15Z 2013-12-27T08:41:57Z Von der Stellenanzeige bis zum Anschreiben ist einiges Hirnschmalz nötig. Hier einige Starter-Vokabeln, die besonders oft im Stellenteil der Lokalzeitung und in allgemeinen Stellenportalen im Internet helfen. ... neue Einsichten gefällig?

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Von der Stellenanzeige bis zum Anschreiben ist einiges Hirnschmalz nötig. Hier einige Starter-Vokabeln, die besonders oft im Stellenteil der Lokalzeitung und in allgemeinen Stellenportalen im Internet helfen. Von Françoise Hauser…

Die erste Hürde bei der Lektüre von Stellenanzeigen ist die Stellenbezeichnung. Während klare Berufsbezeichnungen wie „Maurer“, „Arzt“ oder „Pfarrer“ auch im Bewerbischen bei gleicher Bedeutung verwendet werden, heißt es bei allen anderen aufhorchen. „Mitarbeiter“ stehen dabei ganz unten, die Betonung liegt hier nicht auf „Mit-“, sondern auf „-arbeiter“. Fachkräfte sind Menschen, die zwar kräftig schaffen dürfen, nicht aber nach dem Management schielen. Angestellte wiederum sollen sich mal nicht so anstellen. Bei den Überstunden, der Bezahlung und so weiter.

Vorsicht bei englischen Berufsbezeichnungen! Hier drohen Einbußen beim Einkommen. So entspricht ein Executive Assistant nicht unbedingt einem Führungsposten, sondern gerne auch mal dem Bürogehilfen. Auf Englisch klingt eben alles ein wenig wichtiger. Oder anders gesagt: Wären Sie lieber Facility Maintenance Manager oder Hausmeister? Bei englischen Berufsbezeichnungen heißt es daher oft: zwanzig Prozent Gehalt abziehen und die Arbeitsbelastung verdoppeln.Bei englischen Berufsbezeichnungen heißt es daher oft: zwanzig Prozent Gehalt abziehen und die Arbeitsbelastung verdoppeln.

Hier und da verschleiern sie auch unangenehme Tatsachen: Den Young Professional sollte man zum Beispiel nicht als Gegenstück zum Old Amateur sehen. Umgangssprachlich handelt es sich um den Streber, neben dem schon auf dem Gymnasium niemand sitzen wollte und der deshalb gerne auch im beruflichen Umfeld zum High End Performer wird: Mangels Sozialleben – auch Work-Life-Balance genannt, es will noch immer keiner neben ihm sitzen – bleibt er so lange im Büro und arbeitet so viel, dass sowieso alle im Vergleich zu ihm verblassen. Wenn ihm der Sinn nach Freizeit steht, dann geht er mit dem Chef golfen.

Tipps und Tricks

Da englische Berufs- und Job-Bezeichnungen hier und da schon ein wenig überstrapaziert wirken, weichen Könner aufs Französische aus, ein Trick, der sich in der Welt der Gastronomie seit Jahrzehnten bewährt hat: Der Commis de Rang klingt weitaus weniger nach Plattfüßen und heißem Fett als der Jungkellner.

Auch das Privatleben lässt sich mit diesem Trick sprachlich aufpeppen. „Femme au ménage“ klingt doch gleich viel weltgewandter als Hausfrau. Wer lieber verwirren will oder eine Pionierleistung anstrebt, sollte sich ein paar schöne spanische oder chinesische Titel aussuchen. Allerdings gibt es hier noch keine Erfahrungswerte.

Vokabelliste für ersten Schritte

Bewerbungswahnsinn? Buch heitert auf…

Selbstmotivation: Die Fähigkeit, sich auch nach drei Monaten mit 300 Überstunden daran zu erinnern, warum man den Job haben wollte. Alternativ sind auch hohe Schulden förderlich, die es völlig undenkbar machen, einfach den Bettel hinzuschmeißen.

Schlüsselkompetenzen: Sie haben nichts damit zu tun, ob man auch noch nach dem dritten Glas Wein zielsicher die Eingangstür öffnen kann. Der Begriff Schlüsselkompetenz umfasst also alles, was man für den Job braucht.

Kognitive Kompetenzen: Weniger ansteckend als gemeinhin angenommen. Dazu gehören Sehen, Hören, Fühlen. Falls Sie hier nun eine Diskriminierung blinder oder gehörloser Bewerber vermuten, liegen Sie jedoch nicht richtig. Auch die Fähigkeit komplett unsensibler Klotze, eine Chance zum Aufstieg zu wittern, gehört dazu.

Operativ: Es macht gar nichts, wenn Sie kein Blut sehen können. Das Wort operativ bedeutet nur … nun ja, in diesem Umfeld eigentlich gar nichts. Wer operativ tätig ist, macht etwas – und klingt dabei interessant. Ergo sind die meisten Stellen operativ – ein operativer Einkäufer beispielsweise ist einer, der das dann auch wirklich macht und nicht nur dumm rumsteht.

KLP: Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit. Diese völlig sinnfreien Vokabeln gehören eigentlich schon zum Fortgeschrittenen-Vokabular. Überlesen Sie sie einfach – sie dienen nur dazu, die Textfülle zu erhöhen.

Rekrutierungsprozess: Stillgestanden! Rühren! Setzen! Suchen Sie schon mal Ihre Kleidermaße heraus, dann fällt es leichter, Ihre Uniform, ähm, den Anzug zusammenzustellen. Personaler, die diesen Begriff verwenden, haben die präpubertäre „Panzer sind cool“-Phase noch nicht überwunden. Sollten Sie selbst Spaß am zackigen Umgang haben – prima!

Die Blindbewerbung wird nicht in der Blindenschrift Braille geschrieben, sondern ebenfalls auf Bewerbisch verfasst. Es handelt sich dabei um eine Bewerbung, die nicht auf eine Anzeige hin erfolgt, sondern auf gut Glück. Ihren Namen trägt diese Form der Bewerbung wahrscheinlich, weil der Verfasser mangels Informationen blind ins Verderben läuft. Ob und wie erfolgreich diese Bewerbungsform ist, da streiten sich die Experten. Befürworter verweisen gerne darauf, dass es 1994 in Norddeutschland einen Bewerber gegeben haben soll, der durch eine Blindbewerbung eine Arbeitsstelle fand.

Tipps für Bewerber ab 50

  • Kommen Sie nicht mit dem Rollator.
  • Machen Sie sich nichts vor: Auch mit verkehrt herum aufgesetzter Baseball-Kappe, herausblitzender Ritze unter Hängehose im Knaststil (was übrigens im Anzug nicht authentisch wirkt) und cooler Sprache wirken Sie nicht jünger.
  • Duzen Sie den Personalchef nicht, auch wenn er fünfundzwanzig Jahre jünger ist.
  • Geben Sie ihm keine Tipps fürs Leben im Stil von „Ach ja, als ich so jung war wie Sie, habe ich auch noch an meine Karriere geglaubt“ oder „Ist ja süß, Sie glauben diesen ganzen Management-Quatsch noch …“

Bewerbungen können sich auf konkrete Ausschreibungen beziehen oder als eine so genannte Initiativbewerbung gestaltet sein. Daneben gibt es die Variante der Kurzbewerbung. Das Bewerbungsschreiben soll Lebenslauf, Lichtbild, Zeugnisse und, soweit möglich, Referenzen enthalten. Ein Bewerber will mit seiner Bewerbung den Arbeitgeber überzeugen, dass er sich für eine bestimmte Arbeitsaufgabe eignet. Die Bewerbung selbst gilt als die erste Arbeitsprobe.

Françoise Hauser schreibt als freie Journalistin seit vielen Jahren regelmäßig für diverse Magazine und Zeitungen wie »Welt«, »Rheinpfalz«, »in Asien«, »Asia Bridge«, »Touristik Aktuell«, »Diners Club« u.a., zum anderen ist sie als Buchautorin tätig. Neben dem regionalen Asien-Schwerpunkt hat sie sich auch auf berufl iche Themen spezialisiert…

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Weltmeister: 1954 das Wunder in Bern, 2014 in Brasilien]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6436 2015-02-01T14:32:20Z 2013-12-09T22:53:38Z 2014 ist das Jahr für alle, die mehr wollen. Mehr Weltmeistertitel zum Beispiel. Pelé, größter Fußballer aller Zeiten, macht sich Sorgen – über die überragenden Leistungen der ... neue Einsichten gefällig?

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2014 ist das Jahr für alle, die mehr wollen. Mehr Weltmeistertitel zum Beispiel. Pelé, größter Fußballer aller Zeiten, macht sich Sorgen – über die überragenden Leistungen der deutschen Mannschaft. Schnürt Pelé wieder die Fußballschuhe, um Brasilien zum Sieg zu führen?

Nach 1954, 1974 und 1990 würde der Weltmeister-Titel der deutschen Nationalmannschaft gut stehen. Jogis Jungs bereiten sich darauf vor, wollen nicht länger “nur” der Weltmeister der Herzen oder der ewige Dritte sein sondern den Sieg, ganz oben auf das Podium, an den goldenen Pokal. Doch einer könnte dem einen Strich durch die Rechnung machen. Von Experten und Kritikern wird Pelé gemeinhin als “bester Fußballspieler aller Zeiten” bezeichnet.

Pelé heisst eigentlich anders: Edson Arantes do Nascimento, wie es in seiner Geburtsurkunde des Ex-Fußballprofi und Sportministers aus Brasilien steht. Der Ausnahmespieler erhielt von der FIFA die Auszeichnung als Weltfußballer des 20. Jahrhunderts und wurde vom IOC zum Sportler des Jahrhunderts ernannt.

Mit insgesamt fünf Weltmeister-Titeln der Nationalmannschaft (1958, 1962, 1970, 1994 und 2002) ist Brasilien noch vor Deutschland mit seinen drei Titeln die erfolgreichste Fußballnation der Welt. Mit insgesamt fünf Weltmeister-Titeln der Nationalmannschaft (1958, 1962, 1970, 1994 und 2002) ist Brasilien noch vor Deutschland mit seinen drei Titeln die erfolgreichste Fußballnation der Welt. Neben Pelé förderte der brasilianische Fußball auch andere großen Stars – darunter Arthur Friedenreich, Garrincha, Zico, Sócrates, Romário, Rivaldo, Ronaldo, Ronaldinho und Kaká.

Pelé gewann für Brasilien gleich drei Mal den Cup, so oft wie in Deutschland gewonnen hat. 1958, 1962 und 1970. Was sind seine Vorzüge? Zunächst seine Technik, die Schnelligkeit und Beweglichkeit: “Er war mit beiden Füßen gleichermaßen technisch begabt und traf auch mit dem Kopf”, heisst es in einer ARD-Doku. Vor allem habe er sofort und intuitiv erkennen können, wie und in welche Richtung sich der Gegenspieler bewegt. Damit habe er ein Körpergefühl entwickelt wie nur noch wenige andere Sportler.

Experten im Stadion

Sie wollen ihrem Freundeskreis ein für alle Mal zu beweisen, dass Sie der wahre Fußballexperte sind? Mit GuessTheStadium können Sie das jetzt machen. Arbeiten Sie sich die Highscore-Liste nach oben und verweisen Sie Ihre Freunde auf die Plätze. Dabei sind wahre Szenekenntnisse erforderlich: Aus zehn zufällig ausgewählten Stadionbildern, bzw. Bildern der Anfahrtswege der Stadien muss der Spieler die richtige von je drei vorgegebenen Antwortmöglichkeiten erkennen. Wo befindet sich das abgebildete Lieblingsstadion?

Dank Social-Media-Anbindung ist es möglich, ihren Freundeskreis zum Wettkampf herauszufordern und im Wettbewerb gegen sie anzutreten. Der Spieler, der die meisten Stadien richtig erkannt, bzw. bei Gleichstand zudem die geringste Zeit zum Raten benötigt hat, gewinnt. GuessTheStadium bietet eine Vielzahl von Fußballarenen, vornehmlich aus dem europäischen Raum, zum Raten an. Auch zahlreiche Stadien aus dem fußballdeutschen Raum sind vertreten, jedoch bleibt es dem Zufall überlassen, ob diese sich unter den zehn ausgelosten Bildern wiederfinden.

In einer Proberunde gelangen uns auf Anhieb acht richtig erkannte Arenen, unter anderem wurden die Schmuckkästchen von Swansea und Southampton oder das Fußballstadion in Parma richtig zugeordnet. Aufgrund der großen Menge an Stadien bietet GuessTheStadium ein hohes Suchtpotential, zudem ist es auch für die größten Sachverständigen unter den 80 Millionen Hobbybundestrainern nicht so einfach ist, zehn von zehn Stadien richtig zu erraten und dabei noch möglichst flink unterwegs zu sein. Ermitteln auch Sie ein für alle Mal DEN Fußballexperten ihres Freundeskreises. Statten Sie GuessTheStadium einen Besuch ab und raten Sie drauf los.

Hier der Link zur offiziellen Seite mit weiteren Videos.

Artikelbild: © Aftonbladet/ Wikimedia

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz (3/3): “Tag danach” – in der Personalabteilung]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6413 2015-02-01T14:33:54Z 2013-12-07T07:00:49Z Angefangen bei ungewollen Blumen über Machosprüche vom eigenen Chef bis zum Gespräch in der Personalabteilung. Sexuelle Belästigung hat viele Etappen. Stefanie Hirsbrunner berichtet in einem Buch darüber, ... neue Einsichten gefällig?

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Angefangen bei ungewollen Blumen über Machosprüche vom eigenen Chef bis zum Gespräch in der Personalabteilung. Sexuelle Belästigung hat viele Etappen. Stefanie Hirsbrunner berichtet in einem Buch darüber, hier im dritten und letzten Teil unserer Serie…

Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet fällt es mir schwer, die junge Praktikantin von damals und ihre Handlungen in dieser Situation nachzuvollziehen. Ich war naiv, gutgläubig und wohl angesichts dieses mir so immens und skandalös erscheinenden Vorwurfs der sexuellen Belästigung ziemlich überfordert.

Gleichzeitig gab ich sehr viel auf den Rat einer engen, aber nicht weniger unbeholfenen Freundin. Tatsache ist: Wir wussten es einfach nicht besser. Aber ich sollte meine Lektion lernen …

Wer belästigt wen? Wer beschuldigt wen?

Martin arbeitete für ein halbes Jahr studienbezogen im Hotel, um danach zurück an eine der Elite-Hotelfachschulen zu gehen. Auch Wiese hatte bei einer solchen studiert. Bei der nächst- besten Gelegenheit suchte ich ein Gespräch mit Martin und erzählte die Geschichte aus der Kantine. Ich war auch da immer noch fest davon überzeugt, das Richtige und Wiese im Grunde einen Gefallen zu tun.

Darüber, was genau Wiese eigentlich mit dieser doch recht spärlichen Information, die ich Martin nun an die Hand gab, anfangen sollte, hatte ich mir allerdings kaum wirklich Gedanken gemacht. Mir gab es einfach ein gutes Gefühl, meinem Kollegen und Vorgesetzten hier auf solche Weise den Rücken zu decken und diese in meinen Augen bodenlose Unverschämtheit, die da aus dem Restaurant zu uns ins Bankett herüberschwappte, direkt abzuwehren. Da er ja deutlich älter und deutlich erfahrener im Gastrobusiness war als ich, würde Wiese wohl schon wissen, was zu tun sei, dachte ich. Und das wusste er tatsächlich.

Wenige Tage nach meinem dezenten Hinweis an Martin sprang mir direkt bei Dienstbeginn Landecks – und meine ganz spezielle – Freundin Engels entgegen und rief in schrillem, ge- künstelt freundlichem Ton: »Frau Hiiiiirsbrunner! Sie melden sich bitte heute zu allererst im Personaaaaalbüro. Danach sind Sie im Gourmetrestaurant eingeteilt. Also husch, husch, mein Täubchen!«

Wenig später überquerte ich den Innenhof in Richtung des Personalbüros, klopfte und wurde kurz danach hereingerufen. Die strenge Personalleiterin mit dem Charme einer Tiefkühltruhe blickte nur kurz von ihren Akten hoch, als ich eintrat. »Sie wollten mich sprechen?«, fragte ich vorsichtig und schloss leise die Tür hinter mir.

Zitat in die Personalabteilung

»Ja, kommen Sie in mein Büro, bitte«, antwortete Frau Zerbel und bedeutete mir, ihr in das nicht gerade repräsentative Personalleiterbüro hinter dem Sekretariat zu folgen. Ich war noch nicht oft hier gewesen, aber jedes Mal fühlte ich mich unwohl. Die Enge dieses Raums gepaart mit den zahlreichen Personalakten und den wichtig aussehenden Korrespondenzen wirkte irgendwie beklemmend. Außerdem fiel in das Büro wegen der geschlossenen Rollos kaum Tageslicht, und das machte die Atmosphäre noch bedrückender. Ich nahm auf dem Stuhl, der mir angeboten wurde, Platz, und Frau Zerbel setzte sich mir gegenüber.

»Ihr Abteilungsleiter wird jeden Augenblick hier sein«, sagte sie mit ihrer gewohnt heiseren Stimme und fügte noch hinzu: »Meine Kollegin ruft ihn gerade an.« Ich faltete die Hände in meinem Schoß und versuchte mir meine Nervosität nicht anmerken zu lassen. Ich zwang mich, die Schultern wieder zu entspannen und innerlich ruhig zu bleiben. Was ging hier vor? So krampfhaft ich aber auch überlegte, während ich wartete, ich hatte keinen blassen Schimmer, weshalb ich gerade hier saß. “So krampfhaft ich aber auch überlegte, während ich wartete, ich hatte keinen blassen Schimmer, weshalb ich gerade hier saß.”

Ging es um den Diebstahlsvorwurf? Denn der kursierte ja auch noch, und ich hatte schon länger nichts mehr dazu gehört. Ging es um den Ausbildungsplatz? War ich hier, um mich in irgendeiner Sache zu rechtfertigen, oder war ich hier, um irgendeine meinen Job betreffende, offizielle Information zu erhalten? Aus der Miene des Personaldrachens konnte ich keine Rückschlüsse ziehen. Ihr Gesicht war wie immer versteinert.

Gerüchteküche und Flurfunk

Ich bekam Angst. Würde Landeck mich beim Personalbüro wegen des Wutanfalls im Gästebereich anschwärzen? Möglich war es, schließlich hatte ich gravierend gegen den Hotelstandard verstoßen. Viele unserer Gäste hatten sicherlich in diesem Moment gesehen, dass unsere vermeintlich heile Welt gar nicht immer perfekt war, und das war ja nun das Letzte, was die Hotelführung sich wünschte.

Ralf Landeck traf fünf Minuten später ein als ich. Es herrschte eine eisige Stimmung im Büro. Er zog sich einen Stuhl her- an und setzte sich, ohne eine Miene zu verziehen, neben mich. Frau Zerbel schloss die Tür und nahm wieder hinter ihrem Schreibtisch Platz. Sie ergriff als Erste das Wort: »Frau Hirsbrunner, haben Sie eine Vorstellung, weshalb wir Sie heute hergebeten haben?« »Nein«, antwortete ich wahrheitsgemäß. »Nun, um ehrlich zu sein, der Anlass ist auch nicht sehr erfreulich. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist ein sehr ernstes Thema«, fuhr Frau Zerbel fort.

Ich zog überrascht die Augenbrauen hoch. Was lief denn hier? Was sollte das Ganze? Als ich nicht antwortete, fügte die Personalleiterin hinzu: »Uns wurde gemeldet, Sie hätten derartige Vorwürfe gegen einen Mitarbeiter erhoben, ist das richtig?« Ich sah Ralf Landeck an. Sein kurz flackernder Blick verriet, dass Landeck wusste, woran ich gerade dachte, und dass auch er die Situation im Ballsaalfoyer vor Augen hatte. Also wusste er doch, dass ich unter der Situation mit dem verliebten Supervisor litt, dachte ich. Er bezeichnete das Verhalten des Vorgesetzten also offenbar sogar als sexuelle Belästigung.

Im Stich gelassen

Ich war überrascht und auch irgendwie irritiert, schließlich hatte er meine Wünsche in dieser Sache bislang nur ignoriert oder belächelt. Konnte es sein, dass es Landeck im Nachhinein unangenehm war, mich so im Stich gelassen zu haben? Aber wieso schaltete er denn jetzt gleich die Personaltante ein? Das war ja wohl doch etwas übertrieben. »Nun ja, ich hatte ja damals auch hier kurz vorgesprochen, aber inzwischen hat sich die Situation entspannt, würde ich sagen«, antwortete ich zögerlich und bemüht darum, nicht zu viel Wirbel zu machen.

»Sie wissen, wovon wir sprechen?«, hakte Frau Zerbel nach und runzelte die Stirn. »Vielleicht auch nicht«, erklärte ich ausweichend, denn nun dämmerte mir langsam, dass ich vielleicht doch auf der falschen Fährte war. Ging es gar nicht um meinen Wunsch der Dienstplantrennung? »Nun, wie kommt es, dass Sie gegenüber einem dritten Mitarbeiter erwähnt haben, Herr Wiese hätte sich der sexuellen Belästigung schuldig gemacht?«, fragte Frau Zerbel und sah mich finster über den Rand ihrer Brille an.

Ich schluckte. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. »Ist das hier ein Verhör?«, fragte ich, denn genauso kam es mir ge- rade vor, und die Frage lenkte praktischerweise auch erst mal vom eigentlichen Thema ab. »Frau Hirsbrunner, Sie werden doch wohl verstehen, dass wir solchen Dingen nachgehen müssen«, antwortete Frau Zerbel spitz.

Petze oder Whistleblower?

