Abgeschrieben: Höhenflug und Fall des Ikarus?

Hand aufs Herz: Hat er oder hat er nicht? Kaum ein anderes Thema ist in den Medien momentan so präsent.
Es geht um den Minister der Herzen, wie ihn manche nennen…
Umfragen bestätigen das. Das könnte sich ändern, vielleicht. Er hatte für seine Doktorarbeit zum Beispiel Passagen eines FAZ-Artikels wörtlich kopiert, ohne Fußnote.
In Blogs wird er sogar als Lügenbaron beschimpft, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.
Freunde nehmen den Freiherrn in Schutz, denn “Irren ist menschlich”.
Wie würden Sie entscheiden? Karriere-Einsichten vom Scheitern bis zum Success und umgekehrt…
Guttenbergs Erklärung im Wortlaut. Samt Entschuldigung:
„Für diese Stellungnahme bedurfte es keiner Aufforderung, und sie gab es auch nicht. Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat und diesen Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir.
Sie ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufs- und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler. Und über jeden einzelnen dieser Fehler bin ich selbst am unglücklichsten. Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht.
“Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht”
“Ich werde mir keine anderen Maßstäbe anlegen, als ich sie bei anderen angesetzt hätte”
Jede weitere Kommunikation zu diesem Thema werde ich von nun an ausschließlich mit der Universität Bayreuth führen. Die Menschen in diesem Lande erwarten, dass ich mich um das fordernde Amt des Verteidigungsministers mit voller Kraft kümmere, und das kann ich auch.
Wir stehen vor einer historischen Bundeswehr-Reform und ich trage die Verantwortung für die Soldaten im Einsatz, wie ein Ereignis am heutigen Tag wieder einmal mehr auf bittere Weise zeigt. Herzlichen Dank.“
In der Zwischenzeit liegt auch die Erklärung des Doktorvaters von Karl-Theodor zu Guttenberg, Professor Peter Häberle vor. Wir bringen das ebenfalls im Wortlaut:
“Mit sehr großem Bedauern habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Umstände der von mir betreuten Promotion von Herrn K.-T. zu Guttenberg den Ruf der Universität Bayreuth in der öffentlichen Diskussion in Misskredit zu bringen geeignet sind.
Die in der Promotionsschrift von Herrn zu Guttenberg entdeckten, mir unvorstellbaren Mängel sind schwerwiegend und nicht akzeptabel. Sie widersprechen dem, was ich als gute wissenschaftliche Praxis seit Jahrzehnten vorzuleben und auch gegenüber meinen Doktoranden zu vermitteln bemüht war.
Die Aberkennung des Doktortitels war die notwendige Folge. In meiner ersten spontanen und letztlich zu vorschnellen Reaktion konnte ich – ohne Detailkenntnis der konkreten Vorwürfe – das Ausmaß nicht absehen.
Im Blick auf die Originalität der Fragestellung und die Intensität der inhaltlichen Ausarbeitung hielt ich jede Form eines Vorwurfs für ausgeschlossen – zumal Herr zu Guttenberg stets zu meinen besten Seminarstudenten gehörte.
Ich habe den Werdegang seiner Arbeit, wie bei all meinen Doktoranden ohne jede äußere Beeinflussung nach besten Kräften betreut. Ich werde auch weiterhin als Wissenschaftler alles mir Mögliche zur erforderlichen Aufklärung der Umstände durch die Gremien der Universität beitragen.”

