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E-Learning: Modellprojekt in Niedersachsen

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Stickige, überfüllte Räume einer Volkshochschule, vorgeschriebenes Lerntempo, ein dicker Terminplaner, weite Anreisen, längere Ausfallzeiten am Arbeitsplatz und höhere Kosten für ein ineffizientes Bildungssystem müssen nicht sein.

Computer und Internet gehören nun zum festen Bestandteil der privaten und betrieblichen Wissensbildung. Fragt sich nur noch, wie man das in seiner Karriereplanung einbauen soll…

Im Wettbewerb um zahlende Wissbegierige, Exzellenz-Preise der Hochschule und Fördergelder wollen die deutschen Bildungsanbieter vorne sein. Lernende von heute haben die Wahl, ob sie ein festes Seminar besuchen – oder lieber ihre Zeit flexibler einteilen, den Prüfungsstoff online lernen.

Besonders für Berufstätige ist das eine große Erleichterung. Nicht nur Seminar-Folien, auch kleinere Text-Bibliotheken sind bereits online abrufbar. Dazu haben sich Universitäten in Niedersachsen etwas Besonderes einfallen lassen. Eine Bannervorlesung. Das Projekt nennt sich dagegen schlicht: Studieren in Niedersachsen.

Sieben Mustervorlesungen sollen zeigen, wie vielfältig der Studienstandort Niedersachsen ist. Aus dem Angebot: Biomedizin, Elektrotechnik, Wirtschaftspsychologie. Aber auch so exotische Varianten wie Pferdewissenschaften, vorgestellt von Professor Matthias Gauly. Alle Veranstaltungen gibt es zum Download – als Podcast.
Kontrollfragen und Musterklausuren für anstehende Prüfungen ebenso. Selbst Kritiker schätzen E-Learning bereits als sinnvolle Ergänzungzum Lehrplan.

Ob begleitend zum Ferienjob oder auf dem Sommerurlaub: Wer sich heutzutage weiterbilden möchte, muss nicht mehr reisen, andere Termine verpassen, um sich neues Wissen anzueignen. Er ist räumlich wie zeitlich unabhängig. Die Effizienz der Lehre soll mit dem Internet verbessert werden. Das Internet schafft neue Lust auf Lernen. Besonders Menschen, die lieber am Computer sitzen und im Internet surfen statt dicke Bücher zu wälzen, finden diese Form der Wissensbildung meistens klasse.

Selbstdisziplin und flexiblere Lernzeiten gefragt

E-Learning erhöht die Flexibilität, spart Kosten einer Vorlesung und erfreut von daher auch die Arbeitgeber. Digitale Aus- und Weiterbildungsmedien sind in vielen Unternehmen mittlerweile Standard. „Webbasierte Abschlüsse zeigen ein hohes Maß an Selbstdisziplin und innovativem Wissens-Management“, erklärt ein Personaler – ein Plus auf dem studentischen Lebenslauf. Denn auch kleinere Firmen müssen Wissens-Bausteine im globalen Netz immer schneller, auch effizienter transportieren – ohne Zeitverlust. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit, dem rasanten technischen Fortschritt, sei das immer wichtiger.

„Wirtschaftliche Umbrüche erfordern Flexibilität“, sagt Michael Vennemann von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht in Köln. Dort werden neue Fernstudiengänge geprüft und zugelasen.

Vom nachgeholten Abitur bis zum anerkannten Betriebswirt werden in Deutschland derzeit rund 3.000 komplette Kurse und Studiengänge angeboten.  Außerhalb dem regulären Unibetrieb, z.B. die Georg-August-Universität Göttingen oder die Universität Lüneburg bisher nur von Privatschulen. Berufstätige wollen hier auf der Karriereleiter ein Treppchen höher steigen, oder sich in einer neuen Branche durch eine Ausbildung ausprobieren.

Die richtige Mischung von Bildröhre und Skriptblock finden

Auch wenn E-Learning, die digitalisierte Bildung, den klassischen Präsenzunterricht noch lange nicht ersetzt: Manche Dozenten befürchten, durch digitale Skripte, Audios und Videos, ihren Job zu verlieren. Sie zeichnen ein düsteres Bild vom paukenden Kursteilnehmer, der sich zu sehr hinterm Schreibtisch zurückzieht, einsam durchs Web navigiert – statt soziale Kontakte zu suchen. Für Mediendidaktiker jedoch liegen die Vorteile auf der Hand: Auch abstrakte Inhalte können durch virtuelle Simulationen anschaulicher gemacht werden. Lernkontrollen sind viel individueller, Raum und Zeit für den Kurs spielen keine Rolle mehr.

Auf etwas anders kommt es beim E-Learning an. Einen Medienmix von Präsenz- und Internetseminaren – auch „Blended-Learning“ genannt – wird sich, so Experten, bald durchsetzen. „Wenn man den Dozenten nicht verstanden hat, kann der Student nicht einfach auf „Wiederholen“ drücken“, sagt Dr. Gabriele Schäfer, Unternehmensberaterin und Online-Tutorin eines BWL-Kurses für Geisteswissenschaftler in Augsburg.

Während Kursteilnehmer das breite Lernangebot mit Literatur und Übungen nutzen, werden auch Tele-Teachings live ins Internet übertragen. Sogar virtuelle Labore werden bereits getestet, damit auch Naturwissenschaftler von zu Hause aus forschen und lernen können, statt von morgens bis abends im Labor zu forschen.

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