»Ehrlich gesagt, nein, das verstehe ich nicht. Hat jemand einen Vorfall von sexueller Belästigung gemeldet?«, entgegnete ich.
»Nein, noch nicht«, Frau Zerbel wollte ausführlicher antworten, aber ich war schneller: »Aha. Dann untersuchen Sie also einen Fall, den es überhaupt nicht gibt?«

Es herrschte einen Moment Stille im Raum, und wie um das unangenehme Schweigen zu brechen, sagte ich: »Und da haben Sie mich vorsichtshalber schon einmal eingeladen, oder wie muss ich das verstehen?« Nun schaltete sich Landeck zum ersten Mal in das Gespräch ein. »Frau Hirsbrunner,« begann er, und ich bemerkte verwundert, dass er wieder zum förmlichen »Sie« übergegangen war.

»So kommen wir hier nicht weiter. Der Vorwurf der sexuellen Belästigung ist sehr ernst, und wir nehmen ihn ernst. Sie sollten uns daher behilflich sein aufzuklären, was genau vorgefallen ist. Es ist eine Bitte, kein Verhör.« »Ich habe einen solchen Vorwurf aber nicht erhoben, oder haben Sie etwas derartiges von mir vorliegen, Frau Zerbel?« »Nein, aber Herr Wiese hat ihren Namen erwähnt«, antwortete die Personalchefin.

»Herr Wiese und ich haben überhaupt nicht miteinander gesprochen«, sagte ich wahrheitsgemäß. »Das mag richtig sein, aber die Vorwürfe wurden über einen Dritten an ihn herangetragen. Was wissen Sie darüber?«, hakte sie nach.

Schuss in den Ofen, Öl ins Feuer

»Nichts«, entgegnete ich fast schon trotzig. Ich wollte dieses Gespräch hier so bald wie möglich beenden und hatte nicht vor, die Geschichte so zu erzählen, wie sie gewesen war. Ich war entsetzt, dass mein ursprünglich gut gemeinter Tipp an Wiese nun so gegen mich selbst verwendet wurde. In meinem Kopf raste es. Mir war nicht ganz klar, was passieren würde, wenn ich weiterhin so tat, als wisse ich von nichts, aber mir war klar, dass ich hier raus wollte, und zwar so schnell es ging.

Ein ungeschminkter Blick hinter die Fassaden eines Luxushotels. Weniger geeignet für Voyeure, sondern solche die investigative Aufklärung mögen…

»Herr Martin Seidel kann da, glaube ich, etwas anderes berichten«, sagte Frau Zerbel und sah mich triumphierend an. »Dann lassen Sie sich doch die Geschichte von Herrn Seidel erzählen«, entgegnete ich. »Frau Hirsbrunner, so kommen wir doch nicht weiter. Wir erheben hier doch keine Vorwürfe gegen Sie, wir möchten die Angelegenheit lediglich untersuchen und klären«, versuchte Landeck erneut zu beschwichtigen. Aber ich ließ ihn abblitzen.

»Es gibt nichts zu untersuchen und auch nichts zu klären, wofür Sie meine Hilfe benötigen würden. Und wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich deshalb jetzt gerne wieder an meine Arbeit gehen.« Meine Hände zitterten, und ich fragte mich, woher ich eigentlich das Selbstbewusstsein nahm, das ich hier gerade an den Tag legte. Es war Wut, die mich kleine Praktikantin so mit diesen beiden Mächtigen des Hauses sprechen ließ.

Lästiger Bumerang

Ja, es war dumm gewesen, mich überhaupt in diese ganze Geschichte einzumischen, das verstand ich nun. Aber dass sie wie ein Bumerang zu mir zurückfeuern würde, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich fühlte mich von Martin und Wiese gleichermaßen hintergangen. Landeck sah mich von der Seite an. Aus seinem Blick sprach eine Mischung aus Bewunderung und Neugierde. Aber ich wusste, dass mir das nicht half, und es war auch nichts besonderes. Es war nur Ralf Landecks Vorliebe für starke Frauen, die hier hervorblitzte.

Die Realität spiegelte sich in der unterkühlten Art und dem Blick von Frau Zerbel wider. Keinerlei Freundlichkeit sprach aus ihr und keinerlei Sympathie. Fast hätte man meinen können, sie habe ein persönliches Problem mit mir. In einem Ton, der Verachtung verriet, teilte sie mir mit, dass in meiner Personalakte ein Vermerk eingetragen würde. »Außerdem sehe ich mich gezwungen, dort festzuhalten, dass Sie an einem klärenden Gespräch nicht interessiert waren und sich stattdessen durchweg unkooperativ zeigten«, fügte sie noch hinzu. Dann stand sie auf und öffnete demonstrativ die Tür ihres kleinen Büros. »Guten Tag.«

Vorwurf statt Belästigung in Personalakte

Ich erhob mich und ging langsam hinaus. Diese Geschichte kam mir vor wie ein schlechter Witz. Gleichzeitig wunderte ich mich aber auch kaum noch über das gerade Geschehene. Irgendwie reihte es sich problemlos in die Erfahrungen der letzten Monate ein, die mir gezeigt hatten, was Macht und Ohnmacht im Angestelltendasein waren.

Nun war also tatsächlich ich diejenige, in deren Personalakte ein Eintrag wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung stand, ungeachtet der eigentlichen Tatsache, dass in diesem Haus täglich wohlhabende Männer oder jene in höheren Positionen Frauen in gewisser Weise sexuell ausnützten oder gar belästigten.

Während allerdings weder unsere Vorgesetzten noch unsere Gäste hier in die Verantwortung genommen wurden, hatte man das Exempel vielmehr an der naiven Praktikantin statuiert. Und diese Geschichte würde ganz von allein dafür sorgen, dass der Hotelstandard, die absolute Diskretion der Frauen und der bedingungslose Service am Gast, auch weiterhin Bestand haben würde.

Neugierig was zuvor geschah? Dann Teil 1 und Teil 2 lesen…

Gemäß einer im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten Studie sind etwa 40 bis 50 % der weiblichen und etwa 10 % der männlichen Arbeitnehmer schon einmal Ziel sexueller Belästigung gewesen. Frauen hätten häufig auch von belästigendem Verhalten von gemischten Gruppen (Männer und Frauen) und selten von belästigendem Verhalten von Frauen berichtet.

Männer gäben an, dass die belästigenden Situationen zu rund der Hälfte von Männern (einzeln oder in Gruppen) ausgingen, zu rund einem Viertel von Frauen und zu einem weiteren Viertel von gemischten Gruppen. In erster Linie seien es Arbeitskollegen, die sich belästigend verhielten. Vielfach sei es auch die Kundschaft. An dritter Stelle stünden die Vorgesetzten. Frauen berichteten viel häufiger als Männer von belästigendem Verhalten durch Vorgesetzte. Männer hingegen verwiesen öfter als Frauen auf belästigendes Verhalten durch Untergebene.

Stefanie Hilsbrunner ist gelernte Hotelfachfrau. Sie absolvierte ihre Berufsausbildung in einem deutschen 5-Sterne-Luxushotel und war anschließend mehrere Jahre im Hotelwesen beschäftigt. Nach einem längeren Aufenthalt in Westafrika schloss sie ein Studium der Politikwissenschaft an. Heute arbeitet sie in Berlin als Universitätsdozentin und freie Trainerin hauptsächlich zu Afrika und interkultureller Kompetenz…

Artikelbild: © Ich und Du/ pixelio.de

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Klaus Werle <![CDATA[Psychopathen: Irre Chefs samt Gegengift zum Sprücheklopfen]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6422 2015-02-01T14:38:40Z 2013-12-05T06:00:10Z Vorgesetzte, da sind sich Angestellte auf der ganzen Welt einig, sind eine ganz besondere Spezies. Man sieht das an ihren Krawatten, an diesen »Ich chef das schon«-Auftritten ... neue Einsichten gefällig?

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Vorgesetzte, da sind sich Angestellte auf der ganzen Welt einig, sind eine ganz besondere Spezies. Man sieht das an ihren Krawatten, an diesen »Ich chef das schon«-Auftritten und natürlich an den Sprüchen, die ihre Untergebenen in einer Mischung aus Ohnmacht und Spott zitieren. Hier eine Auswahl von Klaus Werle…

Natürlich klingt das alles andere als freundlich – aber seien wir ehrlich: Wir wollen es ja nicht anders. Wir wollen, dass unsere Chefs auffallen, im Guten wie im Schlechten. Wir wollen, dass sie Marotten haben und Macken. So wie echte Stars eben – wie Christina Aguilera, die vertraglich festlegen lässt, dass ihr eine Polizeieskorte gestellt und im Catering keinesfalls umweltschädliches Styropor oder Plastik verwendet wird und sie Sojamilch mit Vanille-Geschmack bekommt.

Hingeraunzte Satzfetzen, die auf der Grenze zwischen Bonmot und Beleidigung balancieren, wie etwa diese:

  • »Solange Sie nicht tot sind, können Sie arbeiten!«
  • »Wer es bis zum Arzt schafft, schafft es auch ins Büro.«
  • »Grippe ist Charakterschwäche.«
  • »Seien Sie froh, dass Sie nicht soviel verdienen, dann 
zahlen Sie auch weniger Steuern.«
  • »Wenn ich Sie wäre, wäre ich lieber ich.«
  • »Ich bin nicht arrogant, das sieht nur von unten so aus.«

Weil aber im handelsüblichen deutschen Büro die Dichte an Showbiz-Stars eher überschaubar ist, brauchen wir Ersatz: Über wen sollen wir uns sonst in der Kantine das Maul zerreißen? Da sind wir nicht anders als die Äffchen, die in einem Experiment wählen konnten zwischen süßem Saft und Bildern von Affen, die in der Horden-Hierarchie über ihnen standen. War erstmal der Hunger gestillt, wählten die meisten die Bilder der Affen-Chefs.

Eine Prise Steve Jobs

Bei dieser Faszination stellt sich die Frage: Was macht eigentlich einen Chef aus? Wird man als Bestimmer geboren oder kann man das lernen? Reicht ein schicker Anzug, oder muss es etwas mehr sein? “Was macht eigentlich einen Chef aus? Wird man als Bestimmer geboren oder kann man das lernen? Reicht ein schicker Anzug, oder muss es etwas mehr sein?” Klar ist: Etwas Entscheidungsstärke, Durchsetzungskraft, Dynamik, ein Schuss Aggressivität und, das mag jetzt viele überraschen, auch eine Prise Intelligenz können nicht schaden.

Darüberhinaus aber ist auffällig, wie viele Chefs, die doch tagtäglich mit Hunderten Menschen umgehen müssen, in puncto Sozialkompetenz noch etwas, nun ja, Luft nach oben haben. Der verstorbene Apple- Lenker Steve Jobs etwa: Ein Genie, sicher, doch im Umgang mit Mitarbeitern als äußerst launenhaft und tyrannisch verschrien.

Heiteres und weitere Kuriositäten aus unserer Arbeitswelt. Mitarbeiter aus dem Grossraumbüro werden sich und ihre Chefs darin wiederfinden…

Der Psychiater Robert Hare vertritt sogar die These, dass in den Führungsetagen von Wirtschaft und Politik überdurchschnittlich viele Menschen mit schweren Persönlichkeitsstörungen arbeiten. Meist überdurchschnittlich intelligent, charmant und redegewandt, gepaart mit starker Risikobereit- schaft und einer gewissen Ruchlosigkeit – diese Kombination, die auch für Psychopathen charakteristisch ist, sei für den Aufstieg hilfreich gewesen.

Mein Chef, ein Irrer?

Welcher Angestellte würde nicht freudig der Behauptung zustimmen, sein Chef sei ein Irrer? Belegen lässt sich das nicht, sicher aber ist: Wer es bis ganz nach oben schaffen will, muss anders sein als alle anderen. Er muss herausragen aus der grauen Büromasse. Alleine gute Leistungen sind meist zu wenig – denn schlau, diszipliniert und effizient sind ab einer gewissen Ebene alle.

Eine Marotte, eine kleine soziale Auffälligkeit, die im Gedächtnis bleibt, ist da schon hilfreicher. Wie schwierig es ist, etwas Besonderes zu sein, damit kämpft Achtenmeyer wie Tausende mittlere Führungskräfte jeden Tag aufs Neue. Aber wer es schafft, an den wird man sich erinnern, wenn die nächste Beförderung ansteht.

Psychopathie bezeichnet eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen. Oft mangelt es Psychopathen an langfristigen Zielen, sie sind impulsiv und verantwortungslos.[1] Psychopathie geht mit antisozialen Verhaltensweisen einher, so dass oft die Diagnose einer dissozialen/antisozialen Persönlichkeitsstörung gestellt werden kann.

Klaus Werle studierte Geschichte, Anglistik und Germanistik in Heidelberg. Klaus ist Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule. Seit 2004 ist er beim manager magazin Redakteur für die Ressorts Trends und Karriere. Neben “Die Perfektionierer” hat er auch das Buch “Ziemlich beste Feinde” geschrieben…

Artikelbild: © Jorma Bork/ pixelio.de

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Sexuelle Belästigung (2/3): Macho-Sprüche vom eigenen Chef]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6425 2015-02-01T17:05:11Z 2013-12-03T21:39:56Z Ob heftiger Sex auf dem Kopierer oder das Grabschen an Brüste oder Hintern. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz läuft meist anders und viel weniger plakativ ab. Stefanie Hirsbrunner berichtet ... neue Einsichten gefällig?

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Ob heftiger Sex auf dem Kopierer oder das Grabschen an Brüste oder Hintern. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz läuft meist anders und viel weniger plakativ ab. Stefanie Hirsbrunner berichtet ihre Erlebnisse aus der Glanz- und Glamourwelt eines Fünf-Sterne-Hotels, hier im zweiten Teil…

Aber diese sexuelle Komponente, sozusagen das (niemals stattgefundener) Sex jetzt unser Arbeitsverhältnis beeinflusste, verursachte bei mir ein starkes unangenehmes Gefühl der Abwehr. Ich konnte es in der Magengegend spüren, und mein ganzer Körper wehrte sich dagegen, von ihm beobachtet zu werden. Ich fand es ekelhaft. Landecks Stellvertreter, den ich als nächstes ansprach, reagierte verkniffen, wie es so seine Art war, aber nicht unfreundlich.

Dennoch änderte sich in der folgenden Zeit nichts, und ich wiederholte meine Bitte daher wenig später erneut bei Landeck. Ob er das nun verstünde oder nicht, er möge bitte den Kollegen und mich in unterschiedlichen Schichten einteilen.

Und dann, eines Abends, eskalierte das Ganze. Ich kam zum Dienst und meldete mich wie immer am Flipchart auf der Personaletage, um zu erfahren, wo in der Abteilung ich eingeteilt war. Es stellte sich heraus, dass besagter Kollege und ich laut Plan zu zweit in der kompletten Frühstücksetage Tische für den nächsten Tag eindecken sollten, während die gesamte restliche Abteilung auf einer anderen Etage eine Großveranstaltung abwickeln würde.

Willkür und “Lärm um nichts”

Anscheinend hatte der Supervisor sich bei der Personalplanung einen Spaß aus meinen Bitten nach einer Trennung der Dienstpläne gemacht, denn diese Einteilung bedeutete in der Konsequenz für mich, einen ganzen Abend allein mit dem Kollegen zusammenarbeiten zu müssen. Diese Erkenntnis traf mich wie eine Keule. Bei mir brachen alle Dämme. Wut, Hass und Ohnmacht machten sich Luft, als ich im Erdgeschoss Landeck ausfindig machte.

Er stand im Ballsaalfoyer an der Bar, wo gerade Hunderte Gäste zum Cocktail eingetroffen waren. Mir war das in dem Moment völlig egal, ich schrie ihn an, heulte und tobte, sobald ich in Hörweite war. Ich war so unfassbar wütend. Ich hasste Ralf Landeck in dem Moment aus ganzem Herzen, und noch mehr hasste ich die Macht, die er und die anderen Supervisoren über mich hatten.

Ich war ihr Spielball und hatte keinerlei Möglichkeiten, gegen ihre Willkür vorzugehen. Was gab ihnen eigentlich das Recht dazu, so herablassend und herzlos zu sein? Machte es ihnen Spaß, andere Menschen zu quälen, weil sie es schlichtweg konnten, oder waren sie sich überhaupt nicht bewusst, wie gemein sich das anfühlte?

Letztendlich war es aber natürlich sinnlos, mir darüber überhaupt Gedanken zu machen, denn wie sollte es anders sein: Wenig später fand ich mich auf der Empore wieder, wo ich mit versteinerter Miene den gesamten Abend Frühstückstische eindeckte und nebenbei den verliebten Vorgesetzten und seine Avancen ignorierte. Es wurde einer der längsten Abende meines Praktikums voller übertriebener und nicht erwiderter Freundlichkeiten.

Versuch, Beschuldigten zu helfen

Ralf Landeck war über meinen öffentlichen Ausbruch im Ballsaalfoyer anschließend so erbost, dass er erst mehrere Wochen später wieder mit mir sprach, und zwar als wir beide im Personalbüro zum Gespräch vorgeladen wurden. Wieder ging es um sexuelle Belästigung, allerdings lag der Fall dieses Mal ganz anders.

Eines Tages hatte ich in der Kantine zu Mittag gegessen und dabei von einem geradezu skandalösen Gerücht erfahren. Eine Gruppe Praktikanten aus dem Restaurant, die nicht weit von mir entfernt saß, hatte mein Interesse geweckt. Ich kannte sie alle vom Sehen, wusste aber ihre Namen nicht. Im Hotel waren wir zu diesem Zeitpunkt an die dreihundert Mitarbeiter und durch das hohe Arbeitspensum kam nur selten ein Austausch mit anderen Abteilungen zustande.

Die Praktikanten steckten die Köpfe zusammen, und ich wurde neugierig. Worum es wohl ging? Unauffällig rückte ich meinen Stuhl ein wenig näher in ihre Richtung, um besser lauschen zu können. Ich hörte, wie ein blondes Mädchen mit einem auffälligen Muttermal im Gesicht gerade sagte: »Meinst du das im Ernst? Ich kann mir das bei ihm gar nicht vorstellen!«

Kein Petzen: Bericht an die Personalabteilung

Ihr Gegenüber, ein großer junger Mann mit braunen Locken, antwortete: »Doch. Er hat ihr immer wieder aufgelauert, sie in der Wäschekammer bedrängt, ihr SMS geschrieben oder sie zu Hause angerufen. Außerdem macht er das wohl auch nicht zum ersten Mal. »Was meinst du damit?«, fragte eine der anderen Praktikantinnen. »Wiese soll auch schon in anderen Hotels, wo er früher gearbeitet hat, Mädchen belästigt haben«, antwortete der Braunhaarige. Ich drehte erschrocken den Kopf weg und starrte auf den Kartoffelquatsch mit Ketchup auf meinem Teller.

Wiese war doch einer der Supervisoren und damit indirekt mein Vorgesetzter! Und der sollte Frauen bei der Arbeit belästigen? Ich konnte das kaum glauben und versuchte prompt, noch mehr aus dem Gespräch meiner Tischnachbarn herauszuhören. »Naja, dann muss sie auf jeden Fall darüber im Personalbüro Bericht erstatten«, sagte die Blonde mit dem Muttermal gerade.

Ihre Gesprächspartner nickten und stapelten ihre Teller übereinander. Sie waren gerade dabei zu gehen und erhoben sich von ihren Plätzen. Mist, dachte ich. Jetzt hatte ich nicht mitbekommen, um welche Kollegin es ging, die angeblich von Wiese belästigt wurde. Ich stand auf, holte mir eine Tasse Kaffee und grübelte. Seltsamerweise beschäftigte mich das eben Gehörte sehr. Wie ein großes Schild stand plötzlich der Vorwurf der sexuellen Belästigung im Raum, und ich empfand diesen gegenüber meinem Vorgesetzten Herrn Wiese als ungeheuerlich.

Machosprüche kontern, irgendwie

Ich fühlte Betroffenheit für ihn, denn ich nahm selbstverständlich an, dass, so wie ich ihn kannte, dieses Gerücht falsch sein müsse. Dass ich selbst jeden Tag und teilweise massiv am Arbeitsplatz sexuell belästigt wurde, ja sogar mehrmals guten Grund gehabt hätte, Anzeige zu erstatten, kam mir dabei gar nicht in den Sinn. Solche Taten wie die der sexuellen Belästigung passierten grundsätzlich anderen Frauen, oder sie wurden, wie in diesem vermeintlichen Fall, von Frauen vorgeschoben, um Männern zu schaden. So sah ich das. “Solche Taten wie die der sexuellen Belästigung passierten grundsätzlich anderen Frauen, oder sie wurden, wie in diesem vermeintlichen Fall, von Frauen vorgeschoben, um Männern zu schaden. So sah ich das.”

Wiese hatte einen unmöglichen Umgangston, war streng und prollig; ich mochte ihn nicht sonderlich. Seine Schuhputzaktion im Ballsaal neulich hatte mich ratlos gemacht, und er machte sich mit Machosprüchen über uns junge Frauen lustig. So richtig taute er eigentlich nur dann auf, wenn wir feiern gingen oder uns mit den »Resten« betranken. Dann war er auch manchmal lustig, tanzte sogar und verbrüderte sich mit ein paar männlichen Praktikanten.

Ich wusste auch, dass Wiese mit einer anderen Kollegin zusammen war, und in meiner naiven Vorstellung hatten Männer in festen Beziehungen es doch gar nicht nötig, junge Dinger zu belästigen, oder? Nein, ich glaubte die Geschichte keine Sekunde lang und schlug mich stattdessen auf seine Seite. Mein Gerechtigkeitssinn sagte mir, dass das gerade Gehörte für Wiese zu einer Gefahr werden könnte und man ihn warnen sollte vor dem, was sich da Karrierefeindliches zusammenbraute.

Von Klatsch und Tratsch zur Sache

»Du glaubst ja gar nicht, was ich eben gehört habe!«, begann ich daher wenig später meiner Kollegin und Freundin Frauke zu erzählen. Ich berichtete ihr, worüber sich die Praktikanten aus dem Restaurant unterhalten hatten. »Aber Wiese ist doch mit einer Kollegin zusammen, oder?«, glaubte auch sie zu wissen, ebenso romantisch veranlagt wie ich – und mit ebenso wenig Kenntnis von den Büroabteilungen des Hauses wie ich.

Ein ungeschminkter Blick hinter die Fassaden eines Luxushotels. Weniger geeignet für Voyeure, sondern solche die investigative Aufklärung mögen…

Beide glaubten wir fest an das Gute im Menschen und an die Liebe sowieso, kannten aber natürlich besagte Partnerin nicht einmal. Ich stimmte ihr also sofort zu, dass die Geschichte unsinnig sei, und wir berieten, was zu tun sei. Sollte der Vorgesetzte nicht erfahren, was über ihn getratscht wurde? Würde so eine Geschichte nicht den Ruf, wenn nicht gar die Karriere eines Mannes ruinieren können?

»Naja, falls das Mädchen echt mit der Geschichte zum Personalbüro geht, sieht es für Wiese sicherlich nicht so gut aus«, sagte Frauke, und ich nickte. Beide vergaßen wir in dieser Situation gleichermaßen, was das Personalbüro gerade unternommen hatte, als ich selbst wegen Zudringlichkeiten eines Vorgesetzten um Dienstplantrennung gebeten hatte: nämlich nichts.

Wir beschlossen letztendlich, Martin, dem Praktikanten im Management, der, soweit wir wussten, manchmal mit Wiese ein Bierchen trinken ging und ihn besser kannte als wir, von der Geschichte zu erzählen. Er sollte dann Wiese davon berichten.

Von einem männlichen Kollegen zu erfahren, dass der Vorwurf der sexuellen Belästigung im Raum stand, war doch sicher allemal besser, als von zwei Untergebenen der Abteilung, die man eigentlich gar nicht kannte, dachten wir. Wiese könne auf diese Weise dann darauf reagieren, wie er es für richtig hielt.

 Neugierig wie es weitergeht? Dann Teil 3 lesen. Oder hier noch den Teil 1

Gemäß einer im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten Studie sind etwa 40 bis 50 % der weiblichen und etwa 10 % der männlichen Arbeitnehmer schon einmal Ziel sexueller Belästigung gewesen. Frauen hätten häufig auch von belästigendem Verhalten von gemischten Gruppen (Männer und Frauen) und selten von belästigendem Verhalten von Frauen berichtet.

Männer gäben an, dass die belästigenden Situationen zu rund der Hälfte von Männern (einzeln oder in Gruppen) ausgingen, zu rund einem Viertel von Frauen und zu einem weiteren Viertel von gemischten Gruppen. In erster Linie seien es Arbeitskollegen, die sich belästigend verhielten. Vielfach sei es auch die Kundschaft. An dritter Stelle stünden die Vorgesetzten. Frauen berichteten viel häufiger als Männer von belästigendem Verhalten durch Vorgesetzte. Männer hingegen verwiesen öfter als Frauen auf belästigendes Verhalten durch Untergebene.

Stefanie Hilsbrunner ist gelernte Hotelfachfrau. Sie absolvierte ihre Berufsausbildung in einem deutschen 5-Sterne-Luxushotel und war anschließend mehrere Jahre im Hotelwesen beschäftigt. Nach einem längeren Aufenthalt in Westafrika schloss sie ein Studium der Politikwissenschaft an. Heute arbeitet sie in Berlin als Universitätsdozentin und freie Trainerin hauptsächlich zu Afrika und interkultureller Kompetenz…

Artikelbild: © NN/ Graphicstock

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Sexuelle Belästigung (1/3): Ungewollte Blumen im Büro]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6402 2015-02-01T17:13:24Z 2013-12-01T16:08:51Z Im Berufsleben passiert es immer wieder, doch nur wenige reden drüber: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Doch es geht um mehr als Sex auf dem Kopierer, überfallartiges Grabschen ... neue Einsichten gefällig?

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Im Berufsleben passiert es immer wieder, doch nur wenige reden drüber: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Doch es geht um mehr als Sex auf dem Kopierer, überfallartiges Grabschen an Brüste oder Hintern. Meistens bleibt der Druck im Subtilen. Stefanie Hirsbrunner berichtet über ihre Erlebnisse aus der Glanz- und Glamourwelt eines Fünf-Sterne-Hotels…

Sexuelle Belästigung war für mich irgendwie immer die Vorstufe zur tatsächlichen Vergewaltigung und ein konfrontativer, sehr körperlicher Übergriff auf die Frau. Es war mir durchaus bewusst, dass Frauen in Deutschland das Recht haben, gegen sexuelle Belästigung bei der Arbeit vorzugehen und solche Vorfälle etwa anzuzeigen. Natürlich würden in solchen Fällen die Täter zur Rechenschaft gezogen werden, ja bei schweren Vergehen sogar ihren Job verlieren.

Davon war ich überzeugt, und das hielt ich in der heutigen Zeit auch für selbstverständlich. Dennoch war der Begriff der sexuellen Belästigung in meinem Kopf ein kriminologischer Tatbestand, den ich mit meinem eigenen Leben überhaupt nicht in Verbindung brachte. Schließlich sprang niemand wollüstig und urplötzlich aus einer Nische des Hotelflurs hervor, um über mich herzufallen. Und unseren Gästen zu Diensten zu sein, auch wenn sie mich mit Anzüglichkeiten oder tatsächlich körperlich belästigten, das erschien mir sehr bald völlig normal – es war gang und gäbe.

Mit ungewollten Rosen fing es an

Doch dann ereignete sich etwas Ungewöhnliches: Ich bekam Blumen nach Hause geschickt. Langstielig, rot, mit einer anonymen Karte und zum Strauß gebunden. Es war relativ schnell klar, dass einer meiner älteren Kollegen der Absender war. Dieser Mann war eigentlich ein netter Kerl, gutherzig, ansprechbar und humorvoll. Er sah ganz passabel und gepflegt aus und – so stellte sich heraus – hatte wohl ernsthaft sein Herz an mich verloren.

Ein ungeschminkter Blick hinter die Fassaden eines Luxushotels. Weniger geeignet für Voyeure, sondern solche die investigative Aufklärung mögen…

Man hätte also annehmen können, die Sache sei nicht so wild, und es hätte mich ja durchaus schlimmer treffen können. Womit ich allerdings überhaupt nicht zurechtkam, war die Tatsache, dass er fast dreißig Jahre älter war als ich. Er hatte vier Kinder, von denen zwei nur wenig jünger waren als ich, und die Art, wie er mich während der Arbeit ansah, fand ich widerlich. Nun, da er sich mit diesen Rosen offenbart hatte, gab er alles, um mich irgendwie für sich zu begeistern.

Ständig suchte er meine Nähe und teilte uns Praktikanten entsprechend ein. Er beteiligte sich plötzlich selbst an der tatsächlichen Vorbereitungsarbeit, was er sonst eher selten tat und daher ziemlich auffällig war. Meine Kollegen fingen an zu tuscheln und mich aufzuziehen. Sie lachten über die Situation und meine Ablehnung gegenüber seinen Annäherungsversuchen.

Es fiel mir immer schwerer, gegenüber diesem Kollegen freundlich zu sein, und es nervte mich wahnsinnig, wenn er so unbeholfen versuchte, mit mir zu flirten, wie es eben alte Männer tun. Wie sollte ich denn darauf auch reagieren? Ich wusste in der Hinsicht überhaupt keinen Rat, denn es war ja nicht so, dass er sich mir gegenüber mit deutlichen Worten oder einer Frage offenbart hatte.

Erster Gang zur Personalabteilung

Dann hätte ich einfach sagen können: »Nein danke, ist nett gemeint, aber ich bin nicht interessiert.« So aber schlich er, wann immer es möglich war, um mich herum und brachte mich in die unmögliche Situation, letztendlich als naiv und gegebenenfalls sogar unglaubwürdig dazustehen, würde ich das Ganze ansprechen. Er könnte ja dann einfach behaupten, ich kleines Mädchen bilde mir da gehörig was ein.

Auf der Karte, die mitsamt den Rosen angekommen war, hatte auch nur ein Valentinstagsgruß, nicht aber sein Name gestanden. Auch reagierte ja nun nicht jeder Mann verständnisvoll und freundlich auf eine Zurückweisung, weshalb ich fürchtete, dass dann mein Arbeitsalltag, der ja, wenn wir zusammen Dienst hatten, komplett in seinen Händen lag, zum Spießrutenlauf werden könnte.

“Dass so viele Kollegen jetzt schon über mich lachten, war mir unglaublich peinlich. Und so entschloss ich mich schließlich doch, im Personalbüro vorzusprechen und darum zu bitten, meinen Dienstplan von dem des Kollegen erst einmal zu trennen.”Dass so viele Kollegen jetzt schon über mich lachten, war mir unglaublich peinlich. Und so entschloss ich mich schließlich doch, im Personalbüro vorzusprechen und darum zu bitten, meinen Dienstplan von dem des Kollegen erst einmal zu trennen.  Ich erwähnte die Rosen und dass ich Anlass zu der Annahme hatte, sie kämen von ihm. Das sei mir sehr unangenehm.

Die Personaldame entließ mich jedoch relativ kurz angebunden mit dem Hinweis, ich solle diese Probleme doch bitte, solange ich keine Beweise hätte, intern in meiner Abteilung klären. Also suchte ich das Gespräch mit Landeck. Er lachte amüsiert, als ich ihm mein Problem vortrug. Er hatte wohl erkannt, dass ich ein wenig hysterisch reagierte und besagter Kollege keine akute Gefahr für meine körperliche Unversehrtheit darstellte.

Sein Lachen ließ mich dennoch rot anlaufen. War das jetzt total albern von mir, um diese Dienstplan-Trennung zu bitten? Ja klar, der Typ war eigentlich nett. Bisher hatte ich gern Dienst mit ihm gehabt und auch schon viel mit ihm gelacht. Er war Raucher wie ich und verschaffte mir so manches Mal eine zusätzliche Pause auf dem Innenhof, und wahrscheinlich wirkte meine Bitte deshalb einfach überzogen.

 Neugierig wie es weitergeht? Dann Teile 2 und 3 lesen…

Gemäß einer im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten Studie sind etwa 40 bis 50 % der weiblichen und etwa 10 % der männlichen Arbeitnehmer schon einmal Ziel sexueller Belästigung gewesen. Frauen hätten häufig auch von belästigendem Verhalten von gemischten Gruppen (Männer und Frauen) und selten von belästigendem Verhalten von Frauen berichtet.

Männer gäben an, dass die belästigenden Situationen zu rund der Hälfte von Männern (einzeln oder in Gruppen) ausgingen, zu rund einem Viertel von Frauen und zu einem weiteren Viertel von gemischten Gruppen. In erster Linie seien es Arbeitskollegen, die sich belästigend verhielten. Vielfach sei es auch die Kundschaft. An dritter Stelle stünden die Vorgesetzten. Frauen berichteten viel häufiger als Männer von belästigendem Verhalten durch Vorgesetzte. Männer hingegen verwiesen öfter als Frauen auf belästigendes Verhalten durch Untergebene.

Stefanie Hilsbrunner ist gelernte Hotelfachfrau. Sie absolvierte ihre Berufsausbildung in einem deutschen 5-Sterne-Luxushotel und war anschließend mehrere Jahre im Hotelwesen beschäftigt. Nach einem längeren Aufenthalt in Westafrika schloss sie ein Studium der Politikwissenschaft an. Heute arbeitet sie in Berlin als Universitätsdozentin und freie Trainerin hauptsächlich zu Afrika und interkultureller Kompetenz…

Artikelbild: © NN/ Graphicstock

Der Beitrag Sexuelle Belästigung (1/3): Ungewollte Blumen im Büro erschien zuerst auf Karriere-Einsichten.

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Kreativität-Schnellkurs: Entdecke den (wahren) Künstler in dir!]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6327 2015-02-01T17:16:33Z 2013-11-22T07:00:01Z Klingt nach Kuschelpädagogik? Nach hoffnungslos idealistischem Menschenbild? Lehnste diesen Satz innerlich ab? Gut. Dann hinterfragen wir das doch mal ein wenig. In jedem von uns steckt ein ... neue Einsichten gefällig?

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Klingt nach Kuschelpädagogik? Nach hoffnungslos idealistischem Menschenbild? Lehnste diesen Satz innerlich ab? Gut. Dann hinterfragen wir das doch mal ein wenig. In jedem von uns steckt ein Künstler, findet Anne Hartig…

Haben Sie schon einmal Kinder dabei beobachtet, wie sie malen? Haben Sie schon einmal darüber gestaunt, wie schnell sie Lieder mitsingen, sei es richtig oder falsch, auf jeden Fall aus vollem Herzen? Oder Geschichten erzählen… Was plappern die so vor sich hin. Was für wilde Geschichten erfinden sie – einfach so?

Wie oft höre ich andererseits von denen, die schon ein paar Jahrzehnte länger kreativ sein könnten: „Einen Song schreiben, das klingt ja mal hoch interessant. Für mich ist das aber nichts, ich bin nicht kreativ.“ Meistens verbunden mit: „…leider!“ Was können Kinder, was wir, Erwachsene, gebildete und erfahrene Persönlichkeiten, meist nicht können? Oder glauben wir vielleicht einfach nur, wir könnten das nicht?

Warum glauben wir, wir wären nicht kreativ? Und dann auch noch Künstler? Was hat ein Unternehmen von kreativen Künstlern als Mitarbeitern? Hier ein paar Antworten.

1. Was ist Kreativität?

Das lateinische Creare bedeutet erschaffen und hervorbringen, aber auch bewirken. Kreativität bewirkt etwas, in uns und um uns herum. Durch das Erschaffen von etwas Neuem fügen wir der Gesellschaft, der Kultur etwas hinzu, wir bereichern sie. Aber der kreative Prozess bewirkt auch etwas in uns. Das berühmte Flow Erleben. Wir vergessen die Zeit, wir konzentrieren uns mühelos, oft auch über viele Stunden hinweg, ohne jede Anstrengung.

Wir haben das Gefühl, immer so weiter machen zu können und vergessen alles um uns herum. Und wir fühlen uns in einer Art und Weise lebendig, die durch in unserer Gesellschaft so viel stärker geförderte Tätigkeiten, wie den Konsum materieller oder auch kultureller Güter, nicht ansatzweise erlebt werden kann.

2. Warum glauben wir, wir wären nicht kreativ?

Hier bietet sich in meinen Augen ein kleiner Abstecher in die Bildungsgeschichte an. Wir alle haben eine jahrzehntelange Karriere im Bildungssystem hinter uns, einige sind noch mitten drin, es werden immer mehr, denn lebenslanges Lernen ist State oft the Art. In was für einem System bewegen wir uns da eigentlich? Welche Ziele hat die (lebenslange) Bildung?

Wilhelm von Humboldt, als prominenter Vertreter vieler gelehrter, idealistischer Visionäre, der selbst übrigens keine öffentliche Schule besucht hatte und auch den Universitäten gegenüber eine kritische Distanz besaß, betonte, dass es bei Bildung nicht um empirisches Wissen gehen könne, da es doch hier um die Vervollkommnung der Persönlichkeit gehe.

Vervollkommnung der Persönlichkeit also… Oder doch eher Empirie? Und wie steht es um ökonomische Interessen? Werden wir in der Schule für das Leben in all seinen Facetten vorbereitet oder für den Einsatz im Beruf? Lernen wir bewussten Umgang mit anderen und mit uns selbst, mit unseren Emotionen, Motiven, mit unseren Gedanken? Oder lernen wir viel über Konformität, Wettkampf und Leistungsdruck?

Sind diese Lerninhalte förderlich für die persönliche Entwicklung, für die Entfaltung von ganz eigenen und für die Gesellschaft vielleicht auf den ersten Blick nutzlosen Fähigkeiten und Fertigkeiten?“Oder überwiegt in den Curricula (lat.: Rennbahnen) der Schulen und – der gerade reformierten und damit stark verschulten Universitäten – die passgenaue Einordnung in gegebene Strukturen?”

Wo ist hier der Platz für Kreativität? Haben wir sie also gepflegt in den letzten Jahren und Jahrzehnten unseres Lebens? Oder blieb das einigen wenigen Vorbehalten, denen in ihrer Umgebung eine Karriere in der Kunst zugebilligt wird? Und welchen Gesetzen unterliegen künstlerische Karrieren? Fragen über Fragen…

3. Und dann auch noch Künstler?

Wer ist ein Künstler? Wen betrachten wir warum als Künstler? Sind die quasi jederzeit fehlerfrei spielenden und die virtuos interpretierenden Instrumentalisten klassischer Werke Künstler? Oder sind sie zum größten Teil Kunsthandwerker? Oder war Beuys Künstler? Oder sind beide Künstler?

Und was ist mit meiner Oma? Die mit 60 Jahren ihre in Zeiten des Krieges an der Kunsthochschule an den Nagel gehängte Ausbildung wieder aufgenommen hat und dann 30 Jahre ganz für sich wunderschöne Gemälde auf die Leinwand brachte? Übrigens Kopien von Künstlern, die sie inspiriert haben…

Auch hier tun sich wie überall, betrachtet man eine Frage näher, Untiefen auf. Mitunter durch jahrhundertelange Tradition eingelebte und von uns zumeist hinterfragt übernommene Pauschalisierungen und Vorurteile. Woran messen wir denn nun einen Künstler? An der jahrzehntelangen harten Ausbildung an unseren Kunsthochschulen und bei etablierten privaten Dozenten?

An der Kreativität der Werke? An der Ästhetik der Werke? An den Fähigkeiten der Selbstvermarktung des Künstlers? Ist ein wahrer Künstler nur der, der von seinem Schaffen seinen Lebensunterhalt verdienen kann? Oder gar das Gegenteil? Muss wahre Kunst brotlos bleiben?

Braucht es ein besonderes Talent um Künstler zu werden? Sind diese besonderen Talente eine Seltenheit? Und warum? Ist das genetisch bedingt? Unterliegt auch dieses Geschenk des Lebens der in unserer Gesellschaft als selbstverständlich angesehenen sogenannten Knappheit der Güter?

Oder irren wir uns da? Warum stelle ich hier überhaupt all diese Fragen? Was hat das mit Personalpolitik zu tun? Beantworte ich heute überhaupt einmal irgend eine Frage? Nein. Denn Fragen schaffen Raum für neue Perspektiven. Antworten schließen Räume, da sie anderen möglichen Antworten den Platz nehmen.

4. Kreative Künstler als Mitarbeiter?

Nur mit einer Tendenz möchte ich diesen Beitrag schließen. Ich traue es Unternehmen durchaus zu, dass sie, wenn auch langsamer als sich das sicher viele Menschen wünschen würden, auf realer Ebene beginnen, ihren Faktor Humankapital als das zu betrachten, was er ist. Die Chance, in Zeiten des immer schneller werdenden Wandels, Gestalter zu bleiben anstatt in panischen Reaktionismus zu verfallen und damit den langfristigen Erfolg des Unternehmens Unternehmen zu gefährden.

Kreativität ist eine Eigenschaft lebender Systeme. Neurobiologisch findet sich von frühester Kindheit an eine Plastizität des Gehirns, das sich selbst organisierend in ständigem kreativen Austausch mit der Umwelt steht. Schon Säuglinge nehmen Reize aus der Innen- und Umwelt wahr und verarbeiten sie aktiv. Es ist keine Übertreibung festzustellen, dass schon sehr kleine Kinder ihre Welt unbewusst “komponieren”. Diese Fähigkeit bleibt bis ins hohe Erwachsenenalter erhalten. Kreativität findet immer in einem System von Individuum, Domäne und anerkennender Umwelt statt.

Anne Katrin Hartig arbeitet beim Label ADD Music. Ihr Credo? “Musik berührt. Gemeinsam erschaffene Musik macht Sie zu Verbündeten.”

Artikelbild: © Aleksandar Jocic/ Fotolia.com

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Julia Bergner <![CDATA[Junge Karriere: Zum Erfolg – ohne Umweg oder Rebellion]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6396 2015-02-01T17:24:51Z 2013-11-17T16:12:36Z Wir hatten eine Menge Zeit, zu überlegen, was wir später mal machen wollen. Die Ballerina, sie stand am Anfang ganz oben auf dem Wunschzettel. Irgendwann wurde aus ... neue Einsichten gefällig?

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Wir hatten eine Menge Zeit, zu überlegen, was wir später mal machen wollen. Die Ballerina, sie stand am Anfang ganz oben auf dem Wunschzettel. Irgendwann wurde aus dem Spiel Ernst – zu viel Ernst. Mittlerweile marschieren sie zum Erfolg. Warum und wofür eigentlich…

Nach dem Abitur bin ich gescheitert. An meinem Studienwunsch. Jura hatte es sein sollen. Nach drei Wochen musste ich feststellen, dass das nichts für mich ist. Danach habe ich mir ein Jahr lang Zeit genommen, mir genau zu überlegen, was ich will und wohin ich will. In diesem Jahr habe ich gegammelt, mein Niederländisch aufpoliert, in einem Buchladen gejobbt, beim Cateringservice gearbeitet.

Das ist gerade mal acht Jahre her. Heute muss man aufpassen, wenn man diesen Lebenslauf der aktuellen Generation der Abiturienten vorlegt. In ihren Augen habe ich versagt. Ich hätte mich früher und zielgerichteter orientieren müssen. Ich hätte auf meine Eltern hören müssen, die es ja irgendwie gleich geahnt haben.

Angepasste Streber

Kinder der bürgerlichen Mittelschicht müssen heute Qualität bringen. Halbherzige Taten, abgebrochene Studien, zielloses Lernen – das ist nichts halbes und nichts ganzes. Stattdessen machen sie lieber einfach mit: immer geradeaus Richtung Erfolg. Zweifeln ist uncool. Es gilt: Nicht fragen, machen. Nur wer macht, gewinnt. Das fängt schon in der Schule an. Funktionieren ist das oberste Gebot. Ohne gute Noten, das kriegen die Jugendlichen früh beigebracht, läuft im Leben angeblich gar nichts.

“Früher war der Streber out. Manchmal musste er mit einer blutigen Nase nach Hause laufen, weil die anderen Kinder kein Erbarmen mit einem kannten, der ständig besser sein wollte als der Rest.” Heute sind alle strebsam. Und angepasst. Herausstechen will man höchstens mit qualitativ hochwertigen Erzeugnissen geistiger und materieller Art. Aber auf keinen Fall mit negativem Verhalten.

Eltern und Kinder ziehen an einem Strang

Auch die Eltern wollen keine Fehler sehen. Für sie ist das „Projekt Kind“ erst dann erfolgreich abgeschlossen, wenn es auf einem sicheren Arbeitsplatz sitzt, ein hübsches Häuschen bewohnt und dann irgendwann auch mal eine Familie gründet. Und weil die Jugendlichen so angepasst sind, machen sie auch hier mit.

Kein Widerspruch. Man weiß ja, dass alle nur das Beste für einen wollen. Also muss es richtig sein. Der Studienwunsch wird ausführlich zu Hause diskutiert. Sie sehen schnell ein, dass man mit einem Musikstudium nichts verdienen wird und dass Germanistik jeder kann.

Es gibt für alles einen Plan, wirklich alles?

Wenn es dann trotzdem Deutsch sein muss, muss es auch einen Plan dafür geben. Das Berufsziel muss klar definiert sein. Praktikumsplätze werden organisiert, man will ja genau wissen, worauf man sich da einlässt. Planlosigkeit können die Eltern und ihr Nachwuchs nicht leiden und sie möchten es sich auch nicht leisten. Andere könnten ja im Galopp vorbeipreschen, während die eigene Tochter sich noch in der Selbstfindung wähnt.

Wenn die Studienwahl dann doch nicht so schnell dingfest gemacht werden konnte, gibt es noch die Möglichkeit, ein Jahr lang ins Ausland zu gehen. Doch auch hier steckt ein Plan dahinter. Einfach mal wegkommen ist nicht. Alles dient der Bildung. Wer Ärztin werden will, der geht am besten zu „Ärzte ohne Grenzen“. Der Sprachenschatz soll erweitert werden. Und außerdem steht es ja auf dem Lebenslauf. Das ist gut für die Reputation. Daran muss man immer denken. Daran denken alle.

Selbstfindung gegen Geld

Klar strukturierte Selbstfindung gibt’s auch gegen viel Geld. Für 24.000 Euro zum Beispiel bietet das Eliteinternat Salem am Bodensee der bürgerlichen Mittelschicht mit viel Kleingeld in der Tasche an, die Zöglinge innerhalb eines Jahres zum gewünschten Ziel zu führen.

Nach dem „Studium generale“, das eigentlich keines ist, weiß dann spätestens jeder, was er will und wohin er will. Neben einigen Kursen an der Konstanzer Universität gehören achttägige Wanderungen durch die Berge dazu. Die Jugendlichen sollen ihre Position in der Gruppe entdecken, zum „leader“ werden und soziale Kompetenzen entwickeln. Hätten die Eltern das Kind mal im Sportverein zum Trainer ausbilden lassen, hätten sich diese Kompetenzen von selber gebildet. Aber dafür war keine Zeit, die Vier in Mathe musste vom Zeugnis verschwinden.

Wo ist der Rebell hin?

Mit diesem ganzen angepassten Theater und den Lebensläufe, die sich am Ende bis ins kleinste Detail ähneln, wollen sich die Jugendlichen von heute gut verkaufen. Dass sie so nicht herausstechen, merken sie nicht. Grenzen durchbrechen, rebellieren, anders sein, sich interessant machen – das alles muss man nicht übertreiben. Aber ein bisschen Verwirrtheit, ein wenig Orientierungslosigkeit und ein paar kleine Spielchen im Leben, so wie früher, sind nicht verkehrt. Auch aus ihren Eltern ist ja schließlich etwas geworden.

Was verbirgt sich hinter der Generation X? Douglas Coupland prägte in seinem Buch auch den Begriff McJob, im Roman definiert als „ein niedrig dotierter Job im Dienstleistungsbereich mit wenig Prestige, wenig Würde, wenig Nutzen und ohne Zukunft. Oftmals als befriedigende Karriere bezeichnet von Leuten, die niemals eine gemacht haben“. Coupland stellt dem eingeschliffenen Lebensstil aus gesellschaftlichen und ökonomischen Zwängen eine „Lessness“ genannte Philosophie gegenüber, die den Wert des Lebens nicht an der Anhäufung von Statussymbolen misst.

Julia Bergner macht gerade ihr “Volo” bei der Nachrichtenagentur idea spektrum. Die Nachwuchsjournalistin ist (fast) noch Teil der Generation X und hat in den letzten Jahren über ihre Zeit bei den Pfadfindern viel mit Jugendlichen über ihre beruflichen Wünsche gesprochen. Hier hat sie einige von ihnen vorgestellt…

Artikelbild: © Helder Almeida/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Zeitmanagement: Kirche ohne Papst]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6392 2015-02-01T17:26:55Z 2013-11-14T23:15:41Z Warum hilft Zeitmanagement nicht wirklich weiter, wenn der Arbeitsdruck immer größer wird? Marin Wehrle geht diesem Phänomen in seinem neuem Buch auf die Spur: „Bin ich hier ... neue Einsichten gefällig?

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Warum hilft Zeitmanagement nicht wirklich weiter, wenn der Arbeitsdruck immer größer wird? Marin Wehrle geht diesem Phänomen in seinem neuem Buch auf die Spur: „Bin ich hier der Depp – Wie Sie dem Arbeitswahn nicht länger zur Verfügung stehen.” Ein exklusiver Auszug…

Als der Papst erklärte, er sei aus der Kirche ausgetreten, waren die Gläubigen geschockt – auch wenn es nicht der Papst in Rom war, sondern der deutsche Papst des Zeitmanagements: Lothar Seiwert. Über Jahrzehnte hatten die durchs Arbeitsleben gescheuchten Schäflein in ihm ihren Hirten gefunden.

Wer vor lauter Arbeit nicht mehr wusste, wo ihm der Kopf stand, den trösteten Lothar Seiwerts Zeitmanagement-Bibeln. In diesen Büchern erklärte er, wie sich heranrauschende Arbeitsfluten mit Techniken wie To-Do-Listen und Prioritäten-Management kanalisieren ließen. Seine Botschaft: Niemand muss in Arbeit ersaufen – mit Zeitmanagement schwimmt man immer obenauf.

Doch während der Papst predigte, sah er in der Arbeitswelt um sich herum eine nie gesehene Sintflut aufziehen: wie Firmen ihre Abteilungen mit immer mehr Arbeit fluteten, wie Menschen gleich Treibholz in den Burn-out drifteten und wie immer mehr Leser seiner Bücher vom Strudel der Arbeit verschlungen wurden.

Da fiel der Papst vom Glauben ab – und zog die radikalste aller Konsequenzen: Er rief seine Lehre zurück! In dem Buch „Ausgetickt“ verkündete er 2011 in bewegenden Worten das Ende des Zeitmanagements:

Eitelkeit und andere (unnötige) Stressoren

„In Anfällen von Eitelkeit frage ich mich dann: Ja, was haben meine Bemühungen denn genutzt? Fast dreißig Jahre lang toure ich durch die Lande und erzähle hunderttausenden von Menschen, wie sie mit Stress, Komplexität und den steigenden Anforderungen besser zurechtkommen. Millionen Menschen lesen meine Bücher und sehen mich im Fernsehen, und ich versuche, Stresskompetenz zu vermitteln, wo es nur geht. Und das Ergebnis? Immer mehr Stresskranke!“

Papst Seiwert holte zum Rundumschlag aus. Den Mitarbeitern rief er zu: „Wer von Stress geplagt und von Burn-out bedroht ist, braucht keine Techniken zur Selbstorganisation. Er muss seinen Blick für die Steuerung von außen sensibilisieren und schärfen.“ Und den Führungskräften schrieb er ins Stammbuch: „Erfolg auf Kosten der Gesundheit ist keine Heldentat.“

Ein verrückter Vorgang: Da bastelt einer jahrzehntelang an seinem Ruhm als Papst des Zeitmanagements – um seinen Thron dann selbst einzureißen. Noch dazu mit einer Titelzeile, die sicher nicht nur das Austicken der Uhren, sondern auch das Austicken, Ausrasten, Durchdrehen einer vor Stress vibrierenden Arbeitswelt meint.

Chef hat (n)immer Recht

Und recht hat er, der Mann! Immer wieder fällt mir auf, dass unfähige Firmen sich ins Zeitmanagement flüchten, statt die eigentlichen Probleme zu lösen. Wenn ein Mitarbeiter von allen Seiten mit Arbeit beschossen wird, wenn er wankt und taumelt, dann kommt niemand auf die Idee, diesen Beschuss zu reduzieren. Niemand stellt kritische Fragen zur Arbeitsmenge. Niemand zweifelt an der Kompetenz des Vorgesetzten.

Nein, dann wird ein Seminar in Zeit- oder Stressmanagement als Wundermedizin verschrieben. Damit wandert die Verantwortung vom Chef zum Mitarbeiter: Dein Problem – nicht meines! Als wäre es möglich, Mitarbeiter gegen Stress, Überforderung und Burn-out zu impfen. Als gingen Menschen ins Zeitmanagement-Seminar rein, und Übermenschen kämen raus.

Ein Chef, der solche Kurse verordnet, erinnert mich an einen Rettungsschwimmer, der die Schreie eines Ertrinkenden hört. Doch statt ihn aus dem Wasser zu ziehen, wirft er ihm einen Gutschein für einen Schwimmkurs zu – und schimpft dann, weil der Strampelnde dennoch versinkt.

“Arbeit in zu hohen Fluten kann Mitarbeiter ersäufen; gegen diese Bedrohung helfen keine Schwimmkurse und kein Zeitmanagement.” Es kommt darauf an, den Arbeitsplatz erst gar nicht zum tosenden Arbeitsmeer werden zu lassen.

Multitasking vs. Mailfluten

Mit Zeitmanagement- und Multitasking Kursen vermitteln Firmen die Botschaft: Der Stress kann nie zu groß sein – nur die Kompetenz des Mitarbeiters, ihn zu bewältigen, zu klein. Wer von seiner Arbeit geschafft wird, statt sie zu schaffen, hat seine Lektion in Zeitmanagement nicht ausreichend gelernt. Note sechs, setzen!

Die meisten Firmen täten gut daran, nicht ihren Mitarbeitern Kurse in Zeitmanagement zu verschreiben, sondern sich selbst Vernunft! Wenn die Mitarbeiter in ihrer Arbeit untergehen, gibt es nur zwei Rezepte: Weniger Arbeit – oder mehr Mitarbeiter. Alles andere ist Doktern an Symptomen.

Martin Wehrte zeichnet ein eher düsteres Bild unserer Arbeitswelt. Ob er Recht hat? Am besten selbst lesen…

Doch auf viele Unternehmen trifft eine Erkenntnis des britischen Philosophen Bertrand Russell zu: „Die moderne Menschheit hat zwei Arten von Moral: eine, die sie predigt, aber nicht anwendet, und eine andere, die sie anwendet, aber nicht predigt.“ Gerade bei Unternehmen, die auf Zeitmanagement schwören, beobachte ich:

Gleichzeitig sparen sie Stellen ein, setzen engere Termine, erhöhen den Druck – sie stoßen ihre Mitarbeiter in die Fluten. Und wenn die Mitarbeiter sinken, wenn ein Termin verpasst, ein Projekt gescheitert, ein schwerer Fehler passiert ist, dann liegt es am mangelnden Zeitmanagement der Mitarbeiter. Nicht daran, dass sie ins Wasser geschubst wurden.

Die Chefs sollten sich an die eigene Nase fassen, ihre Ansprüche, ihre Terminvorgaben und ihre Personalpolitik hinterfragen. Dann wäre das Problem zurück an den Absender geschickt: die Chefetage. Mit schönen Grüßen vom Papst!

Hamsterrad-Regel: Ärzte schicken Todkranke in ein Hospiz, wenn nichts mehr zu retten ist – Chefs ihre Mitarbeiter in ein Zeitmanagement-Seminar.

Multitasking bezeichnet die Fähigkeit eines Betriebssystems, mehrere Aufgaben (Tasks) (quasi-)nebenläufig auszuführen. Im Allgemeinen bietet der Prozessor hierzu auch unterstützende Hardware-Strukturen. Die verschiedenen Prozesse werden in so kurzen Abständen immer abwechselnd aktiviert, dass der Eindruck der Gleichzeitigkeit entsteht.

Martin Wehrle blickt seit Jahren hinter die Fassaden deutscher Firmen. In Gesprächen mit Angestellten bietet sich ihm ein Bild des Schreckens: Deutschlands Unternehmen werden vom Irrsinn regiert, so sein Fazit…

Artikelbild: © olly/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Middle Ager: Kluge Wahl am „Nullpunkt“ Lebensmitte]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6378 2015-02-01T17:28:47Z 2013-11-05T22:57:58Z Die Freiheit der Wahl, wohin die Karriere gehen soll. Gemeinhin wird das mit Jugend assoziiert. Bis Mitte, spätestens Ende 20 –  heißt es – stehen uns längst ... neue Einsichten gefällig?

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Die Freiheit der Wahl, wohin die Karriere gehen soll. Gemeinhin wird das mit Jugend assoziiert. Bis Mitte, spätestens Ende 20 –  heißt es – stehen uns längst nicht alle, aber viele Wege offen. Im Verlauf des Älterwerdens verengen sich  sukzessive unsere Perspektiven und Optionen. Doch: Ist das wirklich so? Hirnforscher beweisen das glatte Gegenteil…

Stimmt diese Interpretation der Lebensmitte zwischen 40 und 60 als des Anfangs vom Ende? Zunehmend aufbruchsfreudige, ja wagemutige Lebensentwürfe sogenannter Middle Ager sagen das Gegenteil. Und die Hirnforschung bestätigt sie darin.

Bereits im 14. Jahrhundert sprach der Mystiker Johannes Tauler von der „Radikalität des Nullpunkts“ in der Lebensmitte. Und er meinte damit mitnichten die Verleugnung dessen, was der Mensch bislang geleistet, gelebt, gedacht hat.

Alles eine Frage der Perspektive

Im Gegenteil: In der Lebensmitte blicken wir auf vielfältige Facetten unseres Lebens zurück, die uns eine größere Perspektivenvielfalt eröffnen als in unserer Jugend: Weiter so auf bekannten Pfaden?

Oder einen vollkommen anderen Weg einschlagen? Jetzt blicken wir uns um auf einem Fundament gelebten Lebens. Und haben die Freiheit, unsere Erinnerungen zu verknüpfen mit möglicherweise visionären Lebensentwürfen.

Ein kleines Beispiel: Kurz nach seiner Emeritierung fiel der Hirnforscher Ernst Pöppel in ein „schwarzes Loch“ – was nun? Und entsann sich im freien Gedankenflug seiner jugendlichen Leidenschaft fürs Zeichnen.

In einem gedanklichen Reifeprozess wuchs die Idee, die Erkenntnisse eines langen und erfüllten Wissenschaftlerlebens zu verknüpfen mit dieser verloren geglaubten Neigung. So entstand „Art & Science“, ein Forschungs- und Veranstaltungsformat, in dem neurologische Prozesse im künstlerischen Schaffen untersucht werden.

“Big Picture” erst im Alter

“Aktuelle Erkenntnisse aus der Hirnforschung belegen diese erst in der Lebensmitte entstehende Fähigkeit des Menschen zur profunden Verknüpfung von Eindrücken.”

Zwar nimmt das menschliche Gehirn vollkommen neue Informationen in etwas langsameren Takt auf als noch in der Jugend – der Neuropsychologe Pöppel spricht vom menschlichen Metronom – dafür gewinnen wir aber in der Zeitspanne zwischen den Taktschlägen zunehmend an Kombinationsvermögen. Unsere verbale Ausdrucksfähigkeit, unser argumentatives Geschick und unsere konzeptionelle Kompetenz erreichen Spitzenwerte.

Text

Alles eine Frage der Sicht? Das Buch “Sieg der Silberrücken” räumt mit einigen Klischees auf…

Warum aber gelingt es manchen Menschen, diese Potenziale, die ihnen in dieser Phase ihres Lebens erwachsen, auch zu nutzen, die Lebensmitte zu einer „Zeit des Umbruchs und des Aufbruchs“ (Titel des gleichnamigen Themenheftes von GEO Wissen) zu gestalten?

Während andere resignieren, in Bewegungslosigkeit verfallen?

Wie kann es gelingen, den ersten, noch zaghaften Wunsch einer Veränderung dann auch wirklich zu einem Vorhaben zu entwickeln und dieses schlussendlich umzusetzen?

Der Willensbildungsprozess ist eines der faszinierendsten Geschehnisse im menschlichen Gehirn. Und wesentlich mehr als bloße Durchsetzungsstärke, mehr auch als Beharrlichkeit, ein einmal gesetztes Ziel nun unnachgiebig zu verfolgen – es könnte auch das falsche sein.

Die Willensbildung ist vielmehr ein Reifeprozess, der auch unter dem Begriff Volition firmiert. Hier fasst der Mensch weder übereilte Entschlüsse noch verharrt er in endlosen Grübeleien auf der Stelle.

Er nimmt sich aber die Zeit für die zielführende Reflexion dessen, was war, was ist und was sein kann, Erfahrungswissen, Motive und Wünsche fließen als Aspekte unserer Persönlichkeit mit ein.

Für diese Form einer reifen Willensbildung sind wir in unserer Lebensmitte besser aufgestellt als in unserer Jugend.

Suche nach “Beweisen”

Im Buch „Sieg der Silberrücken“ spiegelt der SISCA-Leitfaden die verschiedenen Reifestadien der Volition. Vom ersten Bilanzieren ‚dessen, was ist‘ in der Phase SCAN, über die Reise in uns selbst in der INSIGHT-Phase, das Abwägen und Auswählen des Zieles in „SELECT“, das Gestalten unseres Zieles mit allen Variationen und Erfordernissen in „CREATE“ bis zum alles entscheidenden Handeln „ACT“.

Den Beweis für diese Kraft des Willens liefern zehn Menschen, die einen entscheidenden Richtungswechsel in ihrem Leben geschafft haben. In den Porträts wird deutlich, dass trotz vollkommen unterschiedlicher Lebensverläufe eines alle Neustarter eint: das Empfinden, das Richtige getan zu haben. „Ich spüre noch heute ein Glückskribbeln“ sagt eine Porträtierte, und ein anderer Gesprächspartner erinnert sich an den Moment der Erkenntnis, wohin sein Leben sich wenden soll: „Ich dachte, mir wachsen Flügel.“

Erwachsenenalter beschreibt in der Entwicklungspsychologie den Altersabschnitt ab dem 19. bis zum 80. Lebensjahr. Das Erwachsenenalter wird unterteilt in ein frühes (18–35), mittleres (35–65) und höheres (65–80) Erwachsenenalter. Die Zeit nach dem 80. Lebensjahr gilt als hohes Alter. Die Übergänge zwischen diesen Lebensphasen sind kontinuierlich, sie unterscheiden sich stark in ihren Anforderungen und Möglichkeiten.

Katharina Daniels arbeitet als Fachjournalistin und PR-Beraterin, Dabei begleitet sie Führungspersönlichkeiten in ihrer öffentlichkeitswirksamen Darstellung. Im Netz, in Imagebroschüren und in Publikationen. Hier die Seite zum neu erschienenen “Silberrücken”-Buch

Artikelbild: © auremar/ Fotolia.com

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Julia Bergner <![CDATA[Bewerbungstipps: „Online-Ich“ hat’s vermasselt!]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6365 2015-02-01T17:36:42Z 2013-11-01T09:30:48Z Wir haben es schon immer gewusst. Wir haben es nur nicht gerne gehört. Jetzt ist es amtlich: 39 Prozent der Personaler recherchieren im Internet, was dort über ... neue Einsichten gefällig?

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Wir haben es schon immer gewusst. Wir haben es nur nicht gerne gehört. Jetzt ist es amtlich: 39 Prozent der Personaler recherchieren im Internet, was dort über den Bewerber zu finden ist. Da kann es schnell passieren, dass Dir Dein „Online-Ich“ ein Bein stellt. Wie du das vermeiden kannst…

Wenn Du zu einem Bewerbungsgespräch gehst, ziehst Du einen schicken Anzug oder ein Kostüm an. Du sammelst Zeugnisse und Arbeitsproben in einer Mappe, Du überlegst Dir ganz genau, wie Du Dich darstellen möchtest. Im Gespräch kannst Du glänzen. Dein „Online-Ich“ auf Facebook, Xing und Co glänzt womöglich weniger als die Bewerbungsmappe und der neue Anzug. Aber der Personaler, dem Du Deine hervorragenden Fähigkeiten präsentierst, hat Dich schon gegoogelt. Hättest Du mal vorher dran gedacht!

Jeder dritte Personaler googelt Bewerber

Die Unternehmensberatung Kienbaum hat jetzt gemeinsam mit dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass viele Personalchefs die Möglichkeiten des World Wide Web nutzen. Sie wollen vor Ankunft des Bewerbers bereits ein umfassendes Bild von ihm bekommen. Jeder dritte googelt, 23 Prozent nutzen auch die sozialen Netzwerke.

Eigentlich sind dem Arbeitgeber enge Grenzen bei der Recherche gesetzt. Aber auch wenn es sich hier um die Privatsphäre des Bewerbers handelt, wird der Chef nicht vergessen, was er gesehen hat. Nach einer Schwangerschaft darf im Bewerbungsgespräch nicht gefragt werden. Findet der Personaler jedoch ein Ultraschallbild mit freudiger Ankündigung bei Facebook, wird er mit Sicherheit einen neuen Grund finden, die andere Kandidatin zu wählen. Dein „Online-Ich“ hat Dir die Anstellung damit vermasselt.

Nicht jedes Partyfoto gehört ins Netz

Wenn es nicht die Schwangerschaft war, dann war es womöglich unser ausschweifendes Nachtleben, was den Chef dazu veranlasst hat, uns als wenig zuverlässig einzustufen. Natürlich weißt Du, dass Du keine Bilder von Dir mit einem Bierglas in der Hand auf Deiner Facebook-Pinnwand posten solltest. Aber immer wieder stößt man beim Durchstöbern der Seiten von Freunden auf genau diese Bilder.

Oftmals ist es der Drang nach Anerkennung und Beweisen für das eigene aufregende Leben, was junge Menschen dazu bringt, jede Party, jeden Ausflug und jedes Essen in sozialen Netzwerken zu teilen. Doch nicht jede Party gehört ins Netz. Überlege genau, welche Bilder Du hochlädst. Genießen kann man auch ohne online zu teilen.

Privates muss (auch mal) privat bleiben

Man braucht aber nicht ganz auf private Fotos zu verzichten. Das wichtigste dabei ist, dass privates auch privat bleibt. Checke alle Deine Einstellungen in den Netzwerken. Wer kann sehen, was Du veröffentlichst? Überlege bei Verlinkungen mehrmals, ob das notwendig ist. Vielleicht arbeitet der Freund, der Dich verlinken möchte, in der Firma, in die Du gerne würdest? Vielleicht ist er über Umwege mit Deinem zukünftigen Chef befreundet? Dann landet das Bild vom Oktoberfest ganz schnell mal in ungebetenen Händen, denn die Einstellungen Deiner Freunde kannst Du nicht bestimmen.

Ähnlich verhält es sich mit einigen öffentlichen Facebook-Gruppen. Du kannst nicht bestimmen, dass man sie in Deinem Profil nicht findet. Eine Angehörigkeit bei den „Partypeoplez Berlin“ muss deswegen vielleicht nicht unbedingt sein.mWichtige News – wie zum Beispiel die Schwangerschaft – solltest Du mit den richtigen Freunden ganz altmodisch via Email teilen. Das ist immer noch die sicherste Methode.

Xing muss professionell sein

Ein Xing-Profil ist durchaus sinnvoll. Du solltest es aber professionell gestalten. Halbherziges Ausfüllen der Online-Mappe macht keinen Sinn. Das wirkt eher, als hättest Du mitten in der Arbeit das Interesse verloren. Veröffentliche ein ordentliches Foto und gib nur die Jobs an, die Du gut vertreten kannst.

„Ein öffentliches Hobby kann von Vorteil sein. Bevor Du Dich bewirbst, tu doch einfach das, was der Personaler auch tun wird. Google Dich mal.“ Du wirst mit Sicherheit die ein oder andere Seite finden, auf der Du erwähnt wirst. Wenn Dir eine Erwähnung hinderlich erschein, kannst Du versuchen, beim Betreiber zu bewirken, dass Dein Name herausgenommen wird.

Es wird aber auch vielleicht ein Zeitungsartikel zu finden sein, auf den Du durchaus stolz sein kannst. Wenn Du beim örtlichen Sportverein als zweiter Vorsitzender gelistet bist, sind das tolle Vorschusslorbeeren. Es gibt also durchaus auch positive Seiten deines „Online-Ichs“. Eine genaue Überprüfung vor einer Bewerbung ist aber in jedem Fall sinnvoll. Dann steht dem Traumjob nichts mehr im Weg.

Image im Sinne von Unternehmensimage repräsentiert den Gesamteindruck eines Unternehmens auf eine Person, welcher zumeist die Unternehmensidentität widerspiegelt. Vergleichbar einer Momentaufnahme ist Image ein kurzfristiges Phänomen und daher volatil. Es unterliegt permanenten Änderungen, die reflektieren, wie ein Unternehmen von seinen Zielgruppen betrachtet werden möchte. Um dies zu erreichen, kann Image mittels unidirektionaler Kommunikation (z. B. Kampagnen) schnell angepasst werden.

Julia Bergner macht gerade ihr “Volo” bei der Nachrichtenagentur idea spektrum. Sie ist Teil der Generation Y und hat sich das in ihrem Bekanntenkreis lange mit angesehen: alle Möglichkeiten heisst noch lange nicht überglücklich, will man doch die Erwartungen anderer erfüllen…

Artikelbild: © Coloures-pic/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Action required: Die kaputte Elite]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6363 2015-02-01T17:31:40Z 2013-10-30T06:00:45Z Sie gaben alles für die besten Noten an den besten Unis, absolvierten begehrte Praktika und gründeten außeruniversitäre Initiativen. Nun sind sie als “High Potentials” dort, wo sie ... neue Einsichten gefällig?

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Sie gaben alles für die besten Noten an den besten Unis, absolvierten begehrte Praktika und gründeten außeruniversitäre Initiativen. Nun sind sie als “High Potentials” dort, wo sie immer hinwollten. Auch Benedikt Herles löste sein Ticket ins Top-Management. Jetzt räumt er mit seinem Buch “Die kaputte Elite” auf…

Montag, 6 Uhr 28, im ICE von München nach Stuttgart: Junge, müde Gesellen in blauen Ledersitzen klappen ihre Laptops auf und senken ihre frisierten Häupter den Bildschirmen entgegen. Sie sind die Sieger der Sieger, die »High Potentials«, die aussichtsreichsten Nachwuchsmanager weltumspannender Konzerne und elitärer Unternehmensberatungen.

Eine neue Woche hat begonnen. Die größten Talente der Wirtschaft schwärmen aus, um die Unternehmen der Republik zu optimieren. Sie arbeiten an Projekten mit so blendenden Namen wie »Organizational Streamlining«, »Full Potential Benchmarking« oder »Working Capital Optimization«.

Sie konstruieren komplizierte Excel-Modelle, entwickeln scheinbar revolutionäre Führungs-Techniken und entwerfen die schönsten PowerPoint-Folien. Ich bin einer von ihnen. Mit 28 Jahren bin ich promovierter Kapitalist, habe Business Schools und Firmenzentralen von innen gesehen. Ich schätze gute Anzüge und Business-Class-Flüge, glaube an das Streben nach Glück und halte individuellen Ehrgeiz für die wichtigste Triebkraft des Fortschritts.

Immer höhere Produktivität ist das Ziel, hat man mir beigebracht. Auf den Märkten weht ein rauer Wind. Deutsche Firmen müssen Antworten auf die Herausforderungen einer immer größer werdenden Konkurrenz finden. Chancen und Risiken haben sich potenziert. Das 21. Jahrhundert spricht die Sprache von Dollar und Cent. 115 Jahre nach Eröffnung der ersten Handelshochschule in Deutschland und 87 Jahre nach der Gründung von McKinsey & Company läuft die globale Gewinnmaximierung auf Hochtouren.

Ich arbeite in einem der angesehensten Strategieberatungsunternehmen. Auf unserer Kundenliste finden sich die größten Arbeitgeber weltweit. Zu unseren Ehemaligen zählen Konzernlenker und Politiker. Mit Begeisterung hatte ich mich in die Projekte gestürzt. Doch die Realität präsentierte sich anders als erwartet. Denn vieles liegt im Argen in der Welt der Vielflieger und nächtlichen Telefonkonferenzen. Heute ist mein letzter Montagmorgen im ICE. Ich habe gekündigt. Denn Zweifel plagen mich.

Fehler im System

Die Marktwirtschaft erlebt eine ihrer dunkelsten Stunden. Das neue Jahrtausend startete mit einer Dekade der Gier. Der so viel beschworene ehrbare Kaufmann scheint sich schon vor langer Zeit ins Exil verkrümelt zu haben. Nicht nur das Einkommen, auch das Glück der Menschen stagniert. Und niemand will es gewesen sein. Schuld an dem Dilemma tragen nicht nur entfesselte Märkte und die Raffsucht der Investmentbanker. Nicht nur gefährliche Finanzinstrumente und anonyme Spekulationen sind der Ausgangspunkt für die große Glaubwürdigkeit- und Stabilitätskrise der freien Ökonomie.

„Die Geschehnisse an den Kapitalmärkten sind nur das Symptom, nicht der Ursprung allen Übels. Die Wahrheit ist: Unsere wirtschaftlichen Eliten haben den falschen Weg eingeschlagen.“ In der Finanz- ebenso wie in der Realwirtschaft. Die Probleme reichen von den Seminarräumen der BWL-Fakultäten bis in die obersten Chefetagen. Alle reden von der großen Finanz- und Wirtschaftskrise, doch in Wahrheit erleben wir eine noch viel größere Krise des Managements.

Schon im Studium wurden meine Kommilitonen und ich auf jenen übertriebenen Marktglauben eingeschworen, der letztlich der Ausgangspunkt unseres gegenwärtigen Schlamassels ist. Die betriebswirtschaftliche Ausbildung gleicht einer Gehirnwäsche.

Sie bestärkt den Business-Nachwuchs in seiner Gier. »Eigennutz ist rational«, lautete das Credo meiner Lehrpläne. Psychologie, Soziologie und Philosophie hatten darin keinen Platz. Vorlesungen propagierten kurzfristige Profit-Maximierung durch Finanzmathematik, Anlage- und Unternehmensstrategien, lehrten aber wenig über gesellschaftliche Verantwortung.

“Homo oeconomicus”

Mit "Die kaputte Elite" berichtet ein Ex-Berater über unserer Top-Manager und die, die das noch werden wollen...

Ein Ex-Berater berichtet über unsere Top-Manager und die, die das noch werden wollen…

Der Homo oeconomicus hat die Unis erobert. Die BWL hat sich verirrt. Sie ist zum Fach der angewandten Mathematik geworden. Ökonomen streben nach naturwissenschaftlicher Exaktheit, feiern ihre anspruchsvollen Modelle und verfehlen die Realität.

Die Methodik bestimmt den Inhalt. Akademische Journale lesen sich wie Formelsammlungen. Politische und soziale Antworten sind hingegen aus den Elfenbeintürmen der Kaderschmieden kaum noch zu erwarten.

Angekommen auf der Karriere-Überholspur, galt der Spruch »Head down and deliver« – »Schnauze halten und abliefern, was verlangt wird«. Der Nachwuchs wird gefügig gemacht. Ich erlebte, wie jede Kreativität aus jungen Universitätsabsolventen herausgepresst wird. »Out of the Box Thinking«, das Verlassen gewohnter Denkmuster, wird zwar offiziell großgeschrieben, doch tatsächlich weder gelehrt noch gelebt.

Dieses System bringt Manager hervor, die so wenig Unternehmer sind wie Dieter Bohlen ein Diplomat. Statt von Mut und Ideen beflügelt, sind viele deutsche Führungskräfte vor allem durch eines getrieben: Angst. Ihre Entscheidungen zielen darauf ab, Fehler zu vermeiden, statt Neues zu wagen. Ihre wichtigste strategische Maxime lautet: »Cover your ass!«

Wir müssen umdenken

Während sich die halbe Welt Gedanken über die Zukunft der Marktwirtschaft macht, sorgen sich die meisten »Young Professionals« und Business-School-Absolventen mehr um ihren Lebenslauf als um globale Ungleichgewichte. Oft hörte ich in den letzten Monaten auch unter ihnen die Stimmen der Unzufriedenen. Laut zu widersprechen, wagten sie nicht.

Die Krise der Wirtschaftselite beginnt beim Nachwuchs. Nicht selten debattierte ich abends mit meinen Kollegen an der Hotelbar über die moralischen Dilemmata der Finanzmärkte, über gedankenlose Schuldenpolitik und über zu hohe Manager-Abfindungen. Tagsüber sagten wir zu allem Ja und Amen.

Wir sollten uns wichtige Fragen stellen: Was läuft schief in den Chefetagen? Was ist der Grund für den Erfolg der ängstlichen Technokraten? Die aktuelle Managementkrise ist die Folge eines oft beschriebenen ökonomischen Werteverfalls. Unser Wirtschaftssystem verliert seine Überzeugungskraft. Dadurch gewinnen politische Kräfte die intellektuelle Lufthoheit, die von Freiheit und Verantwortung des Einzelnen nichts halten.

Wem die soziale Marktwirtschaft lieb ist, der muss sich um den Zustand der Wirtschaftseliten mindestens so sorgen wie um die Wirtschaft generell. Auch Manager haben die Verantwortung, Vorbild zu sein. Sie sind Rollenmodelle für die Jugend. Eine kaputte Elite können wir uns nicht leisten.

Elite (urspr. vom lateinischen electus, „ausgelesen“) bezeichnet soziologisch eine Gruppierung (tatsächlich oder mutmaßlich) überdurchschnittlich qualifizierter Personen (Funktionseliten, Leistungseliten) oder die herrschenden bzw. einflussreichen Kreise (Machteliten, ökonomische Eliten) einer Gesellschaft. Konkret bezieht sich der Begriff meist auf näher definierte Personenkreise, wie z. B. die Positionselite oder die Bildungselite. Der Elite gegenüber stehen die „Masse“ oder der „Durchschnitt“ („Normalbürger“). Als Elitarismus bezeichnet man die Ideologie, die vom Bewusstsein getragen wird, einer Elite anzugehören.

Dr. Benedikt Herles studierte an Deutschlands bekanntesten Business-Schools, WHU und EBS. Nach seinem ersten Jahr in einer führenden Strategieberatung hatte er aber genug, schrieb dieses Buch. Jetzt arbeitet er als Associate für einen Risikokapitalgeber, der sich auf Startups spezialisiert hat…

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Millionen-Betrüger: „Ich bekam das Geld hinterher geworfen“]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6337 2015-02-01T19:39:23Z 2013-10-19T12:56:10Z Limousine, Drogen und leichte Mädchen finanzierte Josef Müller aus seinen Geschäften als Steuer- und Anlageberater. Doch er verspekulierte sich, wurde zum Betrüger,  landete im Gefängnis. Ex-Konsul, Steuerberater und ... neue Einsichten gefällig?

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Limousine, Drogen und leichte Mädchen finanzierte Josef Müller aus seinen Geschäften als Steuer- und Anlageberater. Doch er verspekulierte sich, wurde zum Betrüger,  landete im Gefängnis. Ex-Konsul, Steuerberater und Millionen-Betrüger Josef Müller spricht mit uns über Habgier, Reuegefühle und sein größtes Schurkenstück…

Josef Müller liebte den Luxus. „Champagner-Müller“ nannte ihn die Boulevardpresse. Bald handelte ihn die Münchner Schickeria als Geheimtipp für schnelle Geldvermehrung. Besonderen Charme strahlte er aus, weil er trotz Querschnittlähmung den Weg nach oben geschafft hatte. Im Rollstuhl auf der Überholspur, gelang ihm sogar der Aufstieg in Diplomatenkreise.

Karriere-Einsichten: Sie haben in Ihrem Leben schon viele krumme Dinger gedreht: Kreditbetrug, Steuerhinterziehung, Geldwäsche – was war Ihr größtes Schurkenstück?

Josef Müller: Ich denke, das war kein bestimmtes Ereignis, sondern die „Marke“ Josef Müller selbst. Mit Dreistheit und einem Schuss Rollstuhl-Feeling habe ich mir das Vertrauen vieler Leute erschlichen. Ich habe ihnen vor Augen gemalt, wie ein Leben in Saus und Braus aussieht: ein Maybach als Limousine, schnelle Yachten, große Villen, wilde Partys, Drogen und viel Sex. Dann machte ich mir ihre Habgier zu eigen und zeigte ihnen Wege, ihr Vermögen bei mir zu vermehren. Phasenweise bekam ich das Geld regelrecht hinterhergeworfen. Diese Form der Manipulation war im Rückblick wohl meine größte Schurkerei.

Karriere-Einsichten: Sie haben bereits als junger Mann verschiedene Firmen gegründet und hatten mit vielen auch Erfolg. Wie wurde aus dem bodenständigen Unternehmer und Steuerberater Josef Müller ein Betrüger?

Josef Müller: Das Ganze ging nicht von heute auf morgen. Ich war ein fleißiger, ehrgeiziger und ziemlich erfolgreicher Steuerberater. Bald bewegte ich mich im Milieu der Münchner Schickeria, wo man mit dem Geld nur so um sich warf. Bei den Reichen habe ich gesehen, dass sie – sagen wir mal salopp – ihre Yachten wechseln, wie die Unterwäsche.

„Mein Haus, mein Auto, meine Yacht“

In diesen Kreisen konnte man mit großen Autos, schnellen Booten, Klamotten, Schmuck und einem ausschweifenden Partyleben Eindruck schinden. Und das wollte ich. Mir ging es weniger um das Geld als um den Einfluss, den ich damit ausüben konnte. So wurde ich mit den Jahren zu einem echten Protz, der für die große Show nicht einmal mehr davor zurückschreckte, das Geld seiner Mandanten zu veruntreuen.

Karriere-Einsichten: Richtig viel Geld verdienten Sie später mit riskanten Finanzspekulationen an der Börse. Investoren aus ganz Europa setzten auf Ihr Anlagetalent und überwiesen Ihnen hohe Geldbeträge – auch ohne vertragliche Absicherung. Wie erklären Sie sich diese Dynamik?

Josef Müller: Meine Kunden waren – wie ich selbst – von einer unbändigen Gier getrieben. Ich merkte schnell: Wenn man den Leuten eine plausible Geschichte erzählen kann, investieren sie. Die hohen Renditen, die ich anpries, konnte ich anfangs ja tatsächlich erzielen. Dieser Teil war keine Show. Auf die Gier der Menschen konnte ich mich verlassen.

Risiko ausblenden, Gier ausleben

Sie brachte meine Investoren dazu, das Risiko auszublenden und stattdessen bereits zu träumen, welches Boot oder welche Nobelkarosse sie sich vom Gewinn als nächstes leisten würden. Man hat meine Telefonnummer damals am Golfplatz unter der Hand weitergegeben, mit dem Hinweis, dass man beim Steuerberater Müller Geld anlegen kann und er es wundersam vermehrt. Heute ist mir schon klar, dass das hoch riskant und spekulativ war.

Karriere-Einsichten: Moralisch mag das verwerflich sein, gegen das Recht verstießen solche Geschäfte allerdings nicht, oder?

Josef Müller: Das Problem war, dass ich für den Börsenhandel eine Genehmigung des Bundesaufsichtsamts für Finanzwesen benötigt hätte. Die hohen Auflagen sahen unter anderem ein Stammkapital von einer Million Euro vor. So viel besaß ich aber zu dieser Zeit nicht. Die Gelder der Investoren konnte ich auch nicht für diese Kapitaleinlage verwenden, das wäre zu riskant gewesen. Also half nur eine weitere Schurkerei: Ich handelte zunächst ohne Lizenz und wollte mir die Genehmigung später holen, wenn ich genügend Rücklagen hätte. So habe ich mich strafbar gemacht. Und dafür – und noch für einige weitere Delikte – wurde ich später rechtskräftig verurteilt.

Karriere-Einsichten: Damit waren Sie aus dem Spiel. Aber für Ihre Investoren hatte sich das Geschäft doch gelohnt.

„Über Jahre funktionierte das System richtig gut. Manche Anleger haben mir 100.000 Euro überwiesen und nach einem Jahr 220.000 Euro zurückbekommen. Die singen bis heute Loblieder auf mich“

Josef Müller: Nur für einen Teil. Wer sein Geld aber länger bei mir angelegt hat – und das waren nicht wenige –, hat alles verloren. Denn einer meiner besten Freunde hat mich zusammen mit zwei Komplizen übers Ohr gehauen und mein Anlagekonto mit den Fremdgeldern leer geräumt. Ich habe viel Dreck am Stecken, in diesem Fall war ich aber unschuldig. Das hat später auch ein Gericht festgestellt. Heute sind diese Leute alle verurteilt und sitzen immer noch im Gefängnis.

Karriere-Einsichten: Haben Sie nicht trotzdem Gewissensbisse, so leichtsinnig mit dem Geld anderer Leute umgegangen zu sein?

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Anlagerbetrüger für Anfänger? Keine Tipps zum Nachmachen, aber welche die (doch) funktionieren…

Josef Müller: Viele Menschen, die mir vertrauten, haben durch mich ihr Geld verloren. Das trifft mich immer noch sehr und ich habe Schuldgefühle, die ich auch nicht mit meinem Haftaufenthalt von fünf Jahren und vier Monaten wettmachen konnte. Der finanzielle Schaden bleibt ja. Ich bin pleite und habe zehn Millionen Euro Schulden!

Im Spiegel kann ich mich nur deshalb noch anschauen, weil ich im Gefängnis zum Glauben gefunden habe. Ich weiß, dass Gott mir meine Schurkenstücke vergeben hat. Meine Gläubiger können sich davon natürlich nichts kaufen. Sie können aber zu mir kommen, und ich entschuldige mich von Herzen bei ihnen. Eines meiner größten Anliegen ist es, persönlich reinen Tisch zu machen.

Gottesglaube, Geldgier und die Vertrauensfrage

Karriere-Einsichten: Gibt es Investoren, die nach Josef Müllers Pleite ebenfalls vor dem Ruin stehen?

Josef Müller: Bei mir haben in der Regel nur die angelegt, die genug Geld auf der hohen Kante hatten. Ich habe nach einer gewissen Zeit sehr genau darauf geachtet, dass nicht die arme Witwe ihre Miete für den nächsten Monat bei mir investiert. Deshalb forderte ich von meinen Kunden auch den Nachweis, dass sie das Fünffache der Investitionssumme in liquiden Mitteln besaßen. Von 400 Investoren hat nur ein einziger nahezu sein ganzes Vermögen durch mich verloren. Er hat seine komplette Erbschaft von 250.000 D-Mark in eines meiner Projekte gesteckt, das nie verwirklicht wurde.

Karriere-Einsichten: Immer noch Schuldgefühle?

Josef Müller: Ich sage mir immer noch: Hätte ich das Geld doch nie genommen! Diesem Mann möchte ich bis heute helfen. Wenn alles gut läuft, auch mit dem Erlös dieses Buches. Grundsätzlich würde ich gerne mit allen von mir Geschädigten einen Vergleich hinbekommen. Vielleicht gelingt mir das eines Tages ja, wenn ich etwas ehrlich verdientes Geld besitze.

Als Schneeballsystem oder Pyramidensystem werden Geschäftsmodelle bezeichnet, die zum Funktionieren eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern benötigen (Gewinne für Teilnehmer entstehen beinahe ausschließlich dadurch, dass neue Teilnehmer in den Systemen mitwirken und Geld investieren). Schneeballsysteme sind Spezialfälle von Systemen, welche auf unendliches Wachstum unter endlichen Rahmenbedingungen angewiesen sind und daher grundsätzlich instabil.
In den meisten Ländern sind diese Systeme mittlerweile (zumindest teilweise) verboten. Anders, aber oft fälschlicherweise als Schneeballsystem beschrieben, ist ein Ponzi-Schema, wobei die Zinsen, die Anleger für eine Investition erhalten, aus deren eigenen Einlagen entnommen werden.

Jan Thomas Otte erinnerte sich beim Gegenlesen dieses Textes an “Bernie” Madoff, der ähnlich wie Müller arbeitete. Da ging es dann allerdings nicht mehr um Millionen sondern gleich Milliarden an Dollar…

Artikelbild: © Josef Müller/ Privat

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Firmen-Philosophie: Konzerne, die neuen Kirchen]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6290 2015-02-01T20:05:20Z 2013-09-22T19:50:36Z Firmen haben sich immer mehr auf die Schaffung von emotionalem Mehrwert spezialisiert. Den Kunden wird nicht mehr ein Produkt, sondern ein Glücks- und Heilsversprechen verkauft. Ulrich Renz ... neue Einsichten gefällig?

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Firmen haben sich immer mehr auf die Schaffung von emotionalem Mehrwert spezialisiert. Den Kunden wird nicht mehr ein Produkt, sondern ein Glücks- und Heilsversprechen verkauft. Ulrich Renz plädiert in einem Buch für mehr Nüchternheit…

Mitarbeiter werden jetzt „werteorientiert“ geführt, als Berater in Führungsfragen stehen Mönche und spirituelle Meister hoch im Kurs. Der Geschäftszweck der Firma ist längst zur „Mission“ verklärt, die mittelfristige Finanzplanung kommt als „Vision“ daher, die Mitarbeiter dürfen sich im „Team“ und als Mitglieder der Firmenfamilie im großen Ganzen aufgehoben wissen.

Das Bild von der Firma als „großer Familie“ verkennt, dass ein Unternehmen von seinem Wesen her das genaue Gegenteil einer Familie ist. Seine Fürsorglichkeit ist letztlich an die ökonomische Verwertbarkeit gekoppelt und damit das genaue Gegenteil dessen, was eine Familie auszeichnet: dass man nämlich, einfach nur so, zusammengehört – und zwar auch dann, wenn man krank, gebrechlich oder behindert ist, underperformer aus welchem Grund auch immer.

Für die Pseudofamilie Firma gilt das Familienprinzip nur in guten Zeiten; das gütige, motivationserzeugende Gesicht zeigt sich nur denjenigen, die etwas zur Bilanz beizutragen haben. Und solange andere „Familien“ nicht billiger produzieren. Und apropos Bilanz. Wem gehört der Betrag unterm Strich? Der „Familie“ etwa? Nein, und wenn sie noch so intakt wäre, der Chef noch so gütig; er gehört einem fremden Dritten, dem Shareholder, der die Firma in der Regel noch nie von innen gesehen hat.

Ob man das gut findet oder schlecht und ob es überhaupt eine andere Wahl gibt (ich fürchte, nein), ist an dieser Stelle gar nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die Anwesenheit eines Shareholders die Familie noch mehr in Anführungszeichen setzen muss. Denn solange sein Gesetz gilt, dass nämlich die „Familie“ jeden Tag, jedes Quartal, jahrein, jahraus das Erarbeitete abzuliefern hat, können die dort postulierten „Werte“ nur Nebelkerzen sein. Denn Werte, die einem Zweck dienen, sind keine Werte.

Moral hinter Werteorientierung

Der Punkt ist dabei nicht, dass es schlecht wäre, bei Mitarbeitern mehr Freude am Arbeitsplatz und Enthusiasmus für ihre Arbeit zu wecken. Arbeit interessanter und befriedigender zu gestalten, ist ein ehrenwertes Unterfangen, darüber ist gar nicht zu diskutieren.

Allerdings: Wenn die eigentliche Intention die ist, Arbeitnehmer durch Spaß und Sinnversprechen dazu zu bringen, einen Mehrwert zu schaffen, der ihnen nachher gar nicht zugutekommt, weil er zwischen Top-Management und Shareholder aufgeteilt wird, dann versteckt sich hinter der an sich noblen Absicht etwas zutiefst Unmoralisches, das die Frage aufwirft, die die Wirtschaftsethikerin Joanne Ciulla von der United Nations Leadership Academy bereits im Jahr 2000 gestellt hat.

Warum der Zauber wirkt

Ist es denn moralischer, die Zufriedenheit eines Menschen auszubeuten als dessen Elend? (Genauso einfach ist es inzwischen jedenfalls – dank der perfektionierten Techniken des emotionalen Managements.) Steht uns, so fragt sie, „der ultimative Triumph von hundert Jahren Managementtheorie bevor? Dass es die Unternehmen endlich geschafft haben, ihre Angestellten dahin zu bringen, dass sie mehr arbeiten wollen, für weniger Geld?“

Wenn der Wert der Arbeit trotz steigender Wirtschaftsleistung immer weiter verfällt – liegt der Grund dafür vielleicht auch darin, dass wir uns damit zufriedengeben, dass uns ein Teil des Gehalts als spiritueller Mehrwert ausbezahlt wird? “Würde der Apple-Store-Mitarbeiter akzeptieren, dass er unter Karstadt-Tarif bezahlt wird, wenn er sich nicht als „Specialist“ fühlen dürfte?”

Der Siegeszug des emotionalen Kapitalismus beruht auf seinem Heilsversprechen. Dem Mitarbeiter verheißt er Wertschätzung und Zugehörigkeit, dem Kunden Glückseligkeit durch das noch bessere Produkt.

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Ist arbeiten alles, was wir mit unserem Leben anfangen wollen – oder mehr? Das Buch sucht Antworten…

Ein Versprechen, das er nicht halten kann – selbst wenn er es wollte. Denn Glück ist nicht käuflich; seine Erlangung durch ein Produkt ist ein Widerspruch in sich. Genauso Geborgenheit in einer Pseudofamilie, die in Wirklichkeit gar nicht sich selber gehört, sondern einem fremden Dritten, der auch den heiligsten Pakt zwischen den Familienmitgliedern mit einem Federstrich annullieren kann.

Jeder der Verheißungen des emotionalen Kapitalismus wohnt ein Verrat inne: Er appelliert an unsere tiefsten Gefühle und tritt sie gleichzeitig mit Füßen.
Warum wirken die Versprechungen trotzdem? Warum lassen wir uns an der Nase herumführen? Visionen, Missionen, heilige Werte – wurden wir denn einer Gehirnwäsche unterzogen, dass wir den ganzen Quatsch nicht nur mitmachen, sondern auch noch glauben? Haben wir unseren kritischen Verstand vollends über Bord geworfen?

Karriere, der neue Halbgott?

Nicht umsonst hat sich Arbeit gerade jetzt mit metaphysischem Sinn aufgeladen, wo wir jede Form von Transzendenz von uns weisen. Und je weiter wir fortschreiten auf unserem Weg der Individualisierung, umso mehr tragen wir an den Folgen dieses „Fortschritts“. Körper und Verstand jubilieren über die gewonnenen Freiheiten, aber die Seele ächzt unter der Vereinzelung. Zwischenmenschliche Beziehungen, ob in Familie oder Nachbarschaft, sind immer weniger verlässlich, Traditionen, Kirche und Religion geben keinen Halt mehr.

Der moderne Mensch ist nicht mehr selbstverständlich in einen größeren Zusammenhang eingebunden, er muss sich seine Zugehörigkeit buchstäblich verdienen. Er hat Haus und Hof verlassen und kämpft nun als „spirituell Obdachloser“ um einen Platz in der Welt, um die Achtung seiner Mitmenschen und um seine Selbstachtung. Dieser Kampf wird heute am Arbeitsplatz ausgetragen. In einer unverbindlich gewordenen Welt ist Arbeit der letzte Anker für das Individuum, für viele sogar der letzte Strohhalm. Von allen „Rollen“ und „Identitäten“ ist oft nur die des Berufsmenschen übriggeblieben.

Arbeit – unser letzter Anker

Familie? In den oberen Gesellschaftsschichten ist sie zum Karrierehindernis geworden, in den unteren zum Verarmungsrisiko. Wer sich als Mutter oder Vater nicht die aufreibende Doppelrolle als berufstätige Eltern ans Bein bindet, erntet anstelle von gesellschaftlicher Anerkennung den Vorwurf, dass sie oder er „seine Talente verschwendet“. Kein Wunder, dass Familie von einer Selbstverständlichkeit zu einem Projekt geworden ist, dem man sich mit der allergrößten Ambivalenz und Vorsicht nähert.

Natürlich gibt es Aufgaben, und zwar genug davon, in der Familie und außerhalb. Aber Anerkennung? Respekt gar? Kommt nur über den Job. Und je mehr sich die Gesellschaft um die Arbeit zentriert, desto blutleerer ist das Gemeinschaftsleben drum herum geworden. Die Positionen, die das Individuum in Privatleben und Gemeinschaft geräumt hat, sucht und findet es jetzt am Arbeitsplatz.

Die Unternehmensethik ist ein eigenständiger Bereich der Wirtschaftsethik, der sich mit der Frage, welchen moralischen Wertvorstellungen Unternehmen genügen sollten, befasst. Dabei gibt es zum einen die Perspektive der Beziehungen des Unternehmens zur Gesellschaft. Hier stehen Fragen nach dem Beitrag der Produkte zum Gemeinwohl (kritisch z.B. Kernenergie, Waffen, ökologisch bedenkliche Produkte), der Umweltbelastung durch die Produktion, der Fairness gegenüber den Sozialpartnern (Shareholder Value versus Stakeholder Value) oder die Rolle im Rahmen der Globalisierung im Vordergrund.

Ulrich Renz hat seine Verlagskarriere beendet und schreibt seitdem Bücher, viele Bücher: Die Kunst, weniger zu arbeiten (2001), Was ich mir wünsche, ist ein Clown (2003), Schönheit – Eine Wissenschaft für sich (2006), dann die Kinderkrimis der Reihe “Motte & Co” (Auf der Spur der Erpresser (2005), Auf der Jagd nach Giant Blue (2008) und Blutspur. 2013 erscheint “Die Tyrannei der Arbeit”…

Artikelbild: © Ulrich Renz/ Privat

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Hart, aber unfair im Job: Nicht von Kollegen ins Bockshorn jagen lassen]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6282 2015-02-01T20:08:14Z 2013-09-10T07:00:39Z Nie wieder im Berufsleben den Kürzeren ziehen? Durchschauen Sie unfaire Kollegen und Chefs. Aktivieren Sie Ihren “Aggro-Faktor”, denn der gibt aufstrebenden Angestellten die Chance, sich in ihrem ... neue Einsichten gefällig?

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Nie wieder im Berufsleben den Kürzeren ziehen? Durchschauen Sie unfaire Kollegen und Chefs. Aktivieren Sie Ihren “Aggro-Faktor”, denn der gibt aufstrebenden Angestellten die Chance, sich in ihrem Arbeitsumfeld auch mal etwas bissiger zu positionieren – für eine gute Sache. Von Professor Jens Weidner…

Seien Sie also ruhig mal aggro im Job! Damit wird eine Lebenseinstellung beschrieben, die eines glasklar stellt: zum Ja-Sager und Schäfchen-Typ, mit dem man im Beruf alles machen kann, eigne ich mich nicht mehr!

Vielen Berufstätigen fällt diese Haltung allerdings nicht leicht. Sie arbeiten klag- und manchmal auch lustlos, lassen sich unterbuttern und übervorteilen, werden bei Beförderungen übergangen oder mit ihren Leistungen nicht anerkannt.

Hart, aber unfair will damit Schluss machen und hat deswegen 427 Frauen und Männer aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zu den Schattenseiten des Berufslebens befragt, die insgesamt 2135 gegeben haben, etwa zu der Frage, welche bissigen oder bösen Taten sie im Job erlebt oder begangen haben?

Nicht immer politisch korrekt sein

„Teamplaying ist, wenn fünf Füchse und ein Hase über das Abendessen abstimmen. Intelligenz ist, wenn der Hase bei der Abstimmung eine Schrotflinte in der Pfote hält“ Herausgekommen sind ehrliche, entwaffnende, nicht immer politisch korrekte Statements, die eines deutlich machen: es gibt noch zu viele Opfer mit zu wenig Biss im Berufsleben. Genau diese Arbeitnehmer sollen mit Lust unterstützt werden.

Ein ethikfreies Arbeiten soll hier natürlich nicht propagiert werden. Aber Sie sollen ermutigt werden, auch einmal nicht so nett zu agieren, wenn es beruflich angemessen erscheint. Simone Lerche, Teammitglied einer Elektrofirma bei Würzburg formuliert das so: „Mein Wunsch ist, meinen Standpunkt länger im Gespräch halten zu können, weniger kompromissbereit zu sein und vor allem keine Abschweifungen auf Nebenschauplätze zuzulassen.“

Und Christoph Sellner, stellvertretender Projektleiter eines norddeutschen Autozulieferers erkennt: „Mir fehlt es schlicht am ‚Standing‘, ich knicke einfach zu schnell ein.“ Beiden kann geholfen werden – wenn sie ein paar Spielregeln der Berufswelt beachten, wie zum Beispiel das Paradoxon der Macht:

Das beschreibt, einfach formuliert, dass Chefs jeder Couleur unter der Angst der Machtbeschneidung leiden. Für Berufstätige heißt das: wenn Sie Ihrem Chef oder Ihrer Chefin diese Beschneidungsangst nehmen, liegen diese Ihnen im besten Fall zu Füßen, im schlechtesten Fall werden Ihre Bahnen wenigstens nicht gestört.

Zwischen den Fronten

Wie das geht? Ganz einfach: stimmen Sie grundsätzlich all Ihr Handeln, das den Chef-Radius berühren könnte, vorab informell unter vier Augen kurz mit ihm oder ihr ab. Holen Sie sich einfach das ok und zwar genau so lange, bis sie zu hören bekommen: „Sie brauchen nicht immer vorher Bescheid sagen, Sie machen das schon…!“

Erst jetzt steht das Vertrauensverhältnis und erst jetzt geht die Beschneidungsangst des Chefs verloren. „Das ist ja anbiedernd“, entgegnete mir trotzig Peer Lahr, Berufsanfänger im niedersächsischen Handel.

Diese Entgegnung ist nachvollziehbar, ignoriert aber eine wichtige Vorgesetzten-Regel: je statushöher und machtvoller Ihre Vorgesetzten sind, desto überempfindlicher die Reaktion, wenn etwas nicht mit ihnen abgestimmt wird. Es wächst dann die Befürchtung beim Chef, die Kontrolle verlieren zu können und die steigert sich manchmal bis zur Panik, den Laden nicht mehr im Griff zu haben.

Für diese Panikattacken sollten Sie nicht verantwortlich sein. Peer Lahrs Vorgesetzten-Empathie-Mangel hatte übrigens Konsequenzen: eine nicht abgestimmte Kleinigkeit gegenüber einem Kunden brachte ihm riesigen Ärger mit dem Chef ein, sowie dessen Hinweis, dass die Verlängerung seines befristeten Vertrages kein Selbstgänger sei.

Peer Lahr verstand die Welt nicht: „Ich bin doch viel zu unwichtig, als dass mein Chef so reagieren müsste.“ Nein, Peer, umgekehrt wird in der Chef-Logik ein Schuh daraus: „Wenn schon der junge Herr Lahr sich nicht abstimmt, was werden sich dann wohl die anderen, wichtigeren Kollegen in Zukunft herausnehmen?“ Um dem vorzubeugen, gab es für Peer die Breitseite.

Hart aber herzlich bei der Sache

Hart aber unfair: Erklärung für einen ehrlicheren weil erfolgsversprechenderen Weg. Langfristig zumindest…

Ist das fair? Nein! Sollten Sie dieses Spiel frühzeitig durchschauen? Auf jeden Fall! Dabei kann eine Portion Humor nicht schaden, denn das Thema ist zu ernst, um es staubtrocken abzuhandeln. Es geht darum, lächelnd die Wahrheit zu sagen: ‚Ridendo dicere verum‘. Sie treten damit in Goethes Fußstapfen, dessen Mephisto – im Zwiegespräch mit Gott – feinsinnig über die menschlichen Schattenseiten philosophiert:

„Ein wenig besser würd‘ er leben
Hättst du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;
Er nennts Vernunft und brauchts allein,
nur tierischer als jedes Tier zu sein.“

Diese dunkleren Seiten würde es nicht geben, wären alle immer teamfähig, nachhaltig, win-win-orientiert und von Kants Kategorischem Imperativ geprägt: „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne“.

Was Du nicht willst, dass man Dir tut, das füg‘ auch keinem Anderen zu‘, sagt der Volksmund. Aber es verhalten sich nicht alle so korrekt wie Beate Lippert, eine Versicherungsangestellte, die selbst für ihre Chefin einfach zu nett ist: „Ich weiß gar nicht, welche Aggressionsformen ich brauche.

Treiber statt Sand im Getriebe

Mir gibt es nur zu denken, dass mich meine Chefin gebeten hat, mich dem Thema stärker zu widmen, da sie möchte, dass ich ihr auch bei unangenehmen Aufgaben zukünftig stärker zur Seite stehe.“ Diese Initiative zeigt: die Chefin glaubt an die Ausbaufähigkeit von Beate Lipperts Potential! Aber worum geht es hier genau – und das nicht nur bei ihr:

  • Sie sollen nicht mehr auf die beliebtesten Gemeinheiten hereinfallen, wenn man Ihnen zum Beispiel die hoffnungslosesten Projekte als ‚innovative Chance‘ verkauft, obwohl alle schon vorher wissen, dass Sie nur verlieren können. Oder man Ihnen gerade den Kunden oder den Klienten zur Betreuung nahelegt, von dem alle (nur Sie nicht) wissen, dass der nicht zu betreuen ist, weil er zu den psychischen Grenzfällen zählt.
  • Sie sollen sich zukünftig mit einem Grundmisstrauen (die Wissenschaft spricht von pessimistischer Anthropologie) durch die Arbeitswelt bewegen. Bleiben Sie aber immer bereit, sich vom positiven Gegenteil überzeugen zu lassen. Sie sollen also in Zukunft Ihre Kolleginnen und Vorgesetzten nach ihrem Handeln und nicht ihrem – vielleicht auch schmeichelhaftem – Gerede beurteilen.
  • Und Sie sollen sozialethische Maßstäbe erfüllen, weil dieses ‚aggro‘-Denken Macht-Interaktionen und Herrschaftswissen transparent und letztlich damit überflüssig macht: Machtspiele machen halt wenig Sinn, wenn Sie die Spielregeln durchschauen.

Hier soll auch Beate Lippert unterstützt werden, um zukünftig fairer behandelt zu werden und nicht mehr beklagen zu müssen: „Ich verachte Zielvereinbarungen, die bei uns so ausgelegt sind, dass allen klar ist, dass das nie zu erreichen ist und man dadurch wie im Hamsterrad seine Kreise zieht, nicht vorankommt und man mit dem Hinweis schneller zu arbeiten provoziert wird.“

Das ist auch das Erste, was sie ihrer Chefin in einem Vier-Augen-Gespräch höflich, aber bestimmt, rückmelden müsste und nach eigenen Aussagen auch rückmelden will. Das macht doch Hoffnung, oder? Willkommen beim Aggro-Faktor, Frau Lippert!

Als Schlagfertigkeit bezeichnet man das schnelle sprachliche Reagieren auf unvorhergesehene Situationen. Das Wort ist aus dem Militär-Jargon entlehnt, wo die Schlagfertigkeit einer Armee ihre Bereitschaft zum sofortigen Einsatz bedeutet. Im 19. Jahrhundert nahm das Wort „schlagfertig“ dann die heutige Bedeutung „um keine Antwort verlegen, witzig“ an…

Professor Jens Weidner lehrt Erziehungswissenschaften und Kriminologie an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fakultät Wirtschaft und Soziales. Er hat unter anderem ein Buch über die “Peperoni-Strategie” geschrieben…

Artikelbild: © Jens Weidner/ Privat

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Generation Y: Pfeifen auf die klassische Karriereleiter]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6276 2015-02-23T08:50:21Z 2013-09-01T10:00:15Z Karriere war lange Zeit ganz klar definiert: vom Azubi zum Festangestellten zum Teamleiter zum Abteilungsleiter zum Chef. Das Problem: Young Professionals und Berufseinsteiger spielen da heute nicht ... neue Einsichten gefällig?

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Karriere war lange Zeit ganz klar definiert: vom Azubi zum Festangestellten zum Teamleiter zum Abteilungsleiter zum Chef. Das Problem: Young Professionals und Berufseinsteiger spielen da heute nicht mehr mit. Wolfgang Feige erklärt uns warum…

Zahlreiche Studien und Umfragen haben ergeben, dass die gut ausgebildeten, technikaffinen Mitglieder der sogenannten Generation Y mehr Wert legen auf Flexibilität, Abwechslung und Arbeit in virtuellen Teams. Das verträgt sich nicht mit dem klassischen hierarchischen Aufstieg. Zeit, dass die Personalverantwortlichen das beherzigen!

Im Mittelstand gibt es Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung. So kann ein Karriereweg horizontal verlaufen: Das passiert, wenn ein Mitarbeiter auf der gleichen Ranghöhe von einem Gebiet in ein anderes wechselt. Ein Beispiel dafür ist ein Mitarbeiter, der als Ingenieur zunächst zwei Jahre in der vorbereitenden Instandhaltung arbeitet, danach für ein oder zwei Jahre in den technischen Einkauf wechselt und dann wiederum eine andere Position ausfüllt.

Karriere hat eben gerade heute und bei der „Generation Y“ nicht nur eine formale, sondern auch eine inhaltliche Dimension. Sie umfasst etwa Wissens- und Horizonterweiterung. Leider fangen die Unternehmen erst damit an, auch solche Prozesse als Karriere anzubieten.

Diagonale Karriereschritte

Denkbar ist auch ein sogenannter diagonaler Karriereschritt. Hier wird zum Beispiel aus einem Mitarbeiter in der technischen Instandhaltung ein Gruppenleiter im technischen Einkauf. Ein diagonaler Karriereschritt umfasst also eine Wissenserweiterung (neues inhaltliches Feld), gepaart mit einem vertikalen Schritt (vom Mitarbeiter zum Gruppenleiter).

Diagonale Karriereschritte sind schon sehr anspruchsvolle Herausforderungen. Gerade hier kann sich ein Mitarbeiter beweisen und sein Potenzial zeigen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es natürlich auch eine fokale Karriere gibt. Diese Karriere wird auch Expertenkarriere genannt. Hier wird der Mitarbeiter immer mehr zu einem Spezialisten.

Eine weitere Möglichkeit: Projektlaufbahnen. Die gibt es gerade in technischen Unternehmen, die stark projektgetrieben sind, etwa im Anlagenbau oder in der IT. Die Laufbahn fängt hier zum Beispiel als Junior-Project-Manager an. Das bedeutet, dass jemand erst einmal nur in einem Projekt mitarbeitet. Danach wird er zum Projektleiter, der ein Projekt selbstständig führt. Die nächste Position ist dann der Senior-Projektleiter, der mehrere Projekte gleichzeitig koordiniert.

Gerade für die „Generation Y“ ist es sehr reizvoll, zwischen verschiedenen Karriereschritten zu wechseln. Sie kombinieren einen horizontalen Schritt mit einem vertikalen und dann vielleicht wieder mit einem horizontalen. Wichtig für die Akzeptanz solcher Karrieresysteme ist es daher, dass die verschiedenen Karrierestufen finanziell und statusmäßig ähnlich ausgestattet sind. Ansonsten wird die neue Position nicht als „Karriere“, sondern eher als „Abstellgleis“ interpretiert.

Augen auf bei der Jobwahl

Aktuell scheint das größte Problem darin zu bestehen, dass der Wertewandel hinsichtlich der Karrierevorstellungen der jungen Berufseinsteiger bei den Personalverantwortlichen der alten Garde des Mittelstands noch nicht angekommen ist. Für die „Generation Y“ bedeutet das: Augen auf bei der Wahl des richtigen Arbeitgebers. Und: Ruhig mal den Mund aufmachen. Persönliche Präferenzen und individuelle Karrieremöglichkeiten sollten bereits im Bewerbungsgespräch angesprochen werden.

Eine erste Orientierung bietet die Seite www.top-arbeitgeber.de: Hier werden Unternehmen aus dem Mittelstand gelistet, die erwiesenermaßen gute Arbeitgeber sind. Grundlage der Listung ist das erfolgreiche Abschneiden beim Arbeitgeberbenchmarking „Top Job“. Das heißt, diese Betriebe haben bewiesen, dass sie die Bedürfnisse verschiedener Mitarbeitergruppen verstanden haben und auch in der Lage sind, sie zu erfüllen.

Sie können beispielsweise eine gelungene Entwicklungs- und Weiterbildungspolitik vorweisen, die richtige Balance zwischen Familie und Karriere oder auch eine individuelle Führung der Mitarbeiter. Kurz: Werteorientierte Personalarbeit wird hier großgeschrieben. So kann der erste berufliche Anlaufpunkt auch zur beruflichen Heimat werden.

Persönliche Voraussetzungen

„Karriere – in welcher Form auch immer – passiert nicht von alleine. Man muss sie wollen, sich Ziele setzen.” Um zu wissen, welche Karriere einem am besten liegen könnte, ist es wichtig, seine Persönlichkeit zu kennen. Natürlich ist Fachwissen heute immer noch die Basis einer Karriere. Gerade zu Beginn definiert das fachliche Wissen und Können die Einsatzmöglichkeiten.

In späteren Karriereschritten geht es dann mehr und mehr um methodische Kenntnisse und Fähigkeiten. Und je weiter man aufsteigt, desto mehr ist Sozial- und Managementkompetenz gefragt. Wichtig ist und bleibt dabei Flexibilität. Gerade in der heutigen globalen Welt mit all ihren Verflechtungen ist unter Flexibilität auch Mobilität zu verstehen. Längere Einsatzphasen im Ausland sind rechtzeitig und gut mit Partner und Familie abzustimmen und vorzubereiten.

Flexibilität beinhaltet auch, bereit zu sein: Karrieren sind heute nicht mehr so planbar wie früher, da die Welt dynamischer geworden ist. Deshalb ist derjenige im Vorteil, der zufällig vorbeikommende Angebote auch annehmen kann. Das heißt, dass man breit ausgerichtet sein sollte. Je stärker man sich auf nur einen Weg fokussiert, desto mehr Chancen sieht man nicht. Aber gerade in dieser Beziehung freut sich die „Generation Y“ über die zunehmende Dynamik der Arbeitswelt und der Arbeitsmärkte.

Ein Hilfsmittel zur Vorbereitung auf solche Chancen und zur Aufrechterhaltung der Flexibilität ist zum Beispiel das Absolvieren eines Trainee-Programms. Die sind in der Regel sehr breit angelegt und bilden somit eine solide Basis dafür, mit Veränderungen leicht mitgehen zu können.

Eine weitere Möglichkeit ist es, sich einen Mentor zu suchen. So kann man sehr früh an Erfahrungen partizipieren, und ganz nebenbei können aus Beziehungen, die der Mentor hat, Karrierechancen entstehen. Kurze oder auch längere Auslandseinsätze oder auch Job-Rotation im Inland sind ebenfalls gute Hilfsmittel zur Vorbereitung auf die verschiedensten Karrieremöglichkeiten.

Young Professionals steht heute also die Welt offen. Insbesondere dann, wenn sie sich ständig weiterbilden. Weiterbildung heißt hier aber nicht nur, das fachliche Wissen kontinuierlich auf den neuesten Stand zu bringen, sondern vor allem auch, in diverse Fachgebiete reinzuschnuppern.

Die Generation Y gilt als vergleichsweise gut ausgebildet, oft mit Fachhochschul- oder Universitätsabschluss. Sie zeichnet sich durch eine technologieaffine Lebensweise aus, da es sich um die erste Generation handelt, die größtenteils in einem Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen ist. Sie arbeitet lieber in virtuellen Teams als in tiefen Hierarchien.

Dr. Wolfgang Feige ist Personalleiter und Managementberater bei der compamedia GmbH, der Organisatorin von „Top Job“. Seit 2002 bewertet „Top Job“ unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen (Prof. Dr. Heike Bruch) die Personalarbeit deutscher Mittelständler und unterstützt sie in der Auswertung und Umsetzung der Benchmarkingergebnisse. Seither wurden rund 2.000 mittelständische deutsche Unternehmen analysiert und verglichen…

Artikelbild: © Wolfgang Feige/ Privat

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Jan Thomas Otte http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Leistungssport: Schwitzen für den Pokal – in Büro und Sporthalle]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=5834 2015-02-01T20:58:09Z 2013-08-24T16:06:16Z Sie geben im Wettkampf alles, auch abseits von Turnieren. Das bedeutet für Leistungssportler wenig Freizeit und viel Training. Die meisten Top-Athleten schwitzen bereits vor dem Sportplatz im ... neue Einsichten gefällig?

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Sie geben im Wettkampf alles, auch abseits von Turnieren. Das bedeutet für Leistungssportler wenig Freizeit und viel Training. Die meisten Top-Athleten schwitzen bereits vor dem Sportplatz im Büro. Und verdienen ihre Sponsorengelder selbst. So wie Christian Schneble..

Die Arme langgestreckt, krault Christian Schneble mit Startnummer 566 im Walchsee um die Führung. Zwei Kilometer sind es, bevor es für den 27jährigen aufs Rennrad geht, mit dem er im Durchschnittstempo von 36 Stundenkilometern strampelt, darunter Steigungen um die 12 Prozent. Sommersprossen im Gesicht, Mecki-Frisur unter der Kappe. 1,82 Meter gross, mit 70 Kilo Körpergewicht und Schuhgröße 43 rennt Christian ins Ziel der „Challenge“, einem internationalen Triathlon im Kaisergebirge Tirols.

Der Wirtschaftsinformatik-Student aus Gailingen am Hochrhein belegt diesmal den 255. Platz von insgesamt 1.000 gelisteten Triathleten, darunter Schüler bis zum Vollzeit-Profi. In seiner Altersklasse belegt Christian diesmal nur den 45. Platz. „Da wär noch mehr drin gewesen“, beurteilt er seine Leistung. Rund fünf Stunden brauchte er für Schwimmen, Radeln und Laufen, inklusive Aus- und Anziehen seiner Klamotten; eine Banane, zwei Energieriegel und drei Powerdrinks schob er sich unterwegs zwischen die Zähne.

Doppelbelastung: 60-80 Stunden pro Woche

Wie Christian gibt es immer mehr Menschen, die neben ihrem Bürojob die Herausforderung im sportlichen Wettkampf suchen. Viele empfinden das als willkommene Abwechslung zum tristen Alltag. Kritiker sehen darin eine unterschätzte Belastung. Die Deutsche Sporthilfe hat den Zusammenhang von Leistungssport und geregeltem Brot- und Butterjob untersucht. 36 Prozent der Spitzensportler sind voll berufstätig, 32 Prozent studieren, 30 Prozent gehen noch zur Schule. Nur zwei Prozent können vom Leistungssport in der Profiliga leben.

Unter der Woche sind die Sportler im Schnitt 60 Stunden beschäftigt. Über die Hälfte dieser Zeit geht für den Leistungssport drauf, so die Studie: Trainings, Wettkämpfe, Fahrten – oder die Physiotherapie. Bewegung ist gesund für den Körper, doch Leistungssport belastet. Das Risiko eines Herzstillstandes für Anfänger beim Triathlon ist doppelt so hoch wie beim Marathon, besagt eine Studie aus den USA. Kalte Wassertemperaturen und der Wettkampfstress würden vor allem untrainierten Triathleten zusetzen.

40 Wochenstunden im Büro, nutzt Christian daher auch seinen Arbeitsweg zum Training. Bei einem IT-Dienstleister in Radolfzell am Bodensee schreibt der Student seine Bachelorarbeit. Dort kann er auch duschen und sein Rad sicher unterstellen. Dann geht es für ihn wie alle anderen Kollegen an den Schreibtisch. Ab und zu geht er mit ihnen laufen, in der Mittagspause sei das ohne Probleme möglich. „Gerade in den Wintermonaten reduziert dies das leidige Laufen im Dunklen“, so Christian. Zeit für seine Hobbies hat er dabei kaum noch, als DJ Musik abmischen oder an seinem Blog weiterbasteln.

Ideelle Werte: 7,38 Euro Stundenlohn für Spitzensport

Die Deutsche Sporthilfe befragte Spitzensportler zu ihrem Verdienst. Rund 2.000 Euro brutto verdienen sie im Monat. Teilt man diesen Betrag durch die Anzahl aller geleisteten Sport- und Arbeitsstunden, käme Christian auf einen Stundenlohn von 7,38 Euro. Seine Ausrüstung kostet mehrere tausend Euro, ein Vielfaches vom monatlichen Bafög-Satz eines Studenten. Christian spezielles Rennrad kostet um die 3.000, sein Neopren 600 Euro. „Jegliche Erträge aus Nebentätigkeiten vom Studium fließen hinein“, erklärt Christian. Sein nächstes Startgeld kostet 500 Euro.

Die größte Unterstützung bekommt der Student von seiner Familie, Freunden und Freundin sowie dem Team „Erdinger Alkoholfrei“. Ohne die Unterstützung wären die vielen Trainingsstunden und die Teilnahme an einem Dutzend Wettkämpfe pro Jahr nicht möglich. „Die Freundin muss schon viel Verständnis haben“, sagt Christian. In den Trainingswochen könne er „keinen ruhigen Sonntag machen“. Er verkauft das gegenüber seiner Freundin gerne als Wochenendausflug, dabei ist es ein Wettkampf, kein Urlaub.

Ehrgeiz: Antriebsfeder und Stimmungsbarometer

„Unvergesslich“, beschreibt Christian seinen Einlauf ins Olympiastadion. Das weckte seinen Ehrgeiz, weiterzumachen. Vor einem Wettkampf beschreibt sich der Triathlet als „nicht immer gerade einfache Person“. Das könne schnell zu einer aufgeheizten Stimmung führen. „Ich habe Glück, eine Freundin zu haben die da zu 100 Prozent hinter mir steht“. Seit 2009 dabei, will er den Triathlon so schnell nicht aufgeben. Pokale stehen einige im Regal: Siege in seiner Altersklasse, darunter auch Podestplätze, zum Beispiel beim Marathon in Tuttlingen letztes Jahr.

Sein erster Start war ein Marathon in München. Kommendes Jahr will er für seine harten Trainings „den Lohn ernten“. Einmal beim „Ironman“ auf Hawaii mitmachen, das ist sein größter Traum. Ob er ihn auch packen wird, ist noch unklar.

Grösster Traum: „Ironman“ 2015

Über den Winter ist „Off-Season“, wie es der Gailinger nennt. Sein nächstes Ziel ist im kommenden Juli der „Ironman“ in Zürich. 2013 wäre für ihn der ideale Zeitpunkt, seinen Lebenstraum zu erfüllen. Falls das noch nicht klappt, plant er zusätzlich zwei bis drei Mitteldistanzen, die Hälfte vom grossen Wettkampf auf Haiwaii: 2 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 2 1 Kilometer Laufen. Der Start auf dem Walchsee steht schon fest in seinem Terminkalender.

Kaputte Knie wären eine große Krise für den 28jährigen: „Leben ohne Sport gestaltet sich schon nach kurzer Zeit schwierig für mich“. Nach einer Knochenmarkspende musste Christian zwei Wochen aussetzen, für den begeisterten Sportler eine echte Herausforderung. Sein Resümee: „An ein Leben ohne Sport lässt sich derzeit nicht denken“. Ausruhen könne er ja noch wenn er alt ist. Einen Plan B für das Leben ohne Sport hat er nicht.

Sportlich besonders aktive Menschen sind auch beruflich erfolgreich. So gibt es Studien zu Managergehältern, die belegen: Große, schlanke und gutaussehende Menschen verdienen mehr als andere, vergleichbare Personen. Professor Alexander Woll, Sportwissenschaftler an der Universität Konstanz kritisiert dies. „Wir leben in einer Mediengesellschaft, die ganz stark durch Optik gesteuert wird“, so Woll. Sportler hätten dadurch auch ein paar Vorteile, mehr aber auch nicht.

Merkmal des Triathlons ist das unmittelbare Aufeinanderfolgen der drei unterschiedlichen Disziplinen und der damit verbundenen Umstellung der Muskulatur auf die jeweilige Disziplin. Besonders der Lauf nach dem Radfahren wird dabei als der schwierigste Teil empfunden, da beim Laufen auf die durch das Radfahren bereits ermüdete Beinmuskulatur zurückgegriffen werden muss. Gute Triathleten zeichnen sich dadurch aus, die Übergänge zwischen den einzelnen Disziplinen so kurz wie möglich zu halten und so schnell wie möglich den Körper auf die neue Belastung einzustellen…

Jan Thomas Otte ist beeindruckt vom eisernen Willen Christian Schnebles. Dafür gibt er nicht einiges, nein: Alles! Jan Thomas selbst schwitzt auf seiner Hausstrecke schon genug: 50 Kilometer, 500 Höhenmeter, in 1:50 Stunden. Das reicht, findet der t3n-Redakteur und Gründer von “Karriere-Einsichten”…

Artikelbild: © Corinna Schreiber

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Karriere-ABC: Angebote im Netz unter die Lupe genommen (Teil 2)]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6247 2015-02-01T21:05:38Z 2013-08-05T17:37:16Z Nach Abschluss des Studiums stehen viele Absolventen vor einem (vermeintlichen) Riesenproblem: Wo ist er denn, der perfekte Traumjob, vorausgesetzt es gibt ihn? Und wie soll dieser überhaupt ... neue Einsichten gefällig?

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Nach Abschluss des Studiums stehen viele Absolventen vor einem (vermeintlichen) Riesenproblem: Wo ist er denn, der perfekte Traumjob, vorausgesetzt es gibt ihn? Und wie soll dieser überhaupt konkret aussehen? Karriere ist kaum planbar, denn erstes kommt es anders, zweitens anders als man denkt. Drittens, was man dennoch tun kann…

Obwohl man sich während des Studiums bereits etliche Semester in einem bestimmten Themengebiet vertieft hat, fällt es vielen schwer, sich nachher für ein konkretes Berufsfeld zu entscheiden. Insgesamt haben 86 % aller Absolventen kein klares Karriereziel. Aus diesem Grund stürzen sich Studenten gerne in Praktika, um sich erst einmal ein Bild von den Berufsaussichten zu machen.

Natürlich zählt auch die Meinung der Freunde und Angehörigen, wenn es um den Traumberuf geht. “Die finanzielle Ausgangslage ist für junge Absolventen selten die beste, weshalb manchmal der erstbeste Job angenommen wird, um laufende Kosten decken zu können.”

Aus diesen Gründen bleibt das Potenzial junger Akademiker unausgeschöpft, da sie teils in Jobs hängen bleiben, die ihnen eigentlich nicht zusagen oder nicht ihren Qualifikationen entsprechen.

Eines ist jedoch sicher: Absolventen streben prinzipiell einen beständigen und sicheren Arbeitsplatz an, bei dem sie ihre eigenen Fähigkeiten einbringen können und zudem gerne arbeiten. Für 3 von 4 Studenten ist es außerdem sehr wichtig, eine ausgewogene Work-Life-Balance zu haben, um auch wirklich genug Zeit neben der Arbeit für Privates zu finden.

StartUp-Karriereportale

Mittlerweile gibt es jedoch erste Startups, die sich genau diesem Problem angenommen haben. Ausgangspunkt ist die Vielzahl an Personen mit enormen Potenzial, welche teilweise gar nicht oder nur mit erheblichem Aufwand gefunden werden. Vor allem für kleinere Unternehmen ist es schwierig, die bestqualifiziertesten Bewerber zu finden, weil diese im Normalfall aus keinem allzu breiten Bewerberpool schöpfen können. Ziel ist es, eben diese verborgenen Talente aufzuspüren und zielgerichtet zu unterstützen.

Zu diesen Startups zählen Online-Karriereportale, die innovative Wege gefunden haben, die Qualifikationen der Nutzer zu evaluieren und passende Karriereoptionen vorzuschlagen. Eines dieser Netzwerke ist MercuryPuzzle.com, welches eine Webapplikation entwickelt hat, die es Arbeitssuchenden anhand einer wissenschaftlichen Auswertung ihrer Talente ermöglicht, auf sie zugeschnittene Jobangebote zu finden.

Jobsuche per Autopilot

Der Unterschied zu bekannten Karriereplattformen wie XING oder LinkedIn ist der, dass nicht bloß der Lebenslauf für eine Beurteilung des Nutzers herangezogen wird, sondern zusätzlich kognitive Fähigkeiten, Persönlichkeitstest als auch Leistungsmotivatoren in den Beurteilungsprozess einfließen. Somit kann ein deutlich genaueres Matching zwischen den Talenten der Nutzer und den Anforderungen der Unternehmen erzielt werden.

Recruiter haben so auch die Möglichkeit, Nutzer der Plattform direkt zu kontaktieren, wenn diese eine hohe Übereinstimmung mit der gesuchten Stelle haben, ohne dafür überhaupt eine Bewerbung erhalten zu haben. Der neue Job kann einen ab sofort quasi von selbst finden.

Mit diesem Konzept kann sowohl für Arbeitssuchende als auch für zukünftige Arbeitgeber ein erheblicher Mehrwert geschaffen werden, da der Bewerber eine Stelle bekommt, die am besten zu seinem Berufsprofil passt. Das spiegelt sich dann natürlich auch in der allgemeinen Arbeitszufriedenheit wider, was einen positiven Effekt auf das Engagement der Mitarbeiter hat.

Somit kann jungen Menschen einerseits geholfen werden, erstmalig ins Arbeitsleben zu finden, andererseits sich beruflich neu zu orientieren. Durch die spezielle Auswertung der Qualifikationen steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, ein langfristig erfolgsversprechendes Arbeitsverhältnis zu finden und so dem Trend der ungenützten Talente entgegenzuwirken.

Die Vorstellungen darüber, welche Entwicklungsschritte und Zielsetzungen als Karriere anzustreben seien, sind kulturell und individuell verschieden und können sich von einer Generation zur nächsten ändern. Als Standardvorstellung von Karriere im Zusammenhang mit einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis (etwa dem sogenannten Normalarbeitsverhältnis) gilt insbesondere der Aufstieg.

Die Redaktion von Karriere-Einsichten beleuchtet verschiedenste Aspekte, Ansätze und Ideologien rund ums Thema Karriere. Mit ihren Reportagen, Berichten und Interviews, Ratgebern wie Buchauszügen: Werteorientiert. Meinungsstark. Crossmedial.

Artikelbild: © rangizzz/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Nordwand-Prinzip: Aufbruch ins Ungewisse]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=5826 2015-02-23T07:44:36Z 2013-07-08T09:02:27Z Die Weltwirtschaft steckt (noch immer) in der Krise. Einige Manager sehen mittlerweile ein, dass ihre bisherigen Planungsmethoden nicht mehr funktionieren. Neue Werkzeuge könnten helfen, die Rainer Petek ... neue Einsichten gefällig?

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Die Weltwirtschaft steckt (noch immer) in der Krise. Einige Manager sehen mittlerweile ein, dass ihre bisherigen Planungsmethoden nicht mehr funktionieren. Neue Werkzeuge könnten helfen, die Rainer Petek in seinem “Nordwand-Prinzip” vorstellt. Ob Matterhon, Eiger oder Grandes Jorasses. In der Wirtschaft gilt es die eine oder andere Klippe zu meistern. Der Extrembergsteiger berichtet – mit Beispielen aus der Beratungspraxis…

Rückblickend kann ich heute sagen, dass jedes konkrete Ziel, das ich mir gesetzt hätte, meilenweit hinter dem zurückgeblieben wäre, was in weiterer Folge tatsächlich für mich realisierbar wurde.

Als ich mich mit meinen Freunden im wahrsten Sinn des Wortes auf die Socken machte und auszog, um ein Kletterer zu werden, hatte ich nicht den blassesten Schimmer von den Möglichkeiten, die sich später beim Klettern für mich auftaten. Klettern, das ist mehr als ein reines Workout-Fitness-Programm.

Jetzt könnte man einwenden, dass man ein Ziel braucht, um die richtige Richtung einschlagen zu können. Nach dem Motto: „Wer seinen Hafen nicht kennt, für den ist jeder Wind der richtige.“ Ich glaube, dass die Gefahr, dass ich mich mit dem Normalweg zufrieden gegeben hätte, sehr groß gewesen wäre, hätte ich mir zu früh ein konkretes Ziel gesteckt.

Ich wusste aufgrund des Vergleichs mit den anderen von mir ausgeübten Sportarten, dass die Berge mein Spielfeld sind. Ich wusste es auch deshalb, weil ich in mich hineinhörte. Ich brach in diese Richtung auf, weil sich dieser Weg im Gehen für mich richtig anfühlte.

Mit den Bergen betrat ich ein Spielfeld, das mich faszinierte, das zugleich aber auch neu und unbekannt war und in dem es keine unterstützende Mannschaft und kein bereits aufgestelltes Tor gab. Ich wollte dieses neue Feld erkunden, und ich wollte dabei nicht dem Normalweg auf den Gipfel folgen. Denn der Normalweg hätte mich dorthin gebracht, wo die Massen waren. Ich wollte die faszinierende Bergwelt der einsamen Gipfel entdecken und erleben. Und ich wollte dorthin, wo die anderen nicht hingingen.

“Trau dich” – Neuland entdecken

Folgende Lektionen aus der Wand habe ich aus meinen Anfängen mitgenommen und später in andere Lebensbereiche übertragen. Sie können diese Gedanken als Impulse für das Beschreiten von Neuland nehmen:

Um Neuland zu entdecken, brauchen Sie zu Beginn nicht unbedingt konkrete Ziele und schon gar keinen detaillierten Plan. Worauf es ankommt, sind Begeisterung und Energie auf der Basis von Wachsamkeit und Besonnenheit. Fragen Sie sich: Welche Zukunftsgedanken energetisieren mich?
Wenn Sie ein neues Spielfeld für sich entdecken, ist die Richtung zu Beginn wesentlicher als ein konkretes Ziel. Der Weg muss sich im Gehen richtig anfühlen. Fragen Sie sich: Was könnte mein Spielfeld sein und in welche Richtung müsste ich auf brechen?

Konkrete Ziele, die Sie sich zu Beginn stecken, würden meilenweit hinter dem später Möglichen zurückbleiben. Viel wichtiger ist es, ins Handeln zu kommen. Überlegen Sie: Womit kann ich heute schon starten?

Kernfragen für den Einzelnen

In meiner Beratungstätigkeit beobachte ich bei Führungskräften, Managern und Unternehmern, dass manche schon in jungen Jahren ausgelaugt wirken, andere hingegen noch nach vielen Jahren in einem bestimmten Tätigkeitsfeld frisch und energetisiert sind. Ob einer energielos oder kraftvoll ist, scheint mir weniger mit der Fitness, der persönlichen Konstitution oder der durch- schnittlichen Wochenarbeitszeit in Stunden zu tun zu haben, sondern viel mehr mit der Frage, ob jemand ein Spielfeld für sich gefunden hat, das ihm mehr Energie gibt als raubt.

Ausgesessen!: Warum uns die Kultur des Nicht-Entscheidens unsere Zukunft kostet

Das Nordwand-Prinzip. Denkanstöße für ein zeitgemäßes Management von Ungewissheit…

Meiner Erfahrung nach sind Menschen, die auf einem Weg sind, der voll und ganz der ihre ist, mit großer Energie ausgestattet, obwohl sie mit den gleichen Schwierigkeiten und Herausforderungen konfrontiert sind wie ihre ausgelaugten Kollegen.

Der Weg versorgt sie im Gehen mit Energie, er bildet eine Kraftlinie.

Falls Sie gerade auf der Suche sind: Wie können Sie Ihr Spielfeld finden? Wie können Sie feststellen, ob Sie sich auf der Kraftlinie Ihres Weges befinden oder im kraftlosen Abseits?

Ich empfehle Ihnen dazu, sich zwei zentrale Fragen zu stellen. Diese Fragen wirken einfach, sind jedoch in der Regel schwierig zu beantworten:

  • Wer bin ich? Was ist mein größtes Potenzial?
  • Wozu bin ich hier? Was ist meine Aufgabe?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, reicht es nicht aus, nachzudenken. Es hilft auch kein einfaches Durchgehen einer strukturierten Fragenabfolge. Vermutlich bringt auch ein Visions-Crashkurs mit fünfzehn anderen Gestressten nicht die erwünschten Antworten. Um sich mit diesen Fragen tiefer gehend auseinander zu setzen, müssen Sie in sich hineinhören und die Antworten aus Ihrem Innern wahrnehmen.

Michael Ray, Professor für Kreativität und Innovation, geht von der Annahme aus, dass in jedem Menschen zwei Menschen stecken: Der Mensch, der einer geworden ist, und jener, der er in der Zukunft werden könnte. Was werden könnte aus einem Menschen, ist nicht als ein Ziel zu definieren, sondern als ein ihm innewohnendes, manchmal noch vages Potenzial.

Damit Sie dieses Potenzial wahrnehmen können, brauchen Sie Raum und Zeit, um in sich hineinzuhören. Solches Hören setzt Ruhe voraus, die Antworten dürfen weder im Außen noch im Innen von Lärm übertönt werden. Die Wahrnehmung des eigenen Potenzials setzt auch voraus, dass Sie nicht nur einmal, sondern öfter in sich hineinhören, am besten regelmäßig.

Welcher äußeren Struktur dieser innere Dialog folgt, dürfte von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. Manche Menschen meditieren, weil sie so ihren Geist beruhigen und dadurch ihre innere Stimme besser wahrnehmen können. Für andere ist Schreiben das Mittel der Wahl: ohne Selbstzensur das zu Papier zu bringen, was als spontane Antwort auf obige Fragen kommt.

Überraschend ist auch, was aus Menschen heraussprudeln kann, wenn ein vertrauter Mensch wiederholt die Fragen „Wer bist du? Was ist dein größtes Potenzial? – Wozu bist du hier? Was ist deine Aufgabe?“ stellt, auf die Antworten hin nachhakt und dem anderen dabei hilft, seiner inneren Stimme Ausdruck zu verleihen. Für mich ist es beispielsweise besonders hilfreich, mich mit diesen Fragen beim Gehen, Wandern oder Sitzen in der Ruhe der Natur auseinander zu setzen.

Eine andere Möglichkeit wählte der Schokoladen-Neuerfinder Sepp Zotter: In einer schwierigen Neuorientierungsphase bestellte er alle Zeitungen ab, gab den Fernseher weg und nutzte die dadurch freigewordene Zeit, um sich mit den Fragen nach seinem optimalen Spielfeld intensiv auseinander zu setzen.

Heute exportiert er seine innovativen Schokoladen weltweit und seine Schoko-Manufaktur wird – obwohl in einer sehr ländlichen Region gelegen – jährlich von 80.000 Menschen besucht. Herauszufinden, was bei einem selbst funktioniert, ist ein ebenso elementarer Teil der Suche nach dem eigenen Spielfeld wie das kontinuierliche Arbeiten daran. Antworten auf diese Fragen sind keine Sache eines Wochenendes.

Kernfragen für Unternehmen

Auch Unternehmen müssen ihr Spielfeld finden und sich mit den Kernfragen:

  • Wer sind wir? Wer könnten wir werden?
  • Wozu sind wir hier? Was ist unsere Aufgabe?

auseinandersetzen.

Gerade zu Beginn unternehmerischer Aktivitäten ist es wichtig, sich von den Antworten auf diese zentralen Identitätsfragen in die Zukunft leiten zu las- sen. Wie der Einzelne kann auch ein Unternehmen in sich hineinhören: in Form von Workshops, durch Dialoge, durch strategische Time-outs.
Amar V. Bhidé hat Interviews mit Gründern von 100 Unternehmen aus der Liste der 500 am schnellsten wachsenden US-Unternehmen geführt und zutage gefördert, dass diese Unternehmer großteils „keinen Plan hatten“:

  • 41 % hatten überhaupt keinen Unternehmensplan,
  • 26 % hatten nur einen rudimentären, auf Zettel gekritzelten Unternehmensplan,
  • 5 % hatten Finanzprognosen für Investoren ausgearbeitet,
  • 28 % erstellten einen umfassenden Unternehmensplan.

Den Ruf der möglichen Zukunft wahrzunehmen und aufzubrechen, ist wahrscheinlich wichtiger, als schon am Anfang eine allzu konkrete Zielvorstellung zu haben. Manchmal ertönen die leisen Signale einer möglichen Zukunft an ganz unscheinbaren Plätzen. Es kann eine Begegnung mit anderen Menschen sein oder der Zufall, der einem bestimmte Ideen nahe bringt.

Gewinnen!

Wir verlosen bis zum 31.07.2013 insgesamt fünf Exemplare des Buches frei Haus. Was müsst ihr tun? Beantwortet uns in einem Kommentar auf dieser Seite oder unseren Social-Media-Kanälen folgende Frage: Was ist deine Nordwand… und wie hast du Sie gemeistert?

Die großen Nordwände der Alpen (auch “Letzte Probleme der Alpen”) sind eine Gruppe von drei oder sechs Nordwänden alpiner Berge, die sich durch ihre besondere Größe, Schwierigkeit oder Gefährlichkeit für Bergsteiger auszeichnen. Dabei handelt es sich um die Nordwände von Eiger, Grandes Jorasses und Matterhorn; in der erweiterten Gruppe der „sechs großen Nordwände der Alpen“ sind dies zusätzlich die Nordwände von Petit Dru, Piz Badile und der Großen Zinne…

Rainer Petek, Master of Science in Organizational Development, Management-Berater für Strategie, Führung und Kooperation. Der Autor hat als ehemaliger Extrembergsteiger mit Klienten schwierigste Alpenwände gemeistert und begleitet Organisationen in schwierigen strategischen Veränderungsprozessen. Der Autor ist Lehrbeauftragter an der Universität Klagenfurt und hält zum Nordwand-Prinzip® Vorträge bei Mitarbeiter- und Kundenveranstaltungen sowie bei Lehrgängen und Kamingesprächen.

Artikelbild: © Maygutyak/ Fotolia.com

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Sponsored Post <![CDATA[Karriere-ABC: Angebote im Netz unter die Lupe genommen (Teil 1)]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6241 2015-02-01T21:09:35Z 2013-07-05T06:18:23Z Fast 100 Millionen Mal wird das Schlagwort Karriere mittlerweile in deutschen Suchmaschinen gelistet. Die Arbeitswelt ändert sich – und die Mitarbeiter, die in ihr arbeiten sowieso. Logisch ... neue Einsichten gefällig?

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Fast 100 Millionen Mal wird das Schlagwort Karriere mittlerweile in deutschen Suchmaschinen gelistet. Die Arbeitswelt ändert sich – und die Mitarbeiter, die in ihr arbeiten sowieso. Logisch also, dass immer mehr Medien auf der Suche nach neuen Lesern “Karriere” aufgreifen. Wir checken für euch die wichtigsten Angebote im Netz, angefangen von der Content-Agentur über das 1-Mann-Blog bis zum grossen Verlagshaus…

Darunter die etablierten Medien wie zum Beispiel der Spiegel, gerade erst den Karriere-Spiegel im Netz gestartet, jetzt auch das neue “JOB” im Print, in Bunt und in Farbe am Kiosk und die ZEIT, neben ihrem Hochglanz-Titel “Campus” auch mit der Rubrik Karriere in Wochenzeitung und Webseite vertreten.

Hinzu kommen reine Ratgeber-Blogs wie die Karriere-Bibel von Jochen Mai oder, etwas weiter gefasst, die Berufe-Bilder der Simone Janson. Diese und andere Blogs stellen einzelne Journalisten auf die Beine. Und dann wären da noch die Portale wie die Karriere-Experten, für Berufs- und Karriereberater wie Svenja Hofert. Wir wollen euch in der Rubrik Nachrichten in den kommenden Wochen einige dieser Angebote vorstellen. Wir starten heute mit den Portalen.

Von Agentur bis Verlag: Dran am Karriere-Thema

Eins davon ist die Webseite www.personal-erfolg.de. Mit Themen vom Gehalt über Arbeitsrecht, Bildung, Personal und Mitarbeiter bis zu Motivation scheint alles dabei zu sein, was man so für seine Karriere braucht. Hinter dem Angebot steckt der Praxiswissen Fachverlag. Es wird von Experten aus der Praxis geschrieben die selbst in ihrem Bereich Spezialisten sind und hier Know-how aus dem Arbeitsalltag weitergeben wollen.

Den Leser erwarten also keine komplexen, aufwändig recherchierten Reportagen. Vielmehr findet er kurzweilige Themen auf 300-Zeichen-Basis, angefangen vom Essen im Büro über die Telefonrechnung des Chefs bis hin zu den schlimmsten Büro-Krankheiten.

Praktische Infos findet man hier unter anderem zum Thema Arbeitsrecht. Zum Beispiel zu Fragen wie: Ich fühle mich wegen Elternzeit diskriminiert, was kann ich tun? Ich würde meinen Hund gerne mit ins Büro nehmen, ist das erlaubt?

Von Arbeitsrecht bis Zeitarbeit

Neben einigen Kuriositäten wird der Inhalts dabei durchaus ernst, was Sie Nutzwert erhöhen mag: Mobbing – Ich werde gemobbt, kann ich auf Schmerzensgeld verklagen? Auf was muss ich im Arbeitszeugnis achten, was sind mögliche Formfehler? Ich habe beziehungsweise mir wurde gekündigt, muss ich mein E-Mail-Konto sofort löschen? Ich habe Stress mit meinem Chef, was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden? Ich habe einen Mini-Job, muss mich der Arbeitgeber trotzdem versichern?

Ein kleines Beispiel zu der Sache mit dem Stress: es werden einige Gerichtsurteile sowie mögliche Schimpfwörter thematisiert. Wirklich interessante und inhaltlich spannende Ratgeber und Tipps bleiben aber noch etwas an der Oberfläche…

Karriere, die über viele Jahre in einem Unternehmen stattfindet, bezeichnet man als “Kaminkarriere”. Was früher üblich war und Stetigkeit ausgedrückt hat birgt heute Gefahren, da man bei einem Jobwechsel oft “Firmenblindheit” und mangelnde “Flexibilität” unterstellt, wenn man zu lange nur eine Unternehmenskultur erlebt hat. Viele Personaler empfinden das heute als nachteilig. Umgekehrt spricht man von einem „Karriereknick“, wenn sich der berufliche Aufstieg abrupt verlangsamt, und von einer „Karrierefalle“, wenn in einer beruflichen Situation wenig Aussicht auf Fortkommen besteht, etwa weil ein Arbeitsplatz wenig Entwicklungsmöglichkeit bietet…

Die Redaktion von Karriere-Einsichten beleuchtet verschiedenste Aspekte, Ansätze und Ideologien rund ums Thema Karriere. Mit ihren Reportagen, Berichten und Interviews, Ratgebern wie Buchauszügen: Werteorientiert. Meinungsstark. Crossmedial.

Artikelbild: © Peter Atkins/ Fotolia.com

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Karriere-Einsichten http://www.karriere-einsichten.de <![CDATA[Zermatt Summit: Weltverbesserer, NGOs und das Business]]> http://www.karriere-einsichten.de/?p=6218 2015-02-02T07:48:40Z 2013-06-12T22:51:36Z Eine Plattform soll es sein, für einen konstruktiven, “action-orientierten” Dialog zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Die Macher des Zermatt Summit wollen so Weltverbesser-Thesen fordern und fördern… n den ... neue Einsichten gefällig?

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Eine Plattform soll es sein, für einen konstruktiven, “action-orientierten” Dialog zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Die Macher des Zermatt Summit wollen so Weltverbesser-Thesen fordern und fördern…

In den letzten 20 Jahren gab es genug Veränderungen, vor allem durch die Globalisierung und den “Casino-Kapitalismus”. Damit einhergehende Veränderungen sind wiederum neue Herausforderungen:

Die Schere zwischen Arm und Reich, der Klimawandel und Nachhaltigkeit, die Sicherung der langfristigen Beschäftigungsfähigkeit angesichts des immer schnelleren technologischen Wandels und die zunehmende Volatilität in der globalen Wirtschaft.

Und dann wäre da noch die Gewährleistung des Verbraucherschutzes gegen oft undurchsichtige Lieferketten im Netz, die Schaffung der neuen rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, welche die neuen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten erfordern. Einige Unternehmen springen dabei ein, NGOs und Regierungen sowieso.

Themen: Neues Miteinander, alte Feindschaften

Themen, welche das Zermatt Summit seit einigen Jahren ansprechen will: Wie sind Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit im globalen wirtschaftlichen Kontext miteinander zu vereinen? Jeder hat dazu seine Meinung, vertritt seine Interessen. In dieser Kontroverse versuchen Teilnehmer und Podiumsgäste, Aufmerksamkeit zu bekommen. Zwar gebe es, so die Veranstalter um Christopher Wassermann, heute sehr lobenswerte Beispiele für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und NGOs zu verschiedenen Themen und in verschiedenen Ländern.

Doch es gibt ebenso ein Bedürfnis für eine breitere, mehr strategisch ausgerichtete, durchaus “produktivere” Diskussion. Das ist die Rolle, die der Zermatt Summit zu erfüllen versucht, als überparteiliche wie unabhängige Plattform. Die verschiedenen Akteure und Interessenten kommen in Zermatt dieses Jahr wieder am 20./21. Juni zusammen, um verschiedene Perspektiven und Ansätze zu “handlungsorientierten Ergebnissen” zu bringen.

Methode: Brainstorming, aber bitte strukturiert!

Jenseits der üblichen Business-Konferenzen biete das Zermatt Summit, so die Veranstalter, einen “ganzheitlichen Ansatz” für die diskutierten Themen.Schwerpunkt sind strukturierte Brainstorming-Sitzungen, echte Interaktion und die Vermeidung von formellen Reden – für den “Take-Home-Value” und “Impact” des Ganzen. Die Trends und Faktoren, die Entwicklung der Zivilgesellschaft, ihre Wahrnehmungen, Erwartungen und Wirkmechanismen. Die Praxis der Corporate Social Responsibility. Die Ethik, Regeln und Modi des Eingriffs zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Diese und andere Themen stehen auf der Tagesordnung des Zermatt Summit 2013:
  • PPPs (Public-Private-Partnership) als kooperativer Modus des 21. Jahrhunderts
  • Entwicklung der Zivilgesellschaft Ökosystem: Die Rolle von Social Media
  • Regierung / Geschäft / Civil Society: Erste Schritte auf zusammen, um Nachhaltigkeit zu erreichen
  • Vertrauensfrage:  Privatsektor und Zivilgesellschaft, wie schaffen wir Transparenz und Verantwortlichkeit auf beiden Seiten?
  • Corporate Social Responsibility als integrierter Bestandteil der Unternehmensstrategie auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
  • Soziales Unternehmertum und das Geschäft des positiven sozialen Wandels

Unternehmer, Führungskräfte (vormals Manager) aus den verschiedenen Teilen der Welt, Mitarbeiter und Persönlichkeiten aus NGOs und zivilgesellschaftlichen Gruppen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Medieleute und Vordenker – sie alle kommen nach Zermatt. Über 200 Teilnehmer aus über 18 Ländern werden erwartet, um ihre Ideen zu fördern und ihre Sichtweisen in einer strategisch ausgerichteten Diskussion zu “challengen”.

Karriere, die über viele Jahre in einem Unternehmen stattfindet, bezeichnet man als “Kaminkarriere”. Was früher üblich war und Stetigkeit ausgedrückt hat birgt heute Gefahren, da man bei einem Jobwechsel oft “Firmenblindheit” und mangelnde “Flexibilität” unterstellt, wenn man zu lange nur eine Unternehmenskultur erlebt hat. Viele Personaler empfinden das heute als nachteilig. Umgekehrt spricht man von einem „Karriereknick“, wenn sich der berufliche Aufstieg abrupt verlangsamt, und von einer „Karrierefalle“, wenn in einer beruflichen Situation wenig Aussicht auf Fortkommen besteht, etwa weil ein Arbeitsplatz wenig Entwicklungsmöglichkeit bietet…

Die Redaktion von Karriere-Einsichten beleuchtet verschiedenste Aspekte, Ansätze und Ideologien rund ums Thema Karriere. Mit ihren Reportagen, Berichten und Interviews, Ratgebern wie Buchauszügen: Werteorientiert. Meinungsstark. Crossmedial.

Artikelbild: © NN/ Zermatt Summit

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